• #31
Das kann doch jeder machen wie er will, das nennt man Freiheit. Jugendliche lassen sich häufig konfirmieren, weil es dann ein Fest und Geldgeschenke gibt und nicht des Glauben wegens. Manche bekommen noch ein Kind, weil das mit dem Elterngeld so praktisch ist und weil sie sich dann aus dem Berufsleben zurückziehen können, nicht aus reiner Kindesliebe. Ich denke, dass wir in unserer Demokratie und freien Gesellschaft so handeln dürfen, so lange wir andere damit nicht die Freiheit rauben. Ob andere das Gut finden, spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Der Einwand, dass sich das 2000 Euro teurer Brautkleid dann lohnt, ist auf ökonomischer Sicht nicht falsch.
 
  • #32
@Magnus

Mein Statement bezog sich auf Feierlichkeiten einer Messe und nicht auf die Besichtigung der historischen Bauweise einiger Götteshäuser.
Dieser Unterschied müsste schon die Thematik des Beitrages hergeben.
 
  • #33
Ich wehre mich gegen solche Bilder :
Ein richtiger Christ zu sein hieße für mich auch, kein Sex vor der Ehe zu haben, keine Verhütung beim Sex zu benutzen, jeden Sonntag in die Kirche zu gehen, und ohne Sünde zu leben. Und das alles tut keiner!
Um eine chrsitlichen Glauben zu haben, ist wirklich nichts davon irgendwie nötig.
Es sind, wie auch die kirchliche Trauung, um die es hier geht, jeweils nur Serviceleistungen der Kirche. Die Kirche hat sich diesbezüglich schon längst weiterentwickelt und tut dies immer weiter. Vielleicht nur etwas langsam.

Es wird auch von niemandem explizit verlangt, Sonntags in die Kriche zu gehen. Es ist eine Leitlinie, deren Einhaltung aber in keiner Weise überwacht, sanktioniert oder betraft wird; es sei denn dass die Frende vom Sportverein vielleicht die Nase rümpfen, wenn man nur zu Weihnachten geht. So what? .
Auch ist heute in der Kirche die Verhütung keineswegs geächtet, sondern wird als Normalfall (wenn nicht gar als erforderlich, siehe Äußerungen Franziskus dieses Jahr?) in Beziehungen angesehen.
Auch diesbezüglich muss sich niemand irgendwas vorwerfen lassen und dies erfolgt auch seitens der Kirche nicht.

"Sünde" ist überwiegend als Verstoß von humanistischen Letlinien zu sehen, sonst gibt es kaum irgendwelche heute gültigen Definitionen dazu (zumindest in der heutigen christlichen Kirche nicht).
Es ist z.B. (entgegen der weitläufuigen Meinung) keine Sünde, sich scheiden zu lassen. Die Kirche lässt nur nicht zu, nochmal kirchlich zu heiraten, da sie den gegeben Schwur (zu recht) für verbindlich und deswegen unauflöslich hält. Sonst hätte man schon etwas anderes schwören müssen...

Man kann das alles sehen wie man will, aber die Weltreligionen bieten doch alle einen einfachen Vorteil gegenüber Atheisten:
Sie bieten Hoffnung auf eine Leben nach dem Tod. Mehr nicht. Aber auch nicht weniger.

So sollte man eben auch die kirchliche Hochzeit sehen:
Ein Service der Kirchen. Und ich finde es mindestens fair, dass sie dabeiihre jeweligen Mitglieder bevorzugt behandelt und Versprechen und Schwüre als das behandeln , was sie sind!
Kirche ist m.E. nichts für Menschen, die keine Entscheidungen treffen wollen.
 
  • #34
Ich habe es aus Liebe zu meinem Mann gemacht. Als Atheistin hätte ich es nicht gebraucht und das weiße Kleid und katholische Brimborium war mir unangenehm. Aber wenn es ihn nun mal glücklich macht, dann ist das schon ok. So wird's vielleicht, liebe Lynnea, auch anderen gehen. Die nehmen das Spektakel in Kauf, weil es der Partner unbedingt will oder es der Traum der Eltern ist. Es ist nur ein Tag. Mann muss sich nicht für den Rest des Lebens deshalb verbiegen. Augen zu und durch.
 
  • #35
Ich finde es widerlich und heuchlerisch. Da muss ich mich tatsächlich mal Herakles anschließen, auch wenn ich auf der anderen Seite stehe als Atheistin. Ich würde auch niemals meine Kinder taufen lassen oder mich kirchlich beerdigen lassen wollen, auch wenn ich das natürlich nicht mehr mitbekomme. Als Frau hätte ich auch keinen Respekt mehr vor mir selbst, wenn ich eine Institution unterstütze, die mich als Frau abwertet.

Ich kann auch gar nicht verstehen, wieso Menschen das brauchen, nur um eine große Feier zu haben. Ich kann verstehen, dass ein Standesamtzimmer mit Abfertigung im Minutentakt blöd ist. Aber es gibt ja nicht nur ödes Standesamt und tolles Fest in der Kirche. Wer das denkt, sollte mal schleunigst seinen Horizont erweitern. Mittlerweile gibt es sehr oft Ambiente-Standesämter und sollte es dann immer noch zu wenig festlich sein, kann man auch noch eine freie Trauung organisieren. Ein weißes Kleid hat ebenfalls nichts mit der Kirche zu tun, also kann man das auch als nicht-gläubige Braut tragen. Ich war schon auf einer freien Trauung und auf einer nicht-kirchlichen Trauerfeier und ich muss sagen, dass ich beides viel schöner (sofern man bei einer Trauerfeier von schön sprechen kann) fand. Es ging nicht ständig um Gott und Jesus und die Bibel, sondern wirklich um die Personen, die an dem Tag im Mittelpunkt standen. Familie und Freunde wurden einbezogen und man hat auch mal Witze gerissen, die so in einer Kirche sicherlich nicht bei jedem Pfarrer gefallen wären. Und wenn man ein Kind bekommt, kann man doch trotzdem ein großes, schickes Familienfest organisieren, nur halt ohne Vereinszwangsmitgliedschaft für das Kind. Also wer im Jahre 2016 groß feiern will, findet auch Wege außerhalb der Kirche..
 
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