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Gast

  • #1

Kennt das jemand? Sehnsucht nach dem eigenen Leben...

Trotzdem ich mich mit meinem Partner seit fast 3 Jahren in einer sehr guten Partnerschaft befinde, überkommt mich seit einigen Monaten immer öfter große Sehnsucht nach meinem eigenen, früheren Leben. Kennt das jemand von Euch?

ich habe keine Sehnsucht nach Singletum, das ist es nicht. Sondern ich vermisse meine Ruhe, meine Zeit für mich, meine eigene Wohnung, meine gemütlichen Abende - alleine - mit mir zu Hause. Niemandem erklären zu müssen, wann ich was mache und wie lange ich jetzt dies und das tue. Einfach nur ein Buch lesen, eine Kerze anzünden-nichts erklären zu müssen, warum man jetzt gerade nichts unternehmen will....
Ist das egoistisch von mir?

Vielleicht gings jemandem von Euch auch mal so? Würde mich interessieren, vor allem, was mögliche Lösungen betrifft.

w/46
 
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Gast

  • #2
Das ist nichts verwerfliches. Ich glaube, dass wir uns alle zwischendurch Zeit für uns selbst nehmen müssen.
Hast Du denn keine Möglichkeit, dich in eurer Wohnung/Haus mal zurück zuziehen? Du Schlafzimmer und Buch lesen, er Wohnzimmer. Ihr werdet doch wohl nicht immer aufeinander hocken? Geht dein Partner nicht mal zum Sport oder mit einem Freund weg?
Rede doch mal mit deinem Partner und plane wie ihr euch gegenseitig Freiräume organisieren könnt. Notfalls mal ein Wochenende alleine irgendwo hinfahren? In einer funktionierenden Beziehung sollte das möglich sein.
 
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Gast

  • #3
Hallo FS,
all das was dir da so fehlt brauche ich auch, ich bin gern mit mir allein zu Hause.
Ich lebe mit meinem Partner nicht zusammen, wir sehen uns nicht an allen Tagen (meist am Wochenende), so habe ich meine freien Abende an denen ich tun und lassen kann was ich will (lesen, Badewanne, fernsehen, früh schlafen). Mein Partner würde zwar lieber jeden Abend bei mir sein, mit mir zusammen einschlafen, mir reicht es so wie es ist.
Du musst mit deinem Partner über deine Wünsche reden, ehrlich und offen. Deine Bedürfnisse sind wirklich nicht egoistisch sondern absolut verständlich. Nimm dich und deine Wünsche ernst.
w 55
 
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Gast

  • #4
Es ist wichtig, sich auch in der Partnerschaft Freiräume zu schaffen. Wir haben eine große Wohung undjeder hat sein eigenes Zimmer, in dem er sich zurück ziehen kann. Versucht einfach mal jeder etwas getrennt zu machen, einen Kurs, einen Kurztrip, einen festen Singleabend in der Woche.

Kann es aber auch sein, dass du genervt von ihm bist? Hängt er ständig bei dir? Ist er unselbstständig, kann sich nicht alleine beschäftigen? Ist das zu viel?
 
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Gast

  • #5
Schliesse mich Gast 1 komplett an - der Wunsch, auch mal für sich zu sein, ist völlig normal. Gibt es Dein in Eurer Wohnung noch ein separates Zimmer, wo Du Dich zurückziehen kannst? Geht Dein Partner auch mal seinem Hobby nach oder trifft sich mit einem Freund?

Es ist doch möglich, gerade wenn man sich in einer guten Partnerschaft befindet, darüber zu reden, ohne dass der Andere ggf. pampig oder beleidigt reagiert. Sprich das Thema doch mal ganz in Ruhe an. Vllt denkt Dein Partner genauso?

w
 
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Gast

  • #6
hier die FS. Danke für Eure Antworten!
Ja, mein Partner ist ein Mensch, der absolute Symbiose in der Partnerschaft braucht. Anfangs war das für mich sogar schön. Doch zunehmend wird es mir zu eng.
Ich habe schon oft versucht, ihm das zu erklären, Freiraum und Zeit für sich usw.-aber das endete immer in bösem Streit, da er mir erklären will, dass ich falsch denke und mein Bedürfnis nach Freiraum gestört ist. Daher habe ich es jetzt mal sein lassen und nichts mehr gesagt, sondern einfach mitgemacht mit....gemeinsam schlafen gehen, gemeinsam essen gehen, gemeinsam frühstücken, gemeinsam arbeiten, gemeinsam...alles eben. Doch in mir drinnen fühle ich mich zunehmend unglücklich und weiss jetzt nicht mehr was ich tun kann.
das geht sogar schon so weit, dass ich über Trennung nachdenke. Von jetzt auf jetzt, einfach gehen, ohne Erklärung.
Ich müsste dann Schimpftiraden, böse Worte ertragen, aber das wäre nur für eine kurze Zeit.
Danach denke ich mir, habe ich endlich Frieden und Ruhe.
manchmal denke ich mir auch, dass ich gerne mit ihm zusammenbleiben, aber nicht mehr zusammenwohnen möchte. kann das funktionieren?
 
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Gast

  • #7
FS, dann ist es keine gute Beziehung, sorry. Wenn er beleidigt bzw. böse reagiert, wenn Du Deine Wünsche äusserst. Solange Du seine Bedürfnisse stillst, ist wohl alles paletti - aber so funktioniert eine gleichberechtigte Partnerschaft aber nicht.

Ich lese viel Verzweiflung aus Deinen Zeilen, weil Du Dich eingeengt fühlst, dauerhaft geht das nicht gut. Wenn Reden bisher nichts gebracht hat und er nur blöd reagiert, dann plädiere ich auch zur Trennung.

w
 
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Gast

  • #8
Das hört sich schwierig an. Mein Eindruck: wenn Ihr trotz unterschiedlicher Bedürfnisse, was Freiräume zu haben angeht, nicht auf einen Kompromiss-Nenner kommt, nach offenen Gesprächen über die je eigenen Bedürfnisse ohne Be- bzw. Abwertungen der jeweils anderen Haltung, dann fehlt mir die Phantasie, wie das auf Dauer mit Eurer Partnerschaft gehen soll. Sich immer wieder zu verbiegen um des lieben Friedens willen wird auf Dauer nicht gehen bzw. kann nicht Inhalt einer gelingenden Partnerschaft sein.
M/47
 
G

Gast

  • #9
Ich habe das Gefühl, dass dein Partner nicht alleine sein kann und deine Freiräume ihn daher verletzen würden. Das ist sehr schwierig. Ich verstehe, dass man auf Dauer die Zweisamkeit schlecht erträgt va. hätte man mehr zu erzählen, mehr Pepp, wenn jeder mal eigene Erfahrungen hat, Erlebnisse sammelt.

Menschen, die nicht alleine sein können werden wütend, bösartig und da hilft nur: alleine lassen. Es klingt hart, aber du musst um die Freiräume kämpfen. Hat er Interessen? Hat er Freunde? Familie? Wäre immerhin eine Lösung ihn einmal die Woche dort hin zu schicken damit er sich auch mal daran gewöhnt wieder eigenständig Dinge zu bewältigen. Getrennte Wohnungen fände ich dann schon gut, wenn er sich so sträubt. Trennung verstehe ich, wäre allerletztes Mittel. Du kannst gar nicht deinen Hobbies/Interessen nachgehen. Das ist nicht gut für die Psyche.

Lass dich aber nicht auf Dauer erdrücken, denn du schadest dir selbst, gibts dich selbst auf. Eigentlich schätzen Männer es doch, wenn Frauen sich auch mal mit sich selbst beschäftigen können.
 
  • #10
Hallo FS,
Sehr interessanter Thread. Mir geht es so, wie Deinem Mann. Meine letzte Beziehung ist daran zerbrochen, oder anders ausgedrückt: sie ist allein ins Ausland gegangen, was ursprünglich zusammen geplant war und hat die Beziehung beendet.
Aus eigener Erfahrung kann ich Dir nur sagen, dass es zwar rational möglich, aber emotional sehr schwer ist, sich auf diese unterschiedlichen Bedürfnisse einzustellen.
Man(n) schließt doch zu leicht von sich auf andere und fühlt sich dann ungeliebt, etc.
Was mir möglicherweise geholfen hätte wäre genau ein solcher Thread hier. Bin überrascht, dass so viele Frauen das ähnlich sehen. Vielleicht entwickelt er ja sowas wie Verständnis, wenn Du ihn das lesen lässt und ihm auch zeigst, wie ernst du das Thema nimmst, wie sehr es Dich beschäftigt, über welche Konsequenzen du nachdenkst und was andere darüber denken.

46
 
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Gast

  • #11
Hallo liebe Forumsgemeinde!

Möchte nachdem hier anscheinend nur die Verfechter der großen Freiräume melden, auch mal eine Lanze für den Partner der Fragestellerin brechen und die andere Seite ins Spiel bringen:

Das alles ist doch sehr einseitig! Natürlich braucht jeder Mensch Freiräume. Soll er ja auch haben!
Aber es kommt ja wohl immer darauf an, wie das rübergebracht und definiert wird.

Wenn ich schon höre, dass der Partner dann unwillig und wütend reagiert! Und hier gemutmasst wird, warum er so reagiert!? Leider ist die Fragestellerin natürlich sehr subjektiv. Kein Wort, warum ihr Partner so reagiert.
Manchmal Frage ich mich, WARUM hier überhaupt eine Beziehung gesucht und gelebt wird. Das ist nämlich keine Beziehung, wenn nur die Freiräume zählen. Genau das macht doch eine gute Beziehung aus: Nähe und Liebe geben und ebenso nehmen. Gemeinsam den Alltag leben, ja wie schrecklich: sogar zur gleichen Zeit essen und schlafen gehen, natürlich gemeinsam! Dann hat auch der andere kein Problem mit den sog. Freiräumen. Vielleicht liegt ja da das Problem?

Das ewige Lied von Nähe und Distanz! Manche passen eben nicht zusammen. Ich jedenfalls habe keine Lust mich jedes Mal neu mit meinem Partner zu verabreden!!!!!
Und verstehe nie diese Menschen, die eine Beziehung lebenn möchten, aber den Partner immer auf Distanz halten! Dann besser alleine leben und andere nicht unglücklich machen. Ich spreche da leider aus Erfahrung!!!!
 
  • #12
Hi FS

Es ist- leider- ganz einfach, ihr habt völlig Gegensätzliche Nähebedürfnisse.

Ja, mein Partner ist ein Mensch, der absolute Symbiose in der Partnerschaft braucht. Anfangs war das für mich sogar schön. Doch zunehmend wird es mir zu eng.
Absolute Symbiose und das rabiate reagieren auf andere Bedürfnisse sind eher ein Ausdruck von Kontrollwahn und Eifersucht. 24h/7 zusammengeschweisst als eine metmorphierendes Gebilde hält kaum einer auf Dauer aus!

Ich denke was Du brauchst ist ein Vielflieger.....
 
  • #13
Ich kenne das auch so gut, mir (w, 37) geht es ebenso wie der FS...
Wenn der Partner sich so gar nicht `reinfühlen und ´reindenken kann, dann wird es leider sehr schwer...
Meine letzte Beziehung ist auch daran gescheitert, leider, obwohl ich den Mann sehr geliebt habe und supertoll fand.
Er war auch so ein "symbiotischer", mit gemeinsam einschlafen, frühstücken, arbeiten, Hobby pflegen, zu Bett gehen...
Ich bin daran erstickt, es ging einfach nicht mehr. Es gab gar kein "Ich" mehr, nur noch ein "wir"...

Mittlerweile bin ich der Überzeugung, dass so eine Konstellation leider nicht auf Dauer funktionieren kann. Gerade der Partner mit mehr Wunsch nach Nähe fühlt sich doch dauernd zurück gewiesen und persönlich gekränkt. Obwohl er über alle Maßen geliebt wird, es ist schon absurd...

Für mich kommt nur noch ein Partner infrage, der ebenso wie ich seine Inseln des Alleineseins und der Unabhängigkeit braucht, einfordert und auch pflegt.

Interessanterweise kenne ich viel, viel mehr Frauen, die so ticken wie ich, und viel mehr "symbiotische" Männer - obwohl man ja gemeinhin eher den Frauen das "Glucken und Klammern" zuordnet. Je älter man wird, umso mehr. Die wollen auch alle nicht mehr zusammen ziehen.
 
  • #14
Vermutlich bist du introvertiert - nicht zu verwechseln mit schüchtern.

Introvertierte lieben zwar die Geselligkeit, und auch das Leben in einer Partneschaft, aber sie brauchen eigene Freiräume und Ruhephasen, um sich zu regenerieren. Das ist typisch für sie und völlig normal. Rund 20 Prozent der Menschen sind so, du bist also nicht allein mit deinem Bedürfnis, dich zurück ziehen zu können.
Umgekehrt leben extrovertierte Menschen im Zusammensein mit Anderen auf, und schöpfen geradezu daraus Kraft und Energie.

Google mal "Introvertiertheit"! Ich vermute, dass du dich darin wiederfindest.
 
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Gast

  • #15
Ich habe schon oft versucht, ihm das zu erklären, Freiraum und Zeit für sich usw.-aber das endete immer in bösem Streit, da er mir erklären will, dass ich falsch denke und mein Bedürfnis nach Freiraum gestört ist.?
Nein, Du denkst weder falsch noch ist Dein Bedürfnis gestört. Es ist nur leider so, daß in einer Verbindung zwischen dem freiheitsliebenden und dem symbiotischen Typ solche Konflikte praktisch vorprogrammiert sind. Andererseits beruhigt es Dich vielleicht, daß solches in beiden Geschlechtern vorkommt, ich zum Beispiel habe dieses Erklärenmüssen, warum ich gerade jetzt Lust auf einen Winterspaziergang hätte und nicht erst morgen ("weil dann der Schnee von den Ästen schon wieder ‘runtergefallen ist", "aber das kannst du doch gar nicht wissen, jetzt warte doch erst mal ab"), auch satt. (m)
 
G

Gast

  • #16
Dazu fällt mir nur ein: Man will immer das haben, was man gerade nicht hat oder nicht bekommen kann!
Wenn dir deine Freiräume so wichtig sind und er das nicht versteht, passt ihr einfach nicht zueinander! Trenn dich doch einfach, dann kannst du wieder tun und lassen, was zu willst und das ist es doch, was du willst.