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Gast

  • #61
Nein, das ist keine Drohung sondern eine glasklare Ansage. Ich weiß 100%ig, daß ein Fremdgehen meines Partners blitzartig ein Absterben von jeglichem Gefühl für ihn führt - ich finde es einfach nur fair, dies auch in der Kennenlernphase zu kommunizieren.

Und ich hoffe - wie Michaela71 sehr gut gepostet hat - daß eine potentielle Partnerin, für die Treue "verhandelbar" ist, auch mir ihre "andere" Einstellung dazu darlegt, differieren dazu unsere Ansichten, dann wird halt besser nichts draus!

Meiner Meinung nach ist dies ein Thema, was sehr frühzeitig auf den Tisch gehört.

Ich verurteile keineswegs andere Haltungen zu Treue, aber wenn sich jeder Gleichdenkende sucht, wären unsere Beziehungswelten wesentlich freier von Trennungsschmerzen. Also drüber reden, bevor sich Schmetterlinge einstellen!

(m)
 
  • #62
Für mich ist Treue definitiv ein Verhandlungsthema. Da gibt es eine Menge zu diskutieren.
...
Ich bin selbstverständlich nicht in der Pflicht, diese Haltung zu kommunizieren. Und es berührt mich auch nicht, wenn jemand sagt, dies schaffe "Leid" bei "Leuten"
...
Und zu deiner Frage, ich verstecke nichts, aber ich zeige die Haltung auch nicht irgendwem zuliebe. Ich tue das, was ich für richtig halte, und zwar in erster Linie für mich.
Und das ist der Grund, weshalb ich inzwischen dieses eigentlich selbstverständliche Thema anspreche.
Man kann sich nicht darauf verlassen, dass ein möglicher Partner in diesem Punkt ähnlich fühlt.
Gerade aus dem letzten Satz spricht ein unglaublicher Egoismus.
Du willst ja nicht auf mich keine Rücksicht nehmen, sondern kalkulierst ein, das gegenüber dem zu tun, den Du da gerade angeblich liebst.

Wer zu seiner polyamoren Haltung steht, verdient meinen Respekt. Das war auch der Grund, warum ich bereit war, diesen einen Mann einmal zu treffen, seine Ehrlichkeit hatte was.

Aber dieses versteckt untreue, egoistisch nicht kommunizierte Verhalten ist unglaublich zerstörerisch.

Aber inwiefern geht ihr denn mal auf Gefühle ein, die anders sind als die euren? Nur DAS wäre nicht egoistisch. Der eigenen Linie "treu zu bleiben" ist genauso egoistisch wie jeder andere es ist. Ihr tut und fordert das für euch, nicht für den Partner.
Transparenz ist eine Frage der Fairness. Da gebe ich, was ich fordere.
Ich lasse auch andere Menschen in dieser Frage, wie sie sein wollen. ich will nur nicht manipuliert werden, dabei mitzutun.

Dass manche Leute, die mit einem Exemplar der obigen Sorte emotionalen Schiffbruch erlitten, das Thema Treue gereizter diskutieren (wenn - dann), ist zwar nicht schön, aber menschlich verständlich.
Ich werte diese Kommunikationsschwäche nicht gleich hart wie bewusste, versteckte Rücksichtslosigkeit.
 
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Gast

  • #63
Wie sieht denn für dich so eine Verhandlung und ein Kompromiss aus?
Soll meine Freundin zu mir sagen: Du 1 x Jahr mit einer anderen, ich 1 x Jahr mit einem anderen.
(...)Das hat Null Komma Nichts mit einer Verhandlung oder einem Kompromiss zu tun und unterscheidet sich von meiner Aussage "Man kann gemeinsam über die Gründe der jeweiligen Haltung sprechen" auch nicht.
Natürlich hat "Nicht fordern" etwas mit einem Kompromiss zu tun. Ein Kompromiss bedeutet nicht, dass man immer die Hälfte macht, bzw. sich bei der Hälfte entgegenkommt! Das ist ein sehr vereinfachtes Verständnis von einem Kompromiss! Das Beispiel mit 1 x im Jahr ist albern.

Ein Kompromiss sieht so aus, dass man die Gedanken OFFEN austauscht, ohne das Ergebnis bereits vorwegzunehmen. Also konkrete Beispiele für einen Kompromiss: Sich gemeinsam auf etwas zu einigen, sei es eine offene Beziehung oder eine treue Beziehung. Oder einfach Ehrlichkeit und offener Umgang mit den eigenen Gelüsten, und dann Weitersehen, wenn es so weit ist.

Es geht auch weniger darum, einen Kompromiss im engsten Sinne zu finden, (nach dem Motte beim Kennenlernen mal darüber reden: "Lass uns schon mal für jedes Thema einen Kompromiss aushandeln" - um Himmels Willen, nein!) sondern einfach mit einem Kompromissthema umzugehen, sprich, nicht den Ausgang bereits vorwegzunehmen, so wie es hier getan wird.

Man kann den anderen einfach tolerieren wie er ist. Das ergibt sich einfach. Normalerweise ist das auch gar nicht erst ein Thema - diejenigen, die Treue während des Kennenlernens zum Thema machen, können es ja gerne tun, wenn sie erfolgreich sind. Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass Forderungen und Drohungen und kompromissloses Auftreten irgendeinen Erfolg haben.
 
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Gast

  • #64
Nein, das ist keine Drohung sondern eine glasklare Ansage.

Ich verurteile keineswegs andere Haltungen zu Treue, aber wenn sich jeder Gleichdenkende sucht, wären unsere Beziehungswelten wesentlich freier von Trennungsschmerzen.
Eine "glasklare" Ansage aber keine Drohung. So eine glasklare Ansage ("Ich trenne mich, wenn du fremdgehst"), ist sehr wohl eine Drohung. Wenn es nur darum geht, die falschen auszusortieren, braucht man gar nicht erst darüber zu reden, was man täte, wenn der andere fremdgeht. Dann sagt man einfach, es passt nicht, und gut. Aber diese "glasklare Ansage" zu machen ist nunmal kein einfaches Aussortieren jemanden Unpassendes, sondern eine Drohung an jemanden, den man kennenlernt. Oder gehst du auf der Straße zu wildfremden Leuten und sagst: "Ich trenne mich, wenn du fremdgehst"? Nein, das droht man NUR denjenigen an, mit denen man zusammen ist.


Gerade aus dem letzten Satz spricht ein unglaublicher Egoismus.
Du willst ja nicht auf mich keine Rücksicht nehmen, sondern kalkulierst ein, das gegenüber dem zu tun, den Du da gerade angeblich liebst.
Nein, genau umgekehrt! Ich nehme auf dich keine Rücksicht oder irgendwelche Leute, die beim Kennenlernen meinen, Treue ansprechen zu müssen. Ich würde da ggf. auch lügen, wenn ich Lust dazu habe. Auf Menschen, die ich liebe, nehme ich sehr wohl Rücksicht. Das heißt aber nicht, dass ich tue, was sie wollen. Es ist mir allerdings nicht gleichgültig, was sie fühlen.

Transparenz ist eine Frage der Fairness. Da gebe ich, was ich fordere.
Ja, du gibst, was du forderst, bei dem, das DU für Fairness hältst. Das ist aber keine selbstlose Handlung. Das ist in keinster Weise weniger egoistisch. Ich gebe genauso, was ich fordere! Ganz genauso wie du. Ich fordere nur einfach weniger. Ich beobachte und ziehe meine Schlüsse, werfe anderen aber keinen Egoismus vor, nur weil sie nicht so sind wie ich. Jeder ist egoistisch, daraus bracht man keinen Vorwurf zu machen.
 
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Gast

  • #65
Nein, das ist keine Drohung sondern eine glasklare Ansage. Ich weiß 100%ig, daß ein Fremdgehen meines Partners blitzartig ein Absterben von jeglichem Gefühl für ihn führt - ich finde es einfach nur fair, dies auch in der Kennenlernphase zu kommunizieren.
Und ich finde es genau das Gegenteil von fair, jemanden prophylaktisch schon einmal vorzuverurteilen, samt Androhung von Konsequenzen, für etwas, das er nicht beabsichtigt und das seinem Wesen überhaupt völlig fremd ist. Das führt bei mir zum blitzartigen Absterben von Gefühl, weil ich daran erkenne, daß das Gegenüber einen meiner zentralen Wesenszüge noch überhaupt nicht wahrgenommen hat und wahrscheinlich auch niemals wahrnehmen wird, mit anderen Worten: meine Treue nicht als freiwillig, sondern aus der Angst vor den angedrohten Konsequenzen geboren wahrnimmt. So will ich nicht gesehen werden, da steige ich aus. (m)
 
  • #66
...daß das Gegenüber einen meiner zentralen Wesenszüge noch überhaupt nicht wahrgenommen hat und wahrscheinlich auch niemals wahrnehmen wird, mit anderen Worten: meine Treue nicht als freiwillig, sondern aus der Angst vor den angedrohten Konsequenzen geboren wahrnimmt. So will ich nicht gesehen werden, da steige ich aus. (m)
Das empfinde ich auch so, und in einem Gespräch mit einem Mann, indem ich dieses Thema anschneide, möchte ich schon ganz genau spüren, was ihm selbst ein Bedürfnis ist.
Erzwungene Treue ist mir genauso wenig wert wie jede andere formal erzwungene Loyalitätsgebärde.

Manipulationsversuche sind noch abstoßender. Dabei fühle ich mich als Mensch bewusst missachtet.
 
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Gast

  • #67
Welche Beziehung ist stabiler, die bei der der andere Partner an ein Treueversprechen gebunden ist, oder die, bei der ein dritter die Beziehung ergänzt?
Eindeutig die erstere. Weil strikte Treue auch in solchen Zeiten dem Partner die Angst nimmt, daß sofort eine dritte Person hinzugezogen wird, wenn er oder sie mal gerade nicht in Höchstform ist. (m)
 
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Gast

  • #68
Hier nochmal Gast #60,

anscheinend bin ich von einigen missverstanden worden und möchte mein Statement noch mal präzisieren:

Ich rede von der Kennenlernphase(!), das heißt bevor(!) noch irgendetwas passiert,
ist eine Frage "Wie hältst Du es mit der Treue" ein Punkt, der für mich geklärt sein muß -
erst dann, wenn Übereinstimmung unserer Werte herrscht, bin ich überhaupt bereit mich weiter auf einen Menschen einzulassen und eine Beziehung mit ihm überhaupt in Betracht zu ziehen.

Einem Menschen, den ich auf Grund seiner Einstellung nicht als Partner haben möchte, kann ich daher auch nicht mit Konsequenzen "drohen".
 
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Gast

  • #69
Eindeutig die erstere. Weil strikte Treue auch in solchen Zeiten dem Partner die Angst nimmt, daß sofort eine dritte Person hinzugezogen wird, wenn er oder sie mal gerade nicht in Höchstform ist. (m)
Dann lieber eine Trennung, wenn man nicht in Höchstform ist?

Das mit der Angst ist vielleicht ein gutes Stichwort. Ich habe keine Angst vor so etwas und ich lehne Männer ab, die Angst haben, was passiert, wenn sie nicht in Höchstform sind. Ich denke mal, dass sich das auch auf Sexualität bezieht. Das ist eine bestimmte Wahrnehmung von Sexualität, und eine irrationale Angst. Es gibt Männer, die sich freuen, wenn sie in Höchstform sein dürfen, und wenn sie es nicht sind, dann kuscheln sie eben. Sex mit Angst zu verknüpfen ist mir persönlich zuwider.

Und generell finde ich zu viel Sicherheit nicht gut. Egal, was gesagt wird, niemand bekommt diese Sicherheit. Wenn ein Partner sich nicht gut gibt und ein neuer zur Verfügung steht, wird es einen Wechseln geben. Es sei denn, Mitleid fesselt einen an den anderen. Das kann ja sein und ist manchmal auch gut und richtig. Das kann man aber nicht im Voraus bestimmen. Sich im Voraus absichern zu wollen, dass man nicht ausgetauscht wird, egal, wie man sich in der Beziehung gibt, finde ich befremdlich. Man sollte auch von sich selbst das Beste erwarten und nicht gleich vom schlimmsten ausgehen.
 
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Gast

  • #70
Ich rede von der Kennenlernphase(!), das heißt bevor(!) noch irgendetwas passiert, ist eine Frage "Wie hältst Du es mit der Treue" ein Punkt, der für mich geklärt sein muß -
erst dann, wenn Übereinstimmung unserer Werte herrscht, bin ich überhaupt bereit mich weiter auf einen Menschen einzulassen
Es muß in der Tat geklärt werden, welchen Stellenwert Treue für den anderen hat - um jene Menschen auszusortieren, die Treue irgendwie relativieren. Es muß nicht geklärt werden, welche Konsequenzen man im Falle von Untreue zu ziehen beabsichtigt. Denn entweder stimmt man bereits in der ersten Frage überein, dann braucht es das zweite nicht. Oder man stimmt nicht überein, dann braucht es das zweite auch nicht. Mithin sind "glasklare Ansagen" eigentlich vollkommen überflüssig. (m)
 
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Gast

  • #71
Dann lieber eine Trennung, wenn man nicht in Höchstform ist? ... Wenn ein Partner sich nicht gut gibt und ein neuer zur Verfügung steht, wird es einen Wechseln geben.
Offengestanden wäre mir in diesem Fall die Trennung tatsächlich lieber, ich würde mich dann zwar ärgern, die schwere Zeit allein durchstehen zu müssen, andererseits wäre ich aber auch froh, so einen Menschen dann für immer los zu sein. Vorbeugen wäre allerdings besser gewesen.
 
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Gast

  • #72
Offengestanden wäre mir in diesem Fall die Trennung tatsächlich lieber, ich würde mich dann zwar ärgern, die schwere Zeit allein durchstehen zu müssen, andererseits wäre ich aber auch froh, so einen Menschen dann für immer los zu sein. Vorbeugen wäre allerdings besser gewesen.
Mir wäre eine Trennung nicht lieber. Und ich weiß von vielen Beziehungen, dass sie sich nicht wegen eines Fremdgehens trennen. Ein Mensch aus meinem Bekanntenkreis fällt mir ein, der sich sofort trennen würde. Der liebt den Partner allerdings nicht und wartet nur auf einen Grund zum Schlussmachen.

Mir ist einmal ein Ex-Freund fremdgegangen. Es war mir total egal. Es gab Dinge, die mich richtig verletzt haben, da er mir wichtig war, aber speziell das Fremdgehen fand ich einfach nur albern und völlig uninteressant. Nach einem Streit irgendeine Tussi aufgegabelt. Na und? Interessierte mich doch nicht. Also, ich kenne wichtigere Themen in einer Beziehung als so einen Kinderkram. Das ist anerzogen, sonst nichts. Es gibt keinen Grund, eifersüchtig zu sein, wenn der Partner gefühllosen Sex hat. Das hat null Bedeutung.
 
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Gast

  • #73
OK, Verlustangst. Die Angst ist nachvollziehbar:

Wenn du dich "umschaust" ist die Option, daß du dich verliebst und trennst größer. Du verliebst dich nicht "fremd"? Das haben auch andere behauptet, die es doch erwischt hat. Oder die Sexpartnerin wird schwanger. Dann ist ein Verlust für deine Hauptbeziehung akut: Du investierst Zeit und Geld in der Nebenbeziehung, was in der Hauptbeziehung dann fehlt.

Und daß deiner Hauptfrau nichts fehlt, wenn du heimlich fremdgeht, stimmt auch nicht:

Die Zeit, die du beim Suchen neuer Gespielinnen aufbringst, fehlt der Hauptbeziehung. Und auch das Geld. Denn entweder kaufst du Sex oder du bist der charmante Mann, der seinem Zielobjekt Getränke, Blumen und Hotelzimmer bezahlt. Dieses Geld, diese Zeit, diese Energie fehlen deiner Hauptbeziehung. Gleich viel Charme bringst du nicht auf für deine Hauptfrau. Sie ist ja "da", du musst sie nicht für die gewinnen (glaubst du). Das fehlt in deiner Hauptbeziehung. Dann fehlt noch Vertrauen in deiner Hauptbeziehung: Du vertraust deiner Hauptfrau nicht. Du glaubst, das belastet sie, wenn sie von deiner "Privatsphäre" erfährt. Aufgrund dessen verheimlichst du ein Teil deines Lebens und deiner Persönlichkeit. Also, einige Prozentsätze von dir fehlen in deiner Hauptbeziehung. Ganz davon zu schweigen, daß deine Hauptfrau sehr wohl merken wird, daß "etwas" nicht stimmt. Sie wird dich fragen und du wirst nicht antworten. Die ehrliche Kommunikation fehlt in deiner Hauptbeziehung. Es fehlt auch Augenhöhe: Deiner Hauptfrau fehlt der echte Partner. Denn du entscheidest für sie und stellst dich somit über sie. Wie kannst du behaupten, daß der Hauptbeziehung nichts fehlt, wenn du andere Körper streichelst? Es fehlt jedemenge.

Daß nach 15 Jahren zwangsläufig nichts mehr läuft, ist auch kein Muss. Aber wer 15 Jahre lang fremdgeht, hat viel Zeit, Geld, Energie und Charme zu wenig in seiner Hauptbeziehung investiert. Eine Pleite ist in diesem Fall umso wahrscheinlicher.

Nach den 15 Jahren ist deine Hauptfrau vielleicht aufgrund der vielen Mankos und deines mysteriösen Verhaltens depressiv geworden. Du gehst umso mehr fremd, weil sie ja krank ist und sich so stark verändert hat. Oder sie hat die meiste Zeit damit verbracht, ihre Geschlechtskrankheiten, die du ihr heim gebracht hast, zu behandeln, hat meistens nur Schmerzen und vermeidet den Sex? Was? Ein klarer Fall von Sexentzug als Bestrafung! Das lässt du dir natürlich nicht bieten...

Untreue ist die Spirale nach unten. Und man will sich ein Leben aufbauen, nicht umgekehrt. Deswegen entscheide ich mich freiwillig für Treue, Transparenz und Kommunikation.

W50
 
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Gast

  • #74
Wo mein Problem liegt?

Die Vorstellung bspw. dass meine Partnerin vielleicht noch, kurz bevor sie mich wiedersieht, das beste Stück von jemandem anderen in sich drinne hatte ... genau auf so eine Vorstellung habe ich keine Lust ...

Ich glaube du lieber FSer schreibst sehr theoretisch über das Ganze, sollte es dich jedoch selber mal treffen (und zwar als Betrogener) dann bin ich mir sicher wirst du anders denken und schreiben. Da kommt dann nämlich meist noch die gekränkte Eitelkeit hinzu.
 
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Gast

  • #75
Also konkrete Beispiele für einen Kompromiss: Sich gemeinsam auf etwas zu einigen, sei es eine offene Beziehung oder eine treue Beziehung. Oder einfach Ehrlichkeit und offener Umgang mit den eigenen Gelüsten, und dann Weitersehen, wenn es so weit ist.
Da eine "offene Beziehung" mit mir nicht in Frage kommt, gaukle ich niemand vor, dass er bei mir die Wahl hätte. Sie hat die Wahl eine Beziehung auf Treuebasis mit mir einzugehen oder eben keine Beziehung mit mir einzugehen. Wer hier Kompromissnotwendigkeit sieht, vertritt sowieso andere Werte als ich, ist also uninteressant für eine Beziehung.


Es gibt keinen Grund, eifersüchtig zu sein, wenn der Partner gefühllosen Sex hat.
Wer in einer Beziehung mit mir gefühllosen Sex möchte, hat in einer solchen mit mir nichts zu suchen. Meine eigenen Erfahrungen haben mir gereicht, um die Minderwertigkeit von ONS u.ä. im Vergleich zum auf Gefühlen basierendem Sex zu erkennen und meine Freundin vertritt glücklicherweise dieselben Werte.
 
  • #76
Sorry FS

Von polyamourösen Beziehungen weiß man, dass sie sehr von viel Kommunikation und Ehrlichkeit profitieren. So weit will ich aber nicht gehen, dass ist nochmal ein Thema für sich; auch Paarbeziehungen würden von etwas mehr Kommunikation und Ehrlichkeit profitieren
.

das ist nichts weiter als Wunschdenken. Ich habe so einen Fall in der Familie- Kommunikation? Selten so gelacht, die Frauen glücklich? keineswegs- Sie nehmen es in Kauf, nicht mehr.

Ich hätte da noch eine Frage von wegen Zwang: Ich muss mich nur zu etwas zwingen wenn es eine Überwindung darstellt. Ich bin jetzt wirklich kein Quasimodo aber all die angeblichen ständigen Versuchungen? Die kenn ich nicht. Und ich bin im Aussendienst, ständig auf Seminaren, Kongressen etc. Wer nicht sehr aktiv nach Affairen Ausschau hält bekommt auch keine. Deshalb ist es einfach auch völliger Unsinn zu behaupten "es ist einfach passiert".

Das heisst ganz klar: Eine Affaire bedeutet wesentlich mehr als ab und an mal eine halbe Stunde mit einem anderen Partner Spass zu haben.

Daher ist für mich einfach eine Frau mit Deiner Einstellung keine Option gewesen. Ich kann mir auch nicht vorstellen was mir eine Andere Frau die ich als Turngerät benutze mehr geben kann als meine.

Ich brauch für ein erfülltes Sexualleben keine anderen Frauen- eine richtige reich vollkommen- Diese richtige ist eh immer wieder anders im Bett. All-in-one sozusagen. Plus Liebe- unbezahlbar!

Und da Sie es genauso sieht passt es! Aber diese Welt wirst Du nie kennenlernen. Hast mein volles Mitleid
 
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Gast

  • #77
Keine Exklusivität ist in der Tat für mich ein Problem.

Ich komme gerade aus solch einem Verhältnis mit einem Mann, für den Eklusivität ein Fremdwort ist.
Erstens kann mit solch einem Menschen keine ehrliche, vertrauensvolle Beziehung entstehen. Ständig hat er Geheimnisse, schielt immer auf sein Handy, schreibt und empfängt SMS. Damit unterwandert er die Beziehung. Die Partnerin leidet in so einer Beziehung.
Selbst, wenn besagter Mensch dann gesteht, dass es noch eine andere Partnerin gibt, ändert sich nichts an der Beziehung- im Gegenteil es wird noch schlimmer.
Er hat das Verhältnis unehrlich begonnen, die Partnerin über sein promiskes Verhalten im Dunkeln gelassen, sie seiner Familie vorgestellt.... Sie hat natürlich gemerkt, dass etwas nicht stimmt...
Und jetzt stellt sie fest, dass sie die ganze Zeit hinters Licht geführt wurde, was natürlich extrem negative Gefühle in ihr auslöst.
Ich verstehe auch nicht, wie manche Frauen hier argumentieren, dass gefühlloser Sex mit einer anderen Frau sie nicht interessiere. Ich persönlich möchte keinen Partner, der gefühllosen Sex mit anderen Frauen praktiziert und Sex als "Turnübung" sieht.
Irgendwie hört sich so etwas sehr krank für mich an.
Ich bin der Meinung, dass sich solche Menschen suchen und finden sollten, die dieselbe Einstellung zu gefühllosen Sex haben. Aber leider mögen sich solche Menschen nicht besonders.
Für sie ist es irgendwie doch interessanter, einen Partner oder eine Partnerin zu haben, für die Sex etwas Besonderes ist, verbunden mit Gefühlen... Leider haben sich diese "Sex-Turnübung-Experten" aber solche Partner und Partnerinnen nicht verdient und sie sollten ihre Hände von ihnen lassen und nicht noch mehr psychischen Schaden anrichten..
 
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Gast

  • #78
Wer in einer Beziehung mit mir gefühllosen Sex möchte, hat in einer solchen mit mir nichts zu suchen. Meine eigenen Erfahrungen haben mir gereicht, um die Minderwertigkeit von ONS u.ä. im Vergleich zum auf Gefühlen basierendem Sex zu erkennen und meine Freundin vertritt glücklicherweise dieselben Werte.
Nur weil man den Unterschied erkennt, muss man nicht auf ONS verzichten. Aber von dir verlangt keiner, mit ihm eine Beziehung einzugehen. Wir schreiben hier nur unsere Meinung. Für mich käme ebenfalls niemand in Frage, der deine Haltung vertritt.

Ich verstehe auch nicht, wie manche Frauen hier argumentieren, dass gefühlloser Sex mit einer anderen Frau sie nicht interessiere. Ich persönlich möchte keinen Partner, der gefühllosen Sex mit anderen Frauen praktiziert und Sex als "Turnübung" sieht.
Irgendwie hört sich so etwas sehr krank für mich an.
Ich bin der Meinung, dass sich solche Menschen suchen und finden sollten, die dieselbe Einstellung zu gefühllosen Sex haben.
Das ist zu schwarz weiß betrachtet. Man kann sowohl Gefühllosen als auch gefühlvollen Sex haben. Und ich frage mich, warum du gefühllosen Sex als krank betrachtest? Warum sollte es eine Frau interessieren, wenn der Mann gefühllosen Sex mit einer anderen Frau hat? Aus Mitgefühl für die Frau oder wie? Frauen sind doch keine Opfer. Sie wollte es wahrscheinlich genauso. Mir ist völlig egal, wie viel gefühllosen Sex jemand hatte, Hauptsache mit mir ist er so, wie ich es wünsche.

Ich komme gerade aus solch einem Verhältnis mit einem Mann, für den Eklusivität ein Fremdwort ist. Erstens kann mit solch einem Menschen keine ehrliche, vertrauensvolle Beziehung entstehen. Ständig hat er Geheimnisse, schielt immer auf sein Handy, schreibt und empfängt SMS. Damit unterwandert er die Beziehung. Die Partnerin leidet in so einer Beziehung.
Für deinen Partner war nicht nur Exclusivität ein Fremdwort, sondern auch Ehrlichkeit und auch Respekt! - Das ständige Schielen auf das Handy wäre auch ohne Fremdgehen unhöflich und respektlos!

Hier wird leider alles in einen Topf geworfen. Dass man auf ständige Heimlichkeiten keine Lust hat, ist eine Sache. Das habe ich auch nicht. Vor Lügnern verliere ich den Respekt, sie wirken schwach und kindisch. Das bedeutet aber nicht, dass man jedes Fremdgehen überbewerten muss. Zwischen einem Fremdgehen und einem Verhalten wie dem deines Ex-Partners liegen Welten. Aber wenn man der "Ordnung halber" alles in eine Schublade stecken will, bitte. Nur muss man akzeptieren, dass diese Haltung nicht jeder begrüßt.
 
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Gast

  • #79
An @77

Es ist meistens so, dass Fremdgehen heimlich geschieht. Welcher Partner würde solch ein Verhalten von sich aus gutheißen? Meistens stimmt doch der andere nur gezwungener Maßen einer "offenen" Beziehung zu, weil er vom Partner emotional abhängig ist. Und dass es nicht interessiert, wenn nach einem Streit der Mann mal schnell eine andere Frau benutzt (angeblich will diese Frau ja auch nur Sex), klingt für mich ziemlich verroht und abgebrüht.
Meiner Meinung nach haben die meisten Fremdgeher weder Charakter noch Anstand bzw. Würde. Sie haben keine Selbstachtung und kein stabiles Selbstwertgefühl. Sie fühlen sich leer und ausgebrannt, suchen ständig den Kick und brauchen das Fremdgehen für ihre Egobestätigung. Ein Mensch mit einer gefestigten Persönlichkeit und Charakter hat es nicht nötig fremdzugehen. Für ihn ist Sex etwas Besonderes und er will es nur mit seinem Partner oder seiner Partnerin praktizieren.
Und für mich ist gefühlloser Sex als bloße Bedürfnisbefriedingung einfach uninteressant. Ich bin der Meinung, dass Leute, die solch eine Art Sex praktizieren, irgendeine schwere psychische Störung haben. Daher das Wort "krank".
 
  • #80
Vor Lügnern verliere ich den Respekt, sie wirken schwach und kindisch. Das bedeutet aber nicht, dass man jedes Fremdgehen überbewerten muss
Ich nehme auf dich keine Rücksicht oder irgendwelche Leute, die beim Kennenlernen meinen, Treue ansprechen zu müssen. Ich würde da ggf. auch lügen, wenn ich Lust dazu habe.
Ist Dir dieser Widerspruch in Deiner Argumentation bewusst?
Verlierst Du auch den Respekt vor Dir?

Daneben: Ehrlichkeit ist keine Spezialmarotte, sondern ein tatsächlich allgemein gültiger Wert.
Es ist kein Egoismus, sich auf diesen allgemein gültigen Wert stützen zu wollen.

Transparenz ist nur die Folgerung, um diese Ehrlichkeit umzusetzen:
- die Würde jedes Menschen gleich zu achten, jedem zuzugestehen, seine informierten Entscheidungen selbst zu treffen, nach seiner Facon glücklich zu werden,
- ohne andere zu etwas zu zwingen, sie weder durch Heimlichkeit noch durch Unehrlichkeit (was für mich oft, wenn auch nicht immer, auf´s Gleiche hinausläuft) zu manipulieren.

Das Tragische bei der Konstellation Exclusiv-Liebe/ Nicht-Exclusiv-Liebe ist, dass Letzterer dem ersten die informierte Entscheidung verweigert. Auch Du lehnst ja Kommunikation darüber ab.
Ich bin der Meinung, dass sich solche Menschen suchen und finden sollten, die dieselbe Einstellung zu gefühllosen Sex haben. Aber leider mögen sich solche Menschen nicht besonders.
Für sie ist es irgendwie doch interessanter, einen Partner oder eine Partnerin zu haben, für die Sex etwas Besonderes ist, verbunden mit Gefühlen... Leider haben sich diese "Sex-Turnübung-Experten" aber solche Partner und Partnerinnen nicht verdient und sie sollten ihre Hände von ihnen lassen und nicht noch mehr psychischen Schaden anrichten..
Klingt bisschen heftig, gibt aber die Verletztheit wieder, die bei dieser Rücksichtslosigkeit angerichtet wird.
 
  • #81
@77
Das ist zu schwarz weiß betrachtet. Man kann sowohl Gefühllosen als auch gefühlvollen Sex haben. Und ich frage mich, warum du gefühllosen Sex als krank betrachtest? Warum sollte es eine Frau interessieren, wenn der Mann gefühllosen Sex mit einer anderen Frau hat?
Einspruch Euer Ehren- ich kanns nicht, Gefühlloser Sex ist in meiner Welt ein rundes Quadrat- das gibt's nicht. Und wieso zum Teufel soll man gefühllosen Sex haben? Wozu dann überhaupt Sex?

Nein, krank ist es nicht. Aber eine Frau die eine derartige Hornhaut auf der Seele hat dass Sie gefühllosen Sex haben kann interessiert mich nicht die Bohne.

Und eine die meint sich Sex mit Gefühl woanders holen zu müssen kann gleich dort bleiben. Hab ich damals so durchgezogen und habs NIE bereut- im Gegensatz zu denen die ich so kenne die es verziehen haben. Die sind alle Heute auch getrennt- nur haben Sie ein paar Jährchen Lebenszeit verschwendet.
 
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Gast

  • #82
Ist Dir dieser Widerspruch in Deiner Argumentation bewusst?
Verlierst Du auch den Respekt vor Dir?

Daneben: Ehrlichkeit ist keine Spezialmarotte, sondern ein tatsächlich allgemein gültiger Wert.
Es ist kein Egoismus, sich auf diesen allgemein gültigen Wert stützen zu wollen.
Sorry. Sehe ich anders. Lügen in einer Beziehung sehe ich anders als Lügen Fremden Gegenüber. Es ist etwas anderes, ob man eine Gemeinschaft eingeht, oder mit irgendwelchen Leuten zu tun hat, die einem evtl. mit ihren Fragen auf die Nerven gehen. Du kannst das gerne als allgemeingültigen Wert sehen, ich denke, eine Diskussion darüber ist wenig fruchtbar. Es ist erfahrungsmäßig nicht allgemeingültig, da nicht jeder Mensch Ehrlichkeit hoch achtet, sondern es dazu verschiedene Meinungen gibt. Und es gibt viele, viele Menschen, die zu dem einem ehrlich sind und zum anderen nicht. Zu denen gehöre ich auch.

Das Tragische bei der Konstellation Exclusiv-Liebe/ Nicht-Exclusiv-Liebe ist, dass Letzterer dem ersten die informierte Entscheidung verweigert. Auch Du lehnst ja Kommunikation darüber ab.
Nein, ich lehne nicht grundsätzlich die Kommunikation ab, und ich glaube niemand hier tut das. Ich glaube der Punkt, worin wir uns missverstehen ist der, den ich oben geschildert habe: Dass ich zwischen Menschen unterscheide. Wenn ich mit Menschen zu tun habe, die ihre eigene Verletztheit betonen und daraus Forderungen ableite, führt das bei mir zu weniger Rücksicht.

Das mag sich krass anhören, gibt aber nur wieder, was man bei allen Menschen beobachten kann: Sympathie entscheidet darüber, wie man andere behandelt. Diese einseitigen Schuldzuweisungen und Prinzipienbetomungen, die bei so einem Thema von manchen vorgenommen werden, erwecken bei mir extreme Antipathie. Ich bin nur freiwillig nett, nicht auf Aufforderung. Und ich bin eben zu irgendeinem ängstlichen Date nicht unbedingt so nett wie zu dem Menschen, den ich liebe.

Ich bin auch der Meinung, dass man sich nach schlechten Erfahrungen nach der eigenen Wirkung fragen sollte. Manche betonen nur ihre "Opferrolle" und meinen, daraus einen besonderen Rücksichtsanspruch abzuleiten. Aber auch zärter besaitete Menschen müssen damit leben, dass es härter geottenere gibt, anstatt zu versuchen, diese zu bevormunden. Denn das bewirkt genau diese Antipathie, die dann wieder zu weniger Rücksichtnahme führt -- ein Kreislauf. Genau durch diesen Kreislauf werden diese Menschen häufig verletzt, und klagen dann wieder usw.

Klingt bisschen heftig, gibt aber die Verletztheit wieder, die bei dieser Rücksichtslosigkeit angerichtet wird.
Das meine ich genau. Du kannst das gerne so sehen, mir ist es egal. Diese Vorwürfe bewirken bei mir nichts. Und genauso ist es bei denen, die "das angerichtet haben". Wegen eines Fremdgehens! Jeder kann Schluss machen. Das sind einfach Dinge, mit denen man eigenverantwortlich umgehen muss.
 
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Gast

  • #83
Einspruch Euer Ehren- ich kanns nicht, Gefühlloser Sex ist in meiner Welt ein rundes Quadrat- das gibt's nicht. Und wieso zum Teufel soll man gefühllosen Sex haben? Wozu dann überhaupt Sex?
Kalle, das musst du auch nicht. Interessieren dich Antworten auf die Fragen wirklich, oder sind die rhetorisch? Es kann verschiedene Gründe dazu geben. Wenn du bei dir noch keinen Grund dafür entdeckt hast, dann ist es für dich doch nicht interessant. Ich habe dafür schon Gründe entdeckt, und mir hat eben dies, gefühlloser Sex schon gut getan.

Nein, krank ist es nicht. Aber eine Frau die eine derartige Hornhaut auf der Seele hat dass Sie gefühllosen Sex haben kann interessiert mich nicht die Bohne.
Na und? Und mich interessiert jemand, der von gefühllosem Sex auf Hornhaut schließt, nicht die Bohne. Ist an der Meinung nun irgendetwas verwerflich?

Und eine die meint sich Sex mit Gefühl woanders holen zu müssen kann gleich dort bleiben. Hab ich damals so durchgezogen und habs NIE bereut- im Gegensatz zu denen die ich so kenne die es verziehen haben. Die sind alle Heute auch getrennt- nur haben Sie ein paar Jährchen Lebenszeit verschwendet.
1. Lebenszeit ist nicht verschwendet, weil man sich umentscheidet. Das ist völlig unproblematisch.
2. Kenne ich welche, die noch ewig glücklich zusammen waren, obwohl zwischendruch mal fremdgegangen wurde. Da haben wir anscheinend eine andere Stichprobe. Sei's drum. Meine eigenen Erfahrungen mache weder von Privatempirik, noch von Pseudowissenschaften abhängig, sondern von eigenen Erfahrungen.
 
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Gast

  • #84
Lügen in einer Beziehung sehe ich anders als Lügen Fremden Gegenüber.
Jeder, mit dem Du eine Gemeinschaft eingehst, war ursprünglich ein Fremder. Mithin tickt in Deiner Beziehung, wenn Du den seinerzeit noch Fremden belogen hast, eine Zeitbombe.

Rhetorisch? Keineswegs. Mich hat auch schon eine Frau angelogen mit dem Ziel, meine Reaktion zu testen. Dummerweise habe ich ihr die Lüge abgekauft, und es gab dann irgendwann einen großen Knall mit schlimmen Verletzungen beiderseits, weil ich mein Handeln natürlich an der vermeintlichen Situation ausrichtete.

Lügen haben kurze Beine.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
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Gast

  • #85
Mithin tickt in Deiner Beziehung, wenn Du den seinerzeit noch Fremden belogen hast, eine Zeitbombe.

Rhetorisch? Keineswegs. Mich hat auch schon eine Frau angelogen mit dem Ziel, meine Reaktion zu testen. Dummerweise habe ich ihr die Lüge abgekauft, und es gab dann irgendwann einen großen Knall mit schlimmen Verletzungen beiderseits, weil ich mein Handeln natürlich an der vermeintlichen Situation ausrichtete.

Lügen haben kurze Beine.
Lügen sind kein Nebenthema, sondern ein Aspekt der Exklusivität. Mangelnde Exklusivität bedeutet nicht, dass man unehrlich ist. Im Gegenteil, wenn man offen miteinander reden kann, kann man ehrlicher miteinander umgehen.

Es tickt überhaupt keine Zeitbombe, nur dann, wenn ich den Mann nicht liebe.Was ist daran so schwer zu verstehen? Nein, es kann sich nicht GRUNDSÄTZLICH jemand darauf verlassen, dass ich ehrlich und treu bin. Richtig. Dafür muss der Mensch eben mehr als fremd sein. Im übrigen unterscheide ich schnell zwischen fremd und Freund. Es geht um die Frage der Sympathie.

Ich komme mit gelegentlichen Lügen, meiner Haltung zu Treue und langen Beinen ganz gut durchs Leben. Wie gesagt, das ist für mich entscheidend, nicht dein Erlebnis. Du kannst es halten und fordern, was du willst. Diese Versuche immer, hier den Untreuen oder Verlogenen Angst zu machen. Glaubt ihr, davon lässt sich jemand beeindrucken, der gelegentlich lügt?
 
G

Gast

  • #86
Wenn deine Frage nicht rhetorisch war, Kalle, warum man gefühllosen Sex hat: Ganz gefühllos ist Sex nie. Dann mancht es keinen Sinn. Aber man kann ausprobieren, welche Gefühle man dabei hat. Man kann es tun, um etwas zu erleben. Man kann ein eher triebgesteuertes Gefühl haben, das tiefen Gefühlen widerspricht (wie bei einem Porno, da entwickelt man auch keine tiefen Gefühle für die Darsteller, dennoch machen sie einen an). Es kann aus Rache geschehen. Um sich etwas zu beweisen. Oder als Befreiungsschlag. Und es kann unglaublich befreiend sein. Und so weiter.

Du hast jetzt wahrscheinlich wieder Theorien, warum einem das langfristig schade, oder doch nichts bringe. Aber warum sollte dir das jemand glauben, dem es nunmal gut tut? Glauben gehört in die Kirche. Auch die Erfahrungen einzelner sind für andere nicht relevant.

Abgesehen davon muss fremdgehen in einer Beziehung natürlich nicht bedeuten, dass es gefühlloser Sex sei. Es kann auch sein, dass der Sex mit dem Partner nicht so gut ist, oder der Partner nicht geliebt wird. Ich antwortete dir nur auf die Frage zu relativ gefühllosem Fremdgehen.
 
G

Gast

  • #87
Der FS:
Vielen Dank an einige Kommentatoren, die deutlich gemacht haben, dass Nicht-Exklusivität nicht Unehrlichkeit bedingt. Wer von Anfang an sagt: "Es ist für mich nicht schlimm, wenn mein Partner gelegentlich auch mit einer anderen Sex hat", der muss keine Handys kontrollieren und ähnlichen Quatsch. Wozu denn auch, was kann man dort schon schlimmes finden? Im Gegenteil, die Beziehung verliert doch an Misstrauen. Schließlich kann man darauf vertrauen, dass der Partner einen nicht verlässt (die wenigsten beenden ihre Beziehung wegen einer Affäre; und wer wird schon einen Partner verlassen, der ihm solche Freiheiten gibt?).

Ich denke, es wäre auch interessant, mal etwas an der Formulierung zu feilen:
Nicht derjenige stellt die Beziehung in Frage, der außerhalb Sex hat, sondern der, der meint, damit nicht leben zu können. Also: Nicht A ist schuld am Ende der Beziehung, weil er/sie B betrogen hat, sondern B hat die Beziehung beendet, weil sie/er Probleme mit dem Verhalten von A hat, und weil ihr/ihm dieser Aspekt des Verhaltens von A über allen anderen steht.
 
  • #88
Nicht derjenige stellt die Beziehung in Frage, der außerhalb Sex hat, sondern der, der meint, damit nicht leben zu können
Aha, klar, konsequent zu Ende gedacht- und ganz elegant den schwarzen Peter abgeschoben.

Lieber FS, ich seh das völlig anders. All das gilt NUR und ausschliesslich wenn von Anfang an dieser Deal bestand. Also von Anfang an eine offene Beziehung abgemacht war- und zwar von Beiden!

Aber dann stellt sich diese Frage ja auch nicht.

Wenn Anfangs Treue vorausgesetzt wurde ist Untreue ein Vertrauensbruch, egal wie Du es formulierst. Und Treue ist nunmal das Standardmodell- wieso ist unerheblich. Weichst Du also von diesem Modell ab besprichst Du es vorher. Machst Du doch mit allen anderen Dingen auch (Kinderwunsch, Arbeitsteilung etc.)

Übrigens- unsere Beziehung basiert auf dem Treuemodell. Handys kontrollieren tut wir dennoch nicht. Wir nutzen aber beide alle Geräte die so rumliegen, wir haben nix zu verbergen. Ist gerade mein PC Online fährt Sie ihren nicht hoch, wieso auch?
 
G

Gast

  • #89
Nicht A ist schuld am Ende der Beziehung, weil er/sie B betrogen hat, sondern B hat die Beziehung beendet, weil sie/er Probleme mit dem Verhalten von A hat.
Ach, ja? Gutes System: nicht der Betrüger ist schuld, sondern der Betrogene. Weil er sich hat betrügen lassen. Kein Wunder, daß so viele Menschen dazu neigen, alles immerfort zu kontrollieren: sie wollen sich nicht des Betrogenwerdens schuldig machen.

Treuebruch heißt Treuebruch, weil etwas gebrochen wird. Also muß es ja vorher heil gewesen sein, d.h. es bestand Konsens darüber, daß Fremdsex nicht in Frage kommt. (m)
 
  • #90
Das eigentliche Problem bei dieser Diskussion liegt doch darin, dass es grundsätzlich Menschen gibt, die großzügig mit diesem Thema umgehen können und eine Partnerschaft nicht wegen ein bisschen Sex hinschmeißen würden, und solche, für die es außerhalb der Vorstellungskraft liegt, einen Partner auch dann noch lieben zu können, wenn sie ihn teilen müssten.
Das ist ungefähr so wie mit den Extravertierten und Introvertierten. Es fällt jeweils sehr schwer zu verstehen, dass sich der andere mit seiner Art und Lebensentwurf wohlfühlen kann - oder kurz gesagt: andere Baustelle.
Wo liegt nun die Lösung des Problems? Ich denke, wer offen kommuniziert, wird vielleicht das eine oder andere Mal anecken, aber nur so finden, was er wirklich sucht.
Wer nicht kommuniziert und fremdgehen will, wird dafür mit Heimlichkeiten, Flunkereien und einer Menge Stress wenn es rauskommt leben müssen. Also - welches Problem hätten´s denn lieber ;) ?
Die Supertreuen unter uns sind jetzt natürlich nicht gefragt und dürfen ihr Glück in Ruhe genießen.

Ich persönlich bin "eigentlich" sehr treu, war aber noch nie jahrzehntelang liiert, wo vielleicht schon mal die Gier nach neuen Erfahrungen wach werden kann. Dann lasse ich doch lieber die Leine lang und genieße weiterhin die Vorzüge meiner Partnerschaft als sie mir Szenen und Zickenterror zu zerstören. Allerdings erwarte ich absolute Aufrichtigkeit... Das wird auch nicht jeder mitmachen.
Wenn ich meinen Zukünftigen bis zum Tode heiss begehren sollte - auch gut.
 
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