G

Gast

  • #1

Kinder seiner Verwandtschaft immer dabei

Gelegentlich sind wir bei Verwandten meines Partners oder sie bei uns. Es ist dann kein normales Gespräch möglich, weil die Kinder (fast fünf und acht) immer, wirklich immer dabei sind und Zwischenfragen stellen, um am Gespräch teilzunehmen oder penetrant zwischenreden, um Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Auch abends bis spätabends. Die gehen normal erst mit den Eltern schlafen, jedenfalls wenn Besuch da ist, und werden äußerst antiautoritär, ohne Konsequenz und ohne richtige Grenzen erzogen.
Eigentlich ist es ja nicht unser Problem, außer, dass Gesprächsthemen dann sehr sparsam ausfallen, was schade ist. Bisher haben wir uns dazu auch nicht geäußert.
Wie würdet Ihr reagieren? Einfach nicht mehr einladen/keine Einladungen mehr annehmen oder etwas dazu sagen, womit wir uns wohl (egal wie vorsichtig formuliert) ebenfalls unbeliebt machen würden.
 
G

Gast

  • #2
Wenn das Problem für euch so groß ist, dass euch die Treffen kein Vergnügen / keine Erholung / gute Unterhaltung mehr bringen, würde ich damit pausieren. Den Eltern solltet ihr auf alle Fälle freundlich, aber bestimmt die Wahrheit sagen, etwa: Ihr habt sehr lebendige Kinder, am WE brauchen wir momentan unser eigenes Programm, das wir ganz nach unseren Wünschen ausrichten können, und das stärker unser Bedürfnis nach Ruhe / guten Gesprächen etc. berücksichtigt.
Nach einer Auszeit könntet ihr gemeinsam wieder etwas unternehmen, z. B. eine Wanderung machen, einen Zoo- oder Museumsbesuch. Da ist die Aufmerksamkeit der Kinder nicht zu stark auf euch gerichtet und es sollten auch wieder Erwachsenengespräche stattfinden können.
Wenn ihr den Eltern den wahren Grund für eure Zurückhaltung nicht sagt, wäre das nicht gut, denn sie ahnen diesen sowieso.
Ich finde, Erwachsene leisten normalerweise in der Woche so viel, dass sie am WE ein Recht auf Selbstbestimmung haben. Eltern, die das nicht verstehen, die sollten sich mit anderen Eltern zusammentun.
 
G

Gast

  • #3
Na dann macht eben mal eine Abendeinladung abends um 20Uhr - ein Erwachsenenessen eben. Da ist es klar, dass Kinder nicht dabei sein dürfen. Oder ihr macht im Nebenzimmer den Fernsehen an.
:)
 
G

Gast

  • #4
Na dann macht eben mal eine Abendeinladung abends um 20Uhr - ein Erwachsenenessen eben. Da ist es klar, dass Kinder nicht dabei sein dürfen.
Das würde sicherlich nichts bringen, denn die Kinder sind auch abends noch aktiv, wie der / die FS oben geschrieben hat.
Ich selbst kenne solche Einladungen auch, wo Dreijährige noch spätnachts durch die Gegend tanzen, während die Erwachsenen genervt das Weite suchen, da selbst nach 24 Uhr noch Kindersprache und Ausrufe wie "Toll machst du das" etc. vorherrschen. Habe auch schon erlebt, dass ich am SA-Abend nach 22 Uhr Schwarzer Peter spielen sollte. Danke, muss nicht sein.
 
  • #5
Nachdem meine Tochter groß ist, kann ich mir den Luxus leisten, solche Eltern mitsamt ihren Gruselkindern weiträumig zu umschiffen.
Ich würde auch nett, aber bestimmt, nur noch Gelegenheiten zu Treffen anbieten, bei denen die Kinder entweder nicht dabei sein können oder aber in der Lage sind, sich selbst zu unterhalten. Ein dezenter Hinweis a la "damit sich die Armen Kinder nicht so langweilen und unterfordert sind" kommt wahrscheinlich eh nicht an oder in den falschen Hals.
So was brauche ich nicht und die Erwachsenen sind überhaupt nicht mehr in der Lage, adäquate Gesprächspartner zu sein. Meine Haltung ist da recht hart: sollen sie bitte unter sich sein.
 
G

Gast

  • #6
Liebe FS
Du hast keine Kinder, das lese ich hier heraus. Dann ist dir auch nicht klar, wie so etwas läuft. Wenn du mal selbst Kinder hast, wirst du sie auch nicht mal für ein paar Stunden in den Wandschrank sperren um gemütlich die Verwandtschaft zu besuchen. Kinder gehören nun mal zur Familie dazu und die Erziehung obliegt den Eltern.
Also gibt es für dich 2 Möglichkeiten:
- akzeptieren und vielleicht für die Kinder eine Beschäftigung organisieren. Ihnen ist es sicher langweilig und da möchten sie eben Aufmerksamkeit. Also besorge einen guten Film oder etwas zum Basteln für die Kids.
- die Verwandten einfach nicht mehr einladen. Sie gibt es eben nur im Gesamtpacket und nicht einzeln.

Wenn du mal selbst Kinder haben wirst, wird es dir auch so gehen, dass du dann plötzlich nicht mehr eingeladen wirst.
 
G

Gast

  • #7
Meine Kinder sind im Grundschulalter und ich habe früher und auch jetzt so manche Einladung nicht angenommen, weil ich niemanden für die Kinder zur Betreuung hatte.
Schließlich treffe ich mich mit Freunden und Bekannten, um mit ihnen ein paar schöne Stunden zu haben und das eben ohne die Präsenz meiner Kinder. Nur so lernen die Kinder, dass es Dinge gibt, die Erwachsenen vorbehalten sind und dass die Eltern auch ein Privatleben haben.
Wenn meine Kinder in ein Gespräch unter Erwachsenen hineinplatzen, weise ich sie kurz, aber bestimmt zurecht... und zwar an Ort und Stelle. Das wirkt normalerweise.
Ich werde immer wieder gefragt, weshalb ich zu bestimmten Feiern meine Kinder nicht mitbringe.
Meine Antwort "Weil ICH in Ruhe feiern will." wird erst mit Erstaunen und dann mit Zustimmung quittiert.

Ich würde in der Situation der FS keine Einladungen mehr annehmen und auch nicht mehr aussprechen und den Eltern klar und kurz sagen, dass ich es unpassend finde, dass die Kinder sich an den Erwachsenengesprächen beteiligen. Klare Ansage.
Mir wäre es auch unangenehm, wenn man mir sowas sagen würde, aber letztendlich hat derjenige mir ja ein Defizit aufgezeigt, dass ich selbst so nicht wahrnehme *betriebsblind*.

w, 44, zwei Kinder
 
G

Gast

  • #8
.
Wenn meine Kinder in ein Gespräch unter Erwachsenen hineinplatzen, weise ich sie kurz, aber bestimmt zurecht... und zwar an Ort und Stelle. Das wirkt normalerweise.
So sollte es auch sein. Kinder brauchen Regeln, auch Gesprächsregeln!!!


Ich werde immer wieder gefragt, weshalb ich zu bestimmten Feiern meine Kinder nicht mitbringe.
Meine Antwort "Weil ICH in Ruhe feiern will." wird erst mit Erstaunen und dann mit Zustimmung quittiert.
Eine gesunde Einstellung! Mütter sind normalerweise fast rund um die Uhr für ihre Kinder da - da ist es nur rechtens, dass sie auch einmal an sich denken, Spaß ohne Kinder haben, dadurch neue Impulse erhalten und auftanken.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
G

Gast

  • #9
Wenn du mal selbst Kinder hast, wirst du sie auch nicht mal für ein paar Stunden in den Wandschrank sperren um gemütlich die Verwandtschaft zu besuchen. Kinder gehören nun mal zur Familie dazu und die Erziehung obliegt den Eltern.
Ja, sicherlich trifft das zu, aber das heißt nicht, dass Kinder BESTIMMEN, indem sie machen, was sie wollen und dadurch die Erwachsenen zu Duldenden machen, die keine Bedürfnisse mehr haben dürfen.
Ab einem bestimmten Alter verstehen Kinder schon sehr gut, was gutes und weniger gutes Verhalten ist und Eltern sollten sich nicht scheuen, auch vor Besuch den Kindern klarzumachen, wenn etwas schiefläuft.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
G

Gast

  • #10
Ja, sicherlich trifft das zu, aber das heißt nicht, dass Kinder BESTIMMEN, indem sie machen, was sie wollen und dadurch die Erwachsenen zu Duldenden machen, die keine Bedürfnisse mehr haben dürfen.
Ab einem bestimmten Alter verstehen Kinder schon sehr gut, was gutes und weniger gutes Verhalten ist und Eltern sollten sich nicht scheuen, auch vor Besuch den Kindern klarzumachen, wenn etwas schiefläuft.
Aber Kinder langweilen sich. Wir leben nicht mehr in Zeiten, in denen Kinder mucksmäuschenstill im Eck saßen. Sie brauchen etwas zu tun.
Natürlich wäre die beste Lösung, Kinder nur noch zu Besuchen mitzunehmen, wenn dort auch Kinder sind. Wenn das nicht möglich ist, dann sollten sowohl Eltern als auch Gastgeber für die Kinder eine annehmbare Situation schaffen. Eine Spielecke, Videos, Puzzle usw.
Man kann nicht von den Kindern erwarten, dass sie für die Versäumnisse der Erwachsenen einstehen.
Stell dir vor, du begleitest deine Eltern zu ihren Freunden (mal angenommen, du bist 40 und deine Eltern 65). So, nun reden die Eltern und ihre Freunde und du sitzt nur daneben und sollst leise sein.
Der Vergleich hinkt? Nur weil du nicht mehr 8 sondern 40 bist? Nein, genauso fühlt sich eben auch ein 8jähriger. Selbst du als Erwachsener würdest das nicht aushalten.
Das hat meiner Meinung nichts mit Erziehung zu tun sondern mit Feingefühl.

Ich musste meinen Kindern nie den Mund verbieten. Sie haben zeitig gelernt, sich an Gesprächen zu beteiligen. Wenn es für sie uninteressant wurde, dann hatte ich immer eine Menge Alternativen dabei. Ebenso hatte ich immer einen Schrank voller gebrauchter Spielsachen für alle Altersgruppen und im Garten einen Sandkasten. Ich habe auch immer versucht, Gäste so einzuladen, dass mehrere Kinder anwesend waren.
 
G

Gast

  • #11
Aber Kinder langweilen sich. Wir leben nicht mehr in Zeiten, in denen Kinder mucksmäuschenstill im Eck saßen. Sie brauchen etwas zu tun.
Ähm, hallo? Wir reden vom Abend bis SPÄTEN Abend.
Ich finde durchaus nicht, dass Kinder dann noch mit am Tisch oder unter dem Tisch sitzen und alles kommentieren müssen.
Und wieso muss ich als Gast dafür sorgen, dass Kinder beschäftigt sind? Oder als Gastgeber mich drum kümmern, dass die Einrichtung heil bleibt. Die wollen sich ja auch gar nicht mit irgendwas beschäftigen, wenn jemand da ist, da könnten sie ja sonst was verpassen.
FS
 
G

Gast

  • #12
Das würde sicherlich nichts bringen, denn die Kinder sind auch abends noch aktiv, wie der / die FS oben geschrieben hat.
NAtürlich bringt das etwas, da man zu einer Abendeinladung seine Kinder nicht mitbringt. Wenn man sich schon am Nachmittag trifft und es sich in den Abend hineinzieht, es es etwas anderes.
Ich habe selber 2 Kinder, 3 und 7Jahre.
Es gibt auch explizit Einladungen, sei es ein Brunch oder ein Abendessen, ganz egal, da wird darauf hingewiesen, dass das Ganze ohne Kinder stattfinden soll. Dann ist es eben so!
Natürlich gehören Kinder zum Leben dazu, aber es gibt v.a. abends auch einfach Mama und Papazeit! Ab 8 Uhr ist einfach Schluss. Und nur, weil ich Kinder habe, müssen nicht alle anderen begeistert Kinderstunde bis spät in die Nacht machen, so dass kein vernünftiges Gespräch aufkommt.
NEIN, Kinder müssen sich nicht an jedem Gespräch beteiligen. Man kann Kindern durchaus auch mal signalisieren, dass jetzt nicht mehr ihre Zeit ist.
Allerdings haben meine Kinder Dinge zur Beschäftigung dabei und abends werden sie dann eben zur Not zum Schlafen hingelegt - auch mal bei Freunden.
Aber ich bin nicht sauer, wenn ein Freund sagt, ich soll ohne Kinder kommen. Dann buch ich eben nen Babysitter. Ich versteh das! Und ich bin alleinerziehend.
 
G

Gast

  • #13
Normalerweise sollten kleine Kinder um eine gewisse Uhrzeit ins Bett, egal, ob nun Besuch da ist oder nicht.

Du könntest doch den Kindern ein paar DVDs oder Videos mitbringen, damit sie abgelenkt sind.

w
 
G

Gast

  • #14
Leider ist es in der heutigen Zeit so, dass nicht mehr unterschieden wird, Kinderbereich und Erwachsenenbereich. Zu meiner Zeit als Kind (Baujahr 1965 ;) war hier noch eine klare Trennung vorhanden. Ich finde dieses auch einfach besser. Kinder brauchen Regeln und (liebevolle) Konsequenz. Denn nur so können sie später für sich auch Regeln erkennen, einhalten und/oder übertreten. Also an einem anständigen Leben im Miteinander teilnehmen.