• #1

Kinderkriegen ohne ausgeprägten Kinderwunsch?

Liebes Forum,

Ich bin Ende 30 und hatte noch nie einen großen Kinderwunsch.
Meine eigene Kindheit und Jugend war sehr belastet.
Viele « normale » Erfahrungen kamen erst spät mein Leben.
Nun habe ich einfach in manchen Dingen Nachholbedarf und manchmal das Gefühl, erst jetzt fängt mein Leben so richtig an.

Und nun, wo die biologische Uhr tickt, und ich einen Partner an meiner Seite habe, frage ich mich zuletzt doch manchmal, wie es wäre, ein Kind zu haben.
Vor allem ist da manchmal die Angst, etwas zu verpassen, was vielleicht zum Menschsein dazugehört.
Andererseits brauche ich durch meinen « Nachholbedarf » und auch dadurch, dass ich sehr sensibel bin, viel Zeit für mich.
Ich genieße mein Leben und meinen Partner. Merke aber auch, dass der Alltag mich auslaugt. Ich habe manchmal den Eindruck, dass ich weniger belastbar bin als andere Menschen. Frage mich oft, wie man es hinbekommt, Kinder und das Alltagsleben unter einen Hut zu bringen und trotzdem noch Zeit für Hobbies und eigene Interessen. Letztere sind bei mir sehr ausgeprägt!
Sollten vielleicht nur Frauen Kinder bekommen, die nicht viel Zeit für sich brauchen und deren Kinderwunsch so groß ist, dass er das Bedürfnis nach « Alleinzeit » überdeckt?
Vielleicht haben auch viele diesen Nachholbedarf nicht, den ich Verspüre und somit ist es für sie ok, ihre Zeit für die Kinder « aufzuopfern »?

Ich habe aufrichtig Angst davor, ein Kind in die Welt zu setzen und dem einfach nicht gerecht zu werden. Meine Mutter war unglücklich mit ihrem Leben und auch mit mir. Das ist kein schönes Gefühl. Nie würde ich einem Kind so etwas antun wollen.

Zudem wurde es in unserer Gesellschaft entabuisiert, über das Bereuen dieser Entscheidung zu sprechen (#regrettingmotherhood). Das finde ich zwar super, aber es verunsichert mich persönlich noch mehr, wenn ich dann sowas lese.

Ich mag grundsätzlich Kinder und sie mögen mich auch sehr. Ich erlebe zwischenmenschliche Kontakte so intensiv, dass ich dann einfach auch viele Ruhezeiten brauche, in denen ich meine Batterien aufladen kann. Ich weiß, dass das vor allem bei Kleinkindern in Konstellationen, wo keine Großeltern da sind und der Mann viel arbeitet, nicht wirklich möglich sein wird.

So habe ich Angst, das Kinderkriegen zu bereuen, aber ebenso das Nicht-Kinderkriegen...

Kennt jemand solche Gedanken und sind sie ein Warnzeichen, dass man wirklich besser keine Kinder zeugen sollte?

Wäre für alle Beiträge rund um das Für und Wider zum Kinderkriegen dankbar!
 
  • #2
Auch als hochsensible kannst du Kinder haben. Ich bin hochsensibel und habe 3 Kinder. Ja , es ist anstrengend, aber machbar. Ich achte halt auch auf mich und die Kinder wissen, dass ich manchmal Auszeiten brauche (mehrmals tgl). Die Kinder bleiben ja auch nicht immer hilflos wie ein Neugeborenes. Sie werden immer älter und selbständiger - ergo mehr Zeit für dich. Allerdings istves tatsächlich schwieriger - ich würde sagem in den ersten 3 Jahren - eigenen Hobbies nachzugehen. Wenn dein Partner ein guter Partner ist, werdet ihr euch ggseitig darin unterstützen auch mal Zeit allein zu verbringem (mit den Hobbies)
 
  • #3
Hallo Ravina,

Ich bin 36, mein Partner 37. Und kinderlos glücklich. Wir definieren glücklich sein über unser gemeinsames Leben und das Erfüllen unserer Wünsche. Ich sehe mich als (Hoch)Sensibel und gleichzeitig High Sensation Seeker. Bei mir wechseln Phasen ab, in denen ich sehr Locked-in bin, mit Phasen des Aufbruchs und ich brauche viel Abwechslung für meinen Geist. Auch hatte ich in der Jugend bereits eine schwere Zeit mit der Familie, Vater Alkoholkrank, Mutter hält viel zusammen und Trennung am Ende doch. Das alles in einer Zeit, in der Stabilität meiner mentalen Reife gut getan hätte. Und dann bekam meine Mutter mit 50 Krebs und nun, mit 69 ist sie gestorben in 2020.

Ein kleines Portfolio das jedes Leben ungerade verläuft. Im parallelen Fred ist eine Singlefrau mit später Schwangerschaft durch Samenspende aktiv.

Ich habe bereits mit Anfang 20 mit meinem langjährigen Ex festgestellt das ich nicht schwanger werde. Das war dann 14 Jahre der Status Quo bis zur Trennung. In die neue Partnerschaft bin ich 2019 dann gegangen und war mir bereits zu 80 % sicher das ich kinderlos glücklicher und stabiler lebe. Meinem Partner geht es gleich.
 
  • #4
Und nun, wo die biologische Uhr tickt, und ich einen Partner an meiner Seite habe, frage ich mich zuletzt doch manchmal, wie es wäre, ein Kind zu haben.
Du fragst dich das, dann mach es. Das gibt deinem Leben dann noch mehr Sinn. Du musst ja keine Großfamilie haben, sondern evtl nur ein Kind. Da findest du einfacher Babysitter, hast mehr Geld für Kita, Haushaltshilfe usw als mit mehr Kinden. Das verschafft dir Zeit für dich. LG w32
 
  • #5
So habe ich Angst, das Kinderkriegen zu bereuen, aber ebenso das Nicht-Kinderkriegen...
Diese Gedanken kenne ich sehr gut! Ich war ähnlich ambivalent wie du. Vielleicht etwas mehr pro Familie, weil ich selbst aus einer großen liebevollen Familie mit 3 Geschwistern komme und liebende Eltern hatte und mir so etwas für mein eigenes Leben gewünscht habe. Eine Familie zu haben. Nur am Liebsten mit schon erwachsen Kindern wenn ich alt bin...

Der Gedanke an Schwangerschaft, Geburt und Kleinkindzeit war eher abschreckend für mich. Ich hatte in der Hinsicht nie einen Kinderwunsch. Erst recht als meine Freunde, die schon Kinder hatten, mir sagten ich müsse mir "100%ig sicher" sein, denn das Leben ändere sich um 180 Grad und würde nie mehr so, wie es mal war, oder noch besser: sei dann vorbei! Oder mein jüngerer Bruder, vor mir Papa geworden, der mir sagte, ich würde nie mehr alleine sein können. Ich hätte 24/7 da zu sein und Verantwortung und hätte nicht mehr das Recht, mich mal einfach zurückzuziehen wenn mir alles zu viel würde. Was mir sehr zu denken gab, denn auch ich bin eher introvertiert und brauche viel Ruhe, Rückzug und Zeit für mich alleine, um Kraft zu tanken und nicht überfordert zu werden. Das wäre dann vorbei...

Was soll ich sagen. Ich habe mir gewünscht, nicht ich müsse mich entscheiden, sondern diese essentielle lebensverändernde Entscheidung wäre mir von außen schicksalshaft abgenommen worden. Dass ich entweder aus Versehen schwanger würde oder andersrum ein Arzt mir sagt, ich sei definitiv unfruchtbar. Beides gut, wäre dann halt so. Aber nein, ich musste mich leider selbst entscheiden.

Kinderwunsch also nicht sehr stark, aber Familienwunsch schon, dann kam noch mein Mann, der auch lange unentschlossen war ("später vielleicht mal") und meinte "ach eigentlich wäre das doch schön". Und ich dachte, jetzt oder nie. Wir lassen es drauf ankommen. Wenn ich auf natürlichem Weg schwanger würde, gut; wenn nicht, auch gut, dann hätte ich es gelassen. Niemals Kinderwunschbehandlung oder so.

Und jetzt bin ich in der 29. Woche und ich fühle jetzt gerade in dem Moment meine Tochter strampeln und ich bin von einer solchen Liebe erfasst, wie ich sie noch nie gespürt habe. Schon seit ich das Herzchen das erste Mal habe schlagen sehen. Ich bin aufgeregt und freue mich plötzlich darauf, ein komplett anderes Leben haben zu werden. Das ist das Schönste, was ich mir vorstellen kann.

W37
 
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  • #6
Wenn du mit Ende 30 keinen tiefen Kinderwunsch hast, würde ich es lassen.
Kinder verdienen es geliebt und erwünscht zu sein.
Ich hätte mir ein Leben ohne Kinder niemals vorstellen können.
Ich liebe Babies und Kinder, dieser Wunsch kam Mitte/Ende 20 in mir auf.

Ich war sehr gerne jahrelang für meine drei Kinder und Familie da, Familie war/ist mein Lebensinhalt.
Heute habe ich eine tolle erwachsene Tochter und einen klasse erwachsenen Sohn und eine liebe Teenagerin, die bald erwachsen wird.
Drei gesunde liebe Kinder. Sie sind mein ganzer Stolz. Ich hätte nie auf Kinder verzichtet.

Wenn du mit Ende 30 nie diesen Wunsch hattest und nichts mit Babies und Kleinkindern anfangen kannst, würde ich es lassen. Du wirst es dann zwar - wie die meisten Frauen - bereuen, aber für Kinder muss man brennen.

Und vor allem sollte man sie nicht gleich nach der Geburt in die Krippe abschieben damit Mami ja sofort wieder arbeiten kann. Dann kann man es nämlich gleich lassen.
Und ein Einzelkind hätte ich auch nie bekommen. Es ist traurig für Kinder keine Geschwister zu haben. Besonders wenn die Eltern alt und hinfällig werden, da werden Einzelkinder sehr beansprucht und haben keinen Rückhalt von Geschwistern.

Wer bis Ende 30 mit dem Kinderkriegen wartet und 20 Jahre besseres vorhatte und nur aus Torschlußpanik ein Kind bekommt, der will hier nur irgendeinen Lebensplan abarbeiten und bekommt das Kind nicht aus tiefstem Sehnen.

Rate ich davon ab.
 
  • #7
Ich bin Ende 30 und hatte noch nie einen großen Kinderwunsch.
Lass´ es!

Vor allem ist da manchmal die Angst, etwas zu verpassen, was vielleicht zum Menschsein dazugehört.
Frauen, die nicht gebären können und Männer, die nicht zeugen können, sind auch vollwertige Menschen.

Ich habe manchmal den Eindruck, dass ich weniger belastbar bin als andere Menschen.
Ich erlebe zwischenmenschliche Kontakte so intensiv, dass ich dann einfach auch viele Ruhezeiten brauche, in denen ich meine Batterien aufladen kann.
Möglicherweise bist Du nicht nur sehr sensibel, sondern auch introvertiert. Was ja keine Krankheit ist.

So habe ich Angst, das Kinderkriegen zu bereuen, aber ebenso das Nicht-Kinderkriegen...
Siehe @Sommergold. Lass´ einfach der Natur ihren Lauf.
Andererseits hast Du schon gute Argumente gegen ein eigenes Kind.

Und da ist noch etwas:
Ich mag grundsätzlich Kinder und sie mögen mich auch sehr.
Hast Du beruflich mit Kindern zu tun? Wäre das eine Möglichkeit für Dich?

ErwinM, 52
 
  • #8
zu verpassen, was vielleicht zum Menschsein dazugehört
"Vielleicht" Nein.
Es gibt den biologischen Trieb, aber zum Menschsein gehört genau mehr als Trieb und Instinkt.
Nicht jeder Mensch ist eine geborene Mutter, Vater, nicht jede Frau eine gute Mutter, nicht jeder Mensch verspürt diese angeblich natürliche Elternliebe. Man muss nicht.
Menschsein heisst, seinen ganz eigenen Lebensweg zu finden und zu gestalten. Für sich ein sinnvolles Leben führen, eigene Ziele, mit sich ins Reine kommen, bei sich ankommen, unabhängig von Kindern.
Du solltest den Drang haben, Kind(er) zu wollen, aus Deinem Gefühl heraus, ja, ich will Mama sein.
Manchmal soll es einfach nicht sein.
Du hast Deinen Wert als Mensch, mit/ohne Kind.
 
  • #9
Das Thema ist für jeden Menschen individuell und in so einem forum auch nicht zu beantworten. Man kann ja beides bereuen, aber es ist, denke ich, für alle Beteiligten, für mehr Beteiligte, deutlich schlimmer zu bereuen, Kinder bekommen zu haben. Du wirst für immer Mutter sein. Nie wieder ohne Kind. Wenn du daran Zweifel hast, lass es lieber. Nicht jeder muss Kinder bekommen, dein Leben ist auch so sehr schön.
 
  • #10
Schwierig. Wie ist denn eure Beziehung? Was ist dein Partner für ein Mensch? Gerade wenn du sehr sensibel und schnell an deine Grenzen kommst, brauchst du einen Partner, der dich mit den Kind(ern) sehr unterstützen würde. Im Haushalt und emotional. Dann könnte es funktionieren.

Wenn er eher egoistisch und freiheitsliebend ist, würde ich es mit deinem Persönlichkeitsprofil definitiv lassen.
 
  • #11
Vor allem ist da manchmal die Angst, etwas zu verpassen, was vielleicht zum Menschsein dazugehört.

Zudem wurde es in unserer Gesellschaft entabuisiert, über das Bereuen dieser Entscheidung zu sprechen (#regrettingmotherhood). Das finde ich zwar super, aber es verunsichert mich persönlich noch mehr, wenn ich dann sowas lese.

Diese ganze seltsame "regretting motherhood" Geschichte kommt von Frauen wie dir, die das Leben als eine Art "Event" sehen, aus der man so viele "happenings" wie möglich mitnehmen soll - die aber gleichzeitig unfähig sind, eine klare Entscheidung zu treffen. Logischerweise ist dann das Motiv für ein Kind nicht der Wunsch nach Familie, sondern dass man "die Erfahrung nicht verpassen will" und es vllt gerade zum lifestyle passt. Ich finde das schrecklich.

Was dieser Typ Frau nicht begreift: Es spielt keine Rolle, wie sie sich in der Kinderfrage entscheidet, sie wird diese Entscheidung immer bedauern und der anderen Option hinterherweinen - das ist sozusagen systemimmanent. Mir tun nur die Kinder leid, auf die dann früher oder später diese "Fehlentscheidung"/regret projiziert wird.

Also von mir ganz klar die Bitte: Lass das mit den Kindern sein. Kein Kind hat verdient, eine solche Mutter zu haben.
 
  • #12
Ich genieße mein Leben und meinen Partner. Merke aber auch, dass der Alltag mich auslaugt. Ich habe manchmal den Eindruck, dass ich weniger belastbar bin als andere Menschen. Frage mich oft, wie man es hinbekommt, Kinder und das Alltagsleben unter einen Hut zu bringen und trotzdem noch Zeit für Hobbies und eigene Interessen. Letztere sind bei mir sehr ausgeprägt!
Wenn du keinen starken Wunsch hast, dann lass das mit den Kindern.
Es ist nicht einfach alles hinzubekommen, ein Kind braucht viel Aufmerksamkeit, man muss sich selber zurück nehmen, erst kommt das Kind (für deinen eigenen Kram/Bedürfnisse hast du weniger Zeit) zusätzlich Haushalt, die Arbeit.
Dein Tag ist mit den wenigen alltäglichen Dingen schon vollgepackt, für Hobbys hast du weniger Zeit und es muss immer wer auf das Kind aufpassen, alleine essen? Alleine zur Toilette, alleine duschen? Kannst du dir abschminken, es sei denn dein Partner ist zuhause und übernimmt das Aufpassen.

Der Partner ist wichtig, es ist ein gemeinsames Kind und dieser sollte ausreichend mit eingebunden sein, sich für das Kind interessieren und gleichermaßen die Aufgaben übernehmen, nur dann würde ich nochmal ein Kind mit jemanden bekommen. Allerdings geht dieser ja in den meisten Fällen weiter arbeiten und ist auch nicht immer da also du alleine mit einem Baby.

Man stellt sich das Leben als Mutter zu romantisch und einfach vor, es ist wundervoll sich um ein kleines Wesen zu kümmern aber es bringt einen auch mal an die Grenze.
Kleine Kinder sind oft krank, schlafen mal stundenlang nachts nicht, weinen und du weißt nicht was es hat etc. Du bist 24/7 erreichbar für das Kind, das ist durchaus mal anstrengend.
Heute Nacht habe ich nur 2 Stunden geschlafen (Kind etwas erkältet und wollte/konnte nicht schlafen) und nun arbeite ich, gleich hole ich den kleinen schon wieder aus der Kita ab, ein Arsch voll Arbeit wartet noch auf mich: Wäscheberg, kochen und für die Arbeit noch etwas vorbereiten (auch da stoße ich an meine Grenzen, erst letzte Woche wieder Ärger gehabt der GF rief mich an obwohl ich schon nicht mehr am arbeiten war und wollte dass ich mit an dem Gespräch mit einen wichtigen Kunden teilnehme (meine Arbeitszeiten hatte ich ihm vorher mitgeteilt und bereits da meinte er „und wer soll sich das merken können?“ - ich hatte meinen kranken Sohn zuhause, den ist das egal was ist - du musst funktionieren) weißt du es gibt viele Interessen auf verschiedenen Seiten, du zerreißt dich manchmal, möchtest überall funktionieren, es kann sehr anstrengend sein. Du möchtest alles schaffen und erfolgreich sein, es ist nicht so einfach alles hinzubekommen. Am Ende ist und muss es aber immer dein Kind sein was an erster Stelle steht.
Es ist nicht so einfach wie man denkt alles zusammen hinzubekommen und wenn du sehr auf dich fixiert bist und so schon ausgelastet bist, lass das Kind weg, ein Kind braucht Zeit, Liebe und Fürsorge, Verständnis.
 
  • #13
Ich habe aufrichtig Angst davor, ein Kind in die Welt zu setzen und dem einfach nicht gerecht zu werden. Meine Mutter war unglücklich mit ihrem Leben und auch mit mir. Das ist kein schönes Gefühl. Nie würde ich einem Kind so etwas antun wollen.
verstehe ich. Weißt du warum sie unglücklich war? Was an deiner Kindheit, hat sie unglücklich werden lassen?
Was ich dir nur empfehlen kann:
Gib dir mal ein paar Tage Zeit mit dir alleine. Dann gehst in eine imaginäre Reise und stellst dir vor was wäre wenn:
Wenn du nun schwanger wärst..würdest du dich freuen? Wie würdest du unterstützt werden? Wie gut verdienst du? Zeichnet sich eine Abhängigkeit ab, durch eine Schwangerschaft, die dich belasten würde?
Was sind deine größten Ängste?
Wie denkst du würde ein Kind dich bereichern?

Bitte werde nicht schwanger, wenn du ambivalent bist. Dann wird es dich erstmal völlig aus der Bahn werfen.
 
  • #14
Merke aber auch, dass der Alltag mich auslaugt.

kenne ich
Ich habe manchmal den Eindruck, dass ich weniger belastbar bin als andere Menschen.
kenne ich auch
Frage mich oft, wie man es hinbekommt, Kinder und das Alltagsleben unter einen Hut zu bringen und trotzdem noch Zeit für Hobbies und eigene Interessen. Letztere sind bei mir sehr ausgeprägt!
Also ich bin Mama von einem KInd. ICh hab es gewollt und auch genossen. Trotzdem war ich bedeutend schwächer als andere Frauen. Hab mich wirklich gerade so durchgehangelt.
Hobbys, eigene Intesessen? Fehlanzeige.
Liegt an dem fehlenden Netz.
Wenn du genug Laute hast, die dich unterstützen, dann ist es möglich.
Wenn nur bezahlte Betreuung geht, wird es schwer.
Spontan ist niemand da.

Gute Entscheidung!
 
  • #15
Und jetzt bin ich in der 29. Woche und ich fühle jetzt gerade in dem Moment meine Tochter strampeln und ich bin von einer solchen Liebe erfasst, wie ich sie noch nie gespürt habe. Schon seit ich das Herzchen das erste Mal habe schlagen sehen. Ich bin aufgeregt und freue mich plötzlich darauf, ein komplett anderes Leben haben zu werden. Das ist das Schönste, was ich mir vorstellen kann.

Es freut mich sehr, dass es für dich so funktioniert hat. Ich wünsche euch eine wunderschöne Zeit und viel Freude und Liebe als Familie.
So liebevoll wie du schreibst, wird dein Kind sicher ein schönes zu Hause haben.

Aber trotzdem mag ich deiner Aussage bei Unentschlossenheit es doch einfach zu wagen oder drauf ankommen zu lassen nicht zustimmen.

Ich mag Kinder sehr und bin da beruflich auch involviert und es gibt einfach so viele Kinder die nicht 100% erwünscht sind. Kinder die bekommen werden, weil es dazu gehört oder man es sich anders vorgestellt hat.
Kinder bei denen die Eltern nicht die Balance zwischen Selbstverwirklichung und Familie schaffen und dann selbst lieber nichts verpassen wollen.
Ich rede hier nicht von Verwahrlosung im Jugendamt relevanten Sinne, aber von zu viel Desinteresse und Egoismus der Eltern.

Kinder sind wahrscheinlich das Wichtigste gut, das wir haben und leider wird das oft gar nicht so wahrgenommen.

Ich bin übrigens so alt, wie du in langer Beziehung und bewusst kinderlos und nicht, da ich Kinder nicht mag, sondern weil weder mein Partner noch ich das wirklich ohne Einschränkung wollen.

Wer bis Ende 30 mit dem Kinderkriegen wartet und 20 Jahre besseres vorhatte und nur aus Torschlußpanik ein Kind bekommt, der will hier nur irgendeinen Lebensplan abarbeiten und bekommt das Kind nicht aus tiefstem Sehnen.

Rate ich davon ab.

Auch wenn Süsse65 ihr Aussage etwas hart formuliert und ich auch nicht pauschal unterschreiben würde, dass das lange Warten ein negatives Zeichen ist, sehe ich den Kern ihrer Aussage doch gleich.
Kinder haben es verdient erst mal eine Zeit alleiniger Lebensinhalt zu sein. Und damit meine ich nicht das Bild von Frau muss zu Hause bleiben, eine Diskussion darüber würde jetzt zu weit führen.
Aber: viele Kinder funktionieren ja erst mal in unserem System mit Krippe Kita und teilweise auch Ganztagsschule. Nur wenn es dann irgendwann in der Pubertät mal Probleme gibt merkt man doch ob ein Kind Wurzeln und ein "zu Hause" hat oder nicht.
 
  • #16
Ich bin übrigens so alt, wie du in langer Beziehung und bewusst kinderlos und nicht, da ich Kinder nicht mag, sondern weil weder mein Partner noch ich das wirklich ohne Einschränkung wollen.
Das ist aber widersprüchlich, wenn man sich für Kinder entscheidet dann gehen damit immer Einschränkungen einher. Ein Kind braucht viel Aufmerksamkeit und Zeit.
Es ist eine wundervolle Aufgabe sich um ein kleines Wesen zu kümmern aber mir zB. war vorher nicht bewusst wie viel weniger Zeit man für viele andere Dinge hat, die man sonst gerne gemacht hat und ab da an keine Zeit mehr dafür hat. (Meiner Mami-Gang gehts genauso)
Wenn man einen Säugling hat ist man froh, wenn man dazu kommt sich zu duschen, etwas zu essen (während das kleine schläft).
Ein Säugling ist nicht darauf ausgelegt wie wir durchzuschlafen, es hat seinen eigenen Rhythmus an den du dich anzupassen hast, ab da an bist du immer mit Baby - zumindest fast immer, vor allem wenn man stillt (stillen ist toll und macht einen stolz das eigene Kind versorgen zu können und was für ein Wunderwerk der Körper eigentlich ist, aber man ist abhängig voneinander, das Kind muss regelmäßig trinken, sonst tut dir die Brust weh, das Kind hat Phasen da trinkt es oft, jede Stunde (Angebot und Nachfrage regeln den Milchmarkt). Außerdem ist stillen sicherer was den plötzlichen Kindtod angeht, dies betrifft häufiger Kinder die nicht gestillt werden.
Dein Körper stellt alles was du brauchst zur Verfügung, in passender Temperatur und Menge, es ist leicht verdaulich und auf das Baby abgestimmt.
Dieses Baby war monatelang in deinem Bauch und na h der Geburt braucht es weiterhin viel körperliche Nähe, es möchte nicht abgelegt werden, nein - du trägst es ganz oft an deinem Körper. Nach dem stillen möchte es auch gerne noch weiter auf deiner warmen Brust schlummern (oft wachen Kinder auf wenn man sie versucht abzulegen, für eine Zeit setzt nach dem Stillen das Milchkoma ein, so niedlich die Gesichter die das kleine macht und wie süß es grinst 🥰 unvergessliche und wunderschöne Momente aber eben auch Arbeit und viel zurück nehmen, ich denke umso selbstständiger das Kind wird, umso mehr Zeit gewinnt man wieder für sich, bis dahin muss man aber zurück stecken und sich voll auf das kleine, wundervolle Wesen konzentrieren und dazu sollte man in der Lage sein!
@Sommergold ich empfehle ein Tragetuch 🙃 hat mir manchmal sehr geholfen, Baby war ruhig und zufrieden und man hatte zwei Hände frei, nach ein paar Versuchen und mit Hilfe von YouTube Videos weiß man auch wie man es binden muss. Ich hatte das Manduca Sling und war sehr zufrieden damit, mein Sohn würde am liebsten jetzt noch in die Trage (hatte ich auch eine) oder in dem Tuch getragen werden.😅

W 27
 
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  • #17
Nun habe ich einfach in manchen Dingen Nachholbedarf und manchmal das Gefühl, erst jetzt fängt mein Leben so richtig an.
Das kenne ich. Wenn mein Leben 150 Jahre dauern könnte, würde ich die Erfahrung, Kinder zu bekommen, wohl mitnehmen. So aber sind mir die ca. 20 Jahre, in denen ich einem Kind zuliebe auf so viel anderes verzichten müsste, zuviel. Mein Fokus liegt mehr auf einer erfüllenden Partnerschaft, einer internationalen, abwechslungsreichen Karriere und nicht ganz ungefährlichen Hobbies. Unter diesen Umständen werde ich lieber die coole Tante, die die künftigen Nichten und Neffen mit dem Motorrad besuchen kommt und zu tollen Ausflügen einlädt.

Vor allem ist da manchmal die Angst, etwas zu verpassen, was vielleicht zum Menschsein dazugehört.
Ich finde, jeder Mensch definiert sein Sein selbst. Ich bin nicht weniger Mensch oder Frau, wenn ich meine Reproduktionsfähigkeit nicht wahrnehme.

Ich mag grundsätzlich Kinder und sie mögen mich auch sehr. Ich erlebe zwischenmenschliche Kontakte so intensiv, dass ich dann einfach auch viele Ruhezeiten brauche, in denen ich meine Batterien aufladen kann. Ich weiß, dass das vor allem bei Kleinkindern in Konstellationen, wo keine Großeltern da sind und der Mann viel arbeitet, nicht wirklich möglich sein wird.
Viele Ruhezeiten könnten definitiv schwierig werden, außer, du hast das entsprechende Netzwerk.

Ich habe mal einen Austausch über Elternschaft in einem Introvertiertenforum verfolgt und dort zog eine Mutter den folgenden Vergleich: Kinder zu haben ist für eine introvertierte Person so ähnlich, wie Gastgeber einer großen Party zu sein. Du bist von geliebten Menschen umgeben, kümmerst dich gerne darum, dass es allen gut geht, und erlebst eine intensive, schöne Zeit mit ihnen.

Aber du musst auch alles im Auge behalten, ständig will jemand was von dir, es kann laut und anstrengend sein und irgendwann bist du auch froh, wenn alle wieder heim gehen.

Nur, dass es als Elternteil kein Heimgehen gibt... höchstens mal eine kleine Atempause auf dem Balkon.

Kennt jemand solche Gedanken und sind sie ein Warnzeichen, dass man wirklich besser keine Kinder zeugen sollte?
Ich finde sie ein Zeichen dafür, dass du reflektiert bist, nicht leichtfertig handelst und dir sowohl dein eigenes Wohlergehen als auch das möglicher Kinder am Herzen liegt, und das ist erstmal was Gutes.

Aber rein kopfgesteuert wirst du die richtige Entscheidung nicht treffen können. Ich würde dir raten, mehr in dich hineinzufühlen, wie @Liviana es vorschlägt. Zudem möchte ich dir die Lebensratgeber für introvertierte Persönlichkeiten von Sylvia Löhken empfehlen sowie den Ted Talk "How to make hard choices" von Ruth Chang.

Alles Gute, wie auch immer du dich entscheidest!

W, 28
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #18
hinbekommt, Kinder und das Alltagsleben unter einen Hut zu bringen und trotzdem noch Zeit für Hobbies und eigene Interessen. Letztere sind bei mir sehr ausgeprägt!

Vielleicht haben auch viele diesen Nachholbedarf nicht, den ich Verspüre und somit ist es für sie ok, ihre Zeit für die Kinder « aufzuopfern »?

wirklich wundervoll formuliert.
Ich habe einige Freundinnen, und die meisten haben diesen Wunsch auch ohne Partner. Für die stellt sich die Frage gar nicht.
Daher wäre ich auch vorsichtig an deiner Stelle und denke auch, dass du da keinen wirklichen Wunsch hast. Das wichtigste, was ich aber bei meinen Freundinnen sehe, ist dass sie alle einen unterstützenden Partner haben, der sehr sehr viel abnimmt. Das ist glaube ich etwas, was es früher viel seltener gab.Abgesehen davon hat jede Mutter die ich kenne, auch die ambivalenten, gesagt, sie lieben ihre Kinder und würden sie niemals wieder hergeben.
Ich kann jedenfalls mit einigen Freundinnen auch Me-Time verbringen, trotz Kleinkind, weil der Partner gleichberechtigt aufs Kind schaut.
Diese ganze seltsame "regretting motherhood" Geschichte kommt von Frauen wie dir, die das Leben als eine Art "Event" sehen, aus der man so viele "happenings" wie möglich mitnehmen soll - die aber gleichzeitig unfähig sind, eine klare Entscheidung zu treffen. Logischerweise ist dann das Motiv für ein Kind nicht der Wunsch nach Familie, sondern dass man "die Erfahrung nicht verpassen will" und es vllt gerade zum lifestyle passt. Ich finde das schrecklich.
Ich finde deinen Post schrecklich!
Regretting Motherhood kommt aus Israel - einem Land, dass für seine konservativen Werte “möglichst viele Kinder kriegen” bekannt ist! RM entsteht, weil die Gesellschaft Frauen unter Druck setzt Kinder zu haben, oder sie seien sonst nichts wert! Würde man Frauen nicht diesem unglaublichen Druck aussetzen, würden viele Frauen eben im Nachgang anders entscheiden. Der Druck der perfekten Mutter, Mütter untereinander, ist entsetzlich.
In meiner Generation sind ca. 20% der Frauen kinderlos - weil es immer mehr Frauen gibt, die auf sich und nicht die Gesellschaft hören!
Wer bis Ende 30 mit dem Kinderkriegen wartet und 20 Jahre besseres vorhatte und nur aus Torschlußpanik ein Kind bekommt, der will hier nur irgendeinen Lebensplan abarbeiten und bekommt das Kind nicht aus tiefstem Sehnen.
Korrekt, aus Panik sollte man kein Kind bekommen, aber man kann alternative Lebensentscheide auch ohne Abwertung betrachten - denn dies sagt so viel mehr über dich aus, als über die FS.
Eine Mutter ist für mich eine Frau, die ihre Kinder bedingungslos liebt. Wenn deine Tochter erst mit Mitte 30 Kinder kriegt oder gar nicht, würdest so reden? Dann bist du keine gute Mutter.
 
  • #19
Das ist aber widersprüchlich, wenn man sich für Kinder entscheidet dann gehen damit immer Einschränkungen einher. Ein Kind braucht viel Aufmerksamkeit und Zeit.
Es ist eine wundervolle Aufgabe sich um ein kleines Wesen zu kümmern aber mir zB. war vorher nicht bewusst wie viel weniger Zeit man für viele andere Dinge hat, die man sonst gerne gemacht hat und ab da an keine Zeit mehr dafür hat. (Meiner Mami-Gang gehts genauso)

Nein das ist nicht widersprüchlich. Wenn nicht beide Partner uneingeschränkt "ja" zu einem Kind sagen, und man mehr die Einschränkungen sieht als sich auf ein Kind freut, dann sind das schon vor der Geburt keine optimalen Voraussetzungen.

Ich will keine irrationale Verklärung der Elternschaft, sondern ein rationales abwägen was man als potentieller Elternteil bereit ist zu geben und dementsprechend sich für oder gegen ein Kind zu entscheiden.
@Moon du versuchst als Mutter zwar viel aufzufangen und wieder gut zu machen, aber wenn man deine Beiträge liest erfährt dein Kind viel Ablehnung und Ignoranz vom Vater. Und genau das sind Voraussetzungen die ich traurig finde. Richtig schlimm finde ich es, wenn ein Kind so eine Einstellung von beiden Elternteilen erfährt.
 
  • #20
Ich würde an deiner Stelle versuchen mit Hilfe eines Therapeuten deine Gefühle zu ordnen.
Die Erfahrungen von anderen Menschen helfen dir nicht.
Es kann gut sein, dass du dein Leben ohne Kinder sehr glücklich weiterleben kannst. Es könnte aber auch sein, dass deine Mutter dir einfach vorgelebt hat, dass es furchtbar ist Kinder zu bekommen und du dieses Mantra in dich stellvertretend mit übernommen hast.
Es ist jedenfalls eine schwerwiegende Entscheidung und du solltest dir genug Zeit nehmen es für dich zu klären wie dein Leben künftig verlaufen soll.
Nicht unwichtig ist dabei auch dein Partner wie er sich sein weiteres Leben vorstellt.
Bei mir kam der Kinderwunsch als ich die 40 überschritten habe. Hat auch etwas mit meiner Lebensgeschichte zu tun, es wäre aber zu aufwendig darauf näher einzugehen. Ich bin jetzt schwanger und freue mich sehr darüber. Mein Weg soll aber kein Vorbild für andere Frauen sein und hat auch Nachteile für mein Kind. Es wird eine alte Mutter haben, daher habe ich mir bereits jetzt schon Gedanken darüber gemacht was passiert wenn mir etwas zustößt. Auch wird mein Kind ohne Vater aufwachsen auch wenn es genug männliche Bezugspersonen gibt. Bei mir hat es auch ungewöhnlich leicht mit der Zeugung geklappt, was in dem Alter auch nicht selbstverständlich ist.
In meinem Umfeld erlebe ich bei mir bekannten Frauen alle Konstellationen.
Bei den Frauen, die ambivalenten Kinderwunsch gehabt haben aber auf Kinder aus unterschiedlichen Gründen verzichtet haben, erlebe ich, dass doch eine Verbitterung zu spüren ist. Manchen wird es jetzt mit über 50 klar, dass der Zug endgültig abgefahren ist. Hat mit den Wechseljahren zu tun. Manche haben zugunsten des Partners verzichtet, manche hatten keinen oder auch ambivalenten Partner und haben sich nicht getraut. Es wird viel über das Leben gemeckert und so richtig glücklich wirkt leider keine. Bei den Frauen, die keine Kinder wollten erlebe ich es nicht. Diese Frauen scheinen im Reinen mit sich selbst zu sein.
Um so wichtiger ist es für dich deine Wünsche jetzt sehr genau zu erkunden und zu erspüren. Solltest du tatsächlich keine Kinder wollen oder zu schwach, hast du dann eine gute Chance ein zufriedenes Leben, auch ohne Kind, zu leben. Voraussetzung ist dafür aber, dass du deine Gefühle jetzt genau unter die Lupe nimmst und eine Entscheidung nur für dich (ohne Partner) triffst.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #21
ch will keine irrationale Verklärung der Elternschaft, sondern ein rationales abwägen was man als potentieller Elternteil bereit ist zu geben und dementsprechend sich für oder gegen ein Kind zu entscheiden.
Ich glaube das ist sehr schwierig weil man ja individuell unterschiedlich auf so eine sehr große Lebensveränderung reagiert und das alles sehr individuell gestaltet (Aufteilung Elternzeit zb.).
Vielleicht sind dir deine Hobbys dann gar nicht mehr so wichtig weil du in der Elternschaft deine Aufgabe siehst, es aber noch nicht weißt oder für möglich gehalten hast.
Habe auch eine Freundin die mit Ende 30 Mutter geworden ist und sich nun total ärgert, dass sie erst so spät (liegt im Auge des Betrachters) Mutter geworden ist und nun Zeitdruck mit einem weiteren Kind hat, sie sieht da ihre Lebensaufgabe drin und geht voll auf - so kann es auch laufen. Die beiden haben sich für ein Kind entschieden weil sie die Elternschaft nicht verpassen wollten und Zeitdruck hatten (biologische Uhr).

Ich kenne das manchmal von mir, den Wunsch nach einem weiteren Kind, man spürt das einfach, es wird dir im Kopf häufig präsent, wie schön es mit noch einem Kind wäre aber ganz rational gesehen ist das bei mir (wie du bereits geschrieben hast) keine gute Idee und würde mir noch mehr Probleme machen. Mein Mann bemüht sich, die beiden spielen fast jeden Abend und der kleine fragt auch täglich nach seinem Papa (das ist wirklich mehr geworden) aber wenn es eben um die unschönen Dinge geht wie Kind ist krank und braucht mehr Fürsorge, dann hat er wenig Verständnis dafür, sieht seine Interessen und nicht das es dem kleinen Menschen nicht so gut geht. Er zieht dann aufs Sofa weil der kleine röchelt und er das nicht hören kann, sein Schlaf gestört ist, er kann nämlich nicht zurück stecken, er geht auch wenn er was im TV schauen möchte, er könnt ja nicht so lange warten bis der kurze schläft und außerdem bin ich ja da - so denkt er vermutlich.
Mein Schlaf ist auch gestört und auch ich muss am nächsten Tag zur Arbeit aber es ist mein Sohn und der braucht mich, wenn er krank ist noch viel mehr. Habe doch nur ihn 🙂

Am Ende kann es immer anders laufen als man vorher geplant hat, ich habe auch gedacht dass das anders wird, mein Mann sich mehr einbringt. Die erste Zeit nach der Geburt 2-3 Wochen war er immer da, hat immer geholfen, gemacht und getan aber irgendwann hat er dann sein Ding gemacht (die kommen schon klar und zack aus der Verantwortung gezogen).
Man muss seinen Partner schon gut einschätzen können und ich denke der Partner muss auch einen Kinderwunsch haben, das muss eine gemeinsame Entscheidung sein und dann mit allen Konsequenzen. Wie steht denn dein Partner zur Familienplanung? Wenn du möchtest dann ja und wenn nicht ist auch ok? Meinst du er bringt sich gut ein?
 
  • #22
Also ich bin jetzt 31 und bisher hat sich bei mir auch kein Kinderwunsch eingestellt. Ich habe nix gegen Kinder, aber ich brauche keine eigenen um glücklich zu sein. Ich kann mir das einfach für mich persönlich nicht vorstellen, mein Leben so stark zu ändern und nach Kindern auszurichten, dafür ist mir meine Unabhängigkeit zu wichtig. Ich würde daher kein Kind bekommen wollen, nur weil ich jetzt im passenden Alter bin. Werde ich es irgendwann bereuen? Wer weiß, das kann mir keiner sagen, aber ich habe diese Entscheidung so für mich getroffen und bin zufrieden damit
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #23
Ich finde es schlimm, wenn eine Frau die fremd konditionierte Einstellung und den biologischen Stempel in sich trägt, um nur dann eine Frau zu sein, wenn sie ein oder mehrere Kinder bekommt, da fehlt es kräftig am nötigen ICH BEWUSSTSEIN, mit den notwendigen "S" Werten! In deinem Fall solltest du keine Kinder bekommen, das Leben mit Kinder ist in vielen Jahren mit Verzicht, Belastung und mit Sorgen verbunden! Ich bewundere die mutige und persönliche Geisteshaltung von @22.
 
  • #24
RM entsteht, weil die Gesellschaft Frauen unter Druck setzt Kinder zu haben, oder sie seien sonst nichts wert! Würde man Frauen nicht diesem unglaublichen Druck aussetzen, würden viele Frauen eben im Nachgang anders entscheiden. Der Druck der perfekten Mutter, Mütter untereinander, ist entsetzlich.
Your argument is beside the point!
@ravina79 fühlt sich nicht etwa von der bösen Gesellschaft unter schrecklichen Gebärdruck gesetzt, sondern führt vielmehr an, dass sie befürchtet, etwas zu verpassen. Gleichzeitig ist sie aber erleichtert, dass es durch RM mittlerweile die Möglichkeit gibt, die Entscheidung offiziell zu bedauern und sich auch dafür Applaus abzuholen.
 
  • #25
Ich finde ein Leben ohne Kinder eine völlig legitime Einstellung. Und es ist besser, das Leben dann für alle möglichen schönen Unternehmungen zu nutzen als Kinder zu bekommen und dieser Aufgabe dann nicht gerecht zu werden oder aber damit überfordert zu sein.
Hobbies und Interessen fallen weg, wenn man Kinder hat und der Sinn des Lebens muss ja nicht nur darin bestehen, sich zu reproduzieren. Ich würde mir also an Deiner Stelle genau überlegen, ob ich Kinder und die damit verbundenen Freuden, aber auch Einschränkungen wirklich will oder ob ich das auf Dauer eher bereuen würde. Und dann danach handeln.
 
  • #26
Ich wollte eigentlich schon immer Kinder. Sie gehören zu meinem Lebensplan einfach dazu. Aber nur mit dem Richtigen.

Irgendwann kam endlich der Richtige, und ich wurde nach etwas mehr als einem Jahr Zusammenseins schwanger. Die Schwangerschaft habe ich absolut genossen. Dieses Gefühl, eine Einheit mit unserem Kleinen zu sein, habe ich geliebt. Und unser Bub wohl auch, denn er wollte nicht einmal eine Woche nach dem Entbindungstermin auf die Welt, sondern musste im Krankenhaus "motiviert" werden.

Wir hatten einen schweren Start. Nach der Entbindung kam ich einfach nicht damit klar, dass er nachts stündlich schrie und lange brauchte, um beruhigt zu werden. Ich war operiert, alles schmerzte, ich litt an schwerem Schlafmangel, und das Baby forderte und forderte. Mein Mann brachte sich viel ein, doch als er wieder arbeiten musste, waren unser Sohn und ich allein. Wir lachten in den Monaten viel, aber es gab auch Phasen, in denen ich kurz vor dem Austicken war.

Die Nächte waren grausam. Etwa 1,5 Jahre lang wurde ich fast stündlich geweckt. Wie sehr ich Schlaf brauche, wurde mir erst da klar. In den ersten Monaten hatte ich Angst vor dem Zubettgehen, weil ich wusste, dass mich jemand brutal aus dem Schlaf reißen wird. Es war wie eine Art Folter. (Jetzt, wo unser Sohn in die Krippe geht, sind die Nächte wieder schlecht. Hinzu kommt, dass wir alle paar Wochen erkranken und erst mal eine Woche außer Gefecht sind. Aber an besonders schlimmen Tagen muss eben der Papa viel machen.)

Ich pflege nur noch ein kreatives Hobby, das wenig Zeit beansprucht. Für größere Projekte fehlt mir die Zeit. Diese werde ich mir irgendwann nehmen und dafür eben 4 Monate später arbeiten gehen.

Ich bin keine sooo gute Mutter. Ich fördere unseren Sohn zu wenig. Ich ärgere mich, wenn er Schmutz verursacht, weil mir Sauberkeit sehr wichtig ist. Es wirft auch kein besonders gutes Licht auf mich, dass mich mein Sohn während der Eingewöhnung meist ignoriert hat, während andere Kinder gern mit mir spielten und sich auf meinen Schoß setzten.

Aber irgendwas scheinen wir wohl richtig gemacht zu haben. Denn unser Sohn ist ein aufgeweckter, neugieriger Junge. Und die Erzieherin lobt ihn, weil er im Gegensatz zu Gleichaltrigen sozial überraschend reif ist.

Ich bereue nichts. Unser Sohn macht 6 Menschen glücklich und er stellt uns vor neue Herausforderungen, die Flexibilität erfordern. Ich muss dann zwar aus meiner Gewohnheitsschiene und Komfortzone raus. Doch genau diesen Tritt in den Hintern brauche ich, um glücklich zu sein.

w, 35
 
  • #27
Ich würde mir also an Deiner Stelle genau überlegen, ob ich Kinder und die damit verbundenen Freuden, aber auch Einschränkungen wirklich will oder ob ich das auf Dauer eher bereuen würde. Und dann danach handeln.
Das finde ich gut. Als eine Frau, die auch leider nicht so belastbar ist und die wahnsinnig gern viel Zeit mit eigenen Hobbys verbringt, kann ich sagen, dass ich es trotzdem nie anders machen würde, d. h. ich bin sehr froh über unseren Sohn.

Vor seiner Geburt wurde ich von innerer Unruhe getrieben. Nun fehlt mir die Zeit für – aus meiner Sicht – solch nichtige Befindlichkeiten, die mich einst ab und an nachts wachhielten und sogar Herzrasen und Panikattacken verursachten.

Nichts dämpft meine Lebensfreude so sehr, wie Stillstand. Doch die Furcht vor Neuem bremst mich oft, etwas zu wagen. Mit Baby / Kleinkind muss ich jedoch flexibel sein und Neues ausprobieren. Das überfordert mich im ersten Moment zwar, doch wenn ich so darüber nachdenke, so bin ich mit meinem Leben insgesamt zufriedener, als ich es als Single gewesen bin. – Vor allem, wenn ich nachts nur ein oder kein Mal aus dem Bett muss.

Mit Ehemann und Kind ist mein Leben ein Fluss, kein Teich mehr.
 
  • #28
Your argument is beside the point!
@ravina79 fühlt sich nicht etwa von der bösen Gesellschaft unter schrecklichen Gebärdruck gesetzt, sondern führt vielmehr an, dass sie befürchtet, etwas zu verpassen. Gleichzeitig ist sie aber erleichtert, dass es durch RM mittlerweile die Möglichkeit gibt, die Entscheidung offiziell zu bedauern und sich auch dafür Applaus abzuholen.
Totschlagargumente klingen auch auf Englisch nicht besser.
Ist es eben nicht, und es geht auch um den Ton den du hier einer Frau gegenüber anschlägst, die verunsichert ist und eine reflektierte Frage stellt.
Es geht ihr nicht um Applaus (wer hat denn hier das Thema nicht verstanden?) sondern sie ist dadurch nur mehr verunsichert, weil sie eben auch über negative Erfahrungen liest und sich wundert, ob es an halbherzigen Entscheidungen liegt die sie nicht eingehen will.
Wenn Menschen wie @Süsse65 dann damit ankommen, dass Frauen die Entscheidung gegen Kinder bereuen, um im gleichen Post zu sagen, krieg bloss keine Kinder wenn du dich nicht danach sehnst, wobei ist das hilfreich?
Ich kann diese Problematik durchaus nachvollziehen, Frauen mit Ende 30 fragen sich das häufiger, was mit ihnen nicht stimmt, wenn sie das Gefühl nicht haben.
Und viele Foristen hier haben sehr vernünftig geantwortet, nur du scheinst hier sehr getriggert über irgendwelche bössen Lifestyle queens herzufallen.
Ist doch besser, die FS stellt sich die Frage, als einfach zu machen.

Ich finde es gut, dass Frauen heutzutage auch dazu stehen können, wenn sie sagen nicht alles ist rosarot und perfekt, sich Hilfe suchen können und dieses Schuldgefühl nicht mit sich rumtragen müssen, sondern sich austauschen können.
 
  • #29
Ich wurde recht jung und ungeplant Mutter und hatte furchtbare Sorgen während meiner Schwangerschaft , das war keine schöne Zeit . Seitdem mein Sohn auf der Welt war war ich aber überglücklich . Viele Jahre später bekam ich noch einen zweiten Sohn. Eigentlich habe ich alles alleine gemacht obwohl ich beim zweiten Kind erst mal nicht alleine war . Ich denke mit Fakten kann man keine Entscheidung treffen , denn dann würde sich die gesamte Menschheit gegen Kinder entscheiden . Wenig Zeit weniger Geld, Schwangerschaftsstreifen,, zerrissen zwischen Beruf und Mutterliebe.
Aber es gibt diese Emotion die sich nicht beschreiben lässt , diese einzigartige Liebe , dieses Band, dass einen nie mehr loslässt , dieses Wunder dass geboren wird . Auch das kann ich nur schwer erklären . Ich bin oft genervt , müde und erschöpft aber gleichzeitig auch gerührt , ergriffen und dankbar .
Ich denke Kinder haben ist wie dieses Leben , mal furchtbar und mal wunderschön . Meine Kinder haben mich zu einem besseren Menschen gemacht , vorher bin ich viel mehr um mich selber gekreist .
 
  • #30
Ich denke, dass wir über zwei völlig unterschiedliche Dinge sprechen, vielleicht habe ich mich zu rabiat ausgedrückt - ich will es nochmal versuchen.
Ich kann diese Problematik durchaus nachvollziehen, Frauen mit Ende 30 fragen sich das häufiger, was mit ihnen nicht stimmt, wenn sie das Gefühl nicht haben.
Die hier beschriebenen Frauen wissen was sie (nicht) wollen und fragen sich, warum das so ist. Diese Frauen haben einen Plan von ihrem Leben, haben ihre Entscheidung abgewogen und getroffen - und ich würde sie immer darin bestärken, dass alles mit ihnen stimmt. Denn in der "Kinderfrage" gibt es nunmal kein allgemein gültiges richtig und falsch und natürlich stimmt mit einer Frau, in deren Lebensplan kein Kind passt und die sich deshalb dagegen entscheidet, alles.

In diese Schublade würde ich aber @ravina79 nicht stecken. Ihr Fall ist nämlich komplett anders gelagert.
So habe ich Angst, das Kinderkriegen zu bereuen, aber ebenso das Nicht-Kinderkriegen...

Ravina hat mit 39 keinen Plan davon, was sie will. Auf der einen Seite weiß sie, dass das Bedürfnis und der Wunsch nach einem Kind gar nicht so groß ist, dass sie keine Zeit hat und Zweifel, dem Kind gerecht zu werden.
Auf der anderen Seite aber schreibt sie von einer Angst, "(...) etwas zu verpassen, was vielleicht zum Menschsein dazugehört (...)". Nicht der Wunsch nach Liebe, nach Familie und nach einem kleinen Wesen, dem man ein Leben schenkt, steht im Vordergrund sondern die Event-getriebene Panik, ein Highlight des Lebens zu verpassen. Bei einem Musikkonzert könnte ich das sogar nachvollziehen, aber hier geht es um einen Menschen.

Genau aus so einer Konstellation generieren Bewegungen wie Regretting Motherhood hierzulande (nicht in Israel!) ihren Zulauf - und genau das ist auch in diesem Fall hier vorprogrammiert. Es würde nur ein weiteres Kind in die Welt gesetzt, das sich in 10-15 Jahren dann von seiner eigenen Mutter anhören kann, wie unzufrieden und unglücklich die mit ihrer Mutterrolle und ihrem Lebensverlauf ist und wie sehr sie die Entscheidung bereut.
 
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