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Gast

  • #1

Kleidungsstil und Partnerwahl

Mir (w 26) fallen oft Männer auf, die sich sehr gut kleiden können, aber auch oft solche, die es gar nicht können. Bei mir spielt das in Bezug auf die Partnerwahl schon eine Rolle, bzw. finde ich, dass ein Mann selbst wenn er nicht vom Figurtyp oder durch sein Gesicht wie ein Model wirkt, durch guten Geschmack sehr attraktiv auf mich wirken kann.
Ich selbst gebe mir bei der Wahl meiner Kleidung natürlich auch Mühe. Es darf gerne klassisch sein, da ich noch jung bin auch mal etwas lässiger, aber es muss trotzdem irgendwie stilvoll sein ohne zu overdressed zu wirken. Ich stehe jetzt auch nicht jeden Morgen stundenlang vorm Kleiderschrank, aber da gibt es diese Situationen wo man sich, ohne dass ein besonderer Anlass ansteht, mit dem Outfit beschäftigt. Wenn ich einen Mann kennenlerne, versuche ich um so mehr, mich gut zu kleiden.

In letzter Zeit sind mir allerdings öfters Paare aufgefallen, die einen grundverschiedenen Stil haben. Jetzt habe ich mir mal die Frage gestellt, in wie fern Männer eigentlich den Kleidungsstil einer Frau abscannen und wie sich das auf die Partnerwahl auswirkt. Antworten von Frauen sind natürlich ebenso erwünscht.
 
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Gast

  • #2
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass in 100 % der Fälle ein Mann, der sich (nicht nur einmalig beim Date) gut kleidet dies auch von seiner Partnerin erwartet. Solche Männer haben oft was dandyhaftes und wollen dann auch eine Frau, die an ihrer Seite eine gute Figur macht und mit der sie ebenso auffallen können wie mit ihren neuen bunten Falke-Strümpfen ;-) Also schade, dass gut gekleidete Männer charakterlich oft in Richtung Selbstverliebtheit tendieren...
 
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Gast

  • #3
Ja, viele achten extrem darauf. Ich hatte zwei solche Exemplare, die modische Aussetzer gar nicht leiden konnten. Da hieß es zur Begrüßung mal schnell: "Was hast du denn heute für einen Teppich um die Schultern?", "Lustige Farbe. Du siehst aus wie ein Clown!","Ist dein Ring aus dem Kaugummiautomaten?", "Deine Brosche hab ich schon als kleiner Junge am Schießstand der Kirmes geschossen" . Ich muss dazu sagen, ich kleide mich modisch sehr hochwertig, aber auch auffällig, liebe auffällige oder immer die neuesten Designs. Da kommen viele nicht mit und suchen gezielt Angriffsfläche, um mich zu verunsichern. Es spricht für sich, warum diese Männer heute meine Exen sind....
Sie waren selber recht gut gekleidet, aber charakterlich dafür auch richtig schwach, irgendwie verklemmt und ständig gehemmt, unspontan und kleinkariert.

Eine andere Bekanntschaft hat mich zur Begrüßung immer beleidigt. Z.b. wenn ich andersfarbige Kontaktlinsen trug oder statt offenen Haaren einen Pferdeschwanz trug, hat der Mann mir gesagt, ich sähe scheiße aus. Erwähnen sollte man, dass dieser Kerl trotzdem dermaßen in mich verknallt war, dass es nervte, aber mir jedes Mal mit dreckigen Antworten entgegentrat. Wer will solche Männer?
So etwas passiert mir recht oft.
 
  • #4
Ich will es mal so sagen, der Kleidungsstil lässt meist auch auf den Charakter schließen, nicht umsonst wird ja viel von der angeblich unkomplizierten Jeansträgerin oder Jeansträger plus (Karohemd) gesprochen.

Ich persönlich finde allerdings das Jeans weder unkompliziert noch jugendlich wirken, die einstige Arbeitshose aus USA, was sie für mich heute noch ist, wurde massentauglich.

Die Masse trägt Jeans und somit finden sich Befürworter.

Ich mag diesen Stil überhaupt nicht und Männer, welche ewig in Jeans herumhängen haben für mich weder Geschmack, noch Stil und Kreativität was ihre Kleidung anbelangt, sie wirken auf mich einfach langweilig und fallen mir nicht in den Blick.

Männer scannen sehr bewusst den Kleidungsstil eine Frau ab, kurzer Rock, tiefer Ausschniett oder knallenge Hose, egal was ein Mann dabei denkt, er hat recht. Es wirkt billig und sieht alles andere als elegant oder stilvoll aus, vor allem wenn diese Frau ein gewisses Alter hat.

Jeder muss oder sollte wissen, wie seine Kleidung also äußerlich wirken kann.

Wenn jemand schreibt, ihm sei die Kleidung egal, stimmt das überhaupt nicht, denn das erste was man einer fremden Person wahrnimmt ist Kleidungsstil und Ausstrahlung.

Ich sehe mich als klassisch elegante Frau - eben nicht massentauglich, aber das will ich auch garnicht sein.
 
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Gast

  • #5
Paare mit grundverschiedenem Stil? Gibt es eigentlich sehr selten! In der Regel passen die Partner vom Stil her zusammen. Wenn ganz am Anfang noch nicht, dann nähert sich das ganz schnell an.
Meine Beobachtung ist jedoch, dass man gar nicht selten Paare mit sehr unterschiedlichem Attraktivitätsgrad sieht, z.B. ein sehr attraktiver Mann ist mit einer unscheinbaren oder fast unterdurchschnittlich attraktiven Frau zusammen (oder umgekehrt). Möglicherweise nimmt man das oberflächlich auch als "grundverschiedenen Stil" wahr.


w49
 
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  • #6
Ich wage mal eine Prognose, was Männer betrifft - die gucken NULL auf den STIL, sie interessieren sich dafür, wie die Frau in ihren Klamotten aussieht, aber nicht, ob es mädchenhaft, burschikos, ladylike oder sportlich ist.
Aber halt - ich kenne ein paar Klamotten, die Männer extrem schlimm finden (habe ich direkt auch Männer gefragt, wenn man sowas mal sah):

Plisseeröcke sind ganz oben auf der Hassliste. Dann Häkelklamotten, Spitze, die wie Omas Gardine aussieht, beige, Keilabsätze, unförmige Strickjacken, Ballerinas, diese Feinkniestrümpfe in Hautfarbe oder auch schwarz, übertriebenen Schmuck, bunte Perlenketten.

Also wer altbacken mit ladylike verwechselt, macht sich altjüngferlich.

Kann natürlich sein, dass ein Mann genau auf sowas steht, wenn die Frau sich wie die Mutti kleidet.
Mit ausgeprägtem Stil wäre ich als Frau sehr vorsichtig, weil man sich damit gleich in eine Schublade steckt, und wenn es einem dann nicht steht, stellt man sich damit selbst ein Bein.

Bei Männern guck ich, ob es gut am Mann aussieht. Das sind aber keine Stile, die ich da suche. Ich finde Jeans genauso geil wie schöne Anzüge, wo es passt.
 
  • #7
Sprichst Du von Kleidungsstil, oder gut oder schlecht kleiden?

Damit fängt das Problem bereits an.

Manche kleiden sich schlecht, weil sie kein Gefühl dafür haben oder es ihnen nicht wichtig ist. Grundsätzlich kann man es mit der Zeit problemlos lernen, von mir aus auch unter Anleitung einer Freundin oder Kollegin.

Anders sieht es schon beim Kleidungsstil aus. Der kann konservativ, ausgefallen, landesüblich im Sinne von Tracht oder "szeneorientiert" sein.

Ich "scanne" bei einer Frau im Bezug auf die Kleidung höchstens, ob sie ihr typmäßig in etwa steht, aber ein ausschlaggebendes Kriterium ist das absolut nicht.
 
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  • #8
Der Kleidungsstil einer Frau interessiert mich wirklich null. Ich finde sowieso, dass die meisten Frauen in meiner Altersklasse sehr, sehr ähnlich angezogen sind und sich in ihrer Art sich zu kleiden nicht wirklich auffällig voneinander unterscheiden.
Vielleicht ist das auch nur bei Frauen in meinem Alter der Fall (m23)...,ich weiß es nicht, ältere Frauen interessieren mich sowieso nicht. Insofern kann ich nicht sagen, inwiefern sich das möglicherweise mit zunehmendem Alter ändert und der Look individueller wird.

Im Endeffekt ist es aber auch egal..., eine schöne Frau gefällt auch in Schlabberpulli, Jogginghose und Baseballcap, während eine unattraktive Frau sich kleidungstechnisch auf den Kopf stellen kann und trotzdem nicht schöner wird. Hier muss ich auch der Threaderstellerin widersprechen. Kleidung macht in meinen Augen niemanden attraktiv oder weniger attraktiv, solange sie ordentlich und sauber ist (Ausnahmen wären hier möglicherweise Kleidungsextreme wie Gothiclook etc.).
 
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Gast

  • #9
Hallo FS,

ich betrachte den Kleidungsstil, so wie jede andere Form des Ausdrucks von Geschmack, als einen absolut zentralen Aspekt bei der Beurteilung potentieller Partnerinnen! Stilvolle Kleidung, egal ob eher klassisch, modern, alternativ, kreativ oder was auch immer, schmeichelt dem Auge und lässt darauf schließen, dass die entsprechende Person auch in anderen Beziehungen Sinn für Ästhetik hat oder zumindest haben könnte.

Da ich meine Existenz dem Streben nach Wahrheit und Schönheit verschrieben habe und daher, neben der Suche nach Erkenntnis, sinnlicher Genuss aller Art für mich von entscheidender Bedeutung ist, wünsche ich mir natürlich eine Partnerin, die in dieser Hinsicht ähnlich denkt, meinen Hang zum Individualismus und meine Wertschätzung alles Schönen auf der Welt mit mir teilt.

Die Kleidung ist dabei in der Regel ein einigermaßen zuverlässiger Indikator.

Gruß,

M30.
 
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Gast

  • #10
Liebe FS,
wie heißt es so schön? Das Auge isst mit.Das gilt seit geraumer Zeit nicht nur für die Männer, wenn sie nach Frauen schauen, sondern auch für Frauen, wenn sie nach Männern schauen.
Den Männern fällt es schwer, sich damit zu arrangieren, was für uns als Frauen immer schon galt: wir sollen schön anzusehen und weiblich sein. Nun soll der Mann schön anzusehen und männlich sein.

Ich sehe auch sehr unterschiedliche Paare, diejenigen im Partnerlook, wo man kaum unterscheiden kann, wer nun Mann und wer Frau ist, selbst die Fahrradmodelle sind gleich und diejenigen, wo die Frau flippig, der Mann tres Chic ist oder auch umgekehrt. In meiner Altersklasse (50+) sind die meisten Männer ein Anblick des Grauens: billige, schlecht sitzende Jeans, Karohemden, die über dem Bauch spannen, bei den Schuhen ist fraglich, ob es die Schuhe oder der Karton ist - was immer das Angebot von Aldi und Lidl vor mehreren Jahren hergab. Selbst bei Anzugträgern weiß man oft nicht: stammt das Teil aus der Altkleidersammlung oder ist das retro. Soviel aus dem beruflichen Umfeld. Was ich nicht mehr sehen mag: 50+ und Jugendlabel. das finde ich schlichtweg lächerlich unreif - teuer ohne eigenen Geschmack. Wirklich schrecklich: 50+Frauen in billigen Teeniekleidchen.

Aus dem eigenen Umfeld in dieser Altersklasse sehe ich oft, dass beide nachlässig werden, wenn sie in einer Beziehung stecken, gerade, wenn die Figur aus der Form gerät. Viele Frauen begreifen dann nicht, dass 2 Kleidernummern größer passend wäre und pressen sich wie eine Wurst in die Pelle, andere wiederum schaffenes auch bei massivem Übergewicht, sich gut zu kleiden und fertig zu machen. Insgesamt sehen Frauen deutlich besser aus, als Männer, besonders, wenn sie Single sind.
Bei vielen Frauen, die früher schickimicki waren habe ich miterlebt, dass sie in einer langjährigen Beziehung in der Optik stark nachliessen, in Parallelität zu ihrem jeweiligen Partner. Die Frauen halten sich im Schnitt trotzdem deutlich besser als die Männer. Kann bei mir aber auch verzerrte Sicht sein, weil in meinem Umfeld die Frauen allesamt Akademikerinnen in höheren Positionen sind.

Bei den jüngeren Männern sehe ich, dass mittlerweile viele ein Händchen für Mode haben, was aus sich zu machen, egal welchen Stil sie favorisieren. Auch hier findet man das wahre Gruselkabinett, aber das sind nicht ansatzweise so viele wie in der älteren Generation, überwiegend sind es übergewichtige junge Leute, die sich stillos kleiden.
Manche junge Frauen sind billig bis obszön zurecht gemacht und nehmen leider keinerlei Rücksicht darauf, dass was sie für Sexiness halten, bei anderen Übelkeit auslöst. Das sehe ich ihnen nach - es dauert, seinen eigenen Stil zu finden, gerade wenn Fehlkäufe nicht mit hohem Einkommen zusammentreffen.
 
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Gast

  • #11
Liebes Mädchen,

Die meisten Männer hier haben von guter Kleidung wenig Ahnung, besonders wenn es die weibliche Kleidung betrifft. Es gibt nur wenige Ausnahmen: Designer und Leute aus der Modebranche, Berater für Stil und Lebenskultur könnten eventuell einen Tick Ahnung auch von qualitätvoller Damenbekleidung haben.

Wenn du tagsüber mal Gelegenheit haben solltest im Hauptbahnhof oder am Flughafen gut gekleidete Männer zu zählen wirst du schnell dahinter kommen dass du dir die Beine in den Bauch stehst bis mal wieder einer vorbei kommt. Bei den älteren Herren kommt hinzu dass es möglicherweise auch irgendwann egal wird (da sie ja liiert sind) was sie tragen. Bei einigen hege ich die Vermutung sie sind farbenblind.

Ich meide grundsätzlich Männer über 40 in Fleecepullis, Kapuzenshirts und zu engen Röhrenjeans. Alle Arten von Ordensbekleidung, ganz gleich ob Hell's Angels oder andere Sekten des Untergrundes, scheiden gleich aus. Sportliches Outfit passt in die Freizeit, es sei denn er ist Kreativer und radelt zu seinem Job als Art Director. Jeder leicht pummelige Mann kann durch einen guten Schneider einen souveränen Auftritt hinkriegen. Leider leider geben die deutschen Männer ungern Geld für gut sitzende Anzüge aus.
 
G

Gast

  • #12
Ja, viele Männer und auch Frauen ziehen sich wirklich schrecklich an. Bei Männern sehe ich oft Karohemden, Sportschuhe und wilde Farbkombinationen. Absolut unschick und das obwohl sie am We durch die Stadt schlendern.

Was ich bei Frauen wirklich überhaupt nicht leiden kann sind Schals - sogar im Sommer - und so total biedere Klamoten, dunkle Farben und am besten noch kurze Haare. Diese Halstücher trägt irgendwie jede zweite Frau. Für mich ist das so unattraktiv wie ein Kopftuch.

Der Nacken und Hals einer Frau sind sinnliche Regionen, die man auf keinen Fall verdecken sollte. Es wirkt immer so, als ob eine Frau sich verstecken will. Das wirkt so super konservativ.

Davon abgesehen habe ich keine besondere Vorliebe. Wenn ich eine Frau sexy finde, dan kann sie auch super einfache, legere Sachen tragen und sieht trotzdem toll aus.

Extrem gestylte Frauen die mit hohen Absätzen durch die Gegend laufen finde ich nicht so gut. Wenn sie dann noch krass geschminkt sind und einen arroganten/kühlen Gesichtsausdruck, ist das Bild perfekt. Ich habe sicherlich schon 100 - 200 Frauen in meinem Leben angesprochen. Manchmal war ich extrem aufgeregt manchmal nur ein wenig. Manche dieser Frauen waren sehr hübsch, andere haben mich auf irgendeine andere Weise fasziniert. Aber ich glaube ich habe noch nie eine dieser gestylten/geschminkten Frauen angesprochen.

Ich stehe auf weibliche/körperbetonte Kleidung bei Frauen. Trotzdem soll sie natürlich wirken. Eine natürliche Schönheit braucht nicht so viel Schminke. Leider ziehen sich viele Frauen hier sehr unweiblich an. Jeans, kurze Haare, dunkle Farben. Nicht so mein Geschmack.
 
G

Gast

  • #13
Ich mag Frauen, die eine sehr natürliche und weibliche Ausstrahlung haben und entsprechend sich natürlich geben und verhalten. Was ich nicht mag sind aufgebrezelte Zicken, die glauben, sie sind die Schönsten und die Besten. Mein Kleidungsstil ist ganz normal, Jeans, sportlich, da fühle ich mich am Wohlsten. Ich achte mehr auf Inneres wie Authentizität, Aufrichtigkeit, Natürlichkeit, persönliche Ausstrahlung, Kompatibilität, Offenheit, Herzlichkeit etc. pp. Du kommst mir schon sehr oberflächlich zu mir rüber. (m)
 
G

Gast

  • #14
Na ja, ganz so streng wie du bin ich da nicht mit den Männern...
Sauber soll er sein, nicht Saubär.
In Lumpen soll er vielleicht auch nicht daherkommen (und es fällt mir immer wieder auf, dass Männer mit zerschlissenen Shirts herumlaufen)
Aber der Stil, also ob er jetzt im Anzug oder in Jeans und Sneakers erscheint, ist für mich unwichtig.
Kleidung ist nämlich austauschbar, und sollte der Situation entsprechend gewählt werden. (Gilt für beide Geschlechter)

w36
 
J

julia1982

  • #15
Mir (w 26) fallen oft Männer auf, die sich sehr gut kleiden können, aber auch oft solche, die es gar nicht können.
Oder es einfach auch nicht wollen. Es gibt schließlich auch Menschen denen das optische Erscheinungsbild nicht so wichtig ist. Leider werden diese dann gerne als Nerd abgewertet. Eventuell ist ja gerade derjenige der so viel auf den Kleiderstil wert legt, der eigentliche Nerd oder einfach nur im Mainstreamdenken zu stark integriert.
 
G

Gast

  • #16
Interessante Frage. Ich habe mir lange Zeit sehr wenig Gedanken um Kleidung und Stil gemacht. Erst vor Kurzem hat es mein Interesse geweckt und für einen radikalen Wandel gesorgt (nebenbei angemerkt, könnte so etwas auch bei den von der FS beobachteten Paaren passiert sein). Ich habe alles auf Vordermann gebracht und die teilweise 5-10 Jahre alte Sachen rausgeschmissen. Da ich eben dieses Veränderungserlebnis hatte und auch noch meine alte Sichtweise kannte, hat es mich auch interessiert, ob sich meine Wahrnehmung der Menschen dadurch verändert hat.

Im Großen und Ganzen finde ich Frauen, die ich vorher als attraktiv bezeichnet hätte, jetzt auch attraktiv. Vorher habe ich allerdings nicht bewusst wahrgenommen, welchen Anteil das Styling der Frau daran hatte, dass ich sie attraktiv fand. Das ist mir jetzt bewusster. Die nicht gepflegt aussehenden Frauen hatte ich auch vorher nicht als attraktiv empfunden. Eine Frau in dem einfachen Jeans/T-Shirt Outfit kann ich sehr attraktiv finden. Das sind dann allerdings junge und/oder rein körperlich sehr attraktive Frauen, die einfach die Natur auf ihrer Seite haben. Ist es deswegen nicht relevant, ob eine Frau sich geschmackvoll kleidet? Nein! Mir fallen jetzt Frauen mit einem subtileren, gut zusammengestellten Outfit eher auf. Einem fällt ein schönes Detail oder eine gelungen Kombination auf und diese kleine Sinnesfreude überträgt sich auf die Trägerin. Der offensichtlich übereinstimmende Geschmack erzeugt schon eine erste Sympathie. Das kann dann schon entscheidend sein.

m32
 
  • #17
Praktisch und passend... Das ist perfekt.. Das kann die "alladinhose" sein oder eine Cargopants, Boxer, Shorts? Wenn sie den Körper dafür hat , klar .. Was absolut nicht geht sind absichtlich unmögliche Kleidung, wie hüfthohen mit Taschenapplikation, dazu cremefarbene midi-Kaschmir-Jäckchen womöglich noch mit passenden Ledergürtelchen.. Da weiß man sofort: bei ihr hat nur sie Spaß, der Rest bespasst sie.. Lackpumps, auch mit roter Sohle, sind nix für jeden Tag.. Verletzungsrisiko erhöhender Grobschmuck ist auch kein alltagsgegenstand ..
 
G

Gast

  • #18
Alle meine Klamotten ausser Schuhe müssen die Waschmaschine aushalten, alle Klamotten müssen einen Regenguss aushalten, alle Klamotten müssen vernünftige Taschen haben. Alle Klamotten müssen gemeinsam in die Buntwäsche können ohne gegenseitig abzuförben
Kleidung ist mir nicht egal, bestimmte Sachen gefallen mir, andere nicht und Mann kann sich nur kaufen was gerade produziert wird, ich ärgere mich manchmal dass ich nicht gleich noch ein gleiches paar Schuhe auf Vorrat gekauft habe....ein besonders angenehmes Hemd nicht gleich im Dutzend
Manche Damen hier gehen davon aus, dass Männer nichts von Kleidung verstehen und nicht fähig sind sich z.B in einen gut gekleideten Freizeit Gentleman zu verwandeln. Rahmengenähte Schuhe, teure Hose , gutes Hemd , Jacket alles farblich aufeinander abgestimmt, Gürtel passend zu den Schuhen, die Regeln sind ziemlch simpel, das kapiert sogar ein Mann.....Zumindest ich bin nicht willens das zu tun. Irgendwelche Hosen die es übel nehmen wenn man sich auf ne nicht ganz saubere Bank, Treppenstufe setzt, irgendwelche Hemden ohne Brusttasche die man auch noch bügeln muss , Strickjäckchen die in die Reinigung müssen. Krawättchen , Jackets, Anzüge Wollmäntel die man nicht in ne Tasche reinquetschen kann usw ,usf............
Eine immer sehr gut gekleidete, sehr stilsichere Freundin von mir sagte mir schon mehrfach, dass ich alles sehen würde und ein ausgesprochen gutes Farbgefühl hätte, dass ich bloss zu faul wäre auf meine Bequemlichkeit zu verzichten. So ist es. Gut befreundet sind wir trotzdem
M
 
G

Gast

  • #19
Ich hab schon alles erlebt... Männer, die darauf achten, Männer, die gar nicht darauf achten, denen es egal ist, oder die sehr stark darauf fixiert sind bis es nervt oder sie sind darauf fixiert, eine Frau modisch zu manipulieren oder zu verunsichern ala "trag doch mal eine knackige Jeans, zieh doch mal eine Mütze auf, veränder doch mal deinen Stil", manche sind modisch selber null interessiert, manche sind bei Kleidern pedantisch ("ich zieh doch nichts Buntes an wie ein Idiot oder diese oder diese Schuhe"). Ich hatte mal einen Freund, der legte sich mit dem Chef an, weil er partout kein rotes Hemd wie alle anderen Mitarbeiter anziehen wollte. O-Ton: "ich zieh doch nicht an, was alle anderen Dummköpfe tragen". Es brauchte 15 Jahre, bis er sich mal dem Hemd beugte. Der Chef sah es als kleine Spezialmacke und auch hoffnungsloser Fall.

Meine Freunde waren jedoch alle durchweg sehr stilsicher gekleidet. Da wurde daheim nicht in Pantoffeln oder Jogginghosen herum gewienert.
 
  • #20
Gast 5

Du hast von Mode leider keine Ahnung, Deine modische Hassliste ist nur Dein persönlicher Geschmack.

Spitze in Pullis, auf Blusen oder sogar Röcken ist "in", wirst Du in jeder teuren Frauenboutique heute finden und das schon seit einigen Jahren, ich bin ein Spitzenliebhaberin, weil ich Spitze sehr feminin und weiblich finde, Männer tragen z.B. keine Spitze und ich kenne Männer, die mich auf diese Teile schon angesprochen haben, weil sie es für einen absoluten Hingucker halten.

Dann "Häkelteile" ein super Renner in Strickboutiquen wo kunstvoll Teile per Hand zergezaubert werden, welches jede schlamm-farbene-Baumwoll-Shirt mancher unkomplizierten Modebewussten in den Schatten stellt, auf Wunsch angefertigt, Einzelteile, in höchster Qualität, vermischt mit Seiden- oder Viskoseanteilen in wunderschönen Farben, recht teuer und somit alles andere als Oma und selbst Omastrickjacken kann man toll kombinieren und Strick ist immer up to date in allen Läden der Stadt, also von wegen "altmodisch".

Plisseeröcke in sand und weiß habe ich zu einem kurzen Oberteil mit kurzen Ärmel im Sommer getragen, diese Röcke fallen weich, fließend, sie betonen einen weiblichen Gang, sie sind gerade geschnitten und mit Seide unterlegt, welche etwas kürzer ist, so das schöne Beine optimal zur Geltung kommen, ich kann das mit Gr.38 und 1,78 sehr gut tragen und mag diese Röcke, der Schnitt ist modern und flattert im Wind, im Sommer sind Röcke für mich ohnehin ein muss.

Beide Röcke sind leider nicht aus Omas Schrank, sondern von Madeleine, einer führenden Frauenboutique, welche auch Businesskleidung anbietet und nicht billig ist.

Ohne Schmuck und Assesoires verlasse ich nicht das Haus.
Die passende Tasche zum Outfit, gerne Ohrgehänge in gold oder silber, aber dezent, für die Bank sind große Teile leider nicht passend, aber die trage ich eben privat.
Schals habe ich durchweg nur in Seide in Pastell, welche aber locker und frei gebunden werden und schön schimmern, wenn es kühler ist.

Also ich kann mich über Komplimente von Kunden, Frauen und Männern nicht beschweren.

Die meisten Menschen haben überhaupt keine Ahnung von Mode und Stilbewusstsein, weil sie außer Jeans und Baumwolloberteile nichts kennen, eben diese Produkte, welche aussehen wie drin geschlafen, na dann gute Nacht.
 
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julia1982

  • #21
Ich will es mal so sagen, der Kleidungsstil lässt meist auch auf den Charakter schließen, nicht umsonst wird ja viel von der angeblich unkomplizierten Jeansträgerin oder Jeansträger plus (Karohemd) gesprochen.
Ja daraus kann man schon einiges ableiten. Nur ist es bei mir anders als manche so es vermuten. Wer also ein Karohemd gleich zu einen Jeansträger assoziiert der hat für mich ein sehr beschränktes und kleines Weltbild. Das gleiche gilt dann in die andere Richtung Anzug und Krawatte. Das eine schließt Vermögen nicht aus und das andere nicht ein. Ich kann dies Woche für Woche in meinen Hotel ja selber sehen. Oft sind dann gerade diejenigen die sich schon zum Frühstück stylen eher Ottodurchschnitt.
Vorgestern trugen von ca. 80 Herren, 3 Herren beim Abendessen Anzug und Krawatte. Einer war Lkw-Fahrer von Beruf und die anderen Beiden waren Elektriker. Eins vorweg ich habe absolut nichts gegen diese Berufe oder sonstige Vorurteile. Also niemand der beruflich gerade diese Kleidung benötigt und deshalb dies in seiner Freizeit eher trägt als andere die dies täglich tragen müssen.

Ich sehe mich als klassisch elegante Frau - eben nicht massentauglich, aber das will ich auch garnicht sein
Zurzeit vielleicht nicht, aber dies war auch schon einmal anders. Vielleicht gehörst du ja in 10 J. mit diesen Stil zur Massenware. Gerade in der Mode rennt die Zeit sehr schnell oder änderst du dann dein Styling um wieder nicht massentauglich zu sein. Falls dies der Fall ist, dann kann man wiederholt nicht von der Kleidung irgendetwas allgemein ableiten. Ich trage auch beruflich eher klassisch oder halt dann ein Lodendirndl. Nicht weil es mir unbedingt gefällt, sondern weil dies eher meine Gäste von der Besitzerin eines Hotels erwarten. Sollte es irgendwann einmal sein, dass man erwartet das ich Jeans bzw. Jeansröcke trage, dann träge ich sie nun halt auch und dies sagt wiederholt wenig über mich aus. Gut zurzeit trage ich so etwas privat gerne, da ich dies für mich der Ausgleich zur beruflichen Kleidung bedeutet.


Apropos Vorurteile: Vor einigen Jahren wurde Marc Andreessen von einen Hotel in San Franzisco abgewiesen, da er mit abgerissen Klamotten am Check In erschien. Erst als er dann seine Platinkarten zeigte war es natürlich ein sehr ehrenwerter Gast. Sehr ehrenwert und dann halt ein wenig schräg. Dies Bsp. erzähle ich auch immer meinem Personal, wenn sie einen gewissen Hang zur Überheblichkeit haben.
 
G

Gast

  • #22
Überhaupt nicht, das ist den Männern egal, aber nur wenn die Frau attraktiv ist. Die kann dann auch.mit dem berühmten Kartoffelsack daherkommen. Gut gekleidet ist für Männer sauber und ordentlich, ob das vom Aldi ist oder nicht, das ist nicht wichtig.
 
  • #23
Also mir ist es recht egal ob sie Louboutins oder welche von Zara anhat 1600 oder 60 € wenn sie damit nicht gehen oder laufen kann nutzt das teuerste Preisschild nichts.. (ja ich kenne die Qualitätsunterschiede der Treter und weiss wo man sie bekommt und wo in Paris der "Outlet" der Rotsohlen ist.. ) trotzdem hilft das dem Bauerngang nicht wenn er denn vorhanden ist.. Eine energiegeladene und attraktive Frau macht im ausgewaschenen Männerhemd immer noch eine wesentlich bessere Figur als Missis Grobmotoritkerin von Kopf bis Klumpfuss.. d.h ich krieg durchaus mit WAS die Dame da trägt, es ist mir nur reichlich Egal bis eher negativ besetzt.. Wenn Madame die wandelnde Perla,Provocateur,Moschino,DG,LB,mit Artemis Gläsern und Ca&Lou Schmuck Litfasssäule ist dann legt sie so viel wert auf "Marke" das sie gar keine Rücksicht mehr auf praktisch legen kann.. Man muss nicht im Tatzenjäckchen rumrennen, aber die löchrige Seidenstrickjacke für 1200€ muss es nun nicht sein..
 
G

Gast

  • #24
Gast 5

Du hast von Mode leider keine Ahnung, Deine modische Hassliste ist nur Dein persönlicher Geschmack.

Spitze in Pullis, auf Blusen oder sogar Röcken ist "in"
Nur weil etwas gerade "in"/Trend/Mode ist, heißt das nicht, dass das auch schick ist. Ich finde die meisten Trends grausam. Bin ich deswegen schlecht angezogen? Ich würde eher das Gegenteil behaupten. Ich weiß, was mir gefällt und steht, und renne nicht irgendwelchen Trends hinterher, die mir suggerieren sollen, was toll aussieht oder zusammen passt.
Ich sage nur Colorblocking. Da werden Farben kombiniert, die zum laut Schreien und Weglaufen sind.
 
G

Gast

  • #25
Du hast von Mode leider keine Ahnung, Deine modische Hassliste ist nur Dein persönlicher Geschmack
Nein, das sind Umfragen aus dem Netz und Dinge, die ich Männer gefragt habe, weil ich testen wollte, ob es stimmt. Und ich habe auch nicht suggestiv gefragt, sondern neutral, da ich selber eine Frau bin und ich eine ehrliche Meinung haben wollte.
Mag sein, dass ich von Mode keine Ahnung habe, aber von Ästhetik eine Menge durch meinen Beruf. Musste ich haben, weil ich Leute auch dahingehend beraten musste.

Männer interessieren sich meist nicht für Mode, sondern für das, was gut aussieht an einer Frau. Wenn eine Frau dann Geschmack hat und WEISS, was ihr steht, kann sie gewinnen mit geschicktem Auswählen aus dem modischen Angebot. Aber Du wirst ja auch selber sehen können, dass das den wenigsten Menschen gelingt.

Spitze in Pullis, auf Blusen oder sogar Röcken ist "in"
Bei FRAUEN. Und ich sagen nicht, dass das immer wie Gardine aussehen muss. Dessous mit Spitze sind der Renner (allerdings gibt es sowas auch für Männer, was ich sehr abtörnend finde).
Will ich nicht abstreiten. Aber die Gardine gibt es auch, und wenn man das nicht unterscheiden kann, sieht es halt aus wie aus dem vorigen Jahrhundert oder billig.

Auch das, was Du zu den Häkelteilen schreibst, ist FRAUENsicht. Was Frauen schön finden, und was Männer sexy finden, unterscheidet sich. Interessant auch, wie wenig eine Frau eigentlich machen müsste dafür. (damit ist nicht tiefer Ausschnitt, kurzer Rock gemeint)

Glaub mir, ich kenn das und war früher auch verzaubert. Kein Mann, den ich kenne (Altersklasse 40 bis 50), steht auf sowas.

Plissee wirkt auf Männer bieder oder ist ihnen egal. Vielleicht bist Du eine schöne Erscheinung darin und es fällt nicht auf, aber wie oben geschrieben, ich hab mir das nicht ausgedacht, ich hab gefragt. Wo ich Dir uneingeschränkt zustimme ist, dass eine Frau in einem schönen Kleid oder vielleicht auch nur einem Rock femininer wirkt als in Hosen. (Madeleine ist mir übrigens ein Begriff)

Ich glaube Dir, dass Du Geschmack hast und gut gestylt bist, wie es auch zu Dir passt. Aber um so weit zu kommen, in einem Plisseerock noch sexy auszusehen, braucht man wohl noch was anderes nur den weitschwingenden Rock.

Die meisten Menschen haben überhaupt keine Ahnung von Mode und Stilbewusstsein, weil sie außer Jeans und Baumwolloberteile nichts kennen
Da stimme ich Dir zu. Aber die machen nichts falsch, wenn sie allerweltsmäßig rumlaufen. Wenn ich aber meine, mich schön für einen Mann anziehen zu wollen, und das ohne drüber nachzudenken, greife ich vielleicht zur beigen Häkeljacke, die ja gerade so in ist und angeblich durch das löchrige Muster sexy sein soll, und seh aus wie Oma.

Was Frauen toll finden und denken, das es bewirkt, ist noch lange nicht das, was bei Männern auch so ankommt.
 
G

Gast

  • #26
Ich finde Julias (#20) Geschichte mit den Anzugträgern sehr anschaulich. Zur Schau gestellte Seriosität ist doch unseriös und in der Regel kompensatorisch. Wer meint, immer den hippesten shit tragen/haben zu müssen, ist doch eine arme Wurst. Noch schlimmer, sind die, die sich dann darüber auch noch definieren. Dann ist man ja auch per definitionem im anerkanntermaßen unterschichtigen Milieu der materialistischen, konsumorientierten Schicht. Das ist seelisch einfach hohl. Wenn man dann diesen Maßstab nicht nur an sich, sondern auch an andere legt, also effektiv wie die Türsteherzunft Leute nach dem Gepflegtheitszustand der Schuhe und dem Hemdmuster bewertet, ist man für mich als Gesprächsparter nicht interessant. Imgrundegenommen ist eine Betonung von Äußerlichkeiten über Gebühr ja nicht nur oberflächlich sondern auch eine Form von Antiintellektualismus. Da trage ich meine Turnschuhe ja schon aus Prinzip. Und wer Gepflegtheit damit verwechselt, Klamotten nur zwei-, dreimal zu tragen, muss sich auch nicht wundern, wenn er sich in einer Diskussion über Nachhaltigkeit und die Wegwerfgesellschaft plötzlich auf der Seite der Bösen wiederfindet.

m, Promovend
 
G

Gast

  • #27
Die meisten Männer hier haben von guter Kleidung wenig Ahnung.
Die meisten (deutschen) Frauen ja auch nicht. Das fällt einem besonders dann besonders auf, wenn man z.B. in Frankreich, Spanien oder Italien im Urlaub war. Mode ist halt kein deutsches Thema, hier muss alles immer praktisch, bequem und funktional sein, in den Farben schwarz, braun, grau und khaki natürlich!
 
G

Gast

  • #28
Dem richtigen Mann ist das egal.

Ich habe mich in den 20ern sehr hochgestochen und für mein Alter schräg altmodisch gekleidet. Also sowas wie taillenhohe und knöchellange Röcke, elegante Lackpumps, klassische Frisuren. Also Dinge, die eigentlich keine junge Frau trägt. So bin ich dann noch in die Schule, Ausbildung und Studium gegangen. Lehrerinnen haben mich immer mit großen Augen angeguckt, sind stehen geblieben und haben gesagt, wie schick ich heute wäre.

In den 30ern war ich es dann kurzzeitig leid, deswegen immer als Prinzesschen behandelt zu werden. Ich habe meinen feinen Modegeschmack größtenteils abgelegt und habe mich lässiger und jünger gekleidet.

Der Mann an meiner Seite ist übrigens die ganze Zeit der Gleiche geblieben. Er hat also schon viele modische Richtungen mit mir mitgemacht und findet das egal. Er findet es gut, dass er immer wieder mal alle paar Jahre was neues sieht und ich mit der Mode auch neue Interessen entwickele.

Meine Mode ist auch sehr davon abhängig, wie ich mich gerade fühle und was ich machen will. In Rock, Bolero, Seide und Pumps habe ich keine Lust auf Waldspaziergänge und Lagerfeuer. Da möchte ich zum Essen ausgeführt werden, mich mit einem Gentleman an meiner Seite zeigen lassen, im Businessleben stehen, Geschäfte abwickeln und nicht in trashigen, verrauchten Kneipen und Bars stehen.
 
G

Gast

  • #29
"Die meisten (deutschen) Frauen ja auch nicht. Das fällt einem besonders dann besonders auf, wenn man z.B. in Frankreich, Spanien oder Italien im Urlaub war. Mode ist halt kein deutsches Thema, hier muss alles immer praktisch, bequem und funktional sein."

Ja, leider trifft es auf viele Frauen in Deutschland genauso zu. Besonders schlimm finde ich bei Frauen Cargo-Hosen mit seitlichen Taschen am Unterschenkel. Es gibt nur wenige sehnige sportliche Frauen die das gut tragen können. Wer gut angezogen ist muss nicht die neuesten Trend vorführen. Es geht um Stil, Qualität und Formgefühl, nicht um "neue Klamotten". Männer die nicht gern mal einen Anzug tragen mögen meide ich grundsätzlich. Wer sich nur in Freizeit-Aldiletten und Shorts wohl fühlt soll da bleiben wo das passt: Campingplatz.
 
G

Gast

  • #30
Hier nochmal Gast #8,

@Gast #25

Was ist für dich denn eine "Betonung von Äußerlichkeiten über Gebühr", so dass es dir angebracht erscheint, deswegen jemanden der "Antiintellektualität" zu bezichtigen?

Sorry, aber das klingt mir nach einem billigen Vorurteil!

Ich würde wenn schon, dann eher das Gegenteil annehmen: Wenn jemand auffallend gut gekleidet ist, nach meiner Definition also auf eine individuelle, originelle (gerade nicht dem Massengeschmack und -angebot entsprechende) und trotzdem oder gerade deswegen geschmackvolle Art und Weise angezogen ist, dann ist das ein ziemlich gutes Indiz dafür, dass betreffende Person Dingen wie Bildung und Kultur eher zugeneigt ist, als jene, welche über die reine Zweckmäßigkeit hinaus keinen Gedanken an die Art ihrer Kleidung verschwenden.

Meiner persönlichen Erfahrung nach korrespondiert der Kleidungsstil fast zwangsläufig mit der Persönlichkeit: Wer geschmack- und einfallslos gekleidet ist, ist meistens (wenn auch nicht immer) auch von seiner Persönlichkeit her eher uninteressant, (wenn überhaupt) nur sehr einseitig interessiert und gebildet, der Vielfalt des Lebens gegenüber nicht offen und erst recht kein Genussmensch!

Soviel zu meinen Vorurteilen.

Davon abgesehen bedeutet gut gekleidet sein nicht, dass man übermäßig viel Zeit in den Erwerb und die tägliche Auswahl der Kleidungsstücke stecken muss, was ja leider auch oft unterstellt wird. Wer über ein entsprechendes ästhetisches Empfinden verfügt wird eventuell sogar weniger Zeit hierfür aufwenden, da der Prozess der Entscheidungsfindung durch den geübten Blick verkürzt werden kann.

Ich nehme an, es ist auf die in Deutschland lange Zeit vorherrschende (und teilweise bis heute andauernde) Provinzialität zurückzuführen, dass hierzulande dem Schönen in all seinen Formen so wenig Aufmerksamkeit und Wertschätzung entgegengebracht wird. Das originär auf die bäuerliche Kultur zurückzuführende Zweckmäßigkeitsdenken scheint hier doch sehr viel weiter verbreitet, als das vormals aristokratische, nunmehr bürgerlich-urbane Streben nach individueller Abgrenzung und Genuss. Einige unserer europäischen Nachbarn sind in dieser Hinsicht deutlich weiter und es würde uns Deutschen gut zu Gesicht stehen, wenn wir uns davon eine Scheibe abschneiden!

Gruß, M30.