• #1

Kein Sex wegen Stress vs. Stressabbau durch Sex

Stets fühlt es sich an, als spalten die Gemüter sich um dieses eine Thema auseinander.

Der Weg zum partnerschaftlichen Glück über das beim Sex ausgeschüttete Oxytocin sorgt in beiden Lagern seit jeher für Diskussionen und Bedürftigkeiten, und Wehe, die Balance stimmt nicht.

Es gibt tausende Gründe, wenn mal Flaute herrscht. Doch wie reagieren?

Ich lese oft darüber, daß die Art und Frequenz innerhalb einer Partnerschaft harmonieren sollte. Doch was ist, wenn bei gleichermaßen empfundenen Stress von außerhalb der eine Sex ausklammern, der andere diesen als Ventil sieht?

In einem Artikel las ich jüngst ein Zitat, daß es auch soetwas wie "Oxytocin-Sucht" gibt, und finde das ganz interessant. Denn das hebt meiner Meinung nach das Thema in eine nachvollziehbare Sphäre.

Der Mensch, der (nur) glücklich dadurch ist, Oxytozin im partnerschaftlichen Miteinander zu erreichen. Man kann sich ja nicht selbst kuscheln. Anders kann man schon "selbst ", fühlt sich aber nicht gut und richtig an.

In unserem Fall führt gerade massiver Stress von Aussen dazu, daß er sich einmottet und die Potenz brach liegt und ich eher exzessiver damit umzugehen versuche. Mein Verlangen nach Sex ist gesteigert, ein Verlust dieser Quelle fühlt sich unsagbar schrecklich an. Meine Laune ist im Keller. Und dabei haben wir noch nichtmal Kinder, die in meinen Augen bei anderen Paaren wohl zu ähnlichen Flauten führen müssten und auch irgendwie überstanden werden ohne Affäre oder Trennung.

Wir hatten in den letzten Monaten diesbezüglich auch schon offene Gespräche geführt, zumindest im Bezug auf die verminderte Libido und unsere unterschiedlichen Gefühlslagen sind wir, denke ich, gut im Bilde. Und dennoch habe ich Sorgen, weil ich dann irgendwann nur noch am Grübeln bin wie es damit weitergeht
 
  • #2
In unserem Fall führt gerade massiver Stress von Aussen dazu....
Ich löse bevorzugt die real existierenden Probleme, nicht xdie Nebenschauplätze. D.h. in eurem Fall würde ich nicht lange am Thema Lust/Lustlosigkeit arbeiten, denn da ist die Aussicht auf Erfolg gering, sondern die externen Stressquellen in Angriff nehmen. Das ist generell besser für die Gesundheit beider diese zu beseitigen.

Und dennoch habe ich Sorgen, weil ich dann irgendwann nur noch am Grübeln bin wie es damit weitergeht
s.o Nutz Deine geistige Kapazität zielgerichtet: lös die Ursache, bastel nicht am Symptom rum.
 
  • #3
In unserem Fall führt gerade massiver Stress von Aussen dazu, daß er sich einmottet und die Potenz brach liegt und ich eher exzessiver damit umzugehen versuche. Mein Verlangen nach Sex ist gesteigert, ein Verlust dieser Quelle fühlt sich unsagbar schrecklich an.
Wenn bei ihm die Libido unter Stress einknickt, du bei Stress jedoch Sex für Oxytocin willst - könntest du diesen Wohlfühl-Effekt nicht auch durch Sexloses Kuscheln oder Massieren erreichen?

W37
 
  • #4
Wir hatten in den letzten Monaten diesbezüglich auch schon offene Gespräche geführt, zumindest im Bezug auf die verminderte Libido und unsere unterschiedlichen Gefühlslagen sind wir, denke ich, gut im Bilde. Und dennoch habe ich Sorgen, weil ich dann irgendwann nur noch am Grübeln bin wie es damit weitergeht
Aber was soll man die raten?
Du kannst ihn nicht umpolen. Stess und Sex geht für ihn halt nicht zusammen, das ist halt seine (sexuelle) Persönlichkeit.
Ist natürlich sehr doof das du da der komplette Gegenentwurf bist.
Das könnt ihr euch aber nicht vorwerfen.
Ich bin ja immer der Meinung dass es leichter ist auf etwas zu verzichten als jemandem etwas aufzuzeigen was gegen sein Naturell ist.

Im Prinzip bleibt nur, wie bereits erwähnt an den Stressquellen, soweit möglich, etwas zu arbeiten und den Stress runterzufahren.
 
  • #5
Der Weg zum partnerschaftlichen Glück über das beim Sex ausgeschüttete Oxytocin sorgt in beiden Lagern seit jeher für Diskussionen und Bedürftigkeiten, und Wehe, die Balance stimmt nicht.
Ich kenne es so, dass derjenige, der um die Beziehung fürchtet, verstärkt Sex möchte, um sich zu vergewissern, dass alles „stimmt“. Der andere empfindet das als lästig und distanziert sich noch mehr.

Kann es sich bei euch um diese Dynamik handeln?
 
  • #6
Der Mensch, der (nur) glücklich dadurch ist, Oxytozin im partnerschaftlichen Miteinander zu erreichen. Man kann sich ja nicht selbst kuscheln. Anders kann man schon "selbst ", fühlt sich aber nicht gut und richtig an.
Soweit ich weiß, konnte dieser Effekt nur bei weiblichen Probanden nachgewiesen werden. Bei Männern trat dies nicht auf. Sprich es kam zu keiner messbaren Stressreduktion durch Umarmungen.

Irgendwie hat dein Mann eine merkwürdige Stressbewaltigungsstategie. Wenn er gestresst ist, lässt er also alles weg, was ihm guttun könnte ? Welcher Logik folgt dies genau ?

Gerade wenn ich unter negativen Stress stehe, schaue ich doch, dass ich einen entsprechenden Gegenpol etabliere bzw. ausbaue. Was tut er dafür, damit es ihm besser geht ?

Mein Verlangen nach Sex ist gesteigert, ein Verlust dieser Quelle fühlt sich unsagbar schrecklich an.
Wie lange habt ihr denn schon keinen Sex mehr miteinander ?
 

Laleila

Cilia
  • #7
In unserem Fall führt gerade massiver Stress von Aussen dazu, daß er sich einmottet und die Potenz brach liegt und ich eher exzessiver damit umzugehen versuche. Mein Verlangen nach Sex ist gesteigert, ein Verlust dieser Quelle fühlt sich unsagbar schrecklich an.
Das ist bei mir genauso, bei mir steigt das Verlangen nach Nähe, Kuscheln und Sex, durch Stress, i.Ü. unabhängig wodurch er ausgelöst wurde.
Am intensivsten ist die Lust auf leidenschaftlichen, animalischen Sex, wenn ich mit R. einen heftigen Streit hatte.
Das kommt glücklicherweise sehr selten vor.
Seine Lust sinkt dadurch auf den Nullpunkt, was mich zusätzlich frustriert.

Eine Lösung fanden wir bislang noch nicht, was aber ganz gut funktioniert, wir ziehen uns dann zurück und löffeln, ohne zu sprechen. So habe ich einen Teil der Nähe, welche ich in den Momenten brauche und er, durch das Schweigen, einen Teil des Rückzugs, den er dann braucht.

Fatalerweise verringert sich, mit dem Wiedereintreten einer normalen Stimmung, durch das Kuscheln, meine Lust, während seine sich entwickelt. 😅
 
  • #8
Ich kenne es so, dass derjenige, der um die Beziehung fürchtet, verstärkt Sex möchte, um sich zu vergewissern, dass alles „stimmt“. Der andere empfindet das als lästig und distanziert sich noch mehr.
Das gibt es zwar, nur gibt es generell Menschen, die eher viel und andere die weniger Körperkontakt wollen.
Das hat nichts mit der Stabilität der Beziehung zu tun.

Manchmal ist es tatsächlich so, dass der der mehr will, dem anderen völlig die Lust nimmt, bzw der der weniger bis nie ins Begehren kommt. Eine Abwärts-Spirale...

Bei mir gab es je nach Partner eine völlig andere Dynamik was Sex angeht.

Nur generell, bin ich vor allem bei Stress kuschelig und anlehnungsbedürftig...daraus kann dann Sex entstehen.

Wenn der andere mich da öfters zurückweist, schlägt es um und ich bin so gereizt, dass ich gar nicht mehr mag.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #9
Ich denke, es kommt auf die Art des Stress an - zumindest bei manchen Menschen.
Prinzipiell ist wohl Bewegung immer gut, um Stress abzubauen. Also auch Sex.
Bin ich aber sehr gestresst, evtl noch eher negativ .... dann boxe ich lieber oder stemme Hanteln. Das möchte ich meinem Mädel nicht antun. Und Kuscheln ? Würde eher den Stress verstärken ....

Ich bin eben der Typ, der Dampf ablassen muss. V ist eher ruhig, sie macht sowieso lieber Sport mit gewissem Rhythmus nach Musik.
Bei positivem Stress, also viel zu tun und es läuft einfach, weil man das gerne macht - da mag V eine Umarmung zwischendrin ... und ich Sex nach der Arbeit.
Aber das sind alles nur Tendenzen.
Was wir beide gerne öfter hätten - Versöhnungssex. Aber wir streiten kaum .....
 
  • #10
Leider können wir die Stressoren von außen nur unwesentlich positiv beeinflussen. Wir sind Teil einer Bauherrengemeinschaft und das Projekt verteuert sich in derzeit unklaren Umfang. Und zu einer Zeit, als dieses Problem noch nicht vorhanden/absehbar war - haben er und seine Freunde noch eine GmbH gegründet und müssen viel Zeit investieren.

Hobbys hat er, von Gaming und dem Ursprung der GmbH (was bei allen Freunden der Sprung von Hobby zur GmbH bedeutete) keine. Er arbeitet viel in einer leitenden Position, das war aber schon länger so.

Ich sehe es, und ich denke er weiß das auch selbst, daß ihn der Stress, nächtliche Fressattacken und der Job im Sitzen träge und ausgelaugt macht. Wodurch er auch zugenommen hat.

Seit einem Jahr ca. versuchen wir irgendwie sexuell die Mitte zu finden. Was mich zum aktiven Part gemacht hat, er gab die Führung ab und kann nur entspannt "mitmachen " wenn er unten ist oder wir uns gegenseitig französisch... das war auch alles okay. Nur wurde dann aus dem Vorspiel mit der Zeit der einzig mögliche Weg, um den normal begonnenen Akt für beide erfolgreich zu beenden.

Als ich das nach einigen Monaten dann angesprochen hatte- das ich nicht immer nur per Fellatio Sex haben will. Auch mal wieder Penetration brauche. Wurde es schlimmer. Wieder paar Monate später ging dann gar nichts mehr. Er sagt er bekommt den Kopf nicht frei. Blockade.

Ich sah mich in der partnerschaftlichen Pflicht, ihn zum rausgehen, Sport machen zu animieren. Aber er schließt lieber oft die Tür ins Büro und gamet online.

Mich macht das fertig. Und ich weiß ich bin nicht verantwortlich das er die (sexuelle) Kurve bekommt. Gespräche verschlimmern alles nur noch weiter. Schweigend zermartere ich mir aber den Kopf und siehe Eingangspost.
 
  • #12
Wenn du keine Trennung möchtest, musst du den Grund herausfinden. Sehr oft ist die Veränderung des Sexualverhaltens (Sowohl Zunahme als auch Reduktion) ein Zeichen für eine Nebenbeziehung mit anderen Worten, er geht fremd.
Eine andere Erklärung könnte Umwelteinflüsse sein. Arbeitet er mit Weichmachern? Oder Flammschutzmittel und Ähnliches? Dann kann es sein, dass er viel zu viel osterogenähnliche Substanzen in seinem Körper hat. Google das Wort „Endokrine Disruptoren“. Sport könnte in diesem Fall helfen und ein Check up beim Arzt auch.
 
  • #13
Stets fühlt es sich an, als spalten die Gemüter sich um dieses eine Thema auseinander.

Der Weg zum partnerschaftlichen Glück über das beim Sex ausgeschüttete Oxytocin sorgt in beiden Lagern seit jeher für Diskussionen und Bedürftigkeiten, und Wehe, die Balance stimmt nicht.

Es gibt tausende Gründe, wenn mal Flaute herrscht. Doch wie reagieren?

Ich lese oft darüber, daß die Art und Frequenz innerhalb einer Partnerschaft harmonieren sollte. Doch was ist, wenn bei gleichermaßen empfundenen Stress von außerhalb der eine Sex ausklammern, der andere diesen als Ventil sieht?

In einem Artikel las ich jüngst ein Zitat, daß es auch soetwas wie "Oxytocin-Sucht" gibt, und finde das ganz interessant. Denn das hebt meiner Meinung nach das Thema in eine nachvollziehbare Sphäre.

Der Mensch, der (nur) glücklich dadurch ist, Oxytozin im partnerschaftlichen Miteinander zu erreichen. Man kann sich ja nicht selbst kuscheln. Anders kann man schon "selbst ", fühlt sich aber nicht gut und richtig an.

In unserem Fall führt gerade massiver Stress von Aussen dazu, daß er sich einmottet und die Potenz brach liegt und ich eher exzessiver damit umzugehen versuche. Mein Verlangen nach Sex ist gesteigert, ein Verlust dieser Quelle fühlt sich unsagbar schrecklich an. Meine Laune ist im Keller. Und dabei haben wir noch nichtmal Kinder, die in meinen Augen bei anderen Paaren wohl zu ähnlichen Flauten führen müssten und auch irgendwie überstanden werden ohne Affäre oder Trennung.

Wir hatten in den letzten Monaten diesbezüglich auch schon offene Gespräche geführt, zumindest im Bezug auf die verminderte Libido und unsere unterschiedlichen Gefühlslagen sind wir, denke ich, gut im Bilde. Und dennoch habe ich Sorgen, weil ich dann irgendwann nur noch am Grübeln bin wie es damit weitergeht
Tja, so eine Frau wollen doch viele Männer haben. Auch ich. Ich kenne das persönlich nur von Frauen, dass fast alles ihren Sexualtrieb torpedieren kann.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #15
Wir sind Teil einer Bauherrengemeinschaft ...... haben er und seine Freunde noch eine GmbH gegründet und müssen viel Zeit investieren..... Er arbeitet viel in einer leitenden Position, das war aber schon länger so.
Das ist recht viel auf einmal und das kann nicht jeder, der es macht.
Wenn das alles schon länger so war, dann kannst Du davon ausgehen, dass durch kraftraubenden Arbeit und sonstige Vorhaben irgendwann seine Ressourcen aufgebraucht sind wenn sie nicht zeitgleich immer wieder aufgefüllt werden durch erfreuliche Dinge.
Das scheint bei ihm der Fall zu sein und er scheint es jetzt auch nicht ändern zu können, denn es hängen andere Leute in den Vorhaben mit drin, sodass er nichts zurückfahren kann.

er weiß das auch selbst, daß ihn der Stress, nächtliche Fressattacken und der Job im Sitzen träge und ausgelaugt macht. Wodurch er auch zugenommen hat.
Ungesunder Lifestyle mit körperlichen Auswirkungen (Gewichtszunahme, körperliche Unfitness) schwächen ebenso die Potenz.

Als ich das nach einigen Monaten dann angesprochen hatte... Wurde es schlimmer. Wieder paar Monate später ging dann gar nichts mehr. Er sagt er bekommt den Kopf nicht frei. Blockade.
Tja, der übliche Verlauf. Ich fand mich ja öfter in der Rolle der Lustlosen wegen einer schwierigen Beziehung und habe immer noch nicht rausgefunden wie es geht: man sollte drüber reden, um es zusammen wieder hinzukriegen. Mir ist noch nie ein Gespräch gelungen, das zu mehr Lust führte, sondern immer nur das Gegenteil bewirkte.

Ich sah mich in der partnerschaftlichen Pflicht, ihn zum rausgehen, Sport machen zu animieren. Aber er schließt lieber oft die Tür ins Büro und gamet online.
Du hast Deinen Teil als Partnerverantwortung versucht und bist gescheitert. Damit kannst Du zum gemeinschaftlichen Gelingen nichts mehr beitragen und bei dieser Partnerverweigerung nur noch für Dich selber sorgen.
Da kannst Du nichts machen, denn im Zweifelsfall begründet er das mit seiner Unternehmensgründung.
Außerdem fällt es in den Bereich seiner Eigenverantwortung.

Mich macht das fertig. Und ich weiß ich bin nicht verantwortlich das er die (sexuelle) Kurve bekommt. Gespräche verschlimmern alles nur noch weiter. Schweigend zermartere ich mir aber den Kopf
Ich denke, Du musst für Dich eine Lösung finden, ohne seine Beteiligung, weil die Sache totgeredet ist und er meint, dass ihr eine Notlösung gefunden habt, die ihm reicht.
Er hat nicht die Power und auch nicht die Motivation für die notwenige Verhaltensänderung und für ein besseres Gesundheits- und Selbstmanagement.

Das kann man nur noch zur Kenntnis nehmen und für sich selber einen Weg suchen zu mehr Zufriedenheit.
 
  • #16
Ich kenne es so, dass derjenige, der um die Beziehung fürchtet, verstärkt Sex möchte, um sich zu vergewissern, dass alles „stimmt“. Der andere empfindet das als lästig und distanziert sich noch mehr.

Kann es sich bei euch um diese Dynamik handeln?
Genauso kenne ich es auch. Dann wird man begrabelt und zusätzlich kommen Fragen wie "Hast du mich noch lieb".

Das macht es nicht besser sondern ist im Ärger lästig und verstärkt diesen noch.

Kuscheln und Schmusen kann ich nur aus einer Situation heraus in der ich entspannt bin. Animalischer Sex würde ähnlich wie Sport möglich zum Stressabbau sein. Aber dazu müssen eindeutige Signale vom Gegenüber kommen.
 

Laleila

Cilia
  • #17
Ich kenne es so, dass derjenige, der um die Beziehung fürchtet, verstärkt Sex möchte, um sich zu vergewissern, dass alles „stimmt“.
Oder aber der grundsätzlich harmoniebedürftiger von Beiden.
Ich, z.B., halte zwischenmenschlichen Stress in Beziehungen nicht gut aus und will unbedingt diesen, in der akuten Situation, überbrücken.
Mit Sex oder kuscheln, etc.
Ist das gelungen kann es sein, dass ich anschließend die Beziehung beenden. Tat ich zumindest schon mal bei jemanden.
Generell ist da aber etwas dran, denke ich.
Der andere empfindet das als lästig und distanziert sich noch mehr.

Kann es sich bei euch um diese Dynamik handeln?
Falls es bei @HoneymoonGun wirklich diese Dynamik sein sollte, wäre es wichtig in einem harmonischen Moment darüber zu sprechen und gegebenenfalls einen Ritus zu etablieren, der ihr die Sicherheit gibt, dass die Situation nicht das Beziehungsende beinhalten könnte und den er, trotz Stress noch leisten kann, ohne ihn zu verschärfen.
 
  • #18
Dann mach es dir einfach selber!

Ich habe bei Stress auch keinerlei Lust und genörgel von der Partnerin würde das nur noch verschlimmern.

Wo liegt das Problem es sich einfach selbst zu besorgen? Warum muss dein Partner der offensichtlich keine Lust hat, für dein Ventil hinhalten?
 
  • #19
Für Sex müssen viele den Kopf frei haben und das ist bei ihm nicht der Fall.

Es liegen viele Probleme auf dem Tisch. Nicht nur die Kostenexplosion im Bauprojekt und sein verantwortungsvoller Job. Er wird mit seiner Gewichtszunahme selbst unzufrieden sein und die Probleme im Bett sind für ihn auch offensichtlich. Wenn die Partnerin das für ihn Erkennbare noch thematisiert und ihre (verständlichen) Ansprüche kommuniziert, macht es das nicht besser und vor allem steigt der Druck noch mehr.

Ich sehe es so wie @Vikky. Nur er allein kann sich da wieder rausholen. Er muss lernen mit dem Stress umzugehen und seine ungesunde Lebensweise wieder zu ändern. Ich habe einige Freunde, die in die Selbstständigkeit gegangen sind und die immense Belastung der ersten Jahre miterlebt. Es wird dir wenig helfen, aber ich denke es braucht Zeit. Einige Rohstoffpreise kippen gerade und vielleicht sieht es Ende des Jahres mit dem Projekt besser aus.

Biete ihm an mit dir (und anderen) etwas zu unternehmen. Vielleicht an den Strand/Badesee/Fluss zu radeln und am/im Wasser einen Tag mit befreundeten Paaren komplett auszuspannen. Ggf. eine Unternehmung, bei der er später nachkommen kann. Versuche Druck rauszunehmen bei dir und bei ihm. Sport macht vielen nur in Gemeinschaft Spaß. Vielleicht gibt es eine AH (Alte Herren) Mannschaft, bei der er abends seinen Frust abbauen kann oder ein Freund, der ihn mitzieht.
 
  • #20
Dann mach es dir einfach selber!

Ich habe bei Stress auch keinerlei Lust und genörgel von der Partnerin würde das nur noch verschlimmern.

Wo liegt das Problem es sich einfach selbst zu besorgen? Warum muss dein Partner der offensichtlich keine Lust hat, für dein Ventil hinhalten?
Hui und sowas von jemandem, der ständig an seiner Partnerin rumgenörgelt hat, dass sie dies und jenes nicht möchte oder richtig macht oder überhaupt macht - also der größte Nörgler überhaupt ... beeindruckende Wende 😎!
 
  • #21
Der Stress deines Mannes liegt wohl genauer in den finanziellen Sorgen, die hat, oder? Wegen eures immer teurer werdenden Bauprojekts.
Sowas kann wirklich enorm belastend sein. Gegen diese Art von Belastung durfte helfen, seine Optionen für die Zukunft besser zu kennen: ihr solltet euch ausführlich beraten lassen von Finanzfachleuten und/oder einem Rechtsanwalt... Vielleicht gibt es auch Fachleute speziell für solche Bauprojekte?! Jemand, der euch vielleicht auch das Kleingedruckte in den Verträgen erläutert.
Ich kenne das jedenfalls so, dass man manchmal von einem auf den anderen Tag besser schlafen kann, wenn man sich über seine Optionen und seine Rechte ordentlich hat aufklären lassen.
 
  • #22
Einige von euch haben in meinen Zeilen das Dilemma gut erfasst. Wenn ich derzeit meine Gedanken wälze, sehe ich aus der Misere irgendwie nur den Weg hin ins aktive Handeln seinerseits als Lösung.

Mich irritiert, daß er fehlenden Sex nicht als Verlust sondern weitere Arbeit einstuft und ebenso behandelt. Im Umgang miteinander kommt es bei uns zu keinem Zeitpunkt zu Streit oder das die Stimmung kippt. Wir sind beide für unseren Haushalt, die Katzen etc. und auch füreinander da. Spreche ich Sex nicht an, existiert er nicht.

Externe Lösungen für die Stresssituationen sind derzeit in Planung, aber noch keine Garantie für zufriedenstellende Ergebnisse.
 
  • #23
aus der Misere irgendwie nur den Weg hin ins aktive Handeln seinerseits als Lösung.
Richtig erfasst. Aber er kann im Moment nicht und je länger dieser Zustand dauert, desto weiter ist der Weg zurück in ein normales Sexualleben.
Selten bin ich bei @Jacobus hier schon: mach es Dir selber und hoffe auf bessere Zeiten.

Mich irritiert, daß er fehlenden Sex nicht als Verlust sondern weitere Arbeit einstuft und ebenso behandelt.
Das ist der bereits vorliegenden Erschöpfung geschuldet - der Aku ist leer, er kann UND will rein garnichts mehr, außer seine Ruhe.
Du siehst es an den nächtlichen Fressattacken vorm Kühlschrank - einfach reichlich schnelle Energiebringer reinstopfen und auch mehr als Hunger vorhanden ist, weil der Körper vorgauckelt, dass er genau das jetzt braucht.
Das entzieht sich seinem Einfluß, ist ein körperlicher Prozess solange er darüber nicht nachdenkt und es bewusst stoppt - vergleichbar Suchtverhalten.

Dass die richtige Aktivität/Sex an der Stelle zum Energieaufbau führen kann er sich aufgrund von Erschöpfung und schlechter Fitness nicht mehr vorstellen. Er hat zu lange Raubbau betrieben, darum hat er es schlichtweg vergessen und sich unter Reserve runtergefahren, sodass es nicht mehr funktioniert. Du beschreibst doch wie Sex nur noch funktioniert mit ihm - im Engergiesparmodus.

Ich bezweifel auch, dass Du früher was hättest ändern können, außer selber zu einer der Aktionen "nein" zu sagen, weil es zeitgleich zuviel ist für ihn.
Die Frage ist, ob es die Option jemals gegeben hätte oder ob Du garnicht genug Einfluß darauf hattest, siehe gemeinsame Lebensplanung vs. jeder plant für sich selber.
 
  • #24
Spreche ich Sex nicht an, existiert er nicht.
Es soll Menschen geben, für die Sex etwas mit Nähe, mit sich einlassen zu tun hat - keine weitere Übung im Fitti ist.

Die können das nicht mehr weil der Aku leer ist, egal was sie wollen würden, wenn sie könnten.
Und weil sie dermaßen nicht können, reagieren sie dann auch aversiv auf das Anliegen - umso heftiger, je öfter Du das Thema ansprichst.

Was Du beschreibst spricht für eine Belastungsdepression - ist grad alles etwas zu viel für ihn.
Ich setze mal auf: Bauverzögerung/Kostenexplosion geben ihm parallel mit der angestrebten Selbstständigkeit den Rest. Er sieht das Lieblingsfell grad abdriften, wird alles viel länger dauern, muss den anderen Job behalten, kann sich nicht mit der gewünschten Intensität drum kümmern weil die Baukosten eine finanzielle Zwangslage machen.
Das macht ihm hohen Stress und ist erlebte Hilflosigkeit, weil er keinerlei Einfluß darauf hat. Der eine geht so damit um, der andere anders.

Grad wenn Du auf Kinder planst solltest Du genau hingucken, ob er der richtige Mann ist, ob seine Belastbarkeit und auch Fähigkeit zur Ressourcenplanung dafür ausreichen, so wie Du Dir das vorstellst. Kinder sind Langstrecke auf Jahrzehnte.

Also Fokus weg vom Sex - ändert jetzt eh nichts. Egal was Du machst, außer dass Du ihm endgültig die Lust vertreibst weil Du ihm dauerhaftes Versagen bescherst kann bei ihm jetzt nichts passieren.
Hin zur realistischen Gesamteinschätzung des Mannes, ob eure Lebensplanung ihm möglich überhaupt möglich ist, ob er ausreichend belastbar für Familie und die angestrebte Selbstständigkeit ist. Lass Dich da auch nicht blenden von "wir haben dieses Problem gelöst", alles wieder super.

Du hast nun einen neuen Aspekt an ihm kennengelernt und auch an Dir selber. Jünger und fitter wird er nicht mehr, Du nicht duldsamer wenn es nicht läuft wie gewünscht.
 
  • #26
Unsere gemeinsame Lebensplanung sieht keine Elternschaft vor. Das war auch nicht das Thema, mir fiel mangels Idee nur kein passenderer Vergleich ein.

Mir bleibt zum jetzigen Zeitpunkt wohl leider nur noch der Blick von "außen", auch wenn ich mir das mit ihm nie zu träumen gewagt hätte.

Als wir uns kennengelernt haben war der (nicht vorhandene) Sex in der früheren Beziehung ein Thema- und wir uns da einig das uns beiden Sex wirklich wichtig ist. Wir haben das beide genossen wie es war.

Das Bauprojekt lief auch zunächst, bis auf den Finanzplan, autark vor sich hin. Mit Verzögerung könnten wir leben, nun droht aber die Insolvenz des Bauträgers. Was nicht absehbar war.

Wege aus dem Stress, auf der Arbeit Grenzen zu setzen, sich mehr Frei zu nehmen um dem Burnout entgegen zu wirken. Das macht er schon auch, bloß kann er wohl keine Energie aufwenden in der Zeit aktiven Stressabbau zu betreiben. Rausgehen, vielleicht Fahrrad fahren (seine Idee) - steht still. Wenn er frei hat, will er Ruhe, schläft, zockt.

Und um Jacobus zu antworten, ja - ich kümmere mich um mich selber. Nur wenn halt jemand ne ausgeprägte Libido hat, ist das vergleichbar mit Oxycodon bei Heroin. Ich kann damit den Körper etwas in die Waage bringen, den Kopf schaltet man damit nicht aus. Sex haben wollen, steckt zu tief drin in der DNA.
 
  • #29
Mich irritiert, daß er fehlenden Sex nicht als Verlust sondern weitere Arbeit einstuft und ebenso behandelt.
Sex ist viel Kopfsache. Und der Kopf ist bei ihm derzeit nicht frei. Er kann nicht abschalten. Dann klappt es beim Sex nicht und das führt zu zusätzlichem Druck. Den braucht er nicht auch noch. Daher geht er dem aktuell aus dem Weg. Für mich ist das erst einmal plausibel.

Seit einem Jahr ca. versuchen wir irgendwie sexuell die Mitte zu finden. Was mich zum aktiven Part gemacht hat, er gab die Führung ab und kann nur entspannt "mitmachen " wenn er unten ist oder wir uns gegenseitig französisch... das war auch alles okay. Nur wurde dann aus dem Vorspiel mit der Zeit der einzig mögliche Weg, um den normal begonnenen Akt für beide erfolgreich zu beenden.

Als ich das nach einigen Monaten dann angesprochen hatte- das ich nicht immer nur per Fellatio Sex haben will. Auch mal wieder Penetration brauche. Wurde es schlimmer. Wieder paar Monate später ging dann gar nichts mehr. Er sagt er bekommt den Kopf nicht frei. Blockade.
Das hier ist schon irgendwie anders. Es ist ein längerer Prozess. Ob das nur mit "Kopf nicht frei" zu tun hat? Vielleicht hat das noch andere Ursachen? Oder vielleicht war sein Kopf nicht frei und er konnte nicht richtig und daraus entstand Versagensdruck und das führte wiederum zur Blockade?

Ich fürchte auch, dass es noch ein längerer Weg ist und den muss er auch mitgehen.
 
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