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  • #1

Kann man mit 40+ ohne Trauschein zusammenziehen?

LIebe Forengemeinde,

Ich (44) will mit meinem Freund (52) eine größere Wohnung finden - er möchte nur eine Wohnung mit Eigentumsoption, will den Genossenschaftsanteil übernehmen. Ich bin leider im Moment nicht in der Lage die Hälfte zu übernehmen, sollte die Wohnung dann ganz gekauft werden können nach ca. 10 Jahren, würde auch er einen Kredit aufnehmen und die gesamten Kosten zahlen, somit gehört die Wohnung dann zur Gänze ihm.
Möchte aber zumindest dass ich die Hälfte der Miete sowie Nebenkosten übernehme. Da er aber eineinhalb Mal mehr als ich verdient, wollte ich anteilsmässig aufteilen, dass findet er nicht LOGISCH - mit welchem Argument könnte ich ihm das erklären?? Falls er stirbt ist vorgesehen, dass seine Tochter die Wohnung bekommt. Für mich fühlt es sich nicht stimmig an, habe das Gefühl ich kann die Wohnung mitfinanzieren, bei Tod oder Trennung kann ich dann mit einem Koffer ausziehen, meine derzeitige Wohnung müsste ich aufgeben. Es gab natürlich schon einige Diskussionen darüber.

Dazu kommt - Es gibt in der Familie bei den Männern einen Hang früh zu sterben, mit unter 60 - woran ich jetzt nicht glauben möchte, dass das bei ihm auch so sein wird.
Würde mich über gelebte Beispiele sehr freuen!
 
  • #2
Dir ist nicht wohl dabei also lasse es. Ihr seid und bleibt auch ein Paar wenn ihr nicht zusammen wohnt.

Meine Freundin ist über 60 Jahre, seit mehr als 5 Jahren in einer neuen Beziehung mit einem gleichaltrigen Mann und beide haben nach wie vor ihre eigene Wohnung. Beide im Ort ihres Jobs, sehen sich jedes WE von Fr - So und sind glücklich damit. Jeder hat nach wie vor die Möglichkeit sich in seine eigenen vier Wände zurückzuziehen. Mit 20/25 Jahren will man ständig mit dem Partner zusammen sein, im gereiften Alter sieht das ganz anders aus. Da ist man froh hin und wieder seine Ruhe zu haben...

Dazu kommt - Es gibt in der Familie bei den Männern einen Hang früh zu sterben, mit unter 60 - woran ich jetzt nicht glauben möchte, dass das bei ihm auch so sein wird.
Du bist jetzt nicht abergläubisch, oder? Das wäre wirklich dumm...
 
L

Lord-Venus

Gast
  • #3
Sag mal Minerva,

bist du ein Fake? Schon die zweite Frage innerhalb kürzester Zeit zu einem ziemlich offensichtlichen Thema.
Du fragst hier, ob du dich von einem deutlich älteren, geizigen, miespetrigen Mann finanziell, mit deiner Arbeitskraft und sexuell ausnutzen lassen sollst, würdest du auch fragen, ob du mit der Hand in einen angeschalteten Mixer langen sollst?
Kaufe oder be-mietwohne ganz allein eine schöne kleine Wohnung ganz zu deinem Nutzen, kicke diesen Mann aus ddeinem Leben und suche dir für deine Freizeit einen oder mehreren großzügigen, warmherzigen und liebenswerten Freund. Alles Liebe und Gute dir.
 
  • #4
Ein gelebtes Beispiel kann ich leider nicht vorbringen.

Aber ich denke, die Konstellation ist ungünstig für dich. Er will nicht dich absichern als deine Lebensgefährtin. Das würde mir auch missfallen. Entweder hat man eine Lebensgemeinschaft voll und ganz oder gar nicht. Egal ob mit oder ohne Trauschein. Ich sehe da kein richtiges "Wir". Auch bei der Kostenaufteilung nicht. Ich finde in einer Lebensgemeinschaft eine verdienstabhängige Aufteilung einfach gerechter. Wenn er da anderer Ansicht ist, kommt es mit der Passung wie man eine Lebensgemeinschaft sieht, nicht hin.

Du hast das Risiko, irgendwann auf der Strasse zu sitzen, falls er vor dir sterben sollte.
Da würde ich lieber meine (Miet-) Wohnung behalten und mir das Zusammenziehen nochmals überlegen.
So ist dir wenigstens das Dach über dem Kopf sicher.
Wie ist das mit der Kostenaufteilung? Will er, dass du die gesamten Nebenkosten trägst, sozusagen als "Ausgleich" für den Genossenschaftsanteil?
Das würde ich alleine nicht machen, denn diese Verbrauchskosten sind jeden Monat weg, während er sein Geld spart, um es ins künftige Eigentum zu investieren.
Was mir nicht klar ist: Ist es denn so, dass erst in zehn Jahren eine Option zum Kauf besteht und bis dahin Miete gezahlt werden muss?
 
  • #5
Lass´es. Behalte Deine Wohnung, die Du Dir leisten kannst und die Dich unabhängig bleiben lässt. Dein Partner wirkt in diesem Punkt nicht sehr empathisch Dir gegenüber.
Vielleicht ergibt sich für Dich die Möglichkeit selbst Eigentum zu erwerben, kleiner etc. doch eben Deines. Ich glaube ich würde mir sogar darüber Gedanken machen, ob er überhaupt der Richtige ist.
Angenommen er wird krank ,Du pflegst ihn, siehe Nachbarthread etc. etc.
 
  • #6
Ich würde mit dem Mann nicht zusammenziehen, weil ich es einfacher und unkomplizierter finde, wenn jeder für sich selbst verantwortlich ist und man sich dann trifft, wenn man es wirklich will.

Aber das fragst du ja nicht.
Du willst mit ihm zusammenziehen, ok.
Aber du möchtest nicht übervorteilt werden.
Nun, ich denke, du solltest nicht seinen Eigentumserwerb mitfinanzieren und somit nicht alles, was anfällt hälftig tragen.
Aber du solltest die Hälfte dessen bezahlen, was euer gemeinsames Wohnen in einer ganz normalen Mietwohnung kosten würde.
Falls das weniger ist als bei diesem Genossenschaftsding, muss er eben die Differenz bezahlen.

Dass er, weil er das eineinhalbfache deines Einkommens hat ( das ist ja nahezu das gleiche. Andere Leute hier reden bei dieser Fragestellung von ganz anderem Gefälle ) mehr bezahlen soll, finde ich nicht gut.
Auch nicht, wenn er 10x so viel verdient wie du.
Außer, er will in eine Wohnung ziehen, die du nicht haben willst, weil zu teuer.
Aber wenn ein Paar in eine kleine, billige, normale, also dem weniger potenten Partner angemessene Wohnung zieht, bezahlen beide die Hälfte, egal, was sie verdienen...finde ich.
Der weniger potente müsste das ja auch bezahlen, wenn er keinen besser verdienenden Partner hätte.
Wenn ein Mann erwarten würde, dass ich mehr bezahle nur weil ich mehr verdiene, würde ich mich fragen, ob er wirklich mich meint oder eher das Leben, das er sich durch mich erhofft.

Mein Tip: sucht euch was zur Miete, was ihr beide gut bezahlen könnt.
Wenn er sein Genossenschaftshäuschen partout will, kannst du dort als Mieterin einziehen und eine angemessene Miete bezahlen, er trägt die Differenz.
Dann ist es eine saubere Sache und du musst dich nicht darüber ärgern, dass ihm am Ende das Häuschen allein gehört.

Übrigens würde ich niemals mit einem Partner einen Vertrag von solch hoher Tragweite wie dem Erwerb eines Hauses abschließen, denn ich mache keine hochriskanten Geschäfte.

w 50
 
  • #7
Möchte aber zumindest dass ich die Hälfte der Miete sowie Nebenkosten übernehme. Da er aber eineinhalb Mal mehr als ich verdient, wollte ich anteilsmässig aufteilen, dass findet er nicht LOGISCH - mit welchem Argument könnte ich ihm das erklären??

In einer Mietwohnung finde ich in Ordnung, sich die Miete und die Nebenkosten anteilig nach Einkommen zu teilen. Oder irgendwie an dem orientiert, was man sonst auch an Miete bezahlen würde. Ich verstehe nicht ganz, warum Du nicht nach 10 Jahren einfach auch einen Anteil am Kredit (mit entsprechendem Eigentumsanteil) übernimmst, statt ihm Miete zu bezahlen. Ist das Deine oder seine Entscheidung?

Falls er stirbt ist vorgesehen, dass seine Tochter die Wohnung bekommt.

Bei seinem Tod könntest Du Dir die Wohnung nicht mehr leisten. Er ist über 50, die Lebenserwartung ist um die 60, der Kredit soll in 10 Jahren aufgenommen werden. Abgesehen davon, dass er mit 60 kaum noch einen Kredit bekommt, wäre der ja im Todesfall auch kaum abbezahlt. Ausziehen musst Du also so oder so. Warum kauft ihr nicht jetzt gemeinsam und zahlt die nächsten 10 Jahre schon ab? Verstehe ich nicht.

Würde mich über gelebte Beispiele sehr freuen!

Wir leben im Haus meiner Frau, unsere Einkommen sind etwa gleich, sie hat eine Tochter. Ich zahle die Hälfte der Nebenkosten incl. Kreditzinsen, Putzfrau etc. und der Reparaturen. Und natürlich die halben Lebenshaltungskosten. Tilgung ist ihre Sache, das Haus gehört ganz ihr. Erben? Wird ihre Tochter.
Findet irgend jemand unfair, dass sie mich nicht absichert? Müsste sie das tun? Ich fühle mich da immer selbst zuständig. Wenn ich hier doch eine Reihe Frauen lese, stimmt da etwas nicht. Sollte ich mal auf den Tisch hauen? Natürlich vorsichtig, damit ich ihren Tisch nicht kaputtmache.

Du fragst hier, ob du dich von einem deutlich älteren, geizigen, miespetrigen Mann finanziell, mit deiner Arbeitskraft und sexuell ausnutzen lassen sollst, würdest du auch fragen, ob du mit der Hand in einen angeschalteten Mixer langen sollst?

So habe ich meine Partnerin noch nie gesehen. Offenbar werde auch ich von einer (allerdings etwas jüngeren), geizigen, miespetrigen Partnerin (das sind sie wohl immer oder woraus schliesst Du das?) mit meiner Arbeitskraft (ich mähe z. B. den Rasen und bringe den Müll weg) ausgenutzt, sexuell natürlich auch.

Zwar finde ich die Reaktionen mancher Frauen hier doch etwas lächerlich, aber mal ganz ernsthaft: macht es für euch einen Unterschied, ob es um einen Mann oder eine Frau geht?
 
  • #8
I
Zwar finde ich die Reaktionen mancher Frauen hier doch etwas lächerlich, aber mal ganz ernsthaft: macht es für euch einen Unterschied, ob es um einen Mann oder eine Frau geht?
Hier sind immer die Leute empört, die selbst gerne abgesichert oder unterstützt werden würden.
Und das sind wahrscheinlich eher Frauen als Männer.

Wir lesen hier erschreckend häufig Texte von Frauen, die im Jahr 2017 immer noch das Modell ihrer Vormütter leben, wenigstens in Teilbereichen.
Auch Frauen, die eine gute Ausbildung haben.
Die dann aber trotzdem gar nicht arbeiten oder nur Teilzeit, wenn sie Kinder haben.
Die ihrem Mann 'den Rücken freihalten'.

Ich verstehe nicht, wie man auf etwas dermaßen Unsicherem wie einer Ehe, erst recht Beziehung, sein Leben aufbauen kann.
Die 30%-ige Wahrscheinlichkeit, dass der Vertrag platzt, würde mich unbedingt davon abhalten, ihn einzugehen.
Ich meine nicht die Heirat an sich, sondern das Modell Familie Mustermann.

Und da mache ich überhaupt keinen Unterschied, ob der Mann oder die Frau dieses hohe Risiko, kein Geld zu verdienen eingeht.
Es ist aber meistens die Frau, daher sicher die Schieflage in den Beiträgen hier.

Wenn ich einen Sohn hätte, wäre es mir wichtig, dass er beruflich auf eigenen Beinen steht und sich nicht von jemandem abhängig macht.
Außer von mir, denn auf mich könnte er sich zu 100% verlassen und das wüßte er auch, wenn ich ihn hätte.
So ist es eben meine Tochter, die es weiß.
Und die es ebenso wie ich wichtig findet, eine gute Ausbildung zu haben. Sie hat gerade den Bachelor geschafft :)

w 50
 
  • #9
Hi!

Vertraue Deiner Intuition. Du.bist es,wert, komfortabel und gut zu leben. Dazu gehört ein Dach überm Kopf und abgesichert sein im Alter bzw.....WAS ist schon sicher in diesem Leben? ; )

Jedenfalls gehört dazu, das was in.den eigenen Kräften steht zu tun. Das tust Du.

Er versteht es nicht.

Sag ihm, er soll das ganze aus Deiner Persoektive betrachten und frag ihn dann, was er Dir rät. Viel Glück! ; )
 
  • #10
Ich verstehe nicht ganz, warum du mit dem, was du für Miete derzeit zahlst oder auch anteilig für eine Mietwohnung zahlen müsstest, nicht einen hälftigen Kredit zahlen kannst ? Ist das eine Luxuswohnung, die ihr da kaufen wollt oder ist sie besonders groß?

Für mich war es günstiger, den hälftigen Hauskredit weiterzuzahlen, als eine Mietwohnung nach meinen Vorstellungen in der Großstadt zu finanzieren.

Wie ist das mit der Kaufoption in 10 Jahren zu verstehen ? Ich würde das als "Kann"-Option sehen, aber kein Muss... und wer weiss, was bis dahin ist ?

Wenn dein Partner dir anbietet, dass du Miete zahlen sollst, während er die Wohnung kaufen will, entsteht dir dadurch ja nicht unbedingt ein Nachteil. Miete müsstest du überall zahlen, egal ob du mit oder ohne ihn eine Mietwohnung bewohnst.

Wenn er dir das so anbietet, du keine gemeinsame Finanzierung als Eigentumswohnung kannst/willst, dann könnt ihr ja auch offiziell einen Untermietvertrag machen.

Hierbei würde ich als Höhe der Miete eine vergleichbare Mietwohnung heranziehen, wobei dann von deinem Mietanteil sein Wohnwert in Höhe der hälftigen Miete abzuziehen wäre.

Denn damit hast du die Sicherheit, dass du bei einem eventuellen Ableben deines Partners nicht einfach aus der Wohnung geworfen werden kannst, schlimmstenfalls müsstest du dann eine höhere Miete erstatten, wenn du die Wohnung irgendwann allein bewohnst.
Käme natürlich auf die Größe der Wohnung an.

Die Erben müssten dann schon erstmal Eigenbedarf geltend machen und vor allem nachweisen. Vielleicht hätten sie daran dann auch gar kein Interesse, sondern wären froh, wenn sie über die Weitervermietung noch etwas Geld einstreichen können.

Ob du nun Miete an deinen Partner, die Erben oder einen Fremden zahlst, ist ja egal. Allerdings würde ich mir dann eben die Rechte eines Mieters durch Abschluss eines Mietvertrags sichern.
 
  • #11
Liebe FS,
ich kann Dein Problem nicht nachvollziehen. Wenn Du glaubst, dass Dir durch das Zusammenziehen ein großes Unrecht widerfährt, dann lass' es einfach sein. Wo ist das Problem?

Du kannst oder willst den Einstand in die Genossenschaft nicht zahlen. Na, dann lässt Du es halt bleiben und kannst kein Eigentümer werden - so what. Eigentum kann ja auch Ballast sein.

Er verdient etwas mehr als Du - das ist nicht der Rede wert und rechtfertigt keine Alimentierung. Offensichtlich kann er mit seinem Geld besser umgehen als Du und aus nahezu gleichem Einkommen Eigentum schaffen, Du kannst das nicht.

Es ist vollkommen ok, dass Du in der Wohnung, über die er sich Eigentum schafft eine marktuebliche Miete zahlst. Wenn Du das nicht ok findest, dann bleib halt in Deiner Wohnung hocken
- LAT-Beziehung

Ich kann keine Ungrechtigkeit erkennen.
 
  • #12
Ich verstehe nicht, wie man auf etwas dermaßen Unsicherem wie einer Ehe, erst recht Beziehung, sein Leben aufbauen kann.
Die 30%-ige Wahrscheinlichkeit, dass der Vertrag platzt, würde mich unbedingt davon abhalten, ihn einzugehen.
Ich meine nicht die Heirat an sich, sondern das Modell Familie Mustermann.

So ist es eben meine Tochter, die es weiß.
Und die es ebenso wie ich wichtig findet, eine gute Ausbildung zu haben. Sie hat gerade den Bachelor geschafft :)

w 50

Sehe ich als Ü50 Frau, deren Tochter, bald die zweite Aufbauausbildung mit 22 abgeschlossen hat, ebenso. Sie hat sich gegen ein Studium entschieden, inzwischen eine eigene Wohnung, ein gebrauchtes Auto, geht abends noch putzen, als Sportersatz und um den Kopf frei zu bekommen. Nach ein paar Jahren Auslandsaufenthalt nach Abschluss der Aufbauausbildung nächstes Jahr will sie noch ihren Fachwirt machen, wo sie hervorragende Chancen in ihrem Berufszweig haben wird.

Übrigens, ein Bacherlor-Abschluss ist nur eine Ausbildung mit Sternchen. Der Master mit entsprechender Berufsauserfahrung ist viel besser .-).

Wildblume
 
  • #13
Hier sind immer die Leute empört, die selbst gerne abgesichert oder unterstützt werden würden.
Wir lesen hier erschreckend häufig Texte von Frauen, die im Jahr 2017 immer noch das Modell ihrer Vormütter leben, wenigstens in Teilbereichen.

Das ist genau das, was ich auch so erschreckend finde. Zu "Elite" gehört eine passende Ausbildung und damit finanzielle Unabhängigkeit. Das ist in Familienphasen anders, aber um die geht es hier nicht.

Offenbar haben selbst viele "gebildete" Frauen nicht verstanden, dass Gleichberechtigung und Emanzipation eben auch bedeuten, dass das "Versorgungsmodell" ausgedient hat. Nicht etwa jetzt beidseitig gilt. Das möchten Frauen sowieso nicht hören. Es ist eigenartig, wie altmodisch da viele Frauen doch noch sind.
Es geht ja überhaupt nicht darum, sich nicht gegenseitig zu unterstützen, durchaus auch finanziell. Es ist für die meisten Männer immer noch selbstverständlich dass sie anteilig vonn ihrem in der Regel höheren Gehalt beitragen. Aber diesen "Jetzt gehört mir das Haus"-Anspruch finde ich völlig fehl am Platze. Die FS will sich nicht finanziell beteiligen, aber profitieren möchte sie dann in vollem Umfang.
Das ist die Denkweise von Frauen, die "nach oben" daten. Die Frauen hier, die eigenständig sind, kämen gar nicht auf die Idee, umgekehrt den Mann abzusichern und brauchen auch keine eigene Absicherung. Von daher: Frauen wie die FS wären gerne "Elite", sind es aber nicht.

Abgesehen davon verstehe ich das Konstrukt sowieso nicht. Ein Genossenschaftsanteil von ein paar Tausend Euro ist nicht mal eine Anzahlung. In 10 Jahren auf Kredit zu kaufen ist unsinnig, dann sind beide zu alt. Sie bekommen weder einen vernünftigen Kredit noch besteht die Chance den abzubezahlen.
 
  • #14
Sehe ich die Fakten richtig:
Zunächst wird die Wohnung gemietet, er erwirbt von seinem Geld einen Genossenschaftsanteil. Wenn er die Wohnung kauft, dann von seinem Geld. Er bezahlt die Wohnung alleine, also gehört sie ihm alleine. Also vererbt er sie auch nach seinen Wünschen.
Du zahlst momentan Miete + NK für deine Wohnung. Das würde wegfallen. Da ihr zunächst für die gemeinsame Wohnung Miete bezahlen müsst, würde diese hälftig von beiden aufgebracht werden müssen - inkl. der Nebenkosten.
So wie du schreibst, willst du zusammenziehen. Und nun beklagst du dich, dass du nicht von seinem Geld profitierst?
An seiner Stelle würde ich das Ganze sein lassen.
 
  • #15
Würde mein Freund jetzt zu mir ziehen, würde er auch anteilig Miete bezahlen...
Ein umsonst wohnen, finde ich auch nicht fair, warum sollte ich mit 50 anfangen noch einmal einen Partner mitzuernähren?!
Und bekäme ich Miete, klar hätte ich sogar nach Abzug seines Verbrauchs einen "Gewinn "! Und erben werden auch meine Kinder....ich weiß doch noch nicht mal ob das Zusammenleben gut geht und die Beziehung.
Aber: ich wenn, dann müsste es sich für beide Seiten rechnen und ein Gewinn sein!
Also eine Miete, die niedriger wäre als er allgemein bezahlt und definitiv nicht höhen als es sein Einkommen erlaubt.
Und ich würde seinen Anteil nicht zur Grundlage nehmen, mir mein Eigentum zu finanzieren...geht er, tot oder lebendig, müsste ich alles auch alleine schaffen können.
So würde auch bei Euch gelten: Du zahlst, was Du auch bei einem anderen Mietverhältnis bereit wärst zu zahlen!
Auch unter Berücksichtigung, für die eigene Rente weiterhin zurück legen zu können.
Und er kauft, was er sich auch ohne Dich noch leisten kann.
Optimal und völlig stressfrei ist: zieht man zusammen, haben beide etwas gespart und können sich damit gemeinsam schönes gönnen.
Beispiel: bisherige Miete: 900 zusammen 450, hat jeder 450 gewonnen.
Es sei denn, einer duscht 24/7...
 
  • #16
...deren Tochter, bald die zweite Aufbauausbildung mit 22 abgeschlossen hat...
...
Übrigens, ein Bacherlor-Abschluss ist nur eine Ausbildung mit Sternchen. Der Master mit entsprechender Berufsauserfahrung ist viel besser .-)
Hahaha, das kommt mir gerade vor wie früher, als die Frauen sich gegenseitig erzählt haben, wie weit ihre jeweiligen Kinder bezüglich Laufen, Toilettengang und Zähnen schon sind.

Daran habe ich mich nie beteiligt und auch jetzt nur ganz kurz der Hinweis, dass meine Tochter schon den Masterstudienplatz hat.
Und natürlich meine Hochachtung vor der Leistung deiner Tochter.
Wir sind uns einig, es ist sehr wichtig, eine gute Ausbildung zu haben, da gibt es verschiedene Wege.
Hauptsache, man kann später und immerfort auf eigenen Beinen stehen und das wird bei deiner Tochter so sein und bei meiner auch.
Und wenn wir Söhne hätten, würde uns das ebenso gut gefallen.
Also nein, kein Unterschied.
macht es für euch einen Unterschied, ob es um einen Mann oder eine Frau geht?

w 50
 
  • #17
Liebe FS,

in ganz schwachen Momenten denke ich auch mal daran zusammen zu ziehen und gemeinsam was neues anzuschaffen. Meine Freundin verdient halb so viel wie ich und hat kein Vermögen. Meins wird, wenn es denn so weiter läuft, bald abbezahlt sein.

Wenn es denn nun so sein sollte, denke ich an 50:50 an Eigentum, dass wir zu den Teilen ermöglichen wie jetzt unseres getrennt. Erstens kann sie nicht mehr einbringen und zweitens sollte und ist sie mir dies wert (sein).

Du bist dies Deinem Partner nicht. Du Dir selbst? Dann stehe auch dazu. Zumindest solltest Du Dich nicht schlechter stellen als zuvor und ohne Partner.

Ich denke das Zusammenziehen kann warten.

Ach ja, heiraten geht gar nicht, aber das ist wieder ein anderes Thema und (auch hier) heiß diskutiert.
 
  • #18
Ich sehe es auch so, dass er nicht verpflichtet ist, dir eine Altersvorsorge bereit zu stellen. Es wäre eine nette, fürsorgliche Geste, dies zu tun, aber eben keine Verpflichtung. Schon gar nicht, wenn er kaum mehr verdient als du und dazu noch eine Tochter hat, die er absichern möchte.

Allerdings musst du eben auch schauen, dass du für dich vorsorgst.
Wenn du nicht mit ihm zusammen ziehen würdest, könntest du eine eigene (vielleicht kleinere) Wohnung erwerben und diese abtragen, anstatt bei ihm Miete zu zahlen.
Die Miete bei ihm ist für dich aus dem Fenster herausgeworfenes Geld.
Würde ich auch nicht machen.

Er wiederum müsste ohne deine Miete seine Wohnung länger oder mit höheren (Eigen-)Beträgen abzahlen, profitiert also direkt davon, dass du mit ihm zusammenwohnst.
Unterm Strich also ein für ihn günstiges, für dich ungünstiges Übereinkommen.
Unter diesem Aspekt finde ich seinen Vorschlag echt dreist.

Ein Kompromiss könnte sein, dass du mit deiner Miete sozusagen "Anteile" an der Wohnung erwirbst, nach Jahren und Höhe bemessen. So wäre dein Geld auch nicht futsch, wenn er beschließen sollte, nicht mehr mit dir zusammen sein zu wollen.

Oder aber zu zahlst weniger Miete und legst dir den Rest zur Seite.
 
  • #19
Er wiederum müsste ohne deine Miete seine Wohnung länger oder mit höheren (Eigen-)Beträgen abzahlen, profitiert also direkt davon, dass du mit ihm zusammenwohnst.
Unterm Strich also ein für ihn günstiges, für dich ungünstiges Übereinkommen.
Unter diesem Aspekt finde ich seinen Vorschlag echt dreist.
Ganz grosser Denkfehler ....
Bleibt er alleine wohnen, kann auch er in seiner bisherigen Wohnung bleiben. Da SIE zusammenziehen will, muss eine grosse Wohnung her .....
Zunächst wird die Wohnung auch nicht gekauft, sondern angemietet. Er kauft einen Anteil an einer Genossenschaft. Dieser entbindet aber nicht von den Mietzahlungen ......
 
  • #20
Also vielleicht bin ich hier etwas schwer vom Begriff, aber warum sollte der Mann die FS absichern für irgendetwas? Sie sind nicht verheiratet und ziehen bloß zusammen. In einer Ehe sind beide gegenseitig abgesichert, übrigens. Auch der bestbezahlte Job kann wegfallen oder der besser Verdienende kann krank werden und dadurch arbeitsunfähig und dann brauch plötzlich er (oder sie) Unterstützung. In einer Ehe geht es nicht nur ums Geld aber in dieser Gesellschaft sieht man wohl größtenteils nur noch diesen Aspekt. Nie haben Menschen für ein Haufen unnützes Zeug, das unsere Umwelt verschmutzt und für dessen Herstellung Menschenwürde mit Füßen getreten wird, so viel Geld ausgegeben wie heute, sich krank gegessen und getrunken und das Geld zu ihrem Lebensinhalt gemacht, den Wert eines Menschen von der Dicke seines Portemonnaies abhängig gemacht. Was für eine Traurige Welt. Die Meisten sehen nicht mal andere Werte in einer Beziehung außer Geld und wundern sich über die Misstände in vielen Beziehungen. Die einen suchen sich gezielt Versorger weil sie keinen Bock haben, selbst zu arbeiten aber Ansprüche bis sonstwohin haben, die anderen finden einen lieben Partner / Partnerin, sitzen aber wie angeklebt auf jedem Cent und rechnen alles auf. Und andere wiederum arbeiten sich kaputt, um die Gier ihrer Partner zu befriedigen. Statt zu sagen, mein Geld reicht bis hierhin und wenn du mehr willst dann arbeite selbst oder such dir einen anderen Depp. Der gesunde Blick auf das große Ganze, was im Leben letztendlich zählt ist den Meisten verloren gegangen. Es zählt nur der kurzfristige Gewinn.
Also, liebe FS, vor diesem Huntergrund - warum soll dein Freund dich absichern? Für was? Nur weil er etwas mehr verdient als du und ihr zusammen ziehen wollt? Du musst die Miete zahlen auch wenn du alleine wohnst. Wie wäre denn deine Beteiligung am gemeinsamen Zuhause, außer dass du da lebst? Das einzige, was ich beachten würde wäre, dass ich auf keinem Fall mehr zahle als ich für eine eigene Wohnung für die Miete + NK + Sachen, die ich ab und zu für die Verschönerung ausgebe (Lampen etc., sonstige Accessoires, Renovierung). In Geldknappheit würde ich mich für eine gemeinsame Wohnung nicht hineinmanövrieren. Wenn er damit einverstanden ist, ohne dir das ständig aufs Butterbrot zu schmieren und dir das Gefühl zu vermitteln, du wärest da quasi Gast und er subventioniert dich, dann mach das. Ich würde es ehrlicherweise von dem Mann abhängig machen, wie er so "drauf" ist beim Thema Aufrechnen. Ist er da sehr genau dann würde ich es nicht tun aber ich wäre mit so jemandem auch nicht zusammen. Menschen, denen es vordergründig um das Geld geht haben einen Defizit bei der Herzenswärme und passen nicht zu mir.
 
  • #21
Bleibt er alleine wohnen, kann auch er in seiner bisherigen Wohnung bleiben
Das ist richtig, das könnte er. Ebenso wie sie.

Richtig ist auch: wenn die nächsten 10 Jahre reine Miete gezahlt wird, die nicht auf den Wohnungskauf angerechnet wird, lebt das Paar wie in einer Mietswohnung, und das Problem ist um 10 Jahre vertagt.
Nur - sorry, Tom, dein Denkfehler: Am Ende dieses Konstrukts "Zusammenziehen" steht bei ihm irgendwann Eigentum und Vererbung an seine Tochter, und bei ihr das große Nichts.
In 10 Jahren wird die FS ja weiter "Miete" zahlen.

Was du andeutest, finde ich sogar noch bedenklicher.
Ich (44) will mit meinem Freund (52) eine größere Wohnung finden - er möchte nur eine Wohnung mit Eigentumsoption,
Sie will "aus Liebe" mit ihm zusammen ziehen, er... aus welchen Gründen? Um die Möglichkeit zu haben, auf ihre Kosten Eigentum zu erwerben?
Bezahlt sie nach deiner Logik für die Möglichkeit, mit ihm zusammen zu leben? Und sollte dies nicht eher ein Herzenswunsch von beiden Seiten sein?
 
  • #22
Ich finde es normal, wenn man die Miete durch zwei teilt. Unabhängig davon, wieviel der andere verdient. Ich finde es also nicht logisch, anteilsmäßig nach Gehalt die Kosten aufzuteilen. Die Nebenkosten richten sich ja eh nach Verbrauch von 2 Leuten, die werden dann natürlich geteilt. Die Miete wird für eine Wohnung bezahlt, die sich beide teilen. Logisch , dass beide dann die Miete teilen. Warum soll er denn mehr zahlen, nur weil er mehr verdient? Er nutzt doch nicht mehr Räume in der Wohnung.
Auch die Sache mit dem Bezahlen des Eigentums sehe ich anders. Man finanziert nicht die Wohnung mit, man zahlt dafür, dass man mit darin leben kann. Miete eben. Muß man doch überall zahlen.
Ich habe die Diskussionen hier noch nie verstanden, wenn jemand sich beklagt hat, dass er Miete zahlen soll für Eigentum des Partners. Das ist doch selbstverständlich, dass man genutzten Wohnraum auch bezahlen muß.

warum soll dein Freund dich absichern? Für was? Nur weil er etwas mehr verdient als du und ihr zusammen ziehen wollt? Du musst die Miete zahlen auch wenn du alleine wohnst.

Sehe ich auch so.
Und im Fall einer Trennung muß man sich immer eine neue Wohnung suchen. Das ist normal. Das ist das sogenannte Lebensrestrisiko.
W
 
  • #23
Die Miete bei ihm ist für dich aus dem Fenster herausgeworfenes Geld.

Die Miete an den eigenen Vermieter nicht? Offenbar will die FS kein Eigentum erwerben.

Wenn du nicht mit ihm zusammen ziehen würdest, könntest du eine eigene (vielleicht kleinere) Wohnung erwerben und diese abtragen, anstatt bei ihm Miete zu zahlen.

Für mich wäre der "Königsweg", gemeinsam anteilig zu kaufen. Wer von den beiden will das hier nicht? Es könnte sein, dass sie nicht mit ihm kaufen, aber doch von seinem Eigentum profitieren will, gerade, wenn seine Lebenserwarung nicht so hoch ist. Und warum will er erst in 10 Jahren kaufen?
 
  • #24
Bezahlt sie nach deiner Logik für die Möglichkeit, mit ihm zusammen zu leben? Und sollte dies nicht eher ein Herzenswunsch von beiden Seiten sein?
Hä? Jetzt wird es merkwürdig.
Mein Ex hat so ähnlich gedacht. Er dachte, fein, sie hat ein Haus. Da ziehe ich mit ein, dann brauche ich keine Miete zu zahlen, ist ja ihres und ich zahle ja nicht ihr Eigentum mit ab (und muß ja nicht auch noch dafür bezahlen, dass ich mit ihr zusammenlebe...weiß nicht, ob er das auch noch gedacht hat, angefühlt hat es sich so)
Fein, habe ich gedacht, das machen wir anders, wir suchen uns ein anderes Haus, zahlen dort beide gleich viel Miete und mein Haus wird vermietet und wenn es in absehbarer Zeit abbezahlt ist, können wir dann beide mietfrei drin leben. Komisch nur, dass er das dann doch nicht wollte.
ICH hätte das so gemacht. War ja mein Herzenswunsch, mit ihm zusammenzuleben. Seiner wohl doch nicht so.
W
 
  • #25
Naja, das scheint heute eben so zu sein - man lebt am besten auf Kosten der anderen. Und nennt das dann Liebe.
Das Schmarotzertum wird gesellschaftsfähig - nein, ist es schon längst. Die Politik machts vor - und alle brav polit. Korrekten machen mit.
Und ich bin noch so altmodisch, dass ich mich um alles freue, was meine Freundin erreicht. Obwohl ihre Tochter erben wird. Komisch, ich mag das Mädle - und kann mich auch für sie freuen, wenn es ihr gut geht.
Vielleicht sollten all die Menschen, die etwas haben, nicht auf die "Liebe" derjenigen reinfallen, die nichts haben. Irgendwie ein trauriges Fazit, aber man muss ja hier auch lesen, dass es nicht nur Männern so geht, sondern auch Frauen.
 
  • #26
Hallo,
ich finde es immer wieder interessant, wie viele verschiedene Ansichten und Meinungen es für das gleiche Thema gibt.
So möchte ich hier nun noch das Finanzkonstrukt meines Lebensgefährten (38, 1 Sohn) und mir (47, ebenfalls 1 Sohn) zum Besten geben:
Mein Lebensgefährte verdient etwa 1,5 mal weniger als ich, kann nicht so gut mit Finanzen umgehen, ist dafür handwerklich hochbegabt.
Wir haben uns ein kleines Haus gekauft (gehört uns beiden zu gleichen Teilen), ich hatte das doppelte an Eigenkapital, dafür bringt er seine (sehr wertvolle) Arbeitsleistung ein.
Sämtliche Kosten werden anteilig dem Einkommen getragen. Wobei mein Lebensgefährte Reparaturen, Instandhaltung etc. (natürlich unter meiner "fachmännischen" Aufsicht :) ) übernimmt. Er arbeitet an Haus und Grundstück tatsächlich um einiges mehr als ich, was ich sehr schätze. Im Fall des Ablebens eines der Partner, bekommt der hinterbliebene Partner 50%, der Sohn des Verstorbenen ebenfalls 50% des Erbes.
Sollten wir uns trennen, muss die Hälfte natürlich ausbezahlt werden. Wir beide gehen davon aus, dass sich im Falle unseres Ablebens die Jungs (beide sind großartig) einigen werden. Und wenn nicht, bekommen wir dies ja nicht mehr mit.
 
  • #27
Vielleicht sollten all die Menschen, die etwas haben, nicht auf die "Liebe" derjenigen reinfallen, die nichts haben. Irgendwie ein trauriges Fazit, aber man muss ja hier auch lesen, dass es nicht nur Männern so geht, sondern auch Frauen.

So ist es. Entweder eine Beziehung auf Augenhöhe oder klare Trennung der Finanzen. Wenn ich die "Ansprüche" mancher Frauen hier lese, nicht mal mit anteiliger, sondern mit gleicher Beteiligung. Das mit der "Liebe" scheint mir dann manchmal einfachnur vorgeschoben, um unter dem Deckmantel eine "Gegenleistung" für "Liebe" zu erwarten. Traurig.

Zum Glück gibt es auch noch Frauen, die da vernünftige Sichtweisen haben:

Hallo,
Wir haben uns ein kleines Haus gekauft (gehört uns beiden zu gleichen Teilen), ich hatte das doppelte an Eigenkapital, dafür bringt er seine (sehr wertvolle) Arbeitsleistung ein.
Sämtliche Kosten werden anteilig dem Einkommen getragen.

Finde ich eigentlich normal. Aber dass einer "nichts" einbringt und "alles" haben möchte, finde ich absurd. Wenn man aus irgendwelchen Gründen nicht zusammen kauft und damit auch die Risiken gemeinsam trägt, warum sollte man dann von den Chancen übermäßig profitieren?
 
  • #28
Für mich fühlt es sich nicht stimmig an, habe das Gefühl ich kann die Wohnung mitfinanzieren, bei Tod oder Trennung kann ich dann mit einem Koffer ausziehen, meine derzeitige Wohnung müsste ich aufgeben.
Hallo Minerva, wenn es sich für Dich nicht stimmig anfühlt, dann würde ich es so nicht machen und nach einer anderen Lösung suchen.
Hier scheint es doch in erster Linie darum zu gehen, dass Eure Vorstellungen bzgl. eines gemeinsamen Hauses zwecks Eigentumserwerb oder lediglich zur Miete sehr unterschiedlich sind. In dem Fall wäre es zum Beispiel eine mögliche Lösung, Euch ein günstigeres Objekt, das Ihr beide gemeinsam finanzieren könnt, zu suchen. Und dann sollte es m.E. hälftig mit allen anfallen Kosten finanziert werden. Alternativ sucht man sich ein Haus zur Miete, das beide sich leisten können und bezahlt es 50:50. Alles andere führt m.E. langfristig zu Unstimmigkeiten, denn gelebte Augenhöhe ist das nicht. Übrigens muss bei Scheitern in beiden Fällen einer ausziehen und sich etwas Neues suchen, oftmals auch beide, das ist aber doch der Normalfall bzw. das normale Risiko, das man beim Zusammenziehen eingeht.
Zum gelebten Beispiel: Wir (beide Mitte 50) sind beide Hausbesitzer und letztes Jahr zusammengezogen. Da sein Haus aus vielerlei Gründen das wesentlich Attraktivere ist, ich mich auf Dauer in meinem sowieso nicht festsetzen wollte und mir sehr gut vorstellen konnte, mit ihm in seinem Haus zusammen zu leben, habe ich meins verkauft. Da sein Haus auch bereits abgezahlt ist, hat er mir das Angebot gemacht, lediglich die Hälfte der Nebenkosten zu übernehmen, was ich abgelehnt habe, da ich es nicht fair fände und kein gutes Gefühl dabei hätte. Ich habe das Kapital aus meinem Haus und keinerlei Kosten mehr. Also bezahle ich ihm zusätzlich den hälftigen Anteil der ortsüblichen "Miete", den ich für so ein Objekt bezahlen müsste, wenn ich es mit ihm zusammen gemietet hätte. So ist das Projekt Zusammenwohnen für mich "rund": Ich wohne günstig in einem Haus nach meinen Vorstellungen, in dem ich schalten und walten kann, wie ich will. Dafür muss ich mich nicht mehr um Instandhaltungskosten, Renovierung etc. kümmern. Wenn alles weiter so gut läuft wie bisher, legen wir in ein paar Jahren unser Kapital komplett zusammen und siedeln teilweise oder sogar ganz ins Ausland über. Wenn es aus irgendeinem Grund nicht dahin kommen sollte, hat jeder noch sein eigenes Kapital, das er einsetzen kann, wie er will. Probleme gibt es m.E. nur, wenn ein Einkommensgefälle besteht, die Besitzverhältnisse unterschiedlich sind und die Vorstellungen über deren Verteilung nicht miteinander harmonieren.
 
  • #29
Ich weiß nicht, ob ich das richtig sehe: Er zahlt also die Genossenschaftsanteile, die er aber zurückbekäme, wenn er die Wohnung nicht kaufen will am Ende. Es ist also sowas wie Ansparen, denn es wird ja anscheinend verzinst, und das Sichern der Kaufoption. Damit schafft er, dass ihr dort wohnen könnt und beide zu gleichem Betrag die Miete zahlt, die ja auch noch fällig wird. Wenn er die Genossenschaftsanteile, also die Möglichkeit für euch, dort zu wohnen, bezahlt hat, habt ihr dann ungefähr das gleiche Einkommen?

Eigentlich würdest Du die Wohnung ja nur mitfinanzieren, wenn Du einen Kredit mit abbezahlst, denke ich. Würdet ihr beide eine Wohnung gemeinsam nehmen, fiele der Genossenschaftsbeitrag weg und er hätte wirklich mehr Gehalt als Du für Miete und Nebenkosten, wobei ich das 1,5 fache noch nicht so viel finde (kommt natürlich drauf an, welche Grundlage als Faktor "Gehalt" eingeht).

Also meine Frage ist: Inwiefern finanzierst Du seine Wohnung mit, wenn ihr beide die Hälfte der Miete zahlt? Gekauft wird ja noch gar nicht, und dass ihr dort wohnen dürftet, müsste bezahlt werden mit den Genossenschaftsanteilen. Wenn Du allerdings in eine "normale" Wohnung ziehen wolltest, wo nur die Miete und die Nebenkosten anfallen, dann wäre sein Gehalt also 1,5 mal Deins und die Frage wäre, ob und wenndann wie man das anteilig aufteilt. Manche haben ja hier auch die Meinung, dass 50/50 normal wäre.
Ich würde noch die Altersvorsorgen abziehen, die jeder macht, und dann gucken, was übrig bleibt zum Leben. Dann wäre aber ein Kreditabbezahlen für eine Wohnung fürs Alter auch abzurechnen, man hätte weniger im gemeinsamen Säckel und der Partner würde die Lebenskosten mitfinanzieren, die der andere nicht leisten könnte wegen seines Kredits. Das ist auch so, wenn ein Mann Unterhalt an eine Ex zahlt, kaum Geld zum Leben hat und die neue Frau mehr gibt für das gemeinsame Leben.
 
  • #30
1,5 Mal mehr Gehalt sind z.B. bei 2000 € (sie) schon 3000 (er).
Ein Tausi mehr pro Monat sind in diesen Einkommensklassen eine entscheidende Menge Geld, weil der "Sockelbetrag", den jeder Mensch für die Deckung der alltäglichen Lebenshaltungskosten incl. Wohnkosten braucht, sich im Allgemeinen nicht so wahnsinnig doll unterscheidet. Der Tausi mehr ist dann genau das, was "für Luxus" oder zum Sparen übrig bleibt, während derjenige mit 2000 Gehalt immer nur seine Sockelkosten bezahlen kann.
In Einkommensklassen von z.B. 5000 € und 7500 € (1,5-fach) sieht das schon anders aus. Da sind das "Mehr" zwar sogar 2500 €, aber derjenige mit "nur" 5000 Netto im Monat, wird auch nach Deckung seiner Lebenshaltungskosten noch genug für Luxus und zum Sparen, z.B. für Wohneigentum, übrig haben und somit keine so großen Probleme haben, mit seinem Partner, der 2500 mehr hat, mitzuhalten.

Vermutlich handelt es sich bei der FS jedoch eher um eine Größenordung des ersteren Falls, weshalb ich schon verstehen kann, dass die gesamte Konstellation und wie ihr Freund sich das vorstellt, der FS Magenschmerzen bereitet.
Man kann nämlich nicht einfach so sagen: Ob sie nun in ihrer alten Wohnung oder in der Eigentumswohnung des Freundes Miete zahlt, ist doch dasselbe. Gibt die FS nämlich z.B. ihre schöne, günstige Wohnung auf, um mit dem Freund zusammen in die Eigentumswohnung zu ziehen und bezahlt ihm eine Miete, so steht sie bei Scheitern der Beziehung nach paar Jahren ohne Wohnung da und wird keine so günstige Wohnung mehr finden. Sie muss dann ein paar hundert Euro mehr pro Monat für eine neue Wohnung zahlen, was schnell auf eine wirklich hohe Summe pro Jahr hinausläuft. Sie hat also im Falle der Trennung einen hohen finanziellen Schaden, er hingegen hat in dieser Zeit seine Eigentumswohnung abbezahlt, hat mitnichten einen finanziellen Schaden, eher noch einen Gewinn.
Ich würde mich an Stelle der FS nur auf solch ein Modell einlassen, wenn ich in der gemeinsamen Wohnung deutlich weniger Wohnkosten hätte, als bei meiner jetzigen Mietwohnung, und ein paar hunderte pro Monat zurücklegen könnte für den Fall dass ich mir irgendwann eine neue Wohnung suchen muss, die genau diese paar hundert pro Monat teurer seine wird.
Wenn ein Mann, der mich liebt, kein Verständnis dafür hat, dass auch ich, genau wie er, bei Trennung nicht in existenzieller Weise finanziell benachteiligt sein will ... würde ich konsequent in meiner Wohnung bleiben.

w52
 
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