• #1

Kann ein Mensch Erfüllung und Sehnsucht zugleich hervorrufen

Diese Frage kann ich so für mich mit einem klaren Ja beantworten.
Ich frage mich, ob es noch andere gibt, die so etwas ähnliches erlebt haben.

Ich habe vor längerer Zeit durch Zufall einen Mann kennengelernt.
Dieser ist verheiratet und wir verstehen uns gut.
Es gibt von keiner der beiden Seiten Beziehungsabsichten.
Dennoch tut mir der Kontakt mit ihm unglaublich wohl.
Ich schätze ihn und seine Art sehr. In vielen Dingen sind wir sehr ähnlich. Ob es für eine Partnerschaft reichen würde, weiss ich nicht. Diese Frage stellt sich auch nicht.
Aber der Part, den ich an ihm so sehr mag, dieser Part erfüllt mich schon sehr. Diese Gespräche und Mails sind absolut meine Wellenlänge. Egal ob tiefsinnig, oder lustig oder wie auch immer.
Dieser Kontakt tut mir also zum einen gut.
Zum anderen zeigt er mir, was ich mir für eine künftige Partnerschaft wünsche. Natürlich noch viele andere Dinge, aber auch genau einen solchen Umgang mit Themen, Gesprächen, Gedanken.
Je mehr wir uns einerseits unterhalten, desto mehr weiss ich, das ich genau das suche.
Ich habe keine Eile und ich weiss, dass da irgendwo ein passender Deckel für mich ich. Ich suche nicht wirklich.
Und dennoch wächst quasi mit jedem Gespräch mit ihm die Sehnsucht, solche Gespräche viel öfter führen zu können, in mein Leben und meinen Alltag gerne und oft einbinden zu können.
Natürlich mag ich den Menschen sehr. Aber das, was ich suche, ist nicht er, sondern einen Menschen, der in manchen Dingen seiner Art ähnlich ist. Keine Kopie. Ein Mensch, mit dem ich solche Gespräche führen kann.
Der Kontakt mit ihm hat in mir ein Bedürfnis wach gekitzelt, das lange und tief vergraben war.
Und je mehr dieses Bedürfnis nun mit den Gesprächen befriedigt wird, desto mehr wächst eben die Sehnsucht, dieses in meiner Partnerschaft zu erleben.
Je mehr er mir gibt, desto mehr suche ich.
Ist doch eigentlich verrückt, oder?

Hat jemand von euch ähnliches erfahren?
 
W

wahlmünchner

Gast
  • #2
Ach Schmarren, du lügst dir ordentlich selbst in die Tasche. Du willst ihn, willst es dir aber nicht eingestehen.
Ich finde es mittlerweile unerträglich, wenn mir jemand so was wie du schreibst erzählst, wer sich selbst gerne vorgaukelt sollte das tun, aber anhören will ich mir das Eingerede nicht mehr.
Dir rate ich diese Erkenntnis mitzunehmen und jemanden zu suchen, der diese Bedürfnisse erfüllen kann und dein Partner sein will, sonst blockierst du dich mit diesem Kontakt nur zeitlich und irgendwann auch seelisch.
Seine Motive sind ebenso fragwürdig. Warum redet er nicht intensiv mit seiner Frau?
 
  • #3
Ich habe das in etwas anderer Konstellation erlebt.

Ich lag im März 2 Wochen im Krankenhaus. Mal wieder unglücklich (einseitig) verliebt zu dem Zeitpunkt, hinzu kam, dass dieser Jemand ausgerechnet zu dem Zeitpunkt nicht besonders nett zu mir war.

Meine Bettnachbarin bekam Besuch von ihrem Mann. Der war so rührend besorgt um sie. Ich habe das 1 1/2 Stunden mitbekommen und mir gedacht: SO muss Liebe sein.

Wenn ich in Zukunft mal wieder unglücklich verliebt bin, werde ich an diesen Mann und seine Frau denken und wieder sagen: SO muss Liebe sein. Das kann helfen, sich von Männern, die einem nicht gut tun, schneller Abstand nehmen zu können.
 
  • #4
Und je mehr dieses Bedürfnis nun mit den Gesprächen befriedigt wird, desto mehr wächst eben die Sehnsucht, dieses in meiner Partnerschaft zu erleben.
Je mehr er mir gibt, desto mehr suche ich.
Ist doch eigentlich verrückt, oder?
Hat jemand von euch ähnliches erfahren?
Dein Beitrag ist nichts Außergewöhnliches, hab ich selbst oft erlebt in der Phase der Ichfindung! Nein, ist für mich überhaupt nicht verrückt, sondern emotional wie rational nachvollziehbar, quasi das Optimale!
Ich suche nicht mehr! Wenn die Zeit reif ist, kommt alles zu dir, was zu dir kommen soll. Es gibt kein zu früh oder zu spät im Leben. Alles passiert immer im richtigen Moment und ist nur eine Frage der persönlichen Geduld!
 
  • #6
Hallo irland,
ich kenne das nur zu gut, mir passiert zur Zeit sowas ähnliches. Wir müssen nur aufpassen, dass die Schwärmerei nicht in Verliebtheit umschlägt, auch unsere Vorzeigetypen haben ihre Macken. Sonst wird man schnell unglücklich, da vergebene Männer tabu sein sollten.
Gruß
 
  • #7
Irgendetwas verkomplizierst du gewaltig an einer doch recht einfachen Tatsache: Der heimliche Austausch mit einem unerreichbaren Mann macht dir deine Sehnsucht nach Kontakt mit einem Mann deutlich, der deine Wellenlänge teilt. Ich habe deine Erfahrung selbst 3 Jahre lang ausgeschöpft und bin der festen Überzeugung, dass die Kommunikation mit einem gebundenen Mann geradezu prädestiniert ist, ein Ideal zu erzeugen. Ein falsches Ideal. Denn du bekommst von ihm mit Sehnsucht aufgeladene Ausschnitte seiner Person präsentiert, mehr nicht. Wozu begibst du dich denn immer tiefer in diese Geschichte hinein, anstatt dich der Realität zu stellen? Die Realität ist, dass du deine Zeit in die Suche nach greifbaren Männern investieren könntest. Nur davon hast du wirklich etwas, dass ist zumindest meine Erfahrung.
 
  • #8
Meist nur Affärenmänner können solch einen scheinbar intensiven Austausch vorgaukeln. Wenn er mit dir zusammen ist, hat er sich genau die begrenzte Zeit genommen, um auch deinen Geschichten zu lauschen. Er ist weder hier als Person gefordert, noch werden Lösungen oder Aktionen verlangt. Wenn er sich von Dir verabschiedet, war es das auch. Eine sehr gute und ehrliche Freundin erfüllt dieses Schema ebenso und zusätzlich unterstützt sie dich aktiv dabei.
Aber wenn es Dir gut tut und Du so jemanden zum reden hast, ist alles gut. Mir persönlich würden nette, warme, pseudo-verständnisvolle Worte nicht reichen.
P.s. in seiner Beziehung wird er ebensowenig Zeit finden, ständig aufmerksam zuzuhören und schon gar nicht, für alles Verständnis haben, was man im Leben verzapft. Das geht nur gut mit der größtmöglichen innerer Distanz. Eigentlich komplett das Gegenteil von gemeinsamer Wellenlänge.
 
  • #9
Ich kenne es, jedoch nach einem inneren Abschluss mit diesem Mann selbst.
Denn mir ist sehr schnell bewusst geworden, dass ich kurz davor war , ihn zu idealisieren oder mich zu verknallen.

Kontakt zu einem ehemaligen Schulkameraden. Gebunden und auch solo gibt es einige Punkte, die nicht passen würden.

Aber er hat schriftlich, wie auch bei Treffen ( mit mehreren) ,Dinge an sich, die mich daran erinnern, was ich an einem Mann mag.
Er hat Humor, der mit Geist gepaart ist.
Er ist sehr wertschätzend im Umgang mit anderen. Er benutzt schöne positive Sätze.
Ich war lange mit jemandem zusammen der zb nur sagen konnte: das ist nicht schlecht hier....
Er sagt: Mensch ist das schön hier.
Nach meiner kurzbeziehung von 4 Monaten, meinte ich aufgrund einer Antwort hier: ich habe wohl zuviel Kompromisse gemacht...
Von ihm kam: wieso stellst Du dich infrage. Es ist gut so wie du bist und wenn jemand keine macht, dann passt es nicht.
Er bewertet nicht alles, er ist offen, positiv etc.
Kurz er hat viele gleiche Werte wie ich.
Mir gezeigt, dass es das gibt.
Gleichzeitig merke ich, es gibt es noch und die Sehnsucht nach einem positiven Menschen ist wieder geweckt.
Aber liebe FS....verwechsel es nicht mit:
Sehnsucht nach ihm geweckt!
 
  • #10
Das ist gar nicht verrückt. In einen vergebenen Mann verliebt zu sein (ohne eine Affäre zu haben, meine ich jetzt), ist immer ein Wechselbad der Gefühle. Es ist schön, Zeit mit ihm zu verbringen und im Gespräch seine volle Aufmerksamkeit zu haben. Da kann man zeitweise fast vergessen, dass es eine Frau gibt, mit der er eine viel intensivere Nähe lebt. Wird es einem jedoch wieder bewusst - weil z.B. die Partnerin erwähnt wird, anruft oder persönlich auf der Bildfläche erscheint - kommt der Absturz.

Es ist ein bittersüßer Schmerz, eine sehr begehrenswerte Person direkt vor der Nase zu haben und doch nicht "haben" zu können. Auf der einen Seite ist es beglückend zu sehen, dass es so tolle Männer/Frauen überhaupt gibt, auf der anderen Seite tut es weh, dass man selbst wenig davon hat. Wenn mein letzter unerreichbarer "Schwarm" in meiner Gegenwart mit seiner Freundin telefonierte und dabei mit seiner sexy Stimme frisch verliebt ins Telefon raunte, bin ich auf der einen Seite immer dahingeschmolzen. Auf der anderen Seite gab es mir natürlich jedes Mal einen Stich.

Als "Erfüllung" würde ich das nicht bezeichnen, eher als emotionale Achterbahnfahrt. Und die tut einem auf Dauer nicht gut.

Ich denke schon, dass solche Schwärmereien, auch wenn sie unerfüllt bleiben, einem wertvolle Impulse geben können bzgl. der Frage "was für einen Mann/eine Frau suche ich eigentlich?" Aber damit man für sich etwas daraus Gutes ziehen kann, braucht es einen gewissen Abstand. Ich versuche, meinen oben erwähnten "Schwarm" sozusagen als positives Sinnbild eines "guten Mannes" im Herzen zu behalten, aber den Wunsch nach einer Beziehung mit ihm loszulassen. Und ich habe das Gefühl, es gelingt mir ganz gut. Es geht mir damit besser als mit dem krampfhaften Bemühen, alle Gefühle auszulöschen und ihn mir schlechtzureden (wofür ich wenig Ansatzpunkte gefunden habe).

Ich würde sagen, ich bin an einem Punkt angekommen, wo die Freude darüber, diesen Menschen kennengelernt zu haben, die schmerzliche Sehnsucht überwiegt. Allerdings: wir haben keinen Kontakt mehr, und das ist gut so. Es ginge mir sonst heute schlecht, da bin ich mir ziemlich sicher.

Und natürlich ist es ein schmaler Grad zwischen diesem "im Herzen behalten" und totaler Idealisierung, die keinen Raum lässt für andere erreichbare Partner. Und, wie @beeberlin schrieb: bei einem vergebenen/unerreichbaren Mann bekommt man immer ein geschöntes Bild vorgesetzt.
 
  • #11
Ich kenne das auch, völlig fern von Beziehungsabsichten.
@INSPIRATIONMASTER beschreibt es gut.
Es hat sich zu einem gegebenen Zeitpunkt mit einem Menschen ein gedanklichen Austausch entwickelt, sehr tief, sehr vielseitig, anregend.
Erfüllend deswegen, weil es in mir positive Gedanken- und Entwicklungsprozesse auslöste, förderte. Der Austausch darüber wieder weiteres auslöste.
Und Sehnsucht? Genauso, weil es eine Intensität in der Kommunikation aufzeigte, die ich mir auch und gerade in einer Partnerschaft wünschen würde.
Aber ganz explizit, die Partnerschaft war in allem Fällen absolut undenkbar (auch wenn es keine anderweitige Beziehung gab - ich kenne das mit Verpartnerten und Singlen ).

Weil dieser Gedanke kam,
ich persönlich hätte kein Problem damit, wenn mein Partner einen solchen gedanklichen Austausch mit jemand anderem hätte - weil ich weiß, dass es nicht um Beziehung in Form von Partnerschaft geht, sondern um ideellen Austausch und Kommunikation.

Irland, genieße es, wenn Du so einem Menschen begegnest.
Ich glaube sowieso daran, dass es durchaus seinen Sinn macht, warum man zu gewissen Zeitpunkten bestimmten Menschen positiv / negativ begegnet - da i fand ich immer wieder eine Chance für die eigene Persönlichkeitsentwicklung, Impulse, Denkanstöße.
 
  • #12
Moin @irland ,

naja, "Erfüllung" und "Sehnsucht"... große Worte, nicht wirklich nachvollziehbar, was die mit dieser Situation zu tun haben sollten (ansonsten wäre die Antwort einfach "Nein": Sehnsucht ist das Gegenteil von Erfüllung).

Mal ganz simpel ausgedrückt, geht es bei dir doch darum, dass einen manche Menschen mit ihrer Erscheinung, andere mit ihrem Wesen begeistern. Und das hätte man eben gerne in einem Paket.
Vielleicht auch - ebenso simpel - darum, dass man sich eben in manche Menschen verliebt, die das nicht erwidern (oder umgekehrt), dass man sie aber weiterhin unheimlich anziehend findet. Und da hätte man eben gerne, dass die Verliebtheit ausnahmsweise mal gegenseitig ist.

Zumindest für Männer sind beide Herausforderungen das täglich Brot der Partnersuche, deiner Frage entnehme ich, dass das für dich irgendwie neu oder überraschend ist. Hast du bis jetzt einfach nicht erwartet, dass es überhaupt Männer "mit Tiefgang" geben kann, die dich nicht nur körperlich anziehen?

manchmal
 
  • #13
Genau das gleiche erlebe ich zur Zeit, da ich wieder einmal Diät mache und zwar nicht freiwillig:), wenn ich bei einer Konditorei vorbeilaufe und mir die hübschen, tollen, saftigen und UNERREICHBAREN Kuchen ansehe. Die sehen viel besser aus als sonst, wenn ich sie essen dürfte.

Werden wir mit Dingen konfrontiert, an denen wir nur schnuppern dürfen, so kann die Begierde danach fast schon zur Obsession werden.

Und glaube mir. Spätestens nach dem 2. Stück wäre ich satt und nach dem 3. wäre mir schlecht. Und wenn man mir sagen würde, ich müsste jeden Tag ein Stück Kuchen essen, da wäre ich keinesfalls mehr gierig.

Ich könnte mir gut vorstellen, dass Du ihn noch so unwiderstehlich findest, mehr wie seine Ehefrau es tut vermutlich, denn die kann sich auch jeden Tag "sattessen".

Und deshalb liebe Fragestellerin meide ich zur Zeit Konditoreien. Das tut mir nämlich gar nicht gut. Wenn wir uns ständig mit unserem Mangel beschäftigen, dann werden wir keineswegs glücklicher. Stattdessen schaue ich mir hübsche figurbetonte Kleider an. Denn die sind für mich nicht tabu und unerreichbar.
 
  • #14
Menschen, die sich wie du in vergebene Männer verlieben (ja, du bist verliebt), haben oft ein Bindungsproblem. Die schwer zu habenden sind reizvoller, die Sehnsucht gehört zum Programm dazu und man muss keine echte Beziehung mit all der Realität führen, die so ganz pragmatisch und weniger romantisch ist.
Du lügst Dir in die eigene Tasche, wenn du schreibst, du wolltest nur einen ähnlichen Mann.
Du hast dich in ihn verknallt. Kann passieren.
Halte Abstand. Und frag Dich, wieso du keinen freien Mann willst.
Viele Frauen haben auch dieses Nicht-gut-genug-Gen in sich. Sie glauben, dass sie einem gewissen Typus Mann, den sie gerne hätten sowieso nicht genügen würden, deswegen geben sie sich mit weniger zufrieden.
Dir reicht angeblich das ein oder andere intensive Gespräch - stimmt aber eigentlich nicht.
Du willst ihn - da hat @wahlmünchner schon recht ;-)
 
T

Toi et moi

Gast
  • #15
Ja, das habe ich auch erlebt. Es hat mich zwei Jahre gekostet, bis ich bereit war Abstand zu nehmen. Es war ein schönes Gefühl. Sehnsüchte sind schön und gut aber irgendwann habe ich wieder meinen Kopf einschalten müssen. Meine Freunde haben gesagt: "egal was du gerade erlebst, lass es sein, es tut dir nicht gut" mir war es selbst nicht klar und ich habe auf meine Freunde gehört und jetzt geht es mir besser. Ich bin wieder in die Realität zurückgekehrt.
 
  • #16
Wenn ich in Zukunft mal wieder unglücklich verliebt bin, werde ich an diesen Mann und seine Frau denken und wieder sagen: SO muss Liebe sein. Das kann helfen, sich von Männern, die einem nicht gut tun, schneller Abstand nehmen zu können.
Was hier unter #2 beschrieben wird, ist etwas ganz anderes, als das, was die FS erlebt: Die Vorstellung/der Wunsch, jemanden zu treffen, der sich SO verhält, wie @Cassel das beschreibt, ist gesund und normal. Sich an guten Beispielen zu orientieren, das haben wir schon als Kinder gelernt.

@irland hingegen hängt sich an einen Traum, den sie - auch wenn sie das hier leugnet - gerne selbst leben würde; mit ihm und sonst mit niemandem. Sie wird sich in ihrem Wunsch, genau IHN zu bekommen, selbst ein Bein stellen. Niemand sonst wird ihm das Wasser reichen können … sie verschwendet ihre Zeit und bleibt am Ende allein.
 
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