• #1

Kirchliche Hochzeit?

Hallo zusammen,

ich habe in der Vergangenheit öfter kirchliche Trauungen besucht bei denen ich vorher schon wusste, dass das Brautpaar seit Jahren keine Kirche mehr von innen gesehen hat. Auf die Frage hin, warum sie die Trauung dennoch vornehmen möchten, obwohl sie laut eigener Aussage garnicht so viel von Kirche und Religion halten, kam die Aussage "Naja das macht man bei uns halt so!" oder "Die Familie erwartet das eben."
Wie an der Aussage zu erkennen, kommen wir aus einer eher ländlichen Gegend in Südbayern.
Vor Kurzem habe ich an einem Junggesellinnenabschied teilgenommen an dessen Abend die Frage ebenfalls unter den Mädels aufgekommen ist. Die Antwort der Braut war, und das hat mich echt schwer verwundert: "Damit er es mit keiner anderen mehr machen kann und außerdem soll sich das 2.000€ teure Kleid ja lohnen."

(Klar kann er es theoretisch schon, aber tatsächlich nehmen wohl nur wenige Männer den Aufwand der Annullierung einer christlich geschlossenen Ehe auf sich um sie mit einer anderen nochmal schließen zu können)

Ich bin echt erstaunt über soviel Berechnung sowie den Wunsch des richtigen "Auftritts" in der Kirche, der ja bei der standesamtlichen Trauung meist so nicht umsetzbar ist. Im Endeffekt kenne ich nur ein Paar, das die Trauung wie auch die Taufe des Kindes aus Überzeugung durchgezogen hat. Bei ihnen hat die Kirche auch sonst einen hohen Stellenwert.
Wie seht ihr das? Könnt ihr diese Argumente nachvollziehen? Welche hattet ihr für eure religiös geschlossene Trauung?

Ich selbst bin übrigens nicht religiös und hätte aufgrund dessen auch bestenfalls eine freie Trauung in Erwägung gezogen.
 
  • #2
Ich finde, es steht niemandem zu, über die Motivation zu urteilen. Die meisten Menschen machen sich nicht viel Gedanken über Traditionen. An deiner Stelle hätte ich die Frage noch erweitert, warum sie überhaupt heiraten. Die Antworten hätten dir auch nicht gefallen.
Hier ist einfach Toleranz angesagt. Wenn ich mir über sowas den Kopf zerbrechen würde, sorry, das wäre eine Verminderung meiner Lebensqualität die es mir nicht wert wäre.
 
L

luci-le

Gast
  • #3
Du klingst überaus missgünstig und neidisch und deine Art zu schreiben erinnert sehr stark an einen ganz bestimmten Forenmann. Anstelle auf Andere solltest du dich viel lieber auf dich selbst konzentrieren und glaubst du nebenbei, dass dir auch nur eine einzige deiner flüchtigen Bekanntschaften die ganze ehrlich Pallette der Gründe samt Gewichtung vorlegt?
 
  • #4
Den ganzen Firlefanz mit der Feier muss man mögen, ich glaube manche machen das nur aus Status. Klar ist es der Traum jeder Frau ein weißes Kleid zu tragen, aber das kann man auch ohne Kirche. Für mich wäre es heute nicht mehr wichtig. Aber ich glaube dafür braucht man Lebenserfahrung, um das so zu sehen. Sollte jemals für mich noch einmal eine Heirat in Frage kommen, wäre für mich das Standesamt ausreichend, und das ohne jeglichen Pomp. Denn durch meine Erfahrung, würde ich sowieso nur noch einen Partner heiraten, der mir sehr wichtig wäre, da wäre die Tatsache, jemanden an der Seite zu haben wichtiger, als das Drumherum.
 
  • #5
Was andere für Motive haben ist doch uninteressant. Ich persönlich würde eine standesamtliche Trauung vorziehen aber soll halt jeder so machen wie er es für richtig hält - ob aus Berechnung oder Überzeugung.
 
  • #6
Eine kirchliche Trauung gibt einen größeren, festlichen Rahmen her, als das Standesamt. Was ist schon ein Trauzimmer, gegen eine ganze Kirche ?

Die Bräute fühlen sich noch geehrter und sicherer, wenn der Bräutigam auch "vor Gott" zu ihr "Ja" gesagt hat.

Wenn die Leute (M+F) kirchlich heiraten wollen, dann wollen sie nicht darauf verzichten = mindestens einmal im Leben sowas erleben.

Ich schätze die meisten Bräutigams als nüchterner = ihnen persönlich ist es egal ob kirchlich oder nicht ? Und fügen sich dem Willen der Braut ?

Aufgepasst bei einer römisch-katholischen Trauung. Die erkennen keine weltlichen Scheidungen an. Das Brautpaar verpflichtet sich bei der Trauung, ihre (künftigen) Kinder der röm-kath. Kirche zuzuführen.

Ein junges Paar heiratete vorsorglich in einer altkatholischen Kirche. Um bei Scheidung keine Probleme mit der Kirche zu haben. Ein Jahr später reichten sie bereits die Scheidung ein. Aber schon bei ihrer Trauung gaben die meisten Gäste dieser Ehe keine lange Dauer.

Alternative: Eigene Zeremonie mittels freier Trauung.
 
  • #7
Ich bin Agnostiker. Es wäre mir sogar zuviel der Ehre, wenn ich mich als Atheisten bezeichnen würde.
Konsequenterweise würde ich nicht kirchlich heiraten ( ich will ohnehin nicht, aber das ist hier nicht die Frage )

Genauso konsequent gehe ich noch nicht mal an Heiligabend in die Kirche, die an diesem Tag aus allen Nähten platzt, während dort sonst fast immer gähnende Leere herrscht. Widerlich diese Heuchelei !

Ich habe mich vor ca. 10 Jahren zu diesem Schritt entschlossen und bin auch aus der Kirche ausgetreten, obwohl oder gerade weil ich in seinem sehr christlichen Elternhaus aufgewachsen bin.

Ich bin kein Agnostiker, weil ich keine Ahnung habe, sondern gerade weil ich viel von dieser Thematik verstehe.

Ich gehe nur in eine Kirche, wenn ich zum Beispiel zu einer Taufe eingeladen bin.
Ich stehe bei der Liturgie an den richtigen Stellen auf, um die Gastgeber nicht zu blamieren, aber ich spreche nicht das Glaubensbekenntnis, ich singe nicht mit.

Mein Freund ist gläubig, betet oft, auf seinem Wohnzimmertisch liegt eine Bibel und er liest darin.
Er geht an Heiligabend in die Kirche und ich muss nicht mit.
Er meint es ernst, das finde ich nicht widerlich, ich respektiere das.

Das was du von deinen Bekannten beschreibst, ist anders.
Niemals würde ich so eine schwache Nummer abziehen, um des Showeffekts willen bei meiner Hochzeit in der Kirche zu lügen und zu heucheln.

Und NIEMALS würde ich für ein einziges Event ein Kleid für 2.000 € kaufen.

w 48
 
  • #8
Andere solltest du dich viel lieber auf dich selbst konzentrieren und glaubst du nebenbei, dass dir auch nur eine einzige deiner flüchtigen Bekanntschaften die ganze ehrlich Pallette der Gründe samt Gewichtung vorlegt?

Wow.. ich bin echt erstaunt. Wo habe ich geschrieben dass ich den Paaren die kirchliche Trauung, den großen Auftritt und das teure Hochzeitskleid nicht gönne? Ich hab keinerlei Wertung in meine Frage gesetzt, sondern lediglich nach den Beweggründen der User hier gefragt weil es mich interessiert ob diese auf mich recht oberflächlich wirkende Ansicht allgemein verbreitet ist. Stattdessen wird kein Stück auf meine Frage eingegangen sondern ich darf mich ohne Umschweife persönlich angreifen lassen.
Abgesehen davon finde ich es erstaunlich dass Ihr aus meinem Beitrag herauslesen könnt wer am Tisch die Frage überhaupt gestellt hat - ich nämlich nicht - und wie gut ich die erwähnten Paare eigentlich kenne.
 
  • #9
Ich glaube da unterscheiden sich Hochzeiten grundlegend, bei den einen steht die Liebe im Vordergrund und bei anderen merkt man glasklar, hier ist mehr die Hochzeit ansich das Motiv, der große Auftritt, in der Regel von Frauen angeführt. So ein Exemplar hast du offenbar gesprochen. Hat die Dame sonst ein so unscheinbares Leben, dass sie diesen Strohhalm, "ihren Tag", so zelebrieren muss?

Als Frau ohne Kirchenmitgliedschaft käme ich mir bei einer Hochzeit in der Kirche meinerseits doch sehr schäbig und verlogen vor. Aber wer nicht in der Lage ist, ein wirkliches Fest auch ohne Kirche auf die Beine zu stellen, der braucht das wohl?

PS: Ich kenne einen Mann, der eine kirchliche Ehe annuliert hat. Wer will, der sucht Wege.
 
  • #11
Ich war damals so eine...Braut in der Kirche!
Heute wäre mir das egal!
Wobei ich nicht auf eine Hochzeit gepocht hatte, nicht mal typisch weibliche Andeutungen. Als ich dann gefragt wurde und "zugesagt" hatte...war der Wunsch kirchlich zu heiraten aber sofort da.
Extrem ungläubig war ich nicht aber auch keine sonntägliche Kirchengängerin.
Zugegebener Massen, gab es zu dem Zeitpunkt keine so schönen Möglichkeiten standesamtlich zu heiraten...mit Kleid in einer Burg geht heute ja auch. Aber nur so nüchtern einen Vertrag zu unterschreiben, dass kam mir damals falsch vor.
Kirche stand für mich für Familie und ich wollte ja nun mit der Heirat eine neu eröffnen.
 

Laleila

Cilia
  • #12
Aus Überzeugung nicht kirchlich. Mein Mann, der wie so viele Kinder, von seinen Eltern in die Kirche hineingetauft wurde, trat vorher aus.

Kleid maßgeschneidert aber nicht weiß. Die standesamtliche Trauung ein Traum.
Tolles Gebäude, schöner Saal, ein Freund begleitete die Zeremonie auf der Harfe, mit einem extra für uns komponierten Stück welches thematisch zum Ziel unserer Flitterwochen passte. Ein eigenes Ehebekenntnis.....Total romantisch.

Wenn ich das mit den ewig langen kirchlichen Trauungszeremonien von Freundinnen vergleiche, Predigt, Orgelmusik, Predigt usw. ... naja

Die haben aus einer Mischung von Überzeugung, den Erwartungshaltungen der Eltern und "weil man das als Christ eben macht" eine zusätzliche kirchliche Trauung vollziehen lassen.
 
A

Ares

Gast
  • #13
Ich habe aus voller Überzeugung kirchlich geheiratet. Aus demselben Grund bin ich dabei, die Ehe annulieren zu lassen. Ich würde auch nicht noch einmal kirchlich heiraten, weil ich heute das kirchliche Eheversprechen anders sehe als früher.

Ich denke, das Thema sollte jeder handhaben wie er oder sie möchte. Allerdings finde ich eine kirchliche Heirat aufgrund der schönen Feier und des schönen Kleides reichlich lächerlich.
 
G

Ga_ui

Gast
  • #14
Man könnte so ein Verhalten heuchlerisch nennen, aber ich würde mir nicht anmaßen, über die Wünsche anderer zu urteilen. Den meisten gefällt eben ein schönes Kleid und ein Auftritt in der Kirche. Ja und? Geht dadurch was zu schaden, außer deine miese Laune?

Ein richtiger Christ zu sein hieße für mich auch, kein Sex vor der Ehe zu haben, keine Verhütung beim Sex zu benutzen, jeden Sonntag in die Kirche zu gehen, und ohne Sünde zu leben. Und das alles tut keiner! Man wäre ein hinterherhinkender Alien, wenn man komplett nach der Kirche leben würde.
 
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  • #15
Ich bin nicht religiös und habe daher standesamtlich geheiratet, die Hochzeitsfeier war im kleinen familären Rahmen. Bei uns war die Reisenfeier der Polterabend.

Die kirchliche Trauung und das Kirchenrecht sind mir komplett gleichgültig, weil sie für mich keinerlei Relevanz haben - ich setze auf die Rechtsordnung des Staates. Da bin ich keiner kirchlichen Willkür ausgeliefert, in der die Eheannullierung nur gelingt, wenn Du selber und Dein soziales Umfeld lügt (letzte Woche gab es auf der ARD hierzu eine gute Doku). Das finde ich wirklich verwerflich - von beiden Seite, Kirche und Ehepartner.
Bei meiner Scheidung vor dem Familiengericht durfte ich ehrlich sein und dort wurde Recht gesprochen, so wie beide es wollten.

Ich kenne viele Leute, die großen Wert auf die beeindruckende kirchliche Trauung legten, ohne im geringsten religiös zu sein. Du siehst es daran, dass auch ihr Umfeld meistens wenig religiös ist und die Trauung hinsichtlich Gebet und Gesang kläglich ist (keiner kennt die Zeremonien und Texte), wenn nicht ein großer Chor angeheuert wird - außer toller Räumlichkeit und umwerfendem Kleid der Frau bleibt dann nicht mehr viel übrig von dem großen Plan.

Für das nicht-religiöse Paar war es neu ein Ausgestaltungsmerkmal des großen Tages, gleichwertige mit dem Eisschwan auf dem Buffet. Wenn sie richtig Geld verdienten, traten sie aus der Kirche aus, um die Steuern zu sparen. Sie haben auch kein Problem, wieder einzutreten, wenn die Kinder in einen kirchlichen Kindergarten oder in einen kirchliche Schule gehen sollen. Zugehörigkeit zur Kirche ist für sie keine Glaubensfrage sondern wird gehandhabt wie eine Vereinsmitgliedschaft.

Es ist mir egal, wie jemand heiratet - verheiratet ist er für mich nur, wenn die Trauung vor dem Standesamt geschlossen wird.
An einer kirchlichen Trauung nehme ich nur teil, wenn ich weiß, dass das Paar sich wirklich verbunden ist, denn ich bin eine der wenigen, die textsicher ist.
 
  • #16
Ich möchte nur kurz darauf hinweisen das nur nach katholischen Kirchenrecht eine Scheidung unmöglich ist. In der katholischen Kirche muss eine Ehe nach dem kirchlichen Recht aufgelöst (anuliert) werden. Evangelische Christen können sich ohne Probleme mit ihrer Kirche zu bekommen scheiden lassen und auch wieder kirchlich trauen lassen.
 
A

Ares

Gast
  • #17
...in der die Eheannullierung nur gelingt, wenn Du selber und Dein soziales Umfeld lügt (letzte Woche gab es auf der ARD hierzu eine gute Doku).

Das ist so nicht richtig. Heutzutage sind sicher 80% der krichlich geschlossenen Ehen ungültig und damit annulierbar. Ohne jede Lüge. Wer heiratet denn ernsthaft unter den Bedingungen, die eine katholische Eheschließung vorgibt? Hast Du noch den Titel der Dokumentation?

Für mich ist auch die staatliche Trauung nicht rechtlich in Ordnung. Dazu würde eine Aufklärung über das "Kleingedruckte" gehören, die in beiden Fällen nicht stattfindet.
 
  • #18
Geht dadurch was zu schaden, außer deine miese Laune?

Meine Güte. Langsam frage ich mich welche User hier eigentlich die miese Laune haben. Oder treffe mit meiner Frage einen empfindlichen Nerv? Wem meine Frage nicht passt steht es frei, den Beitrag zu überlesen.

Herzlichen Dank schon mal an alle die mir bisher produktiv geantwortet haben.

@Vikky
Danke für den Tipp mit der Doku, die werde ich mir mal ansehen.

@Laleila
Freut mich wenn die standesamtliche Trauung bei dir so schön gestaltet werden konnte. Das ist wohl bei uns eher schwierig, da der Zeitplan in der frühsommerlichen Hochsaison leider eng ist und die Brautgesellschaften im 45 Minutentakt (ja, sogar bei uns!) getraut werden. Sows wäre wohl leider nur im Winter möglich.

Aber nur so nüchtern einen Vertrag zu unterschreiben, dass kam mir damals falsch vor.

Auch das kann ich gut nachvollziehen und sehe es ähnlich, weswegen für mich eine freie Trauung der Zeremonie wegen eine tolle Möglichkeit wäre.
 
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  • #19
@Lynnea
Kann es sein, dass Du kurz davor stehst Dich zu trauen; -))))
Heute gibt es zumindest in unserer Region, sehr schöne alternative Möglichkeit.
Anders als damals.
Jeder hofft im Sommer zu heiraten. ..nur bei uns hat es trotzdem aus Eimern geschüttet;-)))
Es wird sich etwas wunderschönes finden, was Dich innerlich keinen großen Kompromiss machen lässt!
 
  • #20
Heutzutage sind sicher 80% der krichlich geschlossenen Ehen ungültig und damit annulierbar
Na wenn das so ist, dann kann man darauf ja gleich verzichten, wenn die meisten kirchlichen Ehen nicht rechtsgültig sind. Da musst Du Dir doch selber sagen, das das nicht ansatzweise stimmen kann, was Du hier behauptest.

Montag, 30.11.2015, ARD "Richter Gottes - die geheimen Prozesse der Kirche", nicht nur Eheschließung/-annullierung sondern auch Rechtsbeugung bei Missbrauchsfällen.

Für mich ist auch die staatliche Trauung nicht rechtlich in Ordnung. Dazu würde eine Aufklärung über das "Kleingedruckte" gehören, die in beiden Fällen nicht stattfindet.
Wer heiratet ist üblicherweise ü18 und das "Kleingedruckte" ist jedem, den es interessiert überall frei zugänglich. Die Annullierungsrate staatlicher Trauungen liegt nahezu bei Null.
Auch staatliche Trauungen können annulliert werden, nur braucht es dafür echte Gründe. Die schient niemand zu haben.
 
L

luci-le

Gast
  • #21
Das ist so nicht richtig. Heutzutage sind sicher 80% der krichlich geschlossenen Ehen ungültig und damit annulierbar. Ohne jede Lüge. Wer heiratet denn ernsthaft unter den Bedingungen, die eine katholische Eheschließung vorgibt? Hast Du noch den Titel der Dokumentation?

Für mich ist auch die staatliche Trauung nicht rechtlich in Ordnung. Dazu würde eine Aufklärung über das "Kleingedruckte" gehören, die in beiden Fällen nicht stattfindet.
Das ist doch für einen Akademiker ziemlich peinlicher, unlauterer Unsinn.
Aus staatlicher Sicht kann und wird die Trauung überhaupt nur dann vollzogen werden, wenn du dem Standesbeamten versicherst, im Vollbesitz deiner geistigen Fähigkeiten, freiwillig und mit dem Wissen um die Konsequenzen deiner Entscheidung vor den Traualtar getreten zu sein. Beim Standesamt selbst wirst du ja noch einmal explizit gefragt, ob du "Diese Frau zu deiner GESETZLICH angetrauten Ehepartnerin" oder so etwas in der Art nehmen möchtest. (dieser Vorgang nennt sich Trauung)

Da kannst du nicht nachträglich mit einem Annulierungswunsch um die Ecke kommen, mit der Begründung, du hättest vor dem Standesamt gelogen und wärst deiner gesetzlich vorgeschriebenen Informationspflicht nicht nachgekommen. Da man umfassendes, vollständiges Informationsmaterial zu diesem Thema überall und sogar kostenfrei finden kann, hast du vor Gericht nicht die geringste Chance. Auch falls du es mit dem Argument "Sie hat mich zu der Ehe gezwungen und mich mit möglichem Sexentzug erpresst" versuchen solltest, gewinnst du bestenfalls eine Menge Lacher, mehr passiert da aber nicht.

Auch die kirchliche Ehe annulieren zu lassen schaffst du unter normalen Umständen nicht, oder hatte deine Partnerin rein zufällig mehrere staatlich geschlossene Eheverhältnisse oder war "in einem früheren Leben" rein zufällig ohne dein Wissen ein Mann? Wenn nicht, sieht es auch da mehr als mau für dich aus. Ich frage mich, wieso man die Ehe überhaupt vor Kirche oder Staat nachträglich ohne ausreichende Gründe annulieren lassen möchte. Sind es Frust, Wut oder hat man mit dem Thema auch nach Jahren so wenig abgeschlossen?

Was mich angeht, kann ich persönlich mit Kirchen nicht das Geringste anfangen, genauso wenig wie mit Ringkissen, rosafarbenen Brautjungfernkleidern und der unseligen Tradition dem Minihund die Trauringe umzubinden. Aber solange ich das selbst nicht machen muss, darf jeder seinen "schönsten Tag" doch so feiern, wie er mag.
 
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A

Ares

Gast
  • #22
Da musst Du Dir doch selber sagen, das das nicht ansatzweise stimmen kann, was Du hier behauptest.

Es ist so. Eine Ehe, die geschlossen wird geschlossen wird ohne die klare Absicht, in jedem Fall lebenslang verheiratet zu bleiben, ist ungültig. Wer heiratet ernsthaft heute bei entsprechenden Scheidungsquoten noch in dieser Absicht?

Die Annullierungsrate staatlicher Trauungen liegt nahezu bei Null.
Auch staatliche Trauungen können annulliert werden, nur braucht es dafür echte Gründe. Die schient niemand zu haben.

Klar. Da ist die Scheidung einfacher.
 
  • #23
Eine Ehe, die geschlossen wird geschlossen wird ohne die klare Absicht, in jedem Fall lebenslang verheiratet zu bleiben, ist ungültig. Wer heiratet ernsthaft heute bei entsprechenden Scheidungsquoten noch in dieser Absicht?
Du hast kirchlich geheiratet ohne die Absicht, lebenslang mit dieser Frau zusammenbleiben zu wollen und meinst, dass die katholische Kirche das als Annullierungsgrund akzeptiert? Oha, das nenne ich Optimismus.
Mit der Einstellung kannst Du auch kirchlich verheiratet bleiben, weil Ehe für Dich bedeutungslos ist. Die gehst Du ein und löst sie auf, wie es Dir grad passt. Das ist mit dem katholischen Ehebegriff eher unvereinbar.

Du solltest Dir für die Vorbereitung Deiner Annullierungsaktion doch die Doku ansehen, damit Du weißt, worauf Du Dich vorbereiten musst. Da wirst nicht nur Du befragt, sondern auch Leute aus Deinem Umfeld müssen bestätigen, unter welchem Zwang Du beim Eingehen der Ehe standest, welcher Einschränkung der Willensfreiheit Du wehrlos unterlagst.
Die Maßstäbe für kirchlichen Annullierungsgründe sind sehr streng, kann man nicht ansatzweise mit Scheidungsgründen vergleichen. Es sollte Dir als erwachsener Mann, der erst mit 40+ die Ehe einging nun wirklich peinlich sein, dass Du in der sexuellen Not nicht mehr Herr Deines Willens warst und deswegen heiraten musstest oder was willst Du als Annulierungsgrund anführen? Die Anhörung wird für die Laienrichter von großem Unterhaltungswert sein.

Ich sitze hier und muss schallend lachen über Deine Naivität, Deine Unfähig- und Unwilligkeit Verantwortung für Deine Entscheidungen zu übernehmen und die Schamlosigkeit, öffentlich dazu zu stehen, dass Du nicht Herr Deines Willens bist. Überraschen tut mich das allerdings in keiner Weise. So verhalten sich viele angeblich gebildetet Männer im echten Leben.
Du wunderst Dich nicht mehr wirklich, warum Du bei klugen Frauen nicht landen konntest, wenn Du so schwach argumentierst.

Nein, es braucht genau wie bei der Kirche handfeste Gründe, wie geistige Umnachtung, nicht geschäftsfähig, parall bereits verheiratet. Triebhaftigkeit oder sonst keine Chance, eine Frau zu bekommen langt nicht für Annullierung der gesetzlichen Ehe, aber auch nicht für die kirchliche Ehe.
 
L

luci-le

Gast
  • #24
Es ist so. Eine Ehe, die geschlossen wird geschlossen wird ohne die klare Absicht, in jedem Fall lebenslang verheiratet zu bleiben, ist ungültig. Wer heiratet ernsthaft heute bei entsprechenden Scheidungsquoten noch in dieser Absicht?
Also schreibst du deiner Kirchengemeinde einen Brief, du möchtest die Ehe annulieren lassen, weil du "im Haus Gottes" bewusst und mit Vorsatz gelogen und betrogen hast und das obwohl du auch während eines Gottesdienstes vom Pfarrer mehrfach gefragt worden bist? Falls du das durchbekommst, musst du mit einer Exkommunizierung (dem nicht wieder rücknehmbaren Rauswurf aus der Kirche auf Lebzeit) rechnen, das ist dir schon klar? Du weißt doch gar nicht, was in zehn oder zwanzig Jahren ist? Willst du wirklich alt und krank werden in dem Wissen, dass der Weg der Beichte, letzten Ölung, Grabrede durch den Pfarrer und die Beerdigung auf dem Friedhof ein für alle mal für dich ausgeschlossen sind? Ich wäre mit solchen Spielchen, die am Ende nur dir selbst schaden sehr vorsichtig und ich kenne einige Leute, die zu Lebzeiten überzeugte Atheisten waren, als es ums Sterben ging, aber dann ganz dringend den Pfarrer für die Beichte oder letzte Ölung im Zimmer haben wollten. Kirchliche Hochzeit selbst ist für mich dagegen auch eher "schmückendes Beiwerk", das ich persönlich jetzt nicht wirklich in meinem Leben brauche.
 
A

Ares

Gast
  • #25
Ich sitze hier und muss schallend lachen über Deine Naivität,

Schön, wenn Du das so genau weisst. Der entsprechende Richter sieht es anders. Daran halte ich mich eher als an eine Fernsehdokumentation...

...weil du "im Haus Gottes" bewusst und mit Vorsatz gelogen und betrogen hast ... musst du mit einer Exkommunizierung (dem nicht wieder rücknehmbaren Rauswurf aus der Kirche auf Lebzeit) rechnen, das ist dir schon klar?

Auch dazu: im Kirchenrecht gibt es jede Menge Regelungen, die anders sind als das, was der "einfache" Gläubige glaubt. Da rutscht das Forum auf Stammtischniveau ab...
 
A

Ares

Gast
  • #26
Das ist mit dem katholischen Ehebegriff eher unvereinbar.

Exakt das macht ja eine katholische Ehe ungültig.

Die Anhörung wird für die Laienrichter von großem Unterhaltungswert sein.

Es gibt keine Laienrichter in kirchlichen Verfahren. Das wurde übrigens sogar in der ansonsten recht kurz gehaltenen Doku klar so gesagt. Dazu passt:

...in der sexuellen Not nicht mehr Herr Deines Willens warst...
Ich sitze hier und muss schallend lachen über Deine Naivität, Deine Unfähig- und Unwilligkeit Verantwortung für Deine Entscheidungen zu übernehmen und die Schamlosigkeit, öffentlich dazu zu stehen, dass Du nicht Herr Deines Willens bist.

Dazu habe ich keine Aussage gemacht, zusammenhanglose Folgerungen Deinerseits führen da wenig weiter. Zu einer Ehe gehören zwei, die sie ernst nehmen. Du stellst hier halt irgendwas in den Raum, das im Grunde nichts außer Beschimpfungen beiträgt. Peinlich und eigentlich irgendwie primitiv.
Da kann ja jeder hier seine Schlüsse ziehen. Die Moderatoren haben es jedenfalls nicht getan...
[und an der Stelle möchte ich die Moderatoren bitten, hier wenigstens eine Antwort auf schlichte Beleidigungen zuzulassen]

Zur Ausgangsfrage: Im Grunde ist eine Ehe, die kirchlich geschlossen wird, weil "man das halt so macht" oder "weil die Familie das so möchte" von vorneherein ungültig.
Die meisten Gläubigen gehen die Annulierung nicht an, weil sie denken, das würde nur bei Fürsten in Monaco funktionieren. Ds ist nicht so.
Es gibt eine schöne Zusammenfassung der Gründe unter http://www.sueddeutsche.de/muenchen...irche-als-waere-nie-etwas-gewesen-1.1873323-2
 
F

Fiona72

Gast
  • #27
Die kirchliche Hochzeit dürfte ja auch hier doch eher die absolute Seltenheit sein. Wie heißt es so schön in der Bibel:
"Wir sind alles nur ein Geschöpf Gottes."
Wenn dies so ist, dann dürften ja nicht so viele antichristliche Äußerungen im Bezug der Optik des anderen existieren. Wenn ich dann sage, dass der Mann A schrecklich aussieht, dann äußere ich mich schon negativ gegenüber das Werkes unseren Herrn aus. Gut ich min nicht religiös und somit darf ich das ja, aber ich schätze nicht das alle die sich so äußern unreligiös sind.
Am Ende ist eine kirchliche Hochzeit ohne Standesamt doch auch nur eine Hochzeit ohne Verbindlichkeit. Man kann sich am Ende genauso schnell trennen, wie bei einer einfachen Beziehung.
Man hat ja keinen juristischen Vertrag abgeschlossen und vielleicht ist dies ja eine neue Nische, wo die Kirche noch Zuwachs bekommen kann.
 
  • #28
Ich gebe der FS vollkommen recht.

Als gläubige Katholikin und Kirchgängerin verstehe ich es auch nicht, wieviele Menschen kirchlich heiraten, ein Kind auch taufen lassen, zur Kommunion gehen lassen, eine Sterbefeier dort abhalten, an Weihnachten die Kirche bevölkern, aber sonst nie eine Andacht besuchen, die Festlichkeiten und den Akt der Messe zelebrieren aber in ihrem Inneren weder mit Gottesglauben noch mit Kirche was zu tun haben und auch haben wollen. Kopfschüttel.

Mich widert ein solch verlogenes Verhalten einfach an.
Da mag ich lieber ehrliche Menschen, welche keinen Glauben haben aber auch niemals eine Kirche besuchen, weil es ihnen nichts bringt.

Ein guter Freund von mir war Atheist, ja wir haben uns menschlich gut verstanden, der Glauben war nie ein Thema, leider zog er in ein anderes Bundesland.
Er hätte nie eine Kirche besucht und auf christliche Feierlichkeiten lag er keinen Wert - er war authentisch und ehrlich. Deshalb mochte ich ihn.
 
  • #29
Ich habe damals sehr sehr Jung auch aus diesem Grunde Kirchlich geheiratet. Weil dat so muss! Ich kann weder damals noch heute behaupten das ich sehr Gläubig bin. Aber ich glaube an etwas. Irgendetwas muss da sein. Also mein eigener Glaube. Die Trauung war Stress und Langweilig zugleich. MIR hat es nichts gebracht. Ich habe damit nur einen Wunsch erfüllt. Die Rechtliche Trauung hingegen war für mich etwas besonderes. Etwas für mich greifbares. Abgesehen davon das ich nicht mehr Kirchlich heiraten darf und möchte, werde ich voraussichtlich mit meiner Süßen, wenn es dann geschehen wird, ganz allein in einem Umfeld welches WIR haben möchten heiraten. Es wird eine verrückte Hochzeit die wir uns beide wünschen. Aber ohne Verpflichtungen anderen gegenüber. Sondern nur für uns. Es wird unsere eigen Hoch Zeit.
m45
 
  • #30
Mich widert ein solch verlogenes Verhalten einfach an.
Da haben sich manche halt nur an der Einstellung der irdischen Vertreter der Glaubensrichtung angepasst. Manche sind in diesen Punkt auch keinen Deut besser.
Da mag ich lieber ehrliche Menschen, welche keinen Glauben haben aber auch niemals eine Kirche besuchen, weil es ihnen nichts bringt.
Man kann auch ohne Glauben diese Objekte besuchen. Nehmen wir einmal das Münster von Strasbourg als Bsp. Die atomische Uhr ist sicherlich auch für Artisten wie mir sehr anschauenswert.
Man kann sich auch ohne Glauben an diesen Bauten seinen Gefallen finden.

Wahrscheinlich ist auch die Kirchensteuer ein weiterer Grund, dass viele ausgetreten sind und zu Zeiten wie Weihnachten, Ostern usw. ihren Glauben nicht so ganz verloren haben. Würde es weltweit eine Kirschensteuer gäben und nicht nur in den deutschsprachlichen Länder, dann wäre der Verlust der eingetragenen Gläubiger noch höher. Eventuell sollte man sich hier Italien oder Spanien als Vorbild nehmen. Jeder muss ca. 1 % an die sozialen und kulturellen Zwecken entrichten und somit lohnt sich finanziell kein Austritt. Gerade Polen ist ja sehr religiös und wie viele Menschen wären da noch in der Glaubensrichtung, wenn man dort auch für seinen Glauben bezahlen muss.
 
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