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  • #61

Ich mag Harmonie, und finde es ganz und gar nicht iiiiih.

Man kann seine Grenzen auch ohne Streit definieren, die Grenzen meines Partners kenne ich - wir REDEN miteinander. Ohne Streit oder Ausdiskutieren. Wenn einer von uns Nein sagt, steht es - Respekt.
Und auch Bedürfnisse können wir artikulieren ohne Forderung und Streit.
Es passt halt gut, wir brauchen dieses Grenzenausloten bzw. Machtkämpfe nicht.

Für mich ist der Prüfstand einer Partnerschaft nicht ob und wie gestritten wird, Streit ist keine Krise -
sondern ob der Andere da ist, wenn ich ihn brauche, mir zuhört, mich in den Arm nimmt - oder mich mal alleine lässt, wenn ich es will. Bei einer Krise möchte ich keinen Streit - haben wir miteinander Probleme, kann man reden, Lösungen suchen - was macht ein Streit besser?
Und bei anderen Krisen - echten Krisen wie Notsituationen, oder kleineren Schwierigkeiten - möchte ich auch keinen Streit, sondern Rückhalt und Unterstützung.

Es ist nicht der Prüfstand für eine Partnerschaft ob man Streit hat, und mit dem Streit Krisen produziert sondern ob man miteinander kommunizieren kann.
Ob man wahrgenommen und gehört wird, ob man respektiert wird. Kommunikationsmethoden gibt es viele, manche können nur lautstark (=emotional). Ich mag es leiser, emotional ist es trotzdem.

Und es am anderen auslassen, wenn ich mich nicht im Griff habe?
Ich würde eine Partnerschaft beenden, wenn ein Partner sich nicht im Griff hat, so dass er Szenen hinlegt.
Das heißt doch nicht, dass er nicht auch mal weinen könnte, oder andere Emotionen zeigt.
Aber man kann Emotionen zeigen, ohne dass man vollständig die Kontrolle verliert.
Ich finde den Spruch - Wer schreit, verliert - sehr sinnvoll.
Da lasse ich Dampf lieber mit einem Lauf draußen ab - Tom nimmt den Boxsack - und danach kann man sich mitteilen.
Ich mache zu, wenn jemand schreit. Meine ganz klare Grenze.

Es ist am Ende wie im Parallelthread, wo die FS sich fragt, warum sich ihr Umfeld mit ihrer Art Lebhaftigkeit, Emotionalität, Sensibilität so schwer tut.

W, 51
 
  • #62
Da lasse ich Dampf lieber mit einem Lauf draußen ab - Tom nimmt den Boxsack - und danach kann man sich mitteilen.
Es geht nicht darum, dass man schlechte Laune am anderen auslässt, sondern darum, dass man nicht immer rausgehen kann oder den Boxsack zu Verfügung stehen hat. Es gibt Situationen, wo es zack - zack schnell gehen muss und man eben nicht gerade entspannt, ausgeschlafen ist, kurz, wo man eben nicht "souverän" und vernünftig reagiert oder reagieren kann. Ich finde, dass eine Beziehung von einer Emotionalität lebt und nicht von "vernünftigen" Gesprächen. Der Partner soll, muss sogar alle Facetten von dir kennen, um sich hundertprozentig für dich entscheiden zu können. Es kann passieren, dass er dich als entspannte, vernünftige Partnerin kennenlernt und nach paar Jahren kommt plötzlich ein Charakterzüge von dir zum Vorschein, weil eine bestimmte Situation stattgefunden hat.
Ich habe eine absolut liebe Lehrerin, die ist die beliebteste bei unserer Klasse, nett, mit gewissen Sarkasmus, ich habe bei ihr schon paar mal Rat geholt. Momentan steht sie privat unter Stress, weil ihre Tochter chronisch krank ist und sie ist etwas dünnhäutig geworden. Im letzten Unterricht hat sie paar Sprüche losgelassen über einen Nachbar, den niemand mag und dann noch paar Sachen aus dem Berufsalltag ihres Mannes. Es klang fast gehässig. So kenne ich sie nicht. Ich verstehe absolut, dass ihre Nerven blank liegen, ich vermute, dass sie viel in sich" hinein frisst ", weil sie auch zugenommen hat, aber solche Sprüche passen irgendwie nicht so recht zu ihr, ich war ehrlich gesagt leicht irritiert.
Und wenn dann nach gewisser Zeit noch was auftaucht, dann fragt man sich, was noch von dieser Person kommt und ob man sie tatsächlich so gut kennt.
 
  • #63
Ich finde, dass eine Beziehung von einer Emotionalität lebt und nicht von "vernünftigen" Gesprächen
Es gibt Menschen, die niemals laut werden, die nie schreien oder brüllen würden - egal in welcher Situation. Dann gibt es Menschen, die für den Rest der Menschheit unverständlich, aus heiterem Himmel durch Brüllen und Schreien das absolute Chaos anrichten. Mangelnde Impulskontrolle, mein bereits öfter erwähnter Schwager ist so ein Exemplar. Die erste und zweite Kategorie passen nicht zusammen. Kommen beide aus der ersten Kategorie, sind gute Beziehungschancen gegeben. Kommen beide aus der zweiten Kategorie, dürfte das Ergebnis toxisch sein. Johnny Depp und Amber Hard stehen hierfür exemplarisch. Die Mehrheit der Menschen weist nicht nur die Farben schwarz / weiss auf, sondern Grautöne. D.h. in bestimmten Extremsituationen reagieren sie heftiger als man es von ihnen erwartet.
Auslassventile brauchen alle Menschen- egal zu welcher Kategorie sie gehören. Und wenn es irgendwann der Magenkrebs bei den ganz Überlegten sein wird.
Man hat vielleicht nicht immer den Boxsack von der Decke baumeln und auch nicht die Joggingklamotten ständig bei sich aber dreimal durchatmen und das Zimmer kurzftistig verlassen sind bessere Methoden um Luft abzulassen als zu schreien. Beziehungstechnisch sind Schreien und Brüllen der Supergau. Da hilft auch keine Verpackung in angebliche Emotionalität oder Leidenschaft.
W,55
 
  • #64
Ich weiß gerade nicht, ob ihr, Lionne und realwoman, aneinander vorbeiredet. Aber ich halte es auch für essenziell, dass die Kommunikation stimmt und der grundlegende Wille da ist, den anderen nicht absichtlich zu verletzen, wenn es Probleme gibt. Es muss beiden klar sein, dass bei einem Problem es zwei gleichwichtige Sichtweisen gibt, wenn auch eine vielleicht falsch und rückschrittlich sein kann, und es nicht ein Machtkampf wird. Und das ist es aber immer, wenn man versucht, den anderen zu verletzen, kleinzumachen, mundtot zu kriegen, ihm die Worte zu verdrehen usw..

Du weißt doch aber, dass sie sarkastisch ist. Sowas ist für mich immer ein Anzeichen, dass das Gehässigkeit nach sich ziehen kann in Grenzsituationen.

Aber gerade auch in Beziehungen wird ja viel Negatives am Partner gern erstmal wirklich richtig übersehen oder gedacht, dass es schon gut wird.
Ich würde auch sagen, dass sich Menschen ändern können, wenn sie verbittern z.B.. Solange alles glatt läuft, werden sie vielleicht nie damit konfrontiert, wie sie sein werden, wenn es nicht mehr glatt läuft. Vieles ist für einen ja selbstverständlich, ohne dass es das wirklich ist. Da kann man gut entspannt sein.
 
  • #65
Es klang fast gehässig. So kenne ich sie nicht. Ich verstehe absolut, dass ihre Nerven blank liegen, ich vermute, dass sie viel in sich" hinein frisst ", weil sie auch zugenommen hat, aber solche Sprüche passen irgendwie nicht so recht zu ihr, ich war ehrlich gesagt leicht irritiert.
Und wenn dann nach gewisser Zeit noch was auftaucht, dann fragt man sich, was noch von dieser Person kommt und ob man sie tatsächlich so gut kennt.

Ausnahmesituationen mag es immer geben, und dann reagiert man anders.
Wenn ich einen Menschen gut kenne, und ansonsten anders erlebe, geht daran nichs kaputt, da habe ich Verständnis.

Aber es ist eine Ausnahme, und ich brauche keine regelmäßigen Streits, damit ich diese Facette auch kennen lerne.

Du magst solche "emotionalen" Partnerschaften, für Dich sind sie nur so richtige Partnerschaften. Das ist für Dich ok.

Für mich wäre diese Art von Emotionalität ein Hindernisgrund eine Partnerschaft mit so einem Menschen einzugehen. Mir ist das zu anstrengend.
Wie schon öfters geschrieben, die Partnerschaft meiner Eltern war so emotional, sie hat ihre Facetten, Leidenschaften ungebremst ausgelebt, und er auf andere Art. Da war regelmäßig Ausnahme. Das mag für die Beiden Ok gewesen sein, als Kind, das nicht ausweichen kann, hätte ich das nicht gebraucht.
OK, ich war dann nicht überrascht, wenn es mal wieder "emotional" wurde.

Es gibt sehr viel zwischen Deiner Art von Emotionalität und vernünftigen Gesprächen. Keine Partnerschaft besteht nur aus Gesprächen. Es gibt aber viele Varianten, Emotionen auszudrücken und zu leben.

Ich lebe eine andere Form von Emotionalität, die mir entspricht - und bei Divergenzen rede ich lieber, statt zu streiten. Deswegen ist meine Partnerschaft mit Sicherheit trotzdem auch eine sehr emotionale, mit Liebe, mit Zugewandtheit, Nähe, Bindung, Wertschätzung, Respekt - und Leidenschaft, da wo ich sie mag😉.

. Es gibt Situationen, wo es zack - zack schnell gehen muss und man eben nicht gerade entspannt, ausgeschlafen ist, kurz, wo man eben nicht "souverän" und vernünftig reagiert oder reagieren kann

Nun, Widerspruch, man kann es lernen, das gehört für mich zur Lebensentwicklung dazu. Es muss nie so schnell gehen, dass man nicht erst mal durchzuatmet.
Im sozialen Miteinander - ob privat oder beruflich - funktioniert es nicht, wenn jeder nicht auch ein gewisses Maß an Selbstkontrolle zeigt.

W, 51
 
  • #66
Es klang fast gehässig. So kenne ich sie nicht. Ich verstehe absolut, dass ihre Nerven blank liegen, ich vermute, dass sie viel in sich" hinein frisst ", weil sie auch zugenommen hat, aber solche Sprüche passen irgendwie nicht so recht zu ihr, ich war ehrlich gesagt leicht irritiert.
Und wenn dann nach gewisser Zeit noch was auftaucht, dann fragt man sich, was noch von dieser Person kommt und ob man sie tatsächlich so gut kennt.

Ausnahmesituationen mag es immer geben, und dann reagiert man anders.
Wenn ich einen Menschen gut kenne, und ansonsten anders erlebe, geht daran nichs kaputt, da habe ich Verständnis.

Aber es ist eine Ausnahme, und ich brauche keine regelmäßigen Streits, damit ich diese Facette auch kennen lerne.

Du magst solche "emotionalen" Partnerschaften, für Dich sind sie nur so richtige Partnerschaften. Das ist für Dich ok.

Für mich wäre diese Art von Emotionalität ein Hindernisgrund eine Partnerschaft mit so einem Menschen einzugehen. Mir ist das zu anstrengend.
Wie schon öfters geschrieben, die Partnerschaft meiner Eltern war so emotional, sie hat ihre Facetten, Leidenschaften ungebremst ausgelebt, und er auf andere Art. Da war regelmäßig Ausnahme. Das mag für die Beiden Ok gewesen sein, als Kind, das nicht ausweichen kann, hätte ich das nicht gebraucht.
OK, ich war dann nicht überrascht, wenn es mal wieder "emotional" wurde.

Es gibt sehr viel zwischen Deiner Art von Emotionalität und vernünftigen Gesprächen. Keine Partnerschaft besteht nur aus Gesprächen. Es gibt aber viele Varianten, Emotionen auszudrücken und zu leben.

Ich lebe eine andere Form von Emotionalität, die mir entspricht - und bei Divergenzen rede ich lieber, statt zu streiten. Deswegen ist meine Partnerschaft mit Sicherheit trotzdem auch eine sehr emotionale, mit Liebe, mit Zugewandtheit, Nähe, Bindung, Wertschätzung, Respekt - und Leidenschaft, da wo ich sie mag😉.

. Es gibt Situationen, wo es zack - zack schnell gehen muss und man eben nicht gerade entspannt, ausgeschlafen ist, kurz, wo man eben nicht "souverän" und vernünftig reagiert oder reagieren kann

Nun, Widerspruch, man kann es lernen, das gehört für mich zur Lebensentwicklung dazu. Es muss nie so schnell gehen, dass man nicht erst mal durchzuatmet.
Im sozialen Miteinander - ob privat oder beruflich - funktioniert es nicht, wenn jeder nicht auch ein gewisses Maß an Selbstkontrolle zeigt.

W, 51
 
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Es sind keine weiteren Antworten möglich.
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