• #1

Kann Sympathie nur einseitig sein?

Hallo Forum,
Ich habe gerade mal eine allgemeine Frage, weil diese auch im Bekanntenkreis relativ aktuell diskutiert wurde.
Häufiger haben ich und meine Freundinnen erlebt, dass wir einen Mann kennenlernen (eben nicht konkret übers Dating) und man ganz klar Sympathie verspürt, aber nicht genau weiss, woran man ist.

Also dieses Gefühl, mag er mich, oder mag er mich “richtig”...

Leider ist es ja in manchen Fällen so, dass die äusseren Umstände ein näheres Kennenlernen schwierig bis unmöglich machen, zB wenn einer vergeben ist, oder man zusammen arbeitet oder man vielleicht einfach schüchtern ist am Anfang.
Manchmal kennt man sich auch jahrelang und spürt plötzlich etwas “anderes”...

Ich merke nur, wie man sich dann den Kopf zermartert, ob da nun was ist, wenn das nie konkret angesprochen wurde.

Also wenn der Mann zB kleine Aufmerksamkeiten schenkt, häufig Kontakt sucht, Komplimente macht etc.

Viele meiner Freundinnen haben Angst, sich diese Sympathie einzubilden...weil vielleicht rosa Brille, aber denkt ihr nicht, vom Bauchgefühl merkt man ganz klar, dass da ein “mehr” ist, weil diese einseitige Sympathie gar nicht funktionieren würde?
 
  • #2
Man muss schon ein sehr gutes Bauchgefühl haben, um das relativ schnell zu bemerken, es gibt sehr gute Schauspieler, die können schon auch eine Sympathie rüberbringen, die einseitig ist und die Frau fällt drauf rein, das können wir hier ständig lesen!
 
  • #3
Es besteht doch ein Unterschied zwischen – ich merke nicht, wenn der andere mich toll findet –

und ein – er findet mich toll, ich aber nicht.

Das dann aus einer einseitigen Sympathie nichts werden kann ist logisch. Hast Du schon mal versucht, Tennis zu spielen, allein, ohne einem realen Gegenüber.
 
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  • #4
Es braucht vor allem Menschenkenntnis, aber selbst dann ist die Gefahr da, es überzuinterpretieren.

Ich merke eigentlich recht gut, ob ein Mann mehr Interesse hat. Aber nur, solange ich selbst kein näheres Interesse habe. Dann werde ich nämlich sehr unsicher, ob nicht der Wunsch die Mutter der Gedanken ist. Bisher habe ich dennoch selten daneben gelegen.

Letztlich bleibt einem ja nur, auf den andern zuzugehen, wenn man es ganz genau wissen will.
 
  • #5
Nö, ich denke, man kann durchaus auf jemanden stehen, während der andere aber nur freundschaftlich-nett ist und einen sympathisch findet. Eben so eine typische Schwärmerei, wo jede Geste und jedes Wort in Hoffnung auf "mehr" analysiert und interpretiert wird. Beim Bauchgefühl ist ja auch immer die Frage, wie sehr es ausgeprägt ist bzw. ob man selbst eine gute Intuition hat und die Zeichen lesen kann.

Wenn ein Mann wirklich Interesse hat und nicht zu schüchtern ist, es zu zeigen, merke ich es. Aber ich zeige auch selbst, wenn ich Interesse habe, und schaffe dann aktiv passende Situationen bzw. treibe die Sache aktiv voran.

Immer dieses Warten, Hoffen, Interpretieren ... Wenn du auf einen Bekannten stehst, dann unterhalte dich mit ihm und verabrede dich mit ihm zum Essen/Trinken/irgendeiner Aktivität zu zweit. Und dann verhalte dich dabei zugewandt-positiv-lieb-erotisch und schau, ob er drauf eingeht. Wenn nicht, bleibt ihr Freunde oder lernt euch erstmal besser kennen. Und wenn doch, dann lernt euch ebenfalls besser kennen und macht mehr draus.
 
  • #6
Leider ist es ja in manchen Fällen so, dass die äusseren Umstände ein näheres Kennenlernen schwierig bis unmöglich machen, zB wenn einer vergeben ist, oder man zusammen arbeitet oder man vielleicht einfach schüchtern ist am Anfang.

Das ist das Problem der Schüchternen. Wer nicht wagt, sein Begehren zu offenbaren, weiß nie woran er ist. Da hilft nur erwachsen werden.

Viele meiner Freundinnen haben Angst, sich diese Sympathie einzubilden

Angst im Reich des Hypothetischen! Gestandene Erwachsenen bewegen sich im Reich des Realen. Wer ewig verzagt ist, weil ihr eine Zurückweisung als Abwertung ihrer Person erscheint, wird aus dem Dilemma nie herausfinden.

Versagen ist, nicht zu wagen. Zurückweisungen gehören dazu. Wie der andere reagiert liegt nicht in unserer Macht und haben wir uns folglich auch nicht zuzuschreiben.
 
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  • #7
Hast Du schon mal versucht, Tennis zu spielen, allein, ohne einem realen Gegenüber.
Sehr schön ausgedrückt :)

Im Grunde musst du doch nur den Menschen eine Weile beobachten, um differenzieren zu können, ob er dir wirklich zugewandt ist.

Es gibt Menschen, die sind von Natur aus einfach sehr offen und herzlich und zwar jedem gegenüber, solange er ihnen nicht total unsympathisch ist. Dann kann man aus seinem Verhalten einem selbst gegenüber wenig ziehen. Er ist dann einfach so....

Wenn man sich den Kopf zermartert, ob da jetzt eventuell was ist, man sich aber nicht selbst offenbaren mag, dann möchte man halt sein Gesicht wahren - hat Angst vor Ablehnung ....

Dann würde ich mich eher fragen, warum ich Angst davor habe abgelehnt zu werden. Vielleicht mag man sich selbst dann nicht sonderlich und kann sich nur schwer vorstellen, dass es andere tun könnten. Man ist also eher pessimistisch eingestellt und braucht ganz viel Bestätigung, bis man aus seinem Schneckenhaus kommt.

Etwas auf die Umstände zu schieben, ist natürlich gemütlich ;) ach, ich wollte ja, aber konnte nicht....na ob das so stimmt? Klingt sehr ambivalent :)

Wenn man etwas bindungsängstlich unterwegs ist, findet man vergebene Männer, Vorgesetzte, Arbeitskollegen usw oft sehr spannend. Da ist der „Sicherheitsabstand“ schon impliziert. Ohne dass man sich selbst eingestehen müsste, dass man das eigentlich genau so haben will.

Oftmals geben einem diese Menschen dann selbst sehr widersprüchliche Signale, so dass der andere auch nicht weiß, was er von ihnen will.
 
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  • #8
Nee, Sympathie ist mE immer beidseitig. Aber dann hört es auch schon auf.
Attraktiv finden, witzig finden, mehr Nähe haben wollen, schön finden (reines Schönfinden ist was anderes als "attraktiv finden"), mit dem anderen reden wollen, mehr Zeit miteinander verbringen wollen aufgrund von beiderseitiger Anziehung ... das kann alles beim anderen anders sein.

Ich merke nur, wie man sich dann den Kopf zermartert, ob da nun was ist, wenn das nie konkret angesprochen wurde.
Möglich, aber ich denke, dann war es auch nicht das Richtige. Weil: Wenn BEIDE merken, dass sie sich sehr anziehend finden, dann sind - wenn alle Ampeln auf Grün stehen - auch BEIDE dran interessiert, aufeinander zuzugehen. Aber sobal eine Ampel rot ist, weil
- einer vergeben ist
- einer Angst vor Gerede auf Arbeit hat
- einer demnächst einen Ortwechsel machen will
- einer Angst hat, dass er seinen Freundeskreis kaputtmacht, wenn er sich auf diese andere Person einlässt und es nicht klappt mit der Liebe
- einer noch nie Sex hatte und Angst hat, dass das peinlich ist
usw.
also sobald einer einen Grund findet, der stark genug ist, das weitere Annähern zu unterbinden, dann wird es nichts.

Also wenn der Mann zB kleine Aufmerksamkeiten schenkt, häufig Kontakt sucht, Komplimente macht etc.
Kann alles mögliche sein, das ihn dazu motiviert. Z.B. dass seine Ehe nicht läuft oder er generell viel Bestätigung braucht, egal, wie seine Beziehungsfrau ihn auf einen Sockel stellt.

Viele meiner Freundinnen haben Angst, sich diese Sympathie einzubilden...weil vielleicht rosa Brille, aber denkt ihr nicht, vom Bauchgefühl merkt man ganz klar, dass da ein “mehr” ist, weil diese einseitige Sympathie gar nicht funktionieren würde?
Wie gesagt, mit der Sympathie werden sie recht haben (es sei denn, der Mann ist SO bestätigungssuchend, dass er an alles andockt, was auf ihn reagiert, ganz ohne, dass er die Frau sympathisch findet. Oder er findet sie DANN sympathisch, wenn sie auf ihn positiv reagiert).
Aber man darf halt nicht mehr draus machen und nichts draus ableiten. Also wenn Deine Freundinnen sich verlieben aufgrund der Sympathie, sollten sie dringend anfangen, es differenzierter zu sehen. Ich habe da selbst schon meine Erfahrungen gemacht mit flirtenden vergebenen Männern. Auch Männer, die berufsrangmäßig oder gesellschaftlich über der bewussten Frau stehen, machen sich gar keinen Kopf über ihre eigene Baggerei, weil sie die Frau sowieso nicht ernstnehmen als gleichrangige Person, die als Partnerin in Frage käme. (Bsp. Lehrverhältnis). Nur die Frau merkt das nicht, dass sie gar nicht mitspielt in seiner von ihm so gesehenen Liga.
 
  • #9
Wenn jemand vergeben ist, ist es von vornherein uninteressant, ob da mehr wäre.
Kalt duschen, abhaken.

Ich denke, man interpretiert gerne - und wenn es immer bei Fragezeichen bleibt, nie weiter geht, kann man auch davon ausgehen, es ist nur einseitig.

Wenn sich 2 Menschen angezogen fühlen, finden beide den Weg.

Man sollte bei diesem Thema nicht vergessen, dass manche Menschen gerne flirten.
Ohne weitere Absicht, keine Baggerei, kein Nachdenken über Liga...

Einfach ein netter kleiner Flirt - versüßt den Tag, mehr ist es nicht.

Das ist etwas, was ich mit Corona, Abstand, Masken definitiv vermisse.

W, 51
 
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  • #10
Viele meiner Freundinnen haben Angst, sich diese Sympathie einzubilden...weil vielleicht rosa Brille, aber denkt ihr nicht, vom Bauchgefühl merkt man ganz klar, dass da ein “mehr” ist, weil diese einseitige Sympathie gar nicht funktionieren würde?
Wenn jemand vergeben ist oder aufgrund des Arbeitsplatzes keine privaten Kontakte möchte dann würde es zu einem intensiven Blickaustausch erst gar nicht kommen, dass man das Gefühl erhält, da sei mehr. Es gibt genug Leute, Männer wie Frauen, die sehr schüchtern sich und sich damit ihr Liebesleben verbauen. Es wird immer so selbstverständlich davon ausgegangen, wer Interesse hat spricht den anderen auch an. Nein, so ist es eben nicht. Manche sind so blockiert, dass sie nur beim Gedanken den anderen anzusprechen regelrechte Panikattacken bekommen.
Es ist immer eine 50:50 Chance, für Männer genauso wie für Frauen.
 
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