• #1

Kein Vermissen in Beziehung

Guten Abend,
ich (25) habe vor einem halben Jahr einen Mann (26) in einer Partnerbörse kennengelernt. Er wohnt etwa 2 Fahrstunden von mir entfernt, weshalb sich unsere Treffen meist auf das Wochenende beschränken. Obwohl er mich wirklich auf Händen trägt, freue ich mich nicht mehr auf unsere Treffen - ich bin sogar eher genervt und denke mir eher "nicht schon wieder"... Er merkt es natürlich und es tut mir auch unglaublich leid, dass ich diese Gedanken habe.

Ich bin beruflich sehr eingespannt und viel unterwegs, ich hätte manchmal einfach gerne Zeit für mich. Wenn er zu mir kommt, fühle ich mich eingeschränkt - ich kann keine Einkäufe odr Besorgungen machen oder einfach einmal einen Film ansehen.

Kennt jemand diese Situation? Falls ja, was kann ich tun oder verändern, dass ich mich wieder auf ihn freue?
 
  • #2
Ich kenne das auch, weiß aber nicht, ob die Situation mit meiner vergleichbar ist. Aber ich kann dich gut verstehen. Mein Mann und ich haben eine Weile berufsbedingt in Fernbeziehung gelebt. Anfangs war es spannend, aber nach einer Weile war ich auch häufig genervt, wenn er kam und konnte mich gar nicht richtig auf ihn freuen. Bei mir lag es daran, dass ich auch das Gefühl hatte, dann nur für ihn/für uns da sein zu müssen. Ich hatte das Gefühl, dass mich die Wochenenden einschränken und ich gar nicht wirklich relaxen kann - immer mit Rücksicht auf ihn und unsere Beziehung. Umgekehrt ging es ihm auch teilweise so. Er hatte ähnliche Gefühle und noch dazu immer die Fahrerei, die ebenfalls nervte. Während der Woche war ich teilweise richtig froh, dass ich mich alleine entfalten konnte und irgendwann nervten dann auch die Telefonate. Unzufriedenheit machte sich breit. Wir haben dann irgendwann beschlossen, dass das mit einer Fernbeziehung für uns nicht geht und es wieder geändert. Das passte für uns eher und das mit dem persönlichen Freiraum war dann kein Thema mehr :) Das lief... und läuft... ;)
 
  • #3
Liebe misslove,

Es hört sich für mich an, als ob er dir nicht gut tut. Wenn du dich angespannt und genervt fühlst, wenn er in deiner Nähe ist, dann ist das ein deutliches Zeichen.

Warum kannst du nicht mal eben einkaufen gehen oder einen Film schauen? Fordert er deine permanente Aufmerksamkeit oder hast du nur das Gefühl, dass du immer präsent sein müsstest? Stört er deinen Schlaf (er weckt dich zu früh, gönnt dir keine Mittagsruhe oder was auch immer)?

Ich finde du solltest an den Wochenenden, an denen er bei dir ist einfach mal die Dinge tun, die du gerne machst, ohne zu fragen oder ein Drama daraus zu machen. Dann schau mal wie er reagiert. Wenn er Vorwürfe macht und Forderungen stellt dann liegt da wohl das Problem auf seiner Seite....

w(28)
 
  • #4
Das Gefühl kenne ich gut, und halte es für ganz normal, wenn die erste Verliebtheit vorbei ist. Deine Gefühle sollten Dir nicht leid tun, denn sie sind einfach da, und bedeuten ja auch etwas wichtiges.
Es gilt jetzt, dieses "Genervt-Sein" möglichst früh einzufangen, damit es sich nicht zum echten Problem auswächst.
Und das geht, indem Ihr darüber redet. Formuliere positiv, und sage ihm, dass Du auch Zeit für Dich alleine brauchst. Versichere ihm, und zeige ihm, dass das nichts mit Deiner Liebe zu ihm zu tun hat.
Vielleicht empfindet er ähnlich, und ist auch froh, wenn Du es ansprichst :) .
Eure Nähe- und Distanzwünsche müsst Ihr bald in Einklang bringen - aber das ist ja ein Kernthema in jeder Beziehung.
Alles Gute :) .
 
  • #5
Tja misslove, warum gehst Du überhaupt eine Beziehung ein?
In einer Beziehung sein, heisst auch ZEIT miteinander verbringen.
Eigentlich ist es doch optimal am Wochenende zusammen zu sein. In der Woche kannst Du doch Deine Besorgungen machen. So zwischen den Zeilen lese ich eher das Du gar keine Lust mehr auf den Mann hast.
Beruflich sind die meisten auch sehr eingespannt und auch viel unterwegs, bist Du schlecht organisiert?
 
  • #6
Was Du tun kannst?

Nun, wenn Du beruflich eingespannt und viel unterwegs bist,
dann musst Du das halt ändern oder akzeptieren. Und wenn Du mehr Zeit für Dich haben möchtest, dann solltest Du Zeit für Dich "einplanen".

Dein Problem kann ich so nicht wirklich nachvollziehen.
Hast Du es denn schon mit Reden versucht?
Warum lässt Du den Mann nicht am "Problem" teilhaben?
Vielleicht nimmt der Mann Dir Arbeit ab, schaut mit Dir einen Film oder kauft "parallel" zu der Arbeit, die Du machst, ein?

Das A und O ist ein exakter Plan, den man strikt befolgt.
Selbst wenn man viel zu tun hat, Zeit für sich und dazu noch eine Beziehungen haben möchte, bekommt man dies gut unter einem Hut, wenn man logisch agiert, einen Zeitplan entwirft und sich strikt danach hält. Zumindest dann, wenn man es wirklich möchte!

Ich bin z.B. ein echter Workaholic und mache neben dem Ehrenamt auch noch nebenberuflich sehr viele Sachen. Dazu noch Hobbys und Co. Dies tat ich sogar während meiner damaligen Beziehung.
Es geht alles, wenn man "akzeptiert", evtl. Kompromisse eingeht, sich abspricht oder gar Aufgaben teilt.

Klar, so eine "Fernbeziehung" ist komisch.
Wenn man nur am Wochenende Zeit hat, dann muss man halt umplanen. Ich ging z.B. früh zum Einkaufen (06:00/07:00), habe stets Montag vorab den Müll rausgebracht und bin dann bequem um 07:25 Uhr in die Arbeit gefahren. Somit hatte ich frische Ware, musste früh nicht warten oder auf "herumstehende" Kunden aufpassen.
Es ist alles eine Sache der Planung!

Einkaufen kann man durchaus früh, am Abend, zwischendurch oder man lässt es, so wie ich manchmal, liefern. Auch am Samstag kann man sich den Einkauf liefern lassen. Ich verschwende schon lange keine Zeit mehr mit Dingen, die unnütz Zeit verschwenden.

Na ja, den Film kann man mit dem Partner anschauen (ist auch schön). Besorgungen kann man auch unter der Woche erledigen.
Oder vielleicht früh? Am Wochenende?

Ich kenne ja jetzt Deinen Zeitplan nicht, aber für mich hört es sich so an, als ob Du irgendwie nicht "möchtest". Filmschauen, Besorgungen und Einkaufen sind ja jetzt nicht so wichtige Dinge oder Dinge, die enorm viel Zeit in Anspruch nehmen. Und was möchtest Du am Wochenende besorgen, das man unter der Woche nicht besorgen könnte?

Irgendeinen Kompromiss wirst Du eingehen müssen.
Oder aber den "Plan" ausarbeiten und eine Lösung finden!
Hast Du das nicht vorher gewusst? Zeit, Freund, Entfernung?
 
  • #7
Kennt jemand diese Situation? Falls ja, was kann ich tun oder verändern, dass ich mich wieder auf ihn freue?

Wenn Du eine Beziehung willst, mußt Zweisamkeit suchen und Dir Zeit dafür nehmen. Es ist wie bei einem Zug, der eine Weiche nehmen muß: Nimmt man das eine Gleis, darf man nicht drüber jammern, daß man die Vorteile des andern Gleises nicht hat.

Es gibt aber nicht nur den Beruf im Leben. Wenn Du den richtigen Mann hast, dann halt ihn fest und opfere was dafür im Leben (z. B. berufliche Einschränkungen).
 
  • #8
Kenne ich.
Es bedeutet eben, daß dir deine persönliche Freiheit, Unabhängigkeit, dein Gestaltungsspielraum wichtiger ist als diese Beziehung.
Nothing wrong with that.
Fairerweise trennst du dich dann aber von ihm, weil er eine Frau verdient, die ihn so liebt wie er sie.
Bei dir klappts vielleicht mit jemand anderem besser. Oder du bist in einer Lebensphase, wo dir andere Dinge wichtiger sind, auch kein Problem.
 
  • #9
Ich frage mich wieso man überhaupt eine Beziehung eingeht wenn man noch nichtmal Zeit mit dem Partner verbringen will. Von Liebe ganz zu schweigen. Das klingt für mich alles nach Rosinenpickerei. Und dann noch die Frage was du tun musst damit es wieder so wird wie in der Hochphase der "Geilheit", die gerade mal ein paar Wochen bis wenige Monate her ist.

Latente Bindungsangst erlebt man ja immer wieder, aber das hier scheint wirklich ein Extremfall von Beziehungsunfähigkeit zu sein. Möglicherweise bist du auch eher Polygam veranlagt, und langweilst dich sehr schnell mit ein und dem selben Menschen. Du musst in erster Linie ehrlich zu dir selbst sein und deine Persönlichkeitsdefizite ergründen und hinterfragen. Erst dann wirst du deine Mitmenschen mit dem Respekt behandeln können den sie verdienen, auch wenn sie nicht alles richtig machen.
 
  • #10
Ähm...warum genau bist du mit ihm zusammen? Du schreibst nichts von Verliebtheit oder Eigenschaften, die du an ihm magst (und nein, damit meine ich nicht "er trägt mich auf Händen" - das ist etwas, was er für dich TUT; nichts, was ihn als Person ausmacht).

Das Nähe-Distanz-Bedürfnis ist von Mensch zu Mensch natürlich verschieden. Ich bin selbst ein Mensch, der viel Zeit für sich braucht. Und wenn man viel um die Ohren hat, ist Zeit allein natürlich besonders kostbar. Aber gerade mal 6 Monate zusammen, Treffen nur am Wochenende und du fühlst dich schon genervt? Da zweifle selbst ich Einsiedlerkrebs daran, dass du überhaupt (noch) wirkliche Gefühle für ihn hast. Nach ein paar Monaten endet ja die Verliebtheit - vielleicht seid ihr gerade an dem Punkt und für Liebe reicht es nicht?

Oder er klammert extrem. "Er trägt mich auf Händen" klingt verdächtig danach. Dann müsst ihr dringend mal ein offenes Gespräch über eure Bedürfnisse in punkto Nähe/Distanz führen und schauen, ob ihr einen Kompromiss findet (wobei ich denke, dass befriedigende Kompromisse bei diesem Thema nur sehr bedingt möglich sind). Auf jeden Fall scheint da manches seltsam zu laufen. Warum kannst du keine Besorgungen machen, keinen Film schauen, wenn er da ist? Besteht er darauf, dass ihr die ganze Zeit zusammenklebt? Oder hast du das Gefühl, bei ihm nicht du selbst sein zu können - ist dir bspw. dein Filmgeschmack peinlich vor ihm? Habt ihr die Vorstellung, dass man an einem gemeinsamen Wochenende die ganze Zeit romantisches Pärchenprogramm machen muss und nichts alltägliches passieren darf?

Eine Fernbeziehung ist auf jeden Fall eine Herausforderung. Da muss man schauen, wie man Beziehung, Alltag und andere soziale Kontakte gut integriert bekommt. Und ich denke, man bewältigt das nur, wenn man wirklich intensiv liebt bzw. in der Anfangsphase heftig verliebt ist. Ohne hormonelle Vernebelung fehlt einfach die Motivation, sich diese ganzen Schwierigkeiten anzutun.
 
  • #11
Liebe FS,
wie sehen denn Eure Wochenenden aus, dass Du von dem Gedanken an den Mann bereits genervt bist? Warum könnt Ihr nicht gemeinsam einkaufen, gemeinsam einen Film sehen, zusammen relaxen? Kannst Du Dich in seiner Anwesenheit nicht entspannen oder fordert er unentwegte Aufmerksamkeit von Dir?
Dein Post liest sich für mich als könntest Du Dich nicht organisieren, jedenfalls kein Erwachsenenleben mit Vollzeitberufstaetigkeit, Haushaltspflichten, Regenerationszeiten und Partnerschaft. Das ist auch kein Problem in Deinem Alter - muss man lernen und das geht durch Selbstorganisation und Prioritäten setzen.

Willst Du überhaupt eine Partnerschaft und was bist Du bereits dafür zu tun? Welche Schwerpunkte setzt Du im Leben? Willst Du eine Berufstätigkeit, die Dein Privatleben massiv einschränkt oder ist Dir er Gedanke an einen Jobwechsel möglich, sodass Du mehr Lebensqualität haben kannst? Ich kenne viele Menschen, die einen unpassenden Job haben, der weder ihren Fähigkeiten noch ihren persönlichen Neigungen entspricht. Sie reiben sich dafür auf und haben keinen Raum mehr für das Leben, das sie wirklich führen wollen. Völlig unreflektiert hetzen sie sich für den Job ab, statt das mal infrage zu stellen und sich was Neues zu suchen, was besser zu ihnen passt und ihnen mehr Lebensraum für andere Dinge lässt.

Vielleicht musst Du aber auch anders rangehen und darauf schauen, dass möglicherweise Deine Gefühle für ihn nicht ausreichen, Du Dich von ihm nicht geliebt sondern bedrängt fühlst.
Es mag zwar Deiner Eitelkeit schmeichelt, dass er sich für Dich so reinhaengt, das gute Gefühl des Egopushing ist aber was anderes, als zu lieben und sich geliebt zu fühlen.
Wenn Du seine Gefühle nicht erwidern kannst, macht es keinen Sinn eine Fernbeziehung aufrecht zu erhalten, nur weil Du Dich vor einem halben Jahr dafür entschieden hast. Dann solltest Du es beenden, um ihm nicht die Zeit zu stehlen und selber nicht in schlechte Stimmung zu kommen und dadurch die Beziehung nach weiteren Monaten Leidenszeit zu zerstören. Das ist für Euch beide angenehmer.
Man kann keine gute Beziehung führen, nur weil man theoretisch eine haben will und den Mann von seinen Eckdaten her gut und passend findet, aber keine tiefe Zuneigung da ist.
 
N

nachdenkliche

Gast
  • #12
Sorry, Du hast Dich einfach entliebt. Was sind denn 2 Fahrstunden Entfernung, gar nichts. In meiner Stadt fährt man unter Umständen auch 2 Std. und ist immer noch in B.
Mein Ex lebte 900 km von mir entfernt und ich habe sehr sehr großen Abschieds Schmerz empfunden fast bis zum Ende der Beziehung. Das sagte mir aber, dass eine Fernbeziehung nichts für mich war. Ich habe mich immer auf unser Wiedersehen gefreut, nur war mir diese lange Anreise mit Flieger, ICE sehr lästig und etwas zu anstrengend geworden. Wenn wir dann zusammen waren, haben wir diese Zeit genossen.
Blockiert Euch nicht gegenseitig, sondern seid ehrlich zueinander und trennt Euch oder macht Pläne für die Zukunft
 
  • #13
guten Morgen liebe FS,

ich lese aus deinen Post heraus, dass dir in dieser Wochenendzweisamkeit der Raum für dich fehlt. Das kann ich gut nachvollziehen und verstehen. Es ist eine Besuchersitutation mit begrenzter Zeit, wo man präsent sein möchte und sich alles an Gemeinsamkeiten ballt. Um auftanken zu können, muss man aber die Glegenheit haben, auch mal für sich sein und seinen Gedanken nachhängen zu können.
Ich habe das mit meinem Freund so gelöst, dass ich einen Raum hatte, wo ich mich kurz allein zurückziehen konnte und jeder dann für kurze Zeitspannen sein Ding machte. Wir haben eine Situation geschaffen, als ob wir zusammenleben würden. Das klappt wunderbar und ist gleichzeitig eine Möglichkeit, herauszufinden, wie man zusammen den Alltag gestalten kann. Viel Glück!
 
N

nachdenkliche

Gast
  • #14
G

Ga_ui

Gast
  • #15
Ja, ich kenn das. Ist mangelnde Liebe + langweiliger Partner + er ständig verfügbar

Fazit: Ich ziehe daraus das Resultat, dass der Mann allgemein sehr unkreativ und unspontan ist. Was macht ihr, wenn ich euch so selten seht und nach 2 Stunden Fahrt? Mir müsste ein Mann dann schon ein Sonderprogramm an gutem Sex, nettes Ambiente und fantastische Outdoor-Aktivitäten bieten, damit ich abschalten und entspannen kann.
Würde der Mann dann wollen, ich hänge bei ihm in einer 1-Zimmer-Wohnung, ohne Rückzugs-und Entspannungsmöglichkeiten ab, womöglich noch vor der Glotze, die mich mehr aufregt, als entspannt, dann würde ich da nicht mehr hingehen!

Überprüfe mal, ob diese Beziehung wirklich so gut ist, wie du denkst?
 
  • #16
... ja, die Nähe... ja, die Distanz.

Ich hatte auch mal so eine Beziehung: ich kam immer etwa 200 km angedüst, um die Wochenenden (oder auch nur eine Nacht ;) ) bei meiner Freundin zu verbringen, oft bei schweren Wetterbedingungen, im Miniauto.

Aus dieser Situation ergibt sich ganz automatisch (und das ist wichtig!) die Position des Unterlegenen (der den Weg auf sich nimmt, um seine Angebetete zu erreichen und ein bisschen Nähe zu finden), und die der Überlegenen, die eigentlich gar nichts tun muss, weil der andere ja schon macht und tut.
Und jetzt das Schlimme und Gemeine daran: schon durch dieses Ungleichgewicht schwindet die Liebe des Überlegenen - deine Zuneigung, dein "Vermissen", wie du es ausdrückst.

Deinem Freund würde ich dringend raten, dich mal am Freitag anzurufen "Sorry, nee, diese Woche eher nicht, ich hab' da nette Leute kennengelernt, mit denen mach' ich mal einen drauf. Nächstes Wochenende wohl schon, ich meld' mich dann.". How does this feel? Heben die Schmetterlinge ein bisschen die Flügel?

Wenn du deinem Freund das Gefühl geben könntest, dass du dich immer freust, wenn er kommt, dass du auf ihn gewartet hast, dass du ihn schnmerzlich vermisst, wenn er nicht da ist... ja, dann könnte da Gleichgewicht entstehen. Und das Schöne daran: wenn du dich freiwillig in diese Position begibst, erwachen deine Gefühle auch wieder.

manchmal.
 
  • #17
Deinem Freund würde ich dringend raten, dich mal am Freitag anzurufen "Sorry, nee, diese Woche eher nicht, ich hab' da nette Leute kennengelernt, mit denen mach' ich mal einen drauf. Nächstes Wochenende wohl schon, ich meld' mich dann.". How does this feel? Heben die Schmetterlinge ein bisschen die Flügel?
Erstens, wenn das nur ein Vorwand ist, blöde Idee. Dann sitzt er das Wochenende allein daheim? Zweitens, Taktieren und dumme Spielchen wie dieses werden aus einer halbherzigen Partnerschaft keine dauerhafte lebenslange Beziehung machen, oder?
 
  • #18
Ja. Entweder ist er nicht der richtige Typ für Dich oder aber Du bist nicht bereit für eine Beziehung. Möglicherweise ist es auch wirklich zu viel und mehr Abstand brächte was.
Du musst überlegen, was Du willst. Und dann sag es ihm. "Es reicht mir, wenn wir uns zweimal im Monat sehen". Wenn er dann sagt, es sei ihm zu wenig, dann passt es nicht.

Es hat in meinen Augen keinen Sinn, was ihr da macht. Es wäre fair, wenn Du rausfindest, was genau Du willst und ihm das dann sagst.
 
  • #19
Vielen, vielen Dank für eure Antworten - jeder einzelne Post hat mich zum Überlegen gebracht.

Es stimmt defintiv, dass wir immer eine Art "Besuchs"situation haben, die keine Entspannung am Wochenende ermöglicht. Er fordert meine ganze Aufmerksamkeit (weil er ja "extra" herkommt) und kann sich dann nicht vorstellen, mal eben eine Stunde alleine zu sein. Mir ist bewusst, dass ich an dieser Siutation etwas ändern muss - sie tut uns schlussendlich beiden nicht gut.

Danke für eure unterstützenden Worte - es tut gut zu hören, dass ich mit meinem Problem nicht ganz alleine bin.
 
F

Frau43

Gast
  • #20
Hallo FS, ich hatte das auch einmal - er kam Freitag Abend und bis er Montags ging, hatte ich nur auf dem Klo meine Ruhe. Es hat mich um den Verstand gebracht obwohl ich ihn sehr interessant fand.
Es war wirklich permanent: Wenn ich schon extra komme, dann kannst du doch nicht schnell in den Keller, um die Waschmaschine zu füllen, einkaufen gehen (5 Minuten Fussweg), Nägel lackieren, mit Familie telefonieren usw. Er wollte meine komplette Aufmerksamkeit und hat alles andere ausgeblendet - auch seine Hobbys. Aber ich hatte auch Sachen und kann und wollte nicht meinen Haushalt, meine Hobbys, meine Freunde auf Mo, Di, Mi und Do Abend nach 19 Uhr setzen um dann Fr-Mo früh zusammen zu kleben.
Mein Vorschlag war dann: Komm bitte erst Samstag mittag, dann habe ich bis dahin alles erledigt oder du gehst am Sonntag mittag wenn du Freitag Abend bereits kommst damit ich danach meine Sachen erledigen kann.
Er kam dann Freitag Abend, wollte Sonntag mittag gehen und fing dann an wie ein kleines Kind zu betteln und zu weinen um bis Montag bleiben zu dürfen.
Ich habe es am selben Abend noch beendet und ihn rausgeschmissen, er hätte es nicht anders kapiert.
Nennt mal wohl unterschiedliches Nähe-Distanz Bedürfnis...
 
  • #21
Ja, ich kenn das auch.

Ich denke, das liegt in erster Linie daran, dass du nicht wirklich in ihn verliebt bist.

Er mag vielleicht rational ein guter Partner sein, aber dein Herz ist nicht in ihn verliebt. Daher hast du auch keine Lust ihn zu sehen und dir sind deine eigenen Belange wichtiger.

Wenn das "auf den Händen tragen" dann noch in Klammern ausartet, verliert sich seine Männlichkeit und dein Begehren in Wohlgefallen.
 
  • #22
Wenn er zu mir kommt, fühle ich mich eingeschränkt - ich kann keine Einkäufe odr Besorgungen machen oder einfach einmal einen Film ansehen.
Wieso geht er denn nicht mit einkaufen? Vielleicht liegt es auch an Dir, dass Du ihn in Deinen Alltag nicht mit einbeziehst, sondern es selber immer so vermittelst, als ginge alles nicht, was Du machen willst, und selber meinst, es sollte nicht so ein Alltagszeug sein.

Ich meine, wenn man extra zig km fährt, will man vermutlich nicht auf der Couch sitzen und dem anderen bei seinem Single-Alltag zusehen. Aber einkaufen kann man doch gemeinsam, ich fand das immer total schön.

Er wollte meine komplette Aufmerksamkeit und hat alles andere ausgeblendet - auch seine Hobbys.
Hätte er die denn betreiben können bei Dir? Das ist ja immer das Problem, wenn einer ein spezielles Hobby hat, kann das ja nicht überall gemacht werden.

Wenn man sich umgedreht vorstellt, als Frau kommt man zum Partner, den man ne Woche nicht gesehen hat, und der telefoniert dann erstmal mit Familie, Freunden oder muss noch für sein Hobby was einkaufen, irgendeinem Kumpel was vorbeibringen und da eine Zeitlang bleiben, da würde doch auch jede Frau sich fragen "warum bin ich hier". Das habe ich öfter auch schon gelesen oder gehört, dass Frauen sich nicht genug beachtet fühlen, wenn sie das WE mit dem Mann verbringen, weil der keinen Sinn hat fürs Alleinsein mit der Partnerin und die entsprechend eingeforderte Aufmerksamkeit.
Ich würde ehrlich gesagt meine Besuche reduzieren, wenn ich merke, dass der andere sein Leben so weiterlebt wie bislang und ich meine wichtigen Dinge alle versuche unter der Woche zu erledigen, um überhaupt beim anderen Zeit verbringen zu können.

Man reist ja auch nicht eine längere Strecke, um sich dann beim anderen zu langweilen, denn man hätte ja vielleicht auch dieselben Besorgungen, Freunde-Telefonate und dergleichen machen können am WE, wenn man nicht zum Partner gekommen wäre, um ihn wenigstens am WE zu sehen.

Ich glaube, das ist das Problem an WE-Beziehungen. Es gibt keinen Alltag gemeinsam und wenn man sich schon sieht, dann soll es auch besonders sein, sonst hätte man auch zu Hause bleiben können. Bei meiner FB war das anders, weil wir uns wochenlang am Stück sehen konnten.
 
  • #23
Ja, ich kenn das auch.
Ich denke, das liegt in erster Linie daran, dass du nicht wirklich in ihn verliebt bist.
Er mag vielleicht rational ein guter Partner sein, aber dein Herz ist nicht in ihn verliebt. Daher hast du auch keine Lust ihn zu sehen und dir sind deine eigenen Belange wichtiger.
Wenn das "auf den Händen tragen" dann noch in Klammern ausartet, verliert sich seine Männlichkeit und dein Begehren in Wohlgefallen.
Dieser und ähnliche Beiträge zeigen, dass das zugrunde liegende Phänomen oft nicht mal ansatzweise verstanden wird:
Das Gefühl von von "genervt sein" und "bedrängt werden" tritt nicht auf, weil die TS nicht verliebt ist, sondern sie ist nicht (mehr) verliebt, weil die Situation ihren Freund dazu bringt, sie zu bedrängen.
Das ist schon bei ganz simplen Konstellationen so: jemand kommt zu Besuch, klingelt, wartet an der Tür, der "Gastgeber" hatte sich vielleicht gerade noch ein bisschen hingelegt, steht seufzend auf... und ist letztlich ein bisschen erleichtert, wenn der Besuch wieder geht.
Wer wird bedrängt, wer "liebt weniger"?
Und das bei einer ganz neutralen Ausgangslage. Man hatte telefoniert, und sich eben für einen Treffpunkt entschieden.
 
F

Frau43

Gast
  • #24
@ Void
Richtig, man fährt nicht die Strecke um dann blöd rumzusitzen, daher auch mein Vorschlag dass jeder einen halben Tag am WE (z.B. Freitag Abend bis der andere Samstag Vormittag kommt oder eben Sonntag Nachmittag) bei sich verbringt und seine Sachen erledigt um dann den andern entspannt zu sehen. Wir hatten auch mal ein komplettes WE zusammen, das ging auch.
Er hatte sogar in meiner Stadt Box-Freunde. Dies ist etwas, was mich Null interessiert, daher war mein Vorschlag, er macht das Freitag Abend, ich meine Sachen und um 22 Uhr nach seinem Sport treffen wir uns und gehen noch Zusammen aus oder so.
Aber nein, er wollte, das ich mitkomme oder er ging nicht - und nörgelte dann.
Klar gibt es auch mal WE bei denen man durch Feiern oder so komplett zusammen ist und das ist ja auch ok. Und einmal, als ich ein WE keine Zeit hatte, bin ich zu ihm unter der Woche gefahren.
Aber er war nie zufrieden, ich war wie sein einziger Sinn im Leben.
Dazu kam dann auch noch dass er jeden Abend telefonieren und alles wissen wollte und dies am liebsten stundenlang.
Es war zuviel, das ist doch logisch und es hat mich erdrückt. Und ja, vielleicht habe ich ihn nicht genug geliebt aber er gab mir nie eine Chance - langsames kennenlernen war durch das „erdrücken“ und „besetzen“ gar nicht möglich.
Das muss nicht jeder verstehen aber es ist so...
I
 
  • #25
Dieser und ähnliche Beiträge zeigen, dass das zugrunde liegende Phänomen oft nicht mal ansatzweise verstanden wird:
Das Gefühl von von "genervt sein" und "bedrängt werden" tritt nicht auf, weil die TS nicht verliebt ist, sondern sie ist nicht (mehr) verliebt, weil die Situation ihren Freund dazu bringt, sie zu bedrängen.

Und was macht es jetzt für einen Unterschied, aus welchem Grund die FS nicht (mehr) verliebt ist (wenn denn dem so ist) ?

Es würde an dem Fakt des Nichtliebens nichts ändern.

Ich denke, die Situation der Fernbeziehung ist weniger das Problem, als das Klammern des Freundes. Das ist seine Persönlichkeitstruktur und die wäre genauso vereinnahmend, würde er um die Ecke wohnen.

Und DAS tötet das Verlangen meiner Erfahrung nach.

Und wer einmal das Stigma eines Klammerers hat, wird dieses kaum wieder los, selbst wenn er sich bemüht, weil derjenige, der sich bedrängt fühlt, jegliches Verhalten danach beurteilt.

Im übrigen bat die FS um Erfahrungsberichte und Meinungen, nichts anderes habe ich widergegeben.

Was die FS daraus macht, ob sie es für sich auch so sieht, muss sie selbst wissen.


Bei meinem damaligen Klammerer war ich damals auch einfach nicht wirklich verliebt, was aber AUCH ursächlich in seinem Verhalten lag - denke ich zumindest.

Denn bei einem Mann, den ich wirklich liebe, freue ich mich, ihn oft zu sehen und fühle mich auch nicht so schnell bedrängt.
 
  • #26
Ich finde Menschen, die sich beim anderen nicht allein mal beschäftigen können, auch anstrengend. Ich finde auch nichts dabei, die Waschmaschine zu füllen oder mal die Wäsche mit aufzuhängen. Das Problem liegt für mich darin, dass es als Besuchssituation wahrgenommen wird statt als Vorbereitung für Alltag.

Dies ist etwas, was mich Null interessiert, daher war mein Vorschlag, er macht das Freitag Abend, ich meine Sachen und um 22 Uhr nach seinem Sport treffen wir uns und gehen noch Zusammen aus oder so.
Aber nein, er wollte, das ich mitkomme oder er ging nicht - und nörgelte dann.
Ja, das ist ätzend und unselbständig. Bei mir gab es noch das Problem, dass es zu Eifersüchteleien gekommen wäre, wenn ich mich bei ihm allein in irgendeinem Sportverein vergnügt hätte. Man ist schnell dabei, sich in allem zu blockieren und zu hemmen, wenn man nicht aufpasst.

Das muss nicht jeder verstehen aber es ist so...
Doch, ich versteh das total. Ich kenne das auch ähnlich, dass auf Feiern bei mir ich ständig meine Aufmerksamkeit auf den Mann richten musste, weil er sich allein hier mit niemandem unterhalten wollte, während ich bei ihm auch mit seinen Leuten versucht habe warm zu werden. Mit manchen hat es geklappt, mit anderen nicht.

Ich wollte nur darauf hinaus, dass wenn es ungleichgewichtet ist, wer wann wohin fährt, dass der Fahrende immer seine Dinge in der Woche erledigen muss und sich fragt, warum der Besuchte das nicht auch macht, sondern ihn mit dem Alltag konfrontiert.
 
  • #27
Ich habe auch eine Fernbeziehung geführt und es war für mich schrecklich. Noch dazu, weil er nur 12 oder 20 Wochen im Jahr verfügbar war. Der Druck, aus der zur Verfügung stehenden Zeit etwas zu machen, war unbewusst enorm groß. Irgendwie war ich immer in Halbacht-Stellung und bin nie zur Ruhe gekommen. Er war auch anfangs so, dass er aus Unsicherheit lieber auf der Couch saß, als mir was zu helfen. Das haben wir dann geändert. Zusammen kochen war dann unser Highlight.
Fernbeziehungen sind eine große Herausforderung, da sie die unterschiedlichen Nähe-Distanzbedürfnisse strapaziert. Viele Menschen haben keine gute Selbstregulierung von Nähe und Distanz, und leiden dann sehr unter diesen Extremen. Was ich allerdings für normal halte, denn der Mensch ist ein Sozialwesen und zellbiologisch ist er auf Bindung programmiert und nicht auf Trennung. Leider gibt es da immer mehr Störungen.
Ich denke aber, dass das trotzdem gut gehen kann. Es gibt Vor- und Nachteile. Wichtig ist, dass man eine sehr gute Kommunikation hat und sich gut abstimmen kann.
Vielleicht hast du auch Probleme mit der Nähe-Distanz-Regulierung, möglicherweise aufgrund von Kommunikationsproblemen? Was bräuchtest du denn, um dich freuen zu können?
 
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