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  • #1

Kann man(n) sich mit Anti-Depressiva überhaupt verlieben?

Hallo Zusammen,

zu meinem Problem! w36

Habe vor zwei Monaten einen netten Mann (31) kennengelernt der mir nachdem wir uns schon näher gekommen sind, gestanden hat, dass er an Angststörungen und Depressionen leidet. Er nimmt wohl schon seit einem Jahr Anti-Depressiva Celitopran 30mg am Tag! Eine Therapie macht er leider noch nicht, obwohl er weiß das dies unumgänglich ist.

Eigentlich wollten wir unsere "Beziehung" eine Chance geben, aber mittlerweile zweifle ich daran das er dies überhaupt möchte. Wir sehen uns immer seltener. Haben zwar Tagsüber viel Kontakt per Email und SMS, aber es entwickelt sich leider nicht weiter. Wenn er dann mal bei mir ist und bei mir auch übernachtet ist er leider sehr distanziert. Kuscheln und Knutschen sind für ihn quasi Fremdwörter! Er macht mir nie Komplimente und hat mir auch noch nie gesagt das er mich mag. Das belastet mich schon sehr, weil ich ihm eigentlich regelmäßig sage, dass ich ihn toll finde.

Ich weiß aus Erzählungen das er genau wie ich schon sehr oft enttäuscht worden ist und früher von den Frauen immer zu hören bekommen hat, dass er zu "nett" sei. Komisch, von dem angeblich "netten" Mann hab ich bis jetzt nicht viel mitbekommen. Ich weiss auch das es ihm an Selbstbewusstsein mangelt, weil er schon seine Ecken und Kanten hat, die mich aber gar nicht stören.

Jetzt weiß ich nicht ob ich schon zu viel erwarte nach der kurzen Zeit. Ich hatte am Anfang schon das Gefühl das wir gut zusammen passen würden, weil wir beide verletzliche Typen sind und die Chemie schon gestimmt hat.

Hat jemand schon Erfahrung mit Menschen gemacht denen es an Selbstbewusstsein mangelt und die an seelischen Störungen leiden? Sind solche Menschen überhaupt in der Lage sich zu verlieben und Liebe weiterzugeben?

Bin um jeden Kommentar dankbar!
 
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  • #2
Liebe FS, natürlich kann man sich auch verlieben, wenn man depressiv ist bzw. Antidepressiva nimmt ... es ist sogar oftmals so, dass Verliebtheit einen depressiven Menschen "hochpusht".

So, wie du diesen Mann darstellst, wirken die Medikamente vllt. gar nicht so, wie es sein sollte ...

Distanziertheit, Vermeidung von Körperkontakt können nämlich auch sehrwohl Erscheinungen einer sehr ausgeprägten Depression sein, und da ist es dann schwer, Gefühle wahrzunehmen und zu zeigen.

Du solltest mit ihm ganz offen sprechen.

Alles Gute
w,40
 
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  • #3
Hat jemand schon Erfahrung mit Menschen gemacht denen es an Selbstbewusstsein mangelt und die an seelischen Störungen leiden? Sind solche Menschen überhaupt in der Lage sich zu verlieben und Liebe weiterzugeben?

Bin um jeden Kommentar dankbar!

Liebe FS mit 36 Jahren,

das Thema wurde hier im Forum schon diskutiert. Allerdings frage ich mich, was eine Frau in deinem Alter mit einem 31jährigen psychisch kranken Mann will und in dem Alter nicht von alleine weis, dass es meistens, nicht immer, sehr schwer ist, mit psychisch kranken Menschen eine gute und stabile Beziehung zu führen, gerade erst, wie in deinem Fall, der Mann Tabletten nimmt und bisher noch keine Therapie angefangen hat. Das ist ein Prozess von Jahren, eh so ein Mensch stabil werden kann, viele werden es nie.

Von daher klare Ansage: Finger weg, suche dir einen psychisch und physisch stabilen Mann, alles andere bringt nichts.

w 52
 
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  • #4
1) ich mag keine Seelenklempner und Medikamente schon gar nicht; als ich mir mal "professionelle Hilfe" suchte meinte die eine Gruppe von Seelenklempnern "Ihnen fehlt nichts" während die andere Gruppe meinte "Oh darf ich Sie gleich mit Medikamenten vollpumpen" ? Das Risiko bei dem was Seelenklempner machen, ist daher hoch.

2) Er nimmt selber Medikamente - was bezweckt er damit ?

3) Ich denke, es ist klar, daß er ein Riesenproblem vor sich herschiebt; durch das Einwerfen von Pillen egal welcher Art wird das Problem aber nicht besser. Probleme löst man, wenn man sie lösen will. Will er das ?

4) bei Dir ist es genau das gleiche: Wenn er Dich wollte, hätte er mehr gemacht als er tut. Er ist einfach nur untätig, willenlos, und schiebt sein gesamtes Leben auch im Bereich Frau vor sich her. Somit ist er nett. Aber nett und zurückhaltend führt nicht dazu, daß sich was entwickelt.

5) Ich hab bei EP auch Frauen getroffen, die von ihren Mittelchen sprachen - aber mehr als ein Telefonkontakt war es nie, weil diese Medikamente irgendwie dazu führen, daß man die Bodenhaftung verliert. Stell Dir das Leben mal als eine Wanderung vor über Stock und Stein, Wurzeln, Schotterwege und Teerstraßen. Leute, durchs Leben wandern, spüren die Unebenheiten des Bodens. Leute, die Medikamente nehmen und durchs Leben wandern, spüren die Unebenheiten des Bodens nicht mehr und leben dann auch irgendwie nicht mehr.

6) Du solltest Dir nicht zu viel Hoffnung machen, weil erzwingen kannst es nicht, und wenn er nicht will, erst Recht nicht. Sicher bist mal enttäuscht worden, aber das rechtfertigt nicht unbegrenzten Energieeinsatz in ihn, weil klar ist, daß nichts zurückkommen wird. Und wenn Du ihn willst und er dich nicht, dann wird nichts draus.

So leid es mir tut: Auch andere Mütter haben schöne Söhne.
 
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  • #5
Ja, Erfahrungen durfte ich machen und ich kann dir nur sagen, Vorsicht, wenn du dich erstmal richtig auf ihn eingelassen hast und verliebt bist, kann es sehr verletzend werden.


Ohne genau zu wissen, was er wirklich hat, klingt es schon raus, kein Selbstbewusstsein z.B.


Ich kenne das so, dass ich zu meiner Ex sagte, "Ich liebe dich, du bist genau die Frau, die ich mir wünsche" und sie antwortet, dass das nicht sein kann, eine Frau wie sie könne man nicht lieben.


Tja, letztendlich ist es daran gescheitert, wenn ein Mensch so wenig von sich selber hält, dass er es nicht glauben kann geliebt zu werden, dann können diese Zweifel leider alles kaputt machen, da kannst du sagen was du willst, es hilft nichts.


Ein weiterer Punkt ist das mit der Nähe, er kann Nähe nicht zulassen. Das wird sich auf die Schnelle wohl kaum ändern und wenn du, wie die meisten Menschen jemand bist, der sich Nähe in einer Beziehung wünscht, wirst du da wohl bitter enttäuscht werden, meine Freundin wollte ungern Kuscheln, Sex war kein Problem, aber sonstige Nähe, sowohl körperlich als auch mental, waren problematisch.


Die Frage ist, willst du das wirklich, willst du das Risiko eingehen, am Ende selber daran zu zerbrechen und Monate bis Jahre brauchen, um wieder seelisch gesund zu werden? Suche dir die anderen Threads über Depressionen hier im Forum, es wurde schon viel geschrieben und es gibt viele Gemeinsamkeiten, die so wohl immer wieder auftreten.


Es gibt einen Satz, der das ganze recht deutlich macht: Ein Depressiver ist primär in einer Beziehung mit seiner Krankheit und du bist das dritte Rad am Wagen. Wenn du jetzt sagst, kein Problem, ich leide gerne mit... dann mach weiter!


Ich hätte mir das in meinem Fall damals gerne gewünscht, diese Dinge rechtzeitig zu erfahren, aber ich musste es wohl erleben, vorallem war ich eben schon verliebt, als Manches klar wurde, das macht es erst richtig schwer.


Entschuldige die harten Worte, aber so sieht es vermutlich aus.

Alles Gute!
 
  • #6
Liebe FS,

natürlich können sich depressive Menschen verlieben, die Frage ist aber ob du bereit bist eine Beziehung, die so problematisch beginnt, zu vertiefen.
Wäre er nicht depressiv, würdest du dann so ein Benehmen von einem potentiellen Partner gutheiseen? Keine Zärtlichkeiten, keine lieben Worte, kein Vorankommen. Kein guter Start, mit oder ohne Depressionen.
Du wirst ihn nicht heilen, im Gegenteil, das Risiko besteht, dass du selbst unglücklich wirst!
Du musst dir gut überlegen, ob du einen Partner oder einen Patienten an deiner Seite haben willst!
Du schreibst, du wärst ein verletzlicher Typ und begibst dich in eine Beziehung, die von Anfang an verletzend ist?
Er will keine Therapie, er fühlt sich wohl in seiner Depression und weiss genau, wie er dich ausnutzen kann. Er nimmt, gibt aber nichts zurück. Du wirst neben diesem Mann emotional verhungern.
Ich hatte noch nie eine Beziehung mit einem depressiven Mann, habe aber in meiner Umgebung genug solcher Fälle beobachten können...

Wünsche dir viel Kraft und Mut jetzt einfach nach dir zu schauen!

Hannah, 47
 
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  • #7
also, jetzt muss ich mal auch meinen "Senf" hinzugeben!

Es ist erstens sehr sehr mutig von einem Mann, Depressionen einzugestehen! Viele Männer, die depressiv sind, neigen nämlich dazu, zum Alkohol zu greifen und werden extrem aggressiv! Behaupten dann, das wäre männlich und hätten keine Probleme. Ich werde immer hellhörig, wenn Leute von sich behaupten überhaupt keine Probleme zu haben.Ich könnte Dir in meinem Bekanntenkreis gleich von mehreren berichten, die dringenst eine Therapie und Medikamente nötig hätten. Fakt ist auch, dass schwere Depressionen handlungsunfähig machen, dank Medikamente schaffen sie vielleicht noch ihre Arbeit, das war es dann aber auch schon. Depressionen nehmen immer mehr zu, weil der Leistungsdruck immer höher wird, insofern sind sie schon eine Volkskrankheit, genauso wie Rückenprobleme. Dazu kommt noch, dass die Deutschen meist sehr introvertiert sind, somit ist es schwer eine Depression überhaupt zu sehen, wenn man kein Fachmann ist.
Es kommt darauf an, was für eine Art von Depression er hat, wie lange sie andauert, wie oft es auftritt.
Als mein Vater gestorben ist, musste ich auch Antidepressiva nehmen, ich kam leider alleine gar nicht klar über seinen Tod. Diese Antidepressiva vermeiden halt Stimmungssprünge und stabilisieren dich, sie verändern nicht deine Persönlichkeit, sondern helfen Dir einigermassen über die Runden zu kommen ohne Dich in Deinen (sinnentlehrten) Gefühlen zu verlieren.Sie machen auch aus einem ruhigen,
nachdenklichen, sensibelen Menschen keine Stimmungskanone, sondern lassen Dich wieder rationaler werden. Allerdings sollte man mit leichten Antidepressiva wieder ein normales Gefühlsspektrum haben, d.h. man kann sich wieder freuen, man kann weinen, man kann also jedes Gefühl spüren. Depressive Menschen fühlen oft gar nichts mehr ohne Medis. Alles und alle sind egal, alles ist sinnlos! Es hat auch nichts mit negativ denken zu tun, mehr mit Gefühlslosigkeit. In einer Depression kann mqn sich nicht verlieben, man ist gar nicht fähig überhaupt zu fühlen! W34
 
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  • #8
Hier die FS,

vielen Dank für die tollen Antworten...
Mir fällt es halt schwer ihn wieder aufgeben zu müssen, weil ich schon sehr lang auf der Suche bin. Ich bin seit fast 6 Jahren Single! Es ist schwer für mich.. Ich schaue quasi anderen Menschen in meiner Umgebung beim Leben zu. Ich bin sicherlich nicht einsam. Habe einen großen Bekanntenkreis und viele, gute langjährige Freunde. Leider bin ich auch körperlich etwas gehandicapt. Ich hinke und kann keinen Sport treiben. Ich werde überall für meine durchaus offene und herzliche Art geschätzt. Nur werde ich im Umgang mit Männern immer verkrampfter, weil ich eben schon oft enttäuscht worden bin und diese Enttäuschung immer auf mein Bein projiziere.

Jetzt läuft mir dieser Mann, der auch schon seit 7 Jahren Single ist über den Weg. Was ich in meinem ersten Thread nicht erwähnt habe, dass er einen Behinderten Bruder hat. Dieser Bruder ist auf Hilfe angewiesen. Er kümmert sich fast jeden Tag um ihm. Es belastet ihn weil er der Verantwortung bewusst ist, sich irgendwann, wenn seine Eltern zu alt sind, sich dem Bruder ganz anzunehmen. Nicht leicht für ihn. Ich denke er kann sich denken, dass nicht unbedingt jede Frau "juhu" schreien wird. Jetzt hatte ich eigentlich gehofft, dass genau so ein "kümmerer" Typ mit meinem Handicap umgehen kann bzw, es nicht als wichtig betrachtet.

Aber anscheinend hat er einfach keine Kraft für mich! Leider! Er ist gerade dabei sich etwas zurückzuziehen und meinte sein Akku sei voll! Ich fühle mich wie ein Klotz am Bein, dabei wäre ich gerne für ihn da und würde mir so sehr wünschen das er es annimmt und das wir zusammen stark sind. Aber gleichzeitig weiß ich auch das alle meine Vorredner recht haben und das die Geschichte einfach zum Scheitern verurteilt ist. Das macht mich unglaublich traurig.

Gerne würde ich ihm erwidern das mein Akku genauso leer ist wie seiner und das er dran schuld ist und das ich meine ganze Energie wohl zwecklos einsetze! Aber ich traue mich nicht, weil ich ihm auch nicht unrecht machen möchte.

Ich selber bin, wegen meiner langen Pechsträhne bei einer Therapeutin, bei der ich eine begleitende Gesprächstherapie mache. Am nächsten Dienstag habe ich einen Termin. Ich sehne mich nach diesem Gespräch. Sie wird mir hoffentlich die Augen öffenen! :-(
 
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  • #9
Wenn du dich in entsprechenden Foren (Psychotherapieforum zB) einliest, wirst du feststellen, dass eine der häufigsten Nebenwirkungen von ADs eine Dämpfung der Libido ist. Man hat einfach überhaupt kein Bedürfnis nach körperlicher Nähe. Das Gefühlsleben ist ebenso gedämpft, man ist sozusagen auf einer emotionalen "Nulllinie". Das kann überlebenswichtig sein für den Kranken (v.a. Suizidgefährdete), ist aber sehr belastend für eine Partnerschaft. Der Kranke hat daran keine "Schuld", es ist einfach die Körperchemie - man kann nichts fühlen. Kein schöner Zustand, aber im Vergleich zu dem was man mit einer Angststörung durchmacht, das geringere Übel. Der Partner kann da auch überhaupt nicht helfen.

Der aktuelle Zustand sollte dir weniger Sorgen bereiten als das was auf euch zukommt, wenn er in Therapie geht und evtl. die Medis absetzt. DAS wird eine echte Achterbahn, für Jahre. So etwas überleben in der Regel nur langjährige Beziehungen oder Ehen, wo schon sehr viel Basis da ist und etwas, worum es sich zu kämpfen lohnt (Kinder etc.).
 
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  • #10
Ich, w, 52, habe einen Versuch mit einem Mann gewagt, der hochdosiert Antidepressiva genommen hat.

Nach zwei Monaten musste ich aufgeben. Ich kann seine Welt nicht heil machen. Und ihn nicht "retten". Er sah mich aber nur als eine andere Art "Medikament".

Lass es. Du verbrauchst nur deine Kraft, vergeudest Energie und Lebensfreude. Er muss sein Leben erst mal selber auf die Reihe kriegen. Dazu gehört sicher auch der Beginn einer Therapie - nicht nur das Einwerfen von Pillen.

Liebe Grüße und alles Gute!
 
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  • #11
Liebe FS,

nachdem du deine Zeilen ergänzt hast, empfehle ich dir noch mehr, lass die Finger von diesem Mann.

Auch wenn du körperlich eingeschränkt bist, daher schon lange Single bist, musst du nicht als Notlösung zu einem Depressiven greifen.

Ich bin weder körperlich noch seelisch eingeschränkt und auch schon lange Single.

Vielen anderen Menschen geht es ähnlich. Lies dir mal das Forum durch, da wirst du oft lesen, wieviele Single es da draussen gibt, warum und das es manchmal besser ist, Single zu bleiben, als sich mit psychisch kranken Menschen zu verbinden. Du wirst nicht glücklich mit diesem Mann. Er hat keine gute Basic, um eine gesunde Beziehung zwischen Erwachsenen aufbauen zu können.

Hast du es schon mal in passenden Vereinen probiert oder bist selber in so einem Behinderten-Sport-Verein? Es gibt doch so viele Männer, die ähnliche körperliche Einschränkungen haben wie du und sicherlich eine Frau suchen.

w
 
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  • #12
Du schreibst: ' ..mein Akku genauso leer ist wie seiner und das er dran schuld ist ....'
Sorry, das ist Quatsch! DU bist daran schuld, denn DU lässt das zu und löst Dich nicht!

Sehr simpel gesagt, vermindert sich die Wahrnehmung von Emotionen bei Depressionen. Die Libido ist verringert oder gar nicht mehr da. Die Kraft reicht oft (nicht einmal immer) nur noch für den Betroffenen selbst.

Antidepressiva setzen hier noch mal eins drauf. Sie wirken dämpfend und viele Menschen, die sie nehmen, beschreiben, wie hinter einem Schleier zu sein. Nichts mehr kommt wirklich an sie heran. Man nennt es auch leck-mich- am- ..... -Gefühl, ein Gefühl der Gleichgültigkeit - gegen was auch immer. Und meistens knipst das auch die Libido aus.

Der Weg da heraus ist steinig und schwer. Viele Menschen brauchen ihr Leben lang Behandlung. Psychische Schwankungen kommen immer wieder vor.

Aus einer derartigen Bedürftigkeit, wie Du sie hier ausstrahlst und dieser Konstellation, wird Dir kein Glück erwachsen!

Was ist das für ein Denken: bevor ich gar keinen Mann bekomme, dann lieber diesen Mann mit einem Rucksack voller schwerer Probleme, Hauptsache, da ist ein Mann, egal, ob und was er mir geben kann und egal, wieviel Energie es mich kostet.
Das Du das nicht stemmen kannst, merkst Du doch jetzt schon!

Setze endlich bei DIR an! Statt verzweifelt auf der Suche nach einem Partner zu sein, werde Dein Partner, komme dahin, dass Du Dich wohl mit Dir und in Deinem Leben fühlst! Dann verändert sich Deine Ausstrahlung und es werden sich neue Türen öffnen.
 
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  • #13
Hier nochmal die FS,

Ich bin in einem Narrenverein! Gehe viel aus mit Freunden etc! Eigentlich habe ich keine richtige Behinderung im herrkömmlichen Sinne! Mein Knie ist leider ruiniert und deswegen ist meine Gangart etwas wankend! Und naja Sport und Wandern fällt auch flach! Sicherlich ist es genau deshalb eine Behinderung!

Ich bin mir durchaus bewusst was ich mir mit diesem
Mann antue! Es ist unfair... Und ungerecht, weil wir es beide verdient hätten glücklich zu sein! Ihm geht's sicher mit der Empfindung nicht anders als mir!

Er wird mich morgen Abend besuchen kommen!
Momentan ist er in einer schwierigen Phase, sein Akku sei leer! Auch heute Abend bevorzugt er sein Sofa und die Ruhe die er angeblich benötigt!
Für mich hört es sich eher so an als ob er nicht richtig medikamentös eingestellt ist!
Eigentlich bin ich ein sehr redegewandter Mensch, aber in dieser Situation fehlen mir die Worte!
So gern würde ich offen mit ihm über alles reden, aber durch sein verhalten macht er es mir unmöglich! Ich möchte seine Sicht der Dinge verstehen um eine Entscheidung treffen zu können! Gerne würde ich mir und ihm die Chance geben ehrlich zu sein. Auch gerne nur eine Freundschaftliche Stütze für sein!

Trotz allem denke ich immer noch, dass ich die Chance hätte, wenn er nur richtig verliebt wäre! Genau diese Angst macht mich so unsicher! Niemand hört gerne, dass er nicht geliebt wird! Aber wahrscheinlich sollte ich einfach egoistischer sein und meine eigene Haut retten!
 
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  • #14
FS, Du willst Dich partout nicht mit DIR beschäftigen und denkst Dir die Dinge so zurecht, dass Du ja festhalten kannst.

Du schreibst: '...Für mich hört es sich eher so an als ob er nicht richtig medikamentös eingestellt ist! ....'
Kompletter Unsinn, er wird nie so eingestellt sein, dass man die Wirkung dieser Medikamente nicht wahrnimmt. NIE!

Weiter schreibst Du: ' ....So gern würde ich offen mit ihm über alles reden, aber durch sein verhalten macht er es mir unmöglich!
Begreifst Du denn immer noch nicht, dass dies für einen Menschen mit einer Depression (egal ob er Medikamente nimmt oder nicht, viel zu anstrengend ist!!! Das erschöpft ihn noch mehr, da ergreift er die Flucht!

Du willst: ' ..... seine Sicht der Dinge verstehen .....'
Wie soll das gehen? Sie zu erklären ist anstrengend, zu anstrengend für ihn.

Fasse doch endlich das zusammen, was Du wahrnimmst, dass ist mehr als genug, für eine Entscheidung!

Du möchtest: '... gerne nur eine Freundschaftliche Stütze für sein! .....'
Hast Du denn nicht gelesen, was ich Dir schrieb, was Depri und diese Medikamente bewirken??
Gleichgültigkeit .... LMAA - das geht mit einer tiefen Freundschaft nicht zusammen!

Du schreibst: '....Trotz allem denke ich immer noch, dass ich die Chance hätte, wenn er nur richtig verliebt wäre! ...' Du weigerst Dich beharrlich, die Tatsachen anzuerkennen, das hilft Dir aber auf Dauer nicht und: siehe oben, Wirkung der Medikamente ....LMAA

Deine Aussage: '....Genau diese Angst macht mich so unsicher! Niemand hört gerne, dass er nicht geliebt wird! .....'
Und doch jeder hört das im Leben jeder, immer mal wieder. Mit Zurückweisung muss man umgehen lernen, das gehört zum Leben. Dieser Mann sagt Dir ganz klar, was NICHT in ihm ist und Du willst nicht verstehen, weigerst Dich zu akzeptieren, dass er anstrengende Diskussionen nicht braucht!

Du klingst, als ob Du resistent gegen Ratschläge bist. Deine Gedanken werden aber nicht wahrer, auch wenn Du an ihnen festhältst!

Du schreibst: '...Aber wahrscheinlich sollte ich einfach egoistischer sein und meine eigene Haut retten! ....'
So formuliert, ist das falsch - Du solltest die Situation akzeptieren, wie sie ist.
Du solltest akzeptieren, ohne es persönlich zu nehmen, wie es in dem Mann aussieht!
Du solltest akzeptieren, dass Du ihm -nicht- helfen kannst und nicht ein Helfersyndrom ausleben wollen, nach dem Motto 'wenn ich nur lange genug durchhalte, vielleicht klappt es dann ja doch noch.

Dein Single-Sein lässt sich nicht an einer körperlichen Einschränkung festmachen, sondern an einer inneren Haltung und Deiner Ausstrahlung.

Folgendes schrieb ich Dir vorhin schon und sage es Dir nochmal:
Setze endlich bei DIR an! Statt verzweifelt auf der Suche nach einem Partner zu sein, werde Dein Partner, komme dahin, dass Du Dich wohl mit Dir und in Deinem Leben fühlst! Dann verändert sich Deine Ausstrahlung und es werden sich neue Türen öffnen.
 
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  • #15
Für mich hört es sich eher so an als ob er nicht richtig medikamentös eingestellt ist!

Hört sich für mich auch so an! Weisst Du was er für eine Art Depression hat? , bei Angststörungen bekommt man eher antriebssteigernde Mittel, bei leichten Depressionen auch. Dämpfende Mittel werden eher benötigt, wenn man Probleme mit dem Ein und Durchschlafen hat oder sehr unter körperlichen Symptomen leidet. Ich hatte unter der Einnahme von SSRI (antriebssteigernd) weder Libido noch Gefühlsprobleme, mir gings schon nach 5 Tagen wieder gut! Hatte aber nur eine leichte Depression. Die Pflege eines Angehörigen verlangt einem Alles ab, du lebst quasi nur noch für diese Person. Warum muss er sich um seinen Bruder kümmern? Keine Eltern mehr, die helfen? Pflegedienste? Depressive haben oft ein ganz ganz ausgeprägtes Pflichbewusstsein, das kann auch zum Problem werden, weil der Spass zu kurz kommt.
Gib noch nicht auf! Versuche einfach ganz ganz einfühlsam zu sein, kein Druck aufbauen.....vielleicht fängt er sich ja wieder!
 
  • #16
Liebe Fragestellerin, mein Exfreund ist auch an Depressionen erkrankt und nimmt nun Antidepressiva. Das, was du schilderst kann ich demnach gut nachvollziehen. Wir haben immer wieder Kontakt bzw den Versuch etwas aufzubauen. Habe schon das Gefühl, dass es damit zusammenhängt. In dieser Zeit sind die Menschen nicht die selben wie sonst. Wäge gut für dich ab, ob es was für dich ist und ob er sich nicht nur dahinter versteckt. Aber lass dir nichts sagen, von wegen was willst du damit... Das könnte man sich ja wohl bei sehr vielen Paaren fragen.
 
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  • #17
Wenn jemand seit einem Jahr Tabletten schluckt, aber nicht unterstützend in eine Therapie geht, dann wird sich vermutlich nichts ändern. Psychopharmaka bewirken letztlich nur eine Einstellung auf ein bestimmtes, besser ertragbares Niveau, aber bei weitem keine Heilung, da die Wurzel nicht angepackt wird. In dem Zustand kann man wahrscheinlich lange Zeit verharren. Ich gehe mal davon aus, dass seine Medikamente verschreibungspflichtig sind, er also Arztkontakt hat. Wenn schon nicht beim Patienten, so doch wenigstens beim Arzt sollte der Wunsch nach Fortschritt in Richtung Heilung vorhanden sein. Oder aber: es ist das Maximum dessen, was bei ihm noch zu erwarten ist: dauerhafte Medikamentation, damit nichts eskaliert. Wie auch immer, keine guten Aussichten.
 
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  • #18
Fast alle normale Menschen leiden an irgenwelchen Angststörungen und mangelndes Selbstbewusstsein. Das ist also kein Ausschlusskriterium. Viele vertuscheln es nur durch überhebte Selbstdarstellung.

"Nett" für Männer wird ja eigentlich eher für "langweilig" benutzt. Du kannst nur testen, ob sein Leben zu dir passt. Ändern kannst du ihn aber nicht!

Anti-Depressiva erzeugt Glückshormone im Gehirn, wirkt also wie eine Brücke oder ein Leiter zwischen Körper und Gehirn. Bei Depressionspatienen ist lediglich diese Brücke blockiert. Glückshormone erreichen das Gehirn nicht mehr. Das macht dann dieses Medikament.

Depressionen entstehen auch niemals nur durch einen Faktor (z.B. Liebeskummer) sondern durch viele Faktoren die aufeinander wirken, also im Beruf, sozialen Umfeld, Familienprobleme, Partnerschaft, Geld, Gesundheit, unüberwundene Kindheitsprobleme, usw. Und wenn man versucht hat, zu lange stark zu sein.

Depressionspatienten möchten meistens allein bleiben und niemals jemand, der ihnen hilft oder reinredet. Man sollte also nicht den Drang verspüren, diesen Menschen irgendwie helfen zu wollen, denn das stört diese Menschen nur. Natürlich können diese Menschen sich aber wieder verlieben. Nur die Entscheidung sollte ihm überlassen werden. Außerdem brauchen diese Menschen meist einen ernsthaften, ruhigen, selbstsicheren Partner und "Führer".
Wenn ihr sozusagen zwei depressive "Jammerlappen" seid, zieht ihr euch beide ständig selber runter.

w( früher 10 Jahre schwerst depressiv gewesen, die Krankheit aber überwunden und auch wieder bereit glücklich zu leben und zu lieben)
 
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  • #19
Meine ex-Frau ist psychisch krank und nach allem, was ich verstanden habe von den Psychopharmaka ist eine abgestumpfte Gefühlswelt bei vielen Medikamenten nicht eine unerwünschte Nebenwirkung sondern genau die gewünschte Wirkung.
Die Medikamente sollen die Kranken vor allzu heftigen Gefühlen schützen. Die psychische Verfassung wird stabil gehalten, damit es zu keinen Krisen kommt und die Patienten vor sich selbst geschützt werden. Zumal die behandelnden Ärzte verhindern müssen, dass etwas passiert.

Bei meiner ex-Frau war es so, dass sie über Jahre stabil gehalten wurde und eine Reduzierung der Medikation nach kurzer Zeit erneut Symptome nach sich zog. Eine halbwegs normale Liebesbeziehung war da nicht möglich.

m
 
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  • #20
Depressionen entstehen auch niemals nur durch einen Faktor (z.B. Liebeskummer) sondern durch viele Faktoren die aufeinander wirken, also im Beruf, sozialen Umfeld, Familienprobleme, Partnerschaft, Geld, Gesundheit, unüberwundene Kindheitsprobleme, usw. Und wenn man versucht hat, zu lange stark zu sein.

Das ist nur halbwahr, Liebeskummer, Tod eines Angehörigen oder ein Trauma kann eine Anpassungsdepression auslösen! Die Pflege eines Angehörigen kann zum Burnout /Depression führen. Manche sind halt anfälliger für Depressionen! Besonders sensible, pflichtbewusste Menschen sind anfällig fur Depressionen.
 
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  • #21
Wenn jemand schreibt, dass man durch die Einnahme von Antidepressiva Boden unter den Füssrn verliere und nicht mehr normal reagiere, dann zeugt das von geballter Unwissenheit. Ebenso ist der abfällige Ausdruck Seelenklemptner, der hier immer wieder gebracht wird, in einem Eliteforum fehl am Platz und gehört eher an einen Proletenstammtisch.
Zur Frage: Man kann sich unter der Einnahme von.Antidepressiva ohne Probleme verlieben. Selbst erlebt. Bei Männern kann allerdings Libido und Potenz leiden, deshalb vielleicht der wenige Körperkontakt. Und eine Therapie ist zu den Med. dichet zu empfehlen. Klar sagen muss man, dass es unter Umständen nicht leicht wird mit einem Mann, der diesr Erkrankungen hat. Wichtig ist srinerseits sicher Eigenreflexion und Behandlungswunsch.
Ein mangelndes Selbstwertgefühl ist für viele psych. Störungen verantwortlich.
Andererseits können solche Menschen auch reflektiert und sensibel sein und laufen nicht bei dem kleinsten Problem davon
Probiers aus !
 
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  • #22
Liebe FS,
natürlich kann man sich mit Antidepressiva verlieben, oft erst deswegen.

Es ist die Krankheit Depression, welche das verlieben verhindert. Antidepressiva können höchsten als Nebenwirkung impotent machen, was der Depressive kaum merkt, weil depressiv.
Depressionen sind anstrengend und nach dem, was Du schreibst, ist er in der Depression durch seinen Bruder sehr belastet. Das sind ganz schlechte Rahmenbedingungen, um aus der Depression rauszukommen, ohne Therapie wird das nichts. Zuerst müsste er erst mal für ein paar Wochen raus aus diesem belastenden Umfeld, in eine Klinik, weil er in der Situation für eine Therapie garnicht ansprechbar ist. Die Pillen allein werden ihm nicht helfen.

Michn undert nicht, dass er schreibt, aber Dich nicht treffen will - er braucht Abstand zu Dir und Deinen Gefühlen, kann dann zeitversetzt und ohne Druck reagieren. Ich kenne mich sehr gut damit aus - ich leide seit meiner Kindheit an schweren Depressionen. Ohne Medikamente würde ich garnicht mehr leben. Es gibt sehr unterschiedliche AD, die wenigstens sedieren. Diese gibt man üblicherweise bei Schlafstörungen. Es gibt auch antriebsteigernde AD. Der Depressive und der Arzt entscheiden zusammen, was das Hauptproblem ist und welche Medikamente versucht werden. Bei mir hat es Jahre gedauert, bis ich endlich das richtige Medikament hatte, mehr als 20 Medikamente versucht, jeweils 2-3 Monate, z.T. mit massivsten Nebenwirkungen. Ich war oft am Rande der Verzweiflung.
Immerhin, ich mache einen sehr anspruchsvollen Job, bin nie krank, aber zu anderen Menschen habe ich sehr viel Abstand. Ich habe mich vor ein paar Jahren auch heftig verliebt, aber nichts daraus gemacht - zu viele Enttäuschungen, um noch mal was zu probieren und so ein wackeliges Leben, dass ich eine Verschlechterung nicht riskieren wollte.

Ich kann Dir von einer Beziehung mit ihm nur abraten. Wenn 2 Ertrinkende sich aneinander klammern, gehen beide unter. Du bist in Therapie und darin weiter als er. Du klammerst Dich an einen Mann, der Dir nicht weglaufen kann, weil es ihm noch schlechter geht. Sorry, aber das mit Euch hat keine Aussicht auf Erfolg.
 
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  • #23
Wenn er dann mal bei mir ist und bei mir auch übernachtet ist er leider sehr distanziert. Kuscheln und Knutschen sind für ihn quasi Fremdwörter! Er macht mir nie Komplimente und hat mir auch noch nie gesagt das er mich mag. Das belastet mich schon sehr, weil ich ihm eigentlich regelmäßig sage, dass ich ihn toll finde.

Meiner Meinung nach ist Zärtlichkeit und Zuneigung nicht medikamentenabhängig.

Ängste und Depressionen hin oder her, ganz ehrlich:
Ich verstehe nicht, was dich an einen Mann bindet, der überhaupt nicht liebevoll zu dir ist. Was gibt dir das? Verstehe ich nicht.

Warum meinen Frauen immer, ein Mann würde schon noch Liebe entwickeln, sich ändern und warten und hoffen...und warten und hoffen... und warten und................ Was bitte bringt das?
 
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  • #24
1) ich mag keine Seelenklempner und Medikamente schon gar nicht;
So leid es mir tut: Auch andere Mütter haben schöne Söhne.

Bevor hier jetzt noch mehr unqualifizierte Horrorstories über Depressive zum Besten gegeben werden, muß ich doch mal einiges klarstellen:

1.) Depression ist nicht gleich Depression, das gibt es in verschiedenen Ausprägungen und Schweregraden;

2.) Die meisten Depressiven leben in stabilen Partnerschaften und verlassen ihre Partner wesentlich seltener als Nichtdepressive;

3.) Depressive sind als Börsenmakler nachweislich erfolgreicher als Nichtdepressive, da sie keine unkalkulierbaren Risiken eingehen;

4.) Die meisten leiden unter einer "Depressiven Episode" und wie das Wort "Episode" schon sagt, ist diese irgendwann zu Ende und danach ist der Patient oft jahrelang beschwerdefrei;

5.) Vermeintlich psychisch Gesunde, die draussen untherapiert herumlaufen, sind oft wesentlich depressiver als Menschen, die sich in Therapie begeben;

6.) Die Verallgemeinerung mit einem Depressiven könne man keine Beziehung haben, da dieser nichts mehr fühlen könne ist absoluter Bullshit. - Dieser Zustand kommt bei einer schweren Depression vor, unter der die meisten gar nicht leiden;

7.) Depressionen äußern sich nicht immer in Starrheit und Nichtsmehrfühlenkönnen. Das ist ein Klischee und Laienmeinung, die sich leider heute sehr schnell verbreiten durch Foren, wo hahnebüchendes Halbwissen und Legenden verbreitet werden. - Es gibt z.B. eine agitierte Depression, also das Gegenteil von Starrheit. Bei Männern äußern sich Depressionen auch oft durch Aggressivität, das ist ganz verschieden;

8.) Die meisten starken Raucher nutzen das Rauchen als Selbstmedikation und werden nach Absetzen ihrer Droge depressiv oder angstgestört und zwar oft sehr schwer, schwerer als viele, die hier so als unheilbare Psychos verteufelt werden;

9.) Ich mag die meisten meiner depressiven Patienten, denn sie sind meist wesentlich intelligenter, reflektierter und wertvoller als diejenigen, die derart den Stab über sie brechen;

10.) Wenn jemand bereits nach 14 Tagen das Gefühl hat, der andere hätte seinen Akku geleert, der sollte mal sein Anspruchsdenken hinterfragen und sich mal fragen, ob er nicht selbst dringender einen Therapeuten benötigt als der verteufelte Partner;

11.) Das Zusammenleben mit einem depressiven Partner ist allerdings Menschen, die selbst unter einer psychischen Störung leiden, nicht unbedingt anzuraten.

w (studierte "Seelenklempnerin")
 
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  • #25
Trotz allem denke ich immer noch, dass ich die Chance hätte, wenn er nur richtig verliebt wäre!

HILFE! Willst du ihn zwingen dich zu lieben?

Liebe FS,
du willst dir da etwas schönreden.
Du willst die Gefühle eines Mannes ändern bzw. hoffst auf Änderung, weil du so lange Single warst und Angst hast, dass du keinen anderen Mann mehr findest. Deshalb gibst du dich mit etwas zufrieden, weil es gerade da ist, obwohl dich das gar nicht glücklich macht. Du findest Entschuldigungen für diesen Mann und das ist in seinem Fall einfach.

Ich habe es so kennengelernt, dass der Partner sich in meiner Gegenwart entspannt und in meiner Gesellschaft seine Batterien auflädt. Nicht weil er ein Energievampir wäre, sondern weil er sich bei mir zuhause und wohl fühlt und gern zu mir kommt. So sollte es sein.
 
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  • #26
Grundsätzlich könnte er sich schon verlieben trotz der Medikamenteneinnahme. Aber an seinem Verhalten merkst du doch deutlich, dass er dich zumindest in dich nicht verliebt hat. Fang nicht von Anfang an einen Krampf an, der will keine Beziehung mit dir und dazu überreden solltest du ihn nicht, denn seine Gefühle kannst du nicht erzwingen. Mit den Medikamenten hat das in seinem Fall gar nichts zu tun.
 
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  • #27
Liebe FS,
ohje so etwas ähnliches ist mir auch einmal passiert. Deine Beschreibung über die Art und Weise der Beziehung hätte von mir sein können! Kein Selbstwertgefühl, keine Nähe, keine Komplimente, keine Kommunikation und ja ich bin verhungert.
Und dann dieser Gedankengang: Wenn ich nur wüsste, dass er in mich verliebt ist, dass er das mit mir will, dann würde ich daran festhalten. Dann wüsste ich, es ist nur die Krankheit und dann, so tolerant und liebevoll bin ich, könnte ich das aushalten.
Ich habe nie rausgefunden, ob er das mit mir wirklich wollte. Dafür wurde es für mich aber immer unerträglicher und ich habe Schluss gemacht. Und weißt Du was? Er hat eine andere kennengelernt für die er sich ins Zeug legt :-/ Ob das in letzter Konsequenz klappt sei mal dahin gestellt (Ich habe keinen Kontakt mehr). Zusätzlich hat der Deine sicherlich noch einmal ganz andere Wesenszüge. Meiner hat immer nach weiteren Frauen Ausschau gehalten, die vielleicht noch besser passen. Vielleicht hat er sich auch erhofft, das da ein weiblicher Messias kommt der ihn heilt.
Wäre ich heute noch einmal in der gleichen Situation würde ich folgendes tun: Ich würde ihm sagen, dass ich eine Beziehung so nicht führen kann und er zunächst seine Probleme regeln soll.
Meine Liebe, Du musst einfordern, Du brauchst ein Gegenüber, keinen Patienten. Das er depressiv ist, ist bedauerlich und er hat auch unser aller Mitgefühl, aber in einer Beziehung birgt sie die Gefahr, schlechtes Benehmen zu entschuldigen. Und das wird Dir auf die Füsse fallen. Nicht nur dahingehend, dass Du verhungerst, sondern auch dahingehend, dass Du Deine Würde verlierst. Und nicht zuletzt deshalb wird er sich nicht in Dich verlieben. Also pack bloss die Samthandschuhe weg und steh für Deine Bedürfnisse ein. Glaube mir. Ich selbst habe mal an dem Traum der zwei Outsider/Verletzten die sich finden festgehalten und kenne diese Sehnsucht. Lass sie los, sie ist ein verführerisches Irrlicht. Du musst ihn ja nicht gleich für immer in den Wind schießen, aber bitte kämpfe für Deine Position und gehe ihm dabei nicht zu sehr auf den Leim. Ich wünsche Dir alles Liebe. Du schaffst das!
 
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