• #1

Kann eine offene Beziehung dauerhaft halten?

Ich frage mich, ob eine Partnerschaft, die aus zwei promisken Menschen besteht, die regelmäßig gemeinsam Gruppensex und Partnertausch z. B. im Swingerclub betreiben, auf Liebe beruht und dauerhaft funktionieren kann.

Hat jemand Erfahrungen?
 
S

Sophia45

Gast
  • #2
Hi Anabel, wenn es Menschen sind, die Liebe und Sex gefühlsmäßig komplett trennen können, dann kann es bestimmt "funktionieren" - wobei mir nicht klar ist, was du mit "funktionieren" in dem Kontext meinst. Eine gewisse Oberflächlichkeit (oder Abstumpfung?) der Gefühle beim Sex ist vielleicht auch hilfreich um mit so einem Wirrwarr gut klar zu kommen. Ist ganz bestimmt nicht für jeden erstrebenswert. Ich persönlich würde lebenslanges Zölibat vorziehen.
 
  • #3
Liebe Anabel,
funktionieren kann das sicherlich schon, solange diese Lebensweise von vorneherein offen kommuniziert wird und keiner den anderen hintergeht. Ob solch eine Beziehung aber auf wirklicher, echter Liebe beruht ist für mich allerdings eher fragwürdig...
Ich kann natürlich nur für mich selbst sprechen, aber für mich gehören Liebe und der Wunsch, den Partner nicht teilen zu wollen, bzw. niemanden anderen zu begehren unweigerlich zusammen!

w, 28
 
  • #4
Danke für eure Antworten!

Ich befinde mich gerade in einem Abnabelungsprozess von meinem Ex, der nach über 2 Jahren die Beziehung beendete mit der Begründung, dass ich seine sexuellen Wünsche nicht erfüllen konnte bzw. wollte. In dem Trennungsgespräch teilte er mit, dass seine ganzen Exfreundinnen mit in den Club gegangen wären. Ich war die Erste, die das nicht machte und er merkte wohl, dass er nicht verzichten kann bzw. will.

Komisch ist, dass alle vorherigen Beziehungen immer höchstens ein Jahr gehalten haben. Nun ist er wieder mit einer Frau zusammen, die ebenfalls offen ist.

Deshalb meine Frage, ob promiske Menschen evtl. beide Formen von Beziehungen nicht hin bekommen.

Ich hänge noch an ihm und grübele halt ständig darüber nach.
 
  • #5
Ich würde hier den Swingerclub als sein Hobby betrachten, auf das er nicht verzichten will. Dazu braucht er eine Frau dabei, weil die Betreiber m.W. keine Single-Männer herein lassen.
Als Liebe würde ich das nicht bezeichnen, sondern ein Paar mit dem selben Hobby.
Wenn dieser Mann sich deswegen von der FS Anabel trennt, weil sie dieses Hobby nicht teilt, dann frage ich mich, wie groß seine Liebe zu ihr ist.... oder je war ?
 
  • #6
Ja, das scheint es zu geben. In meinem weiteren Bekanntenkreis ist ein Pärchen, das regelmäßig Swingerclubs besucht, offen dazu steht und schon fast 10 Jahre zusammen sind.

Ich habe mich gelegentlich mit ihnen interessehalber über dieses Thema unterhalten, sie versichern glaubhaft einander innig zu lieben.

Allerdings verbuche ich dies unter Ausnahmeerscheinung, ich persönlich könnte es nicht ertragen zu sehen (oder zu wissen) wie meine Partnerin mit anderen Männern (oder auch Frauen) intim wird. Diese Einstellung teile ich wohl mit den meisten Menschen.
 
  • #7
Ein mit uns befreundetes Paar lebt so, sie wirken sehr harmonisch und liebevoll miteinander - inzwischen seit fast fünf Jahren. Sie unterstützen sich im Alltag, haben ein größeres gemeinsames Hobby, auf den ersten Blick unterscheidet sie nichts von anderen Paaren.
...nur dass sie regelmäßig andere Paare oder Einzelpersonen treffen, privat oder in Clubs, und diese Abenteuer genießen.
 
  • #8
Dass er sich da trennt, ist durchaus nachvollziehbar-ihr seid nicht kompatibel. Er hat sich von dem Modell Eine-für alles-für immer emanzipiert und will sicher nicht wieder zurück in die Monogamie-Falle. Du dagegen fühlst dich nur dann wohl, wenn ihr lebenslang exklusiv seid-mit allen Konsequenzen, wenn es dereinst mal nicht mehr so rund laufen sollte im Bett. In guten wie in schlechten Zeiten.

Das ist ein Bereich, der essentiell ist in der Beziehung. Alle anderen möglichen Unterschiede (Hobbys, Musikgeschmack, Reisen,...) sind dagegen wesentlich leichter ausgleichbar.
 
G

Gast

Gast
  • #9
Vielleicht sollte man mit Blick auf Statistiken und unsere persönlichen sicher ähnlichen Erfahrungen sagen:

'Da klassische/monogame Beziehung statistisch dazu tendieren, (eher) früher oder (als) später zu enden und nur ein winziger Bruchteil an Paaren tatsächlich bis zu ihrem Tod [glücklich] zusammen bleiben, wäre es interessant in die Zukunft zu blicken, um dort zu erfahren, wie andere Beziehungsformen aussehen könnten, bzw. aussehen werden. Oder ob die klassische/monogame Beziehung in ihrer heutigen Form zukünftig sogar zu einer Randerscheinung wird. Und ob diese (zukünftigen Beziehungen) länger Bestand haben, als die uns bekannte, gängige/klassiche/monogame Beziehung, die nach 3 - bis 7 Jahren wieder endet.'

Die Wahrscheinlichkeit, dass eine heutzutage 20 jährige Frau den Freund den sie liebt (und der sie liebt), heiratet und den Rest ihres Lebens mit ihm verbringt, ist verschwindet gering. Das passiert sehr selten. Trotzdem leben und erleben wir gut funktionierende und leidenschaftliche/erfüllende Beziehungen genau unter dieser Prämisse.

Was toll ist.

Ich selbst mache das nicht anders. Ich hoffe, dass ich meine Freundin immer genau so lieben werde wie jetzt, und sie mich. Dann würden wir tatsächlich sehr lange/für immer zusammen bleiben. Obwohl wir doch alle eigentlich wissen, dass es stets Lebensabschnittspartner sind.

Wir fühlen das zwar nicht, aber wir wissen es irgendwie oder gehen zumindest davon aus, dass es wahrscheinlich ist, dass wir eben nicht bis zu unserem Lebensende mit unseren PartnerInnen zusammen bleiben werden.

Vor allem eher konservative Frauen wehren sich kategorisch gegen diesen Fakt. Ich glaube es geht hierbei auch eher darum, dass man sich in der Gegenwart, in diesem Augenblick theoretisch alles mit demjenigen den man liebt vorstellen könnte. Und dementsprechend sagt man (und glaubt) 'Wir bleiben für immer zusammen. Wir werden uns immer Lieben.' Das ist eher Ausdruck unserer momentanen Gefühlslage und der Intensität der Liebe die wir nie missen wollen. Aus der Momentaufnahme heraus betrachtet erscheint das das einzig Richtige und Vernünftige zu sein. Man kann und will nichts anderes sagen oder sich vorstellen.

Doch die Realität hat, wie wir alle wissen, fast immer ganz andere Pläne und macht sich sogar etwas über unsere naiv-romantischen Vorstellungen lustig.

Meine Erfahrung: Liebe ist sehr vergänglich. Daher auch so unglaublich kostbar. So wie das Leben selbst.
 
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