• #1

Kinder ja oder nein? Welche Vorteile und schönen Seiten gibt es?

Hallo,

bei uns kommt langsam die Kinderfrage auf. Ich (m, 31) war lange Zeit pro Kinder genau wie meine Freundin (w, 29); sie will immer noch Kinder. Dann habe ich erstmals angefangen, in der Industrie zu arbeiten, hauptsächlich mit jungen Vätern. Da höre ich keineswegs etwas wie "ach, mein kleiner ist so süß", sondern eher endlose Beschwerden am Mittagstisch, wie anstrengend alles ist, wie sehr sie lieber auf der Arbeit sind als bei der Familie, "ach, jetzt ist der Kleine schon wieder krank", "ich habe seit 2 Jahren nicht durchgeschlafen", "schönes Wochenende?! ich habe kleine Kinder!". Ich beobachte die tagtägliche Jonglage von Beruf und Familie. Und ich spreche hier nicht von einer Person, sondern von mindestens 10 verschiedenen an unterschiedlichen Arbeitsstellen. Mich beschleicht der Eindruck, als zeugten viele der Männer nur Kinder, um die Frau nicht zu verlieren, oder weil sie nicht vorgewarnt wurden.

Hier im Forum lese ich von sexueller Frustriertheit, die noch Jahre nach der Geburt anhält und Ehen zerstört. Ich höre frisch gebackene Eltern aus dem Freundeskreis nur noch über ihre Kinder reden, was mich als (noch?) kinderloser endlos langweilt.

Das ganze gibt mir zu denken. Nein, wenn ich ehrlich bin, macht es mir Angst. Ich habe ein relativ entspanntes Leben, verdiene gut, liebe meine Freundin, kann ausgehen, Essen gehen wann ich will und durchschlafen. Im Gegensatz dazu stehen die ganzen jungen Väter, die offensichtlich ihrem alten Leben nachtrauern. Die Kinderfrage: Warum sollte ich ein Kind zeugen, das mir mein entspanntes Leben offensichtlich in ein absolutes Chaos verwandelt und meine Beziehung gefährdet?

Gibt es hier Personen, die vor einer ähnlichen Frage standen? Wie habt ihr sie beantwortet, und warum?
 
  • #2
Wenn du so denkst, solltest du deiner Freundin reinen Wein einschenken. Kinder sind anstrengend. Wenn du das nicht willst, solltest du auch keine deiner Freundin zuliebe bekommen.
Diese Einstellung ist auch nicht schlimm, sondern ehrlich.
Kinder sind kein Mittel zum Zweck, sondern wollen um ihrer selbst geliebt werden. Tatsächlich werden sie manchmal angeschafft wie eine Frau, ein Haus, ein Auto oder ein Hund.
Ansonsten geben Sie dir natürlich auch immateriell zurück.
Die wenigsten Eltern verkraften es gut, wenn ihr Kind vor ihnen stirbt oder eine lebensbedrohliche Krankheit erleidet. Dh es besteht eine positive Bindung an das Kind, die mit nichts zu bezahlen ist.
Trotzdem gibt es viele Ehen, wo die Kinder nicht von beiden gewünscht sind etc. Das ist nicht zum Wohl des Kindes.
Deshalb ehrlich sein, das erspart allen viel Leid. Kann sein, dass deine Freundin sich von dir trennt dann.
 
  • #3
Beim Lesen deines Textes bin ich ganz traurig geworden.

Hast du mal deine Eltern gefragt welches Chaos sie sich vor 31 angetan haben um dich zu zeugen und dir das Leben zu schenken?
Wie viele Nächte sie sich um die Ohren schlagen mussten um dich als Kleinkind zu trösten, zu halten und in den Armen zu wiegen?

Welche Sorgen sie hatten als du krank warst?

Hast du all das schon einmal wert geschätzt? Was sie für dich getan haben??

Sie haben dir das Leben geschenkt und ihre Zeit und ihre Liebe für dich geopfert.

Was ist nur los mit den Menschen und mit der Gesellschaft heutzutage dass alle nur noch an sich selbst denken?

Deine Frage macht mich traurig.
Du solltest es wirklich mit dem Kinderkriegen lassen.
 
  • #4
Lieber FS
Elternsein ist wie ein zusätzlicher Job. Genau so wie ein Beruf manchmal sehr anstrengend ist, ist es das Elternsein halt auch. Genau wie es im Beruf manchmal Engpässe und Überstunden gibt, hat man das als Eltern ebenfalls. Ob es sich lohnt, diesen zu übernehmen, hängt voll und ganz von deinen Werten im Leben ab. Wer nicht bereit ist, den Aufwand des Elternseins zu übernehmen, sollte es wirklich lassen. Man kann es nicht schönreden, Kinder zu haben ist nichts für zwischendurch und so nebenbei. Dafür braucht es Zeit und Energie.
Was ich einfach weiss, ist dass die ersten 3 Jahre am anstrengendsten sein sollen. In dieser Zeit passiert am meisten von alldem, was Eltern beklagen: Schlaflosigkeit, Kinderkrankheiten, Eheprobleme.
Ich weiss, dass meine Eltern sehr gestresst waren, als wir Kleinkinder waren. Aber ich glaube, jetzt wo wir erwachsen sind ist es cool für sie; sie wissen dass sie uns am Herzen liegen und wir sehen uns gern. Wenn ich mit Eltern rede, dann spüre ich auch oft, wie sehr sie ihre Kinder lieben. Ich meine, Kinder sind ja nicht einfach "anstrengend", es sind Menschen und sie bringen einem viel Zuneigung entgegen.
 
  • #5
Ja dieses Problem habe ich leider auch. Mein Freund wollte immer Kinder und eine Familie, aber seit seine Schwester vor 2 Jahren selbst Mutter wurde und völlig durchgedreht ist, hat er kalte Füße bekommen und ist sich nicht mehr sicher. Sie war eine lockere, lustige und vielseitig interessierte Frau, inzwischen ist sie nur noch "Mutti". Das vollem Programm mit völligem Interessenverlust, kurzen Haaren (vorher bis zum Po) und Birkenstock. Die Ganze Welt dreht sich nur um ihren kleinen, und wenn mal jemand nicht von ihm redet dann lenkt sie sämtliche Aufmerksamkeit auf ihn. Letztes Jahr hat sie deshalb regelrecht meinen Geburtstag ruiniert indem sie ihren Dad abkommandiert hat ihn dauerhaft durch das Restaurant zu tragen. Meine Mum hatte nicht mal die Chance ihn kennen zu lernen obwohl an diesem Abend das Kennenlernen eigentlich geplant war. Natürlich ist der kleine auch so verzogen dass er permanente Aufmerksamkeit und Bespaßung braucht. Ansonsten schreit er wie am Spieß. Sie hat meine Mum dann regelrecht mit Babykram und ihrer großen Verantwortung zugelabert und als meine Mum dann nur vorsichtig anmerkte, dass sie das ja mit mir auch schon hinter sich hat, war sie beleidigt und fühlte sich in ihrer Mutterrolle nicht ernst genommen. Der Abend und die Stimmung waren dann im A****.
Seine andere Schwester ist zwar nicht so, wohnt aber weit weg, weswegen es fast auch nur um ihre drei Kinder geht wenn sie mal da ist. Ihr jüngster war leider auch ein sehr anstrengendes Schreikind. Der ältere (8) aber ein ganz lieber und sehr intelligenter kleiner Kerl.
Mein Freund hat panische Angst das ich auch so werde , und glaubt mir nicht das man nicht zwangsläufig so werden muss, da das für mich auch eine absolute Horrorvorstellung ist. Daher stellt er seine ganze Zukunftsplanung und auch seinen Kinderwunsch infrage. Tja und ich stehe da, bin 28 Jahre alt und weiß nicht wie ich damit umgehen soll.
Bin daher auch sehr gespannt auf die Antworten der anderen Foristen.
 
  • #6
Dann bekomme doch einfach keine Kinder. Was soll denn schon passieren, wenn du auf Kinder verzichtest? Du kannst dein schönes Leben so weiterleben. Schlimmstenfalls trennt sich deine Freundin von dir, aber du wirst bestimmt eine andere Frau finden, die ebenfalls keine Kinder will und ihr werdet zusammen kinderlos glücklich. Es muss doch nicht jeder Kinder haben.

Du könntest dir auch überlegen, wie dein Leben in 20 oder 30 Jahren aussehen soll. Hast du dann erwachsene Kinder? Soll alles noch genau so sein wie jetzt?
Willst du lieber der sein, der mit Erzählungen von seinen Kindern nervt? Oder der einzige Kinderlose, der von nichts eine Ahnung hat?

Spätestens wenn die Kinder 15 oder 16 sind, haben sie nichts mehr dagegen, wenn die Eltern mal Abends alleine weggehen ;-)
 
T

Toi et moi

  • #7
Ich denke, dass jede Altersstufe seine eigene Herausforderungen mit sich bringt und nichts auf dieser Erde einfach ist. Ich erinnere mich an meine Schulzeit oder die Unizeiten.....Ich weiß gar nicht wie ich das Ganze geschafft habe und genauso blicke ich zurück und frage mich wie ich meine Kinder großgezogen habe. Ja, es war nicht einfach aber ehrlich gesagt ich möchte es nicht missen, ich wollte alle die Phasen durchleben. Das wollte ich einfach und ich habe keine Sekunde daran gezweifelt.
Deshalb denke ich, dass es eine Frage des Wollens ist.
 
  • #8
Also es kommt ja immer darauf an wie der Mensch generell eingestellt ist. Ich meine, ob er in der Lage ist die Schönheit der Welt und der Menschen zu erkennen. Leute die sich immerzu beklagen werden an nichts Gefallen finden, an Kindern dann wohl auch nicht. Dass diese Menschen in deiner Umgebung offensichtlich immerzu nur jammern ist ziemlich schlecht und macht mich traurig, schade wenn man(n) der Vaterrolle so gar nichts abgewinnen kann. Es gibt auch Mütter die so sind, oft wird sich beklagt, dabei gibt es wieder andere die ihre Seele verkaufen würden, um schwanger zu werden.

Der Vergleich mit dem Baum ist ganz gut: Es macht einen riesen Unterschied ob jemand einen Baum - so ein Wunderwerk der Natur - staunend betrachtet und sagt: "Mensch, sowas schönes, es muss doch einen allmächtigen Gott geben!" oder ob jemand schulter zuckend sagt: "Ist doch nur ein Baum, gibt`s ja genug davon!" Der Baum ist vollkommen, egal ob der Betrachter dies erkennt oder nicht.

Verstehst du was ich sagen will? Miesen, unzufriedenen Menschen kann man nie etwas recht machen, die bekommen drei, vier gesunde Kinder geschenkt, aber anstatt dankbar zu sein wird sich nur beschwert. Ich kann dir sagen, halte dich von solchen Menschen fern.

Meine Schwester wollte nie Kinder, war immer strikt dagegen. Dann wurde sie doch schwanger und sie hat es als Geschenk genommen, und das ist es auch wirklich. Wenn ich sehe wie die Kinder in der Verwandschaft die Familie zusammen halten, wie sie einen zum Lachen bringen, wie schön das ist ein Kind im Arm zu halten, wie dankbar sie über Zuwendung sind, wie gnadenlos ehrlich....

Und wenn ich meine Schwester anschaue, die in der Mutterrolle ihre weiche Seite hervorholt, die sie früher fast nie gezeigt hat, dafür kann man doch dankbar sein. Das ist jedenfalls meine Meinung.

w(29)
 
P

proudwoman

  • #9
Dass Kinder zu haben ein chaotisches Leben bedeutet, ist Quatsch mit Sauce! Deine Kollegen über treiben maßlos und der eine oder andere hätte vielleicht wirklich besser keine bekommen sollen. Alles der Ehefrau überlassrn , aber jammern? Tolle Väter! Wart ihr nie Kinder?
Ich habe einen Sohn, war später allein erziehend . Er hatte viele Probleme in seiner Schulzeit, viele Therapie Stunden (Stottern, Tourette..) aber er ist mir das liebste, was ich habe. Ich möchte nicht eine Sekunde mit ihm missen. Jetzt geht es ihm prima und ich habe eine Menge gelernt.
Du wirst im günstigsten Fall ein ganzes Stück weit erwachsener. Auch Du warst mal ein Kind.
Alles gute!
 
  • #10
Wenn Du so fragen musst, dann solltest Du es lassen.

Kinder kosten Geld, benötigen viel Aufmerksamkeit, bringen alle Pläne durcheinander, kosten Nerven, und zeigen einem sehr deutlich die eigenen Grenzen.

Ich habe 2 inzwischen erwachsene Söhne, ihre Geburten schenkten mir die größten Glücksmomente meines Lebens.
Sie begleiten zu dürfen beim Großwerden empfinde ich ebenso als Geschenk, und wenn heute beide ihren Mamadrücker abholen, beide Wert auf Mama- Familienzeit legen, die Geburtstagstorte als Ritual erfragen, etc. dann wird es mir ganz warm.

Es ist die absolute Liebe, die fühlbar ist. Die stabile Bindung.
Die andere Seite hat dazu gehört, und beide haben wirklich richtig ihre und meine Grenzen ausgelotet.

Ich bin unendlich dankbar, dass es sie gibt.
 
  • #11
Wenn deine Eltern genau so gedacht hätten, wärst du nicht auf der Welt. Ist klar, oder? Bist du ein sogenannter Unfall? Bewusst hätten die dich auch nicht gezeugt, weil sie wegen dir alles das durchmachen, was du an negativen Sachen aufzählst. Den einschneidendsten Punkt hast du vergessen: Die Finanzen. Ein Kind kostet verdammt viel Geld bis es volljährig ist und aus dem Haus geht. Dreistellige Eurosummen oftmals, die müssen Papa und Mama erst einmal verdienen! Trotzdem beklagen sich die wenigsten und es hat sie auch nicht davon abgehalten, dich und deine möglichen Geschwister in die Welt zu setzen.

Keine Frage, Kinder kosten Nerven wenn sie klein sind und erst recht in der Pubertät wegen der Baustelle im Kopf, welche Mutter weiß das nicht, aber die schönen Momente mit diesem Ableger überwiegen und machen viele Einschränkungen wett. Ich liebe jede Minute mit meinem 15jährigen Sohn seit seiner Geburt an. Heute um so mehr weil er im Kopf nun soweit ist , dass wir anständige Gespräche führen können.

Du hast ein enormes Schubladendenken, offensichtlich nicht nur was Kinder betrifft. Jammerst vermutlich öfter mal ohne überhaupt eine Praxis oder die Erfahrung in einem Punkt gemacht zu haben. Schlimmer noch, lässt dich durch die Aussagen anderer beeinflussen. Vermutlich weil du ein eher unsicher gestrickter Mensch bist.

Selbstverständlich steht es jedem frei, sich für oder gegen ein Kind zu entscheiden. Eigene Entscheidung, um zu leben wie er will. Wenn dir ein dickes Auto unter'm Popo als Statussymbol wichtiger ist nimm' das Auto und lasse das Kind da wo es jetzt noch ist. Sei dir aber im Klaren darüber, dass sich Frauen genau aus diesem Grund von dir trennen und du im Alter möglicherweise ganz allein bist weil du keine Familie hast, die aus Kindern und Enkelkindern besteht.

P.S.: Meine Nachbarn, sie 30, er 35, erwarten gerade das sechste Kind. Leben in einem Einfamilienhaus. Da denke ich selbst, oh Gott, wie doof sind sie. Aber sie sind glücklich, nicht asozial und die Kinder hörst und siehst du kaum weil sie gut erzogen sind.
 
  • #12
Auch ich stelle mir die Frage, ob ich Kinder in die Welt setzen möchte. Ich bin Anfang 30, in meinem Freundeskreis denken alle nur noch an dieses eine Thema: Familie gründen.
Aber ich hinterfrage dieses Lebensmodell. Wird es uns gesellschaftlich auferzwungen? Nach dem Motto: Wenn wir keine Familie gründen, stimmt etwas nicht mit uns und man wird komisch angeguckt oder ausgefragt. Das betrifft vor allem Frauen.
Natürlich sind Kinder was tolles, aber muss ich deshalb eigene Kinder in die Welt setzen? Nein, ich kann ja auch mit den Kindern meiner Freunde spielen, wenn man einen gemeinsamen Ausflug macht. Wenn ich dann nach Hause komme, habe ich meine Ruhe und kann am nächsten Tag ausschlafen. Herrlich. Ich bin unabhängig, frei, kann meine Hobbys vertiefen, kann jederzeit spontan wegfahren. Dieses Freiheitsgefühl ist toll und dafür bin ich dankbar - ohne dass ich es jetzt ganz ausschließe irgendwann einmal ein Baby in den Armen zu halten.
Ja, ich glaube, dass viele einfach verklärt sind und sich auch nach dem richten, wie es bei anderen läuft. Das Standardprogramm Familie. Es wird oft nicht hinterfragt und ggf. wird im Nachhinhein erkannt, dass es diese Menschen nicht unbedingt glücklicher macht als ein Leben ohne Kinder. Daher denke ich, dass es völlig richtig ist, diese Frage für sich selbst zu hinterfragen.
- w
 
  • #13
Vor unserem Kind hatte ich/wir auch ein entspanntes Leben:

Jetzt sind wir jeden Tag gegen fünf oder halb sechs wach. In der Nacht stehen wir mehrfach auf, wenn sie uns braucht. Alltag heißt: wickeln, stillen, trösten, spielen usw.. In der freien Zeit sind wir auf Spielplätzen oder machen andere Sachen, die mit Kind möglich sind. Alltag bedeutet, dass wir uns ständig austauschen und planen müssen. Mit kleinem Kind kann man nicht einfach aufbrechen und irgendwas organisieren.

Wenn sie wie heute Morgen bereits im Bett sitzt, einen mit großen Augen ansieht, anstrahlt und Mama/Papa sagt, dann bin ich so glücklich, dass ich diese Art Liebe in meinem Leben habe. Im Alltag gibt es viel zu lachen und bei allen Aktivitäten (Indoorspielplatz, Zoo, Kinderfilme, Kletterwald) fühlt man sich selbst nochmal wie ein Kind.
 
  • #14
Hallo @Vaterrolle,

ich (alleinerziehende Mutter eines absoluten Wunschkindes von 1 1/2 Jahren) kann dich verstehen, was deine Verunsicherung betrifft.

All das Gemotze kenne ich gut - ich gebe es selbst oft von mir, und warum? Weil es stimmt. Ich habe seit 1 1/2 Jahren nicht ausgeschlafen (denn wenn ich mal übers Wochenende weg bin und das Kind bei Oma, dann wache ich trotzdem von selbst früh auf, weil ich anrufen will und mich vergewissern, dass alles ok ist), ich habe so gut wie nie meine Ruhe und komme zu nix (ich schreibe gerade, während ich unter lautem Juchzen an den Haaren gezogen und auf den Rücken getrommelt werde), ich freue mich am Sonntagabend oft darauf, dass ich am nächsten Tag wieder zur Entspannung zur Arbeit gehen kann.

Ach ja, und Sex interessiert mich zur Zeit absolut null.

ABER: Für mich ist ein Kind zu haben das Beste, was es überhaupt gibt. Ich kann mir nichts Schöneres und Faszinierenderes vorstellen als das Leben mit Kind, mit ihm zu interagieren und es bei seiner Entwicklung zu begleiten, auch die Mutter - Kind - Beziehung, die immer individueller und stärker wird. Und, wie hier auch schon geschrieben wurde, jedes Kind bereichert aufs Neue die ganze Verwandtschaft und hält sie zusammen.

Und ich habe jetzt das Gefühl, endlich Wurzeln in meinem eigenen Leben geschlagen zu haben und dass sich ein Kreis schließt. Seitdem ich Mutter bin, erinnere ich mich ganz intensiv an meine eigene Kindheit, und das ist teilweise ein Gefühl, als würde ich zwei Leben in einem leben und die ganze Magie der Kindheit nochmal selbst erfahren.

So, und jetzt verlangt ein kleiner schreiender Teufel hoch erbost nach Essen ;)
 
  • #15
Mit 31 hatte ich auch noch keine Kinder im Kopf und ich dachte ich hätte noch ewig Zeit. Dann habe ich erst einmal Karriere gemacht und habe Zeit im Ausland verbracht. Mit 38 habe ich dann gemerkt, jetzt ist es soweit: richtiger Mann und richtiger Zeitpunkt. Mit 39 habe ich meine Tochter bekommen. Ich war so relaxed weil ich sehr vieles vorher erlebt habe und konnte mich ganz meiner kleinen Familie widmen. Nach 2,5 Jahren bin ich dann wieder in den Beruf eingestiegen. Meine Tochter hat es genossen, mit anderen Kindern im Hort zusammen zu sein, da ja Einzelkind. Von durchwachten Nächten und Geschrei kann ich nicht berichten.
 
  • #16
Ich kann Deine Gedanken und Ängste verstehen. Wir sind zunehmend auf "alles läuft super", Optimierung, durchgeplant und nichts dem Zufall überlassen konditioniert, zudem kommt dann noch die Individualisierung, da passt ein Kind nicht wirklich, denn hier heißt es die Komfortzone zu verlassen und vieles wird unverhergesehen passieren. Ich wollte immer drei Kinder, das Leben hatte etwas anderes mit mir vor und ich habe keine bekommen. Heute bin ich 52 und in meinem Umfeld sind die meisten Kinder mittlerweile aus dem Haus und manche Freunde sind schon Großeltern. Ja, und es gibt immer wieder Momente wo ich traurig darüber bin, keine eigenen Kinder zu haben, weil ich die innigen Verbindungen sehe , etwas was ich nie erfahren habe und nie erleben werde.
Bei den meisten habe ich erlebt, dass anfänglich natürlich vieles nicht mehr so ging, doch mit Oma, Opa , Freunde, Paten (ich) waren auch Freiräume möglich und mit jedem Jahr wurde es besser und ganz wichtig: das Leben hörte nicht auf!
Es liegt an Euch als Eltern wie ihr damit umgeht. Es gibt in der Tat viele sog. Helikoptereltern, wie trefflich von Lynnea beschrieben, da gruselt es mich auch und ich frage mich, was werden das für Kinder....doch das muß nicht sein. Wenn Deine Angst jedoch zu groß ist, dann sei ehrlich mit Deiner Freundin und sage ihr , dass Du keine Kinder möchtest. Für uns Frauen ist das Thema einfach elementarer.
 
  • #17
Solche Aussagen von Männern kenne ich auch zu gut. Quasi alle jungen Väter in meinem Umfeld jammern oder wirken immer gestresst. Glaubst du, das wird bei dir anders sein, wenn du Kinder bekommst nur wegen deiner Freundin ohne wirklich davon überzeugt zu sein?
Ich kann dich sehr gut verstehen, denn ich als Frau möchte (noch) keine Kinder, mein Freund möchte aber unbedingt welche. Allerdings habe ich mit 26 noch massig Zeit und unternehme einfach jetzt alles wozu ich Lust habe, gehe noch mal ab und zu feiern, mache schöne Urlaube. Wenn wir in ein paar Jahren Kinder bekommen sollten, muss ich mir nicht vorwerfen dies und jenes nie erlebt zu haben.

Ihr beiden habt doch eigentlich auch noch Zeit. Nehmt euch noch 2-3 Jahre, geht aus, unternehmt genau das was dann mit Kind erst mal nicht mehr möglich ist. Wenn deine Freundin dich drängen will, dann erinnere sie daran, dass es einen Haufen Menschen gibt, die nur wegen dem Partner Kinder bekommen und dann sehr unzufrieden sind.
 
  • #18
Kann ich Dir vielleicht kurz von mir schreiben: Ich war immer froh, keine Kinder zu haben, wenn ich mir ansah, wie stressig sie sind. Wenn ich müde abends heimkomme - dann gibt es keine Ruhe - weil mein Kind da ist und erst Ruhe ist, wenn es im Bett ist.

Kinder sind ein anstrengender Job.

Sie sind aber auch viel mehr.

Mein Kind ist vielleicht die erste Person, von der ich auch nach 6 Jahren noch jeden Tag aus vollstem Herzen sagen kann: Ich liebe Dich. Und wahrscheinlich kann ich das auch in 100 Jahren noch jeden Tag fühlen und denken.

Diese Liebe bedeutet aber auch, dass ich die ersten 2 Jahre nicht eine einzige Nacht durchschlafen konnte, da ich 2 Jahre stillte. Diese Liebe bedeutet auch, auf vieles zu verzichten, Freiheiten aufzugeben, die mir heute aber gar nicht mehr so wichtig sind.

Ich bin froh und glücklich, mein Kind zu haben und möchte es nie mehr missen.

Dennoch habe ich einige Jahre damit gehadert, nicht mehr diese Freiheiten zu besitzen, die ich vor meinem Kind hatte und vielleicht erst in 10 Jahren wieder habe. Obwohl mein Kind ein 100 %iges Wunschkind war.

LG
 
  • #19
Hallo Vaterrolle

Es kann nur jeder selber für sich entscheiden und das dann fair durchziehen. Auf jeden Fall gratuliere ich dir dazu, dass du dir ernsthafte Gedanken machst bevor du einfach mal so ein Kind in die Welt setzt, wie das viele andere so gedankenlos tun.
Die ganze Tragweite solcher Entscheidungen kann man sich nicht ausmalen, die Realität ist immer nochmals anders. Aber es hilft trotzdem, wenn man sich das mal ernsthaft überlegt mit allen möglichen Konsequenzen.

Ich bin nun 36, in meiner Umgebung wird geboren, über Kinderlosigkeit geweint und geschieden wie verrückt.
Ich bin als Frau extrem froh darüber, dass ich nie einen Kinderwunsch hatte. Gerade heute und wie ich so höre und lese, erspart einem das Vieles.
Ich für mich weiss einfach, dass ich keine Kinder möchte. Mein Leben ist ohne entspannter und schöner, ich könnte und wollte diese Geduld nicht aufbringen. Ich habe vieles Andere, das mich vollkommen erfüllt und das ich nicht abzugeben bereit bin für Kinder.
Es gibt aber auch noch viele andere Gründe darüber nachzudenken. Zb., dass wir wirklich nicht mehr zu wenige sind auf dieser Welt (ich spare mir eine weitere Aufzählung).

Du hast aber nach positiven Seiten gefragt. Ich höre eigentlich immer die selbe Eine:
Die Liebe und Verbundenheit zum Kinde die alles "überstrahlt".
Ob man das dann aber auch so fühlt, weiss man vorher auch nicht.

Es gibt heutzutage auch viele Frauen, die dazu stehen keine Kinder zu wollen. Eine schöne, erfüllte Beziehung kannst du also dennoch haben, aber vermutlich und fairerweise nicht mit dieser Frau.

Alles Gute für deine Entscheidung.
 
  • #20
Zum Thema dass Kinderkriegen so furchtbar anstrengend wäre und einem die komplette Lebenszeit nimmt, ist mir noch folgendes eingefallen:

Jedes mal wenn eine Mutter oder ein Vater im Umfeld jammert wie schlimm doch alles ist, aber zwei Jahre nach der ersten Geburt direkt das zweite Kind unterwegs ist, denke ich mir immer im stillen: Jaja...war ja alles sooooo schlimm, aber anscheinend nicht schlimm genug, um direkt das nächste hinterher zu bekommen ;-)!

Ich meine, wäre es wirklich die angebliche Hölle, von der die Leute berichten, dann wäre man doch froh wenn man das erste Kind endlich aus dem Gröbsten raus hat und würde nicht direkt das zweite hinterher bekommen. Oder wenn die Schmerzen bei der Geburt wirklich so unerträglich wären, dann würde sich doch jede Frau nach dem ersten sterilisieren lassen.

Es kommt auch immer darauf an, welchen Stress man sich selbst macht. Oben hat es schon jemand geschrieben: es gibt Mütter die müssen alle Aufmerksamkeit auf ihr Kind lenken, mit denen ist schon in der Schwangerschaft keine normales Gespräch mehr möglich, die haben dann auch komischerweise die Schrei- und Problemkinder, bei denen zumindest für mich sonnenklar ist, wer hier eigentlich wem den Stress macht.

Ich würde mich an deiner Stelle von solchen Aussagen überhaupt nicht beeinflussen lassen, wichtig ist aber, dass man selbst im Innern glücklich ist, damit es auch die Kinder sind. Dann hat man auch ein entspanntes, schönes Zuhause. Aber du klingst mir so, als ob du deine Entscheidung schon getroffen hast und keine Kinder möchtest. Das ist dein Gutes Recht, aber wie hier schon jemand sagte, die Frauen werden dich deshalb verlassen. Klar gibt es Frauen die keine Kinder möchten, aber bei solchen Aussagen des Mannes bekommt Frau schon Angst, falls sie dann vielleicht doch ungeplant schwanger werden sollte und sich dann fragen muss: Und nun?

w(29)
 
  • #21
Ich beobachte die tagtägliche Jonglage von Beruf und Familie.
Ich hab keine Kinder, und kann mich daher nicht zu den "Vorteilen" äußern.

Ich kann aber verstehen, dass dich das Bild, das diese jungen Väter in der Kantine zeichnen, abschreckt.
Mein Freund erzählt von seiner Arbeitsstelle, dass die meisten älteren Herren dort nur negativ von ihren Frauen erzählen. Trifft man sie aber mit Gattin, sieht man durchaus eine liebevolle, vertraute Beziehung.

Will sagen: in manchen Gruppierungen scheint es Usus zu sein, möglichst viel zu jammern und sich zu beschweren.

Mach dir doch ein eigenes Bild, wie es bei diesen jungen Familien wirklich läuft, lerne sie näher kennen, besuche mal den einen oder anderen Kollegen oder lade sie samt Kind zu euch ein.
Ich könnte mir fast vorstellen, dass du dabei ganz viele stolze Papis sehen wirst.
Insgesamt wirst du Eindrücke erhalten, die dir die Entscheidung für oder gegen Kinder sicher erleichtern werden.
 
  • #22
Gute Morgen lieber FS,

meine Kinder waren, meinerseits, weder geplant noch gewollt und trotzdem oder gerade deswegen liebe ich sie von ganzen Herzen und mag sie nicht missen. Als ich erfuhr, dass ich Vater werde, waren sie einfach da, stellten das Leben auf den Kopf und ich mich auf eine neue (Lebens)Zeit ein. Ich kann oft nicht verstehen, auch in Deiner Beschreibung, welches Gewese viele Eltern um Kinder machen.
Ich bin in meinen Tiefsten und Innersten ein extrem positiver Mensch und habe dementsprechend die Herausforderung Kind(er) angenommen.
Es gab und gibt, meine pupepupertierende Tochter wohnt bei mir, nicht wenige Schwierigkeiten, aber wenn meine Kinder gerne und herzlich mit mir zusammen sind und meinen Weg mit mir gehen, fühle ich Glück.

Sollten sie in naher Zukunft gänzlich ihre eigenen Wege gehen, kann ich mein Projekt, Kinder in ihrem (Über)Leben zu helfen und ihnen eine gute Start- und Landebahn zu geben, ausbauen.

Wir, die Eltern und Erwachsen, machen, bis auf sehr wenige gegebene Ausnahmen, das aus den Kindern was sie sind. Kinder sind ein Spiegel, in den wir sehen und was der oder die andere dort sieht, kann, zurecht, erschrecken, aber auch erfreuen.

Lass Dich nicht verunsichern.

PS: Danke für Deine Frage und mit den für mich damit verbundenen schönen Gedanken und Gefühlen.
 
  • #23
Lieber FS,
wenn du dir so unsicher bist, was eigene Kinder angeht und dich von Kollegen so leicht (negativ) beeinflussen lässt, dann lass es einfach.
NUR: sag es deiner Freundin noch heute, dass du deine Meinung geändert hast. Wenn du Pech hast, siehst du von ihr dann nur noch eine Staubwolke. Recht hätte sie. Mir dir zusammenzubleiben wäre dann nur verplemperte Lebenszeit, die sie besser nutzen könnte, um einen neuen Partner zu finden und ihren Traum von einer eigenen Familie zu verwirklichen.
Wenn du einfach nichts sagst, dann ist sie vielleicht auf einmal schwanger, weil sie ja immer noch davon ausgehen muss, dass du grundsätzlich Kinder willst. Willst du, dass sie dir die Entscheidung abnimmt?
 
  • #24
Wenn du grundsätzlich Kinder willst, musst du keine Angst vor den Veränderungen haben. Du wächst mit ihnen und ein bisschen jammern gehört ab und an dazu.
Natürlich kann man auch mit Kindern schlafen, nur ist es natürlich so, dass ein Kleinkind oder Baby keine Rücksicht auf den Sonntag nimmt und auch am Sonntag mal um 6 herumtrippelt.
Das ist aber nicht schlimm.
Man hört überall bevor man Kinder hat nur, wie anstrengend es ist und wie eingeschränkt man ist - ja!
Aber keiner erzählt Dir, was für eine Liebe Du plötzlich zu einem Wesen hast, was doch kurz davor noch gar nicht da war. Du liebst dein Kind mehr als alles vorher Dagewesene.
Sex? - Der wird anders, es dauert eine Weile, bis man sich in die Rolle als Eltern hineinfindet und wieder ein Paar wird. Viele Frauen haben solange sie stillen keine Lust auf Sex, heißt aber nicht, dass sie ihren Mann nicht mehr lieben.

Wichtig ist, dass du dich als Mann nicht ausklinkst, weil deine Frau meint, es besser zu können (sie macht es anders aber nicht besser!).
Wichtig ist auch, dass BEIDE weiterhin Freiräume haben. Das ist ganz wichtig, denn weder Männer noch Frauen mutieren zum Gutmenschen, nur weil sie ein Kind in die Welt gesetzt haben.
Feiert! Raucht! Trinkt! Habt Spaß! Geht zum Sport! Und versucht auch, beide beruflich aktiv zu bleiben, also nicht, dass deine Frau 3 Jahre zuhause bleibt - dann nimm auch mal Elternzeit oder reduziert BEIDE!
Es kommt Euch letztendlich beiden zugute!
Lies mal das Buch "Kinderkacke" - dummer Titel, aber gut geschrieben mit allen Ups and Downs des Kinderkriegens - abwechselnd, die Gedanken und Gefühle vom Mann und dann wieder von der Frau.

Da ist dann ein Mensch, der dich braucht und für den bist du der tollste Papa der Welt, du durchlebst deine eigene Kindheit nochmal, kannst allen Mist kaufen, den du früher nicht bekommen hast - coole Rennautobahnen, Drohnen, später XBOX(Playstation), wenn sie kleiner sind Piratenschiffe, Raumstationen usw... ihr geht Drachensteigen, Kartfahren, auf Volksfeste und in Vergnügungsparks - du rutschst Wasserrutschen 200x runter und verkleidest dich an Halloween mit deinem Kind gruselig und ziehst um die Häuser - ihr macht Sport zusammen (mein Sohn hängt mich beim Joggen ab!), geht ins Kino, usw.
Man kann mit Kindern definitiv auch zum Essen gehen, sofern sie erzogen sind.
Es sind die ersten Jahre manchmal anstrengend ja - aber auch schön!
Lass Dich nicht verrückt machen - die meisten deiner Kollegen würden es trotzdem immer wieder so machen, aber ein bisschen Jammerei gehört dazu.
Ist auch doof, als Mann plötzlich 40 zu sein und keine Kinder zu haben, während deine Kollegen dann plötzlich erzählen, dass sie mit ihrem Sohn/ Tochter zum Golfen/Biken/Campen/Konzert/Musical/Kletterpark gehen.
Kinder sind super, ihr dürft Euch nur als Paar nicht verlieren
Beide sollten Zeit für sich haben - dann klappt das toll.
Die meisten Väter sind stolze Papis ;-)
 
  • #25
...
Natürlich sind Kinder was tolles, aber muss ich deshalb eigene Kinder in die Welt setzen? Nein, ich kann ja auch mit den Kindern meiner Freunde spielen, wenn man einen gemeinsamen Ausflug macht. Wenn ich dann nach Hause komme, habe ich meine Ruhe und kann am nächsten Tag ausschlafen.
- w
Also erstens kann man nur die ersten 3 jahre nicht mehr so wirklich ausschlafen, danach wird es besser und zweitens sind fremde Kinder nicht dasselbe wie ein eigenes Kind, dass man mit all seinen Eigenheiten liebt.
Fremde Kinder sind schlecht erzogen, das eigene ist müde, wenn es quengelt ;-). .. nur mal so!
Mich nerven 90% aller fremden Kinder oder um Ina Müller zu zitieren:
"ich mag Kinder wirklich, aber ich könnte sie nicht in meiner Wohnung haben - die sind so wuselig!"
Geht mir immer noch so!
Ich mag keine anderen kinder bei uns - zumindest meistens ;-)
Haben wir natürlich trotzdem ab und an.
Meine Kinder sind inzwischen 6 und 11 und ich kann schlafen solange ich will, ausgehen auch. Doof ist es, wenn man wie ich einen egoistischen Partner hat, der nur seinen eigenen beruf voranbringt und meistens mit ABwesenheit glänzt, weil ihm alles zu anstrengend ist.
Wenn das so ist, sollte man(n) keine Kinder bekommen, denn auch Frauen sind nicht 24h am Tag glücklich, ein Kind am Bein zu haben - beide brauchen mal Zeit für sich! Ab und an will auch eine Mutter wieder Frau sein, sonst muss der Mann sich nicht wundern, wenn sie zu "Hausfrau" mutiert und das Sexleben brach liegt.
 
  • #26
Ich finde es gut, dass du dir Gedanken machst.

Als eine meiner drei besten Freundinnen -übrigens auf dringenden Wunsch ihres Freundes - als erste unserer Vierer-Mädelsrunde ein Kind bekam, haben wir sie auch kaum wiedererkannt. Bei meinen jungen Kolleginnen ist es das Gleiche. Naja und ich selbst fand die ersten zwei Jahre auch sehr anstrengend, empfand mehr Stress als Glück. Aber dann änderte sich das:

Ein Kind gibt dir einen neuen Blick auf die Welt. Es weckt den Beschützer in dir. Es ist gleichzeitig dein ehrlichster, aber unternehmungslustigster Freund. Du darfst selbst noch mal Kind sein, rodeln, ein tolles Feuerwehrauto zusammenbauen, alberne und schöne Lieder singen bzw. Geschichten lesen. Du findest wieder Freude an den kleinen Dingen und lachst viel mehr, als würdest du den immer gleichen Trott mit Freunden oder im Beruf haben. Du wirst zum ersten Mal richtig erwachsen und verstehst, was der komische Spruch bedeutet :Geben ist seliger denn nehmen.

Es ist ja auch nicht so, dass du nie wieder mit Kumpels um die Häuser ziehen darfst. Es wird nur für ein paar Jahre seltener. Aber was sind schon zehn Jahre im Vergleich zu deinem ganzen Leben?

Es ist ja auch neu in der Menschheitsgeschichte, dass man sich aussuchen konnte, Kinder zu haben. Wer Sex hat, musste immer mit Kindern rechnen. Und ein bisschen Verantwortung hat auch noch keinem geschadet für seine Sozialkompetenz. Vielleicht weil du dann raus musst, aus der bequemen Spaß - und Wohlstandsecke um Neues zu erleben.

Irgendwann sind die Kinder groß und du bist der Alte, der sich freut, wenn er durch seine Kinder und Enkelkinder jung und aktiv bleibt, der stolz und etwas pikiert zugleich ist, wenn die Kinder ihn im Sport, am Computer, im Beruf abhängen. Vorausgesetzt, du hast mehr richtig als falsch gemacht und mit Liebe dein Möglichstes gegeben.
 
  • #27
Guten Morgen lieber FS,

ich war gerne Mutter von drei Kindern und zeitweise Pflegekinder noch dazu und habe sie weder als Belastung, noch als zu anstrengend empfunden. Nein, ich hatte kein Kindermädchen, keine Haushaltshilfe, Oma, Tanten und dergleichen mehr. Es hat mein Leben außerordentlich bereichertund mir gezeigt, wer ich bin und was ich sein kann. Es war das größte Geschenk und die beste Erfahrung in meinem Leben. Wir hätten sehr sehr gerne noch ein viertes Kinde gehabt, aber leider verstarb mein Mann sehr früh.
Dieses Gejammer und Getue um die wahnsinnig anstrengenden Kinder, hat sich mit Beginn der Emanzipation herauskristallisiert, so meine Erfahrung und Beobachtung. Warum das so ist, darauf möchte ich hier gar nicht weiter eingehen.
Es gibt auch andere Eltern, die anders fühlen und denken, so wie in den Freundeskreisen meiner Kinder, wo die jungen Eltern es als auch sehr anstrengend empfinden, schon im Geburtsvorbereitungskursus diesen Hype der werdenden Eltern miterleben zu müssen und später das Gejammer über die anstrengenden Kinder. Eine Bekannte von mir ist schon sehr lange als Hebamme tätig und muss immer wieder feststellen, dass die jungen Eltern heute ziemlich verkopft sind und kein natürliches Gespür mehr weder für sich, noch für ihre Babys haben und sich dadurch eine Menge Probleme aufhalsen.

Lieber FS, ob eure Elternschaft anstrengend und die Kinder nur anstrengend sind und werden, das hängt auch ganz viel von euch selber ab und ob ihr euch von anderen infizieren lasst und mit jammert.
Macht doch einfach nicht mit bei dem Wettbewerb, wer die schlimmste Geburt und die anstrengendsten Kinder hat.....So einfach ist das....
 
  • #28
Das ganze gibt mir zu denken. Nein, wenn ich ehrlich bin, macht es mir Angst.
Hallo Vaterrolle,

ich habe deinen Beitrag mal auf einen, vielleicht auch den Kern fokussiert: Du stehst gefühlt an einer Schwelle in der Partnerschaft und weißt nicht, ob du die wirklich überschreiten willst. Als die Entscheidung weiter weg lag, hast du gesagt: Im Prinzip ja, aber jetzt wird es konkret, und du hörst auch von den Schattenseiten der Vaterrolle.
Wenn du erfahrene Lehrer nach ihren Erfahrungen mit Abiturienten fragst, dann sagen viele: Die werden zum Schluss noch einmal richtig kindisch, vor der Einschulung und auch vor der Pensionierung / Verrentung gibt es analoge Erscheinungen.

Umbrüche, die mit neuen Möglichkeiten, aber auch mit Verzicht zu tun haben, machen einen unsicher oder einem sogar Angst. Nun ist bei Einschulung, Schulabschluss und Berufsantritt und schließlich auch beim Ruhestand deutlich: Die Fragen lassen sich nicht unendlich aufschieben, irgendwann ist der Umbruch fällig.
Das gilt auch für das Elternwerden: Du musst dich nicht fortpflanzen (und vielleicht gelingt das auch überhaupt nicht, wer weiß), aber du musst dich entscheiden, gerade wenn dir die Beziehung mit deiner Freundin am Herzen liegt. Zu sagen, ich mache erst einmal nichts und es läuft alles weiter wie bisher, klappt ebensowenig, wie als schulpflichtiges Kind weiter in den Kindergarten zu gehen. Irgendwann konfrontiert einen die veränderte Realität.

Du hast ja schon ein paar Stimmen gehört mit Licht- und mit Schattenseiten der Elternerfahrung. Ich könnte dir von unheimlich beglückenden Erfahrungen als Vater berichten wie auch von morgendlicher Erschöpfung, Wartezeiten in vollen Arztpraxen, Conny-Hörspielen auf längeren Autofahrten. Es ist in der Tat eine ganz besondere Erfahrung, mit dem eigenen Kind noch einmal Kind werden zu dürfen und zu müssen und zu erfahren, dass das Leben und die Liebe im Kern Geschenk sind (bei aller und trotz aller Arbeit).

Nur, was hast du davon? Willst du eine Strichliste führen mit Pro- und Contrastimmen aus Arbeitsumfeld und Forum? Sprich mit deiner Freundin über deine Ängste, werde dir klar, ob die Angst oder doch die alte Offenheit größer sind im Blick auf Kinder und sortiert euch gemeinsam neu.
Wünsche dir, unabhängig von deiner Entscheidung, einen guten Weg in Partnerschaft und ggf. Familie.
(m35)
 
  • #29
Es ist gut, dass du dir Gedanken machst - im Vorfeld. Aus negativen Beispielen kann und sollte man lernen. Es kommt darauf an, was deine Freundin und du daraus machen. Der Mensch wächst mit den Aufgaben. Schon ein Kind krempelt dein Leben/eurer Leben um wie nichts zuvor oder danach - es ist aber auch mit nichts zu vergleichen. (Mann, mit bald 27jährigem Sohn und sehr positivem Fazit)
 
  • #30
Ich bin zwar nicht angesprochen mit Deinen Fragen, aber ich kann die Beobachtungen bestätigen. Der eine Mann meines Bekanntenkreises, der unbedingt ein Kind wollte, hat die Mutter gänzlich in der Rolle der Kümmerin gesehen, wie sich hinterher herausstellte. Er beklagt sich seitdem dauernd, wenn er was mit dem Kind tun MUSS, weil die Mutter nicht kann, und jammert, weil er keine Zeit mehr für sich hat, und lehnt ab, mit zum Kindersport zu gehen usw.
Die anderen Männer sind ganz offensichtlich nur wegen der Frau drauf eingegangen. Diese Frauen sind zu Hause, deswegen haben die Männer Probleme einzusehen, dass sie die Kinder auch mal betreuen müssen, weil die Frauen mal entlastet werden wollen. Es wird gern länger gearbeitet, auf berufliche Reisen gegangen.

Ich denke, man muss schon den Wunsch haben nach Kindern, sonst geht es dem Kind nicht gut mit diesen Eltern. JETZT scheint nur das, was Du für Dich willst, wichtig. Dann leb das, denn Du wärst kein guter Vater mit der Einstellung, dass Du nur guckst, wie das Kind stört. Die Frau merkt, dass ihr das Kind "übergeholfen" wird, denn der Mann "macht nicht mit" bei "Familie".
Hier im Forum lese ich von sexueller Frustriertheit.
Naja, da frage ich mich, woher die zweiten und dritten Kinder kommen. Manchmal habe aber ich den Verdacht, dass manche Frauen, die nach dem ersten Kind zu Hause blieben, nicht wieder ins Berufsleben wollen und dann muss mit Vierzig noch ein Kind her. Aber es gibt ja auch Eltern, die ihre Kinder lieben und gern Kinder haben. Ein Paar kenne ich auch, bei denen das so ist und nicht aus Langeweile oder dem Wunsch, den Mann an sich zu binden, oder Rechtfertigung der Frau, nicht arbeiten zu müssen, noch mit 39 ein drittes Kind kam.

Ich denke, Du bist zu jung. Irgendwann merkst Du vielleicht, dass das Weggehen und alles das, was Du jetzt noch als Lebenserfüllung siehst, Dir nichts mehr bringt. Vielleicht hast Du dann den Wunsch nach einem Kind und empfindest es nicht mehr als Einschränkung Deiner Freiheit, sondern als Geschenk.
Von daher würde ich mich nicht unter Druck setzen. Die beiden Frauen in meinem Umfeld, die unbedingt ein Kind woll(t)en, waren total verkrampft und es sah absolut nicht danach aus, dass es um das Kind geht/ging. Die eine hat keinen Job gefunden als Akademikerin, war dorthin gegangen, wo ihr Mann den Doktor machte, und langweilt sich jetzt. Er ist bislang total dagegen, ein Kind zu kriegen. Die andere war Ü30 und wie besessen, hatte auch keinen Job gefunden als Akademikerin. Letztere hat Frauen gehasst, die über ihre Kinder erzählten und musste, nachdem sie endlich ein Kind hatte, jedes Gespräch an sich reißen und übers Kind reden.

Ich denke, die Männer, die Dir da was erzählen, sind einfach noch nicht reif für ein Kind gewesen und hatten im Kopf, dass die Frau sich drum kümmert, und alles weiter ist wie bisher.