• #1

Kind, das der Mutter nie eine Freude machen will

Mich verwundert das Verhalten eines 11-jährigen Kindes gegenüber seiner Mutter etwas und ich möchte gerne fragen, ob das Verhalten des Kindes wirklich auffällig ist. Das Kind möchte seiner Mutter nie mit etwas eine Freude machen. Dh. es werden nichtmal Bilder gemalt, mal der Tisch für die Mutter gedeckt oder ähnliches. Ich kenne es nur von meiner eigenen Kindheit so, dass ich öfter meinen Eltern schöne Überraschungen machte - weiß aber nicht, ob das nun besser war (ich litt eigentlich unter meinen Eltern oft).
Ist es also "normal", dass ein Kind seinen Eltern öfter eine Freude machen will? Oder kann es ebenso normal sein, wenn das nicht stattfindet?

Was auch auffällt ist, dass das Kind öfter gar nicht beachtet, wenn die Mutter mal traurig, fröhlich etc ist. Wäre nicht die natürliche Reaktion, jemand trauriges zu trösten..? Ansonsten zeigt das Kind schon Liebe gegenüber den Eltern, schmust öfter mit ihnen usw, ist aber auch schon sehr selbständig, meist den halben Tag bei Freunden.
Über Rückmeldungen würde ich mich freuen.
 
  • #2
Ganz normal. Bitte schliesse nicht von dir auf Andere.
Im Gegenteil, Kinder die sich besonders für ihre Eltern sorgen, Erwachsenenaufgaben übernehmen, ihre Eltern trösten wollen, zeigen ein völlig unkindliches Verhalten, das meistens aus Angst entspringt und ein Zeichen dafür ist, daß sie selbst von ihren Eltern keine geborgene und geschütze Umgebung geboten bekommen. Im Fachjargon Parentifizierung genannt. DAS ist auffälliges Verhalten und gehört zum Facharzt.
 
  • #3
Hallo Amine,
ein etwas merkwürdiger Fragestil. Ich vermute, es geht um Dein eigenes Kind?
Ein Kind, das sich um seine Eltern sorgt-egal ob in Form von Aufmerksamkeiten, Liebesbekundungen oder Trost spenden etc. ist NICHT normal. Ein Kind sollte unbeschwert aufwachsen, sich von den Eltern wertgeschätzt, gut beschützt und ganz und gar angenommen fühlen können. Und nicht das Gefühl haben, es muss eine emotionale "Leistung" den Eltern gegenüber erbringen, um sich die Liebe der Eltern zu verdienen. Fühlt sich das Kind für das Wohl der Eltern verantwortlich, läuft etwas völlig schief. Zur Thematik empfehle ich, über emotionalen Missbrauch/emotionale Erpressung, psychische Gewalt an Kindern zu lesen. Das Internet bietet viele gute Informationen dazu. Ich sehe es etwas anders als Lily 123. Nicht das Kind gehört zum Facharzt, sondern die Eltern!

w 45
 
  • #4
Mit Sicherheit ist das hier nicht anhand von ein paar Zeilen zu klären ob es dem Charakter des Kindes entspricht oder es an anderen Dingen liegt. Wenn überhaupt müsste sich das die Mutter fragen aber kein Außenstehender.
 
  • #5
Ein Kind sollte nie in die Situation geraten, eo es für die Gefühlswelt der Eltern Verantwortung übernehmen muss/möchte.
Passiert das, ist dies ein Warnsignal.
Im Gegenzug ist es völlig normal, dass ein Kind, welches sich bedingungsfrei geliebt fühlt, das nicht die Sorgen der Eltern übergeholfen bekommt sondern geschützt und behütet aufwächst, nicht darüber nachdenkt der Mutter eine Freude zu machen oder sie zu trösten.
Optimalerweise ist das Leben eines Kindes unbeschwert.

Als Kind bekam ich nie Streitigkeiten, Sorgen oder Disharmonien meiner Eltern mit, wobei ich heute weiß, dass es solche Momente natürlich gab. Wenn ich meine Mutter sah, strahlte sie mich an und mir war klar, sie IST glücklich, also war ich es auch.
 
  • #6
Ich denke, das Kind wird irgendwie enttäuscht sein von der Mutter. Vielleicht versucht sie auch, es dauernd zu manipulieren. Ich kenne solche Mütter, die von ihren Kindern emotional umsorgt werden wollen, statt dass die Mütter selber emotionalen Halt bieten. Ich kenne auch einen Vater, der andere Kinder immer als Vorbild hingestellt hat, wie schön die was tun für die Eltern, während am eigenen Kind dauernd was zu kritisieren war. Das Kind hatte darauf natürlich keine Lust mehr, irgendwas zu machen, zumal der Vater auch immer dachte, mit seinen Nörgeleien an dem Kind eine "Verbesserung" des Kindes zu erwirken. Es ging nie um das Kind selbst und das Kind wurde auch nie gelobt, sondern es ging immer nur darum, den Vater zufrieden zu stellen in seinen Ansichten, wie ein Kind zu sein hatte. Das erzeugt Widerstand.

Ich habe ja früher viel Kundenkontakt gehabt. Da war mal eine Mutter mit einem Mädchen da, die Mutter sagte "guck mal, wie schön dieses Bild ist, das wäre doch was für dein Kinderzimmer". Das Kind reagierte total abweisend. Bei der Mutter war es für mich offensichtlich, sie wollte nur eine Show machen wegen des Gemäldes, dem Kind war schon klar, dass es gar nicht darum ging, das Bild zu kriegen.

Ich könnte mir vorstellen, die Mutter vermittelt dem 11jährigen Kind nie, dass es toll ist, wie es ist, sondern das Kind soll was tun dafür. Ich könnte mir auch vorstellen, dass niemand auf die Bedürfnisse des Kindes achtet, also wie IHM mal eine wirkliche Freude gemacht werden kann. Das ist mitnichten das, was Erwachsene denken, das zu machen ist.

Ist es also "normal", dass ein Kind seinen Eltern öfter eine Freude machen will?
Ja, aber wenn man als Kind damit ins Leere läuft, weil die Eltern das nicht beachten, was man meint, dass es ihnen eine Freude macht, lässt man es. Tischdecken und malen ist vielleicht nicht das, womit das Kind eine Freude machen wollte früher. So hat es gelernt, dass das, was es als "Freude" anbietet, nicht gewürdigt wird. Vielleicht hat es auch nie was richtig gemacht und am gemalten Bild gab es immer Kritik.
Wenn es nicht Dein Kind ist, weißt Du auch nicht, wie die Mutter sich verhält, wenn sie allein sind. Ich würde eher die Mutter mal unter die Lupe nehmen...
 
  • #7
Das Kind ist ok, es wird schon einen Grund haben, warum es so auf die Mutter reagiert.

Du beschreibst ein eigenständiges Kind, welches mit 11 Jahren, im Start der Pubertät nicht mehr auf jede emotionale Schwankung der Eltern (traurige Mutter) anspringt - muss es auch nicht, in dem Alter sollte Distanz entstehen. Die Mutter ist erwachsen und sollte dem Kind ihre Traurigkeit nicht demonstrieren, um sich vom Kind Zuwendung zu holen. Das Kind ist nicht für den Trost der Mutter verantwortlich.

Für mich beschreibst Du ein typisches Erziehungsproblem der eutigen Zeit. Das Kind ist nicht daran gewöhnt aufmerksam gegen andere zu sein (Trauigkeit sehen und Mitleid empfinden), kennt keine Hilfsbereitschaft (Tisch decken), hat keine Lust andere zu erfreuen oder aktiv was zu machen (Bild malen). Niemand hat ihm beigebracht indem man einfach mal was verlangte, dass das Kind selber daran Freude empfinden kann, andere zu erfreuen. Und genau darum kann das Kind das nicht - Erziehungsversagen der Eltern mit dem sie leben müssen. Man kann nicht mit einem mal was fordern wofür nie eine Grundlage gelegt wurde.

Hier gibt es einen Parallelthread zum Thema Ordnung und dieser zeigt ganz deutlich, dass ältere, berufstätige AE-Frauen lieber im Chaos leben, das auch als normal bis wünschenswert bezeichnen, statt von ihren fast erwachsenen Kindern zu erwarten, altersgemäße Verantwortung zu übernehmen und mit anzufassen.

Ich habe eine andere Erziehung bekommen und fand es gut, Pflichten zu haben und anhand der darin gezeigten Verantwortung auch Rechte und Freiheiten zu haben. In meinem Elternhaus gab es da einen unmittelbaren Zusammenhang, der dazu führte, dass wir mit 18 nicht nur volljährig sondern auch erwachsener waren, als es heutzutgae durchschnittliche Mittvierziger sind.
 
  • #8
Was auch auffällt ist, dass das Kind öfter gar nicht beachtet, wenn die Mutter mal traurig, fröhlich etc ist. Wäre nicht die natürliche Reaktion, jemand trauriges zu trösten..?
Das geht völlig verkehrt, wenn das Kind dazu gebracht werden soll, die Mutter zu trösten. Wenn es das tut - ok. Aber diese Mutter scheint es zu verlangen und ich tippe drauf, dass sie sich das eigentlich vom Partner wünschen würde, falls er vorhanden ist.
Die Mutter sollte eigentlich versuchen, dem Kind so wenig wie möglich von ihren emotionalen Sorgen aufzubürden. Das ist das, was so schief läuft in vielen Familien: Vom Kind wird erwartet, dass es emotional die Rolle des Erwachsenen übernimmt, Freund oder Freundin ist oder sogar Partner.
Ich habe eine Bekannte, die das mit ihrem Sohn macht. Leider ist der Junge nicht in der Lage, sich abzugrenzen, weil er zu jung ist. Er will Mami immer glücklich machen und sie betrachtet ihn als Partnerersatz. Dass sie ihn hintergeht und manipuliert, wenn sie will, dass er irgendwas tut, durchschaut er noch nicht und vertraut ihr blind. Er ist aber noch nicht 11.

Es gibt ein Buch "Das Drama des begabten Kindes" von Alice Miller. Die Frau ist nicht ganz unumstritten, aber ich fand ihre Bücher sehr interessant zum Nachdenken.
 
  • #9
Von welchem Kind schreibst du? Dein eigenes oder von Bekannten? Du schreibst sehr distanziert von "einem Kind". Da frage ich mich was ist los mit dir?

Vollkommen normales Verhalten von einem Kind das langsam in die Pubertät kommt. Meine drei Kinder sind nicht alle gleich in ihrem Verhalten, das eine merkt eher wenn ich mal traurig bin als das andere. So what? Und Überraschungen? Hm, kann sein dass monatelang nichts kommt, und dann sieht meine große Tochter Ohrringe die mir gefallen könnten und kauft sie mir einfach so. Die ist aber schon 21.

Du überforderst "das 11-jährige Kind" mit deinen Erwartungen, finde ich nicht gut. Wenn es sonst Liebe zeigt zu seinen Eltern und sogar mit ihnen schmust, wo ist bitte dein Problem?

Und warum schreibst du so distanziert vom Kind?
 
  • #10
Ich habe immer versucht meiner Mutter eine Freude zu machen. Weil ich wusste dass ich sonst keinerlei Anerkennung oder liebe Worte erhalte. Daher hab ich immer mit Geschenken (Bildern) und abgenommener Hausarbeit um selbiges gebuhlt.
Unser Verhältnis war immer von Kälte und Ablehnung ihrerseits bestimmt.

Ich denke das beantwortet dir deine Frage.
 
  • #11
Grundsätzlich weiss ich nicht mal ob das in die Wiege gelegt wird oder anerzogen.
Malt ein Kind im Kindergarten, sagt die Erzieherin. .schenke das Bild der Mama, da freut sie sich.
Bei Geschwistern gibt es auch die kleinen Anstöße in der Erziehung, tröste Deinen Bruder, such für ihn etwas nettes aus!
Kleine Kinder bekommen den Anstoß von aussen, auch mit dem was man vorlebt.
Und Charakter gehört auch dazu!
Einer meiner Söhne ist nach außen emotionaler als der andere.
Und mit 11 Jahren ist ein Kind auch mit sich beschäftigt!
Solange geknuddelt wird ist es doch sehr schön!
 
  • #12
Sozialverhalten lernt man im Elternhaus....

Dazu fällt mir die Geschichte meiner Nachbarn ein, die ich direkt erleben durfte.
Die Mutter, vom Wesen sehr unausgeglichen und mit zwei Kindern, trotz liebevoller Unterstützung durch den Vater, einer Kinderfrau und Putzfrau immer überfordert, stürzte im Sommer schreiend aus ihrem Haus in den Garten stürzte sich zu Boden und schrie, sie könne nicht mehr. Es stellte sich für mich als Nervenzusammenbruch dar. Erschrocken eilte ich sofort rüber, um diese Frau zu beruhigen und ging entsprechend auf sie ein. Ihre derzeit vierjährige Tochter gab sich völlig unbeirrt und fröhlich, spielte mit ihrer Barbiepuppe und schenkte den Weinkrämpfen ihrer Mutter keinerlei Beachtung, noch zeigte sie sich betroffen und erschrocken. Da ich erst neu in meinem Haus eingezogen war, kannte ich die Mutter zu diesem Zeitpunkt noch nicht so genau und ich war sehr verwundert über das Verhalten ihrer Tochter. Einige Monate später war mir klar, dass das Mädel diese Art von Ausbrüchen ihrer Mutter kennt, weil sie öfters vorkommen, sie sich wohl daran gewöhnt hat und diese Art der Fröhlichkeit und Nichtbeachtung für sie, so eine Art Schutz darstellten.
 
  • #13
Ist es also "normal", dass ein Kind seinen Eltern öfter eine Freude machen will? Oder kann es ebenso normal sein, wenn das nicht stattfindet?

Was auch auffällt ist, dass das Kind öfter gar nicht beachtet, wenn die Mutter mal traurig, fröhlich etc ist. Wäre nicht die natürliche Reaktion, jemand trauriges zu trösten..?
Oh, schwierige Fragen, auf die es grundsätzlich viel zu wenige Infos sind, vor allem aus Sicht des Kindes ist nichts bekannt.
Grundsätzlich denke ich, Kinder lernen von ihrem Umfeld, was sich gehört. Entweder indem man es ihnen beibringt, oder durch Abschauen/Nachahmung von Vorbildern. Auch gebe ich den Posterinnen recht, die auf die Gefahr der Parentifizierung hinweisen, wenn Eltern sich zu viel emotionale Unterstützung und Anerkennung von den Kindern erhoffen. Dafür sind Erwachsene da.

Das Verhalten wird mit der gesamten Familie zu tun haben und ist an sich nicht auffällig.
 
  • #14
Das Kind ist elf Jahre alt - nicht mehr fünf J.
Ich vermute, dass dieses Kind ein Junge ist.
Ich kann am Genannten nichts Ungewöhnliches erkennen.
 
G

Ga_ui

  • #15
Ich würd es befürworten, wenn mehr Kinder so wären. Wer sich später mal um die ganzen Freuden anderer Leute kümmert, der vergisst am Ende sich selbst und dann haben wir eine so schlechte psychisch kranke Welt wie derzeit zu 99 %. Und gerade hier in den Kinderjahren wird die Basis für ein ganzes Leben gelegt.

Übrigens ist an Kindern nie etwas unnormal. Kinder handeln noch instinktiv richtig, so lange bis die Eltern und Lehrer eingreifen.

Warum ist dir das so wichtig, dass dein Kind dich beglückt? Dein Kind ist NICHT dafür geboren worden, dir Freuden zu bereiten! Vergiss das bitte nicht! Kinder zu gebären ist ein einziger egoistischer Zug. Das Kind ist am Ende sowieso der Verlierer dieses Spiels.
 
  • #16
Ich denke und beobachte, dass Kinder immer nach dem Lob und der Anerkennung ihrer Bezugspersonen lechzen, also z.B. ihnen Bilder malen oder den Tisch decken. Aber das tun sie nicht, um der Mutter eine Freude zu machen. Es hat egoistische Beweggründe.
DAS halte ich für völlig normal und auch notwendig um zu 'überleben'.

Dein Kind ist nicht dazu da, dir eine Freude zu machen, bitte handele genau umgekehrt.

Und was ich noch sehr viel wichtiger finde: dein Kind ist ganz sicher nicht dazu da, dich zu trösten, bitte handele hier erst recht und immerzu umgekehrt.

Falls du mal Trost brauchst, suche ihn bei deinem Partner oder bei Freunden und sei für dein Kind stark.
Ich meine nicht, dass du ausschließlich grinsen sollst. Natürlich sollst du authentisch sein. Du sollst auch zeigen, dass du dich über jemanden, der sich in der Schlange vordrängelt ärgerst oder ähnliches, aber es darf nicht soweit gehen, dass dein Kind dir Halt geben muss. Dazu ist es nicht da, sondern umgekehrt.

Kleines Erlebnis gefällig ?
Meine Tochter und ich wanderten durch eine italienische Stadt. Uns taten die Füße weh und wir wollten uns per Bus auf den Rückweg machen. Leider streikten an diesem Tag die Busfahrer und so mussten wir laufen.
Wir verliefen uns mehrmals und ich hatte schon Plattfüße.
Ich sagte an einer Stelle, halb im Spaß, jetzt sei ich aber langsam verzweifelt.
Meine Tochter sagte später, DAS habe sie selbst verzweifeln lassen und sie dachte, wir fänden nicht mehr ins Hotel.
Meine Tochter ist schon 20 Jahre alt und lebt seit zwei Jahren zwecks Studium in einer anderen Stadt als ich, aber wenn sie mit mir zusammen ist, wird sie wieder zum Kind und verläßt sich auf mich.
Dazu sind Eltern da.

w 48
 
  • #17
Mein Sohn ist 11 und macht mir von sich aus auch keine Freude in dem beschriebenen Sinne. Dennoch haben wir ein liebevolles, gesundes und enges Verhältnis.
Er macht mir aber Freude dadurch, dass es ihn gibt und er ein lieber, selbstbewusster und freundlicher Junge ist. Das ist mir mehr wert als Tisch decken.
 
  • #18
Ich finde die Frage auch etwas seltsam und ungenau gestellt.

Ich finde ein 11 jähriges Kind sollte auch gerne einmal etwas für andere tun. Dabei müssen es keine selbst gemalten Bilder oder Hausarbeit sein, aber in dem Alter sollte man langsam lernen, dass es auch ein Geben im Leben gibt. Dabei geht es nicht unbedingt an das Geben an die Eltern, aber für Freunde oder Geschwister sollte das in dem Alter dazu gehören.Dabei geht es ja nicht darum, immer all die Bedürfnisse von anderen Menschen zu erfüllen, aber aus dem totalen Egoismus muss das Kind auch irgendwann heraus kommen.

Ich glaube, dass dazu Vorbilder und Anleitungen notwendig sind. Das ist die Aufgabe der Eltern. Ich habe gerade immer wieder zu Weihnachten erlebt, dass viele Teenager (also schon noch etwas älter) nicht in der Lage sind, darüber nachzudenken, wie man Menschen, die einem wichtig sind, eine Freude macht. Da werden dann nur die eigenen Geschenke bei den Großeltern oder anderen Verwandten abgeholt, teilweise nicht mal Danke dazu gesagt, aber eine Kleinigkeit mitbringen ist nicht drin. Diese Kinder haben leider nie gelernt, dass es auch ein schönes Gefühl ist, einem anderen Menschen eine Freude zu machen. Als Erwachsene lernen sie es dann leider meist auch nicht mehr so richtig. Dadurch geht ihnen dann auch eine der vielen Möglichkeiten verloren, einem anderen Menschen zu zeigen, dass er wichtig ist und die eine oder andere Beziehung/Freundschaft wird darunter leiden.
 
  • #19
Ganz normal. Bitte schliesse nicht von dir auf Andere.
Im Gegenteil, Kinder die sich besonders für ihre Eltern sorgen, Erwachsenenaufgaben übernehmen, ihre Eltern trösten wollen, zeigen ein völlig unkindliches Verhalten, das meistens aus Angst entspringt und ein Zeichen dafür ist, daß sie selbst von ihren Eltern keine geborgene und geschütze Umgebung geboten bekommen. Im Fachjargon Parentifizierung genannt. DAS ist auffälliges Verhalten und gehört zum Facharzt.
Lily? Was soll das denn?
Wie alt Bist Du? Hast DU Kinder? Halbwissen ist gefährlicher als gar kein Wissen!?
Es ist völlig normal, dass Kinder ihre Mama trösten, schließlich sind sie in der Regel ja nicht völlig Empathie-befreit.
Meine Kinder lieben es, mir zu helfen, klar trösten sie mich, wenn ich mal traurig bin, genauso wie ich sie tröste - das ist total süß.
@amine :
Meine Frage an Dich wäre, wie Du auf die Idee kommst, dass das
Kind sich so verhält!?
Vor anderen würde mein 10jähriger auch nie mit mir schmusen und macht einen auf "cool" vor seinen Freunden - da bringt er dann sicherlich nicht den Müll raus oder deckt den Tisch.
Aber wenn wir alleine sind, räumt er durchaus mal ab und hilft mir.
Wenn mein Tag anstrengend war, bekomme ich sogar Rückenmassagen angeboten von meinen Kindern ;-)

Ich finde es immer schwierig, von außen zu beurteilen, was richtig und was falsch ist. Manche Eltern fordern gar keine Hilfe von ihren Kindern ein, manche schon, manche zeigen offen ihre Gefühle andere nicht, manche Kinder werden zu Weihnachten mit Geschenken überschüttet, andere bekommen 1-2...
Jede Familie ist anders und es führen mehrere Wege nach Rom :)
Hat sich denn die Mutter beschwert oder was beschäftigt Dich genau?
 
N

nachdenkliche

  • #20
soll das denn?
Wie alt Bist Du? Hast DU Kinder? Halbwissen ist gefährlicher als gar kein Wissen!?
Es ist völlig normal, dass Kinder ihre Mama trösten, schließlich sind sie in der Regel ja nicht völlig Empathie-befreit.
Meine Kinder lieben
Ich denke,@Lily321 meint, Kinder soll man nie mit seinen eigenen Problemen belasten, damit hat sie Recht. Sie brauchen starke Eltern und das Gefühl, sie sind immer für mich da. Und nicht umgekehrt! Dieser Meinung bin ich auch.
Mein Sohn war damals, als er etwa 3 Jahre alt war , sehr süß. Da sagte ich ihm gelegentlich, dass ich Kopfweh hatte, ich musste mich dann hinlegen und er hat " für mich gesorgt" und schon ging es mir wieder gut und er hat sich gefreut, wie ein Schneekönig. Das ist natürlich etwas ganz anderes und das weiß @Lily321 .
w61
 
  • #21
Es ist völlig normal, dass Kinder ihre Mama trösten, schließlich sind sie in der Regel ja nicht völlig Empathie-befreit.
Da gibt es einen Unterschied, also ob die Kinder das machen, weil sie es von den Eltern so gesehen haben, weil die sich auch um das Kind so kümmern (Ich finde die Rückenmassage und das, was @nachdenkliche mit dem Kopfweh geschrieben hat, total süß), oder ob es aus Angst geschieht, dass das Elternteil ausfällt in seiner Sicherheit gebenden Funktion für das Kind. Kinder wollen sich natürlich auch einbringen und umsorgen, genauso, wie sie mit kochen wollen oder beim Renovieren malern. Das ist aber was anderes als das emotionale Anklammern von Elternteilen, die vom Kind emotional etwas einfordern.

Ich habe mal miterlebt, wie der kleine Sohn einer Bekannten ausflippte, weil die Mutter den Vater gekitzet hatte und der daraufhin lachend "hör auf" rief und wegrannte. Ich denke, der Kleine hat ganz genau gemerkt, dass der Vater nicht gern in der Verbindung ist (will nie was mit dem Kind machen und fühlt sich in seiner Freizeit eingeschränkt, obwohl er auch ein Kind wollte) und hat panisch geschrien, dass der Vater nun verletzt sei und weggeht.
Die Mutter sagt es selber ganz offen, dass sie vom Kind all das bekommt, was sie sich eigentlich vom Partner gewünscht hat, und manipuliert das Kind, um das zu bekommen.
Wenn eine Mutter sich so verhält, dass sie nicht das vom Kind annimmt, was kommt an emotionaler Zuwendung, sondern es versucht, in die Richtung zu prägen, dass sie vom Kind bekommt, was sie emotional eigentlich von einem gleichstarken Partner braucht, denke ich, macht das Kind dicht, um sich zu schützen, wenn es nicht schon "dressiert" ist.
 
  • #22
Finde das schon weit hergeholt... sorry, aber das müsste man schon live erleben - ansonsten halte ich nichts vom Einmischen in andere Familien. Und mit 11 Jahren ist es völlig normal, dass das Kind den halben Tag bei Freunden ist!
Mein Sohn ist 10 und fährt selbständig zum Sport, zieht sich um, verabredet sich... die gehen zusammen skaten oder sonstwohin - und nein - ich orte ihn dann nicht - er wird es schon schaffen auch ohne mich!
Eltern haben ein ganz gutes Gespür dafür, was sie ihren Kindern zutrauen können und mit 11 sitzt man nachmittags nicht bei Mama und ist insgesamt mehr in seiner eigenen Welt.