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  • #1

Karriere versus "Vollzeit arbeiten"

Angeregt durch den Thread "Karrierefrau oder fürsorgliche Mutter" stelle ich mir folgende Frage:

Was versteht die Mehrzahl hier unter Karriere?

In den Antworten auf den o.g. Thread steht z.B. "beide arbeiten (Vollzeit)", "Karriere mit einer Wochenarbeitszeit von 40 -55 Std." etc. So wie ich es kenne und was ich unter Karriere machen verstehe, ist dies nicht mit einer 40 oder auch nicht mit einer 55 Stunden Woche machbar. Und eine Frau, die Vollzeit arbeitet sehe ich noch lange nicht als Karrierefrau.

Karriere machen heißt für mich: Verantwortung (ob nun Führungs- oder Projekt sei dahin gestellt), oft verbunden mit vielen Reisen und langen Abwesenheiten von zu Hause. Dementsprechend hoch liegt dann natürlich auch das Gehalt.

Und wie sollte das mit Kindern funktionieren, wenn beide Partner diese Form von Karriere haben? Ich kenne einige Karriereleute, aber die haben entweder keine Kinder, oder einer steckt (dauerhaft) zurück.

Wie seht Ihr das und wie definiert Ihr den Begriff Karriere?
 
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  • #2
Meine Frau hat nun ganz sicher Karriere gemacht, kommt aber trotzdem normalerweise mit einer Vierzigstundenwoche aus. Sowohl sie wie auch ich (sie öfter) müssen gelegentlich verreisen. Das können wir aber koordinieren und das geht auch mit drei Kindern sehr gut. Dieses "Zurückstecken" kann ich absolut nicht mehr hören. Diese Wortwahl suggeriert Verzicht. Die Frauen, die "zurückstecken" und "den Rücken freihalten" wollen, wollen aber nicht verzichten, höchstens auf den Stress, den ein Beruf nunmal mit sich bringt, sondern ein bequemes schönes Leben auf Kosten des Mannes führen.
 
  • #3
FS ich gebe dir da zu 100% recht, das was du dich bei dem Thrend fragst, oder was dich da stört, das ist für mich auch unlogisch.

Wenn ein Mensch wirklich Karriere macht, dann hat er keine Zeit, um Kinder zu bepassen und er brauch zum teil auch jemanden, der für ihn den Haushalt macht und einkauft, ob nun Putzfrau oder Partner. Bei vorhandenen Kindern, erst recht.

Karriere also die richtige Karriere macht kaum ein Mensch, weil das ein Pensum am oberem Limit ist und nicht ein Job mit höhsten 40 Stunden die Woche.
 
  • #4
Gute Frage, nur sehe ich das Heutzutage etwas anders. Firmen in denen immer noch per Anwesenheit Karriere gemacht wird sind m.E. auf dem absteigenden Ast.

Karriere machen heißt für mich: Verantwortung (ob nun Führungs- oder Projekt sei dahin gestellt), oft verbunden mit vielen Reisen und langen Abwesenheiten von zu Hause.

Richtig, wenn also BEIDE Elternteile Verantwortung übernehmen, sowohl zuhause als auch im Beruf dann gehts. Dann müssen natürlich die Reisepläne aufeinander abgestimmt werden was natürlich auch das Mitspielen des AG´s voraussetzt.

Bisher in Deutschland also schon recht schwierig. Aber immer mehr Firmen erkennen dass man anders die wirklich guten Leute Heute nicht mehr bekommt. Wir haben hier einen deutlichen Wettbewerbsvorteil weil wir das schon seit einigen Jahren so praktizieren. Die Entwicklung der Firma liegt deutlich über dem Branchendurchschnitt und die Firmen die ebenfalls zum Beispiel in Slandinavien schauen wie man das machen kann ebenfalls (mein beliebtes Beispiel ist nach wie vor Trumpf, aber auch andere Firmen ziehen nach).

Die klassische Karriere ist eh nicht mehr so gefragt, immer weniger Menschen lassen sich zu Leibeigenen machen die kein Privatleben haben dürfen.
 
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  • #5
Wird das Thema gerade wieder durch alle Medien getrieben oder weshalb tauchen neuerdings im Wochentakt solche oder ähnliche Fragestellungen hier im Forum auf?

Es läuft doch letztendlich wieder darauf hinaus, dass sich die entsprechend gegensätzlichen Parteien hier gegenseitig mit Sand bewerfen und die absurdesten Argumente um die Ohren hauen.

w, Ü40, Karrierefrau mit zwei Kindern
 
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  • #6
Ich kann es auch nicht mehr hören!

Mensch, man kann sich das Leben auch schwer machen und somit auch seiner Fam. und den Kindern!

Das ist einfach, eine verkorckste Sicht der Dinge, die die meisten noch mit sich herumtragen!

Ich habe drei Kinder allein großgezogen mit viel Organisation, Tagesmutter, harter Arbeit (auch an mir selbst) und Optimismus!
Und es sind tolle glückliche Kinder, junge Menschen mit ganz normalen Problemen.
Diese gehören schlechterdings zum Leben dazu, selbst wenn man erstmal daran verzweifelt, es geht weiter, ist menschlich und lösbar!

Hier im Forum finden sich meiner Meinung nach echte Pessimisten!

Meine Güte, der Mensch wächst auch an Aufgaben! Das Leben ist kein Krebsgeschwür! Es kommen danach auch wieder gute Tage, diese gehören auch zum Leben dazu.
 
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  • #7
So wie ich es kenne und was ich unter Karriere machen verstehe, ist dies nicht mit einer 40 oder auch nicht mit einer 55 Stunden Woche machbar. .....

Karriere machen heißt für mich: Verantwortung (ob nun Führungs- oder Projekt sei dahin gestellt), oft verbunden mit vielen Reisen und langen Abwesenheiten von zu Hause. Dementsprechend hoch liegt dann natürlich auch das Gehalt.

Für mich hat "Karriere machen" weder etwas mit permanenten Reisen noch mit Präsenzen ü40-Stunden zu tun. Das ist ein Relikt aus vergangenen Zeiten, oft nicht notwendig, sondern reines Statusgebaren. Viele Unternehmen haben unter Kostendruck stehend den Reisewahn erheblich reduziert. Vieles kann man in Gruppenchats, Telefonkonferenzen und Videokonferenzen genausogut klären. Oftmals zeigen sich in der Verwendung von modernen Kommunikationstechniken noch Managementfähigkeit und Organisationstalent.
Es gibt reichlich Führngskarrieren in lokal begrenzten Wirtschafteinheiten, die keine Reisetätigkeit erfordern.
Führunsgkräfte die extreme Präsenzzeiten zeigen haben für mich aus Mitarbeitersicht und beobachtend bei Familienangehörigen in Führungspositionenmeistens folgende Eigenschaften/Mängel aufgewiesen:
- Unfähigkeit wichtiges von unwichtigem zu unterschieden
- fachliche Inkompetenz wird durch Kontrollwahn übertüncht
- Chef ist 1. Sachbearbeiter, unfähig zu delegieren und Rückgelegationen abzuweisen
- Chef ist unfähig Mitarbeiter zu führen, ihre Kompetenzen zu erkennen, sie zu fördern und zu verantwortungsbewussten Mitrabeitern zu entwickeln

Wer so Chef ist, der kann natürlich nebenbei keine familiären Pflichten übernehmen. Wr seinen Job drauf hat, schafft ihn auch als Chef meistens in der normalen Arbeitszeit und hat nur in akzeptablen Maß Arbeitsspitzen. Die lassen sich zusammen mit einem ebenfalls berufstätigen Partner meistern.
 
  • #8
Nun, das ist - wie so häufig - vom Standpunkt des Betrachters und seinen persönlichen Möglichkeiten abhängig. Branchenabhängig ist es zudem auch noch.
Für Ottonormalverbraucher ist damit vielleicht auch schon der Filalleiter einer Drogeriekette gemeint, für den anderen der Aufsichtsratsposten einer Bank.
Es gibt aber auch Berufe ohne Hierarchien, z.B. Freiberufler. Wie sollen die Karriere machen?

Ich finde, das "Karriere-Machen" wird hier verbal übertrieben. Man halte sich mal vor Augen, wie hoch der Prozentsatz der Bevölkerung ist, der für einen Karriereposten infrage kommt. Zwei Prozent? Fünf Prozent? Die meisten haben einen mehr oder minder anspruchsvollen Job, den sie mehr oder minder lustvoll erledigen.
 
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  • #9
Mal als betroffener einer solchen Konstellation wo beide Elternteile nur ans arbeiten gedacht haben und da ist es unerheblich, ob viel gereist wird oder beide Elternteile stets körperlich präsent waren aber nicht wirklich für einen da waren.

Geld war zwar immer genug da aber ein Familienleben habe ich nicht kennengelernt. Es gab auch Zeiten, da habe ich die Eheprobleme meiner Eltern einfach ausgeblendet. Erst Jahre später berichtete meine Schwester mir davon. Hinzu kam, dass meine Eltern auf lokaler Ebene ziemlich in der Öffentlichkeit standen bzw. stehen. Als junger Erwachsener hatte ich dadurch das eine oder andere unschöne Erlebnis. Lange Zeit hat mir mein Vater auch vorgeworfen ich würde davonrennen, weil ich das Familienunternehmen nicht übernehmen wollte und seinen Vorstellungen nicht entsprach. Bei einem 100 Std.-Job pro Woche ist an eine Beziehung nicht zu denken. Tolle Reisen sind dafür nur ein schwacher Ersatz.

Als ich meine Ex mit endezwanzig kennenlernte war für mich aber klar, dass ich so ein Leben nicht führen will. Durch sie habe ich erfahren dürfen was Familienleben ist. Dafür habe ich gerne halbtags gearbeitet. Bin gerne mit meinen Ältesten zum Mutter-Kind-Turnen gegangen. Gescheitert ist es in meinen Augen in der Hauptsache daran, dass wir über die Kinder das Paar sein vernachlässigt haben.

Für mich hatte und hat die Gründung einer Familie einen höheren Stellenwert als alles Geld dieser Erde. Ich brauche keine Macht oder Prestige. Was mich aber antreibt ist meine Leidenschaft und der Ehrgeiz, das was ich mache dann auch wirklich „Gut“ zu machen. Was mich aber ärgert ist die abstruse Behauptung mancher hier, dies hätte keinen Einfluss auf die Kinder. Meine Kinder sind trotzdem glücklich. Wie vermessen kann man da nur sein. Auch die Behauptung, ich bin empathisch genug, um dieses bei meinen Kindern zu bemerken möchte ich stark bezweifeln. Ich habe zwei Pflegekinder. Bei dem einen hat es ein halbes Jahr gedauert bis er überhaupt eine Reaktion auf seine abgefaulten Milchzähne zeigt. Es hat einige Jahre gedauert bis er eine angemessene Schmerzreaktion wieder erlernt hatte. Bei der Auswahl von Mietern haben meine Ex und ich uns auf sein Urteil verlassen, da er ein deutlich besseres Gespür für die richtigen Menschen hat. Dass ich mit dieser Aussage Angriffe auf meine Person Tür und Tor öffne ist mir bewusst und ich habe auch ein schlechtes Gewissen gegenüber meinen Kindern. Dabei möchte ich es belassen.

Noch ein kleiner Seitenhieb zum Nachbarthread. Ich komme aus der Gastronomie und auch dort kann man gut Geld verdienen, wenn man Einsatzbereitschaft zeigt und einige andere Eigenschaften mitbringt, die auch in anderen Branchen zum Erfolg führen. Das Hauptproblem warum diese Branche einen so schlechten Ruf hat ist, dass die Eingangsvoraussetzungen einfach zu niedrig angesetzt sind. Dadurch geht leider jede zweite Existenzgründung den Bach runter.

M ü 40, Karriereverweigerer
 
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  • #10
"Karriere machen" bedeutet für mich jede Form von: "ich verwirkliche lieber die nächsten 10 Jahren meine eigenen Berufsvorstellungen und Lebensziele, als Kinder in die Welt zu setzen und fest zu binden", das hat weder mit hohem Einkommen, noch mit hohen Arbeitsstunden oder reisen was zu tun.

Auch ein Freiberufler, der keinen Pfenning hat, aber sich lieber beruflich engangiert, statt sich um Familienplanung und Häuslichkeit zu kümmern, zählt für mich unter "Karriere machen wollen"
 
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  • #11
Die Frauen, die "zurückstecken" und "den Rücken freihalten" wollen, wollen aber nicht verzichten, höchstens auf den Stress, den ein Beruf nunmal mit sich bringt, sondern ein bequemes schönes Leben auf Kosten des Mannes führen.

Die FS:

Das sehe ich ganz entschieden anders. Aber wahrscheinlich spielt genau da die unterschiedliche Auffassung von "Karriere machen" eine Rolle. Ich bin wie die # 8 aufgewachsen, arbeite Vollzeit, verdiene ganz gut, sehe mich aber dennoch als Karriereverweigerer. Ich verzichte auf die große Karriere, aber lebe trotzdem nicht auf Kosten des Mannes. Und wenn er Karriere machen will, wieso soll ich ihm dann nicht den Rücken freihalten? Ihn unterstützen wo ich kann? Wenn er dann einen höheren finanziellen Beitrag zum gemeinsamen Leben leistet ist es doch ok.
 
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  • #12
Es gibt aber auch Berufe ohne Hierarchien, z.B. Freiberufler. Wie sollen die Karriere machen?

Auch die Freiberufler die ich kenne, die sehr gut verdienen, kommen nich mit einer 40 oder 50 Stunden Woche aus... Im gegensatz zu jemanden mit Konzernkarriere haben sie aber als Familienmensch den Vorteil der freieren Zeiteinteilung.

Ich finde, das "Karriere-Machen" wird hier verbal übertrieben. Man halte sich mal vor Augen, wie hoch der Prozentsatz der Bevölkerung ist, der für einen Karriereposten infrage kommt. Zwei Prozent? Fünf Prozent? Die meisten haben einen mehr oder minder anspruchsvollen Job, den sie mehr oder minder lustvoll erledigen.

Genau von diesen 5-10% spreche ich, wenn ich Karriere meine. Darum ja auch meine Frage, was verstehen andere unter "Karriere"

Die FS
 
  • #13
Genau von diesen 5-10% spreche ich, wenn ich Karriere meine. Darum ja auch meine Frage, was verstehen andere unter "Karriere"

Ah, ok.

Dann schlechte Nachrichten- DAX-Vorstand, Obere Führungsebene im Konzern, Selbstständig mit zweistelligem Millionenumsatz, UND sich um die Familie kümmern geht nicht. Egal welches Geschlecht. Dann gehörst Du der Firma und sonst keinem.
Das ist ja auch der Grund wieso es so wenige Frauen gibt die sich dafür bereit erklären- sie sind einfach zu klug sich das anzutun.
 
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  • #14
Liebe(r) FS

ab einem gewissen Gehalt und einer Karrierestufe lohnt es sich nicht mehr für die Frau
den Haushalt zu werfen. Dienstleistungen sind da eine kluge Lösung.
Wichtig ist dass die Kinder nicht zu kurz kommen
und der Mann nicht denkt, man wäre inzwischen ausgewandert.
 
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  • #15
Bei einem 100 Std.-Job pro Woche ist an eine Beziehung nicht zu denken.

Liebe Leute,
lasst die Kirche mal im Dorf. 100-Std Woche heißt 14 Arbeitsstunden täglich, 7 Tage in der Woche. Kein Mensch, der nicht als Sklave dazu gezwungen wird arbeitet so - egal, was für eine Karriere das sein soll. Es geht nicht um die Abwesenehit von zuhause, sondern ums arbeiten. Bei solchen angeblichen Arbeitsstunden sind enorme Pausenzeiten, Resiezeiten oder ineffektive Präsenz, stundenlange entspannte Geschäftsessen mit sonstigen Events eingerechnet. Das sind aber Dinge, dien in hohem Maße entbehrlich sind, denn sie gelten stark der Förderung der eigenen Egomanie, bzw. lassen sich viele dieser Dinge an Mitarbeiter delegieren, welche die eigentliche Arbeit machen. Wer glaub, alles selber machen und überall dabei sein zu müssen, beherrscht sienen Job nicht, bzw. setzt die Proritäten so, wie er es will - bloss nicht bei der Familie sein.
 
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  • #16
Hallo!
Oh ja, mit Vollverpflegung der Kids,dem Garten,dem Haus und dem Haushalt würde ich auch gerne Karriere machen in einem Beruf, der mir nicht nur viel Spaß bringt, sondern auch das nötige Kapital.

Und dann würde ich zur Abwechslung mal die Männer kurz halten...
Aber mal ehrlich:Die Arbeit muß gemacht werden, ob man nun die Arbeit in Haus,Hof und Garten meint oder die andere.Irgendwann werden die Menschen erkennen, das auch die Hausarbeit Ja,richtig, eben Arbeit ist.Und Kinder erziehen sich auch nicht von allein.
Warum nur denken immer alle, nur sie allein sind die wirklich fleissigen und die anderen sitzen zu Hause beim Kaffee nur `rum.
Schließlich habt ihr dann ja auch das Sagen,weil ihr das Kapital nach Hause bringt.
Oder etwa nicht? W / 48 mit 2 Kids
 
  • #17
Ich bin freiberuflich und hatte früher - ohne Kind - oft eine 70-Stunden-Woche. Damit kann man weder eine vernünftige Beziehung führen noch eine Familie gründen. Mir macht mein Beruf Spaß und die Arbeit erfüllt mich. Dennoch habe ich nach einigen Jahren gemerkt, daß ich anfing "asozial" zu werden im Sinne von:
- die Freunde wenden sich ab, weil man eh nie Zeit hat
- man geht nicht mehr aus, man geht nicht mehr bummeln
- man weiß gar nicht mehr, was da draußen in der Weltgeschichte so vor sich geht.
- man verdient zwar Geld, hat aber keine Zeit mehr es auszugeben, was dazu führt, daß es beim Finanzamt landet...

Ich hatte für mich auch mal experimentell ausgelotet, wie viel man täglich arbeiten kann so daß man es auf die Dauer auch durchhält und etwas Sinnvolles dabei herauskommt. Mein Fazit ist, daß 10-12 Stunden das tägliche Maximum sind, alles andere geht an die Substanz. Einmal hatte ich 17 Stunden nonstop gearbeitet (darunter auch körperliche anstrengende Arbeiten) - und brauchte dann einen Tag, um mich wieder davon zu erholen.
Aber ich denke mal, die meisten wären schon froh, wenn sie halbwegs ihre gewünschte Berufstätigkeit mit verantwortungsbewußter Elternschaft unter einen Hut bekommen.
 
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  • #18
Karriere machen heisst zunächst einem bestimmten
beruflichen Qualifikationsplan folgen der weitgehend vorgegeben ist.
Vom Trainee zum Abteilungsleiter, vom
Medizinabsolventen zum Chefarzt,
vom Rechtsreferendar zum... usw.
In den freien Berufen ist es nicht so schematisch.
Erfolg bemisst sich hier weniger an klangvollen Titeln
als an gestemmten Projekten/Fällen etc.
Jemand der bei der Stadtverwaltung als
Sachbearbeiter 9-5 arbeitet macht in der Regel
interne Fortbildungen mit. Karriere aber seltener.
Marktfrauen machen auch keine Karriere wiewohl
sie sehr tüchtige Geschäftsfrauen sein können: der Begriff
kommt nun mal aus der business world.
Ich finde an der deutschen Diskussion die Frontenverhärtung
schlimm. Nicht nur wird an altbackenen Rollenklischees und Mütterbildern festgehalten
sondern zudem noch unterschiedliche Beschäftigte
gegeneinander aufgewiegelt.
 
  • #19
Karriere = Aufstieg + Vorteile daraus erwünscht. "Vollzeit arbeiten" = "Befehlsempfänger"

Der Befehlsempfänger kann nach vereinbarter Arbeitszeit aufhören, aber muß zur nächsten wieder antreten. Fester Lohn oder Gehalt, aber auch wenn die Firma erfolgreicher wird.
Persönliche, wirtschaftliche Sicherheit ohne Risiko, aber keine unternehmerische Verantwortung.
74 % der Arbeitnehmer wollen lieber so arbeiten. Scheint ideal für Familiengründung.

Bei Karriere muß man aufpassen: Ob der Boss einen Depp sucht, der sich für ihn abstrampelt ?

Kluge Manager sagen: Zehn Stunden Arbeit pro Tag sind genug. Wer mehr arbeitet, kann nicht (genug) delegieren.

Früher schick: Viele Auslandsreisen. Heute cool: Reisen sparen - Zeit + Aufwand sparen - schnell via Internet erledigen (z.B. via Skype u.ä.)

Für Projekte braucht man eine persönliche Leidenschaft dafür.
Die außergewöhnliche Belastung muß begrenzt sein. Und ein Ende absehbar.

Karriere ist sehr fragil, besonders als Angestellter. Gerade noch vgl. Abteilungsleiter, zwei Stunden später gefeuert vor dem Werkstor, ohne jegliche Schuld aber mit guter Abfindung.
Mit so üblen Tricks und Erpressung, die man sich nicht vorstellen kann. Nichts ist sicher, jeder Tag kann der Letzte sein. (selber erlebt)
Man lernt daraus: Besser selber Boss sein. (Aber nur ratsam, wer sowas kann)

Wer bei Karriere keine Zeit für eine Beziehung hat - macht was verkehrt, oder lässt sich zu sehr ausnutzen. Denn seine Lebenszeit läuft ab - den größten Profit machen Andere daran.
Man kann mit 50 nicht nachholen, was man mit 20 oder 30 versäumte.
 
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  • #20
Ich habe mal als Studentin eine Weile in nem privaten Kindergarten gearbeitet, in dem viele Akademikerkinder waren, dementsprechend hatten die meisten auch erfolgreiche, Vollzeit arbeitende Mütter. Und es war sehr oft dasselbe Bild: Die Mütter haben die Kinder am Morgen gestresst abgeliefert und abends kamen sie dann noch gestresster und mit Handy am Ohr zurück. Und dann ständig: "Jetzt mach doch schneller, du weiß doch, wir müssen noch deine Schwester vom Klavier abholen, wieso beeilst du dich denn nicht, hast du deine Hausaufgaben gemacht, warum nur so wenig, du weißt doch, ich habe heute Abend keine Zeit mehr dafür, ich muss morgen nach Hamburg usw..."
Und die Kinder waren oft total genervt, wollten nur noch nach Hause und haben diejenigen Kinder beneidet, die früher abgeholt wurden. Und die Frauen waren erst recht gestresst.
SO sieht leider oft die Realität aus, zumindest habe ich es so erlebt.
 
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