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Gast

  • #1

Kann Karriere ein Hindernis für die zukünftige Partnerschaft für einen Single sein?

Wenn man Single ist und sich ganz stark auf seine Karriere fixiert und zwar so groß dass man das Ziel hat etwas zu erreichen kann das ein Hindernis sein für eine zukünftige Partnerschaft bei der Partnersuche? Ist es möglich dass man auch beides unter einem Hut bekommen kann? Was habt ihr für Erfahrungen gemacht?
 
  • #2
klar geht Beides, ist alles immer eine Frage der Prioritäten und diese sollten sich bei einer beginnenden Partnerschaft verändern
 
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Gast

  • #3
Kann Karriere ein Hindernis für die zukünftige Partnerschaft für einen Single sein? Meine Meinung: Ja und Nein! Ja, trifft für die ganz große Masse zu, da sie die Herzensbildung (emozionale Intelligenz) vernachlässigen bzw. so gut wie nicht beachten und ausschließlich den Verstand auf den Job/System gerichtet programmieren und trainieren. Weiter: Ist es möglich dass man auch beides unter einem Hut bekommen kann? Antwort: Ja, ganz sicher, wenn man an seiner ureigenen Persönlichkiet hart arbeitet und nach INNEN geht, wo es sehr Dunkel ist am Anfang! Die meisten Menschen halten sich lieber dort auf, (einfachster Weg des Widerstandes) wo es hell ist, also im "AUSSEN"! Die Antworten und die Fragestellungen hier bestätigen auch und gerade gerade diese Erkenntnis! Ich habe zum Glück Beides und kann das wärmstens nur empfehlen! Viel Erfolg! m
 
  • #4
Natürlich sind Prioritäten immer ein Hindernis für die nachrangigen Ziele, das ist doch klar. Man kann nicht alles gleich stark verfolgen und behandeln, insofern wird das prioritisierte Ziel immer erfolgreicher erreicht werden als nachrangige Ziele.

Wenn man als Single seine Karriere als oberstes und wichtigstes Ziel definiert, so wird die Partnersuche darunter natürlich leiden. Je beschäftigter, ausgelasteter, erfüllter, erfolgreicher, zufriedener man ist, desto weniger Bedürfnis, Zeit, Mühe verbleibt für Partnersuche. Sehr viele Menschen merken während des erfolgreichen Verfolgens ihrer Karriere in jungen Jahren nicht einmal, dass ihnen etwas fehlt. Egal ob Doktorand mit 60-Stunden-Woche oder als Manager mit 70-Stunden-Woche: Was auch immer einen ausfüllt, beschäftigt, fokussiert, das blockiert einen zugleich, anderes zu sehen oder zu verfolgen.

Die gleichen Gedanken gelten natürlich nicht nur für Partnersuche, sondern auch für Partnerschaft. Man hat eben nur eine begrenzte Menge an Zeit, Engagement, Arbeit, Fokus und man kann diese Menge unterschiedlich verteilen. Wer dabei Karriere zu Partnerschaft etwa 90:10 verteilt, der muss sich nicht wundern, dass die Nähe zum Partner verloren geht. Wer 10:90 verteilt, muss sich nicht wundern, wenn es mit der Karriere nicht weitergeht. Das ist doch alles ganz logisch und leicht verständlich.

Jeder Mensch muss seine eigenen Ziele und Prioritäten festlegen und auch bereit sein, sie in unterschiedlichen Lebenabschnitten neu zu definieren und zu ordnen.

Nun zu Deiner Frage, "Kann man beides unter einen Hut bekommen?" -- Nein, 100 :100 sind nicht möglich, bestenfalls eben 50:50. Ob das der einen oder anderen Sache gerecht wird, muss man selbst entscheiden. Natürlich sind sehr viele Menschen glücklich mit einem 50:50 -- aber für die perfekte Karriere reicht das wahrscheinlich nicht.

Ich persönlich habe mich entschieden, eine sehr gesunde Balance aus Freizeit, Familie und Karriere zu verfolgen. Ich habe beruflich schon viel erreicht, aber mich entschieden, dass ich weder mobil (im Sinne von Umziehen) sein möchte, noch eine 60-Stunden-Woche oder übertriebene Karrieregeilheit weiterhin sinnvoll ist. Ich habe Freizeit, Lebensfreude und Familie für mich als wichtig erkannt und verfolge etwa so einen 40:60-Ansatz zugunsten der Freizeit, zumindest was Prioritätensetzung angeht.

Als Frau ist es meiner Meinung nach besonders wichtig, sich selbst zu entscheiden, ob man nun Karriere oder Familie als vorrangiges Ziel sieht. Ich möchte keine Kinder als Säugling in die Krippe geben, sie fremderziehen lassen und mir hinterher einreden, dass absurde Vorstellungen von "Qualitätszeiten mit den Kindern" die Anwesenheit, das Urvertrauen, die Fürsorge der Mutter ersetzen können. Das ist meines Erachtens sachlich unzutreffend.
 
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Gast

  • #5
Meine Erfahrung ist die, dass Du sehr wohl Karriere und Partnerschaft unter einen Hut bringen kannst, vorausgesetzt: Du suchst Dir nicht einen Pensionisten oder einen Arbeitslosen.

Denn die haben soooo viel mehr Zeit zur Verfügung als DU und werden dann lästig, wenn Du nicht so viel Zeit hast.
Ich war lange Zeit mit einem Mann zusammen, der bereits in Pension war (Lokführer, der mit 52 in Pension "geschickt" wurde). Ich bin selbständig, mit sehr unregelmässigen Arbeitszeiten, weil ich ein Saisongeschäft mache. DAS ist nicht gut gegangen. Er ist alleine vier Wochen auf Reisen gegangen, ich konnte nicht mit. Habe es aber akzeptiert. Nur er hat nicht akzeptiert, dass ich - wenn ich mal frei hatte - auch einfach mal nur Zeit für MICH gebraucht hab - ohne ihn.
DAS hat er nie verstanden und so sind wir nun kein Paar mehr.

Also suche Dir möglichst jemanden, der ebenso Karriere machen will, dann wird es auch passen. Andernfalls geht gleich die Liebe flöten.
 
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  • #6
Ja, aber nur dann, wenn du nicht in der Lage bist, in gewisser Weise zweigleisig zu fahren. Das ist das Problem vieler Männer: sie machen Karriere, und leben jeweils in ihrer eigenen Job-Welt, mit wenig Andockpunkten ins reale Leben. Frauen - und das ist nun wirklich gut auch wissenschaftlich bewiesen - sind in der Lage, beides besser unter einen Hut zu bringen. Dabei ist natürlich immer die Frage, was du unter "Karriere" verstehst. Wenn du die Chefin der Deutschen Bank werden willst oder Bundeskanzlerin, hast du kaum Freiräume. In vielen anderen Jobs schon - man muss es nur wollen. Was du aber brauchst, ist ein Partner, der nicht erwartet, dass du jeden Abend um 18.00 Uhr vor ihm am Sofa steht, sondern eine eigenständige Partnerin schätzt (und eure Partnerschaft gleichzeitig auch so lebt, dass ihr nicht nur gemeinsame Zeit habtr, sondern euch auch gegenseitig ! unterstützt,,,,)
w
 
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  • #7
Meiner Erfahrung und Beobachtung nach ist das eine Frage des Geschlechts.

Männer bekommen Karriereplanung und Beziehung sehr häufig sehr gut unter einen Hut, weil Frauen sich neben einem sehr erfolgreichen Mann fast schon naturgegeben zurück nehmen und das Arbeitspensum des Mannes auch akzeptieren - zwar nicht immer begeistert, aber von "Ruhm, Ansehen und Einkommen" profitieren sie ja auch. Wenn dann auch noch Kinder kommen, stellt sich die Frage gar nicht mehr. Ich habe nicht selten bei Kollegen/ Chefs beobachtet, dass sie plötzlich noch sehr viel mehr im Job sind, seit das erste Kind geboren ist. Die gehen sogar extra später nach Hause, weil sie da nicht nach dem stressigen Jobtag das auch noch erledigen müssen. Sie warten dann lieber die Uhrzeit ab, bis Ehefrau bestimmte Aufgaben dann schon längst erledigt hat. Manchmal fällt ihnen das selber gar nicht af, erst wenn man sie anfängt darauf aufmerksam zu machen.

Karrierebewußte Frauen, und ich meine jetzt Karriere im Sinne von z.B. TOP-Management, Chefärztin etc. haben nur sehr wenig Chancen, dass mit einer guten, engen Partnerschaft zu verbinden.
Weniger beruflich erfolgreiche Männer ertragen das meist nicht wirklich lange, egal, was sie am Anfang auch alles dazu gesagt haben. Sie suchen sich dann doch lieber Partnerin zum Aufwerten des eigenen Ego`s oder beginnen in der Beziehung einen Wettkampf nach dem anderen. Das nervt dann irgendwann. Wenn sie sich nicht behaupten können, kann es nochmal ganz übel werden.
Ebenso erfolgreiche oder noch erfolgreichere Männer kommen hingegen mit dem vollen Kalender der Karrierefrau wiederum nicht zurecht. Sie brauchen eine, die ihnen den Rücken frei hält. Aber wenn beide Gas geben, dann kommt SIE spät, ER auch, nichts geht im Hintergrund wie von Zauberhand, wenn einer gar nicht oder nur Teilzeit arbeitet.
SIE soll ja auch mit auf gesellschaftliche Anlässe seinen Status mit präsentieren, sie hat dann aber wg eigener Aufgaben nicht immer oder selten Zeit. ER hat für ihre Verpflichtungen "mit Partnereinladung" eigentlich auch kein Zeit und wenn die Fachgebiete völlig auseinanderfallen sowieso meistens wnig bis keine Lust. Z.B. der Jurist hat spätestens nach einer 1. Erfahrung kein 2. mal keine Lust auf die Abendveranstaltung eines z.B. Gynäkologenkongresses mitzugehen ... oder als Arzt keine Lust einen ganzen Abend lang mit fast ausschließlich Juristen zu verbringen. Männer stresst sowas m.E. n. mehr als Frauen. Und an den Gattinnenveranstaltungen nimmt Mann dann ja auch nicht wirklich begeistert teil.

Ich kenne leider kein einziges Paar, bei dem es auf dem high-Karrierelevel mit 2 TOP-Performern als Paar dauerhaft funktioniert hat.
 
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  • #8
Nein, eine Karriere muss kein Hindernis für eine Partnerschaft sein.

Nur zwei Beispiele die jeder Deutsche kennt, und bei denen es hundertprozentig funktioniert:

1. Dr. Angela Merkel, Chemikerin und Bundeskanzlerin, und ihr Mann Prof. Joachim Sauer, preisgekrönter (nobelpreisverdächtiger) Spitzen-Physiker. Okay, keine Kinder.

2. Dr. med. Ursula von der Leyen, Ärztin, Ministerin, siebenfache Mutter, und ihr Ehemann, der Unternehmer und Arzt PD Dr. med. Heiko von der Leyen.

In meinem persönlichen Umfeld gibt es ebenfalls zahlreiche (!) Paare, die eine geglückte Kombination aus (Top-)Karriere und Partnerschaft leben. Ein Beispiel von vielen:

Chef einer großen deutschen Universitätsklinik, nebenbei begabter Cellist, seit Studententagen glücklich verheiratet mit erfoglreicher Psychotherapeutin, die nebenbei begabte Posaunistin ist. Zwei mittlerweile erwachsene Kinder, mehrere Enkel.

w53
 
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  • #9
zu 7:
beide Beispiele hinken, da zu 1. hinter vorgehaltener hand viel gemunkelt wird, aber da weiß niemand was genaues, außer, dass beide nicht wirklich viel Zeit noch miteinander verbringen, aber beide für die Karriere, wie so oft, eine intakte Ehe vorzeigen mussten.
und dass jeder verständnis dafür hat, wenn er alle offiziellen events ausläßt und sich nicht in die 2. reihe stellt, während von kanzlergattin da natürlich zur unterstützung der öffentlichen aufgaben des kanzlergatten mehr soziales engagement erwartet wird.

und zu 2. hat Frau von der Leyen bis zur Geburt des letzten Kindes 1999 das Leben ihres Mannes gelebt und hat die eigene berufliche Entwicklung komplett hinten angestellt, bis 1996 war sie mit ihm in den Staaten, weil er dort als Mediziner an der Uni beschäftigt war, sie war dort lediglich an der Uni als Gasthörerin eingeschrieben und im Grunde erwerbslose Mutter und Ehefrau mit ausreichend familiärer finanzieller Unterstützung in den USA. Danach hat sie als Assistentin an einem Lehrstuhl der MHH wenig spektakulär gearbeitet, ein Job, den sie sowieso normalerweise im fortgeschrittenen Alter nicht mehr ohne hannoveranischen familiären background bekommen hätte. Und erst im Jahr 2001 hat sie mit einem riesigen Topf Vit B ihre politische Karriere gestartet, da war sie sie schon 42 Jahre !! alt .... wieviele Frauen mit 7 Kindern würden normalerweise in D mit einer Schar Kleinkinder (jüngstes 1 Jahr) noch einen neuen Job bekommen mit 42J?
Lässt sich übrigens alles in ihrem öffentlichen CV nachlesen.

Nur damit hier kein falscher Eindruck entsteht: Ich schätze Frau v.d. Leyen und man muss es anerkennen, dass sie trotz der Kinder beruflich immer wieder weiter irgendwas gemacht hat trotz Pausen. Man muss nur in diesem Zusammenhang die Dinge auch so sehen, wie sie dann tatsächlich sind.
 
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  • #10
Eines muss man wissen, die meisten erfolgreichen Menschen mit Familie konnten ihren Weg nur machen, weil ihnen der Partner den Rücken frei gehalten oder man zusätzliche Hilfe engagiert hat. Entweder hat die Frau aufgehört zu arbeiten und sich dem Familien Management gewidmet. Oder sie ist berufstätig geblieben (ein anspruchsvoller Beruf heisst noch lange nicht, dass jemand auch im höheren Management tätig ist) und die Familie hatte Unterstützung: Haushalthilfe, Kindermädchen, Gärtner usw. (die muss man nicht alle fest anstellen, das geht auch mit Teilzeitpensen - meine Haushalthilfe kommt wöchentlich, der Gärtner bei Bedarf im Sommer öfter als im Winter; Kindermädchen fällt weg, da ich keine Kinder habe). Bei guten bis sehr guten Einkommen ist Fremdhilfe völlig normaler Alltag.

Dann gilt es noch eine weitere Tatsache zu beachten: auf dem Karriereweg ist man für ein paar Jahre tatsächlich oft überdurchschnittlich ausgelastet. Im Top Management ist dies bei weitem nicht mehr so. Viele Top Manager haben ausreichend Zeit für ihre Freizeitbeschäftigungen wie Golf usw., denn wenn man es geschickt anstellt, unterstehen einen ausreichend gut qualifizierte Mitarbeiter, auf die man sich verlassen kann. Und dann kann man sich problemlos die Überstunden sparen. In diesen Kreisen ist das Repräsentieren ohnehin oft wichtiger als das Arbeiten.

Karriere kann am Anfang Zeit kosten und das kann eine Partnerschaft / Partnersuche beeinträchtigen, aber wenn man einen gewissen Einkommenslevel erreicht hat, gibt es genug Möglichkeiten, sich das Leben zu erleichtern.