• #1

Kann es sexuelle Kompromisse gegeben?

Angeregt von einem anderen Thread, in dem eine junge Frau mit den Wünschen ihres Partners, sie zu teilen, nicht klar kommt, hier meine Frage:
Dort wird gern Reden und Kompromisse Eingehen vorgeschlagen. Aber geht das wirklich? Wenn der Partner Wünsche hat, die einen selbst abstoßen? Wie sehr kann man sich da verbiegen? Wie sehr soll man sich da verbiegen? Im anderen Thread wird die Trennung gern verteufelt: aber wie kann es da weiter gehen? Wenn der eine Partner Wünsche hat, die der andere nicht erfüllen will (ja, auch einfach nur nicht will!), soll der sie dann ewig unterdrücken? Soll der nichtwollende Partner sich überwinden? Oder ewig mit dem Gedanken leben, dass der Partner sich nicht ausleben kann oder sich heimlich seine Wünsche woanders holt? Muss man dem Partner dann außerhäusigen Sex erlauben, obwohl man selbst Treue möchte?
Konkretes Beispiel für die Männer: wenn eure Freundin es erregend fände, wenn ihr vor ihren augen einen andern Mann oral befriedigt - wie kann es dann weiter gehen? Ich habe jetzt dieses Beispiel gewählt, weil es oft die Männer sind, die die unerfüllten Wünsche haben und ihre Freundin überreden wollen - deswegen mal die andere Perspektive ;)
Wenn der Wunsch erst mal ausgesprochen ist - gibt es da nich ein Zurück?
 
  • #2
Ich glaube nicht, daß es sexuelle Kompromisse geben kann. Das ist einfach Inkompatibilität, kommt man manchmal auch erst spät drauf.
 
  • #3
Also eine Beziehung ist mehr als nur Sex und sexuelle Wünsche. Ich hoffe, dass es mehr Menschen so sehen, dass eine gute Beziehung aus Empathie, Verständnis, Geben und Nehmen, Unterstützen,usw. besteht und nicht nur das Bett.
Der Sex ist nur ein Aspekt der Beziehung und hier ist es halt auch so, dass das Leben kein Wunschkonzert ist und ich alles haben kann und darf.
Ich muss halt schauen, ob mir neben der Erfüllung/Nicht-Erfüllung meiner sexuellen Wünsche nicht noch vieles andere wichtiger ist in der Beziehung.
Ich kann von meinem Partner nicht verlangen, schon gar nicht was er nicht will, aber wünschen und bitten schon. Letztlich geht es um das Verstehen und Wissens um die Gründe und/oder bestimmte Phantasien, da keiner mit einem Radar geboren wird bzw. eine funktionierende Glaskugel besitzt, wird deshalb immer Reden empfohlen. Wenn man aber leidet, das die eigenen Wünschen so gar nicht erfüllt werden, dann sollte man sich trennen, doch dies entscheidet auch jeder, unter Prüfung der Rahmenbedingen, für sich selbst.
 
  • #4
..meine Meinung: Da gibt es keine Kompromisse!
Ich kann nunmal mit Dingen wie Swingerclub, Rollenspielen, S/M oder auch Fetischen nichts anfangen - will ich nicht, brauche ich nicht, möchte ich auch nicht ausprobieren, basta.

Wenn andere das reizvoll finden - wunderbar, dann muss man sich halt entsprechend zusammentun, jedem Tierchen sein Pläsierlichen. Aber ich würde mich da nicht verbiegen, um jemandem einen Gefallen zu tun, wenn ich mich dabei unwohl fühle.
 
  • #5
Es ist immer die Frage, wie stark dieser Wunsch ist - ist es nur nach dem Motto; wäre ganz nett es mal auszuprobieren oder ist es wirklich eine Neigung.

Es ist die Frage, wie stark bei dem jeweiligem Menschen der Trieb nach Sex ist.

Bei dem von Dir erwähnten Thread, ist die Situation schon so eingefahren, dass ein Kompromiss sicher kaum noch möglich ist.

Eine Beziehung besteht nicht nur aus Sex aber wenn es im Bett überhaupt nicht paßt, dann zerbricht die Beziehung dran oder es wird eine parallel Geschichte gesucht, die das im Bett bringt, was in der primär Beziehung fehlt. Bei einer Affäre muss der Partner dann aber beide Augen zumachen, denn eigentlich weiß der Partner es immer, wenn er betrogen wird.
 
  • #6
Wenn es um eine bestimmte Grundeinstellung geht oder Wesenszüge wie Leidenschaft oder Interesse am Sex, finde ich Übereinstimmung total wichtig. Ein Mensch, der eher ruhig liebt, unleidenschaftlich und reaktiv, kann einen anderen, der leidenschaftlich ist und aktiv, ganz schön zermürben, weil nie was zurückkommt. Es muss nicht mal sein, dass einer der beiden weniger Interesse am Sex hat. Es gibt halt Verhaltensweisen, die anmachen und die vorhanden sein müssen für BEIDE, wenn das Sexleben über Jahre aktiv sein soll. Ansonsten passiert das, was in so vielen Beziehungen passiert. Nach zwei, drei Jahren hat man keine Lust mehr drauf und denkt, das sei bei allen so.

Ansonsten finde ich, dass nicht alles, was man gern mal probieren würde, auch stattfinden muss.

Wichtig finde ich, dass Sex die gleichwichtige Rolle für beide spielt. Wenn sich nur einer dauernd Gedanken macht, wie man den anderen noch schöner verführen und beglücken kann, und der andere das einfach immer nur konsumiert, wird das schnell dermaßen langweilig.

Was bestimmte Praktiken angeht, ohne die der andere nicht kann, so muss das sicher kompatibel sein. Solche Menschen können ja Sex nur auf diese Weise befriedigend empfinden, und wenn kein spezielles Programm abläuft, passiert nix.

Ich hoffe, dass es mehr Menschen so sehen, dass eine gute Beziehung aus Empathie, Verständnis, Geben und Nehmen, Unterstützen,usw. besteht und nicht nur das Bett.
Das stimmt schon, aber wenn man bedenkt, dass Sex nun mal das einzige sein soll, das wirklich diesem einen Partner vorbehalten ist, so gewinnt doch die Kompatibilität eine schwerere Bedeutung als manch anderer Punkt. (Ich finde aber die Dinge, die Du aufgezählt hast, sehr wichtig. Ich sehe viele Beziehungen, wo schon davon was fehlt.)
 
  • #7
Der Sex ist nur ein Aspekt der Beziehung und hier ist es halt auch so, dass das Leben kein Wunschkonzert ist und ich alles haben kann und darf.
Nein, das Leben ist kein Wunschkonzert, aber ich kann schon steuern, in welche Art von Konzert ich überhaupt gehe... Sex ist nur ein Aspekt in der Beziehung - da gebe ich dir recht. Aber für mich (und viele andere Menschen auch) ist es nicht NUR ein Aspekt, sondern EIN Aspekt. Meint für mich: Bei allen für mich wichtigen Aspekten einer Beziehung mache ich keine Kompromisse bei denen ich mich fühle, als wenn mein gewünschtes Leben an mir vorbeizieht. Für mich gehört Sex (neben anderen Aspekten) zwingend dazu. Auch wenn vieles andere passen würde, ein Partner der sexuell nicht kompatibel ist, käme für mich nicht in Frage. Frust auf beiden Seiten ist doch dann vorprogrammiert und irgendwann leidet die Beziehung. Grundsätzlich muss die Basis in allen für BEIDE wichtigen Bereichen stimmen, dann sind kleinere Kompromisse durchaus möglich und selbst bei hoher Kompatibilität manchmal einfach auch notwendig. Die tun dann aber auch nicht weh ;)
 
  • #8
Konkretes Beispiel für die Männer: wenn eure Freundin es erregend fände, wenn ihr vor ihren augen einen andern Mann oral befriedigt - wie kann es dann weiter gehen?
Dann sollte der Mann ja mal zumindest eine Bi-Neigung haben, dann passt es doch wieder... Ansonsten passt man einfach nicht zusammen, wenn es der Frau für ein befriedigendes Sexleben extrem wichtig ist, das ihr Mann sich mit anderen Männern sexuell vergnügt. Wenn sie es "nur mal so" erregend fände, aber nicht unbedingt zwingend notwendig für ihre erfüllte Sexualität, dann ist es doch kein Problem - da ist ein Kompromiss wohl gut möglich. Zur Frage, ob es nach einem ausgesprochenen Wunsch noch ein Zurück gibt: Es sollte doch in einer Partnerschaft erstrebenswert sein, dass man alle Wünsche, Gefühle und Befindlichkeiten äußern kann - mit allen Konsequenzen. Einfach weil man weiß, es folgt eine respektvolle und liebevolle Auseinandersetzung. Dann braucht man kein "Zurück", dann nennt man das wohl eher Weiterentwicklung :)
 
  • #9
#5 Hatte ich so gemeint, nur # 4 Belladonna hat es auf den Punkt gebracht!
Hier muss man unterscheiden zwischen Neigung: er braucht die Erfüllung der Phantasie unbedingt, so sollte es kompatibel sein oder
es handelt sich um reines Ausprobieren, weil man es als Anregung im Fernsehen gesehen hat. Hier kommt es dann auf die vorgenannten Punkte an, sollte der eine auf den Geschmack gekommen sein und der Andere es ablehnen.
Grundsätzlich sollte es beim Sex neigungs- und temperamentsmäßig und fast deckungsgleich und übereinstimmend sein. Sonst führt dies zu Langeweile, Ablehnung, Frust oder das sich einer verbiegt.
Soviele Kompromisse gibt es im sexuellen Bereich nicht: entweder Ausprobieren und evtl. daran selbst Gefallen finden, sich verbiegen, den/die Partner/in mit Anderen teilen oder trennen.
 
  • #10
Dort wird gern Reden und Kompromisse Eingehen vorgeschlagen. Aber geht das wirklich? Wenn der Partner Wünsche hat, die einen selbst abstoßen? Wie sehr kann man sich da verbiegen? Wie sehr soll man sich da verbiegen?
Mein Bauch sagt mir, ist ok oder ist nicht ok! Ich glaube nicht, wenn die Liebe fehlt, dass es noch sexuelle Kompromisse gibt! Mit Liebe ist ziemlich alles möglich!
 
  • #11
Ich stehe dem besagten Thread sehr skeptisch gegenüber und werte die beschriebenen Vorgänge als selten und nicht allgemein typisch.

Wenn sich zwei Menschen in einer Beziehung auch sexuell kennenlernen, wird einer den anderen (sofern nicht völlig unempathisch) kurzfristig einschätzen können, wie dieser sexuell so "tickt", wo seine Vorlieben liegen und ob das kompatibel mit den eigenen ist - und im Idealfall wird darüber auch gesprochen. Gibt es größere Differenzen, wird die Beziehung vermutlich sehr schnell scheitern.

Daß nach "wir kennen uns schon länger" ein Partner unerwartet und unverhofft eine exotische Neigung wie ein Kaninchen aus dem Hut zaubert, kann ich nicht so recht glauben - oder alle Vorzeichen wurden komplett ignoriert.

Ich kann mir auch nicht vorstellen, daß ein sonst "normaler" Mensch Freude und Befriedigung bei Praktiken empfinden kann, von denen er weiß sein Partner ekelt sich davor.
Also eine Beziehung ist mehr als nur Sex und sexuelle Wünsche.
Sollte so sein, aber da wäre ich vorsichtig. Bei vielen Männern ist gerade die Sexualität eine große Triebfeder - ich würde die Behauptung wagen, daß nicht wenige (ohne diese Intention) eine "gute" Männer-WG einer so-la-la-Beziehung als Lebensmodell vorziehen würden.
 
  • #12
Der praktizierte Sex muß Beiden Spass machen - sonst besser lassen. Oder ändern, damit er wieder Beiden Spass macht.

Sexuelle Kompromisse halten nicht. Weil mindestens Eine/r dabei unzufrieden ist.
 
  • #13
Ist der Unterschied, wie man Kompromisse macht, im Bett so viel anders als in dem Rest der Beziehung. Geht es um...sich gegenseitig KLEINE Wünsche zu erfüllen, ist es letztendlich kein Kompromiss mit Verlust sondern Gewinn auf beiden Seiten.
Ich fahre nicht gerne mit auf einem Motorrad und ich laufe keinen Marathon. In meiner letzten Beziehung, bin ich von mir aus kleine Touren...in Ruhe cruisen mitgefahren. Während er lief, bin ich gewalked oder vor einem rennen mit dem Fahrrad nebenher. Dafür ging er mit mir mal in eine Oper und zum SimpleMindskonzert.
Wer aber nur Motorradfahren will und das ausgesprochen riskant...Urlaube nur mit Bike möglich sind..
Da gibt es keinen Kompromiss und da gibt es : ich tue es ihm zuliebe nicht.Und umgekehrt kann niemand verlangen, dass der Herr das aufgibt.
Beim Sex ist es ähnlich...highheels und Nylons (ich müsste mit lachanfall kämpfen), kann man machen und sich etwas von ihm wünschen auch. Phanatsie aussprechen ist sogar wichtig!
Verbiegen sollte sich niemand!!!
Somit hat jeder das Recht Wünsche zu äussern, niemand aber hat ein recht auf Erfüllung!
 
  • #14
Interessantes Thema!

Ich muss vorab dazusagen, dass ich nicht besonders viel sexuelle Erfahrungen habe. Ich hab schon ungewöhnliche Praktiken ausprobiert, aber insgesamt nur mit wenigen Männern, und mit keinem davon war ich lange zusammen. Auf der Grundlage eben dieser begrenzten bisherigen Erfahrungen würde ich aber sagen: Kompromisse beim Sex? Schwierig!

Grundsätzlich würde ich mich als recht offen bezeichnen. Es gibt wenige Praktiken, die ich wirklich kategorisch ablehne (dazu zählen z.B. Atemkontrolle und alles, was mit erheblichen Schmerzen für mich selbst verbunden wäre). Es gibt also ein breites Spektrum von Dingen, die ich selbst nicht brauche, einem Partner zuliebe aber probieren würde bzw. schon mal probiert habe. Aber: meiner Erfahrung nach führt diese "Ja okay, ich probier's halt ihm/ihr zuliebe"-Haltung kaum zu gutem Sex. Der eine macht ohne große Begeisterung mit, und der andere, dem zuliebe er es tut, spürt das auch genau. Gerade bei Allem, was in die BDSM-Richtung geht, ist es sehr schwierig, eine Rolle überzeugend zu spielen, wenn man sich darin nicht wirklich wohlfühlt. Und fehlende oder schlecht simulierte Leidenschaft/Begeisterung beim Gegenüber ist für die meisten ein totaler Lustkiller. So hat dann am Ende keiner wirklich was davon.

Ich weiß nicht, wie es anderen geht ... aber für mich können schon subtile Details zum Aus (der Leidenschaft) führen - auch wenn man gerade eine Praktik ausübt, die grundsätzlich beide anmacht. z.B. mag ich Dirty-Talk, kann aber schon von einem einzelnen "falschen" Wort total abgetörnt werden. Bei Rollenspielen müssen beide wirklich dieselbe Geschichte im Kopf haben, sonst funktioniert es nicht usw.
Vielleicht bin ich da sehr pingelig - aber ich kann es leider nicht ändern.

Eine Beziehung mit (für mich) schlechtem Sex würde ich keine 2 Wochen ertragen. Es über mich ergehen lassen - das halte ich vielleicht 3-5 Mal durch, dann ist das Maß des Erträglichen voll. Da würde ich eine gänzlich sexlose Beziehung vorziehen.
 
G

Ga_ui

  • #15
In meiner Welt geht man getrennte Wege, um sich einen Partner zu suchen, der besser zu seiner Sexualität passt. Erfordert halt Reife, die die wenigsten Leute in dem Maße vorzuweisen haben. Unreif ist es, beim Partner zu bleiben, und sich seiner Sexualität anzupassen, weil er das so will oder den Partner zu irgendwas zwingen zu wollen und ihn nicht in seinem Wesen zu akzeptieren.
Ehrlich? Kompromisse bei der Sexualität? Glauben halt auch nur Klosterschüler, dass es sowas gibt.

Und dieses Beispiel aus dem anderen Tread, das du ansprichst, ist von zwei - für mich - unreife Personen. Ein abhängiges junges Mädchen, das keinen Plan von ihrer Sexualität und ihren sexuellen Wünschen hat, geschweige denn, sich durchsetzen kann gegen ihren Freund. Echt gefährlich! ... Und ein junger Mann, der es gerade amüsant findet, eine junge Frau an der Leine herumtanzen zu lassen. Ist halt noch nicht reif. Erwarte ich auch nicht von Mittzwangigjährigen.
 
  • #16
In finde es ist unerlässlich, in einer Partnerschaft von Beginn an gemeinsam die Neigungen und Vorlieben zu erforschen. Heute bin ichjemand der alles was im Normalen BEreich, was auch immer das bedeuten mag , gerne ausprobiert. Wenn es etwas gibt womit ich mich gar nicht anfreunden kann, dann gibt es keinen Kompromiss. Das selbe gilt auch für meine Partnerin. Und sollten sich viele notwendigen Kompromisse aufzeigen ist man nicht Sexuell Kompatibel.Man muss nur darüber sprechen. Wir haben das von Anfang an gemacht. War erst sehr ungewohnt, aber echt befreiend. Denn das kannte ich in meiner vorherigen Ehe, so nicht. Und vor allem ist es sehr lustig. Bisher gab es keine wirklichen Ungleichheiten. Zum Glück. Das macht es sehr einfach, einfach zu genießen.
m44
 
  • #17
In meiner letzten Beziehung, bin ich von mir aus kleine Touren...in Ruhe cruisen mitgefahren. Während er lief, bin ich gewalked oder vor einem rennen mit dem Fahrrad nebenher. Dafür ging er mit mir mal in eine Oper und zum SimpleMindskonzert.

Beim Sex ist es ähnlich...highheels und Nylons (ich müsste mit lachanfall kämpfen), kann man machen und sich etwas von ihm wünschen auch. Phanatsie aussprechen ist sogar wichtig!
Verbiegen sollte sich niemand!!!
Somit hat jeder das Recht Wünsche zu äussern, niemand aber hat ein recht auf Erfüllung!
Ich denke mal, um etwas derart Normales wie Highheels, Nylons, erot. Dessous u.ä. geht es meistens wohl kaum.

Schlägt ein Partner aber ernsthaft NS, Atemkontrolle o.ä. vor, kann das bei einigen Frauen das Ende der Verliebtheit bedeuten, weil der Wunschäußerer plötzlich in ganz anderem Licht gesehen wird. Das kapieren nur viele Männer leider nicht, weil sie Sexualität meist von Gefühlen abspalten können.

Männer, die solche Wünsche äußern oder ihre Partnerin plötzlich mit unflätigen Schimpfworten belegen oder entsprechenden sms zutrümmern, müssen sich über mangelnde Lust der Partnerin oder deren plötzliches abweisendes Verhalten nicht wundern.
Beim Äußern solcher Wünsche ist Vorsicht geboten und ratsam zu berücksichtigen, wie das Gegenüber tickt.

Eine Frau, die bereits bei Highheels und Nylons einen Lachanfall unterdrücken muß und gewisse Dessous bereits außergewöhnlich findet, die braucht Mann nach wesentlich ausgefalleneren Praktiken meist nicht erst zu fragen.

Da einige Sex an ungewöhnlichen Orten bereits außergewöhnlich finden, ist Vorsicht die Mutter der Porzellankiste. Durch falsche Worte am falschen Platz kann man wesentlich mehr zerstören als viele es ahnen. Es geht nicht um "das Recht" Wünsche zu äußern, sondern ob es das wert ist, das Bild welches die Partnerin von einem Mann hat (meist romantisiert und idealisiert) völlig zu zerstören.

Und natürlich ist kein Sex wesentlich besser als inkompatibler und somit schlechter Sex, das steht wohl außer Frage, zumindest für Frauen, deshalb herrscht in den meisten Betten ja Flaute. Schweigen wäre da oftmals besser gewesen.
 
  • #18
Ich gehöre ja im anderen Thread zu denen, die für Kompromisse sind. Das liegt an zwei Sachen:
Zum einen ist für mich das Wort Kompromiss erst einmal nicht negativ belegt. Kompromisse sind für mich eine Strategie für die Optimierung des Glücks/Wohlbefinden von Menschen. Irgendwo in der Mitte finden sich oft Lösungen, die für keinen negativ sind. Schaut man sich dann das Ergebnis für beide an, ist es besser, als wenn es einer für sich optimiert.
Zum anderen denke ich nicht unbedingt an die Extremfälle, wenn es um Kompromisse geht. Klar wird es keinen Kompromiss geben, wenn zwei extreme Ausprägungen aufeinander treffen, das ist in allen Lebensbereichen so. Auch der militante Nichtraucher wird mit dem Kettenraucher aus Überzeugung keinen Kompromiss finden. Oft sind die Abstände aber gar nicht so extrem, jedenfalls, wenn man schon länger zusammen ist und bisher sich nicht allzu sehr verstellt hat. Hier sind doch schon Beispiele genannt worden, wo es um Kompromisse gibt. Sei es, dass man mal etwas anzieht, was man selbst albern findet oder vielleicht mal eine Rolle spielt.
Wenn ich meinen Partner liebe, dann gehört es für mich auch dazu, ihm etwas gutes zu tun, auch wenn es für mich ja nicht unbedingt das beste ist. Das bedeutet nicht, beliebig meine Grenzen zu ignorieren, aber schon flexibel zu sein, andere Wünsche wahrzunehmen und zu sehen, wie ich sie in meinen Grenzen umsetzen kann. Gut ist es dann, wenn man einen Partner hat, der das ganz genauso sieht, denn dann kann ich meine Wünsche äußern und zusammen lernen wir neue Dinge kennen.
 
  • #19
Ich denke mal, um etwas derart Normales wie Highheels, Nylons, erot. Dessous u.ä. geht es meistens wohl kaum.
Naja wenn der Mann sie anziehen will und nicht die Frau, dann ist es nicht mehr normal.

Ich glaube auf Dauer kann man nicht soviel Kompromiss auf dem Gebiet machen, ohne dass mindestens einer leidet oder was heimlich gemacht wird. Oder beide Partner sind mit einer offenen Beziehung einverstanden aber das wird auf Dauer schief gehen, weil durch Sex entsteht nicht nur eine körperliche Bindung, es gibt auch eine emotionale Bindung und wenn man beim Sex außerhalb der Beziehung jemand findet der die selben Vorlieben hat, dann verbindet das. Die primär Beziehung kann dann nur überleben wenn andere extrem wichtig Gemeinsamkeiten gibt - Kinder, Ehe, Geld.
 
  • #20
Hallo Fragesteller,

also meine persönliche Meinung dazu, NEIN, sexuelle Kompromisse, wie soll das denn funktionieren??? Entweder passt man sexuell zusammen oder eben nicht.
MMn. verbiegt sich dabei immer einer der Partner bzw. macht etwas, das er freiwillig von sich aus garnicht machen wollen würde und macht dies - was auch immer es ist - nur dem Partner zu liebe.
Die Folge ist mMn., dass der Partner, der nachgibt, auf Dauer unzufrieden ist.
Für mich macht sowas also generell keinen Sinn.
Wenn es Lapalien sind, die man irgendwie lösen kann - aber zur Zufriedenheit BEIDER -, dann ok, dann mag das noch gehen, wenn die Unterschiede in den Wünschen aber zu groß sind, dann finde ich, sollte man einfach so ehrlich - und auch realistisch - sein, zu dem Fazit zu kommen, dass man dann eben sexuell nicht zusammen passt und Punkt. Insofern, ja, würde das, wenn man es nicht lösen kann, Trennung bedeuten.
Man kann in vielen Punkten nicht zusammen passen, eben auch im Punkt Sexualität, dann ist es eben so, auch wenn es weh tut, weil sonst alles passt.
Ich weiß da selbst, wovon ich rede, habe auch so einen Fall hinter mir.
Einen Mann kennengelernt, mit dem ansonsten alles passte, alles stimmte und es auch gut lief, bis er irgendwann mal offenbarte, dass er nicht auf Zitat "Diesen 0815-Sex steht", sondern andere Präferenzen hat. Die hat er mir natürlich mitgeteilt, inklusive der Frage, ob ich seine Vorlieben teile und dabei mal mit machen würde.
Leider konnte ich seine Präferenzen garnicht teilen und es gab da auch keine Möglichkeit auf Kompromisse, denn entweder mag ich eine sexuelle Praktik oder eben nicht.
Das war auch schwer für mich, da er mir gefallen hat, Emotionen im Spiel waren, ich mir durchaus etwas Festes hätte vorstellen können und auch von seiner Seite sonst alles passte, lief wirklich gut, bis zu seinen "Sonderpräferenzen".
Letztlich bin ich zu dem Schluss gekommen, dass wir dann langfristig eben sexuell nicht zusammen passen, ist doof, ist aber so, wenn man realistisch ist.
 
  • #21
Und das Beispiel, das du nennst, - ist das jetzt nur ein fiktives Beispiel oder dir passiert? -, finde ich - ehrlich gesagt - schon "krass", denn dabei geht es ja nicht nur um eine Praktik, die der Partner nicht mag, sondern auch noch darum, mit einem anderen als dem präferrierten Geschlecht sexuell zu werden, hey sorry, das ist nun wirklich zu viel verlangt.
Einer Frau (bzw. einem Mann) die das verlangt, würde ich ganz klar sagen: Nein!
Und stell ihr doch mal die Frage, ob sie dasselbe auch - dir zur Liebe - bei einer Frau machen würde, also ob sie selber mit dem eigenen Geschlecht "rummachen würde"???
Also ich finde, das geht zu weit, Wünsche hin oder her.
Warum guckt sie nicht "gay porn", klar ist nicht real life und sie ist nicht involviert, aber zumindest kann sie dabei teilweise ihrer Präferenz nachgehen.
Also eigentlich ist das für mich ganz einfach, gemacht wird nur das, was innerhalb der gemeinsamen "sexuellen Schnittmege" liegt, beide Partner wollen und als schön empfinden, der Rest fällt halt weg, fertig.
Ich weiß, dass das - gerade heutzutage -, schon fast unrealistisch ist, aber so ist es doch eigentlich richtig.
Ehrlich gesagt - Entschuldigung - "kotzt es mich heutzutage an", dass quasi inoffiziell vom Partner erwartet wird, dass er selbstverständlich alles mitmacht und jedem sexuellen Wunsch - und sei er noch so abgefahren - nachkommt.
Sorry, aber man ist doch als Partner kein "sexueller Dienstleister" und sofern dabei wirklich Liebe im Spiel ist, kann man auch mal Rücksicht nehmen, genau wie der Andere versucht - im Rahmen seiner Möglichkeiten - den Wünschen des Partners entgegen zu kommen.
Wie wäre es auch mal mit Grenzen respektieren, ich bin ja der Meinung, wenn man jemanden liebt, dann tut man das.
 
  • #22
Früher habe ich es mit Kompromissen auch im sexuellen Bereich versucht-das schadete allerdings immer der Beziehung. Da viele Männer mit Ideen aus Pornos ankommen, ist die Enttäuschung dann vorprogrammiert, wenn die Partnerin nicht genauso reagiert wie die Pornodarstellerin;)
Wenn ich wieder einmal einen Mann kennenlernen würde, mit dem es wunderbar paßt auf mehreren Ebenen, dessen sexuelle Vorlieben jedoch so gar nicht zu meinen passen, würde ich eher zu einer sexuell motivierten Nebenbeziehung mein ok geben als "der Liebe wegen" Langeweile oder Widerwillen auf mich zu nehmen.
Sex wird i.d.R.spätestens nach ein paar Jahren langweilig;)
 
  • #23
Sex wird i.d.R.spätestens nach ein paar Jahren langweilig;)
Das sehe ich nicht so. Für mich wird das eher erfüllend. Nicht mehr Hauptattraktion wie zu Beginn einer Beziehung. Es ist Wichtig wenn es passiert und auch sehr schön. Aber ich verspüren nicht mehr diesen Druck. Es fühlt sich anders an. Freier und erfüllender. Es gehört dazu aber es bestimmt mich und meine Partnerin nicht. Und kompromisse müssen wir beide zum Glück keine machen. Wir ticken diesbezüglich sehr gleich. Früher habe ich einige Kompromisse gemacht. Aber dafür gebe ich heute unserer damaligen Jugend und Unerfahrenheit die Schuld.
m44
 
R

rosenmann

  • #24
Kompromisse beim Sex können gut gehen, wenn Sex keine besonders große Rolle in der Beziehung (mehr) spielt. Ich kenne ein Paar, wo er schon gerne hin und wieder ordentlich Gas geben würde, etwas wilder, mal Neues probieren usw. doch sie lässt ihn kaum noch ran, ihr ist Sex nahezu unwichtig, es gibt auch keinen anderen Mann.

Er bleibt trotzdem, die Kinder und die lange Zeit lassen ihn treu bleiben, er nimmt es so hin.

In einer frischen Beziehung aber kommt das für mich nicht in Frage, es ist keinem geholfen damit, wenn nur Kompromiss Sex stattfindet, der eine Partner wünscht sich eigentlich ständig mehr und der andere ist womöglich voll zufrieden, im siebten Himmel und freut sich. Das kann auf Dauer nicht glücklich machen.
 
  • #25
Kompromisse beim Sex können gut gehen, wenn Sex keine besonders große Rolle in der Beziehung (mehr) spielt. Ich kenne ein Paar, wo er schon gerne hin und wieder ordentlich Gas geben würde, etwas wilder, mal Neues probieren usw. doch sie lässt ihn kaum noch ran, ihr ist Sex nahezu unwichtig, es gibt auch keinen anderen Mann.

Er bleibt trotzdem, die Kinder und die lange Zeit lassen ihn treu bleiben, er nimmt es so hin.

In einer frischen Beziehung aber kommt das für mich nicht in Frage, es ist keinem geholfen damit, wenn nur Kompromiss Sex stattfindet, der eine Partner wünscht sich eigentlich ständig mehr und der andere ist womöglich voll zufrieden, im siebten Himmel und freut sich. Das kann auf Dauer nicht glücklich machen.
Genau deshalb meine ich ja, dass das mit den Kompromissen so gut wie nicht funktioniert.
Wenn der eine Partner xy will, der andere Partner das aber nicht mag oder nicht möchte, wie soll dann bitte der Kompromiss aussehen?
Beide machen xy "ein bisschen" oder "zur Hälfte" oder wie???
Ein Mittelweg wird sich da selten finden lassen.
Oder soll jetzt der eine Partner ewig verzichten oder sich der andere Partner ständig "quälen", damit der Partner auf seine Kosten kommt und nicht unzufrieden ist oder wo anders hingeht, das kann doch beides nicht die Lösung sein.
Deshalb denke ich, ist es einfach besser realistisch zu bleiben und möglichst objektiv zu prüfen, ob man eben sexuell zusammen passt oder nicht. Teilt man dieselben Vorlieben und Wünsche und hat eine möglichst große gemeinsame "sexuelle Schnittmenge", dann passt man eben sexuell zusammen.
Geht man zu weit auseinander oder hat gar unterschiedliche Vorlieben, dann passt man eben sexuell nicht zusammen, genauso wie man menschlich-charakterlich, optisch oder von den Interessen und Lebenszielen her nicht zusammnen passen kann.
Sexuell muss man eben genauso zusammenpassen, wie in den anderen Bereichen auch.
 
  • #27
@#25. Stimmt! Daher meide ich instinktiv die "Druck" Männer :)
Und auch als Frau muss ich sagen, nach einem ersten Hormonrausch legt sich die Begeisterung doch schnell wieder-man kennt die Schatten an der Wand...;)
 
  • #28
Dort wird gern Reden und Kompromisse Eingehen vorgeschlagen. Aber geht das wirklich? Wenn der Partner Wünsche hat, die einen selbst abstoßen? Wie sehr kann man sich da verbiegen? Wie sehr soll man sich da verbiegen?
Konkretes Beispiel für die Männer: wenn eure Freundin es erregend fände, wenn ihr vor ihren augen einen andern Mann oral befriedigt - wie kann es dann weiter gehen?
Kommt eine Antwort auf so eine Frage nicht immer ganz darauf an? Nicht nur auf die Situation (du hast ja ein Beispiel gewählt), sondern auch auf die jeweiligen Empfindungen. Da kann es keinen allgemeingültigen Rat geben.

Ich verstehe unter Kompromissen nicht, sich zu verbiegen. Ich versuche mal zu erklären, was ich darunter verstehe: Wenn ein Mann an mich mit einem Wunsch herantritt, der mich erst einmal nicht so begeistert, würde ich versuchen, mich in ihn hineinzuversetzen, ihn zu verstehen, mir das "schmackhaft" zu machen. Das ist kein Verbiegen, sondern das passiert automatisch (und nicht so technisch wie es klingt).

Umgekehrt, wenn ich einen Wunsch hätte, z. B. den, den du oben schilderst, also ich hätte eine totale Vorliebe dafür, dass er es mit einem anderen Mann macht, er würde mir aber anschaulich vermitteln, dass er sich dabei schlecht fühlt, würde ich auch versuchen, mich in ihn hineinzuversetzen und ihn zu verstehen, und das würde mir ggf. helfen, von meinem Wunsch abzulassen.

Selbstverständlich würde ich das Gleiche umgekehrt erwarten! Er dürfte also nicht nur einfach alles abblocken oder fordern, sondern es nachvollziehbar vermitteln, was er fühlt und auch meine Wünsche ernst nehmen.

Wenn es aber gar nicht passt auf die von mir beschriebene Weise, dann passt es für mich eben nicht. Dann wäre die Trennung die letzte Option.

Ich vertrete abgesehen davon aber die Meinung, dass man so etwas auch früh merkt. Ich habe ja geschildert, wie man versucht, sich in die Wünsche des anderen hineinzuversetzen (gegenseitig!). Und das gelingt meistens, wenn die richtige Chemie da ist. Wenn man das Gesamtbild mag oder liebt.. fällt es leichter, Verständnis aufzubringen. In allen Fällen wird das natürlich nicht so sein und es gibt auch Dinge, die ich sexuell definitiv ausschließe.

Also, ich würde von beiden Seiten verlangen, aufeinander einzugehen, aufrichtig, ohne sich zu verbiegen - das ist etwas anderes.
 
  • #29
Nö kann es nicht geben. Hatte so was mal und es war nicht gut. Ich hab nicht bekommen was ich wollte und sie nicht was sie wollte. Ich stand auf die harte Gangart inc. BDSM und Partnertausch, während sie immer Tantra und so was für mich eher langweiliges wollte. Klar probiert man das auch mal aus aber wenn es einem keinen Spaß macht dann muss man das akzeptieren. Allerdings hatte ich dann irgendwann auch keine Lust mehr auf den Vanillesex mit ihr und hab mir lieber Pornos angeguckt. Ihr ging es nicht anders, weshalb wir uns dann auch getrennt haben.

Fazit:
Kompromisse sind schön und gut aber ich werde bei der nächsten weder Kompromisse beim Sex, noch beim Aussehen, noch beim Charakter zulassen. Dauert vielleicht etwas länger einen neuen Partner zu finden aber letztlich ist das auch für beide Seiten besser.
 
  • #30
Wenn die Vorstellungen nicht zu weit auseinander liegen, kann es Kompromisse geben.

Angenommen du und dein Partner habt euch gefunden, alles läuft super. Ihr seid beide glücklich. Nur wenn es ums Bett geht, will er z.B deine Dessous anziehen, auf was du aber überhaupt nicht stehst, sondern abstoßend findest. Es wäre doch schade, eine super Beziehung wegen so etwas zu beenden.

Es wäre schon sehr naiv zu glauben, dass der Partner 100% auf Dauer allumfassend alle Wünsche und Bedürfnisse befriedigen wird. Es wird immer etwas geben, was der Partner nicht erfüllen kann.

Bei deinem Beispiel, wenn er keinen Mann knutschen will, ist das so. Dann soll er es nicht machen. Eine vernünftige Frau wird wegen einer solchen Weigerung nicht die gesamte Beziehung in Frage stellen. Eine gute Frau wird deshalb auch nicht fremd gehen.