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  • #1

Kann man sich ein Kind heutzutage überhaupt leisten?

Ich und mein Freund wünschen uns schon lange Nachwuchs. Er ist Student, ich arbeite im Büro als Schreibkraft. Ich verdiene im Monat netto um die 1.400 Euro, ab nächstem Jahr wird es aufgrund Arbeitszeitreduzierung (kann es nicht beeinflussen) sinken auf 1.100 Euro. Davon geht ein Kredit ab in Höhe von 500 Euro monatlich, und die Nebenkosten, Essen, Benzin usw. will ja auch gezahlt werden. Ich könnte evtl. einen Nebenjob aufnehmen... mein Freund ist Student und verdient zur Zeit nichts. Er ist 45, ich bin 39 Jahre alt, da ist mit "wartet mal ab" auch nicht viel... Er kann evtl auch einen kleinen Job annehmen, aber die Frage ist, wann und wie lange, weil er gesundheitlich angeschlagen ist. Wie seht ihr das, würdet ihr warten? Stress in der Schwangerschaft und Existenzfragen sind ja auch nicht gut, aber dann gar keine Kinder, so hab ich mir das Leben auch nicht vorgestellt...
 
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Gast

  • #2
Wärst du 25 und er 27, dann hättet ihr Euer Leben und die bewusste Kinderphase bzw. die Zeit für Karriereaufbau noch vor Euch. Dann würde ich raten: Kein Problem mit dem Kind. Aber ganz ehrlich, in Eurem Alter, bei diesen ungünstigen Voraussetzungen? Willst du dir ernshaft zwei Kinder ans Bein binden - deinen LG und das Kind? Das Nettogehalt ist es nicht alleine, damit kann man schon ein Kind durchbringen - aber die Rahmenbedingungen stimmen aus meiner Sicht nicht UND, es gibt keinerlei Aussichten auf Besserung.
 
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  • #3
[Mod.= unnötige Wiederholung des kompletten Titeltextes gelöscht!]
Na bei dem Mann nicht. Ein Mann der mit 45 Jahren studiert.... ist Luxus und gesundheitlich ist er noch angeschlagen und dann mit einem gesundheitlich angeschlagenen Mann ein Kind zeugen und aufziehen?

Würde ich nicht lesen das du 39 Jahre alt bist, würde ich denken, die Frau ist noch sehr jung oder noch sehr naiv.

Ich empfehle dir als Single-Mama, lass die Finger von einem Kind. Du hast keine guten und gesunden Bedingungen eins groß zuziehen!

w 47
 
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  • #4
Also von dem Geld das ihr aktuell habt geht das ganze hinten und vorne nicht mehr.
Wie viel bleibt euch denn momentan in einem Monat übrig, sind es mehr als 300€ denn die werden euch ja nächstes Jahr fehlen und wenn nicht dann muss dein Freund ja zwangsweise einen Nebenjob annehmen (ehrlich gesagt finde ich es aber schon etwas fragwürdig dass er das nicht jetzt schon macht).
Rechne mal grob mit einer zusätzlichen Belastung von 500€ mit einem Kind und stell dir die Frage ob ihr das hinbekommt und ob ihr das v.a. auch auf Dauer könnt. Da wäre z.B. die Frage was dein Freund in dem Alter noch studiert und welche Jobaussichten er danach hätte. Selbst bei Studiengängen bei denen die Abgänger extrem gefragt sind wird man es in dem Alter als Berufseinsteiger extremst schwer haben.
Bedenke bei dem ganzen aber v.a. das es hier um das Kind gehen muss und nicht um euren Kinderwunsch.
 
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  • #5
Sei mir nicht böse, aber du bist 39- wie lange willst du denn warten und worauf?
Die Erfahrung zeigt, dass es keinen "richtigen" Zeitpunkt für Kinder gibt, das Leben passiert ganz egal was man plant- ob die Pläne aufgehen zeigt sich dann.
Ich würde an deiner stelle nicht zu verkopft an das ganze rangehen. Klar, nicht gedankenlos- aber ich kenne viele Paare die sich Kinder eigentlich nicht leisten könnten- und dennoch geht es. Am Ende ist es nicht die Frage ob man sich Kinder leisten kann sondern ob man sie sich leisten will.
 
  • #6
Na ja, liebe Fragestellerin, "man" kann sich heutzutage natürlich ein Kind leisten, aber eben nicht "jeder" in "jeder Situation".

Du bist 39 und hast einen Job, bei dem Du dermaßen wenig verdienst? Was ist da schief gelaufen? Was hast Du denn gelernt? Warum bewirbst Du Dich nicht auf einen besseren Job, bei dem die Arbeitszeit nicht zwangsläufig gekürzt wird? Dein Gehalt dürfte ja aber ohnehin nicht so wichtig sein für die Kinderfrage, denn die ersten drei Jahre wirst Du wohl kaum eine Vollzeitstelle annehmen können.

Er ist 45 und Student. Aha. Was in aller Welt hat er sein Leben lang gemacht, wenn er mit 45 studiert? Ne, als Student muss man nicht unbedingt Kinder kriegen. Lieber erst einmal einen Abschluss, eine gute Stelle und dann weiter planen. Nur warum studiert man mit 45? Wenn man einen Kinderwunsch hat, dann muss man eben Prioritäten setzen: Job und Kind oder Studieren. Aber alles zugleich geht eben nicht.

Kurz gesagt: In Eurer Situation wäre ein Kind Wahnsinn und würde mal wieder von der Allgemeinheit bezahlt werden. Das wäre absolut unmoralisch.
 
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Gast

  • #7
Natürlich könnt ihr ein Kind bekommen, wenn ihr das wollt. Die Frage ist nur, welchen Lebensstandard wünscht ihr euch? Man kann sehr gut praktisch alles second hand kaufen. Ich bin in den 50iger Jahren aufgewachsen in einer Familie mit 5 Kindern, einem Alleinverdiener und sehr wenig Geld. Aus allen Kindern ist etwas geworden (ich promovierte Ärztin). Meine Mutter hat 14 Enkelkinder. Bei entsprechender Bescheidenheit: na klar, warum nicht? W 60
 
  • #8
Ein Kind bekommt man in fast jeder Lebenslage groß, wir sind ja nicht in Afrika. Ich hatte anfangs nur Bafög und minimalen Unterhalt, als ich meine Tochter aufgezogen habe, später habe ich gut verdient, nachdem meine Firma lief.
Ich würde eure Lebensumstände trotzdem eingehend befragen. Du bist Schreibkraft und nicht krisensicher angestellt. Dein Partner studiert mit 45 und hat durch Krankheit trotz Studium keine Berufsperspektive (hätte er als Absolvent in ein paar Jahren in dem Alter wahrscheinlich auch nicht, es sei denn es ist eine Qualifikation, die seine Chancen in einem Beruf steigert, in dem er schon etabliert ist).
Wer pausiert erstmal wegen des Kindes wie lange? Du als Verdienerin wohl nicht, oder? Weiß dein Freund schon davon? Was hat er für Vorstellungen, wie ihr eure Zukunft gestaltet?
Es gibt noch einen Kredit abzuzahlen, der im nächsten Jahr fast die Hälfte deines Nettoeinkommens verschlingt. Dein Freund lebt scheinbar auch noch von deinem Geld. Demnächst lebt noch ein Kind davon. Wie wollt ihr das lösen?
Ihr laßt euch auf ein Leben auf Hartz IV-Niveau und permanenten Amtskontakt ein und ich habe das Gefühl, ihr habt auch kaum den Impuls, da herauszukommen. Kann man machen. Hält das eure Beziehung aus? Die Wahrscheinlichkeit, daß du irgendwann allein dastehst, ist hoch, sagt mir mein Bauch.
Staatliche Unterstützung hat Grenzen, spätestens wenn dein Geld nicht mehr hinreicht, wird dein Freund aufgefordert, das Studium zu beenden oder nebenbei zu arbeiten, da bin ich mir sicher. Hat er sich das so vorgestellt?
Die Frage "Kann man sich ein Kind heutzutage leisten?" ist falsch. Die Frage ist: Können wir mit unserer fragilen Lebensperspektive und unserer Blauäugigkeit ein Kind großziehen? Denn eure Lage ist hausgemacht, da hat die Gesellschaft nicht schuld.
 
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  • #9
Ich würde sagen NEIN!
Habe ein 13 jähriges Kind und kann sagen, nach meiner Trennung kann man sich ein Kind finanziell nicht mehr leisten.

Es ist nicht jeder Beamter oder hat eine ähnlich sichere Position und ein Kind mit wenig Geld ist mehr als eine Herausforderung es ist die schlichte Einschränkung für alle und fürs Kind fehlen ganz klar die guten Möglichkeiten!

Nicht jeder lebt gern auf Hartz-Niveau und es gibt kaum eine Lösung dafür. Karierre mit Kind ist ein verdammt schwieriges Unterfangen, wenn man keine Entlastung durch Partner, Eltern, Verwandte oder Freunde hat. Aber es gibt sicher Superfrauen, die auch das noch wuppen.

Ich versuche das übrigens auch und kann nur sagen, das geht auf Kosten des Kindes und das eigene Wohl steht auch hinten an!

Als Fazit: zu zweit ja, alleinerziehend NEIN!!!

Derzeit würde ich jungen Menschen von Kindern abraten, obwohl ich meine Tochter abgöttisch liebe und auch nicht auf sie verzichten wollte!!! Aber was man nicht kennt, vermißt man auch nicht. Und es gibt viele Zeiten in denen ich am Abgrund stehe und sehr genau weiß, dass ich ganz allein da stehe!!! Und staatliche Mittel befinden sich alle auf Hartz-Niveau und stellen sicherlich kein normales Leben dar! Ich habe noch nie solche Mittel bezogen und kann mir das auch nicht vorstellen und dennoch ist es stets in greifbarer Nähe!!! Zu Zweit (bzw. Dritt) haben wir übrigens eher im Luxus gelebt, aber Scheidung macht arm! Trotz akademischer Ausbildung und Weiterbildung und Fähigkeiten und und und.....
 
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Gast

  • #10
Hier nochmal die Fragestellerin. Ganz herzlichen Dank für die vielen Antworten, die mich zum Nachdenken anregen und mir sehr helfen.
Was ich gelernt habe? Ich habe nach dem Abitur ein Biologiestudium abgeschlossen, und finde keine Anstellung in diesem Bereich. Dann habe ich viele Jahre im Büro gearbeitet, im öffentlichen Dienst, und bei Bewerbungen heißt es "Sie haben schon sooo lange im Büro gearbeitet, das "andere" können Sie doch schon gar nicht mehr. Bleiben Sie lieber, wo Sie sind..."
Danke für die Antworten, die ich bereits erhalten konnte, und danke im Voraus für die kommende Diskussion :)
 
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Gast

  • #11
Hier nochmal die Fragestellerin.
[Mod.= unnötige Wiederholung des kompletten Beitrages gelöscht!]
Was ist an dem ganzen Thema komisch finde, warum du dir so einen Mann als Freund und zukünftigen Kindesvater wählst, der beruflich, genauso ähnlich wie du, anscheinend nicht zu Potte gekommen ist? Vielleicht liegen die Gründe deines Misserfolges bei dem Finden eines Jobs deines Studiums entsprechend nicht in deiner fachlichen Qualifikation, sondern eher in persönlichen Defiziten?

Vom abgeschlossenen Biologiestudium zur Schreibkraft? Ganz schöner Abstieg! War eine Weiterqaulifikation oder Zusatzqualifikation nicht möglich, um die Chancen auf einen entsprechenden Job zu erhöhen?

Selbst ich als alte Ossi-Frau, grins, die 10 Jahre älter als du bist, habe es nach der Wende geschafft, trotz Berufsausbildung und Studium in der ehm. DDR, nach der Wende nochmal beruflich neu zu starten und neben der Arbeit eine berufsbegleitende Ausbildung zu machen und heute davon mit Kind als Single-Mama ganz gut leben zu können.

Gut, ich habe nie einen Kredit aufnehmen müssen, ein Auto habe ich auch nicht, aber dafür ein Pferd.

w 49
 
  • #12
Wie andere hier auch bin ich erstaunt! Die Überschrift passt eigentlich nicht zu deiner eigentlichen Frage. Du bist 39, hast es trotz eines guten Studiums zu nichts gebracht. Schulden hast du auch noch! Dein Freund ist noch älter, krank, Student und wahrscheinlich auch ein zukünftiger Verlierer. Zurzeit fütterst du ihn durch! Sag mal, was ist das denn für eine traurige Konstellation?!

Ihr würdet einem Kind kein gutes Beispiel geben! Mal abgesehen von eurem Alter seid ihr am absolut unteren Ende der sozialen Hierarchie. An ein Kind würde ich an eurer Stelle nicht im Traum denken.

Ein kranker Vater, der nichts verdient, und eine Mutter, die sozial abgeglitten ist .... Nää ..... Sieh zu, dass du wieder in deinem Studium Fuß fassen kannst. Verabschiede den sozialen Verlierer und sorge dafür, dass du mit dir selber zufrieden wirst.
 
  • #13
Oh. Du hast studiert und arbeitest so unter Qualifikation? Irgendwie sieht mir das alles recht schiefgelaufen, nach hohen Ansprüchen aus und wenig Aktivität, sie zu erreichen. Als Frau kann man sich das ja irgendwie leisten, wenn man einen Mann hat, der das finanziert. Aber den hast du nicht.
Selbst, wenn das eine Ostbiografie aus der tiefen Provinz ist, da muß du schon schon alle Signale verpaßt haben, um so einen beruflichen Lebenslauf hinzulegen. Du bist schließlich 39 und nicht Ende 50, die verlorene Generation, die im Westen beruflich nicht mehr richtig Fuß gefaßt hat.
Ich bin 10 Jahre älter als du, habe etwas studiert, das im Westen nur höhere Töchter zum Heiraten und Konversation machen studieren und habe trotzdem die Kurve bekommen.
 
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  • #14
@ 6, danke für den Hinweis, dass es auch in schwereren Zeiten ging.
Hier sind ja nur Leute vertreten (mich eingeschlossen) deren Kinderzimmer von Spielsachen
überquoll und die Übersättigung mit Hunger verwechseln.
@ FS
Es geht schon, aber es ist ein ganz schön hart und stellt die Beziehung auf die Probe. Sehe das in meiner unmittelbaren Verwandschaft. Aber wenn ihr die Anfangsschwierigkeiten überwindet - Hut ab. Ach ja: meinen Kinderwunsch habe ich trotz mäßigem Einkommen aus Selbstständigkeit (es war auch mal recht gut) und Herzkasper nicht aufgegeben. Kenne Leute die auch mit 40 nen Kasper hatten und jetzt auf die 80 zugehen. Also bedenke Eure Situation gut und lass dich nicht von einigen wenigen Leuten hier vergraulen, deren Leben vollends sinnlos wird, wenn die Finanzen grad mal nicht stimmen. m 42
 
  • #15
Aber natürlich kann man sich ein Kind leisten, wir sind doch nicht in Afrika! Viele Sachen für die ersten Jahre kann man günstig aus zweiter Hand erwerben oder sich von Freunden schenken lassen. Da ihr beide nicht vollzeit beschäftigt seid, dürfte die Kinderbetreuung bewältigbar sein. Sieh bloß zu, daß Du jetzt nicht komplett aus dem Erwerbsleben aussteigst, (höchstens ein Jahr und dann wenigstens Teilzeit).
Deinen Partner solltest Du ordentlich treten, damit er beruflich fertig wird.
Kinder kommen auch mit einem weniger guten sozialen Status gut klar. Mit Phantasie, Witz, Improvisationstalent sowie ausreichender Beschäftigung mit dem Kind kann man quasi alles wettmachen, was andere durch Geld lösen. Guter Wille und gute Organisation ist natürlich Pflicht.
Mit 39 würde ich mit einer Schwangerschaft keinen Monat mehr warten.
 
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Gast

  • #16
Hier nochmal die Fragestellerin:
#14, #13, #6
Vielen Dank, ihr macht mir Mut :) Es ist jetzt für uns eine schwierige Situation, aber vielleicht "wachsen wir daran".

# Frederika, Bäärbel
Ich bin nicht der Typ, der die Hände in den Schoß legt und sagt "nun gebt mal, Gesellschaft". Ich habe bisher IMMER von eigenem Geld gelebt, und das soll auch so bleiben. Im Gegenteil, ich habe genau wie alle anderen Arbeitnehmer in die Kasse eingezahlt (und die ist doch für Notfälle da, oder?) Dass es mal gute und auch schlechtere Zeiten gibt, daran habe ich mich gewöhnt. Der Job ist vielleicht nicht sooo tolle, aber zumindest mit 75% im öffentlichen Dienst sicher.

Ja, es ist es nicht DIE TOP-Biographie, die ich hier vorweisen kann. Leider ist auch in meinem Leben einiges schief gegangen, aber dennoch, ich lebe :) und es geht weiter. Geld ist nicht alles - es beruhigt, und es wird auch so weiter gehen, wenn ich weiter Haushaltsbuch führe und mich einschränke.

Danke für all eure Beiträge, ich konnte alle Stimmen und Meinungen auch in mir wiederfinden... schließlich beschäftigt mich das Thema schon einige Zeit, und so konnte ich lange genug darüber nachdenken. Es hat mir geholfen, klar zu werden zu diesem Thema. Vielen Dank besonders an die "Mutmacher". Das Leben ist nun mal lebensgefährlich und alle Eventualitäten kann man nicht einplanen. Danke an alle, insbesonere #6, 13,14
 
  • #17
Ich würd mal damit anfangen daß Du klärst, ob es dauernd so weiter gehen kann mit Euerem niedrigen Einkommmen - im ersten Schritt ganz abgesehen von Euerem Kinderwunsch. Nicht verheiratet, eigentlich sollte Mann ja Geld verdienen, aber mit 45 noch "Student" - wieso ? Langzeitstudent, Wechselstudent - hat er schon überhaupt jemals im Leben Geld verdient ?

Sorry aber ich sehe es ganz klassisch: Mann ernährt Frau, vor allem, wenn Frau schwanger oder gerade Mutter geworden ist. Ist ER bereit dazu, diese Verantwortung auf sich zu nehmen ?

Wenn Du Kinderwunsch in der augenblicklichen Situation hast und Dir wirtschaftliche Fragen - mit Recht - stellst, dann spiel das Thema doch einfach mal durch: Du bist schwanger. Das eine, was passieren kann, ist, daß Du mit Deinem Freund zusammen bleibst, das andere ist, daß die Beziehung aus einander geht. Mit beiden Szenarien gehst zu den Beratungsstellen für Schwangerschaftsabbruch, die werden Dir sagen können, wie es in diesen Situationen etwa läuft.

Dann weißt mehr und kannst eine Entscheidung treffen und bist auch informiert, wenn die Beziehung trotz Schwangerschaft auseinander brechen sollte.
 
  • #18
Hier nochmal die Fragestellerin. (...) Ich habe nach dem Abitur ein Biologiestudium abgeschlossen, und finde keine Anstellung in diesem Bereich.
Geht es, Schwangerschaft, Kindererziehungszeit und Auffrischung des Berufs irgendwie zu verbinden ? Wenn Du gerade schwanger werden willst ist es blöd, jetzt krampfhaft eine Stelle zu suchen von der Du dann gleich wieder weg bist. Aber hast die Suche denn aufgegeben oder hast die Suche nicht aufgegeben ? Hast gesagt "ich arbeit auch für das Gehalt aus meinem bisherigen Beruf" um überhaupt Erfahrung zu sammeln ?

Du bist Akademikerin ohne akademischen job und bist mit jemand zusammen, der vielleicht noch gar kein akademisches Examen hat und mit 45 herumstudiert. Besteht ein Zusammenhang zwischen beidem, weil beide im Ergebnis im Beruf erfolglos sind ? Wenn Du ernsthaft Deinen beruflich erfolglosen Zustand änderst, ist das Gleichgewicht in der Beziehung weg, sprich er würde noch mehr zu Dir aufschauen. Willst das ?

Nur hast so keine gute wirtschaftliche Basis für Kinder .... deswegen: Was spricht dagegen, wenn Du Dich mal bei EP anmeldest und Dein Glück versuchst ? Akademiker ist Akademiker ....
 
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  • #19
Nur hast so keine gute wirtschaftliche Basis für Kinder .... deswegen: Was spricht dagegen, wenn Du Dich mal bei EP anmeldest und Dein Glück versuchst ? Akademiker ist Akademiker ....
Wird hier eigentlich immer alles finanziell aufgerechnet und Menschen nur nach ihrer finanziellen oder beruflichen Situation beurteilt?
Wie kann man auf die Idee kommen, einen Partner, mit dem die Fragestellerin ja ohne Frage anscheinend gerne zusammen ist, zu verlassen, um jemanden zu suchen, der finanziell mehr zu bieten hat?
Und Akademiker ist auch nicht gleich Akademiker, ausser man reduziert einen Menschen nur darauf.
Wie heisst es so schön, immer wieder zum schmunzeln:
Akademiker UND Singles mit Niveau.
 
  • #20
Liebe 18.
Natürlich bewertet man jemanden u.a. (sic!) nach seiner finanziellen und beruflichen Situation. Diese beiden Faktoren sind sehr ausschlaggebend dafür, wie der Mensch ist. Der Beruf prägt einen Menschen auf vielerlei Weise! Ebenso ist es (mir) wichtig, dass ein Partner nicht im finanziellen Loch steckt! Selber verdiene ich gut und habe keine Lust, einen Partner durchzufüttern. Ebenso erwarte ich, dass er in Bezug auf Freizeit, Reisen, Unternehmungen etc. mithalten kann, d.h. so in etwa seinen Anteil bezahlen kann, sodass man in Gemeinschaft schöne Erlebnisse hat, sich etwas leisten kann usw.
Was das akademische Studium betrifft, würde ich nie einen Nicht-Akademiker wählen. Zwar ist es richtig, dass auch Akademiker versumpfen können und somit "uninteressant" sein würden. Aber Akademiker haben gelernt, kritisch, systematisch, methodisch, analytisch etc. zu denken. Ich führe sehr gerne Gespräche auf hohem geistigem Niveau, und ein Partner, der in dieser Hinsicht nicht zu mir passt, ist eben nichts für mich. Es gibt viele Kriterien und Parameter, und ich weiß, was ich will und was ich eben nicht will.
 
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Gast

  • #21
"Armut ist ein großer Glanz aus innen", um mal Rilke zu zitieren.
Das ist alles schön und gut, natürlich kann man ein Kind fast ohne Geld groß bekommen und ich würde der FS auch nicht raten, auf ein Kind zu verzichten. Im Gegeneil. Vielleicht gibt es ja gerade ihrem Partner Impulse, tätig zu sein.
Wer aber hier nicht rechnet, hat gleich den nächsten Kredit am Hals: ab nächstes Jahr 1.100 € netto abzgl. 500€ Kredit sind 600€ für zwei Personen, denn der Mann hat scheinbar kein Einkommen, Benzin fürs Auto braucht es auch noch. Das ist weit unter H4 für niedrig bezahlte Berufstätige und davon kann man nicht mal in McPomm richtig leben.
Klar gibt es alternative Lebensformen. Selbstversorgung, Containern gehen, Leistungstauschhandel. Habe einige Freunde, die das kurzzeitig tuen. Das wird mit einem Kind aber komplizierter. Da müssen die Windeln jetzt gewaschen werden und nicht, wenn wieder Gekd für Waschpulver da ist (Wegwerfwindeln sind zu teuer).
Als ich jung, Studentin, Alleinerziehende und sehr arm war, habe ich erlebt, daß meine Tochter allein durch Nichtteilnahme an bestimmten Sachen in eine gesellschaftliche Gruppe rutschte, die mir nicht entsprach. Das ist sehr schwierig, weil es plötzlich um andere Werte geht. Die Mutter der besten Freundin war ein Tablettenwrack, der Vater schaltete mal mitten im Gespräch mit mir die Glotze an, eine andere Mutter konnte kaum lesen und schreiben und stopfte die Kinder mit widerlichem Industriefraß voll. Da braucht es ein gutes Netzwerk von Leuten denen es ähnlich geht, um den Kinder trotzdem Werte zu vermitteln und sie nicht mit permanentem Unterschichtkontakt zu sozialisieren.
Letzlich wird zur Debatte stehen, daß der Mann einen vollwertigen Beitrag zum Famileneinkommen leisten muß.
 
  • #22
Ihr wünscht euch ein Kind und habt den Anspruch und die Möglichkeiten (damit sind ausdrücklich nicht die finanziellen gemeint!) diesem Kind zuverlässige und liebevolle Eltern zu sein? Worauf warte ihr dann noch? Denn genau das und nicht großzügiges Einkommen, zwei Autos, Haus mit Garten (schadet allerdings auch nicht ;-) ) sind die notwendigen Voraussetzungen dafür.

Übrigens, entgegen der Ansicht mancher - ein Kind, das liebevolle, fördernde, zuverlässige Eltern hat, ist IMMER ein GEWINN für die Gesellschaft!

Wenn dein Partner noch studiert, kann das Kind bald im Unikindergarten betreut werden (die sind meist sehr gut!), das Studium deines Partners hat also durchaus auch Vorteile! Ansonsten nehmt alle Förderungen die es gibt in Anspruch - sie sind gerade bei Paaren wie ihr es (hoffentlich) seit angebracht und sinnvoll.
 
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Gast

  • #23
Hier noch einmal die Nr. 6
Liebe FS, Danke für dein Feedback.
Jede Frau, die in dieser schwierigen Zeit bereit ist, Mutter zu werden, verdient ein Maximum an Unterstützung, auch wenn die Umstände vielleicht nicht so optimal sind.
Ich hatte 3 ungeplante Schwangerschaften. Die erste (als Studentin) wurde unterbrochen. Ohne körperlichen oder seelischen Folgen. Aber: auch die Entscheidung, nicht ein zweites Mal. Aufgrund einer späteren schweren Infektion bekam ich die ärztliche Auskunft, ich könnte nicht mehr schwanger werden. Das war wohl falsch. So entstand meine erstgeborene Tochter, jetzt 33. Zwei Jahre später mein Sohn als "Pillenkind". Immer in sehr schwierigen ökonomischen Verhältnissen. Später (nach abgeschlossener Berufsausbildung) noch 2 weitere Kinder. Mein Mann hatte kein regelmäßiges Einkommen. Meine älteste Tochter hat als alleinerziehende Studentin ein 3-jähriges "Pille-danach-Versager-Kind". Er ist unser großer Schatz und sie bereut nicht ihre Entscheidung "Pro-Kind". Also nur Mut.
 
  • #24
Liebe 19,
ich finde in einer GLÜCKLICHEN Beziehung spielen Gefühle eine wichtigere Rolle als sozialer Status und die Finanzen. Die Logig dahinter ist simpel: Es kommt meiner Meinung nicht darauf an, WAS man unternimmt (wofür man ev. Geld braucht), sondern WIE man sich dabei fühlt.
Es grüsst ein glücklicher Tennislehrer
 
  • #25
Wird hier eigentlich immer alles finanziell aufgerechnet und Menschen nur nach ihrer finanziellen oder beruflichen Situation beurteilt?
Wie kann man (...) einen Partner, mit dem die Fragestellerin (...) gerne zusammen ist, (...) verlassen, um jemanden zu suchen, der finanziell mehr zu bieten hat?
Das Problem ist daß beide Partner der Beziehung beruflich erfolglos sind - beruflicher Erfolg strahlt aber auf die Partnerschaft aus. Wenn die Fragestellerin ihre berufliche Lage erfolgreich ändern sollte, müßte sie ihren wohl dauerhaft erfolglosen Partner mit ernähren - daneben wäre auch das Gleichgewicht - die berufliche Erfolglosigkeit beider Partner - der Beziehung gestört.

Mit Deiner Argumentation siehst nicht den Spezialfall, den wir vor uns haben. Generell kannst Du natrürlich mit gutem Recht so argumentieren, wie Du es tust.
 
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Gast

  • #26
Übrigens, entgegen der Ansicht mancher - ein Kind, das liebevolle, fördernde, zuverlässige Eltern hat, ist IMMER ein GEWINN für die Gesellschaft!

Wenn dein Partner noch studiert, kann das Kind bald im Unikindergarten betreut werden (die sind meist sehr gut!), das Studium deines Partners hat also durchaus auch Vorteile! Ansonsten nehmt alle Förderungen die es gibt in Anspruch - sie sind gerade bei Paaren wie ihr es (hoffentlich) seit angebracht und sinnvoll.
Ich möchte den Fokus auf eine andere Sichtweise legen, weg von der finanziellen Betrachtungsweise. Richtig ist, dass man mit wenig Geld auch ein Kind zeugen und großziehen kann. Aber es wird verdammt schwierig!

Hat die FS und ihr Freund aber eine ausreichend emotionale Reife und Festigkeit ein Kind erziehen zu können?

Die FS hat ja selber geschrieben, dass in ihrem Leben einiges schief gelaufen ist. Dazu wählt sie sich als "Akademikerin" einen Mann, der mit 45 Jahren noch studiert? Welche kluge und taffe Frau, die halbwegs emotional reif ist, macht so was?

Dann hat sie trotz abgeschlossenen Studium es nur geschafft, eine Scheibjob im öffentlichen Dienst zu "bekommen"?

Ein Kind zu zeugen ist einfach, das Kind zu gebähren, kann auch relativ einfach sein, aber dem Kind ein Vorbild als emotional reifer Mensch, der sein Leben bisher halbwegs im Griff hatte zu sein, darüber verfügen viele Menschen leider nicht. Dazu würde ich auch die FS zählen.

w 47 selber Mutter, die relativ wenig Geld hat
 
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Gast

  • #27
Nochmal die Fragestellerin:
Es ist schon so, dass mein Partner tut was er kann für die Beziehung, und um sein Leben wieder "auf die Reihe zu kriegen". Unsere Beziehung ist geprägt von Liebe, offenem liebevollen Umgang miteinander und Gefühlen, und das gemeinsame "WIR" ist das, was uns fest miteinander verbindet. Er ist hochintelligent und hochsensibel, und beides mag ich an ihm, habe ich doch selbst solche Anteile in mir. Er ist der Mensch, bei dem ich mich fallen lassen kann, mal "rumblödeln", aber auch tiefe Gespräche über wissenschaftliche Themen führen. Ich weiss nicht, ob da "Akademiker gleich Akademiker" ist - keine meiner vorherigen Beziehungen war so tief und innig. Vielleicht sehe ich es auch ein bisschen verklärt, ich weiss nicht.... wir sind schließlich schon 5 jahre zusammen. Er leidet selbst unter der Situation, dass ich quasi der "Alleinverdiener" bin, aber kann momentan aus gesundheitlichen Gründen auch nicht so zupacken, wie er gerne will...

Ich glaube, ich hab mich schon dafür entschieden, es einfach "mal darauf ankommen zu lassen", ich glaube ich hätte sonst Angst etwas zu verpassen. Danke # 6/22, es gibt mir das Gefühl, dass es richtig ist :) und es selbst in den schwierigsten Situationen irgendwie weitergeht. Danke, die Ideen sind gut und ich hoffe, ich kann darauf zurückgreifen ;-)
 
G

Gast

  • #28
Habe nicht alles hier gelesen, aber ein was ging mir dabei durch den Kopf:

Wenn dem nicht so wäre, wieso haben dann hauptsächlich sozialschwache viele Kinder? Ich komme aus den neuen Bundesländern und hier ist es ziemlich verbreitet, dass sich junge Frauen auf Hartz IV Basis einige Kinder machen lassen und dann zu Hause "abhängen".
Wenn die mit weniger als 1000 € auskommen, dann müsste das doch bei euch auch gehen!

Und mal ganz ehrlich, wenn ich an meine Kindheit zurück denke, dann war es nicht das Geld oder Geschenke, die mich glücklich machten. Es waren Waldspaziergänge mit meinem Opa, Tagesausflüge in die Natur mit meinen Eltern, spielen mit meiner Schwester, meiner Mutti im Haushalt helfen (also alles Dinge, die man mit wenig Geld realisieren kann).
Ich glaube für Kinder ist eine intakte Familie zehnmal wichtiger als materielle Dinge.
 
  • #29
Welche kluge und taffe Frau, die halbwegs emotional reif ist, macht so was?
Die Frau, die sich verliebt hat!?

Ob ein Kind in dieser Situaton die beste Entscheidung ist weiß ich nicht, aber groß würdet ihr das Kind schon bekommen.

Zum Thema Finanzen und unmoralisch, weil man anderen auf der Tasche liegt: Sind Kinder nicht meistens ein lohnendes "Geschäft"? Wenn sie einen Beruf nachgehen zahlen sie Steuern und steigern das BSP. Bringt das nicht unter dem Strich mehr Einnahmen als Ausgaben für die Gesellschaft? Man sollte sich auch mal überlegen wer dann die ganze Arbeit machen soll, wenn in den Industriestaaten keiner mehr für den Nachwuchs sorgt.
 
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  • #30
Ich glaube, ich hab mich schon dafür entschieden, es einfach "mal darauf ankommen zu lassen", ich glaube ich hätte sonst Angst etwas zu verpassen.
FS, wache bitte auch, nur Liebe allein zwischen euch beiden reicht nicht aus, um ein Kind großzuziehen. Du hattest Probleme in deinem Leben, dein Freund hat immer noch Probleme, wollt ihr eurem Kind so ein Vorbild sein. Es liest sich sehr naiv was du schreibst. Du scheinst nicht verstanden zu haben, worauf hier viele hinweisen. Vielleicht ist deine gewisse emotionale
Unreife, die ich aus deinen Zeilen lese, auch der Grund dafür, dass du nie in deinem studierten Beruf einen Job gefunden hast, sondern als Schreibkraft vor dich hin dümmpelst.

Etwas zu verpassen? Ein Kind ist doch kein Kinofilm! Ein Kind braucht ständige und konsequente Stabilität und kann sich nicht darauf verlassen, dass die Mutter die Einsicht hat, dass es im Leben schon immer IRGENDWIE weitergeht.

Du hast doch bisher dein Leben einige Probleme, hast dazu einen Freund, der lieber arbeiten gehen sollte, als zu studieren und dann wollt ihr dieses doch gewisse emotional unreife Umfeld, was von einer gewissen Lebensuntüchtigkeit geprägt liest, einem Kind zumuten?

Ich bin fassunglos.

w 47 selber Mutter
Mir geht es nicht darum, dass alle Kinder studieren sollen/müssen. Aber ein Kind muss befähig bzw. vorgelebt werden, dass es später aus eigener Kraft sich selber versorgen kann.

Weder du noch dein Freund haben aus div. Gründen selber die Bedingungen. Wie wollt ihr sie an euer Kind vermitteln?