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  • #31
Ein Kind in dem Alter braucht 24 h/d feste Bezugspersonen (und sollte möglichst viel körperlichen Kontakt haben, der in unserer Gesellschaft auch viel zu sehr vernachlässigt wird -> eigenes Bett etc.).
Also auf keinen Fall in die Krippe geben.

w29

Erziehrinnen sind auch feste Bezugspersonen.
Nicht nur die Mutter ist eine feste Bezugsperson.
 
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  • #32
Liebe Fragestellerin,

ich, selbst Vater von zwei inzwischen erwachsenen Kindern, würde die Kleine zu einem so frühen Zeitpunkt definitiv noch nicht in eine Krippe geben.

Meiner festen Überzeugung nach gehören Kinder bis zum Alter von ca. 3 Jahren in ihr familiäres Umfeld. Ich bin auch der Meinung, dass Kontakt zu anderen Kindern so früh wie möglich stattfinden sollte, aber wir haben das schon damals über Spiel- und Krabbelgruppen realisiert, und das Angebot an solchen Möglichkeiten ist heute deutlich größer als damals.

Tendenziell, und hierzu gibt es meines Wissens nach auch psychologische Studien, sind Kinder mit einer so frühen Trennung von ihrer Hauptbezugsperson häufig überfordert. Nicht umsonst liegt die Zahl persönlichkeitsgestörter Menschen in Ländern mit langer Krippentradition (neue Bundesländer, Frankreich etc.) signifikant über der von Regionen, in denen die traditionelle Betreuung der Kinder in den Familien länger die Regel war. Natürlich gibt es gute Krippenplätze und natürlich gibt es auch viele Kinder, die eine so frühe Fremdbetreuung psychisch ohne Folgen verarbeiten. Aber das Risiko, mein Kind damit zu überfordern und so einer traumatisierenden Verlustangst auszusetzen, wäre mir zu groß. Schlimm genug, dass viele Eltern aufgrund einer katastrophalen Familienpolitik sowie durch daraus resultierende, wirtschaftliche Zwänge quasi dazu gezwungen werden, ihre Kinder so früh wegzugeben. Hinzu kommt der gesellschaftliche Druck, denn eine Frau oder auch ein Mann, die oder der ihr bzw. sein Kind nicht möglichst früh in Krippe oder Kita gibt, wird inzwischen ja schon häufig schief angesehen, weil sie bzw. er ihre oder seine Karriere den familiären Interessen unterordnet.

Und was das zweite Baby betrifft - meine Kinder sind zwar altersmäßig etwas weiter auseinander, aber auch zwei Kinder sind im Normalfall von einer Mutter oder einem Vater zu betreuen, wenn der andere Elternteil berufstätig ist ... :) Genieße die Zeit mit Deinen Kindern, denn vermutlich war Deine Liebe zu (Deinen) Kindern sowie der Wunsch, sie auf ihrem Weg ins Leben zu begleiten, der Hauptgrund, warum Du Dich für sie entschieden hast.

LG (m, 53)
 
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  • #33
Ein Kind muss eigentlich nur das, was wir als pädagogischen Anspruch längst vergessen haben, nämlich: das Leben erlernen. Wahrscheinlich ist es am günstigsten, wenn das in einem ausgeglichenen, friedlichen Schutzraum mit altersgerechten Erkundungsmöglichkeiten und vielfältigen, intelligenzfördernden Angeboten, in der Obhut reifer, lösungsorientierten, in sich ruhenden Schutzpersonen mit großem Konfliktlösungspotenzial stattfindet.

Wenn man das Aufzuchtverhalten anderer Säugetiere betrachtet, stellt man fest, dass die Mutter/Kind-Bindung bei nahezu allen eng und von kritischer Bedeutung ist und diese erst graduell und in genau festgelegten Schritten gelöst wird, bis das Jungtier geschlechtsreif und in der Lage ist, sich selbst zu ernähren.

Der moderne Mensch wird dazu gezwungen, diese Aufgabe zu einem wesentlichen Teil an die Gemeinschaft zu delegieren und muss darauf hoffen, dass diese mit dieser Verantwortung gut und gewissenhaft umgehen wird. In der Gemeinschaft aber fehlt diese eine Person, mit der das Kind die besondere Liebesbindung und das bedingungslose Vertrauensverhältnis hat, nämlich die Mutter. Deswegen bedeutet es selbstverständlich Stress für ein Kleinkind, täglich stundenlang mit fremden Personen und in oftmals frustrierenden Situationen alleine gelassen zu werden. Auch wird die Qualität von externer Kinderbetreuung chronisch überschätzt, was angesichts nagender Unsicherheit und Gewissensbissen von seiten der betroffenen Müttern auch leicht verständlich ist.

Wenn ich mir die ruhige Ausgeglichenheit von Kindern auf der ganzen Welt anschaue, die von ihren Eltern zu Hause betreut und unterrichtet werden, bezweifle ich sehr, dass der erzwungene Krippen-, Kindergarten- und Schulbesuch das pädagogische Non plus ultra sein soll. Im Gegenteil habe ich den Eindruck, dass sowohl Talente als auch Individualität und Selbstsicherheit in öffentlichen Verwahranstalten eher abgetötet als gefördert werden.
 
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  • #34
Hier die FS:

Danke für eure zahlreichen Antworten, ist ja ne richtige Diskussion entstanden. Ich sehe schon, es gibt da zwei Lager, die genau die entgegen gesetzte Meinung vertreten.
Zu meiner Situation: Ich bin weder egoistisch weil ich mein Kind ein paar Stunden in die Krippe geben möchte, noch bin ich eine gluckende Mutter! Es ist einfach so, dass ich wie jede Mutter das Beste für mein Kind möchte, würde ich das nicht wollen, wäre ich als Mutter wohl ungeeignet. Leider habe ich niemanden, der mein Kind mal stundenweise nehmen kann in der Nähe. Früher hat sowas die Großfamilie geregelt. Zum Thema wieder arbeiten gehen: gerne, ich liebe meinen Beruf. Aber ich liebe auch Kinder und mein Traum wäre es, 4 Kinder zu haben. Aber zurück zum Thema: Ich denke man muss auch nach dem Kind schauen, mein Kind ist total begeistert wenn sie andere Kinder auf dem Spielplatz sieht, da gibt es kein Halten mehr. Da blüht sie total auf, denke somit auch, dass es wichtig ist. Werde es in der Kita versuchen, cih denke ich merke wenn es ihr nicht gefällt und manche Sachen muss man auch lernen als Kind.
 
  • #35
Ein Kind in dem Alter braucht 24 h/d feste Bezugspersonen (und sollte möglichst viel körperlichen Kontakt haben, der in unserer Gesellschaft auch viel zu sehr vernachlässigt wird -> eigenes Bett etc.).
Also auf keinen Fall in die Krippe geben.

w29

Eine Erzieherin, welche das Kind über fünf Jahre lang bis zum Schuleintritt begleitet, ist auch eine feste Bezugsperson! Und - man sollte es kaum glauben - auch in der Krippe haben die Kinder ein eigenes Bett! Oder glaubst Du, die Erzieherin legt zehn Kinder auf den Fliesenboden im Bad?
Hast Du schon mal ein Neugeborenes und ein Kleinkind gleichzeitig betreut? Nein?

@Angela: auch wenn es hundertmal wiederholt wird: ich kann es nicht mehr hören mit dem politischen Entzug der Kinder in der DDR. Glaubt ihr alle wirklich, eine Mutter im Osten war so blöd hat hat gemacht, was politisch verlangt wurde? Die waren auch nicht blöder als die Mütter im Westen - nur gab es ganz andere Angebote, weil die Arbeitskraft der Frauen begehrt war. Aber deswegen lag die Entscheidungshoheit immer noch bei den Familien und nirgendwo sonst. Auch dort gab es die volle Bandbreite der weiblichen Lebensentwürfe, nur lediglich war die Verteilung anders. Über Vollzeit-Hausfrauen wurde eher gelächelt und viele haben Teilzeit gearbeitet.

Constanze (damals ab drei Jahren im Kindergarten, bis dahin von der Oma mitbetreut)
 
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  • #36
Gast 32, was für Tiere kennst Du bitte!

Es gibt Tiere, die legen ihre Eier in den Sand und den Rest macht die Natur.

Fleischfresser sind nur die ersten paar Tage 24h bei ihm Nachwuchs, dann gehen sie wieder zur Jagd. Der Nachwuchs ist dann alleine.

Menschen werden ca. mit 13 Jahren Geschlechtsteif, da schmeißt kein Mensch seine Kinder raus.

Solange ein Kind nur gestillt wird, sollte es bei der Mutter bleiben. Sobald ein Kind feste Nahrung bekommt, kann es Phasenweise auch von anderen Menschen beträgt werden.

Wenn wir schon Menschen mit Tieren vergleichen.
 
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  • #37
@Angela: auch wenn es hundertmal wiederholt wird: ich kann es nicht mehr hören mit dem politischen Entzug der Kinder in der DDR. Glaubt ihr alle wirklich, eine Mutter im Osten war so blöd hat hat gemacht, was politisch verlangt wurde? Die waren auch nicht blöder als die Mütter im Westen - nur gab es ganz andere Angebote, weil die Arbeitskraft der Frauen begehrt war. Aber deswegen lag die Entscheidungshoheit immer noch bei den Familien und nirgendwo sonst. Auch dort gab es die volle Bandbreite der weiblichen Lebensentwürfe, nur lediglich war die Verteilung anders. Über Vollzeit-Hausfrauen wurde eher gelächelt und viele haben Teilzeit gearbeitet.

Sehe ich als ehem Ossi-Frau, die seit zig Jahren im Westen lebt und mit Westfrauen umgeben bin ebenso. Mein Chef sagt zu mir, nach der Wende hat er schnell gemerkt, dass Ost-Frauen meiner Generation einfach belastbarer wären, was Familie und Beruf betrifft. West-Frauen stöhnen zu viel, bzw. kommen nach der Geburt nicht wieder. In meinem Freundeskreis sind viele Frauen, die die ersten Jahre zu Hause waren und wo die Mütter teilweise lebenslang Hausfrauen waren. Sind alles nette liebe berufstätige Frauen, aber man merkt, dass sie oft von vielen Sachen schon überfordert sind (manche können nicht mal kochen) und komischer Weise sind 90% dieser Frauen kinderlos, obwohl sie keine Karriere-Frauen sind, sondern nur normale unstudierte Angestellte.

Ich glaube fest daran, dass Kinder, die es zu Hause nicht erlebt haben, positiv dazu, dass Mutter arbeiten gehen kann und will (ich hatte das Glück nur immer Teilzeit arbeiten zu können, auch wenn das Geld knapp war) dazu den Haushalt und alles weitere und die Freizeit der Mutter gut organisieren kann, wird es später in seinem Leben kaum selber hinbekommen. Wie auch?

Ich sehe es an meiner nichte. Meine Schwester musste arbeiten, weil das so tolle Haus ja abgezahlt werden musste, meine Nichte hatte immer nur eine abgekämpfte und jammernde Mutter vor ihren Augen. Meine Nichte hat es mit der Berufswahl sehr sehr schwer. Am liebsten wäre sie 20zig Jahre zur Schule gegangen. Letztendlich hat sie eine Ausbildung hinbekommen, danach sich einen Westmann geangalt, der aus einem konservativen Bundesland kommt und ist jetzt glückliche Mutte, die nie arbeiten gehen will. Arbeit als Frau und Mutter ist für sie negativ besetzt. Sie hat es ja bei ihrer Mutter nie anders erlebt.

Übrigens heute sitzt meine Schwester alleine und unglücklich (weiterhin unglücklich) in dem zu großen Haus, die Kinder sind weit weggezogen, der Mann ist die Woche unterwegs, ihr bleibt nur zu putzen. Wie traurig. Ich hatte sie damals "gewarnt" vor dem zu hohen Preis, den sie langfristig zahlen müsste. Sie hat mich ausgelacht.

w
 
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  • #38
<mod>
Es ist Fakt, dass mein "Ostkind" mit Vollendung des 1.Lebensjahres die Kinderkrippe besucht hat und ich kann mich nicht erinnern, dass es zu irgendeinem Zeitpunkt eine Situation gab, in der mir Zweifel kamen. Und geh davon aus, dass auch wir aus damaligem "Dunkeldeutschland" mit Argusaugen einer Mutter beobachtet haben, wie sich das Kind fühlt. Ach ja, übrigens einzige "Zugangsvoraussetzung" war, dass das Kind gelernt hat, den Drang des "Entleerens" nicht mit einer umgeschnürten Windel zu assoziieren (die im übrigen heute beachtliche Größenordnungen für Kinder von z.B. 3 Jahren annimmt..) sondern hier der Weg zur "Töpfchenkolonie" gewählt wurde. Auch der spätere Übergang in eine Integrationsgruppe des Kindergartens war für meinen Sohn eine gute soziale Prägung, ohne politischen Hintergrund und es hat einem beim Elternnachmittag die Tränen in die Augen getrieben, mit welcher Selbstverständlichkeit und sichtlichem Spaß das Mädchen im Rollstuhl in das kleine Programm der Kinder für die Eltern eingebunden wurde. Grundlage waren klare Spielregeln und feste Zeiten, sowohl in der Organisation der Einrichtung, als auch in der Organisation des Tagesablaufes der Kinder und kein Wischi Waschi Geschwätz alternativen Gehampels a`la tanze deinen Namen. Ich möchte nochmal betonen, dieser Beitrag bezieht sich ausschließlich auf die Eigenerfahrung der Situation der Kinder! Die Medaille hatte deshalb trotzdem 2 Seiten, die aber hier nicht Thema sind!
 
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  • #39
Meine Meinung als Westfrau, 41:

Ab ins Leben, es tut Kindern immer gut, wenn sie aus dem Dunstkreis der heutzutage sehr wenigen Permanentbezugspersonen heraus kommen. Mein Sohn, heute 11 Jahre ist ab seinem ersten Geburtstag in die Krippengruppe eines Naturkindergartens gekommen, und ich habe sehr genau genau beobachtet, wie es ihm damit geht und welche Stundenzahl dort die richtige ist. Und es ist ihm und seiner persönlichen Entwicklung sehr gut bekommen.

Mir im übrigen auch, denn ich konnte stundenweise meinem Job nachgehen, den ich - als er größer wurde - auch ausdehnen konnte, so war eine gewisse berufliche Weiterentwicklung möglich. Und als mein Exmann sich dann einer neuen Dame zuwandte, war ich in der komfortablen Lage, unser Haus allein zu halten.

Hör einfach auf Deinen Bauch, es kommt schliesslich auch auf den Kindergarten an. Ich hätte meinen Sohn nicht in jede Einrichtung gegeben.
 
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  • #40
Ich bin selbst mit unter 1Jahr in eine Kinderkrippe gegangen und ab 3 Jahren geht man normalerweise in den Kindergarten, nicht wie hier jemand sagte in die Kinderkrippe.
Es hat mir absolut nicht geschadet und ich denke dadurch sozialer, selbständig und unabhängig geprägt zu sein. Wenn das keine positive Eigenschaft ist, ist es auch nicht verwunderlich das gerade D ein Land voller Egoisten m/w ist. Ich bin nicht neidisch auf andere egal wie viel sie haben, habe weit weg von meiner Verwandtschaft meinen Lebensmittelpunkt, Beruf, Kind(KITA), Haus und Freundschaften und so wächst man als Familie eben glaube ich besser zusammen. Jeder muß sich in dem Model arragieren!
Ich habe später als Erwachsener meine Krippenerzieherin und Hortnerin wieder getroffen und es waren schöne Momente, für mich genauso wie für sie.
Ich verstehe,daß viele Eltern, gerade Mütter ihre Kinder nicht weggeben möchten, aber wenn das Elternhaus stimmt, hat man langfristig mit Kindern die in KITAS waren, um einiges weniger Probleme.
Es muß jeder selbst abwägen, ich meine aber die Vorteile von KITAS überwiegen. Doppelte Verdiener, 50/50 Teilung in Erziehung, Haushalt und Einbindung sowie Gruppenintegration der Kinder im frühzeitigen Stadium. Zusammenwachsen und unterstützende Elternbeziehung, sowie (falls) keine abstrakten und weit auseinanderklaffenden Renten- oder nachehelichen Anwartschaften.

51m
 
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  • #41
Hier die FS:
Früher hat sowas die Großfamilie geregelt. ....mein Kind ist total begeistert wenn sie andere Kinder auf dem Spielplatz sieht, da gibt es kein Halten mehr.

Liebe FS,
richtig - ich war auch in keiner Kita, hatte aber 5 Geschwister, wohnte in einem großen Haus am Stadtrand in einer Sackgasse, kaum jemand hatte ein Auto und rundherum waren alles kinderreiche Haushalte. Da brauchte es keine Kita um mit anderen spielen, streiten und sich wieder zu vertragen lernen. Die Hauser waren groß genug, dass andere Kinder zu Besuch kommen konnten, man kannte die Nachbarschaft .... Die Mütter haben kooperiert und mit auf die anderen Kinder geachtet, wenn mal eine zum Arzt oder einkaufen musste. Das alles gibt es in der heutigen Zeit nicht mehr und deswegen muss solche Betreuungs- und Sozialisationsleistung heutzutage eine Kita bringen.

Ich wünsche Dir, dass Deine Kleine begeistert in die Kita geht und dass Du auf dem Weg zum Quartett in ein paar Monaten ein Stück weiter bist. Ich habe meine kinderreiche Kindheit geschätzt und noch heute sind meine Geschwister bei Problemen meine erste Anlaufstelle.
Zu den Feiertagen brauchen wir mit allen Angehörigen (Geschwister, Kinder, deren Partner) mittlerweile im Hotel einen eigenen Raum zum essen oder mehrere zusammengestellte Tische. Die Stimmung ist immer grossartig und mit tun die Kleinstfamilien Leid, die Mühe haben, überhaupt einen 4er-Tisch zu füllen.
 
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  • #42
Meine Kinder waren auch ab dem Zeitpunkt, als sie laufen konnten in der Krippe.
Die Erzieherinnen sagen, es ist für ein Kind leichter, mit ca. einem Jahr in die Krippe zu kommen als mit 3 Jahren in den Kindergarten. Die Kinder sind es dann nicht gewöhnt, die Eingewöhnung verläuft bei den Kleineren einfacher.
Im Fall der FS würde ich die Eingewöhnung auf alle Fälle VOR die Geburt legen. Sonst fühlt das Kind sich vielleicht abgeschoben, wenn das Geschwisterkind kommt, was dann bei Mama bleiben darf.
Kita würde ich auf alle Fälle machen, dein "großes" Kind hat dann ein spannendes Umfeld und motivierte Erzieher, während Du Dich ganz um Dein Neugeborenes kümmern kannst und um Dich - ist ja nicht so, dass so eine Schwangerschaft und Geburt nicht schlaucht. Mit Kleinkind kannst Du Dich dann ja gar nicht mal kurz hinlegen, wenn Baby schläft.
So hast Du dann ein ausgeglichenes Kleinkind und ein Baby, den Du die volle Aufmerksamkeit zuteilwerden lassen kannst.
Es ist schlicht zu anstrengend, 2 so kleine Kinder alleine zu betreuen. Ich würde jede Hilfe annehmen. Babysitter ist kein Ersatz, außerdem wollen so kleine Kinder nicht alleine beim Babysitter sein. In der Kita mit anderen Kindern dagegen schon. Kitakosten kann man außerdem steuerlich absetzen, Babysitter nicht.
 
  • #43
Ich denke man muss auch nach dem Kind schauen, mein Kind ist total begeistert wenn sie andere Kinder auf dem Spielplatz sieht, da gibt es kein Halten mehr. Da blüht sie total auf, denke somit auch, dass es wichtig ist.

Meine Große war auch so, sie kam mit etwa 18 Monaten in die Kita, ich war - wie Du - erst auch skeptisch, aber nach DREI Tagen marschierte sie mit Siebenmeilenschritten hinein und wollte sich kaum noch verabschieden. Es ging ihr blendend dort, sie erklärte dann später etwas herablassend ihrem Baby-Bruder, er sei ja noch klein, er dürfe noch nicht zu den Großen in die Kita...

Natürlich tut es so kleinen Kindern gut, wenn Du Dir den Luxus erlauben kannst, sie an etwas kränklichen Tagen nicht in die Kita zu bringen. Wenn eine Mutter so früh wirklich knallhart Vollzeit arbeiten muss, das Kind auch kränklich schon ab 7 Uhr am Morgen bis zum späten Nachmittag bleiben muss - das ist hart und wenn da eine etwas flexiblere Gangart möglich ist, profitieren die Kinder sicherlich.

Aber sie profitieren auch davon, dass sie sich früh an Regeln gewöhnen, dass sie viele Spielkameraden haben und so viel lernen. Meine Beiden erzählen immer noch begeistert von den Matsch-Schlachten, den tollen Spielen und den Ausflügen - aber auch von den Kämpfen, bei denen sie sich durchsetzen mussten.

Liebe FS, achte darauf, was Deinem Kind gut tut, aber auch Dir - dann wird das schon! Viel Glück!
 
  • #44
Ein Kind gewöhnt sich an alles!

An das Leben in Villen ebenso wie an asoziale Verhältnisse in Slums, an Geschwister, an das Leben im goldenen Käfig, und eben auch an Sammelunterkünfte wie Kitas. Kaum ein Kind muckt da auf, wenn solche Zustände Alltag sind.

"Uns hat es nicht geschadet", "für uns war das in Ordnung", "Ostfrauen sind belastbarer im Beruf, weil die Kinder fremdbetreut werden", usw. - so wird gerne argumentiert, dennoch steht hier nicht das Kind in seinem "Nesthocker"- Status im Mittelpunkt, sonder Beobachtungen von anderer Warte.

Ein 1- Jähriges, ohne Not in eine Massenunterkunft abzuschieben, ist aus Sicht der Enwicklungspsychologie falsch. Das ist einfach eine Tatsache.

Einzig politische Gründe waren es in der damaligen DDR , denn die Kinder sollten nach sozialistischen Grundsätzen erzogen werden, und die Mütter sollten möglichst schnell wieder in den Arbeitsprozess eingegliedert werden. Um die Bedürfnisse des Kindes ging es nicht! Auch wenn manche Mütter dies heute noch als ihre ureigenste Entscheidung werteten, so waren die Gründe mehrheitlich diese, sich den Gegebenheiten anzupassen, und nicht anzuecken.

Über Vollzeit-Hausfrauen wurde eher gelächelt.

Genau aus diesem Grund! Wer ständig eigetrichtert bekommt, was scheinbar gut und richtig sei, glaubt es eben irgendwann einmal.
Ein Kind, das erstmal seine eigene Persönlichkeit entwickeln kann, wird stabiler in die Welt entlassen, als die Gleichmacherei in einer Massenunterkunft es je schaffen kann. Das soll es ja auch nicht...
Ein Einjähriges passt sich natürlich irgendwann auch dort an, was dann leider als "gutes Sozialverhalten" gewertet wird. Oft wird es dann auch später der angepasste, braven Mitläufer, der dem Staat große Freude bereitet.
 
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  • #45
Ein 1- Jähriges, ohne Not in eine Massenunterkunft abzuschieben, ist aus Sicht der Enwicklungspsychologie falsch. Das ist einfach eine Tatsache.

Massenunterkünfte? Wo lebst du? In meiner Betriebskita ist ab morgen für 2 Tage eine Prüfung durch die Behörden angesagt. Wir haben Krippe plus Kita. Da ist nichts mit Massenhaltung. Ich kenne auch in meinem Umfeld keine Massen-Kita-Kinder-Haltung. Allerdings lebe ich auch in Berlin und nicht dort, wo es noch viel zu wenige Krippen- und Kita-Plätze gibt.

Ich kenne keine einzige Mutter, mein Kind ist volljährig, die je das Wort Massenhaltung für ihre Krippe/Kita in den Mund genommen hätte. Ist dann die Hortbetreuung und die großen Schulen auch eine Massenhaltung?

Komisch nur, dass auf die AE-Mütter keine Rücksicht genommen wird, die sollen arbeiten gehen und müssen ihre Kinder in die Fremdbetreuung geben, obwohl das ja angeblich so schädlich für die Kinder ist.

w
 
  • #46
Ein Kind, das erstmal seine eigene Persönlichkeit entwickeln kann, wird stabiler in die Welt entlassen, als die Gleichmacherei in einer Massenunterkunft es je schaffen kann. Das soll es ja auch nicht...
Ein Einjähriges passt sich natürlich irgendwann auch dort an, was dann leider als "gutes Sozialverhalten" gewertet wird. Oft wird es dann auch später der angepasste, braven Mitläufer, der dem Staat große Freude bereitet.

Liebe Angela, Du dürftest gerne einmal meine Beiden kennenlernen, wenn das hier möglich wäre.

Beide sind SEHR individualistisch, gehen ihren eigenen Weg, dies aber ohne Andere zu verletzen - außer ihre Mutter natürlich, Mama ist hart im Nehmen und wir reden Klartext mit ihr...

Was Du schreibst von "Massenunterkünften" ist schlicht Unsinn, wenn man sich eine moderne, gut geführte Kita anschaut. Natürlich muss es gewisse Regeln geben, die Kinder müssen Rücksicht nehmen - aber die Kinder haben auch viele Freiräume, dürfen toben und sich ausleben, werden gefördert und gefordert.

Mein Beiden haben mir regelmäßig am Nachmittag gegen 16.00 ein Theater gemacht, dass sie noch nicht weg wollen, ich solle doch mit den Erzieherinnen einen Kaffee trinken. Das habe ich auch oft getan, mich fast angefreundet mit den Damen mit der Zeit. Wenn ich es eilig hatte, weil noch ein Termin o.ä. anstand, musste ich energisch werden und hatte dann das Gemaule auf dem Weg.

Sie müssen wirklich entsetzlich gelitten haben....
 
  • #47
Ist dann die Hortbetreuung und die großen Schulen auch eine Massenhaltung?

w

Natürlich, aber da sind die Kinder viel größer und reifer, und sollen sogar mit anderen Kindern in Kontakt kommen,
Ich bezog mich in meinem Statement auf den Winzling der FS, gerade mal 15 Monate alt. 3- Jährige, und sowieso Schulkinder haben genug Persönlichkeit und Stabilität entwickeln können, um sich (einerseits) unter vielen anderen Kindern behaupten zu können, und (andererseits) ein gutes Sozialverhalten zu entwickeln.

Komisch nur, dass auf die AE-Mütter keine Rücksicht genommen wird, die sollen arbeiten gehen und müssen ihre Kinder in die Fremdbetreuung geben, obwohl das ja angeblich so schädlich für die Kinder ist.

Da bist du falsch informiert, genau darauf wird Rücksicht genommen! Geschiedene Frauen haben Anspruch auf Unterhalt vom Vater des Kindes, bis dieses 3 Jahre alt ist. Das ist auch richtig so.
 
  • #48
@43: Deine Meinung sei Dir unbenommen, aber ich bin im Osten aufgewachsen und bin ein ziemlich eigenwilliger Kopf.
Kinder nach sozialistischen Grundsätzen erziehen? Sicher wollten sie das, aber wie soll das bei einem Einjährigen gehen? Sozialistisch in die Windel machen? Sozialistisch aus der Tasse trinken? Kommunistisch im Garten spielen? Häh?
Natürlich hat eine Erzieherin, welche zehn Kinder betreut, eine gewisse Tagesordnung einzuhalten, sonst fliegt ihr der Laden um die Ohren. Das geschmähte kollektive Töpfchensitzen hatte seine Ursache aber darin, daß Kinder nun mal in der Regel regelmäßige Toilettenzeiten haben (z.B nach dem Aufstehen). Daraus gleich ein Trauma abzuleiten ist hochgradig albern.
Die Ostfrauen wollten und mußten auch arbeiten, weil man von einem Gehalt in der Regel nicht leben konnte. Aber sie wollten auch immer ihr eigenes Geld haben und nicht vom Mann abhängig sein - das ist noch heute so und das finde ich auch richtig.
Meine Mutter war z.B. gegen Krippe und so kam ich erst mit 3 in den Kindergarten. Das war ihre ureigenste Entscheidung - ich war so lange viel bei der Oma, weil meine Mutter zu der Zeit den Sprung in die Selbständigkeit wagte. Ich sehe es heute so, daß die ausgebildeten Erzieher in der Regel eine gleich hohe oder höhere Kompetenz in vielen Fragen als die meisten Eltern haben. Mein Sohn war auch schon immer verrückt nach anderen Kindern und ich kann mich an keinerlei negative Erscheinungen erinnern. Im Gegenteil - er machte massive Entwicklungsfortschritte seitdem er in der Krippe war.
 
  • #49
@#47:
Einzelbeispiele sind nicht repräsentativ, und außerdem gab ja auch solche Leute in sozialistischen Systemen, bei denen die Erziehung zur Unterordnung in die Gemeinschaft, und zur Verherrlichung des Sozialismus NICHT geklappt hat! Ohne diese hätte es damals keine Wiedervereinigung gegeben!

Kinder nach sozialistischen Grundsätzen erziehen? Sicher wollten sie das, aber wie soll das bei einem Einjährigen gehen? Sozialistisch in die Windel machen? Sozialistisch aus der Tasse trinken? Kommunistisch im Garten spielen? Häh?

Naja, das ist ja wohl nicht wirklich ernst gemeint! Tatsächlich aber sollten Kinder gar nicht erst auf die Idee kommen können, dass sie als Einzelwesen etwas zu sagen hätten, und da sollte möglichst früh damit begonnen werden, bevor die Kleinen anfangen kann zu denken.

Die Ostfrauen wollten und mußten auch arbeiten, weil man von einem Gehalt in der Regel nicht leben konnte. Aber sie wollten auch immer ihr eigenes Geld haben und nicht vom Mann abhängig sein - das ist noch heute so und das finde ich auch richtig.

Das finde ich auch richtig!
Nur bin ich der Meinung, dass dies nicht zu früh geschehen sollte.

Ich sehe es heute so, daß die ausgebildeten Erzieher in der Regel eine gleich hohe oder höhere Kompetenz in vielen Fragen als die meisten Eltern haben.

Auf jeden Fall!
Es gibt sehr viele fachlich gut qualifizierte Erzieherinnen, die dazu noch oft mit Warmherzigkeit und Feingefühl die Kinder betreuen. Dies ist aber nicht der Punkt, wenn es um die ganz kleinen Kinder geht! Mutter, Vater, oder Großeltern kann keine, noch so gute Erzieherin ersetzen.
 
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  • #50
Ich bezog mich in meinem Statement auf den Winzling der FS, gerade mal 15 Monate alt. 3- Jährige, und sowieso Schulkinder haben genug Persönlichkeit und Stabilität entwickeln können, um sich (einerseits) unter vielen anderen Kindern behaupten zu können, und (andererseits) ein gutes Sozialverhalten zu entwickeln.

Da bist du falsch informiert, genau darauf wird Rücksicht genommen! Geschiedene Frauen haben Anspruch auf Unterhalt vom Vater des Kindes, bis dieses 3 Jahre alt ist. Das ist auch richtig so.

Absolut falsch, was hier geschrieben wird. Auch Kinder mit 15 Monaten sind ja Kleinkinder, können und müssen Kontakt zu anderen Kindern haben. Darüber gibt es viel Literatur im Internet. Nicht umsonst sagt man, dass die ersten 3 Lebensjahre die prägensten in der Persönlichkeit sind.

Nein, du bist falsch informiert. Ich durfte als AE-Mutter, die nicht verheiratet war, es sind übrigens nicht wenige verheiratet, schnell wieder arbeiten gehen. Unabhängig davon wollte ich es auch, weil ich ansonsten weg vom Arbeitsmarkt gewesen wäre. Leider bin ich keine Beamtin oder Angestellte im ÖD, wo es Wiedereinstiegsprogramme für solche Mütter gibt, die ewig zu Hause waren.

Sagt doch meine Freundin, die solche Mütter betreut, dass die eigentlich komplett wieder neu anfangen müssen. Dazu gibt es massive Probleme mit der Eingewöhnungszeit der 3-jährigen Kinder. Die hatte ich z.B. nicht, als ich mein Kind mit 9 Monaten eingewöhnte, aber nur 4 Stunden täglich arbeitete. Diese 4 Stunden hatte mein Kind damals in der Krippe fast nur geschlafen.

Bist du eine Mutter?

w
 
  • #51
Auch Kinder mit 15 Monaten sind ja Kleinkinder, können und müssen Kontakt zu anderen Kindern haben. Darüber gibt es viel Literatur im Internet. Nicht umsonst sagt man, dass die ersten 3 Lebensjahre die prägensten in der Persönlichkeit sind.

w

So kleine Kinder brauchen im ersten Lebensjahr nichts anderes als Mutter und/oder Vater. Später natürlich auch den Kontakt zu Kindern, da gebe ich dir Recht. Ob das nun Geschwister sind, oder Nachbarskinder, das ist egal, verantwortungsvolle Eltern organisieren Spielkameraden für ihre Kinder sowieso.

Jedoch wird dir in keiner einzigen psychologischen, oder pädagogischen Fachliteratur geraten, ein so kleines Kind in einer Kita unterzubringen. Allerdings in einer politisch motivierten Literatur wird dies gerne so propagiert, aus dem Grund, den du selbst beschreibst:

Nicht umsonst sagt man, dass die ersten 3 Lebensjahre die prägensten in der Persönlichkeit sind.

In sozialistischen Systemen war eben gewünscht, dass die Unterordnung unter die Gemeinschaft mit den jeweils politischen Zielen kritiklos verinnerlicht werden sollte, und so konnte diese "Prägung" auch verwirklicht werden. (Geklappt hat dies glücklicherweise nicht immer)

Sagt doch meine Freundin, die solche Mütter betreut, dass die eigentlich komplett wieder neu anfangen müssen.

Das ist gewiss so, im Normalfall! Aber in diesem Thread geht es ja um das Kind.

Ich selbst habe zwei Kinder, und war immer berufstätig - genau aus dem Grund, den du hier ansprichst. Wir waren damals in der glücklichen Lage, eine Kinderfrau anzustellen.
 
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  • #52
Zum Wohle des Kindes, das Kind bitte in die Kita stecken! Sei bitte vernünftig! Du nimmst deinem Kind doch die Gelegenheit, sich mit anderen Gleichaltrigen auszutauschen und frühzeitig erste soziale Verbindungen zu knüpfen. Dafür ist es gar nicht früh genug. Es erleichtert auch allgemein die Einschulung.

Es gibt Kinder, die wissen mit 5 Jahren schon sehr genau, was sie mal im Leben erreichen wollen, andere sind dagegen schüchtern und verklemmt und wissen gar nix - können nicht mal auf dem Spielplatz Hallo zu anderen Kindern sagen. Abgeschottet von den Übermüttern, die ihr Kleines vor der gesamten Welt abkapseln wollen.
 
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  • #53
Zum Wohle des Kindes, das Kind bitte in die Kita stecken! Sei bitte vernünftig!

Was soll denn dieses "Entweder/Oder-Denken"?
Wenn das Kind - gleich ob von Vater oder Mutter - bis zu seinem dritten Lebensjahr zu Hause betreut wird, heißt das ja wohl mitnichten, dass frühzeitige, soziale Kontakte damit automatisch ausgeschlossen sind!?!

Natürlich gibt es die Übermütter, die Glucken, die ihr Kind möglichst von allem fernhalten wollen. Die befinden sich aber glücklicher Weise in der Unterzahl. Hingegen ist die Gefahr, sein Kind mit einer so frühen Fremdbetreuung psychisch zu überfordern, sehr real. Auch wenn es Kinder gibt, die das verarbeiten können. Aber auch diese Kinder erleiden keinerlei Nachteil, wenn sie, statt in der Kita, zu Hause von ihren interessierten und engagierten Eltern betreut werden. Und diese Eltern haben sehr wohl die Möglichkeit (und nutzen diese auch), ihrem Nachwuchs über Spiel- und Krabbelgruppen frühzeitig soziale Kontakte zu vermitteln.

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  • #54
Ein Kita ist etwas anderes als eine Krabbelgruppe. Es gibt Tage, da ist mein Baby von den anderen Kindern in der Krabbelgruppe begeistert und andere, da will es nur Abstand. In die Kita MUSS es aber jeden Tag. Das bedeutet Stress, wenn es sich mal schlecht fühlt und lieber mit der Mama kuscheln will.
 
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  • #55
Was soll denn dieses "Entweder/Oder-Denken"?
Wenn das Kind - gleich ob von Vater oder Mutter - bis zu seinem dritten Lebensjahr zu Hause betreut wird, heißt das ja wohl mitnichten, dass frühzeitige, soziale Kontakte damit automatisch ausgeschlossen sind!?!

Ich weiß nicht, was die Deutschen immer mit ihren "obligatorischen 3 Jahren" haben, in anderen Ländern ist diese Denkweise völlig unbekannt. Und die Kinder dort sind auch nicht gestörter als unsere hier, OBWOHL sie oft schon mit spätestens einem Jahr Vollzeit "von Fremden betreut" werden.
Irgendwie können sich manche hier wohl immer noch nicht von den 50er-Jahren lösen, zumindest nicht, was Familie betrifft.
 
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  • #56
da heute immer mehr Kinder als Einzelkinder aufwachsen, ist stundenweise Betreuung woanders okay, aber dieses Ausarten in Vollzeitkrippe für 1jährige finde ich nicht gut.

3 bis 4 Stunden ab 24 Monate finde ich okay, um mal den Umgang mit anderen Kindern zu lernen. Davor finde ich das zu früh, weil die Kinder da noch sehr auf Einzelpersonen fixiert sind und noch nicht richtig zusammen spielen.
 
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  • #57

So traurig das klingt, aber viele ältere Ostfrauen sehen mit 45 teilweise schon so unglaublich verlebt und alt aus, weil keine Zeit für Freiraum und Selbstentfaltung geblieben ist. Vielleicht mal im Urlaub oder auf der Datsche, aber wenn ich meine Kolleginnen aus dem Osten so anschaue, muss ich ehrlich sagen, vom Äußerlichen denke ich bei den 55jährigen oft, ich hätte eine 75erin vor mir. Verlebt, graue Haut, oft sehr schlechte Zähne, müde Augen, verhärmte Gesichter mit teilweise furchentiefen Runzeln und wenig Lebensfreude. Da nützen auch die 3 verschiedenen Haarfarben oder der asymmetrische supermoderne Schnitt auf dem Kopf nicht viel. Soviel zum Thema "belastbar".

Man kann nicht alles gleichzeitig tun, Vollzeit schuften und sich ums Kind/die Kinder kümmern. Wer sich für Familien entscheidet, sollte wenigstens die ersten 3 Jahre bei seinem Kind bleiben. Eine Teilzeittätigkeit in 30 Stunden ist allemale ausreichend, wenn die Kinder im Kindergarten oder in der Schule sind.
 
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  • #58
@#47:
Einzelbeispiele sind nicht repräsentativ, und außerdem gab ja auch solche Leute in sozialistischen Systemen, bei denen die Erziehung zur Unterordnung in die Gemeinschaft, und zur Verherrlichung des Sozialismus NICHT geklappt hat! Ohne diese hätte es damals keine Wiedervereinigung gegeben!

Angeal, du widersprichst dir selber. Die Ossis, die damals zu Hundertausenden auf die Strasse gegangen sind, das sind alles Menschen, die fast alle sehr früh in die Krippe mussten und trotzdem keinen Schaden genommen haben, ansonsten hätten sie nicht die Kraft, den Mut und das Denken gehabt, auf die Strasse zu gehen. Das sind keine Einzelbeispiele. So schrecklich kann damals die sozialistische Krippe nicht gewesen sein. Man muss da sehr differenzieren.

Sind die heutigen Verhältnisse in Frankreich auch sozialistisch, wo Babys schon nach dem Mutterschutz von glaube ich 8 Wochen in die Krippe gegeben werden und die Frau schon gar nicht angefangen hat zu stillen?

Als Ossi-Frau lebe ich im Westen und erlebe immer wieder Frauen meines Alters, die mit Mama als Hausfrau aufgewachsen sind und dadurch nicht wenige Probleme haben. Oft fehlt es an Durchsetzungsvermögen, Kraft, Power, kochen können und an Multitasking-Vermögen. Oft sind solche Frauen mit Berufstätigkeit und Kind überfordert und mutieren schnell zu Hausfrau, weil sie es ja auch nicht anders kennen.

Nur weil du den Luxus hattest, eine Kinderfrau für deine Kinder anzustellen, muss das nicht das Non Plus-Ultra für alle Kinder sein. Damit verunglimpfst du nämlich die Mütter, die aus welchen Gründen auch immer, arbeiten gehen müssen und ihr Kind nach dem Erziehungsjahr in die Krippe geben müssen.

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Gast

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  • #59
Ich weiß nicht, was die Deutschen immer mit ihren "obligatorischen 3 Jahren" haben, in anderen Ländern ist diese Denkweise völlig unbekannt. Und die Kinder dort sind auch nicht gestörter als unsere hier, OBWOHL sie oft schon mit spätestens einem Jahr Vollzeit "von Fremden betreut" werden.
Irgendwie können sich manche hier wohl immer noch nicht von den 50er-Jahren lösen, zumindest nicht, was Familie betrifft.

Studien belegen, dass es neben den Kindern, die eine frühe Betreuung psychisch verkraften, auch viele Kinder gibt, bei denen das eben nicht so ist. Und gerade Länder, in denen frühe Krippen/Kita Betreuung schon länger praktiziert wird (z.Bsp. Frankreich oder die neuen Bundesländer), weisen heute einen signifikant höheren Anteil an persönlichkeitsgestörten Jugendlichen bzw. jungen Erwachsenen auf. Insofern ist die Aussage, dass die Kinder dort "auch nicht gestörter sind als unsere hier", NOCH nicht zutreffend.

Ein Alter von drei Jahren hat weniger mit "50er Jahre Denken", sondern viel mehr mit Erfahrungswerten zu tun, die nicht zuletzt von vielen Psychologen bestätigt werden. Nicht alles, was schon länger als richtig gilt, ist halt automatisch falsch! :)

Und wenn ich die Wahl habe, meinem Kind ohne Fremdbetreuung soziale Kontakte und Erfahrungen zu ermöglichen, warum sollte ich (wirtschaftliche Zwänge außen vor) das Risiko eingehen, es durch eine zu frühe Fremdbetreuung psychisch zu überfordern und so langfristig massive Probleme und Nachteile für mein Kind zu riskieren?
 
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  • #60
Und wenn ich die Wahl habe, meinem Kind ohne Fremdbetreuung soziale Kontakte und Erfahrungen zu ermöglichen, warum sollte ich (wirtschaftliche Zwänge außen vor) das Risiko eingehen, es durch eine zu frühe Fremdbetreuung psychisch zu überfordern und so langfristig massive Probleme und Nachteile für mein Kind zu riskieren?

Es ist in Studien nachgewiesen, dass viele Kinder, die zu Hause betreut wurden, viel öfter psychisch auffällig sind und oft sogar noch entwicklungsverzögert, weil sie fast nur Erwachsene um sich rum hatten, oder vor der Glotze abgestellt wurden, als Kinder die in Kitas gehen.

Wir reden ja nicht davon, Babys in die Krippe zu geben, sondern Kleinkinder, die älter ein Jahr sind.

Mein Kind ging übrigens mit 9 Monaten stundenweise in die Krippe und macht gerade bald das ABI und keiner der Kita-Erzieherinnen, Hort-Erzieher oder Lehrer hat je einen Verdacht geäussert, dass mein Kind psychisch anfällig oder sonst was ist. Wenn da was wäre, hätte es spätestens die Pubertät gezeigt.

w
 
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