• #121
Ergo: Ein Leben ohne Kind kann genauso gut oder schlecht sein wie mit Kind. Entscheidend ist dabei für mich also nur, aus welchen Gründen man sich dafür oder dagegen entscheidet.
Genau das kapier ich nicht, hilf mir mal auf die Sprünge.
Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Frau schwanger ist bei einem guten Sexleben hoch, ok sehr hoch. Wirksame hormonelle Verhütung gibt es im Vergleich zur Existenz der Menschheit noch nicht lang.

Es gibt kaum dieses "man entscheidet dafür oder dagegen". Es gibt dieses "man" nicht. Dieses "man" ist eigentlich meist eine egoistische Entscheidung.

All diese Fragen konnte ich nicht mit 100 prozentiger Sicherheit positiv beantworten, aber ich war gewillt alles dafür zu tun, um hinter all diesen Fragen in der Zukunft ein klares "JA" setzten zu können!
Die Frage stellt sich doch meistens gar nicht.
 
  • #122
Ich würde es dir nicht empfehlen, nachdem was du hier beschrieben hast und wie ich dich nach deinen bisherigen Beiträgen einschätze (unabhängig, sympathisch, freiheitsliebend).
Mein Kind ist 5 und ich bin froh, dass ich es habe. Aber bei mir sind es andere Umstände. Ich habe Unterstützung durch die Familie und hatte damals einen Kinderwunsch. Ein Kind benötigt sehr viel Zeit, Liebe und Interesse. Du musst einen großen Teil deiner Zeit in das Kind investieren, wodurch du bei Hobbies, Partner, Freundschaften etc. zurückstecken musst. Für mich klingt es so, dass du dafür nicht motiviert genug bist und es deshalb als Opfer bringen ansehen würdest. Würdest du ein Kind aus tiefstem Herzen wollen, wäre es kein Opfer bringen, sondern eine Aufgabe, die du als sinnvoll und erfüllend für dein Leben ansiehst, auch wenn das Kind dich nervt. Was es auf jeden Fall oft tun wird, auch wenn du es sehr liebst.
 
  • #123
Bin der Meinung, ein Kind in die Welt zu setzen, wenn der Partner zaudert und herumeiert ist mit sehr großer Wahrscheinlichkeit der Punkt wo das Ende der Paarbeziehung eingeläutet wird. Als Mutter wird Dir die meiste Verantwortung für das Kind aufgebürdet. Ich sehe es in meinem Bekanntenkreis. Mit meinen Alleinerziehenden Freundinnen möchte ich, kinderlos, nicht tauschen. Alle kämpfen jeden Tag und die Väter kümmern sich alle 2 Wochen am Wochenende halbherzig um den Nachwuchs. Der wird dann gerne bei Oma und Opa geparkt, um mit der neuen Freundin Unternehmungen zu machen trotz Kinderwochenende. Sie werden bequem bei McDonalds abgefüttert und vor die PlayStation gesetzt. Bei den Finanzen wird alles auf Heller und Pfennig berechnet, damit Papi ja nicht einen Euro zu viel für sein Kind bezahlt. Schulprobleme und die unangenehmen Dinge des Lebens mit dem Nachwuchs zu klären bleibt an den Müttern hängen, die häufig in Teilzeit arbeiten und auf Armut im Alter zusteuern...Ich kenne nur ein Paar, das eine wirklich schöne Ehe mit zwei Kindern führt... der Idealfall, sie sagen selber, sie fühlen sich schon wie Exoten...Will sagen, wenn Du Dich für ein Kind entscheiden möchtest, solltest Du einkalkulieren, eventuell alles alleine zu Wuppen, wenn du das klar mit JA beantworten kannst... dann los.. wenn nicht, lass es bleiben.
 
  • #124
Liebe Fragestellerin; falls Du noch mitliest; ich schreibe einfach mal was dazu, wie es mir gegangen ist, bzw. geht. Ich bin jetzt 60.
Zu meiner Lebensplanung gehörten relativ unreflektiert Kinder dazu. Obwohl mir vor Schwangerschaft, Geburt, dem Kleinkinderstress, der ganzen Arbeit und Einschränkung auch stark grauste und mir meine berufliche Verwirklichung sehr wichtig war. Dann war mit 25, aufgrund einer Krebserkrankung schlagartig klar es geht nicht.
Ich habe es im phasenweise immer wieder bedauert, habe aber ein gutes Leben.
Meine Schwester hat drei Kinder (noch dazu mit einem nicht soo unterstützenden Mann) und ich habe bei ihr gesehen, wie viel mir erspart geblieben ist (und ja, es ist viel).
Trotzdem, auf die Länge betrachtet, Kinder binden an die Welt und erden sehr. Die "Kinderzeit" ist nach 12 Jahren vorbei und dann kommen noch Jahrzehnte, in der es Menschen gibt mit denen es eine tiefe, liebevolle, selbstverständliche Verbindung gibt, Austausch über Generationen ect.(und Du schreibst so, dass man nicht den Eindruck hat, Du würdest es mit Deinen Kindern beziehungsmässig total versemmeln :)).
Die Kinder meiner Schwester + eins meiner Patenkinder sind jetzt junge Erwachsene. Sie mögen mich wirklich und ich sie auch,ich bin eine selbstverständliche Grösse in ihrem Leben, was mich sehr freut und der Kontakt mit ihnen ist eine Bereicherung.
Allerdings (logisch) kein Vergleich mit der engen Beziehung zur Mutter.
Ach, was ich eigentlich sagen will, es gilt auch zu bedenken, dass nach der Erziehungsphase noch eine lange Zeit kommt und mit Kinder ist die Welt weiter, mit mehr Bindung und weniger auf sich gestellt sein.
Und ich schreibe es keinesfalls, weil ich unglücklich oder neidisch bin. Ich sehe nur was meine Schwester hat (+ den Preis den sie dafür bezahlt hat).
 
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