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Gast

  • #1

Kann es sein, dass viele Menschen ihre Beziehungen viel zu früh aufgeben?

Ich höre immer wieder von den abstrusesten Trennungsgründen und frage mich oft, hätte man da nicht erstmal drüber reden können? Ich habe das Gefühl, dass Beziehungen heutzutage viel zu schnell weggeworfen werden.
 
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Gast

  • #2
Ich kenne das so, dass die genannten Trennungsgründe oft einfach nicht wirklich zur Trennung geführt haben, sondern halt die Fässer abschließend zum Überlaufen gebracht haben.

Beziehungen enden ja nicht über Nacht. Das Interesse verlässt die Partner (bzw. normalerweise ja nur einen von beiden) schleichend. Oft bemerkt es der andere überhaupt nicht bzw. rationalisiert es weg. Irgendwann ist einer bereit, die Beziehung zu beenden.
Und da ist dann jeder "blöde" Grund recht.
Auch, wenn man vor acht Wochen darüber vielleicht noch gesprochen oder sogar gelacht hätte ;)
 
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Gast

  • #3
ich habe das auch schon oft gedacht, dass manche Menschen einfach viel zu wenig kommunizieren, sich Probleme anstauen und dann irgendwann nicht mehr zu bewältigen sind. Manchmal scheint dann ein radikaler Bruch einfacher als den Konflikt auszutragen.
 
  • #4
1) Zunächst denke ich, daß die Analyse von #1 richtig ist. Der akute Grund, der das Fass zum Überlaufen bringt, ist nicht unbedingt der wahre Grund für die Trennung, sondern einfach nur Anlaß.

2) Zweitens glaube ich, daß man als Außenstehender selten die wahren Gründe erfährt. Selbst wenn der Freund ehrlich berichten will, ist er immer gefangen in dem, was er sich zurechtgelegt hat, was er glaubt, daß zur Trennung geführt habe und so weiter. Da ist es schlecht, drüber zu urteilen!

3) Häufig wissen nicht einmal die Betroffenen selbst genau, was zur Trennung geführt hat oder kommunizieren es zumindest nicht.

Ich habe letztens einen Fall erlebt: Der Bekannte erzählte lange von allen möglichen Alltagsgründen, bis wir schließlich am fortgeschrittenen Abend dem Kern näher kamen: Seine Liebe war schon lange erloschen, er konnte sich gar nicht mehr vorstellen, zusammen mit ihr alt zu werden, sich auf sie zu verlassen. Und dass, obwohl nichts Tragisches vorgefallen war. Nach außen hätte man jetzt aber erst einmal eher von all ihren Macken erfahren als von seiner mangelnden Liebe. Tja, so ist es manchmal.

Auf der anderen Seite gebe ich dem Fragesteller schon recht, daß viele Beziehungen heute nur noch für Sonnenschein gemacht zu sein scheinen und das Durcharbeiten und Besprechen von Problemen und Sorgen immer seltener wird. Viele Probleme ließen sich durch gute Kommunikation vermeiden oder lösen.
 
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Gast

  • #5
Ja, die Kommunikation schläft ein. Aber ich denke, es liegt nicht so sehr an mangelnder Kommunikationsfähigkeit wie einfach an mit den schwindenden Gefühlen unweigerlich auch schwächer werdenden Kommunikationsbereitschaft.
Und letztendlich gibt es keinen Antrieb mehr, die Beziehung zu erhalten und ein letzter kleiner Streitgrund beendet dann alles.

Oder so ;)
 
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Gast

  • #6
Wir befinden uns in einer Wegwerfgesellschaft, die macht auch vor Beziehungen nicht halt. Statt sich die Muße zu nehmen, nach Gründen zu suchen, zu analysieren (manchmal auch nur nachzudenken) und gemeinsam nach einer Lösung zu suchen, zieht man schnell einen Schlussstrich und schaut nach den nächstbesten Gelegenheiten.
 
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Gast

  • #7
Ich gebe #5 recht. Gerade erst erlebt mit einem Kontakt aus Elite-Partner. Mir ist Familie sehr wichtig und gebe Chancen, auch wenn es mal kompliziert wird. Wichtig ist es in Kommunikation zu bleiben. Es ist sehr verletztend, wenn der Partner die Beziehung, ohne auf den Konflikt einzugehen, hinwirft und sich gleich nach etwas Neuem umschaut. Da stellen sich doch die Fragen: Wie hat er den Konflikt für sich selbst gelöst und wird es damit in der nächsten Beziehung besser? Möchte er selbst so behandelt werden? MIr fehlt bei solch einer Reaktion der Resept gegenüber dem Partner. Wenigstens sich auseinandersetzen, auch wenn man zu dem Schluß kommt, dass die Beziehung nicht bestehen bleiben kann.
 
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Gast

  • #8
Ich denke das ein Teil der Menschen viel zu schnell Beziehungen eingehen, aus dem Wunsch heraus nicht allein zu sein. Die werden dann auch genauso schnell wieder beendet, mit Kleinigkeiten als Auslöser weil der Wille und die Kraft der Liebe fehlen.

lg F.
 
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Gast

  • #9
In der Zeit um die 40, wenn bei dem Partner erste kleinere "Mängel" da sind, weil sich der Mensch verändert und entwickelt, meinen einige, sie hätten soooo viel verpasst und wollen nun alles nachholen. Leichtfertig werfen sie dann alles über Bord, nur um dann festzustellen, dass man Jugend nicht nachholen kann, sondern das man das momentane Alter gerade so richtig mit Spaß und Energie leben sollte. Ja, leichtfertig wird bei der ersten wirklichen Krise alles aufgegeben.
 
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Gast

  • #10
Auch ich gebe #5 und #6 Recht. Ich beobachte das schon seit langer Zeit, weil auch ich betroffen bin. Nicht, dass ich nicht bereit zur Kommunikation war, im Gegenteil. Für mich ist die Entwicklung unserer Rasse Mensch mehr als erschreckend. Sogar in der Reklame wird mit Seitensprüngen usw. geworben. Es fühlt sich alles so an : Du bist nicht so, wie ich es brauche, also such ich mir was Neues, auch nach 24 Jahren. Und nicht, lass uns sehen, wie wir es hin kriegen, dass wir Beide wieder annähernd so glücklich sind, wie vor vielen Jahren. Ich habe Kinder und ich frage mich, wie die später damit um gehen? Und gerade im Alter, wäre es besonders wichtig nicht auf zu geben, wenn man noch sehr viel für seinen Partner empfindet. Aber es ist alles zu anstrengend. Eine Geliebte löst dann die Probleme, zumindest für den, der nicht reden will.