• #31
Liebe FS, ich denke, wenn du kein klares Ja hast, dann ist es ein Nein.

Ich muss gestehen, als Teenager habe ich im trotzigen Überschwang behauptet, ich würde eher abtreiben, wenn ich schwanger würde und stattdessen Kinder adoptieren. Ich habe zu der Zeit aber auch Kinder betreut und hatte sie immer gern um mich.
Als ich mit 22 ungeplant schwanger wurde, habe ich dann keinen Moment über Abtreibung nachgedacht, sondern das Kind bekommen. Es wurden letztendlich vier. Das einzige, was ich vielleicht bereue, ist, dass ich nicht Kinder UND erfüllenden Beruf haben konnte. Aber die Kinder haben mich nicht unglücklich gemacht.

Diese Tendenzen sehe ich bei dir nicht. Und euer beider Reaktion auf die befürchtete Schwangerschaft bestätigt das. Dann solltest du dabei bleiben, du wirst mit Kind vermutlich nicht glücklicher, sondern eher das Gegenteil.
 
  • #32
@Aries preist so etwas als Weg ins Glück. Na gut es gibt verschiedene Wege ins Glück

??? Weg ins Glück??? Verstehe Deine Aussage nicht.
Außer, dass Du Tom und mich angreifst. Mit Unterstellungen? Warum?
Weil wir nicht alles hinterfragen? Analysieren? Tom und ich leben völlig unterschiedliche Leben. Nur eines haben wir gemeinsam, wir sind mit unseren Partnerschaften zufrieden, genießen Glücksmomente. Du arbeitest Dich auf an Deiner Bekannten.

Weg zum Glück. Korrektur, Weg zur persönlichen Zufriedenheit.
Ganz einfach. Wissen, was man will. Wissen, was einem gut tut. Danach leben.
Jeder hat seinen eigenen Weg.

Bei der Frage Kinder braucht es für mich ein klares Ja. Ein Vielleicht, kann sein, sollte man Kindern nicht zumuten. Das Risiko, dass aus Vielleicht ein Nein wird, ist gegeben. Leidtragende sind die Kinder.

@mokuyobi, das Ja muss aus dem Gefühl kommen.
Du bist reflektiert, sortierst. Wo sind Ängste, Blockaden, was fühlst Du. Wer bist Du. Das hilft Dir unabhängig von der Kinderfrage.
Es ist kein Makel, langsamer zu sein, bedächtig bei Entscheidungen und zögerlich bei Neuem. Das bist Du.

Meine frühere Frau und ich wollten damals beide Familie. Es war Ja. Ein instinktives und ein überlegtes. Es gab schwierige Zeiten, aber am Ja habe ich nie gezweifelt. Jetzt habe ich noch 2 dazu bekommen, die Kinder meiner Partnerin. Ich finde es phantastisch. Möchte es nicht missen.

M, 54
 
  • #33
Davon abgesehen ist für mich alleinerziehend auch das absolute Schreckensgespenst; müsste ich mich entscheiden, würde ich definitiv sagen: Dann auf jeden Fall KEIN Kind, wenn das schon absehbar wäre.)
Ich finde, das ist ein guter Grund, kein Kind zu wollen. Beziehungsgarantien gibt es nicht. Zu einem Kind musst du stehen können - ganz allein, auch wenn die Vorstellung, das alles zu zweit machen zu wollen, natürlich schöner wäre.

Das größte Indiz, dass du nicht reif bist für ein Kind, ist deine Erleichterung, dass du nicht schwanger warst. Du hättest auch im Stillen enttäuscht sein können. Warst du aber nicht.

Also ich stimme Tom vollumfänglich zu. Du kennst die Antwort, willst sie aber nicht wahr haben. Und du schiebst die Verantwortung für die Entscheidung so ein bisschen auf deinen Freund. Du für dich musst wissen, ob du mit ihm ein Kind möchtest - denn der richtige Mann dafür scheint er ja zu sein. Aber die Entscheidung, ob du eins möchtest - mit ihm - das kann er dir nicht abnehmen.

Wenn dich weiterhin Zweifel umtreiben, würde ich auch ein paar "Privatstunden" bei einer Therapeutin nehmen. Am Thema Kind - ja oder nein - und wie dringlich der Wunsch ist, hängen sehr viele, oftmals nicht bewusste seelische Schichten, die eine reife Entscheidung verkomplizieren und manchmal verunmöglichen.

Mit der Angst, keine gute Mutter zu werden, verkompliziert man auch die Beziehung zum Kind. Die kann sich dann von Anfang an nicht wirklich gut entwickeln, weil dann das Kind zeigen und rückmelden soll, dass man eine gute Mutter ist, denn du weißt es ja nicht für dich. Das heißt, das Kind muss die Emotionen der Mutter stützen, und nicht umgekehrt. Und es macht es, in dem es früh lernt, seine Bedürfnisse zu ignorieren, um deine zu befriedigen. Ich weiß, wovon ich rede, bin ja Rabentochter :)

Bisschen zweifeln ist ja okay, aber bei dir hat es, wie gesagt, ein Erleichterungsgefühl gegeben, als du nicht schwanger warst, und das würde ich sehr, sehr ernst nehmen. Möchtest du wirklich Hilfe bei der Entscheidung, gönne dir professionelle. Dein Kind sollte es dir Wert sein.
 
  • #34
Ich wusste immer, dass ich Kinder wollte. Am liebsten zwei und das kam auch so. Trotzdem bin ich keine Mutter, die in dieser Rolle voll aufgeht. Ich wollten immer auch arbeiten und meine Hobbies ausleben, also was für mich tun. Der Vater meiner Kinder hat das mitgetragen, wir haben uns gut ergänzt - und tun das noch heute, trotz Trennung. Die Beziehung scheiterte nicht am Elternsein.

Natürlich sind Kinder auch mal anstrengend, aber es überwiegt zumindest in meinem Fall bei weitem die Freude. Ich war und bin selber sehr entspannt und das führt zwangsläufig zu ebenso entspannten Kinder.
 
  • #35
Hallo mokuyobi

Lies einfach - vielleicht mit ein paar Tagen Abstand - Deine Frage und spüre, wo Du aus dem Gefühl geschrieben hast und wo aus dem Verstand. Wenn Du das machst, dann hast Du die Lösung.

Alles Gute, Kurt
 
  • #36
Du hast zu viele Zweifel. Ich denke, du solltest das bleiben lassen. Außerdem hast du ziemlich realitätsferne Vorstellungen davon, wie es ist, Kinder zu haben.
Ich war auch ohne Kinder soweit glücklich und zufrieden. Wenn ich keine Kinder bekommen hätte, wäre ich wohl auch noch immer zufrieden. Gibt ja genug interessante Sachen, denen man sich widmen kann. Jedoch hatte ich immer das Gefühl, dass ich irgendwann mal Kinder haben werde und bei einem war ich mir ganz sicher, dass ich bestimmt ein guter Vater sein würde. Das hatte ich nie angezweifelt. Dieser natürlicher Zugang und dieses Vertrauen sehe ich bei dir überhaupt nicht. Bevor meine Frau das erste Kind bekam, sagte eine Bekannte zu mir, "du wirst eine ganz neue Art von Liebe kennen lernen." Sie hatte völlig recht damit. Hier wird ein wenig einseitig dargestellt, welche Einschränkungen und Anstrengungen Kinder bedeuten, aber es wird zu wenig betont, welche Freude sie bringen.

Und die perfekten Rahmenbedingungen für ein Kind gibt es sowieso nie. Wenn du auf die wartest, kannst du auf den Sankt-Nimmerleins-Tag warten. Aber wie gesagt, hab ich das Gefühl, dass dir der natürliche Zugang zu dem Thema fehlt. Und das als Biologin! :)
Übrigens ich bin auch introvertiert. Die Kinder stören einen überhaupt nicht dabei, über irgendwelche Sachen nachzubrüten. Gut, sie schränken die Zeit dafür ein wenig ein, weil immer etwas wichtiger ist, als die Hirnflöhe, denen man gerade nachhängt. Ich denke, die, die gerne um die Häuser ziehen, werden durch ein Kind mehr eingeschränkt als ein Introvertierter, der eh auch gerne mal für sich ist.

Meine frühere Frau und ich wollten damals beide Familie.
Haha. Ach Lionne, deine Geschichten werden auch immer bunter. Jetzt warst du schon mit einer Frau verheiratet ...
 
  • #37
Mir ging es genauso. Ich wollte nie Kinder, ich kann mit Kleinkindern nichts anfangen bzw finde ich sie mindestens langweilig. Aus Angst vor der Reue wurde ich mit 39 schwanger. Ich liebe meine Tochter. Meistens. Aber ich langweile mich zu Tode, wenn ich sie betreuen muss. Ich kann dann mein Unglück dann kaum fassen. Hundertmal anschieben auf der Schaukel. Nur ein beispiel.Ich bereue es sehr, ich denke, wenn ich das Kind groß habe, werde ich einfach vor Erschöpfung sterben. Es ist einfach zu spät, aus heutiger Sicht würde ich sagen, es wäre besser, das Kind ganz jung zu bekommen. Wenn du so zweifelst schon, dann lass es lieber. Mir ging es genauso!
 
  • #38
Mir war spätestens ab 16 klar, daß ich Nachwuchs großziehen wollte. Mir war spätestens ab 25 klar, daß das mit westlich konsumistischen Frauen nicht geht; die allermeisten deutschen Frauen sind kinderfeindlich, unfähig zu Commitment (also langfristiger Verpflichtung, Hingabe, Bindung) und stellen sich die Kinderfrage erst so ab 30, wenn sie so viele Probleme angesammelt haben, daß eine Familiengründung mit ihnen dem Russisch-Roulette-Spielen mit einer vollgeladenen und entsicherten AK-47 gleichkommt.

Glücklicherweise sind westlich-konsumistische Frauen weltweit gesehen sehr gering an Zahl, so daß ich glücklich verheiratet mich meiner Frau und unserer Tochter widmen kann. :)
 
  • #39
Auf der anderen Seite gibt es natürlich Dinge, die mich daran interessieren würden: Einem Kind etwas beibringen, vorlesen, sehen, wie es sich entwickelt und lernt
Das sind mE keine guten Gründe. Wenn jemand solche Erwartungen hat, also quasi, dass das Kind ihn unterhält mit seiner Lernbegierigkeit, die vielleicht nicht vorhanden ist, oder was anderes will als Vorlesen, z.B. im Wald rumlaufen oder was anderes, was Dir überhaupt keinen Spaß macht, dann gibt es Probleme. DU bist ja die Mutter, DU musst Dich auf Dein Kind einstellen und gucken, was es will, statt selbst mit Erwartungen zu kommen, dass das Kind Dir was geben soll.
Ich kenne leider auch Arbeitskolleginnen, die sagen, hätten sie vorher gewusst, wie anstrengend Muttersein ist, hätten sie sich wohl anders entschieden, obwohl sie ihre Kinder lieben.
Nee, das glaube ich nicht. Entweder, sie würden sich eigentlich doch wieder fürs Kind entscheiden, also labern nur, weil es gerade anstrengend ist und man was "Bedeutendes" sagen will, oder sie lieben ihre Kinder nicht und würden sie am liebsten abgeben, wenn das ginge, ohne dass es verwerflich aussehen würde. Wenn einer sagt, er bereue seine Entscheidung, liebt er nicht, was daraus für ihn entstanden ist. Ich denke, wer liebt, sagt: "Das ist sooo anstrengend, aber um nichts auf der Welt würde ich mein Kind wieder hergeben." Und nicht vor dem Punkt stehenbleiben, sich mal vorzustellen, dass morgen alles anders sein könnte und das Kind wieder "weg" sein könnte.

Ich bin rundum glücklich und fühle auch keine Leerstelle oder den Wunsch nach einer Veränderung.
Ich finde, das ist eine gute Begründung, dass Du nichts ändern solltest. Nimmst Du die Pille? Falls ja, könnte Dir das was bzgl. Kinderwunsch verfälschen.
Ich denke, wenn jemand von sich sagt, dass er gern die "liebe Tante" ist und MAL ein Kind zu bespaßen toll findet, dann ist er kein Elterntyp, denn Vorlesen und Bespaßen ist ja nur ein sehr kleiner Teil und das Kind ist rund um die Uhr da, Du hast die Verantwortung, dass es ihm gut geht. Es muss zu bestimmten Zeiten essen, JEDEN Tag, es wird ab und an krank, es wird sich Dir widersetzen, Du wirst manchmal nicht wissen, warum es weint und nicht aufhört, Du wirst lange Zeit wohl nachts nicht durchschlafen, Dein Leben ist ab jetzt nicht mehr ohne, außer Du findest jemanden, der das Kind betreut, mal für ein paar Stunden, aber die ersten Monate bist Du der "Ansprechpartner".
 
  • #40
Hallo,

nein es wäre bestimmt nicht einfacher wenn dein Freund eine klare Meinung zum Thema Baby hätte! Du bist die Mutter und das potenzielle Baby wächst in deinem Bauch auf also ist es logischerweise deine Entscheidung, ob du ein Kind willst oder nicht. Natürlich wäre es toller zu wissen, dass der Partner den Kinderwunsch zu 100% vertritt aber das ist nicht zwingend nötig und auch nicht relevant! Wie bei jeder Sache gibt es zwei Seiten der Medaille. Alles hat seine Vor - und Nachteile. Das ist bei einem Kind nicht anders. Ich denke schon, dass du dazu tendierst ein Kind zu bekommen, nicht wahr? Und du hast deinen Partner getestet mit der Nummer um zu sehen wie er reagiert, wärst du wirklich schwanger. Lass mich dir sagen, liebe FS, es spielt keine großartige Rolle wie er es findet, dass was in deinem Bauch wächst! Triff mit deinem Körper bitte deine eigenen Entscheidungen. Und lass deine Wünsche nicht kleinreden! Bitte sei stark und steh zu dir selbst. Du musst Angst vor Niemandem haben! Alles Gute wünsche ich dir weiterhin :)
 
  • #41
Also ich finde wichtig, sich mit diesen Illusionen und schönen Vorstellungen zu beschäftigen, die man über Kinderhaben hat. Stundenweise die liebe Tante sein, ist was ganz anderes. Ich denke, wenn man ein Kind will, muss man erstmal diesen egoistischen Wunsch haben, ein Kind zu wollen, denn reine Selbstlosigkeit nehme ich auch nicht an bei Frauen, die Mütter werden wollen. Es gehört für sie dazu als egoistischer Wunsch, sie spüren, dass sie ein Kind wollen. Dein egoistischer Wunsch ist ja, Deine Freiheit zu behalten, Du hast nur Bedenken, dass Du irgendwann vielleicht den egoistischen Wunsch nach einem Kind haben könntest. Ergo würde ich sagen, bleibe kinderlos. Nur, weil Deine Zeit abläuft, heißt das ja noch lange nicht, dass man "vorgreifen", also "vorsorgen" muss für irgendwann, FALLS man es sich doch mal wünschen KÖNNTE. Man MUSS ja kein Kind haben, nur weil man ne Frau ist.

und wäre ja auch schlimm, wenn die Kinder das mitkriegen würden
Die kriegen das mit, dazu braucht es doch keine Worte. Eine liebende Person öffnet sich emotional und stellt sich auf den anderen, also das Kind, ein. Sie kriegt nicht das Rennen, wenn das Kind emotionale Bedürftigkeit zeigt, oder reagiert kalt wie ein Stein.
Würdest Du es nicht auch merken, wenn Dein Partner eigentlich weg wollte von Dir, Dich nie wollte oder nicht mehr will, aber Dir vormacht, dass er sein Schicksal, mit Dir zusammensein zu müssen, erträgt aus irgendwelchen Gründen? Ich denke, dazu müsste er das auch nicht sagen, Du würdest es fühlen, dass sich keine emotionale Verbindung ergibt, dass er in entscheidenden Momentan nicht da ist, dass er das Falsche tut und sagt, wenn es Dir schlecht geht. Kinder fühlen auch, sie haben sogar erstmal nur das und verstehen Worte nicht. Und sie geben immer sich die Schuld, wenn sie nicht geliebt werden.
Die Kinder solcher Mütter, die das wirklich ernst meinen und so empfinden, tun mir wirklich leid. Meist kämpfen sie sehr um Beachtung und Liebe, und das vergeblich. Denn das macht anhänglich und genau davor wird die Mutter wegrennen, weil sie sich so eingeengt fühlt durch die Bedürftigkeit des Kindes. Dann kommt zu dem Gefühl, eine Mutter zu haben, die nicht versteht, noch das Abgelehntwerden-Gefühl für das Kind zu allem dazu.

Und das alles schließt noch gar nicht die Gewalt, psychische und physische, ein, die Mütter gegen ihre Kinder richten, weil sie frustriert sind darüber, ein Kind haben "zu müssen" oder überfordert sind. Frauen, die sich sehr ein Kind gewünscht haben und nicht irgendwelche Illusionen hatten, sind viel später überfordert als Frauen, die die Entscheidung bereuen oder sich dachten, Kindhaben ist, dass sie ihren Spaß haben werden. Oder denken, wg. des Kindes bei einem Mann bleiben zu müssen, den sie nicht mehr lieben, oder denken, sie würden ihr Leben verpassen, weil sie das Kind betreuen müssen.
 
  • #42
Ich wollte nicht unbedingt Kinder und hatte zb berufliche Ziele und Träume, die ausserhalb des hamsterrades waren.
Da man mir gesagt hat, dass ich nur eine geringe Chance habe, auf natürlichem Wege welche zu bekommen, mein damaliger Mann gerne Kinder wollte: hab ich die Natur entscheiden lassen.

Vom Kap der guten Hoffnung kam ich mit Zwillingen zurück und habe seit dem nicht das Leben welches ich mir erträumt habe.
Mann früh weg, Karriere bei Teilzeit futsch und völliges Hamsterrades.
Und meine Jungs waren nie so anstrengend wie jetzt mit 19Jahren.

Bei mir hat es aber funktioniert, dass mit dem Lieben und andere Dinge nicht so wichtig zu nehmen.
Ich hatte mit der Geburt sozusagen meinen Platz im Leben gefunden und bin mal richtig genervt aber hatte nie das Gefühl etwas verpasst zu haben.
Obwohl es in den 15 Jahren oft schwer war.

Das allerdings war reines Glück und ich kann nur jeder Frau raten, sich zu überlegen: kann ich das auch gut alleine schaffen.
Und das wirklich langfristig, denn ich zb bekomme definitiv auch mal weiniger Rente.

Nichts ist schlimmer als Kinder die sich nicht gewollt und geliebt fühlen.

Und es ist deshalb auch gut, sich gegen Kinder zu entscheiden wenn man dafür eben nicht der Typ ist.

So oder so kommt immer mal der Moment wo man denkt: hätte ich mal oder hätte ich mal nicht.
 
  • #43
Wahrscheinlich hat euch eurer Vater, deinen Bruder und dich über weite Phasen, ebenfalls nur als Last, Störung, Pflicht und Quell freudlosen Lebens gesehen
Hui, jetzt geht es aber rund im Forum. Wobei ein wenig recht geben muss ich @Ejscheff schon, klingt schon ein wenig egozentrisch lieber Tom.
Ich finde mich hier auch bei mokuyobi 1:1 wieder: Babies, ob im Frotteeanzug oder nicht, liessen mich zumindest bis ca. 36 ziemlich kalt.
. Ich war nie ein besonderer Kindermensch; selbst als Kind habe ich mich lieber mit Erwachsenen unterhalten.
Mit 36 traf ich dann erstmalig einen Mann, der Kinder wollte und mit 37, 38 tickte zumindest meine Ibiologische Uhr gewaltig. Ich kann bis heute nicht verstehen, dass jemand mehr als 2 Kimder hat. Alleine diese jahrelangen Spielplatzbesuche, Schwimmbadbesuche etc. über Generationen, hätten mich total gelangweilt. Es gibt ja über regretting motherhood ganze Bücher. Ich habe nie eines gelesen, weil mich dieses Thema nicht interessierte, sondern eher verwunderte.
Meine Tochter ist das Beste, was mir in meinem Leben gelungen ist und ich habe wirklich noch NIE für eine Sekunde meine Mutterschaft bereut. Ich kenne auch keine einzige Mutter, die das getan hätte - und ich kenne viele Mütter.
Also, wenn nur kinderliebende, mütterliche, selbst strickende und selbst einkochende, nicht arbeitende Frauen Kinder bekommen würden, wäre die Geburtenrate vermutlich noch um einiges geringer.
W,64
 
  • #44
hr extrovertiert ist, dann kommt man wohl mit einem Kind und dem Stress, das dieses Leben mit sich bringt, auch besser klar.
Das ist aber für das Kind nicht gut. Bei uns liegt diese Situation vor.

Die (extrovertierten) Eltern dürfen durch ihre Leben und Lwbensführung die Kinder nicht erdrücken ,sondern müssen Freiräume lassen.

Und das ist sowohl persönlich schwer umzusetzen als auch gesellschaftlich geächtet.

Heute besteht ein riesiges Problem, kaum ein Kind kann sich so ausprobieren, wie ich das damals durfte und konnte. Natürlich mit allen Gefahren und Risiken, die heute niemand mehr tragen will.
Mit tut das wirklich leid für die heutigen Kinder.
 
  • #45
Liebe FS, ich kann es 100%ig nachvollziehen. Wenn man sich einen Beruf aussucht, dann fragt man VIELLEICHT Menschen, die sich gegen den Beruf entschieden haben. Aber vor allem Leute, die in diesem Beruf arbeiten.
 
  • #46
Hallo mokuyobi,

ich war auch immer unentschlossen, was die Kinderfrage anging. Mit Mitte 30 war ich dann mal für eine Woche bei einer Freundin (AE) mit kleiner Tochter (ein wirklich ganz liebes Mädel) zu Besuch. Die Woche war sehr schön, sicher auch, weil das Mädel sehr unkompliziert war.

Aber: bei mir kam nie der Gedanke auf, mir würde etwas fehlen. Das Thema Kinder ja oder nein hatte ich damit für mich beantworten können und auch jetzt, mit über 40, habe ich nicht das Gefühl, etwas verpasst oder falsch gemacht zu haben. Rückblickend betrachtet, ich hatte ca. 15 - 20 Jahre dafür Zeit gehabt, das Thema anzugehen, und ich habe eine ganze Menge anderer Dinge getan. Wäre mein Kinderwunsch ausgeprägter gewesen, hätte ich mich wohl sicher anders entschieden.

Quartier dich doch einfach mal für eine Woche bei Freunden mit Kind/ern ein ;-)

LG
 
  • #47
Nee, das glaube ich nicht. Entweder, sie würden sich eigentlich doch wieder fürs Kind entscheiden, also labern nur, weil es gerade anstrengend ist und man was "Bedeutendes" sagen will, oder sie lieben ihre Kinder nicht und würden sie am liebsten abgeben, wenn das ginge, ohne dass es verwerflich aussehen würde. Wenn einer sagt, er bereue seine Entscheidung, liebt er nicht, was daraus für ihn entstanden ist. Ich denke, wer liebt, sagt: "Das ist sooo anstrengend, aber um nichts auf der Welt würde ich mein Kind wieder hergeben." Und nicht vor dem Punkt stehenbleiben, sich mal vorzustellen, dass morgen alles anders sein könnte und das Kind wieder "weg" sein könnte.

Also, wenn du das nicht glaubst, gehst du eben sehr von dir aus. Ich kenne eben solche Mütter und hier haben ja bereits welche geschrieben, dass es ihnen ähnlich geht. Keine von denen sagt, sie liebt ihr Kind nicht, sondern nur, das sie es wohl im Rückblick anders entschieden hätte. Und klar gibt es auch Mütter, die ihre Kinder nicht lieben können usw, das ist aber sicher sehr selten. Dafür gibt es dann eben auch Kinderlose, die das später bereuen.

Ich finde es sehr interessant, was hier viele schreiben. Schade ist meiner Meinung nach, dass einige sich gegenseitig so angreifen und runtermachen. Jeder hat doch einen anderen Zugang aus den unterschiedlichsten Gründen und den anderen für seine Meinung zu verachten, empfinde ich als ungerecht. Es tut ja niemandem weh, wenn jemand keine Kinder oder viele Kinder bekommt, besonders, wenn derjenige dann mit seiner Wahl glücklich ist. Die Extrempositionen von den westlichen Frauen, die keine Mütter sein wollen und alle hedonistisch sind (ich kenne ja genügend Mütter, die unbedingt Kinder wollten und lange brauchten, um einen Mann zu finden, der das will!) und auf der anderen Seite, dass Kinder immer eine Beziehung zerstören und die Mütter dann unattraktiv und verblödet sind - das find ich schon krass. Kommt aber wohl meist von Männern. Das ist ja nun wirklich ein Thema, bei dem jedem seine eigene Meinung für sich selbst und seine Zukunft erlaubt sein sollte, glücklicherweise. Dafür muss man aber nicht andere runtermachen, die das anders sehen.
 
  • #48
Du hast zu viele Zweifel. Ich denke, du solltest das bleiben lassen. Außerdem hast du ziemlich realitätsferne Vorstellungen davon, wie es ist, Kinder zu haben.

Und die perfekten Rahmenbedingungen für ein Kind gibt es sowieso nie. Wenn du auf die wartest, kannst du auf den Sankt-Nimmerleins-Tag warten. Aber wie gesagt, hab ich das Gefühl, dass dir der natürliche Zugang zu dem Thema fehlt. Und das als Biologin! :)
.

Was bitte ist denn ein natürlicher Zugang zu dem Thema? Es gibt hier ja offensichtlich alle möglichen Leute, die das Thema unterschiedlich angegangen sind, seien sie für oder gegen Kinder für sich selbst. Ich finde es schräg, anderen Leuten so etwas zu sagen. Ich bin Biologin, Naturwissenschaftlerin; mir ist klar, dass ohne Kinder jede Art ausstirbt und der Wunsch, Kinder zu haben, bei einem Großteil natürlich ist. Ich bin jemand, der sehr viel nachdenkt, bevor er Entscheidungen trifft, IMMER. Ich wäge da sehr rational ab, denn das ist typisch für Wissenschaft. Es gibt emotionale Typen, die sind da eben anders und gehen immer nach dem Bauch. Letzten Endes wird es wohl kaum einen großen Unterschied machen im Leben, denke ich. Aber man sollte nicht der Meinung sein, die eigene Art, Dinge zu sehen, wäre die einzig richtige.
Realitätsferne Vorstellungen kann ich bei mir auch nicht finden. Ich kann es eben noch nicht wissen, da ich keine Kinder habe, und mache mir Sorgen, ob ich mit dem, wie es dann ist, glücklich sein werde oder nicht. Die emotionale Bindung - der allergrößte Pluspunkt laut allen glücklichen Müttern, die ich kenne - an ein Kind kann ich ja vorher gar nicht beurteilen. Den Alltag bei Freunden und Kollegen, oder wie sich die Beziehung entwickelt hat, schon eher.
Ich finde es toll, wenn man einfach weiß, was man will, egal was. Ich kenne aber eben auch genug Leute, die sich bei wichtigen Entscheidungen schwer tun, und Kind ist ja so eine. Ich habe hier auch nicht gefragt, was ich denn tun soll :D Sondern, woher andere wussten, ja oder nein. Dass ich diese Entscheidung für mich allein und dann nochmal mit dem Partner treffen muss, ist mir ja völlig klar. Es ist einfach interessant, zu lesen, wie das bei anderen so war.
 
  • #49
Das ist aber für das Kind nicht gut. Bei uns liegt diese Situation vor.

Die (extrovertierten) Eltern dürfen durch ihre Leben und Lwbensführung die Kinder nicht erdrücken ,sondern müssen Freiräume lassen.

Und das ist sowohl persönlich schwer umzusetzen als auch gesellschaftlich geächtet.

Heute besteht ein riesiges Problem, kaum ein Kind kann sich so ausprobieren, wie ich das damals durfte und konnte. Natürlich mit allen Gefahren und Risiken, die heute niemand mehr tragen will.
Mit tut das wirklich leid für die heutigen Kinder.

Das stimmt natürlich auch.
Ich gebe dir auch recht, dass es heutzutage für Kinder viel schwerer ist, sich frei zu entfalten. Meine Kollegen fahren ihre Kinder von A nach B (was auch für die Eltern viel mehr Stress bedeutet, aber eben oft nicht anders geht). Ich hatte als Kind alles in Laufentfernung, bin allein zur Schule ab der 2. Klasse und zu allen Freizeitaktivitäten, hab mit anderen Kindern im Wald gespielt. Das war natürlich für meine (freiberuflichen) Eltern auch viel entspannter, als eine durchgetaktete Woche.
 
  • #50
Das größte Indiz, dass du nicht reif bist für ein Kind, ist deine Erleichterung, dass du nicht schwanger warst. Du hättest auch im Stillen enttäuscht sein können. Warst du aber nicht.

Das macht mir ja Sorgen; allerdings kenne ich einige Paare, die zuerst schockiert waren und das Kind nicht bekommen wollten, als sie ungewollt schwanger waren, sich dann nach langem Hin und Her doch dafür entschieden hatten und sich dann darauf freuten nach ein paar Wochen oder Monaten und jetzt tolle Eltern sind. Das ist vielleicht auch eine Persönlichkeitssache. Ich denke, da ich und mein Freund beide Veränderungen sehr schwierig finden und auch viel darüber nachdenken, was für Probleme eine Entscheidung mit sich bringt, ist das vielleicht auch nicht so aussagekräftig darüber, wie das gewesen wär, wäre ich wirklich schwanger gewesen und wir hätten das Kind bekommen. Leute, die da eher locker an Sachen rangehen oder vielleicht auch stärkere biologische Instinkte haben, freuen sich dann wohl direkt mehr. Wer weiß.
 
  • #51
L
Mein Eindruck ist, dass als Kind erlebte Muster für einen Kinderwunsch noch entscheidender sind als irgend welche Altergrenzen. Menschen mit einer toxischen Kindheit
[...]
Im Beitrag von Tom geht es weniger um Kinder als um die nur bedingte Verwendbarkeit von Frauen aus seiner Sicht. Ok wenn Frauen das lustig finden stimmt tatsächlich was mit mir nicht.

Zum ersten Punkt: ich hatte eine sehr glückliche Kindheit mit tollen Eltern, die mich über alles lieben und mich trotzdem zur Unabhängigkeit ermutigt haben. Leider keine Geschwister, weil das hier auch jemand gefragt hatte. Aber daran liegt es wirklich nicht.
Zum zweiten Punkt: ich bezog mich ausschließlich auf den ersten Gedanken von Tom, er hätte gern ein Kind, wenn es ein Junge und 16 Jahre alt wäre, weiter nichts.

Hallo mokuyobi,

ich war auch immer unentschlossen, was die Kinderfrage anging. Mit Mitte 30 war ich dann mal für eine Woche bei einer Freundin (AE) mit kleiner Tochter (ein wirklich ganz liebes Mädel) zu Besuch. Die Woche war sehr schön, sicher auch, weil das Mädel sehr unkompliziert war.

Aber: bei mir kam nie der Gedanke auf, mir würde etwas fehlen. Das Thema Kinder ja oder nein hatte ich damit für mich beantworten können und auch jetzt, mit über 40, habe ich nicht das Gefühl, etwas verpasst oder falsch gemacht zu haben. Rückblickend betrachtet, ich hatte ca. 15 - 20 Jahre dafür Zeit gehabt, das Thema anzugehen, und ich habe eine ganze Menge anderer Dinge getan. Wäre mein Kinderwunsch ausgeprägter gewesen, hätte ich mich wohl sicher anders entschieden.

Quartier dich doch einfach mal für eine Woche bei Freunden mit Kind/ern ein ;-)

LG

Das ist schön, diese Sicherheit würde ich mir auch wünschen :)

Ich hab ja einige Freunde mit Kindern (das sind dann meist zwei), bei denen ich ganze Wochenenden verbracht habe. Ich fand das immer ganz schön, abwechslungsreich, ich mag auch die Kinder gern und finde es spannend, wenn die Eltern von ihnen erzählen. Ich bin also keine Kinderhasserin oder so und auch nicht gelangweilt von Müttern. Ich hab dann gern mit den Kindern gespielt, vorgelesen, rumgetobt usw. Ich hatte aber danach dann das Gefühl, jetzt reichts erstmal wieder und vor allem nie den Gedanken "das möchte ich für mich haben". Allerdings ging das einer Freundin genauso, und jetzt liebt sie ihr Kind total, und meint, es sei eben einfach ihr Kind, das ist nicht zu vergleichen mit anderen.
Ich bin aber generell nie jemand gewesen, der denkt "das hätte ich auch gern" oder "so würde ich auch gern leben". Irgendwie war ich meist ziemlich zufrieden mit meinem jeweiligen Leben und solche Gedanken kommen mir da nie in den Sinn. Außer bei zwei Dingen: Als ich Single war, habe ich mir durchaus immer einen Partner gewünscht; und ich habe mir immer Geschwister gewünscht. So stelle ich mir das auch vor, wenn man unbedingt Kinder haben möchte, also vom Gefühl her.
 
  • #52
Ich hab dann gern mit den Kindern gespielt, vorgelesen, rumgetobt usw. Ich hatte aber danach dann das Gefühl, jetzt reichts erstmal wieder und vor allem nie den Gedanken "das möchte ich für mich haben". Allerdings ging das einer Freundin genauso, und jetzt liebt sie ihr Kind total, und meint, es sei eben einfach ihr Kind, das ist nicht zu vergleichen mit anderen.
Das nützt dir aber nichts, wie deine Freundin denkt. Du kannst das Kind ja nicht zurück geben, wenn es erstmal da ist und du merkst, das war es jetzt nicht. Du bist JETZT am Zweifeln und die gehen nicht unbedingt weg, wenn du ein Kind hast. Kinder sind süß ja, aber es gibt viele anstrengende Herausforderungen, die du meistern musst und da behindern dich die Zweifel so wie jetzt auch.
Du könntest dir ja sagen : so wie es gerade ist, ist alles ganz gut in meinem Leben, einen lieben Partner hab ich auch. Jetzt will ich gerade keine Kinder, aber wenn es sich irgendwann stimmig anfühlt für mich, werd ichs wissen, dass ich eines will.

So denkst du aber nicht! Das Gegrübele bringt dir exakt Null. Das Vergleichen mit anderen bringt dir auch exakt Null. Jeder bringt andere Voraussetzungen für sein Kind mit. Manche haben einen großen Wunsch und kämpfen dann nach der Geburt mit ablehnenden Gefühlen. Wieder andere wurden mit Tricks schwanger (ließen es drauf ankommen, weil sie nicht recht wussten, ob sie wollen) und lieben ihr Kind wenn es da ist und vermissen das alte Leben nicht.

Bist du am Zweifeln in dieser Frage, kennst du dich selbst nicht gut genug. Bei anderen Gucken hilft nicht bei der Selbsterkenntnis. Und so eine Denke, wie du sie präsentiert, schreibt sich dann im Umgang mit dem Kind fort. Du bist eher verkopft, agierst an deinen Gefühlen vorbei, oder versuchst, deine Gefühle mit Grübeln in die "richtige" Richtung zu bringen.

Du würdest dir Sicherheit wünschen, schreibst du. Die findest du in dir, wenn du sie hast. Hast du aber nicht. Sie wird nicht aus dem Nichts kommen. Und wenn du sie nicht hast, kannst du entweder weiterhin unsicher sein, oder richtig was dafür tun, um sie zu bekommen. Letzteres rate ich dir (nicht zuletzt, weil du ja doch auch irgendwie überlegst, Mutter zu werden), aber das braucht ein bisschen Mut, alte Wege zu verlassen.
 
  • #53
Du könntest dir ja sagen : so wie es gerade ist, ist alles ganz gut in meinem Leben, einen lieben Partner hab ich auch. Jetzt will ich gerade keine Kinder, aber wenn es sich irgendwann stimmig anfühlt für mich, werd ichs wissen, dass ich eines will.
[...]
So denkst du aber nicht! Das Gegrübele bringt dir exakt Null.
[...]
Du würdest dir Sicherheit wünschen, schreibst du. Die findest du in dir, wenn du sie hast.

Nun, so wie oben hab ich ja bisher gedacht. Ins Grübeln gekommen bin ich durch den Schwangerschaftsverdachtsfall und jetzt beschäftigt mich das Thema dadurch eben sehr.
Sonst würde ich das wohl noch fröhlich aufschieben und mit 38 in Panik verfallen. Vielleicht wärs auch einfach gut, nach den ausführlichen Gesprächen darüber erstmal ein halbes oder ein Jahr abzumachen, das wir warten, und dann nochmal zu schauen, wie es sich gefühlsmäßig so weiterentwickelt hat (das Thema aber nicht ständig ansprechen zwischendurch).
Am Anfang der Beziehung war die theoretische Möglichkeit natürlich ein wichtiges Thema. Seltsam ist eher, dass wir die ganze Zeit dachten, ja klar, halt später oder wenn es passiert, ist das eben so; und bei der real erscheinenden Situation war es dann plötzlich so anders. Vielen geht das ja eher andersdrum; sie denken, sie wollen kein Kind, sind dann zufällig schwanger und freuen sich überraschenderweise sofort drüber.

Ich bin übrigens nicht bei allem verkopft oder unsicher. In Partnerschaften oder auf der Arbeit oder auch im Verhältnis zu meinen Eltern bin ich emotional und stabil und habe auch eine Sicherheit, die ich mit Anfang 20 nicht hatte. Dieses Nicht-Entscheiden-Können betrifft wirklich nur große Dinge, die mein weiteres Leben massiv beeinflussen. Und selbst da bin ich mir bei manchen Sachen gleich sicher (z.B. was ich studieren wollte, da gab es gar keine Frage). Im Übrigen kann ich mir theoretisch verrücktere Entscheidungen bei solchen Dingen vorstellen, wird es dann konkret, verfalle ich in Panik. Dann ist es immer schwer zu sehen: Hat meine Entscheidung vorher mehr Gewicht oder das Gefühl kurz davor? Ich habe das meist dann durchgezogen und nicht mehr abgebrochen und das war hart, aber gut und im Endeffekt richtig. Nur eben beim Kind, da hängt dann jemand mit drin, der dafür absolut nichts kann.
Dass mir das Vergleichen mit anderen nichts bringt, habe ich ja nun schon mehrfach geschrieben. Ich wollte ja nur wissen, wie sich das für andere anfühlt, die sich sicher sind. Ich gehe nicht davon aus, dass ich hier eine Umfrage starte und mich dann nach der Mehrheit richte :D Es hilft ja manchmal schon, wenn man weiß, es gibt andere Leute in der gleichen Situation. Dann fühlt man sich nicht so schräg.
 
  • #54
Mir geht es genauso wie dir.
Ich dachte immer, wenn ich dann mal auf die 30 zugehe, wird sich meine biologische Uhr schon langsam melden & der Kinderwunsch wird aufkommen.
Tut er aber nicht, zumindest nicht in dem Umfang, in dem ich das von Freundinnen kenne.

Ich finde Kinder ja ganz süß, könnte mir iiiirgendwann auch ganz gut eines mit meinem Partner vorstellen, aber ich hätte auch ein Problem damit, meine Unabhängigkeit zu verlieren & meine Bedürfnisse erstmal selbst komplett zurück stellen zu müssen.
Das Modell Vollzeitmama bleibt zu Hause & Papa geht arbeiten, ist für mich auch unvorstellbar.
Den finanziellen Verlust kann & will ich nicht in Kauf nehmen, es sei denn ich gewinne davor noch in der Lotterie & nach einer Weile könnte ich vermutlich schreiend im Kreis laufen wegen der Eintönigkeit zu Hause.

Ich habe auch Biologie studiert & denke nicht, dass sich das Studium in diesem Falle positiv ausgewirkt hat. Vor allem vor der Schwangerschaft gruselt es mich richtig. Wenn Geburten so einfach & ungefährlich wären, würden Kinder nicht standardmäßig in Krankenhäusern zur Welt kommen. Die ganzen Veränderungen im Körper, der Verzicht & auch der viele Schlafmangel nach der Geburt, wenn das Kind nicht durchschläft usw.

Ich hab dann gern mit den Kindern gespielt, vorgelesen, rumgetobt usw. Ich hatte aber danach dann das Gefühl, jetzt reichts erstmal wieder
Genau so geht es mir auch. Alle Kinder wollen immer mit mir spielen, aber irgendwann bin ich froh sie wieder bei ihren Eltern abgeben zu können.

Andererseits ist der Gedanke an ein Kind, das wir geschaffen haben & sich weiter entwickelt schon toll, aber dann kommen wieder die Gedanken an die Nachteile.
Es klingt einfach so verdammt anstrengend.. & das alles für ein (angebliches) Glücksgefühl, das ich (noch?) nicht greifen kann..
Vielleicht ist es auch einfach nur Angst meine Freiheit zu verlieren, meine Karriere an die Wand zu fahren & den Rest meines Lebens finanziell von meinem Mann abhängig zu sein...
 
  • #55
Also, wenn du das nicht glaubst, gehst du eben sehr von dir aus.
Denk das einfach doch mal abstrakter.
Es sagt doch was aus, wie jemand, egal was, was formuliert. Das kommt ja von irgendwoher, und wenn er nicht rumlabert, weil er sich mal ausk*** will oder sich wichtig tun will, wie wahnsinnig gestresst er ist, kommt es aus seiner tiefsten Überzeugung, aus dem Grundgefühl, das er bei der Sache hat. Und wenn man Floskeln weglässt, die gesagt werden "müssen" aus gesellschaftlichen Gründen, bleibt ein Kern, die Wahrheit.

Mir ist auch bewusst, dass jemand launisch sein kann oder übertreibt und unterm Strich doch anders denkt. Aber ich finde wichtig, dann doch mal zu einer Entscheidung zustehen, dass man die Entscheidung doch FÜRS Kind getroffen hätte, aber das anstrengend findet, statt solche schrecklichen Sätze zu sagen. Ich finde es schrecklich, weil es zum Kind sagt "wenn ich die Macht hätte, würde es dich nicht geben" und weil sie zu anderen reden, als sei das Kind ein angeschafftes Ding, das man lieber nicht hätte. Und nee, sie sagen es dem Kind natürlich nicht, aber das seh ich wie mit Betrug. Nur weil man es nicht sagt, ist er ja trotzdem da.

Keine von denen sagt, sie liebt ihr Kind nicht, sondern nur, das sie es wohl im Rückblick anders entschieden hätte.
Siehst Du darin nicht auch einen Widerspruch? Und denkst Du selbst nicht auch, dass man "ich liebe xy" schnell sagen kann, aber viele Menschen gar nicht wissen, was das heißt, weil es ja ein GEFÜHL beschreibt, und dass das Gefühl nicht da sein kann, wenn man rückblickend so entschieden hätte, dass der Mensch xy lieber nicht da sein sollte?

Ich würde mich an deren Stelle fragen, ob ich froh wäre, wenn das Kind morgen weg wäre. Und wenn nicht, meine Haltung "ich würde anders entscheiden, wenn ich nochmal entscheiden könnte" sofort ändern und diesen Satz nie wieder sagen. Wenn er nicht stimmt, ist er einfach dämlich.
Und auch die Haltung "du bist mir sehr lästig, aber weggeben kann ich dich auch nicht" finde ich für eine Mutter fatal.

Stell Dir doch mal vor, Dein Partner würde sowas sagen: Rückblickend wäre er lieber nicht mit Dir zusammengekommen, aber er liebe Dich.
Es geht mir nicht darum, dass Du dann jederzeit gehen könntest, da Du ja erwachsen bist. Umso schlimmer, dass das Kind nicht gehen kann und es ertragen muss, bei einem Menschen zu leben, der so denkt. Es geht mir nur darum, ob Du Deinem Partner dann noch glauben würdest, dass er Dich liebt, wenn er zu anderen sowas sagt.
 
  • #56
Mit 5-6 Jahren als Kleinkind. Das hat sich durch diverse Dinge bemerkbar gemacht.

Ich sehe in dir schon einen Kinderwunsch, aber du kommst nicht in die Aktive, weil der Mann so unsicher ist. Ein richtiger Mann schnappt dich eben an der Hand und hat einen Familienwunsch mit dir.


Ich kenne leider auch Arbeitskolleginnen, die sagen, hätten sie vorher gewusst, wie anstrengend Muttersein ist, hätten sie sich wohl anders entschieden,
Qutsch mit Soße! Alles im Leben ist anstrengend! Ausbildung, Zweitjob, sein Leben managen, tausend Bücher lesen, ein Buch schreiben, Sport machen. Für alles muss man sich aufopfern bis zum Geht-nicht-mehr. Das formt einen nur!

Mein Leben ist ohne Kinder definitiv anstrengender, weil ich mir dafür anderes vorgenommen habe. Ich bin in verschiedenen Vereinen, habe völlig unterschiedliche Hobbys und drei verschiedene Jobs. Ich verlasse das Haus morgens um halb vier und arbeite häufig bis in die Nacht hinein. Morgens vor der Arbeit und abends nach der Arbeit mache ich jemals drei Stunden einen anderen Job. Hätte ich Kinder, würde ich das alles nicht machen, weil ich dann auch einfach andere Lebensaufgaben und Erfüllungen hätte.

Vor allem, wenn es eben kein gesundes Kind ist, sondern krank, eine Behinderung hat o.ä.?
OK, jetzt wirds schräg! Ich mach gerne Segelflug, aber ich habe mir vorher nie die Gedanken gemacht, was passiert, wenn ich mir dabei das Genick breche und dann lebenslang gelähmt wäre und nicht mehr arbeiten könnte. Beschwöre das Unglück doch nicht herauf. Und selbst wenn, dann geht es immer noch weiter. Hör auf, so verweichlicht zu sein!
Selbst ich könnte mit meiner Vielbeschäftigung locker ein Kind bekommen.
Oder bereue ich es später, keine Kinder zu haben?
Du bereust nicht die Kinder, die du nicht hast oder kennst, sondern dass du Chancen im Leben hast verstreichen, wie alle anderen, weil sie immer nur warten.

Es wär noch einfacher, wenn mein Partner eine klare Tendenz hätte, der eiert aber auch so rum.
Richtig! Das ist das Problem! Deswegen sagt man ja auch, ein richtiger Mann gibt den Ton/die Führung an. Ein starker Mann weiß, was er will und führt die Frau (hoffentlich ins Gute und in die Erfüllung für beide)
 
  • #57
@mokuyobi: Ich habe noch etwas nachzutragen. Sowohl mein Ex als auch ich sind introvertiert. Unsere Kinder auch. Das war zwar nicht immer ganz einfach, wir hatten das Glück, dass ab einem bestimmten Alter jedes Kind sein Zimmer hatte und sich zurückziehen konnte.
Familienunternehmungen fanden trotzdem statt, aber nach einem gemeinsamen Spieleabend waren wir häufig alle ziemlich platt ;).
Raus in den Wald, ans Wasser, auf jeden Fall in die Natur und keine Massenveranstaltungen.
Und Eltern, die es nicht vermissten, regelmäßig "auf Piste" zu gehen. Wie @Laubsk so schön schreibt, seine "Hirnflöhe" kann man auch einfach nebenbei pflegen.

Also zumindest das wäre meiner Meinung nach kein Hinderungsgrund :).

nach einer Weile könnte ich vermutlich schreiend im Kreis laufen wegen der Eintönigkeit zu Hause.

Das verstehe ich nie. Kannst du dich nicht allein sinnvoll beschäftigen? Ist nicht böse gemeint, aber ich kann das wirklich nicht nachvollziehen. Ich habe in jeder freien Minute gelesen und nachgedacht. Mir war nie langweilig und das ganz ohne Hausfrauen-TV. Aber vielleicht ist das so ein Introvertiert-vs.-extrovertiert-Ding?

Vor allem vor der Schwangerschaft gruselt es mich richtig. Wenn Geburten so einfach & ungefährlich wären, würden Kinder nicht standardmäßig in Krankenhäusern zur Welt kommen.

Quatsch. Kinder kommen standardmäßig im Krankenhaus zur Welt, weil das in den 50ern in Mode kam. Genau wie Fläschchen geben, weil man da die Menge abmessen kann und das ja unglaublich wichtig ist. Unter den heutigen Bedingungen ist das eigentlich albern. Ich habe zwei von meinen vieren zu Hause bekommen und kann dir sagen, dass das die bei weitem angenehmere Variante war.
Das größere Problem dürfte heutzutage sein, dass du für eine Hausgeburt kaum noch eine Hebamme findest und bald jede zweite Schwangere wegen irgendwas als risikoschwanger eingestuft wird und damit Hausgeburt eh nicht infrage kommt.
 
  • #58
Es hilft ja manchmal schon, wenn man weiß, es gibt andere Leute in der gleichen Situation. Dann fühlt man sich nicht so schräg.
Ich verstehe schon - die Denkanstösse.
Wie schaut es bei euch beiden denn inzwischen aus ? Immer noch erleichtert, nun doch nicht Eltern zu werden ? Beide genervt von dem Thema ?
Ewig aufschieben bringt auch nichts - du weisst als Biologin, dass Schwangerschaften nicht auf Kommando entstehen und manchmal eine Wartefrist seitens der Natur eingebaut ist.
Vielleicht solltest du dir anschauen, wie du auf Kinder bzw die Diskussion im Bekanntenkreis reagierst. Ich sehe es so - das Unterbewusstsein sendet dir die Signale, die für eine solche Entscheidung notwendig sind.
 
  • #59
Ich verstehe schon - die Denkanstösse.
Wie schaut es bei euch beiden denn inzwischen aus ? Immer noch erleichtert, nun doch nicht Eltern zu werden ? Beide genervt von dem Thema ?
Ewig aufschieben bringt auch nichts - du weisst als Biologin, dass Schwangerschaften nicht auf Kommando entstehen und manchmal eine Wartefrist seitens der Natur eingebaut ist.
Vielleicht solltest du dir anschauen, wie du auf Kinder bzw die Diskussion im Bekanntenkreis reagierst. Ich sehe es so - das Unterbewusstsein sendet dir die Signale, die für eine solche Entscheidung notwendig sind.

Ja, ich sag dann auf jeden Fall Bescheid :) aber ich denke nicht, dass wir das in den nächsten Tagen fest entscheiden. Erleichtert fühlen wir uns erstmal immernoch (wie gesagt, war ja kein Wunsch und wir mögen unser Leben seeeehr gern, wie es ist). Aber dass wir uns jetzt so intensiv damit beschäftigen ist ja schon mal ein Gewinn.
 
  • #60
Mit 5-6 Jahren als Kleinkind. Das hat sich durch diverse Dinge bemerkbar gemacht.

Ich sehe in dir schon einen Kinderwunsch, aber du kommst nicht in die Aktive, weil der Mann so unsicher ist. Ein richtiger Mann schnappt dich eben an der Hand und hat einen Familienwunsch mit dir.



Qutsch mit Soße! Alles im Leben ist anstrengend! Ausbildung, Zweitjob, sein Leben managen, tausend Bücher lesen, ein Buch schreiben, Sport machen. Für alles muss man sich aufopfern bis zum Geht-nicht-mehr. Das formt einen nur!

Mein Leben ist ohne Kinder definitiv anstrengender, weil ich mir dafür anderes vorgenommen habe. Ich bin in verschiedenen Vereinen, habe völlig unterschiedliche Hobbys und drei verschiedene Jobs. Ich verlasse das Haus morgens um halb vier und arbeite häufig bis in die Nacht hinein. Morgens vor der Arbeit und abends nach der Arbeit mache ich jemals drei Stunden einen anderen Job. Hätte ich Kinder, würde ich das alles nicht machen, weil ich dann auch einfach andere Lebensaufgaben und Erfüllungen hätte.


OK, jetzt wirds schräg! Ich mach gerne Segelflug, aber ich habe mir vorher nie die Gedanken gemacht, was passiert, wenn ich mir dabei das Genick breche und dann lebenslang gelähmt wäre und nicht mehr arbeiten könnte. Beschwöre das Unglück doch nicht herauf. Und selbst wenn, dann geht es immer noch weiter. Hör auf, so verweichlicht zu sein!

Richtig! Das ist das Problem! Deswegen sagt man ja auch, ein richtiger Mann gibt den Ton/die Führung an. Ein starker Mann weiß, was er will und führt die Frau (hoffentlich ins Gute und in die Erfüllung für beide)

Erstmal geht es mir darum, dass man bestimmte Dinge mit in Kauf nimmt, die passieren können. Daran sieht man, dass man das unbedingt will. Bekannte von mir machen keine Untersuchungen auf Behinderungen in der Schwangerschaft. Denn sie wollen ein Kind, egal, ob es gesund ist oder nicht. Das ist doch schön, wenn man sich vollen Herzens so für etwas entscheidet, dass man schlechte Sachen in Kauf nehmen will. Ich bin nicht verweichlicht, ich frage mich, ob das ein Zeichen dafür ist, dass mein Wunsch nur für den perfekten Zustand existiert.

Ich finde es auch nicht gut anderen ihre Meinung anzusprechen. Es gibt nun mal Mütter, die so denken, und die sagen das ihren Kindern nicht, aber mir im Vertrauen. Es sind nicht viele, aber das gibts. Willst du jetzt anderen Menschen ihr Gefühl ansprechen, vor allem, ohne selbst Kinder zu haben? Das ist anmaßend. Du würdest vielleicht leicht alles unter einen Hut bekommen, aber erstens weißt du es nicht sicher und zweitens gibt es eben Menschen, bei denen das nicht so ist, oder Die Dinge bereuen. Kann man auch einfach akzeptieren, selbst wenn man es nicht versteht. Das nennt sich Empathie.
 
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