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Gast

  • #1

Kann jemand erklären, wie es zu On-Off-Beziehungen kommen kann?

Ich (w) kenne es nur so: Bevor eine Beziehung zu Ende geht, tue ich mein Bestes um es zu verhindern. Ist es dann trotzdem so weit und der Andere geht, dann setzt bei mir sofort eine Art Trotz- und Trauer-Phase ein. Ich denke dann bewusst nicht mehr an schöne Erlebnisse, ich denke bewusst an Negatives, ich entwickle eine - in dem Fall sicher hilfreiche - Abneigung gegen den der sich getrennt hat.
Würde derjenige nun nach einigen Wochen oder gar Monaten alles rückgängig machen wollen, dann wäre ich dazu nicht in der Lage. Mich würde interessieren, wie es bei anderen Getrennten überhaupt dazu kommen kann, dass es ein Hin und Her bzw. eine On-Off-Beziehung gibt, womöglich sogar mehrfach und/oder über längere Zeit hinweg. Ich kenne es von mir nur so, dass die Gefühle recht tief gehen und wenn sich der Andere trennt, dann sind die negativen Gefühle auch dementsprechend tiefgehend.
 
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Gast

  • #2
Sehr ungewöhnlich! Vielleicht bist Du jemand, der dich nicht schnell und leichtfertig trennt. Aber normal machen das die Leute heute. Und wo einmal Gefühle waren, da bleiben auch meistens noch lange Zeit welche - trotz Trennung! Wenn man einmal für jemanden etwas mehr empfindet, dann ist es im Herzen und nicht mal eben auszuradieren. Irgendwas bleibt immer. Zumindest solange niemand Adaequates neues da ist. Ich kann mir für vorstellen, dass Gefühle sich wieder entwickeln und ich finde es ungewöhnlich, dass sie bei Dir ganz und gar weg sind nach einer Trennung. Ständiges On/Off ist natürlich auch nicht mein Ding, aber die Wiederaufnahme der Beziehung nach einer Trennung halte ich nicht für selten oder ungewöhnlich! Ein neuer Start ist oft erfolgreicher! Ich finde das durchaus verständlich, wenn man Gefühle hat und es Stress gab, so dass man Abstand brauchte z. B. Es sollte nur kein Dauerzustand werden! Aber eine Rückkehr schließe ich persönlich nicht grds aus!
 
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Gast

  • #3
FS@ #1
ganz genau, ich trenne mich nicht schnell und leichtfertig. Schöpfe vorher wirklich erst alle anderen Möglichkeiten aus und überlege es mir dann noch 2x. Ich finde nämlich dass man für einen Partner eine große Verantwortung übernimmt. Hatte dementsprechend auch noch nicht viele Beziehungen, obwohl schon in meinen 40ern. - Sich trennen u. dann wieder zusammen kommen erscheint mir recht unwürdig, unreif, oberflächlich. Verstehe ich nur bei sehr jungen Leuten.
 
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Gast

  • #5
Mir geht es ähnlich wie Gast 2,

bevor ich mich trenne, habe ich schon restlos alle Möglichkeiten ausgeschöpft, mich mit meinem Partner zusammen in eine konstruktivere Richtung zu bewegen. Wenn alles nichts genützt hat, dann überlege ich immer noch mehrmals, ob wir wirklich alle Möglichkeiten genutzt haben...
 
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Gast

  • #6
@FS - genau so, wie Du es beschreibst, halte ich es auch und halte das für normal!

Wenn ich alles in meinen Kräften stehende probiert habe, um diese Beziehung zu retten und dabei erfolglos war, dann schaue ich micht - nicht - mehr um.

Da lasse ich keinen Raum für sentimentale Rückschau mehr, sondern schaue ganz klar auf das, was zur Trennung geführt hat, da ich natürlich für eine nächste Beziehung daraus lernen möchte.

Es würde mir nie in den Sinn kommen, den Expartner solange 'warm' zu halten, bis mir ein aussichtsreicher Kandidat für eine neue Beziehung begegnet. Beziehung gescheitert heißt für mich: kein Sex mehr, klarer Schlussstrich.

@1 Das, was Du beschreibst, halte ich viel eher für ungewöhnlich, kenne auch in meinem Bekanntenkreis niemanden, der so handelt.
 
  • #7
@all
Ich lese hier überwiegend: Ich habe alle Möglichkeiten ausgeschöpft, ich überlege mehrmals ... Habt ihr eigentlich auch MIT eurem (EX) Partner darüber geredet und an einer Lösung gearbeitet oder nur für euch selbst?
 
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Gast

  • #8
@all
Ich lese hier überwiegend: Ich habe alle Möglichkeiten ausgeschöpft, ich überlege mehrmals ... Habt ihr eigentlich auch MIT eurem (EX) Partner darüber geredet und an einer Lösung gearbeitet oder nur für euch selbst?
Rede mal für mich:

Eine Trennung kommt nicht von heute auf morgen, die "Knackpunkte" liegen in der Regel längerfristig auf dem Tisch, sind beiden bekannt, x-mal durchgekaut, ausdiskutiert....etc. worden.

Ist eine Annäherung oder zumindest ein Kompromiss nicht "denkbar" / mittelfristig nicht in Sicht, dann hat die Beziehung unter diesen Umständen - die mich nicht glücklich werden lassen - keine Zukunft. Die Folge ist eine konsequente Entscheidung, ich "rette" mich.
 
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Gast

  • #9
@6 - natürlich heisst das auch Gespräche mit dem Expartner, gemeinsame Versuche, das Schifflein Beziehung wieder auf Kurs zu bringen.

Wenn sich dabei herausstellt, dass man nicht (mehr) kompatibel ist oder der Expartner z.B. meint, alles wäre in bester Ordnung und hat gar keine Lust, irgend etwas zu verändern, dann kann man es natürlich alleine auch nicht.
 
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Gast

  • #10
Liebe FS,

hatte eine über zwei Jahre laufende On/Off-Beziehung. Ich denke, der Grund dafür war, dass ich zwar vom Kopf her mit ihm Schluss gemacht habe (mehrmals), mein Herz das aber nie wirklich wollte. Also hab ich mich zwar getrennt, um mit meinem Kopf "im Reinen" zu sein, hab es aber gefühlstechnisch dann nicht geschafft. Irgendwann hab ich den Ex nicht mehr ausgehalten und endlich den "Off-Knopf" gedrückt. Heute weiss ich, dass ich bei solch einem Partner maximal einmal nach einer Trennung einen Neuanfang wagen würde. Wenn es dann nicht passt und der Partner sich nicht ändert, wird das nix mehr. So gesehen hat mir die Beziehung viel an Reife gebracht. Lasse mir jetzt auch nicht mehr so viel bieten und beende dann eher eine Beziehung.

w, Ende 20
 
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Gast

  • #11
Ich persönlich hatte mal die Situation, dass 2 Ex-Freunde auch wieder eine Beziehung nach einiger Zeit mit mir eingehen wollten - das habe ich aber abgelehnt. Ich habe schon sehr gelitten, wenn eine Trennung bevor stand und brauchte in der Regel mehrere Monate um darüber hinweg zu kommen. Wenn ich es allerdings dann überwunden haben, bin ich auch wirklich drüber hinweg und ich empfand eher Widerwillen mich nochmal mit "Verflossenen" zu treffen. Bei mir war nach 1x Schluss immer Schluss.

Dieses On/Off-Verhalten kann ich mir nur damit erklären, dass manche vielleicht sehr leichtfertig eine Beziehung beenden (obwohl vielleicht durchaus noch eine Chance bestehen würde, wenn man dran arbeitet) und nach der Trennung feststellen, dass der "Ersatz" vielleicht doch nicht so schnell verfügbar ist. Dann trifft man die alte Flamme wieder und die Gefühle leben wieder auf, zumal man vielleicht auch nicht unbedingt lange einsam möchte. Zumindest habe ich das bei einigen so erlebt, die ich kenne. Ich denke nicht, dass grundsätzlich jeder Mensch eine Liebesbeziehung immer so ernst nimmt, alle Möglichkeiten auszuschöpfen um die Beziehung aufrecht zu erhalten; viele sind auch oberflächlich und schnelllebig.
 
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Gast

  • #12
hier die FS:

die Erklärung von #9, ein Konflikt zwischen Kopf und Herz, lässt mich die Sache ein wenig verstehen. Wobei ich selbst wahrscheinlich immer gleich aufs Herz hören würde, somit auch wieder "bis zum bitteren Ende" weitermachen würde ohne zwischendrin "aus Vernunftsgründen" (Kopf) Schluss zu machen.

w FS
 
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Gast

  • #13
Für mich ist so eine On-Off Beziehung auch nichts. Vielleicht nur einmal, und dann nur wenn die Partner selbst einsehen, was sie ändern müssen und das auch wollen und tun.

Mein letzter Partner gab mir gar keine Chance etwas an unserer Beziehung zu ändern. Er machte überraschend Schluss. Das tat so weh, dass ich mir beim besten Willen keine Beziehung mehr mit ihm vorstellen könnte. Ich habe mich betrogen gefühlt, weil er bis zum Tag wo er Schluss machte immer von Kinder/Familie/Heirat sprach.
 
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Gast

  • #14
Es gibt nunmal Menschen, die schmeißen nicht alles sofort hin, wenn ihnen was nicht in den Kram passt, sondern sie kämpfen, versuchen, arbeiten und raufen sich wieder zusammen. Da muss man halt auch mal seinen Egoismus zurückstecken. Und ja, das geht sehr gut, aber nur mit Geduld und viel Spucke.
 
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Gast

  • #15
Ich sehe es auch so wie Gast1. Wenn man einmal richtig liebt, dann kann man eine Trennung nicht einfach so schnell sporadisch abhaken. Und auch wenn man sich entliebt hat, kann eine alte Liebe wieder entfachen. Mehrfach erlebt. Insbesondere, wenn man viele Jahre zusammen war. Lange Zeit zusammen schweißt einen seelisch sehr eng zusammen, man wird sozusagen inkompatibel für alle anderen Menschen wird.
 
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Gast

  • #16
Ich hatte einen Partner der in seinem ganzen Leben nur on/off Beziehungen geführt hat - sogar eine ganze Ehe in dieser Form. Er hat dies auch mit mir versucht. Nur, nach dem dritten mal off war es dann auch off weil er mit wehenden Fahnen zu seiner Exfreundin (mit der er 11 Jahre lang eine on off geführt hat weil "die Versöhnungen immer so schön waren") zurück gerannt ist. Mal schauen, wie lange das on diesmal dauert.
Menschen,die in einer solchen Beziehung leben, machen sich das Leben selber zur Hölle. Es handelt sich um eine Abhängigkeit und die Illusion der ewigen Verliebtheit. Meiner Meinung nach führen nur Menschen eine solche Beziehung die an einer tiefgreifenden Persönlichkeitsstörung - Bindungsunfähigkeit - leiden.
 
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Gast

  • #17
Gast 15 hat es wunderbar erklärt. "On/Off" Beziehungen haben nichts mit Romantik zu tun, sondern mit Abhängigkeiten, der Sucht nach dem ständigen Kick der Eroberung und des künstlichen Erhaltens des Verliebtseinstadiums. Gefährlich und meiner Meinung nach auch "krank" sind diese Konstellationen durch die immense Abhängigkeit, die bei beiden besteht. Denn es wird ja Nähe und Vertrautheit gesucht (sonst könnte man auch ONS haben oder Affären) aber genau mit dieser kann man nicht umgehen.
Sobald es also ins Stadium der Liebe übergeht, zuviel Nähe da ist, wird weggerannt. Dann tritt die Sehnsucht auf und das Spiel beginnt von vorn. Für einen von beiden ist das auf die Dauer extrem zermürbend.
Süchtig machen können diese Beziehungen häufig in ungeahntem Maße, da man selten das Stadium der Gewohnheit erreicht, wo man den Partner tatsächlich im Alltag betrachten kann. Man erlebt nur die Dramen, kommt nie zur Ruhe und lebt ständig mit der Frage: "Was wäre, wenn? Vielleicht klappts beim nächsten Mal?"
Man kommt also nie dazu, tatsächlich den Partner und das gemeinsame Miteinander realistisch zu betrachten.
Ich rate JEDEM, der solche Ansätze bemerkt, beim 2. Mal nicht zurückzukehren. Denn, sehr oft handelt es sich tatsächlich um massive Bindungsangst- Und einmal drin in dem Strudel, kommt man nur sehr sehr schwer wieder raus.

w34 (off, diesmal soll es so bleiben. Und es ist sehr sehr schwer.)
 
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Gast

  • #18
Und was aber machst du wenn der andere sich PENG !!! von dir trennt
und du kannst es nicht verhindern
weder durch kluge Taten, noch durch kluge Argumente noch durch Vermittlung Dritter
die es neutraler sehen als du
einfach weil es ihm zuviel ist (in allen Lebensbereichen)
ein Mann im Stress

Und was machst du dann wenn es ihm mal endlich besser geht
ohne soviel Stress
und er reflektiert haben könnte warum er so überreagiert hatte
und eingesteht dass es falsch war und es ihm unendlich leid tut
und er dich wirklich vermisst, mit jeder Faser des Körpers.

So kommt es zu On/Offs.
 
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Gast

  • #19
verstehen kann ich diese on off beziehungen nicht obwohl ich das selber erlebe ,ich denke noch bis heute dass es immer dazu kam wenn meiner frau alles zuviel wurde,berufsstress usw.ich bin der typ mann der über alles reden möchte bis klarheit auf dem tisch liegt,meine frau eher die sich zurückzieht,ich duskutiere bis zum umfallen,bis die sache klar ist,sie will das nicht,sie stürzt sich in das glücksspiel,sie verspielte schon fast € 25.000.- es gab schon des öfteren krach.ich kann es nicht verstehen,möchte ja nur einfach glücklich den alltag leben,natürlich bin ich auch nicht perfekt,aber treue,verlässlichkeit,ist für mich selbstverständlich,bin immer bemüht dass meine frau vollst zufrieden ist,egal in welchen bereichen.Bin RATLOS
 
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Gast

  • #20
Na ganz einfach: es ist wie beim Tanzen. Du tanzt ja nicht allein.
Du reagierst. Und wenn der andere sich entfernt ??

Selbst wenn anfangs alles wunderbar harmonisch ist kann es immer noch rauf und runter gehen.
Viele wollen eben reines pures Liebesglück ohne Wölkchen. Sie haben es sich schliesslich verdient ! Aber Liebe ist auch : Kompromisse finden, verhandeln, Regel freiwillig einhalten. Dieser Test läuft schon in den ersten Monaten an.
Die meisten geben dann zu schnell auf. Null Ausdauer. Dann merken sie was ihnen der andere bedeutet. Wiederannäherung. Beim nächsten Unmut wieder Trennung. Ich gerate immer an sehr unsichere Männer. Eine Personalerin meinte ich strahle Ruhe und Stärke aus, daher kommen alle unsicheren Seelen zu mir. Ich hätte viel lieber jemanden der mir ähnlich ist. Denn mit den Unsicheren erlebe ich nur on/off. Die trauen ihren eigenen Impulsen nicht so stark. Ich weiss doch mit jeder Woche mehr warum ich mit jemandem bin, oder ?