G

Gast

  • #1

Kann eine extreme Fernbeziehung über 600 km funktionieren?

Ich wollte fragen, welche Erfahrungen ihr mit einer extremen Fernbeziehung von über 600 km habt.

Seit kurzem bin ich (37) mit einem Mann (40) zusammen, den ich seit 20 Jahren kenne und dessen Eltern bei mir im Ort wohnen. Wir können uns in etwa alle zwei Monate sehen und in den Urlauben.

Meistens wird er mich besuchen, da es bei mir finanziell schwieriger ist.

Zusammen ziehen werden wir nicht können, da mein Kind erst 10 Jahre ist und er hier in der Gegend keinen Job finden kann.

Wir telefonieren fast täglich, jedoch ist er ein ziemlich schweigsamer Mann.

Kann dies auf Dauer funktionieren?

Und was haltet ihr von dem Vorurteil, dass sich bindungsängstliche Menschen gerne Fernbeziehungen suchen? Ich habe manchmal Angst, an ein solches Exemplar geraten zu sein, da er den Schwerpunkt in seinen vorigen Beziehungen eher auf seine Hobbys gelegt hat und nicht gerne Zukunftspläne schmiedet.
 
G

Gast

  • #2
Ich freue mich selbstverständlich auch über Antworten von Lesern, die noch keine persönliche Erfahrung mit Fernbeziehungen gemacht haben. Eure Einschätzung würde mich trotzdem freuen.

FS
 
G

Gast

  • #3
Und was haltet ihr von dem Vorurteil, dass sich bindungsängstliche Menschen gerne Fernbeziehungen suchen? Ich habe manchmal Angst, an ein solches Exemplar geraten zu sein, da er den Schwerpunkt in seinen vorigen Beziehungen eher auf seine Hobbys gelegt hat und nicht gerne Zukunftspläne schmiedet.
Es ist doch ganz normal, dass er als Mann den Schwerpunkt auf seine Hobbys gelegt hat. Zukuftspläne zu schmieden ist in den meisten Fällen sowieso nicht besonders clever - in dem Alter lebt man lieber im Jetzt.

Niemand bindet sich gerne, außer es sein muss. Jeder noramle Mensch neigt dazu, den einfacheren Weg dem komplizierten vorzuziehen, soweit es möglich ist. Und allein zu leben ist viel einfacher als in einer verpflichtenden Beziehung.

Gehe davon aus, dass auch in seiner Gegend jemanden hat. Vielleicht nur für Sex. Aber du bist mit Sicherheit nicht die einzige Frau, mit der er sich trifft. Das ist der Vorteil einer Fernbeziehung.

w, 43
 
G

Gast

  • #4
Er hat definitiv keine Frau nebenbei. Er ist mehr der Typ "schweigsamer Einzelgänger" und hatte erst zwei Beziehungen in seinem Leben (jeweils 3 Jahre). Die meiste Zeit hat er alleine gelebt und wollte keine Beziehung.

2 x Woche und das Wochenende ist mit seinem Hobby durchgeplant.

Die FS
 
G

Gast

  • #5
Du kennst seit 'kurzem' einen Mann und Ihr seht Euch, der Entfernung wegen nur alle zwei Monate.
Wie kurz genau kennt Ihr Euch denn jetzt?

Bei so wenigen Treffen ist noch gar keine Beziehung entstanden. Das einmal als Erstes.

Er kann also nicht zu Dir ziehen, da er dort keine Arbeit findet .... soweit, so klar.
Du könntest jedoch zu ihm ziehen, dem steht auch ein 10jähriges Kind nicht entgegen.

Jede Beziehung braucht eine Perspektive. Ich glaube nicht, dass dieser Zustand Jahre, mit so seltenen Treffen und einem recht schweigsamen Menschen, andauern kann.
 
G

Gast

  • #6
Ich kenne ihn seit 20 Jahren, er war vorher mein bester Freund. Wir haben uns auch als Freunde regelmäßig getroffen, wenn er seine Eltern besucht hat. Ich kenne ihn daher sehr gut. Er ist vom Typ her sehr treu, aber hat dennoch Angst vor enger Bindung. Dies hat aber nichts damit zu tun, dass er sich mit anderen Frauen treffen möchte.

Mein Kind möchte ich nicht entwurzeln. Was ist wenn die Beziehung nicht klappt.

Wir werden uns perspektivisch selten sehen, dafür wird die Zeit am Stück länger und intensiv sein.

FS
 
G

Gast

  • #7
Niemand kann in die Zukunft schauen und es liegt ganz allein bei dir und deinem Freund wie ihr weiteres Leben und eure Beziehung gestaltet.

Natürlich kann man jetzt alle möglichen Bedenken haben:
* Entfernung
* wenig gemeinsame Zeit
* finanziell bei dir eher eng
* 40jähriger Mann immer noch ohne nennenswerte Bindungen
* berufliche und örtliche Gebundenheit
* Intensive Hobbypflege seinerseits
* du mit all deinen Bedenken

Aber - das kann alles oder nichts bedeuten.
Du scheinst dir ja eine engere Beziehung zu wünschen. Aber was, wenn er den Weg nicht mitgeht? Und zwar ganz bewusst. Nicht weil er bindungsängstlich ist, sondern den ganzen Beziehungsbrimborium nicht will und nicht braucht. Er scheint sich in seinem Leben ja gut eingerichtet zu haben. Könnte er Alltag mit einer Frau und einem Kind überhaupt leben? Oder ist es besser unter diesen Umständen eine Fernbeziehung zu haben? Der Antrieb die Beziehung enger werden zu lassen muss schon von ihm selbst kommen. Als schau doch erst mal, wie es sich entwickelt.

Für den noch frischen Anfang rate ich dir nicht jetzt schon die ganze Beziehung mit ihm gedanklich durchzuspielen. Sondern überlege dir ob es jetzt und hier für DICH passt. Ihr habt alle Chancen der Welt etwas Schönes daraus zu machen.

m
 
G

Gast

  • #8
Naja, dann passt es auch so.

Für ihn ist seine Arbeit (und evtl. Hobbys) wichtiger und für dich ist dein Kind wichtiger.

Was soll er von einer evtl. Bindung haben? Er wird dadurch nur verlieren und nichts gewinnen.

Und dein Kind hat davon auch nichts.

Warum also nicht so belassen, wie es ist?

Dein Problem liegt wo anders: Du bist mit diesem Mann emotionell mehr beschäftigt als er mit dir. Was ist z.B. mit deinen Hobbys?
 
G

Gast

  • #9
Wichtig ist allein, ob DU damit leben kannst, er kann es offensichtlich, von seiner Seite sind also keine Klagen zu erwarten, die dann in eine Trennung münden könnten.

Es gab Jahre, in denen ich meine Liebste nur an ca. 30 Tagen gesehen habe, das ist kaum mehr als andere Leute zusammen Urlaub machen. Letzteren gab’s schon mal sowieso nicht. Kann man alles aushalten, eine gewisse Zeit lang. Jedenfalls so lange, bis Dein Kind flügge wird und Du mit ihm an einen Ort ziehen kannst, an dem "er" Arbeit hat oder findet.
 
G

Gast

  • #10
Natürlich hat unsere Fernbeziehung auch Vorteile: Ich kann meinen Alltag mit Kind weiterleben, er kann weiterhin tauchen und zum Sport gehen. Unsere Liebe bleibt länger frisch.

Sorgen mache ich mir eher wegen der Kommunikation. Mein Freund ist wirklich sehr liebevoll, kann dies nur nicht gut in Worten ausdrücken. Er sagt oft "Ich liebe dich", aber er redet sonst nicht über persönliche Dinge oder Gefühle. Die meiste Zeit rede ich und wenn ich ihn etwas frage, entsteht oft eine lange Pause. Das liegt jedoch nicht an mir, sondern war schon immer so bei ihm.
Kommunikation soll jedoch bei Fernbeziehungen extrem wichtig sein, habe ich oft gehört.

Und ich weiß, dass seine beiden vorherigen Beziehungen (keine Fernbeziehungen) in Sprachlosigkeit endeten. Er ist dann gegangen und es schien nichts weiter in ihm auszulösen. Natürlich möchte ich vermeiden, dass es bei uns auch so weit kommt.

FS
 
G

Gast

  • #11
Fragestellerin, Du unterliegst dem Irrtum vieler Menschen, die glauben, Liebe 'hält länger' wenn man sich seltener sieht - dem ist nicht so!
Es kann auch - und das ist nicht selten - das Gegenteil der Fall sein.

Kommunikation ist in einer Fernbeziehung natürlich wichtig, da sie die Verbindung herstellen muß, die man nicht durch gemeinsam gelebte Zeit/Alltag hat, ersetzen muß. Der Fernpartner sollte genauso intensiv am Leben teilhaben können, als ob er da wäre.
Ist das nicht der Fall, löst sich die Beziehung nach und nach auf.

Ein Kind kann im Alter von 10 Jahren (und auch später) sehr wohl und sehr gut neue Wurzeln schlagen!
Wichtig wäre - Du stehst hinter einer Entscheidung zu einem Umzug und hast Möglichkeiten, den Leben an einem neuen Wohnort entsprechend Deinen Vorstellungen zu gestalten.
 
  • #12
Liebe Fs,

als FB-Erfahrender muss ich Dir sagen- das wird eher schwierig werden. nicht wegen der Entfernung, mit dem Flieger ist das auch nur eine Stunde. Sondern wegen der Frequenz des sehens. Alle zwei Monate plus die Urlaube ist definitiv zu wenig.

FB kann nur als echte Beziehung besonders am Anfang nur funktionieren wenn man sich möglichst jedes WE sieht, plus tägliche telefonate- aber dann echte telefonate und anschweigen!
 
G

Gast

  • #13
Fragestellerin, Du unterliegst dem Irrtum vieler Menschen, die glauben, Liebe 'hält länger' wenn man sich seltener sieht - dem ist nicht so!
Es kann auch - und das ist nicht selten - das Gegenteil der Fall sein.
Ich hatte eine 7-jährige Fernbeziehung. Ich lebte in Deutschland und er in Schweden.
Klar konnte es nicht ewig dauern. Aber 7 Jahre ist trotzdem sehr viel.
 
G

Gast

  • #14
Und ich weiß, dass seine beiden vorherigen Beziehungen (keine Fernbeziehungen) in Sprachlosigkeit endeten. Er ist dann gegangen und es schien nichts weiter in ihm auszulösen. Natürlich möchte ich vermeiden, dass es bei uns auch so weit kommt.

FS
Liebe FS,

sei bitte nicht so naiv. Du weisst jetzt schon, wie es früher in seinen Beziehungen geendet hat. Egal ob es eine Fernbeziehung ist oder nicht, er ist nicht kommunikation, er kann sich gefühlsmässig nicht äußern, er ist anscheinend ein introvertierter Mensch und wer weis, welche Defizite er noch hat.

Du wirst ihn nie und nimmer ändern können. Warum suchst du dir nicht in deinem Umfeld einen Mann, der das hat, was du brauchst und was dir auch zusteht?

Lass die Finger von diesem Schweiger, es ist verlorene Liebesmüh.

W 49
 
G

Gast

  • #15
Danke für eure Antworten. Vieles hat mich zum Nachdenken angeregt.

Ja, es wird sicher nicht einfach mit einem Mann, der so schweigsam und passiv ist. Aber er ist dennoch ein liebenswerter, zuverlässiger Mensch und kann halt einfach nicht aus seiner Haut. Es gibt doch viele Männer, die ihre Gefühle nicht gut ausdrücken können. Er zeigt dies mehr durch seine Hilfsbereitschaft.

Es ist nicht einfach, als alleinerziehende Frau im ländlichen Gebiet einen netten Mann zu finden. Mein letzter Freund war die Katastrophe, hat sich keinen Job gesucht und bei mir gewohnt. Ich war froh, als er endlich auszog.
FS
 
G

Gast

  • #16
Liebe Fs,

dann bleib doch Single, oder zieh mit deiner Tochter in eine größere Stadt. Ist eh schon schlimm, dass du ihr den Ex-Freund zugemutet hast.

Meine Devise ist: Mit einem Mann an meiner Seite muss es mir so gut gehen, wie bisher, oder sogar noch besser. Kann er dafür nicht "sorgen" aus welchen Gründen auch immer, bleibe ich lieber Single.

w 49
 
G

Gast

  • #17
Ja, es muss mir besser gehen, mit einem Freund an meiner Seite. Das ist definitiv richtig.

Wenn er mich besucht, ist das auch so. Dann kann er seine Liebe und Aufmerksamkeit auch zeigen. Nur am Telefon und in Gesprächen geht es nicht.

Ich sollte vl noch einen Thread zu Kommunikationsproblemen aufmachen. Wie machen das denn andere Frauen mit schweigsamen Männern? Das kommt doch häufig vor, dass Männer nicht gerne über persönliche Themen, über sich oder über Gefühle reden. Diese Männer bleiben doch nicht alle Single.

FS
 
G

Gast

  • #18
Liebe FS:
ich hatte eine FB mit einem Mann, der immer sehr viel telefonieren wollte, allerdings nicht wirklich eine "verpflichtende Bindung" eingehen wollte. Wir haben uns daher auch zu selten gesehen, eine richtige Vertrauensbasis und Nähe konnte nie entstehen. Er möchte seine Freiheiten nicht aufgeben, lebt so seit über 10 Jahren alleine und hat sich entsprechend eingerichtet. Die angenehmen Dinge, also ab und zu sehen, eine vertraute Telefonbeziehung, wollte er schon haben. Auch ein schwieriger Fall, ich kam damit nicht klar und die Zeit meines Leidens wurde immer grösser und klarer, dass ich nie glücklich werden konnte.
Somit haben sich jetzt unsere Wege getrennt, obwohl er gerne so weiter gemacht hätte. Ich aber nicht, das ganze zog mich nur noch runter.
Hauptproblem ist aber hier die Bindungsunwillig- oder Fähigkeit. Damit wird man nie glücklich, wenn man die Sehnsucht nach Nähe, Verbindlichkeit und Beständigkeit hat.
Wenn er aber auch noch grundsätzlich Kommunikationsprobleme hat, sehe ich das ganze leider unter keinem guten Stern.
W/43
 
G

Gast

  • #19
Wie machen das denn andere Frauen mit schweigsamen Männern?

FS
Wie das andere Frauen machen? Was glaubst du, warum so viele Frauen Single sind? Sie wollen sich die schweigsamen Männer nicht antun!

Aus einem schweigsamen Mann wirst du nie und nimmer einen Redner machen. Entweder du akzeptierst seine Schweigsamkeit, oder du bleibst bei dieser Fernbeziehunge, oder wirst Single.

Es tut mir für dich leid, dass du lieber so unglücklich in einer Beziehung bist, als glücklicher Single. Ich verstehe nicht, warum Frauen sich sowas antun.

w
 
G

Gast

  • #20
600 km sind süß. Meine Partnerin und ich sind über 9000 km voneinander entfernt, und wir werden natürlich zusammenziehen, sobald es möglich wird. Wichtig ist natürlich eine möglichst häufige Kommunikation via Bildtelefon.
 
G

Gast

  • #21
Liebe Fs

an den Kilometern liegt es weniger. Wie habt ihr euch denn ausgewählt ? Bei mir war es RL und wir wussten nicht wo der andere gerade wohnt oder arbeitet. Das stellte sich dann als hinderlich heraus.
Man muss Gemeinsamkeit planen und anstreben.

Warnzeichen sind:
Er sucht nicht aktiv mit nach einer Lösung. Ihn interessiert überhaupt nicht dass du zuwenig Mittel hast um ihn zu besuchen. Dafür kann er ja dann wählen zu dir zu reisen.

Er lässt dich mit deinem Leben allein. Dein Leben, dein Kind, deine Urlaube, deine Freunde. Alles läuft wie auf zwei getrennten Schienen. Kein gutes Zeichen.

Er reagiert abwehrend auf deine Versuche künftig in seine Stadt zu ziehen.

Er unterstützt dich weder bei Jobsuche, d.h. er will dich gar nicht näher kennenlernen. Du sollst da bleiben wo du bist...

Menschen, die sowieso nichts Beziehungsmäßiges vorhaben wollen die Distanz erhalten.
Jemand der sich verliebt hat leidet unter der Distanz und wird alles tun damit es nicht dauerhaft getrennt bleibt.
 
  • #22
Ich bin Fernbeziehungsopfer. Und ich hasse es. Temporär ist das schon ok, wenn der Partner vier Monate ins Ausland muss, dann kann man damit leben. Aber auf Dauer... Meine Probleme damit:

- Unter der Woche lebt man wie ein Single, ohne die Vorteile des Singledaseins genießen zu können.
- Stundenlange Telefonate als Ersatzbefriedigung.
- Hobbys, die am Wochenende stattfinden, sind kaum machbar, wenn der Partner nicht mitzieht, schließlich ist das Wochenende Pärchenzeit.
- Ständiges Koffer packen, Zug fahren, etc
- Man lebt aneinander vorbei, weiß kaum noch etwas über den anderen.

Es kombiniert die Nachteile des Singledaseins mit denen einer Beziehung.

Aber wenn irgend eine Hoffnung besteht, zum Beispiel weil eh ein Schulwechsel ansteht, dass ein baldiges Zusammenziehen möglich ist, kann man es durchaus probieren. Oder man geht von vornherein keine feste Beziehung mit Besitzansprüchen ein.