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Gast

  • #1

Kann eine Beziehung mit einen unpolitischen Menschen gutgehen ?

Ich habe bei EP eine nette Frau kennen und lieben gelernt, leider ist sie aber absolut unpolitisch und für mich ist Politik mein ganzes Leben. Ich bin Journalist und seit meinen 16 Lebensjahr politisch aktiv.

Kann dies gutgehen ?
 
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Gast

  • #2
Willst du mit deiner neuen Partnerin eine politische Partei gründen oder eine Beziehung?

Ich würde mich als deine Partnerin eher fragen wo ich noch einen Platz bei dir habe, wenn Politik bereits dein ganzes Leben ist.

w45
 
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Gast

  • #3
Von deiner Warte aus kann ich das nicht beurteilen, von ihrer Seite wäre es für mich ein Graus.
 
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Gast

  • #4
Ich halte mich auch für eine eher unpolitische Frau. Nicht uninteressiert, aber politisch inaktiv. Mit einem politisch sehr aktiven Mann würde ich mich glaube ich nicht wohlfühlen können, d.h. auch von meiner Seite aus kann ich mir da keine Beziehung vorstellen. Dir werden anregende Diskussionen fehlen, ihr werden ihre "Defizite" bewusst werden und beide sind nicht zufrieden.
Ich will aber nicht ausschließen, dass ihr (mit der Zeit) damit umgehen könnt, die Politik ausklammert und andere Gemeinsamkeiten auslebt.
 
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Gast

  • #5
Du liebst sie doch! Wo ist dein Problem? Anscheinend hat es dich nicht gestört, dass sie politisch nicht interessiert ist, als du sie kennen gelernt hast. Wo steht, dass man immer alle Interessen teilen muss? Wenn sie sonst deine Traumfrau ist, dann sei froh.
 
  • #6
Wenn dir Politik so wichtig ist und du so aktiv bist, ist es schwierig mit einem unpolitischen Partner. Vor allem wenn du das Bedürfniss hast sie zu überzeigen und mit deinen Meinungen zu bekehren. Wenn du sie leben läßt und es für dich ok ist, dass sie in dem Punkt eben eine andere Meinung hat als du, ok. Es geht um Tolleranz und Akzeptanz. Wenn du nach dem Motto "leben und leben lassen" agieren kannst kann das gut gehen. Mein Mann hat eine deutlich andere politische Auffassung als ist und das spielt in unsere Ehe keine Rolle weil wir Beide niemanden bekehren wollen und das Thema in unserem Leben eh eine eher untergeordnete Rolle spielt. Aber das kannst du nur für dich alleine entscheiden. Wenn es dich jetzt schon stört wird das auf alle Fälle schlimmer
 
  • #7
Die Frage kannst nur Du selber beantworten. Es kommt darauf an, ob dieser Aspekt Dir so wichtig ist, dass Du ihn mit Deiner Partnerin teilen können willst. Wobei ich denke, dass diese Konstellation zumindest konfliktfreier sein dürfte als wenn die Frau ebensosehr politisch interessiert wäre wie Du, aber ganz andere Ansichten hätte. (Ich rede da insofern aus Erfahrung, als ich mit einer unpolitischen Frau eher etwas anfangen könnte als mit einer, die ganz andere Ansichten hat als ich. Wer wie ich politisch rechts steht, hat es nicht immer einfach - die meisten Leute, insb. in den urbanen Schichten, sind heutzutage links.) Die Frage ist darum v.a. auch, was euch sonst noch verbindet bzw. was für Interessen Du ausserhalb der Politik sonst noch hast.
 
  • #8
Mit Sicherheit ist dies eine sehr große Hürde. Ähnlich wie bei Paaren wo einer aktiv Sport betreibt und der andere nicht.
Ich möchte für meinen Geschmack keine unpolitische Partnerin.
Interessant wäre aber auch noch zu wissen in wie fern und wie viel Zeit Du für deine politischen Aktivitäten aufwendest.
 
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Gast

  • #9
Kann gut gehen !
Nicht alle haben gleiche Interessen, man muss nur bereit es aufzunehmen und wollen.
Wenn du sie an die Thematik ranführst und sie Einblicke in Hintergründe und Zusammenhänge gewinnt, wird es schon Spass machen.
Es kann eine spannende Zeit sein, von einander zu lernen; zu geben und zu nehmen.
 
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Gast

  • #10
schließe mich 4 an. Viele Menschen die sich als politisch definieren leben nach dem Motto "Neben meiner Meinung gilt keine Meinung". Ich halte mich auch für unpolitisch und habe nach der mehrjährigen ehrenamtlichen Teilnahme an und Organisation von Demos, Umweltveranstaltungen und diversen Gesprächen mit Deinen Kollegen in privater Runde, auf Vorträgen und Diskussionsveranstaltungen ein sehr negatives Bild von der Masse an "Salon-Linken", die ihren Lebensunterhalt u.a. mit einer netten Erbschaft bestreiten und noch nie eine Fabrik oder eine Baustelle von innen gesehen haben. Weltverbesserer sind mir inzwischen ein kalter Graus, vor allem die welche meinen zu allem immerzu eine Meinung haben zu müssen. Gespräche über das was in der Welt vor sich geht führt doch mehr oder weniger jeder und glaub mir, meine bisher ebenso unpolitischen Partnerinnen betreiben sinnvolere Gesellschaftsarbeit als so mancher Dauerredner. m 42
 
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Gast

  • #11
Mit Sicherheit will ich sie nicht politisch umerziehen oder auch sonst nicht. Ich glaube dies wird eher den Frauen zu Buche geschrieben.Gleichwohl leben wir ja in einer Demokratie und haben ein Recht auf Meinungsfreiheit und dies seit 1949. Meine Bedenken gehen eher dahin, dass alle meine Freunde politisch sehr engagiert sind und sie sich in meinen Bekanntenkreis eventuell nur langweilt. Schließlich sind meine Freunde auch ein Teil von mir, so wie ihre Freunde ein Teil von ihr ist.

Der FS
 
  • #12
Ich plädiere ja immer dafür, dass man ähnliche Ansichten und Wertvorstellungen haben muss, und das schließt für mich zumindest eine grobe Ähnlichkeit der politische Richtung ein.

Zudem sollte man auch ähnliche Freizeitinteresse und Schwerpunkte haben. Ein Mensch, dessen gesamter Freundeskreis sich um Politik dreht, kann dahingehend schwierig sein. Politische Denkweise ist stark anders als zum Beispiel eine pragmatische Denkweise. Ich könnte mir, dass Dir mit der Frau schnell langweilig werden würde, wenn sie nicht ewige politische Diskussionen mitträgt, und ich glaube, die Frau würden die ewigen Diskussionen schnell überdrüssig werden.

"Politisch sehr engagiert" ist ja meist nicht neutral, sondern eben in eine ganz bestimmte Richtung aktiv, mit festen Überzeugungen -- das muss schon übereinstimmen, wenn es überhaupt gehen soll. Ein unpolitischer Mensch, der noch dazu eine andere Meinung hat, das wird gar nicht funktionieren.
 
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Gast

  • #13
Gerade extrem unterschiedliche Meinungen sind auf Dauer nicht tragbar. Ich könnte niemals etwas mit einen Menschen gemeinsam haben, der sich im rechten Flügel befindet. Hat irgendwas mit gelebter Demokratie zu tun und gerade dieses extrem kann dies nicht ertragen, wenn man eine andere Meinung vertritt. Das hat für mich nichts mit Meinungsfreiheit zu tun.

Der FS
 
  • #14
@#12: Ich selbst bin liberal-konservativ und könnte genau umgekehrt niemals mit einem Menschen des linken Flügels etwas anfangen. Dabei bin ich eigentlich sehr unpolitisch -- zwar durchaus interessiert an gesellschaftlichen, politischen, religiösen, wirtschaftlichen Themen, aber eben eher pragmatisch und nüchtern als mit Inbrunst politisch motiviert.

Ich glaube, Du hast es Dir letztlich schon selbst beantwortet: Du brauchst eine politische Partnerin, die obendrein mit demselben Flügel liebäugelt.
 
  • #15
Gerade extrem unterschiedliche Meinungen sind auf Dauer nicht tragbar.
ich hab die frage gelesen und mir gedacht

a) braucht es eine partnerin mit verschiendenen ansichten damit es nicht langweilig wird

b) braucht es eine parternin mit gleichen ansichten damit keine konflikte entstehen ?

aber es braucht doch ein weder noch, was haben denn politische meinungen damit zu tun, ob man mit jemand in einer partnerschaft leben kann ? gut, nicht extrem rechts, nicht extrem links - aber das og zitat gibt schon zu denken

aber ist das das eigentliche problem: ich glaube, du suchst in deiner partnerin eine unterstützerin für deine politische arbeit.
 
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Gast

  • #16
Politische Einstellungen sind immer der außengerichtete Spiegel zentraler Werte und Normen einer Person, insofern gibt es den Status "unpolitisch" eigentlich nicht. Auch "Beliebigkeit" oder Desinteresse drücken schließlich durchaus politische Positionen im Sinne eines Verständnisses von Gesellschaft aus, nämlich die Bereitschaft, Verantwortung ohne jeden Sinn und Verstand wahllos an andere abzugeben. Das wäre nichts für mich ... worüber sollte man sich mit einem Menschen unterhalten, dem letztlich alles egal ist/sein muss?
 
  • #17
Ich glaube, dass es nicht wirklich passt, wenn der eine sich für politisch engagiert hält oder ist - und der andere eben nicht.

By the way: Ich erlebe journalistische Arbeit - zumeist - nur als opportunistisches Mainstream-Geschreibe. Welcher Journalist hat vor 2, 3, 4, 5 Jahren sich mal ernsthaft über die Verschuldung von Deutschland oder anderen europäischen Staaten mokkiert, obwohl auch zu dem Zeitpunkt die Mastricht-Kriterien längst ignoriert wurden. Rechtzeitige Kritik und Aufklärung des nicht ökonomisch ausgebildeten Teils der Bevölkerung wäre durchaus angezeigt gewesen. Nur ein Beispiel für viele. Ich kenne durchaus ein paar Journalisten, die sich mitunter auch ehrlich zu ihrem Job äußern. So sonderlich politisch können diese Menschen gar nicht sein - sonst dürfen sie sich eine neue Redaktion suchen.
 
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Gast

  • #18
Politische Einstellungen sind immer der außengerichtete Spiegel zentraler Werte und Normen einer Person, insofern gibt es den Status "unpolitisch" eigentlich nicht. Auch "Beliebigkeit" oder Desinteresse drücken schließlich durchaus politische Positionen im Sinne eines Verständnisses von Gesellschaft aus, nämlich die Bereitschaft, Verantwortung ohne jeden Sinn und Verstand wahllos an andere abzugeben. ...
Das sehe ich gar nicht so, es gibt mehr als genug Stammtischbrüder die gerne endlos politisieren , weil das unverbindlich ist und noch lange keine Verantwortung für Staat & Gesellschaft ausdrückt. Ich rede ungern über Politik mache aber brav meine Kreuzle und lese Zeitschriften von weit links bis weit rechts. Viele Leute die sich für politisch halten repetieren bloss die Botschaften ihrer Lieblingspostille, da gibts den Herrn Welt & die Frau Zeit......ich such ein Fräulein Kunterbunt

M52
 
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  • #19
Vielleicht entdeckt sie aber auch durch dich ihr politisches Interesse? Ist ja in einer Beziehung oft so, dass man sich nach und nach auch für die Hobbies des anderen begeistern kann.
 
  • #20
@16: Richtig! Der Journalismus ist grossmehrheitlich links weichgespült und gemainstreamt. Dass es andere Meinungen geben könnte, kommt vielen Journalisten gar nicht in den Sinn. Der FS sollte eigentlich keine Probleme haben, eine passende Partnerin zu finden - im eigenen Beruf!