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Gast

  • #1

Klammern in Beziehung

Hallo,

irgendwie habe ich Probleme in meiner Beziehung. Ich fange wohl seit längeren an zu klammern! Ich merke dass daran, dass ich total misstraurig geworden bin und ohne jeglichen Grund Eifersüchtig werden. Vor allem, wenn er mal sagt "Ich liebe dich" habe ich schon öfters gefragt "Wirklich". Das kann doch nicht normal sein? Lange dachte ich jedesmal, wenn er mit einer andere Frau spricht oder eine andere Frau anschaut, dass er sich bestimmt neu verliebt oder fremd geht. Aber auch, wenn er sich mit seinen Kollegen trifft. Immer habe ich mir gesagt, dass wenn Beziehung kaputt geht, er dran Schuld ist. Vor allem, weil er sich immer mehr zurück zieht. Wollte heute mit ihm darüber sprechen wegem dem Gefühl/Angst ihn zu verlieren. Habe aber erstmal den Spiegel vor meiner Nase gehalten und habe gemerkt, dass ich das Problem bin! Denn ich klammer scheinbar ohne Ende und deswegen zieht er sich zurück!

Dabei habe ich auch ein großes Freiheitsbedürfnis und bekomme das nicht! Ich hätte gerne mein eigenes Zimmer/Schlafzimmer, da wir ein unterschiedliches Ordnungsbedürfniss haben und ich gerne in einem Zimmer Ordnung haben möchte! Aber auch ein Zimmer, wo ich mich auf eine Liege lege und genütlich ein Buch lesen kann oder etc. . Mich stört es auch nicht, wenn wir nicht jeden Tag beieinander einschlafen. Will auch mal alleine einschlafen können. Er will aber lieber jede Nacht mit mir einschlafen und das beisamen.

Man muss aber auch sagen, er ist für mich einer der einzigen und wichtiges Menschen in meinen Leben! Haben lange Fernbeziehungen geführt und sind seit einem Jahr zusammen gezogen. Ich habe für ihn meine Familie und Freundeskreis aufgegeben und finde im neuen Ort nicht richtig Anschluss, privat wie beruflich. Alles was mir am Herzen liegt, mache/sage ich ihm! Das findet er mit Sicherheit nicht gut, aber zu wem soll ich sonst gehen, wenn es mir schlecht geht und ich hier niemand habe?!

Habt ihr mal Tipps, was ich machen kann, damit sich diese Situation einfach bessert? Weil sonst geht wegen dem Klammern bestimmt auf Dauer die Beziehung kaputt und das will ich nicht :( ! Andererseits sage ich mir aber auch, dass er bestimmt auch Fehler macht und dann werde ich wieder misstraurig/eifersüchtig und bekomme es mit der Angst zu tun! Das ist doch ein sch**ß Teufelskreis!
 
G

Gast

  • #2
Klammern bedeutet: ich bin abhängig, unterlegen, fühle mich minderwertig. Und das zeigst du auch daran, dass du dich scheinbar nicht für eine eigene Räumlichkeit/Schlafzimmer durchsetzen kannst - also wie bei Mama früher. Man will was, bekommt es aber nicht, bzw. der Partner hört gar nicht zu. Ich denke, du bist noch nicht reif für diese Beziehung.
 
G

Gast

  • #3
Ich FS: Ich bin geschieden nach 15 Jahre Ehe und einem Kind! Ich muss auch an das Wohl meines Kindes denken und das sie einen guten Ansprechpartner hat. Aber dabei verliere mich selbst.
 
G

Gast

  • #4
Hallo FS,
"Bedürftigkeit" ist immer unattraktiv. Wenn Dein Partner dein einziger Sozialkontakt ist, dann ist das auch für ihn eine deutliche Überlastung. Du hast Dich entschieden, den Job aufzugeben und zu ihm zu ziehen, jetzt musst Du den Aufwand betreiben und Dir dort vor Ort ein neues soziales Netz aufzubauen, eigene Freundschaften, Dir eine neue Heimat schaffen. Das musst Du tun, das kann Dein Partner nicht erledigen. Gerade Dein Kind ist hierzu eine Super-Türöffner (Kita, Schule, Sportverein...), dito Jobsuche.
Und Du musst Kontakte in deine alte Heimat halten, Deinen Partner von Deinem Kontakt-/Mitteilungsbedürfnis entlasten und lieber alte Freundinnen anrufen ... Eine gewisse Unabhängigkeit und Abstand schaffen Raum für Anziehungskraft.
w, 55
 
G

Gast

  • #5
ein Zimmer, wo ich mich auf eine Liege lege und genütlich ein Buch lesen kann ... Will auch mal alleine einschlafen können. Er will aber lieber jede Nacht mit mir einschlafen und das beisamen.
Was das Klammern angeht, steht Ihr Euch beide in nichts nach: der eine klammert physisch, der andere psychisch. Wobei getrennt einschlafen ja nicht unbedingt getrennte Betten bedeuten muß, der eine geht halt schon mal schlafen, der andere liest noch ein Buch und legt sich später dazu.

Du spürst, daß Ihr nicht wirklich zusammenpaßt, und Du befürchtest, daß er das auch so empfinden könnte. Das weckt Verlustängste in Dir, die für ihn wiederum in Deinem Verhalten und Deinen Worten spürbar werden. Kein Wunder also, daß er Dich beim Einschlafen in den Armen halten und Dir Geborgenheit vermitteln will. Sein für Dich zu großes Nähebedürfnis ist damit also zumindest teilweise hausgemacht.

Generell scheinst Du - da schließe ich mich meiner Vorschreiberin an - Deinen Partner mit Deinen Ansprüchen zu überlasten, deshalb geht er auf Abstand. Das muß aber nicht bedeuten, daß er Dich nicht liebt, im Gegenteil. Also Kopf hoch, Brust raus, und einfach souveräner werden!