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  • #1

Kein Sex mehr in der Beziehung

Mein Freund und ich sind seit 1,5 Jahren zusammen. Mit dem Sex hat es nach der anfänglichen Überschwangzeit allmählich nachgelassen. Stetig und immerzu. Mittlerweile ist knapp ein halbes Jahr ins Land gezogen, wo wir keinen Sex hatten, auch keine andersweitigen sexuellen Spiele. Gekuschelt wird jedoch sehr viel. Mein Freund ist sehr liebevoll und aufmerksam. Ich denke oft, dass ich so glücklich über diese Beziehung wäre, wäre unser Sexleben so wie der Rest. Er hat Potenzstörungen. Am Beginn hat er seine Erektion nie lange halten können, so dass wir oft hintereinander neu anfangen mussten. Penetration funktionierte vielleicht 2-3 Minuten. Wenn ich ihn mit der Hand befriedigte, dann konnte er lange und kam auch. Mittlerweile geht auch das nicht mehr. Ich bin absolut unglücklich und habe das auch thematisiert. Er sagte immer, ja, da müsse er mal zum Arzt gehen, aber das wäre ihm auch unangenehm. Jetzt leben wir zusammen wie Brüderchen und Schwesterchen. Nun ging es darum, ob wir zusammen ziehen wollen, eine gemeinsame Zukunft. Ich freue mich einerseits, andererseits kann ich so nicht. Wenn ich mir vorstelle, so geht es weiter mit unserem Sexualleben, dann sehe ich keine Zukunft. Er hat null Lust mehr. Ich habe ihm gesagt, dass es ein großes Problem für mich ist, so wie es jetzt ist. Nun hat er sich einen Termin geholt. In drei Wochen.

Ich bin mir unsicher, wie das werden soll, wenn er Potenzmittel nimmt. Kann man dann nur noch Sex nach Plan haben? Spontane Sachen sind doch dann nicht mehr drin, oder? Wie lange braucht es, bis die Wirkung einsetzt? Ich stell mir das so belastend vor, wenn es gar nicht mehr ohne geht...
Ich bin so ratlos. Ich habe nie verstanden, warum man sich verlässt, nur weil der Sex nicht klappt. Aber mittlerweile bin ich so frustriert. Fühle mich als Frau überhaupt nicht begehrt. Das nagt an mir.
Ich schaue mir andere Männer an und denke an Sex. Das möchte ich aber gar nicht.

w,31
 
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  • #2
Diese Potenzmittel sind erfunden worden um zu helfen, also lasst Euch helfen. Geht zu einem Urologen, bevor dieses Dilemma eure Beziehung zerstört.

w
 
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  • #3
entweder dein Freund hat eine Funktionsstörung, die wirklich schnell ärztlicherseits abgeklärt werden sollte oder aber er ist aus psychischen Gründen impotent. Auch das muss behandelt werden.
Da er für eine Therapie aber viel Kraft und zeit für sich selbst braucht, solltet ihr vorerst nicht zusammenziehen. Es würde den Druck nur beiderseits erhöhen. Du willst etwas, zu Recht, und er hätte vermehrt Druck. Lass die Wohnsituation so wie sie ist, mit der Zeit wird sich eine Lösung einstellen.
 
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  • #4
Liebe Fragestellerin.
Ich habe einen Bekannten, bei dem das Problem hormonell bedingt war - er hatte schlichtweg zu wenig männliche Hormone für ein "normales" Sexualleben (auch einen recht spärlichen Bartwuchs, allgemein auch mitte ZWanzig noch sehr jugendliches Aussehen etc). Der Besuch beim Arzt hat ihn viel Überwindung gekostet, Potenzmittel waren aber nicht die Lösung. Nach langem UNtersuchen und "Quälen" wurde schließlich ein Hormontest gemacht. Mittlerweile macht er seit ca. 1 Jahr eine Hormontherapie und ist endlich glücklich mit seiner Männlichkeit. Seine Freundin meint zwar, dass auch sein Verhalten jetzt weniger "Frauenversteher" und mehr "Mann" wäre (sie findet das nicht ganz so toll), aber auf sexueller Ebene klappt es jetzt mit den beiden.

Vielleicht solltet Ihr darüber nachdenken, auch seine Hormone prüfen zu lassen? Eventuell liegtdas Problem ja auch beim ihm hier. Potenzmittel sind geeignet, wenn der Mann Lust hat, aber keinen hochbekommt. Hat er aber einfach ganz wenig Lust + fehlendes Stehvermögen, sind hormonelle Ursachen sehr wahrscheinlich. - Lasst es checken, wäre schade, wenn eure Beziehung daran scheitert!
 
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  • #5
Google mal nach "Cialis". Da soll relativ gut und vor allem auch lang helfen. Nach der Einnahme bis 72h. Ein anderer Ansatz ist, regelmäßig eine kleine Dosis jeden Tag einzunehmen. Das ganze kann man durchaus 1 Jahr machen und es soll auch danach eine positve Wirkung zurück bleiben. Vorteil davon ist, das ungeplant Sex statt finden kann und auch der Kopf zu ruhe kommt. Man brauch sich keine Gedanken zu machen über die Einnahme vor dem Sex und so weiter.

Das ganze muss aber letztendlich der Arzt entscheiden und natürlich sind die Kosten auch nicht gerade wenig. Ich würde es aber auf einen Versuch ankommen lassen.
 
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  • #6
Das hört sich für mich eher nach einem psychologischen Problem an. Dein Freund tut sich schwer, wirkliche Nähe und leidenschaftliche Sexualität in einem zuzulassen...?
w.
 
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  • #7
Konstanttherapie mit Cialis.
Verträglichkeit prüfen und los geht's.
5mg pro Tag und alles wird gut.
Nachteil -> relativ hohe Kosten, andererseits, Raucher geben mehr am Tag für Zigaretten aus.
Viel Glück euch Beiden!!
 
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  • #8
Woran es wirklich liegt, kann nur er wissen. In einer früheren Beziehung - Asche auf mein Haupt - schob ich angebliche Potenzprobleme vor, weil ich meine Freundin nicht mehr begehrte und dies zuzugeben mir als das größere Übel erschien. Zu meiner Rechtfertigung kann ich nur sagen, dass ich mir durchaus eine sexlose Beziehung mit ihr hatte gut vorstellen können. Es gab übrigens auch bei uns sehr viel körperliche Nähe, die mir sehr wichtig war. Sex lässt sich immerhin leicht ersetzen, nämlich durch Selbstbefriedigung. Fürs Kuscheln jedoch kenne ich keinen Ersatz.

Leider kann ich dir nicht sagen, wie du herausfinden könntest, ob seine Potenzprobleme echt sind oder nicht. Ich hätte damals bestimmt unter keinen Umständen eingeräumt, wie es sich tatsächlich verhält.
Jedenfalls macht es mich skeptisch, dass dein Freund nichts unternimmt. Begegne ihm am besten so offen und ehrlich wie es dir möglich ist. Ein tiefes Vertrauensverhältnis ist nicht leicht zu erlangen, kann aber Wunder wirken. Könntest du es ertragen, wenn er dich nicht mehr begehren würde? Und falls ja, weiß er das auch?
 
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  • #9
Exakt das, was du beschreibst, war bei mir die Auswirkung eines über 20 Jahre andauernden, teils heftigen und vor meinen jeweiligen Partnerinnen stets verheimlichten(!) Pornokonsums. Der normale "Kondomsex" mit einer neu kennenlernten Frau war daher immer wieder nach wenigen Wochen zu reizarm für eine ausreichend harte und lange Erektion, erst recht, wenn seitens der Frau nur wenig Experimentierfreude vorhanden war (in diesem Zusammenhang bitte auch mal nach dem sog. "Coolidge-Effekt" googeln). Ich bin dann nur durch professionelle Hilfe (Verhaltenstherapie) von meiner Pornosucht weggekommen und verzichte heute außerdem auch komplett auf Masturbation. Das Ergebnis: Erektion und Sexleben sind wieder 1a!

Du bist 31, dann wird dein Freund wohl auch noch unter 40 sein. Normalerweise sind in diesem Alter körperliche Ursachen recht selten. Bevor also rezeptpflichtige (und auf legalem Weg extrem teure und nebenwirkungsreiche) Erektionspillen eingesetzt werden, solltest du das o.g. Thema mal sachlich und verständnisvoll ansprechen.

m39
 
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  • #10
Mach deinem Freund Feuer unterm Hintern. Normal ist das sowieso nicht, dass die Lust nach einem Jahr nachlassen soll. Dafür gibt es Ärzte! Und zum Urologen sollte sowieso jeder Mann mal.
 
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  • #11
Wenn dein Freund Lust auf dich hätte und nur nicht könnte, würden Potenzmittel das Problem vielleicht lösen. Bei euch steckt da fürchte ich mehr dahinter, denn er hat ja gar keine Lust mehr, also hat er eher psychische Probleme. Er geht ja wohl auch nur zum Arzt, weil du das willst, nicht weil er es will.
Dauerhaft helfen würde nur, wenn er dich mit zu seinem Arzt nimmt zu einem gemeinsamen Beratungsgespräch, wenn er überhaupt einmal bereit wäre, über sein Problem ganz offen zu sprechen. Dann könntet ihr eine Sexualtherapie/Paartherapie machen.
Auf jeden Fall ist es wichtig, dass du die Situation so nicht akzeptierst und ihm klar sagst, du ziehst nur mit ihm zusammen, wenn er bereit ist, das sexuelle Problem gemeinsam anzugehen und wenn nicht, trennst du dich von ihm. Kein Wenn und kein Aber, denn Brüderchen und Schwesterchen kannst du auch mit einem Kumpel in einer WG leben, aber nicht in einer Liebesbeziehung. Dein Partner muss hier eindeutig Farbe bekennen in seinen Gefühlen zu dir!
 
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  • #12
Was Gast Nr. 8 schreibt, ist heutzutage wohl die häufigste Ursache für Erektionsstörungen (und u.a. auch für das Phänomen, dass keine Energie mehr in echte Frauen investiert wird) bei jungen Männern. Gleichwohl sind Pornokonsum und die daraus resultierenden Probleme immer noch ein Tabuthema.

Schaut doch mal gemeinsam einen Porno an. Bekommt er dann immer noch keine Erektion (auch nicht ansatzweise), so könnten tatsächlich körperliche Ursachen vorliegen.

m
 
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  • #13
Erektionsstörungen sind nicht unbedingt an das generelle Verlangen gekoppelt. Wenn er kaum Lust hat, wird sich das nicht mit Hilfe einer Pille ändern lassen.

Man sollte nie über andere Menschen urteilen, die mangles Sex an Trennenung denken. Sex ist sehr wichtig für ein Paar. Wer glaubt Sex sei nicth so wichtig in einer Beziehung liegt absolut falsch und/oder hat selbst kein grosses Verlangen und kann somit niemals nachvollziehen, wie frustrierend das für einen anderen Menschen sein kann.

Natürlich siehst du dir andere Männer an und hast entsprechende Fantasien. Es ist auch gut, dass du dich jetzt, nach ca. einem halben Jahr damit auseinanderzustzen beginnst.

Würde meine Freundin mich nicht begehren und ungefähr genauso viel Lust haben wie ich, würde ich sofort an Trennung denken. Da ich sonst stets an Sex mit anderen Frauen denken würde. Das wäre unfäir und würde auch mich selbst mit Schuldgefühlen belasten.

Ich schlage dir nicht vor dich unbedingt zu trennen. Kannst du allerdings bald absehen, dass sich daran nichts ändern wird, dann bleiben dir nicht mehr viele Optionen, es sei denn, du willst weiterhin ständig frustriert sein und an andere Männer denken. Manchmal ist eine Trennung nötig, wenn zwei Menschen zu verschieden sind. Für mich ist das Gefühl, dass meine Freundin nicht mit mir schlafen will, mich nicht begehrt katastrophal. Vielleicht würde ich sogar Minderwertigkeitskomplexe entwickeln. Da würde ich zügig die Notbremse ziehen und mir jmd suchen der mich begehrt und oft mit mir schlafen will. Eine Frau die mir ähnlich ist.

Mit 33 gehört Sex für mich ständig dazu. Wenn ich hier lese, wie einige Paare nur einmal in der Woche oder sogar im Monat miteinander schlafen, läuft es mir kalt den Rücken runter. Ich denke jeden Tag ständig an Sex und würde auch fast jeden Tag welchen haben wollen. Jeden oder mindestens jeden zweiten Tag ist absoluter Standard für mich und ich würde das augenblicklich vermissen, wenn dann eine Frau sagt "Du, ne, wir haben das doch erst letzten Freitag gemacht. Ich hasse es auch irgendjmd. hinterherzulaufen. Da bin ich viel zu stolz und würde mich niemals aufdrängen. Wird mein sexuelles INteresse also mehrmals, über Wochen oder sogar Monate abgeblockt, dann würde ich mich trennen. Ohne grosses Drama, ohne Anschuldigungen. Ich würde einfach sagen "Hey, es ist besser, wenn wir einfach nur Freunde sind."

Du solltest nie damit rechnen, dass andere Menschen sich verändern. Nur du selbst kannst entweder deine Prioritäten ändern (was hier schwer bis unmöglich ist, da dein Verlangen nicht einfach so verschwinden wird und das unglückliche Gefühl ganz sicher auch nicht) oder deine Situation.

Ein Mensch der wenig Verlangen hat, wird sich niemals in deine Situation hineinversetzen können. Wird nie auch nur ansatzweise verstehen können, wie es ist diesbezüglich frustriert zu sein in einer Beziehung und die Konsequenzen (Zweifel, Interesse an anderen Männern, Fantasien, Komplexe) die das nach sich zieht.
 
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