• #1

Kindererziehung - Wie lernt mein Kind, was Ihm schmeckt?

Forschungungsergebnisse zeigen, dass Kinder auch bei einer Aversion gegen bestimmte gesunde Nahrungsmittel nicht von Ihren Eltern gedrängt werden sollten weiterzuessen. Welche Erfahrungen haben Sie bei der Kindererziehung bzw. der Ausbildung der kindlichen Individualität gemacht? Welche Tipps können Sie anderen Frauen geben? Wie kann man Kinder schon frühzeitig für Ihr Geschmacksempfinden und das eigene Empfinden sensibilisieren.
 
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Gast

  • #2
Wenn man gesund kocht, viele verschiedene frische Zutaten und Gewürze benutzt, lernen Kinder früh die Vielfalt der Geschmackswelt kennen und entdecken ihre Vorlieben und Abneigungen.

Kinder orientieren sich an den anderen Familienmitgliedern, vorleben, wie es sein soll, ist immer der beste Weg.

Meine Kinder lieben Gemüse und Obst und haben schon früh eine ausgesprochene Abneigung gegen übersüßte Naschereien entwickelt. Sie lassen sich, jetzt im Schulalter auch nicht von anderen damit verlocken.
Fanta, Sprite und Co. haben bei uns nie einen Platz gehabt und wurden von meinen Kindern nicht vermißt.
 
  • #3
Ich koche auch gern gesund und frisch und benutze frische Zutaten - und trotzdem hat mein Kind Abneigungen gegen die meisten Sorten Obst und Gemüse. Was ihm nicht paßt, wird rigoros an den Tellerrand geschoben.
Mir ist auch immer wieder ein Rätsel, wieso Kinder so auf Pommes, Cola, Pizza und ähnliches abfahren - auch wenn dies zuhause nie auf dem Speiseplan steht. Ich habe noch nie Pommes gemacht und Cola kaufe ich für mein Kind erst recht nicht - aber trotzdem gibt es da starke Begehrlichkeiten.
Ich kann akzeptieren, daß jemand etwas Bestimmtes nicht mag. Ich kann aber nicht akzeptieren, wenn man nicht mal wenigstens probiert.
 
G

Gast

  • #4
Fanta, Sprite & Co. werden von Kindern nur nicht vermisst, wenn sie es nicht kennen, bzw nicht gewohnt sind. Spätestens wenn Kinder näheren Kontakt zu Gleichaltrigen haben, bei denen übernachten usw. kann man sich seine ganzen gesunden Ernährungsriten an den Hut stecken. ALLE Kinder fahren auf Süßes, Pommes, Cola usw. ab. Übrigens auch auf Computerspiele und TV,, auch wenn sie es zu Hause nur dosiert oder gar nicht bekommen, spätestens wenn sie es bei anderen sehen. Dass Einzige was man mit so einer Erziehung erreicht, ist das Kinder Heimlichkeiten haben und anfangen regelmäßig zu lügen. Wer das nicht weiß, verschließt die Augen vor der Realität oder hat keine eigenen Kinder.
 
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Gast

  • #5
@3 Nein - auch im Kontakt mit Gleichaltrigen mögen meine Kinder diese Dinge nicht - weil sie auf diesen Geschmack einfach nicht geprägt sind!
Sie lehnen sie ab, selbst wenn sie sie probieren dürften.
 
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Gast

  • #6
Ich bin zwar ein Mann und daher von der FS hier nicht gefragt, aber ich stimme #3 zu. In meiner Kindheit war es so, dass ich nie Süßigkeiten und Fastfood bekommen habe. Als ich dann älter wurde, ging mein Taschengeld für Süßigkeiten drauf und als ich dann alleine wohnte, aß ich ziemlich ungesund, weil mir die ganzen "verbotenen Früchte" so gut schmeckten und ich nie einen maßvollen Umgang damit gelernt hatte. Dadurch wurde ich dicker und dicker und habe dann bewusst meine Ernährung wieder auf gesund umgestellt, um abzunehmen. Jetzt ernähre ich mich immer noch gesund, aber es erfordert viel Disziplin und ich muss mich immer zusammenreißen, keine Süßigkeiten und Pizza etc. zu kaufen, denn es schmeckt mir immer noch besser und was da ist, würde halt auch gegessen werden, und zwar schneller als Gemüse etc.. Noch krasser ist es bei meinen Cousinen: Tante Veganerin, zu Hause nur vegane Küche, gleiches Ergebnis wie bei mir, nur dass sie noch nicht den Sprung zur Ernährungsumstellung geschafft haben.

Daher plädiere ich dafür, Kindern zwar eine gesunde, ausgewogene Ernährung vorzuleben, aber auch Süßigkeiten in der Schublade zu haben und ihnen auch hin und wieder Süßigkeiten und Fast Food zu genehmigen, damit sie einen gesunden, maßvollen Umgang damit erlernen und nicht als Teenie oder junge Erwachsene das "Wow"-Erlebnis bekommen und anfangen, sich nur noch durch das Fett-und-Süss-Sortiment zu essen, weil sie plötzlich feststellen, wie lecker das ganze ungesunde Zeug ist.
 
  • #7
Also ich gebe Gast 3 und 5 recht...

Meine Eltern haben von mir und meinem Bruder nie Essen versteckt oder verboten, was angeblich ungesund ist. Wir hatten immer Zugang zum Süßem... Pizza und Pommes wurde auch ab und zu gemacht, frisches Obst stand auch immer da, Essen wurde oft mit uns gekocht und nicht nur für uns...

Heute habe ich eine ausgewogene Ernährung, Obst, Gemüse, auch Süßes u.s.w. Ich kenne beim Essen keine verbotenen Sachen, ich probiere vieles und vieles mag ich auch nicht. Meine Eltern haben es mal probiert, das mit dem fertig aufessen, naja... ich habe gewonnen und sie haben das auch schnell aufgegeben.

Essen sollte immer was natürliches sein, es sollte keine Verbote, Gebote und Zwang geben. Eltern sollten ihren Kindern gute und gesunde Ernährung vorleben. Kinder sollten Zugang zu Obst und Gemüse haben aber auch zum Süßem.
 
  • #8
Bei uns gabe es viel frisch, vollwertig, wenig süß, nie Cola - und ich habe eine gesundheitsfanatische Tochter mit vereinzelten Schokolade- und Chips- Anfällen und einen vernaschten Sohn mit vereinzelten Anfällen von Gesundheitsfanatismus.

So what, ich habe geredet und vorgelebt und das Ergebnis ist chaotisch. Ok, so ist das Leben, sie wissen, wie gesunde Ernährung geht, vieles schmeckt ihnen und ich hoffe, dass sie für sich einen guten Weg finden.
 
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Gast

  • #9
Ich denke, man sollte vor allem nicht verkrampfen. Verbote bringen nichts, eher im Gegenteil. Ich selbst hab als Kind von meiner Mutter so gut wie nie Süßigkeiten bekommen, nur zu besonderen Anlässen. Das hatte zur Folge, dass ich später mein gesamtes Taschengeld und dazu das Essengeld fürs Mittagessen für Naschereien und Eis ausgegeben habe.

Bei meinem Sohn haben sich zwei "Tricks" als hilfreich erwiesen: Erstens haben wir am Sonntag immer gemeinsam den Kochplan für die nächste Woche erstellt und dabei Kochbücher genutzt. Auf den tollen Fotos sah das Gemüse so lecker aus, dass es dann zumindest gekostet, meist auch aufgegessen wurde.
Zweitens haben wir "Alles-Fress-Tage" eingeführt. Meist war das der Samstag, an dem alles in beliebigen Mengen gegessen und getrunken wurde, auch Cola und Pommes, während es an den anderen Tagen betont gesundes Essen gab. Witzigerweise hat dann sogar mein Sohn strengstens darauf geachtet, dass die Regeln eingehalten wurden.
 
  • #11
Eines hat sich bei meinem Sohn als funktionierend herausgestellt: ihn beim Kochen / zubereiten mitmachen lassen.
Vorher: Obstsalat? Bäh! Dann durfte er in den Ferien mit seiner Freundin Bananen und Äpfel schneiden und die Kinder haben einen leckeren Obstsalat hergestellt. Der wurde dann mit Appetit verputzt.

... was aber nicht bedeutet, daß Obstsalat beim nächsten mal (ohne Freundin) gegessen wird...
 
G

Gast

  • #12
Was sind denn GESUNDE LEBENSMITTEL? Ich kenne kaum einen Erwachsenen, der unter gesund wirklich gesund versteht! Gesund ist bei den meisten doch höchstens Dosenobst oder Obst mit ZUCKER!

Verkochtes Gemüse ist z.B. nicht gesund sondern eher noch Ballast für den Körper! Insbesondere wenn es dann noch gesalzen wurde! Gekochtes Essen ist -sauer- für den Körper. Genauso wie Dosengemüse und damit schädlich! Gemüse sollte man ausschließlich roh oder gegart anbieten. Auch niemals gebraten (Gift!).

GESUND sind frische Beeren, Melonen, Erdbeeren, Pfirsiche, Litschis, Kakis und das mag wirklich JEDES KIND (wenn die Eltern ihren Kindern sowas regelmäßig/täglich kaufen würden - tun sie aber nicht!->angeblich zu teuer, den Kinder wird regelrecht das tägliche Wurstbrot aufgedrückt -> geht schnell, ist billig, macht satt = ist aber nicht der Sinn der Sache)

Kinder haben noch den natürlichen Ernährungstrieb, deswegen lassen sie schlechtes Essen gerne unter den Tisch fallen oder streichen das Butterbrot an Nachbars Zaun ab. Es schmeckt einfach nicht! Oder sie fasten freiwillig, bevor sie was essen, das ihnen nicht schmeckt.

Man sollte dem Kind reichlich frisches Obst zur Verfügung stellen, dann wird der natürliche Geschmack trainiert. Keine Fertigsäfte, keine Cola, keine Süßigkeiten die ersten Lebensjahren!
 
G

Gast

  • #13
Ein kleiner Beitrag:
Meine Schwester hat 4 Kinder. Sie hat ihre Kin der gestillt. Beim ersten Kind bekam sie im Krankenhaus als Werbegeschenk ingendwelchen Babybrei. Das war die einzige Babynahrung, die ihre Kinder jemals bekommen haben.
Kinder und Babys wollen das essen, was die Erwachsenen essen. Und sie können es auch! Man lässt die Gewürze zum Teil weg, schneidet die Happen klein und achtet darauf, dass die Kinder nicht immer nur die Wurst essen und das Brot weglassen.
Dieser gewöhnliche und primitive Rat ist sicher nicht weniger Wert als die wissenschaftlich fundierte Aussage "wertvoll, biologisch, ökologisch, ausgewogen, mit besonders viel Spurenelementen für das Wachstum, speziell für dass Baby, Kleinkind, Kindergartenkind, Schulkind usw. geeignet" auf der - je nach Wahl - Hochglanz- oder Ökoverpackung zu einem - leider ohne Wahl - hohen Preis.
 
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Gast

  • #14
Interessantes Thema.

Kinder haben laut unserer Ernährungsberaterin viel mehr Geschmacksknopsen als Erwachsene, diese verkümmern erst während der Pubertätsphase.Daher sollte man akzeptieren wenn einem Kind etwas (noch) nicht schmeckt.

Unsere Kinder haben zum Beispiel Spinat, Brokkoli und Rosenkohl gegessen.
Dafür mag die Tochter keinen Reis und der Sohn mag keine Tomaten.
Merkwürdig, aber nicht zu ändern.