• #1

Kann sich ein Mensch wirklich plötzlich ändern ?

Hallo,

ich hatte heute eine Diskussion mit meiner Freundin. Sie hat ein Kind, ihr Exfreund sei ein "Arsch", kümmert sich nicht ums Kind. Auf meine Frage ob es nicht vorher irgendwie abzusehen war sagte sie " Nein, sowas hätte sie nie gedacht" und sie war anfangs glücklich verliebt etc.

Nun zu meiner Frage.
Kann aus einer harmonischen Beziehung mit respektvollen Partner eine Katastrophenbeziehung/ Katastrophentrennung entstehen ? Wo der Mann sich plötzlich nicht um das gewünschte Kind kümmert ? Kann man sich wirklich so täuschen ?
 
  • #2
Kann aus einer harmonischen Beziehung mit respektvollen Partner eine Katastrophenbeziehung/ Katastrophentrennung entstehen ?
Glaube ich nicht. Ich denke eher, dass Deine Freundin sich Illusionen über die bestehende Harmonie und seinen Respekt gemacht hat solange es ging.
Nun geht es nicht mehr und da zeigt sich der ganze Frust über die zu lange aufrecht gehaltene Selbsttäuschung, die sie ihm anheftet, statt sich selbstkritisch zu betrachten und was fürs nächste Mal zu lernen.

Wo Harmonie und Respekt herrschen (beruht ja auf Gegenseitigkeit), da ledert man nicht einseitig so über den (Ex-)Partner ab, wie Deine Freundin das macht.
Also Harmonie und Respekt kann sie offensichtlich nicht. Wer das aber selber nicht kann, ist kaum befähigt zu beurteilen, wie es darum beim anderen bestellt ist.

Lass Dich nicht vor ihren Karren spannen, denn sowas tut Dir nicht gut, schau Dir ihr Verhalten genau an und bewerte es sachlich nicht emotional, statt Dich falsch mit ihr zu solidarisieren.

Wo der Mann sich plötzlich nicht um das gewünschte Kind kümmert ?
Man muss sich fragen, warum der Mann sich nicht kümmert. Vermutlich ein Fall mehr, bei dem vonseiten des Mannes das Kind garnicht gewünscht war, sondern nur hingenommmen wurde um eine Frau zu haben.
Die Frau will das eher nie so sehen und klöppelt sich ihre Romanzenstory zurecht und detoniert, wenn sie sich in der zuvor verdrängten Realität wiederfindet.

Ist die Frau weg (und eine neue da), dann ist das Kind für diese Art Mann uninteressant bis ein kostenpflichtiges Ärgernis. Was meinst Du, wie es zu all den AE ohne Expartnerunterstützung in der Kinderbetreuung kommt - genau so.

Aber ja - Selbsttäuschung und aggressives dran Festklammern, statt sich retrospektiv mit der Realität auseinanderzusetzen und zu gucken, wo man sich früh geirrt und falsch entschieden hat. So geht Lernverweigerung und man wiederholt in der Zukunft die gleichen Fehler.
 
  • #3
Ja, es gibt Menschen die verändern sich. Aber die Anlagen waren sicher schon da.
Mein Ex ist ein Beispiel dafür. Der war schon immer schwierig, nur am Anfang eben nicht zu mir. Das kam erst später. Wenn ich ehrlich bin, habe ich aber vieles nicht sehen wollen.
Ich weis noch wie seine Freunde immer wieder wissen wollten, wie wir und überhaupt kennen lernen konnten, wie ich es geschafft habe, ihn zur Interaktion zu bewegen. Ich habe immer gesagt, so hätte mich vor ihm kein Mann behandeln dürfen.....Rückblickend bin ich dafür verantwortlich all die red Flags nicht sehen zu wollen.
Bei mir trafen Wunschvorstellungen einer Partnerschaft auf die Realität. Unsere Muster haben sich bedingt und das hat sich einfach sehr vertraut angefühlt. Das dies mit Liebe nichts zu tun hat, wollte ich nicht sehen.
Im Bezug auf Kinder, glaube ich das sich viele Menschen etwas vormachen. Die einen wollen Kinder auf biegen und brechen und sehen nicht, das der Partner dafür nicht unbedingt geeignet ist.
Die anderen merken schnell, das Kinder haben nicht viel mit ihren romantischen Vorstellungen davon zu tun hat.....
Gerade bei Trennungen werden die Kinder oft instrumentalisiert. Der Mann soll sich kümmern, aber eben zu den Bedingungen der Frau. Der Mann will aber nicht ständig über das "Stöckchen" springen, dass ihm die Ex hinhält. Wir wissen nicht, wie es zwischen deiner Freundin und ihrem Ex läuft. Woran ich aber nicht glaube ist die Schuld alleine beim Ex zu suchen. Man selber sollte die Verantwortung für seine Anteile übernehmen und sei es nur im Bezug auf ein Auswahlverschulden (gruseliges Wort, mir fällt nur kein besseres ein).
Die Enttäuschung ist das Ergebnis einer voran gegangenen Täuschung. Nicht selten der Selbsttäuschung.
 
  • #4
ich hatte heute eine Diskussion mit meiner Freundin. Sie hat ein Kind, ihr Exfreund sei ein "Arsch", kümmert sich nicht ums Kind. Auf meine Frage ob es nicht vorher irgendwie abzusehen war sagte sie " Nein, sowas hätte sie nie gedacht" und sie war anfangs glücklich verliebt etc.
Es gibt Lebenssituationen vor allen Dingen im Gesundheits-, Unfall- und Schicksalsbereich etc., wo sich der Mensch von einer Minute zur anderen ändern kann, aber ganz allgemein im Leben ist das nicht der Fall! Es gibt sehr viele Frauen, leider - nicht nur deine Freundin, die sich von den Männer täuschen und blenden lassen. Von Beginn an ziehen solche Männer eine zielgerichtete Show ab, wenden alle möglichen Tricks an, um ausschließlich die Frau zu bekommen, alles andere ist ihnen dabei wurscht. Solche bertroffenen Frauen geben das nicht zu, wollen die Situation immer noch nur schön reden, beiseite schieben, unter den Tisch kehren, das ist die nackte Tatsache!
Nun zu meiner Frage.
Kann aus einer harmonischen Beziehung mit respektvollen Partner eine Katastrophenbeziehung/ Katastrophentrennung entstehen ? Wo der Mann sich plötzlich nicht um das gewünschte Kind kümmert ? Kann man sich wirklich so täuschen ?
Ja offensichtlich, kann man sich brutal täuschen mit Menschen! Menschen tragen viele Masken, jede zur passenden Zeit, wer jedoch alles daransetzt, um erstmal sich selber kennen zu:lernen (das ist die 1. Grundvoraussetzung, mit den "S Werten plus"!) um dann den Gegenübermensch von seinen persönlich gelebten Werten, von seinem Charakter zu sehen, ihn so kennen zu lernen, um so die echte, wahre Liebe zu spüren, der hat bessere Chancen keinen Fehlgriff zu machen!
Selbstwertlosigkeit, wie vielen es geleehrt wird, ist kein Merkmal der echten und wahren Liebe. Was ist schließlich von einer Beziehung zu halten, in der ein Partner die Interessen des anderen immer über die eigenen stellt? In der er oder sie das Bedürfnis hat, ununterbrochen auf das Wohlergehen des geliebten Menschen zu achten?
Wirklich echte und wahre Liebe bedeutet, sich genauso zu zeigen, wie man wirklich ist: ehrlich, aufrichtig und authentisch, zu jederzeit über alles offen und direkt reden können, ohne irgendwelche Bedenken und Ängsten zu haben, das erfordert Vertrauen, Liebe, Mut und der feste Wille dazu, beidseitig. Es sind die Bedürfnisse zweier Menschen, die nicht zusammen passen, darauf von anfang an zu schauen, ist sehr wichtig. Wenn es nicht passt, es immer wieder zum Streit kommt, wird die Beziehung irgendwann zu Ende sein, auch das muss man wissen!
 
  • #5
Ja offensichtlich, kann man sich brutal täuschen mit Menschen! Menschen tragen viele Masken
Definitiv.
Ich kannte jemanden, der irgendwann von sich sagte, er trage nur eine Maske.
Er war die immer gut gelaunte Stimmungskanone.
Niemand, wirklich niemand wäre darauf gekommen, dass der Mann eigentlich an Depressionen leidet.
Gerade Männer überspielen häufig ihre Emotionen, da es in ihrer Prägung so angelegt ist, keine "Schwäche" zeigen zu dürfen.
Das ist sehr traurig.

Entsprechend kann man diese Personen gar nicht kennen und ist letzten Endes überrascht, wenn dann doch irgendwann die Persönlichkeit ans Licht kommt, weil vorher nur ein Theaterstück des Lebens gespielt wurde, bevor diese Menschen dann ihren eigentlichen Bedürfnissen folgen, die sie vorher bewusst oder unbewusst ignoriert haben.

@laaleeluu27 es ist dann keine plötzliche Änderung, sondern die tatsächliche Persönlichkeit kommt plötzlich zum Vorschein.

Was auch immer wieder unterbewertet ist, ist dass Menschen im Laufe ihres Lebens psychisch erkranken können, was mit einer starken Persönlichkeitsveränderung einhergeht.
Das kann vom plötzlichen Rückzug wegen Überforderung gehen, hin zur plötzlichen Psychose und Amnesie reichen.
Man sollte das nicht unterschätzen.
Die Psyche des Menschen treibt sehr oft, sehr wilde Blüten.

Eine plötzliche Persönlichkeitsveränderung kann eintreten nach gravierenden Lebensereignissen. Sollte man ebenfalls nicht unterschätzen und glauben, einem selbst würde das nie passieren.
Kindheitstraumata können urplötzlich aufbrechen usw. usf.

Es bringt deiner Freundin nur nichts zu rätseln. Das einzige was ihr (und ihrem Kind) hilft, ist loslassen.
Und nein, man muss die "Schuld" nicht bei sich selbst suchen, oder sich vorwerfen, dass man irgendwas nicht frühzeitig erkannt hätte.
Gerade in der Anfangsphase hängen emotional die Geigen im Himmel. Die Persönlichkeit kommt erst im Laufe der Zeit und ohne die anfänglichen Geigen zum Vorschein. Denn das frisch verliebt sein ist ja nicht der "Normalzustand".
 
  • #6
Kann aus einer harmonischen Beziehung mit respektvollen Partner eine Katastrophenbeziehung/ Katastrophentrennung entstehen ? Wo der Mann sich plötzlich nicht um das gewünschte Kind kümmert ? Kann man sich wirklich so täuschen ?
Aus meiner Sicht hat frau dann vorher schon ein Wunschbild auf den Mann projiziert, dem er nicht entsprach. Ein in einer Beziehung einfühlsamer, unterstützender Mann entwickelt sich in der Regel nicht durch die Geburt eines Kindes plötzlich zum völligen Egoisten. Wie sollte er auch?

Da liegt wohl eher eine von beiden Seiten vorgetäuschte oder angenommene Harmonie vor. Es gibt auch Frauen, die meinen, der Mann werde oder müsse sich in einer Beziehung „ändern“ und sind dann enttäuscht, wenn er das nicht tut. Oder die notwendige Veränderungen vom Paar zu Eltern nicht vorher klären.
 
  • #7
@laaleeluu27
Ich denke schon, dass sich ein plötzlich Mensch verändern kann! Am Anfang bemüht man sich noch, da man dem Partner gefallen möchte, geht viele Kompromisse ein. Mit der Zeit, nach der ersten Verliebtheits-phase, fällt die Maske und der wahre Charakter kommt zum Vorschein, der am Anfang gekonnt versteckt wurde...
 
  • #8
Wir hatten doch ein ähnliches Thema erst vor kurzem gehabt, oder?

Auf meine Frage ob es nicht vorher irgendwie abzusehen war sagte sie " Nein, sowas hätte sie nie gedacht" und sie war anfangs glücklich verliebt etc.

Sie sagt es ja:
Nein, sowas hätte sie nie gedacht.

Sie war einfach nicht vorbereitet, nicht so reflektiert. hat sein Verhalten am Anfang der Beziehung schlicht falsch gelesen. Völlig normal, wie soll sie das auch sehen?

Kann aus einer harmonischen Beziehung mit respektvollen Partner eine Katastrophenbeziehung/ Katastrophentrennung entstehen ?

Ja natürlich. Sieht man doch überall, immer wieder.

Kann sich ein Mensch wirklich plötzlich ändern?

Außer den schon genannten Gründen (traumatischer Einfluß von außen oder neurobiologische Veränderungen aufgrund Krankheit etc.) halte ich es für ausgeschlossen. Die Struktur war immer vorhanden und wird jetzt mehr im Vordergrund ausgelebt. Vielleicht ist die Beziehung der Beiden in eine negative Phase übergegangen, Partner hat an Glanz verloren, zu wenig Wertschätzung etc.

Eine radikale Veränderung im Verhalten eines Partner kann durchaus bedeuten, dass er/sie begonnen hat den Status quo grundlegend zu ändern. Es wurde im Hintergrund eine Entscheidung getroffen, oder eine Verletzung ist entstanden, die zu dieser weitreichenden Verhaltensänderung führt.
 
  • #9
Es könnte aber auch sein, daß dem jungen Mann - wie so manchem seiner Geschlechtsgenossen - nicht bewußt war, was mit einem Kind auf ihn bzw. die Eltern zukommt. Am Anfang Begeisterung, hey wir bekommen ein Kind, das wird lustig, das Kind lacht, juchzt, wie niedlich. Dann das böse Erwachen. Das Kind braucht 24 Stunden Aufmerksamkeit, schreit, die Mutter ist nervos, kann nicht mehr jederzeit in die Disco usw. So hatte sich der Vater das nicht vorgestelllt. Das soll keine Rechtfertigung für die Vernachlässigung der Vaterpflichten sein, aber es ist ein oft gesehenes Szenarium. Aber auch die jungen ledigen Mütter machen sich oft Illusionen und träumen von einer glücklichen Familie, die es dann nicht gibt und niemand klärt sie vorher auf, daß sich mit einem Kind die Welt um 180° dreht.
 
  • #10
So hatte sich der Vater das nicht vorgestelllt. Das soll keine Rechtfertigung für die Vernachlässigung der Vaterpflichten sein, aber es ist ein oft gesehenes Szenarium. Aber auch die jungen ledigen Mütter machen sich oft Illusionen und träumen von einer glücklichen Familie, die es dann nicht gibt und niemand klärt sie vorher auf, daß sich mit einem Kind die Welt um 180° dreht.
Solche Fragen und mehr sollte man sich vor einer Beziehung und bevor Kinder da sind stellen und zufriedenstellend beantworten! Viele Leute wissen gar nicht, wer sie sind, was sie wollen, vieles nicht kennen, so rennen sie blindlings im Strom und somit selbstverschuldet in ihr eigenes Unglück! Man sollte schon sich Selbst und den Partner ausreichend gut kennen, bevor man Beziehung und mit Kind ernsthaft beginnt! Unser Selbstbild ist äußerst wichtig und hat auf alles Einfluss, was wir tun, was wir uns zutrauen, oder auch nicht, welche Entscheidungen wir ständig treffen, wie wir uns fühlen und wie wir uns in verschiedenen Situationen verhalten. Bei sehr vielen Menschen entspricht das allerdings nicht der Realität. Wie wir damit umgehen, ist eine Frage, wie wichtig uns es ist, an unserem Selbstbild ständig zu arbeiten. Denn, unser Selbstbild beeinflusst unseren Selbstwert und somit unser Handeln, in allen Bereichen. Viele sehen sich nicht so, wie sie wirklich sind und genau das ist der Knackpunkt, die Ursache für alles! Wie wir uns sehen, beeinflusst, wie wir uns fühlen, was wir uns zutrauen und wie wir uns verhalten. Deshalb sollte es im Interesse eines jeden Einzelnen sein, sich mit dem eigenen Selbstbild in der Tiefe auseinander zu setzen und es ständig weiter zu entwickeln, um möglichst gut und erfolgreich leben zu können. Ein realistisches Selbstbild, mit dem wir uns wohlfühlen, das uns mutige Entscheidungen treffen, uns aber nicht ständig selbst überschätzen lässt. Eines, das nicht starr und fertig ist, sondern offen für Anpassungen, Korrekturen und Entwicklungen. Neugierig sein, ist eine sehr wichtige Eigenschaft! Wer glaube ich zu sein? Warum glaube ich, so zu sein? Was könnte da sonst noch an mir sein? Was ist das Besondere an mir? Wer möchte ich gerne sein? Wo möchte ich mich hinsteuern? Usw.usf.
 
  • #11
Nun zu meiner Frage.
Kann aus einer harmonischen Beziehung mit respektvollen Partner eine Katastrophenbeziehung/ Katastrophentrennung entstehen ? Wo der Mann sich plötzlich nicht um das gewünschte Kind kümmert ? Kann man sich wirklich so täuschen ?
Ja und nein...

Ich habe lange genug Abstand zu meinem Exmann als Frau...und natürlich gab es ein paar Anzeichen, die man erst im Nachhinein als solche gesehen hat.
Aber bestimmte Eigenschaften habe ich selbst viele viele Jahre, nicht abbekommen, heute sage ich, es war immer in ihm drin.

Mit Geld konnte er nie umgehen und so hat er auch für die Kinder keinen Unterhalt gezahlt, war öfters sehr launisch auch nach der Trennung aber...er hat sich sehr um seine Kinder gekümmert .

Womit ich also wirklich nie gerechnet habe, auch Jahre nach der Trennung nicht und somit sage: er hat sich wahnsinnig geändert!
Er ist seit so 4 Jahren...ein Sch...vater!
Und wie gesagt...als Frau war ich längst nicht mehr betroffen, hab mich auch gut mit ihm verstanden, mochte ihn schon für seine liebe seinen Kindern gegenüber.
Also mein Urteil kommt durch seine Veränderung allein.
 
  • #12
Ich denke schon, dass das sein kann. Einerseits kann mam sich eine Weile verstellen, vor allem, wenn da von der anderen Seite noch Projektion reinspielt. Andererseits verändert sich Persönlichkeit im Laufe des Lebens und viele Menschen verhalten sich in verschiedenen Situationen völlig unterschiedlich. Dass da durch die Geburt eines Kindes neue Facetten zum Vorschein kommen, ist jetzt nicht so aussergewöhnlich.
Nur mal ein harmloses Beispiel: Meinen Arbeitskollege zeige ich eine völlig andere Seite von mir als engen Freunden. Man würde wohl nicht auf die Idee kommen, dass es sich um die gleiche Person handelt.
 
  • #13
Es könnte aber auch sein, daß dem jungen Mann - wie so manchem seiner Geschlechtsgenossen - nicht bewußt war, was mit einem Kind auf ihn bzw. die Eltern zukommt. Am Anfang Begeisterung, hey wir bekommen ein Kind, das wird lustig, das Kind lacht, juchzt, wie niedlich. Dann das böse Erwachen. Das Kind braucht 24 Stunden Aufmerksamkeit, schreit, die Mutter ist nervos, kann nicht mehr jederzeit in die Disco usw. So hatte sich der Vater das nicht vorgestelllt. Das soll keine Rechtfertigung für die Vernachlässigung der Vaterpflichten sein, aber es ist ein oft gesehenes Szenarium. Aber auch die jungen ledigen Mütter machen sich oft Illusionen und träumen von einer glücklichen Familie, die es dann nicht gibt und niemand klärt sie vorher auf, daß sich mit einem Kind die Welt um 180° dreht.
100% Zustimmung

Ich hab auch nicht gedacht, dass mein Leben sich so sehr verändern wird als Mutter, deshalb ich es total wichtig sich abzusprechen und die Verantwortung zu teilen, Zeiten für sich einzuplanen. Man braucht von Beginn an einen zuverlässigen Mann, eine solide Beziehung, damit man auch schwierigere Phasen gemeinsam gut überwinden kann, ausreichend Verständnis füreinander hat und ein eingeschweißtes Team ist. Besser man sucht sich von Beginn an einen fürsorglichen liebevollen Mann mit Kinderwunsch wenn man Kinder plant.

Wir hatten zuletzt auch erst ne Diskussion wenn der kleine krank wird, wegen den Kita-Schließtagen wer sich wann Urlaub nimmt, wir hatten es eigentlich immer abwechselnd gemacht und nun kam mein Mann mit dummen Ideen um die Ecke jeder geht dann nur einen halben Tag arbeiten (völliger Schwachsinn, kann man machen wenn wer einen wichtigen Termin auf der Arbeit hat aber ansonsten Zeit und Spritverschwendung wenn beide 70 Kilometer durch die Weltgeschichte fahren müssen um 4h zu arbeiten 🤦‍♀️) er verstand auch nicht, dass ich durch die Kurzarbeit meine Arbeit auch irgendwie schaffen muss (weniger Aufträge aber in der Buchhaltung merkst du das nicht sofort wegen der Zahlungsziele, viel eher hat man jetzt viel zutun mit Insolvenzen etc.) und ich an den anderen Tage ungern so oft fehlen möchte. Er will seinen Urlaub mitnehmen ins neue Jahr aber ich soll schön zuhause bleiben Kind-krank, er hat noch keinen einzigen Tag verbraucht..

Man muss in vielen Punkten überein kommen sonst wird das nichts..
Man weis nicht unbedingt was mit der Elternschaft auf einen zukommt, deshalb sollte alles in der Beziehung gut passen, sonst gibts nur Ärger..

W 28
 
  • #14
Das ist eine gute Frage!

Ich glaube, es gibt 3 Varianten:

1) entweder es verstellt sich jemand bewusst oder unbewusst am Anfang einer Beziehung, damit der Partner sich auf die Beziehung mit ihm einlässt (gibt es zum Beispiel auch bei krankhaften Narzissten in Kombination mit Love-Bombing)

2) der Partner ignoriert sämtliche Warnhinweise betreffend des Charakters des anderen in der Hoffnung, dass diese Charaktereigenschaften von alleine verschwinden/nur sporadisch auftreten bzw. sich der Partner ändert (womöglich einem selbst oder einem Kind zuliebe) - oft unterstützt durch Projektion (rosa Brille) des Partners (d.h., es werden nicht nur unerwünschte Charaktereigenschaften ausgeblendet, sondern auch aktiv positive Charaktereigenschaften hineininterpretiert, die einer objektiven Überprüfung gar nicht Stand halten würden)

3) es gibt Umstände, wie von anderen Teilnehmern erwähnt, wie plötzliche Krankheit oder Schicksalsschläge, die zu einer radikalen Charakterveränderung führen

Ob alleine die Zeugung eines Kindes/das Vaterwerden eine solche Charakterveränderung hervorrufen kann, weiß ich nicht. Es mag sein, dass sich so mancher die Kindererziehung und das Familienleben anders und leichter vorgestellt hat. Vielleicht sieht er nicht ein, so viel zurückstecken zu müssen, wie es womöglich die Mutter macht. Oder der Kinderwunsch ging gar nicht sosehr von ihm aus, sondern er hat sich halt "überzeugen" lassen - und das zeigt sich nun in seinem Verhalten dem Kind gegenüber. Es gibt ja Fälle, wo Frauen ein Kind zeugen mit dem Mann in der Hoffnung, die Beziehung dadurch zu intensivieren. Soetwas kann ganz schnell nach hinten losgehen!
 
  • #15
Ich glaube ja. Manchmal sind die Lebenswege derart gestaltet, dass sich der Mensch verändern, bzw. radikal ändern kann.

Ich meine es bei mir zu beobachten und es wird mir auch durch alte Freunde und Familienangehörige bestätigt. Ob die Anlagen früher da waren und zeitweise überdeckt wurden, das kann sein.
Ich war als junge Frau sehr introvertiert und hatte große Schwierigkeiten neue Kontakte zu knüpfen. Ich brauchte auch viel Ruhe. Gut, ich habe auch schon in jungen Jahren viel gearbeitet und brauchte vielleicht Erholung. Aber mein Ruhebedürfnis ging darüber hinaus. Männern gegenüber war ich sehr schüchtern.
Später hat sich das gänzlich gewandelt. Ich war sehr viel unterwegs und viel auf Reisen, habe keinerlei Probleme neue Menschen kennenzulernen und habe die Gesellschaft von anderen Menschen sehr genossen. Ich muss zwar nicht im Mittelpunkt stehen aber ich würde mich inzwischen absolut nicht mehr als introvertiert bezeichnen.
Früher war ich auch chaotisch, unordentlich und unsportlich. Heute bin ich Pünktlichkeit in Person, sehr strukturiert, aufgeräumt, liebe aufgeräumte, klare und nicht überladene Umgebung. Ich bin auch gerne in Bewegung. Von Yoga, Klettern, Segeln, Bergwandern, Tanzen und Radfahrern ist alles vertreten. Momentan gehe ich eher viel mit der Kleinen spazieren, freue mich aber darauf bald wieder mehr machen zu können. Ich genieße zwar auch die Zeit Zuhause und die Ruhe, lese gerne oder schaue Filme oder Dokus an, höre Musik oder fahre mit meinem geliebten Cabrio durch die Gegend ( zur Zeit leider nicht wegen Baby, Cabrio wird aber nicht verkauft) Aber ich genieße die Zeit mit Freunden und den Lieben sehr. Das gibt mir Kraft. Es hat sich auch radikal verändert, dass ich ruhig und im Grünen wohnen muss und ich koche gerne. Früher wollte ich mitten im Trubel leben und selbst zu kochen oder backen war ein Graus.
Einige Menschen finden mich schrecklich und für sie habe ich mich quasi über Nacht verändert. Das liegt aber nicht am veränderten Charakter, sondern daran, dass ich inzwischen sehr darauf achte mit wen ich Kontakt pflege. Stelle ich fest, dass derjenige mir nicht gut tut, lasse ich den Kontakt. Für einige fühlt sich das, wie einen Schalter umlegen.

Ich kenne mehr Menschen, die sich verändert haben. Meist durch Schicksalsschläge und Erfahrungen im Leben.
 
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  • #16
Das ist eine gute Frage!

Ich glaube, es gibt 3 Varianten:

1) entweder es verstellt sich jemand bewusst oder unbewusst am Anfang einer Beziehung, damit der Partner sich auf die Beziehung mit ihm einlässt (gibt es zum Beispiel auch bei krankhaften Narzissten in Kombination mit Love-Bombing)
Ich habe mir über verschiedene Narzissmus Definitionen und Typen viele Jahre Gedanken gemacht und viele Leute und Typen von Narzissten beobachtet, und bei den meisten Typen von Narzissten, und das ist ja auch die Definition, ist es so dass diese nicht wirklich etwas vortäuschen, sondern in einer völligen Illusion darüber leben wer sie sind und wie ihr Leben aussieht. Die haben ein falsches Selbstbild ein so und so lieber toller Typ, guter Vater zu sein oder unheimlich intelligent, erfolgreich..

Oft ist es so dass die Leute statt sich einer unangenehmen Realität über sich selbst zu stellen lieber in die angenehme Phantasie abbiegen. Zb ist jemand pleite und bekäme keine Arbeit weil er seltsam und neurotisch wirkt, redet aber ständig überheblich nur davon dass ihn alle möglichen Firmen haben wollen würden, er aber lieber bald dies und das machen wird wodurch er dann bald Millionär werden wird usw.. Die Leute leben wirklich in dieser Illusion und verlieren immer mehr den Kontakt zur Realität.
 
  • #17
Direkt bezüglich deiner Frage,

ja.
Ein Teil der Männer scheint das Interesse an ihren Kindern zu verlieren wenn die Beziehung zur Mutter der Kinder beendet ist oder sich verschlechtert.
Man hört doch schon mal im Bekanntenkreis oder über Hörensagen über Väter, die sich nach der Scheidung plötzlich arm rechnen um der bösen Exfrau möglichst kein Geld zu geben. Die Kinder und deren Wohlergehen werden dann völlig außer Acht gelassen.
Oder Väter, die nach der Trennung eine zweite Familie gründen und mit den Kindern aus der ersten Ehe keinen oder sporadischen Kontakt haben. Sie haben quasi eine Familie durch zweite ersetzt.
Oder Väter, die nach Trennung auf den Kontakt mit eigenen Kindern verzichten, da sie ein neues Leben beginnen wollen. Sie wollen mit dem alten Leben abschließen.

Ich glaube, dass ein Teil der Männer ihre Beziehung zum Kind von der Qualität der Beziehung zur Mutter des Kindes abhängig machen. Wenn diese Beziehung schlecht wird, wird die Beziehung zum Kind beeinflusst bis zum Kontaktabbruch im äußersten Fall.

Ich glaube, dass ein Teil der Väter viel mehr emotionale Distanz zum Nachwuchs haben als man es bei Frauen/ Müttern vorfindet.
Es gibt auch Frauen, die ihre Kinder verlassen. Aber das geschieht seltener als bei Männern.
 
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  • #18
Hallo,

ich hatte heute eine Diskussion mit meiner Freundin. Sie hat ein Kind, ihr Exfreund sei ein "Arsch", kümmert sich nicht ums Kind. Auf meine Frage ob es nicht vorher irgendwie abzusehen war sagte sie " Nein, sowas hätte sie nie gedacht" und sie war anfangs glücklich verliebt etc.

Nun zu meiner Frage.
Kann aus einer harmonischen Beziehung mit respektvollen Partner eine Katastrophenbeziehung/ Katastrophentrennung entstehen ? Wo der Mann sich plötzlich nicht um das gewünschte Kind kümmert ? Kann man sich wirklich so täuschen ?
Ja, kann man.

Meine Ex hat eine narzisstische Persönlichkeitsstörung. Sie hat mich fast 30 Jahre lang verarscht, hat seit 17 Monaten keinen Kontakt mehr zu ihren Kindern, spielt das Opfer.

Sie hat unsere Tochter fast in den Selbstmord getrieben, seitdem sie weg ist, leben die Kinder wieder richtig auf, die Tochter ist wie ein anderer Mensch, der Sohn auch. Unglaublich!

Toxische Menschen gibt leider häufiger als man denkt.
Deshalb sollte man sich gut überlegen, mit wem man sich einlässt.

Wichtig ist die Augenhöhe: Selbst wenn man es glaubt(!) zu genießen, dass der Partner/die Partnerin dominiert, so kann das irgendwann in einer toxischen Beziehung enden.

Ich glaube übrigens nicht, dass es bei Deiner Freundin jemals eine harmonische Beziehung gab: Am Anfang hat man eine rosarote Brille auf und Schmetterlinge im Bauch. Man übersieht rote Flaggen und Warnsignale nur zu gerne...

Es muss sich bei ihrem Exfreund nicht einmal um eine psychische Erkrankung handeln, es gibt tatsächlich Menschen, die einfach so Ärsche sind aber es ist in der Regel abzusehen, WENN man auf gewisse Hinweise achtet.

So wirklich überraschend kommt das nie, wenn man länger darüber nachdenkt.
 
  • #19
Ja, kann man.

Meine Ex hat eine narzisstische Persönlichkeitsstörung. Sie hat mich fast 30 Jahre lang verarscht, hat seit 17 Monaten keinen Kontakt mehr zu ihren Kindern, spielt das Opfer.

Wenn Du 30 Jahre lang in einer Beziehung steckst mit einer Frau bei der letztlich eine NPS diagnostiziert wurde. Hast Du nichts dergleichen bemerkt?

Du bist auch noch Arzt. Ein bißchen Psychologie sollte doch irgendwo am Rand der Ausbildung und im Job nötig gewesen sein oder? Kannst Du mir mal erklären, wieso Du das so lange mitgemacht hast?

Röpke (Charité) sagt so was muss man einfach merken, wenn auch nicht kognitiv erfassen. Was sagst Du? War da immer die Hoffnung, dass es besser wird?
 
  • #20
Menschen mit narzisstischen Persönlichkeitsstörungen schaffen es in der Regel auch erfahrene Therapeuten zu täuschen.

Ich bin da erst darauf gekommen, als sich die Therapeutin meiner Tochter (Angststörungen) mir gegenüber einen Verdacht äußerte.
Inzwischen hat sich ja die Diagnose bestätigt.

Übrigens steht die Ex alle paar Wochen bei mir im Büro (sie arbeitet leider neben mir) und sagt mir: "Ich komme zu Dir zurück, wenn Du mir meine Kinder zurück gibst" (die sind übrigens erwachsen). Sie hat seit der Trennung einen neuen Typen und vor vier Wochen schrieb sie mir, dass ich die Liebe ihres Lebens war, immer noch bin und immer sein werde... 😂

Total irre!!! Ich beachte sie gar nicht mehr aber ohne Therapie ging es bei mir leider auch nicht.

Ich kann nur JEDEM empfehlen Therapie zu machen, wenn man aus einer toxischen Beziehung kommt. Sonst klappt das nicht mit der nächsten, von anderen Problemen mal ganz abgesehen.
 
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