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  • #1

Kann man Heiligabend nicht einfach mal zu zweit feiern?

Hallo ihr Lieben,
ich brauche Hilfe. Die Familie meines Freundes macht immer sehr betont auf Tradition und das immer alles so sein muss wie sie es für richtig halten. Die letzten 2 Jahre habe ich mich dazu breitschlagen lassen Heiligabend bei seiner Familie zu verbringen. Alles ist durchgeplant, zu einer genauen Uhrzeit wird gegessen, während dem Essen darf keiner aufstehen und das obwohl wir mitte bis ende 20 sind und danach muss vorm Tannenbaum gesungen werden. Ok damit könnte ich noch leben, aber im ersten Jahr machte es meine Schwiegermutter auch noch zu einem riesen Drama das mein Freund mich mitbringen wollte weil wir nicht getrennt feiern wollten. Schließlich sind wir wohl meiner Meinung nach alt genug nicht mehr nur mit Mami und Papi zu feiern. Naja auf jeden Fall endete es erstmal in einem riesen Stress weil das Fest ja nur der Familie gehört und sonst keiner dabei sein darf. Na danke. Achja allgemein sieht meine Schwiegermutter mich ja eher als Konkurrenz um die Gunst Ihres Sohnes, als das sie mich als Schwiegertochter akzeptiert.

Nun jetzt habe ich also 2 Jahre meine Vorstellungen zurück gestellt und mich einem zum Teil sehr stressigen und harmonie vorgespieltem Weihnachten hingegeben und nun? Ja jetzt will ich endlich mal anders Feiern und zwar als Paar.

Eigentlich dachte ich, dass mein Freund und ich uns da jetzt einig sind und er zu mir steht. Aber nein erst erzählt er seiner Mutter, dass es ja nur ausgleichende Gerechtigkeit ist, wenn wir dieses Jahr bei meinen Eltern feiern würden. Nur dass meine Eltern kein Problem haben wenn wir erst nach Weihnachten kommen weil sie diesen Stress auch immer gehasst haben. Also war mein Plan Heiligabend zu Hause und an den Feiertagen zu Eltern und Schwiegereltern. Aber mein Freund kann einfach nicht zu entscheidungen stehen so scheint es und ehrlich gesagt fühle ich mich mal wieder als würde er mir für seine Mutter in den rücken fallen. Nicht genug, dass sie jetzt zum zweiten mal nachfragt ob es bei unserer entscheidung bleibt, Weihnachten nicht bei Ihnen zu feiern, nein behauptet Sie auch jedes mal, dass bei meiner Familie ja eh nicht richtig gefeiert wird. Netter Weise gibt mein Freund ihr dann auch noch recht dabei weil meine Mutter immer arbeiten musste und sagt ihr dann noch dass es ihm ja auch schwer fallen wird nicht mit Ihnen zu feiern. Zwar musste meine Mutter arbeiten(Krankenschwester) aber trotzdem wurde bei uns Weihnachten gefeiert.

Ich stecke also 2 Jahre zurück, damit dann im dritten Jahr immernoch diskutiert wird. Ehrlichgesagt bin ich mir nicht sicher was ich jetzt machen soll. Ich habe keine Lust im Leben immer alles so zu machen wie es von seiner Familie verlangt wird. Mir ging es dadurch vor einem Jahr schon sehr schlecht und es war einer der Auslöser einer schweren Depression. Ich fühle mich einfach eingeengt weil alles nach den Vorstellungen seiner Familie laufen soll, denn alles andere ist ja falsch.
 
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  • #2
In meinem Bekanntenkreis hatte ein Paar das Problem. Die Lösung war einfach und abgenabelt: Heiligabend zu KEINEN Eltern, sondern jährlich wechselnd am 1. und 2. Weihnachtstag. Heiligabend gehört jetzt ihnen allein.

Davon ab würde ich zu so einer stock-traditionellen Familie, die jedem Loriot-Sketch entsprungen sein könnte, sowieso nicht gehen. Ach, ich guck jetzt mal wieder ein paar von denen.
 
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  • #3
Klasse, das Fest der Liebe, an dem ja "eigentlich" ein herzlich Willkommen an der Türe stehen sollte, im Sinne der Gemeinschaft, wird wieder einmal für Psychospielchen einer dominanten Mutter benutzt ... mir kommt das sehr bekannt vor und es ist wirklich traurig und ich kann Dich gut verstehen.
Dein Freund kann sich nicht entscheiden, also treffe Du eine Entscheidung für Dich. Frage Dich was Dir gut tun würde am Heiligen Abend und mache es. Wenn es bedeutet, dass Ihr dann den Abend getrennt verbringt, dann ist es eben so. Versuche diese Entscheidung wirklich in Deinem Sinne zu treffen. Stehe dazu und es kann gut sein, dass sich Dein Freund Dir anschließen wird. Erzwungene Stunden am 24.12, ob in der Familie oder zu Zweit, sind sicher nicht im Sinne der fröhlichen Weihnacht.

Viel Glück :)
 
  • #4
Einzelkind, Dein Freund?

Entweder Du machst es so, wie # 1 vorschlägt und Du es auch selbst vorschlugst, also Eltern erst an den Feiertagen, oder Du schickst ihn einfach Heilig Abend alleine zu seinen Eltern und feierst mit Freunden bzw. Deinen eigenen Eltern (falls Du Dich bei denen wohlfühlst).

Hier stimme ich erneut #1 zu:

Davon ab würde ich zu so einer stock-traditionellen Familie, die jedem Loriot-Sketch entsprungen sein könnte, sowieso nicht gehen.
Wenn er sich das unbedingt reinziehen will, weil er der geliebte einzige Sohn ist und es schon immer so war, sein Problem. Deswegen brauchst Du das noch längst nicht ebenfalls zu ertragen.

Mich würden an Heilig Abend keine zehn Pferde zu den Eltern meines Partners ziehen. Zumindest nicht bei dem von Dir geschilderten Ablauf.
 
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  • #5
Als Paar Weihnachten feiern find ich irgendwie schräg, wenn man eine Familie hat.
Ich bin inzwischen 39, habe Kinder, aber meine Familie ist trotzdem jedes Weihnachten zusammengekommen.
Dass man bei Tisch nicht aufstehen darf ist ja wohl selbstverständlich!?
Singen untern Baum ist nun nicht so meins, aber ich finde, du solltest deinen Kopf da nicht so stur durchsetzen. Lass ihm seine Familie, er sitzt da zwischen den Stühlen, seine Mutter ist ihm auch wichtig.
Was ist so schlimm daran, wenn ihr Weihnachten getrennt feiert, jeder bei seiner Family?
Mit Ende 20 zusammen als Paar Weihnachten feiern wäre für mich kein Weihnachten gewesen und ich habe bevor wir Kinder hatten niemals mit einem Mann Weihnachten gefeiert!
Und jetzt, da ich getrennt bin, würde ich von meinem neuen Partner auch nicht erwarten, dass wir Weihnachten zusammen feiern. Erst recht nicht, wenn er auch Kinder hat. Solange wir nicht zusammen wohnen inkl. Kindern darf er auch sogar mit seiner Exfrau feiern. Wäre kein Problem für mich.
Übertreib das mal nicht.
Weihnachten ist ein Familienfest. Manchen ist die Familie da wichtiger, anderen nicht.
Würde mich da nicht so reindrängen.
 
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  • #6
Das ist das typische Problem, wenn (im Extremfall) ein abgenabelter Einzelgänger und ein Familienmensch zusammenkommen. Ich habe meinen Freund zu seinen Eltern geschickt und Weihnachten mit meiner Katze und einem Roman verbracht.
 
  • #7
Bereits vor einem Jahr eine schwere Depression, u. a. wegen der Schwiegerfamilie?

Bist du ganz, ganz sicher, dass dieser Muttersohn der Mann deiner Wahl ist?
 
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  • #8
Stimme #4 vollends zu. Weihnachten ist ein Familienfest. Wenn Du weder Deine noch seine magst, musst Du wohl alleine bleiben. Immer dieses Anspruchsdenken. Die Eltern waren vor Dir schon da und werden es auch nach Dir auch noch sein. Für Zweisamkeit ist den Rest des Jahres noch Zeit. m37
 
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  • #9
1. Man muss es nicht allen Recht machen.

2. Sobald sich ein Paar gefunden hat, gibt es eine neue Familie. Die alten Familien sollten dann zurück stecken (wenn nicht freiwillig dann siehe oben).

3. Weihnachten wird überbewertet. Bei den meisten Familien wird nur ein traditionell eingeschliffener überkommerzialisierter Brauch durchgezogen, ohne dass sich jemand Gedanken um das richtige Miteinander macht. Am Ende kommt es dann zu Streit.

Wenn ich allerdings lese, dass Dein Freund sich von seiner Mutter gängeln lässt und nicht zu Dir steht, würde ich einen ganz genauen Blick auf eure Beziehung werfen.
 
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  • #10
Meistens ist es doch so, dass man nicht darum herum kommt, einen der Weihnachtstage bei den eigenen Eltern zu feiern und einen bei den Schwiegereltern. Da deine Eltern diesbezüglich flexibler sind, geh doch an Heiligabend zu seinen Eltern, dann hast du es hinter dir. Du hast keinen wirklichen Vorteil, wenn du den Besuch um einen oder zwei Tage aufschiebst. Du provozierst damit nur, dass dann an allen Feiertagen angespannte Stimmung herrscht. Wozu sollte das denn gut sein? Wenn du später eine eigene Familie hast, ist es etwas anderes. Dann kannst du zu Recht darauf beharren, den Heiligabend alleine mit deiner Familie zu verbringen.

Seltsam ist allerdings, dass seine Mutter dich ursprünglich gar nicht dabei haben wollte, weil sie Weihnachten nur im Kreise der eigenen Familie feiern wollte. Immerhin hat sich dein Freund diesbezüglich durchgesetzt und dich trotzdem mitgenommen. Und dass du dich als Gast an die Gebräuche der Gastgeber hält, ist wohl normal - das ist eine Frage des Anstandes. In dem Punkt hast du eine seltsame Einstellung, das was du beschreibst, ist doch in vielen Familien der alljährliche Weihnachtsablauf.

Ich denke nicht, dass du eine Depression bekommen hast, weil du Heiligabend bei deinen Schwiegereltern verbringen musst, sondern dir ist bewusst, dass dich deine Schwiegermutter nicht mag. Damit musst du dich aber unabhängig von Feiertagen auseinandersetzen und dich fragen, wie du damit umgehen willst.
 
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  • #11
In guten Häusern ist das tatsächlich so, daß man während des Festessens nicht aufsteht. Und sich auch sonst an ein paar Regeln hält. Das tun alle und von einem Besuch wird das ebenfalls und zu recht erwartet. Wenn einem das nicht paßt, ist man sowieso im falschen Film. Und warum sprichst Du von Deiner "Schwiegermutter". Die Dame ist lediglich die Mutter Deines Freundes. Einen solchen Unterschied im Status nicht einmal begriffen zu haben, zeugt wirklich nicht von Kinderstube oder wenigstens Einfühlungsvermögen. Status ist in guten Familen etwas, was mit Rechten und mit Pflichten verbunden ist. Es sorgt für Stabilität, denn gute Familien haben in der Regel einiges zu verlieren, daß ihnen von ihren Vorfahren anvertraut worden ist. Materiell wie kulurell.
 
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  • #12
Möchtet Ihr nicht dieses Jahr ein paar Tage verreisen? Es muss ja nicht mit einer weiten Fahrt verbunden sein. Ein hübsches, romantisches Hotel? Es ist nicht die perfekte Lösung des Problems, aber immerhin eine Lösung.

Dass die Mutter Deines Freundes Dich nicht mag, ist keine Besonderheit. Mütter mögen die Freundinnen/Ehefrauen ihrer Söhne üblicherweise grundsätzlich nicht bzw. meist erst dann, wenn das erste Enkelkind da ist. Und auch dann machen die Schwiegertöchter noch das meiste falsch. Versuche Dich/Euch also davon zu befreien, dass die Mutter Deines Freundes/Deine (zukünftige?) Schwiegermutter Dich schätzen soll. Das kann noch Jahrzehnte dauern, wenn überhaupt. Die bewusste oder unbewusste Grundhaltung der meisten Mütter von Söhnen ist: Du nimmst ihr den Sohn weg und bist nicht gut genug für ihren Sohn. Davon abgesehen ist in vielen Familien der Sohn für die Mutter auch Partnerersatz, was die Situation nochmals schwieriger macht.

w/50
 
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  • #13
Heiligabend ist meiner Meinung nach kein Paarfest, sondern ein Famlienfest, wo man seine eigene Famlie nicht ausschließt. Ist das dein Ernst? Ich glaube, du hast verkehrte Vorstellungen, wie es bei den anderen Paaren läuft. Ist das dein erster Freund? In meinen Partnerschaften war es Gang und Gäbe, dass man getrennt feiert und jeder bei seiner eigenen Familie sitzt und kenn das auch von allen anderen Leuten so (außer man ist verheiratet oder wohnt seit einigen Jahren zusammen, und muss sich arrangieren, dann ist das was anderes).

Wenn du/ihr zu zweit feiern wollt (was ich persönlich nicht verstehe!) dann muß dein Freund sich halt mal bei seiner dominanten Mutter durchsetzen und sagen: "Sorry, Mama, ich hab schlichtweg kein Bock bei dir zu feiern". Und dann sollte man so konsequent sein, sich umdrehen und gehen! Vielleicht sogar für immer.

Ganz ehrlich, ich könnte mir niemals vorstellen, zu einer fremden Familie zu fahren, um Weihnachten zu feiern, bei Leuten, die man gar nicht kennt (außer man ist eben verheiratet). Da finde ich es daheim doch beiweitem gemütlicher! Ich hab doch kein Bock als erwachsener Mensch vor dem Tannenbaum zu singen wie ein Idiot, oder nicht bei Tisch aufstehen zu dürfen. So eine erzkonservative Einstellung passt nicht zu mir. Damit könnte ich gar nicht klar kommen. Und ein solch erzkonservativer Freund, der daheim bei Mama Liedchen singt, wird nicht mein Partner!
 
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  • #14
Deine potentiellen Schwiegereltern scheinen in der Vergangenheit stehen geblieben zu sein und haben anscheinend noch nicht bemerkt, dass ihr Sohn jetzt ein eigenes Leben führt. Leider scheint das bei Deinem Partner auch der Fall zu sein.

Ich kenne es bei mir und befreundeten Paaren so: ist das Paar schon länger zusammen, spätestens wenn es zusammen wohnt, feiert es Heiligabend alleine, dann den ersten Weihnachtsfeiertag bei den einen, den zweiten bei den anderen Eltern.

Dass jeder den Heiligabend bei den eigenen Eltern verbringt kenne ich nur bei ganz frischen Paaren, noch in Studium oder Ausbildung, die meist auch nicht am selben Ort wohnen wie die Eltern.

Ich weiß nun nicht, wie alt ihr seid, kann aber nur dazu ermutigen euch auf euch selbst als eure Familie zu besinnen und (in eurem Fall) alle alten Zwänge abzustreifen. Für eine gute Idee halte ich den Vorschlag über Weihnachten zu verreisen. Einfach die Woche nicht da sein. Es gibt sehr schöne Urlaubsziele für Heiligabend bis Neujahr.
 
  • #15
Ich werde nie begreifen, dass diesem kommerzielle Geschenketauschtag so viel Bedeutung beibemessen wird. FS wenn er zu seinen Eltern fahren will, dann laß ihn doch. Ihr könnt doch jederzeit einen schönen Abend zu zweit machen. Muß es denn ausgerechnet der 24.12. sein? Schenk Dir ein Glas Wein ein, ein schönes Buch auf dem Sofa, freu Dich, Du hast den ganzen Stress nicht. w51
 
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  • #16
Mach so, wie es Dir gefällt.
Ganz wichtig dabei ist, dass auch Du an einen Punkt kommst,
an dem Du zu Deiner eigenen Entscheidung stehst.
Und wenn Dein Partner sonstwas seiner Mama erzählt - ist alles egal - solange ihr eben zu zweit feiert.
Dein schlechtes Gewissen (Und das hast Du!) schiebt die Schuld auf den Mann und dessen Mutter.
Mach Dir da mal keine Gedanken, hör auf rumzuheulen und setzte Dich durch.
Punkt. ;-)
w/45
 
G

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  • #17
Mit 21 bin ich zuhause ausgezogen, und ab diesem Zeitpunkt habe ich NICHT mehr mit meinen Eltern Heiligabend gefeiert, sondern mit meinem Partner! Wäre ja noch schöner, jedesmal zu den Eltern fahren zu müssen und Happy Family spielen zu müssen. Es gibt ja noch zwei Weihnachtsfeiertage.

Mittlerweile sind wir jedes zweite Weihnachten im Urlaub - spätestens Heiligabend geht der Flieger und nichts wie weg. Das ist schön, in Zweisamkeit und entspannt mit neuen Eindrücken. Wer ganz in Ruhe am ersten Weihnachtsfeiertag um 11 Uhr morgens am 1. Abschlag in südlicher Sonne steht, kann getrost die streitbaren Weihnachtsgansessen zuhause vergessen. In den Jahren dazwischen feiern wir mit unseren minderjährigen Kindern, aber auch nur noch so lange, wie diese erwachsen sind.

Also, liebe FS, lass dich nicht abbringen von deiner Meinung. Und ganz ehrlich, dieser evtl. zukünftigen Schwiegermutter wirst du es NIE Recht machen können. Ein Grund, warum ich meinen Exmann verlassen habe...
 
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Mooseba

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  • #18
Solange ich keine eigenen Kinder habe, ist es überhaupt nicht gern gesehen, wenn ich Weihnachten nicht erscheine - ob mit oder ohne Freundin, ist meiner Familie da gar nicht so wichtig, aber ich sollte (nicht unbedingt muss) da sein. Letztes Jahr war ich zum ersten Mal nicht da, das wurde als Ausnahme noch toleriert. Ich bin bestimmt kein Muttersöhnchen, da ich schon mit 19 ausgezogen bin, weit weg. Aber bei uns gilt es, dass eine Familie zuerst immer eine Pflichtgemeinschaft ist. Da bestimmt auch noch der Vater, nicht die Mutter - nicht einmal im Verborgenen. Davon kann man halten, was man will.

(m,30)
 
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  • #19
Mein Lebenspartner ist über 50, ein Einzelkind, seine Eltern beide über 85, 800 Km entfernt.
Er besucht sie regelmäßig, mehrmals bin ich schon mitgekommen und wir verstehen uns sehr gut.
Weihnachten ist es selbstverständlich , dass er mit ihnen zusammen ist , auch wenn sie nicht besonders religiös sind. Ich wäre die letzte, die es ihm verbieten und mich dazwischen drängen würde. Gewinnen würde ich nichts.
Da ich Kinder habe, die noch keine eigenen Familien, oder Partner haben, wird es bei uns einfach gut organisiert: einen Abend beim Vater (dieses Jahr Heiligabend ), den nächsten bei mir , am 2.Weihnachtstag fahre ich zu meinem Lebenspartner und seinen Eltern.
Unseren gemeinsamen "Heiligabend" haben wir letztes Jahr am 22. Dezember zelebriert...Es war wunderschön und beide konnten wir uns dann unseren Familien widmen und nicht das Gefühl haben, man muss sich zwischen allen zerreißen und niemandem wird man gerecht.
Auch wenn wir zusammen wohnen würden, wäre es auch eine gute Lösung für alle.
 
G

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  • #20
Grundsätzlich ist alles, was nicht ERZWUNGEN und ERWARTET wird, gut. In deinem Fall fühlst du dich allerdings unwohl - das sollte dein Partner, so ihm wirklich etwas an die liegt, akzeptieren und für euch beide einen Kompromiss aushandeln. Friss oder strib ist in einer Partnerschaft nie der richtige Weg. Nach 2 x Stress mit der Familie, könntet ihr vereinbaren, diesmal zu Zweit zu feiern. Lass Dir etwas schönes romantisches einfallen, damit er danach nicht meckert und sagt, bei Mama war es aber schöner. Es muss ganz anders sein, ganz persönlich, nur ihr beide!!! Vielleicht mag er dann im nächsten Jahr gleich bei dir bleiben - oder der Kompromiss sieht vor, dass ihr ein Jahr so und ein Jahr so feiert. Bleibe dran, sonst wirst du NIE deine Wünsche durchsetzen. Viel Glück!
 
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  • #21
Wenn ich Weihnachten (oder auch jeden anderen Tag) mit anderen verbringe, dann weil ich es möchte und es mir wichtig ist, nicht weil ich mich damit innerhalb von Toleranzgrenzen bewege...

Mein Tipp an die FS und alle anderen, die vielleicht ungewollte Weihnachtsriten befolgen: Man kann sich ja gemeinsam hinsetzen und gemeinsam im Familienkreis erörtern und erschließen, was das Fest in der Familie für die einzelnen bedeutet - etwas tiefenpsychologischer und abseits tradierter möglicherweise unreflektierter Gewöhnung. Wenn sich alle trauen im Inneren zu wühlen und die Wahrheit zu sagen gebe ich Brief und Siegel, dass danach nur noch die, die es wirklich wollen, zusammen feiern und die anderen an anderen Orten, mit anderen Leuten, alleine oder gar nicht.

Und es wäre für alle ehrlicher und letztendlich schöner.
 
M

Mooseba

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  • #22
[...]

Mein Tipp an die FS und alle anderen, die vielleicht ungewollte Weihnachtsriten befolgen: Man kann sich ja gemeinsam hinsetzen und gemeinsam im Familienkreis erörtern und erschließen, was das Fest in der Familie für die einzelnen bedeutet - etwas tiefenpsychologischer und abseits tradierter möglicherweise unreflektierter Gewöhnung. [...]
Das soll ein Witz sein, oder? Da kennst du aber manche Familien schlecht. In meiner ist man quasi verpflichtet, dass man viel von Weihnachten hält. Alles andere ist Dekadenz bzw. der Beginn vom Untergang des Abendlands. Es ist etwas überspitzt zusammengefasst, aber es geht bei uns klar in diese Richtung. Und in vielen anderen Familien ist es sicher ähnlich, v.a. mit stark christlicher Ausprägung. Da hat die Pflicht immer Vorrang bzw. positive Gefühle wie Liebe, Zuneigung und Familiensinn sind gleichzeitig eine Pflicht.
 
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  • #23
Ich finde, Weihnachten ist ein Familienfest, und wenn man noch Familie hat, sollte man doch froh und dankbar darüber sein.Vorausgesetzt natürlich, man ist nicht vollkommen zerstritten.Es wird der Tag kommen, an dem die Eltern mal nicht mehr da sind...

Dass man bei Tisch bei einem Familienessen, oder auch bei einem Essen mit Freunden oder im Restaurant nicht aufsteht, ist doch vollkommen selbstverständlich... weshalb sollte man während des gemeinsamen Essens auch aufstehen, abgesehen davon, dass das wirklich unhöflich den anderen gegenüber ist... ? (kenne das eigentlich nur von kleinen Kinden, dass sie während der Tischzeit manchmal aufstehen möchten...)

Ausserdem besteht Weihnachten meines Wissens aus drei Tagen, zumindest letztes Jahr war es noch so ;) weshalb dann nicht Heiligabend zu seiner Familie (vielleicht könnt Ihr Euren Besuch ja etwas verkürzen) und die restlichen Feiertage in trauter Zweisamkeit verbringen?
 
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  • #24
Nicht Aufstehen dürfen ist 19. Jh.. Wenn jemand auf den Abort muß oder Rückenprobleme hat, lasse ich den nicht absichtlich aussitzen. Immer schön die Form wahren, es wird ja nur ein schöner Tag wenn alle auf Position sind. Ach, da klingeln auch schon die Möbelpacker mit dem Klavier. Mutter, wir danken dir!
 
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  • #25
Das Thema kenne ich. Gut, bei mir ist die Sache etwas anders, meine Eltern wohnen 500 km weit weg! Aber mein Ex war da auch recht konservativ. Heiligabend bei seiner Familie!

Als wir dann einmal bei meinen Eltern waren, fand er es öde. Es gab Heligabend keinen Festbraten, sondern ganz normales Mittagessen und Abends dann Fondue oder Raclette. Bei uns gabe es Heiligabend oft nur Kartoffelsalat und Würstchen. Und? Soll meine Mutter Weihnachten stundenlang in der Küche stehen, damit wir was ordentlioches zu essen bekommen? Es ghab da oft Streit. Selbst als meine Eltern einmal bei uns fahren über Weihnachten, musste er noch Heiligabend zu seinen Eltern, weil es da ja was ordentliches zu essen gab! Es gab immer an den Feiertagen Streit bei uns.

Tja, wenn einer von beiden nicht zu Kopmpromissen bereit ist, wird es schwer sich da auf was zu einigen!
 
  • #26
Wer als Erwachsener seinen Eltern immer noch hörig ist - scheint mir noch nicht erwachsen zu sein.

Jeder sollte so Weihnachten feiern, wie es ihm am besten gefällt, und nicht "zwangsweise".
Wenn der Eine nur mit seinem Partner feiern will, der aber nur in der großen Familie = Zwiespalt.
Da sollte der Andere lernen, daß die eigene Partnerschaft Vorrang hat. Zumal es auch Vorteile hat, wenn man gemütlich nur zu zweit, oder zusammen mit seinen Kindern feiert, anstatt förmlich und aufwändig in der Großfamilie.

Der FS würde ich "Weihnachtsstreik" empfehlen. Mal nicht zu seinen Eltern mitgehen, und sich nicht von ihrem Partner etc. unter Druck setzen lassen.
Wenn er Weihnachten lieber so förmlich und aufwändig feiern will - bitte sehr - kann er ja alleine zu seinen Eltern, und dort feiern.
Wenn er dabei seine Partnerin vermisst, vielleicht wacht er dann endlich auf, und lernt dazu ?
Vielleicht braucht es daß, damit er es endlich kapiert ?

Währenddessen macht die FS es sich zuhause gemütlich, und feiert selber Weihnachten.
Vielleicht lädt sie sich eine Freundin o.a. ein, die sonst auch alleine zuhause wäre ?
Zwar ohne Partner, aber dafür in Ruhe und Frieden. Und so, wie sie es möchte, aber nicht von Anderen diktiert.

Warum machte Loriot den TV-Sketch mit dem kitschigen, förmlichen "Weihnachten bei Familie
Hoppenstedt" ? Damit die Leute lernen, wie man es besser nicht macht !
 
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  • #27
Naja auf jeden Fall endete es erstmal in einem riesen Stress weil das Fest ja nur der Familie gehört und sonst keiner dabei sein darf.

Interessant.. und was macht diese Familie, wenn ihr verheiratet seid und Kinder habt? Wer darf dann kommen und wer nicht?
Abgesehen davon, dass ich bei so einer Familie davonlaufen würde - ich mag den Trubel auch nicht.
Daher empfehle ich dir:
pack dich und deinen Freund zusammen, nehmt ein Last minute-Angebot wahr und verbringt die Feiertage all-inclusive irgendwo im sonnigen Süden. Da wird zwar auch in der Famile herumgemosert, aber ihr habt dort Ruhe und dein Freund kann nicht mehr ruckfällig werden. Mach ihm das doch mal schmackhaft!
 
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  • #28
Stimme #4 vollends zu. Weihnachten ist ein Familienfest. Wenn Du weder Deine noch seine magst, musst Du wohl alleine bleiben. Immer dieses Anspruchsdenken. Die Eltern waren vor Dir schon da und werden es auch nach Dir auch noch sein. Für Zweisamkeit ist den Rest des Jahres noch Zeit. m37

Die Zukunftsvorstellung, das ein 60jähriger Mann mit seinen greisen Eltern daheim Weihnachten feiert, die Frau allein zuhause sitzt, weil sie von der mittlerweile 85jährigen Schwiegermama immer noch ausgeschlossen wird - (Enkel)Kinder sind ausgeflogen und feiern auch anderswo.... erheitert mich.
Bist du sicher, dass dies die richtige Denkweise ist?
 
  • #29
Weihnachten ist ein Familenfest, vor allem wenn Kinder da sind. Ich persönlich sehe als Paar ohne Kinder keinen Grund, allein zu zweit Weihnachten zu feiern. Entweder klinkt ihr Euch aus und fahrt ein paar Tage in den Süden - oder:
Variante 1: man feiert jedes Jahr abwechselnd bei seinen oder ihren Eltern
Variante 2: Man feiert alle zusammen bei den Kindern, einschließlich beider Schwiegereltern

Meine Eltern (wie ich komplett areligiös, aber Weihnachten hat ja auch eher Volksfestcharakter) legen auch großen Wert darauf, Weihnachten in Familie zu feiern. Natürlich wird der Tisch schön gedeckt und es läuft Weihnachtsmusik. Festbraten gibt es bei uns erst am ersten und zweiten Feiertag, Heiligabend selbst eher Kartoffelsalat mit Kassler oder Würstchen. Dieses Jahr fahre ich mit Kind sogar zur Mutter des Kindesvaters, damit wir mal dort Weihnachten feier können. Dafür fahren dann meine Eltern in den Urlaub. Bei manchen Dingen muß man einfach durch.
 
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  • #30
... Bei manchen Dingen muß man einfach durch.
Ich persönlich muss nirgendwo durch.

Ich gestalte mein Weihnachtsfest genauso wie den Rest meines Lebens selbst. Ich gehe Kompromisse mit Menschen ein, die mir nahe stehen (hauptsächlich meine Partnerin), opfere aber nicht meine kostbare Freizeit für Bräuche, Traditionen oder "Weil-man-das-so-macht", wenn es mir selber nichts gibt.

Ich kann nur empfehlen: horcht einmal in euch hinein. Überlegt euch, was für euch persönlich ein schönes Weihnachtsfest ausmacht. Mit wem ihr es gerne verbringen möchtet. Und vor allem: was euch stören würde und mit wem ihr es nicht verbringen möchtet.

Dann richtet euer Fest genauso aus. Geht die Kompromisse ein, die ihr eingehen müsst. Und vor allem: macht euch frei von der Meinung der Anderen.

Und das heißt nicht, dass man Weihnachten nicht mit Kind und Kegel die Verwandtschaft abfährt und auch nicht, dass man Weihnachten an einem lauschigen Strand unter Palmen verbringt. Ob man nun Weihnachten traditionell mit der Familie verbringt, in einer Bahnhofsmission oder allein unterm Sternenhimmel ist dabei völlig irrelevant.

Es heißt nur, dass man Weihnachten so verbringt, wie man will, ohne zu müssen, oder "durch etwas durch zu müssen".
 
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