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  • #1

Können dominante Männer eine devote Partnerin lieben?

Hallo, ich, w, 42, stelle mir diese Frage nun, nachdem ich einen dominanten Mann (im Sinne von BDSM) kennengelernt habe. Mir gefällt die devote Rolle beim Sex durchaus, trotzdem stelle ich mir die Frage, ob ein dominanter Mann eine Frau, die beim Sex extrem unterwürfig und devot reagiert und sich natürlich auch einiges "gefallen lässt" - ja, es gefällt mir, diese Frau auch lieben bzw. schätzen und und als gleichberechtigte Partnerin im Leben wahrnehmen kann? Diese Rollenspiele finden übrigens nur im Sex statt, im Alltagsleben haben wir einen normalen Umgang miteinander.
 
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  • #2
Ich musste gerade schmunzeln als ich Ihre "Frage" gelesen habe.
Mein Partner und ich führen eine Bdsm- Beziehung in der ich die devote und er die dominante Rolle
auslebt.
Er liebt mich über alles und geht sehr respektvoll mit mir um.
Mein Partner ist ein sehr umsichtiger Mann. Sexuell wie menschlich steht mein Wohlergehen
an 1. Stelle.
 
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  • #3
Liebe #1: hier nochmal die FS!

Die Antwort "beruhigt" mich sehr, für mich ist eine derartige Verbindung die erste dieser Art und daher kommt auch diese vielleicht etwas naive Frage von mir ...
 
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  • #4
Das kommt darauf an, wie man Liebe definiert. Wenn man Liebe mit Respekt, Achtung. Wertschätzung und dem Wunsch seinem Partner weder seelisch noch körperlich zu schaden gleichsetzt, sicher nicht.

Was ein Mann für ein Frauenbild bzw. Menschenbild hat, der seine sexuelle Erregung daraus zieht, Frauen zu demütigen, zu benutzen und zu verletzen, das kannst du dir ja wohl vorstellen.

Um diese wahre, innere Haltung, sprich den inneren Teufel, zu verbergen, sind Sadisten im Alltag oft besonders zuvorkommend, charmant und kultiviert. Die Grenzen zwischen Dominanz und Sadismus sind übrigens fließend, genau wie beim devot- und maso- sein.

Dass Frauen, die eine d/s oder SM-Partnerschaft haben, das natürlich bestreiten, ist völlig klar, denn wenn sie das so sehen würden und sich eingestehen würden, dass alles Liebesgetue ihres Partners ausschließlich dazu dient, sie emotional abhängig zu machen und als Sexualobjekt weiter an sich zu binden, dann müßten sie ja der Realität ins Auge sehen und gerade devote Frauen lassen sich halt gern fallen, geben die Kontrolle ab und idealisieren ihren Partner.

Sadismus ist eine Charaktereigenschaft, oft schon in der Jugend zu beobachten im Umgang mit Tieren und kleineren Geschwistern (Schwächeren).

Die Steigerung einer Partnerschaft, wo sich beide im Alltag auf Augenhöhe begegnen, ist immer die Erweiterung der d/s- Rollenverteilung auf den Alltag. Dominante Männer, die meist gebildet sind, wissen aber, dass die meisten Frauen sich darauf nicht einlassen wollen und praktizieren daher dieses Modell (d/s nicht im Alltag), aber die Steigerung dieser Neigung ist die Haltung einer Sklavin wie Natascha Kampusch. Das ist so, auch wenn das Dominante Männer natürlich bestreiten.

Von der Neigung dominanter Männer die Grenzen ihrer Partnerin zu erweitern, hast du ja sicher gehört. Das geht immer weiter, der braucht einen immer krasseren Kick!. Das was du jetzt erlebst ist nur der Anfang!

Du bist ja noch grenzenlos naiv was diese Szene angeht, ich würde dir raten die Beine in die Hand zu nehmen und wegzulaufen so schnell du kannst, denn ansonsten hast du Glück, wenn du nur verletzt und benutzt zurückbleibst und nicht in der Psychoklinik landest.
 
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  • #5
Hier die # 1 noch einmal.
Am wichtigsten ist es, dass Sie sich gegenseitig bedingungslos vertrauen können.
Im Grunde ist es ja eine ganz normale Beziehung nur eben mit anderen Spielregeln.
Sie dürfen nie das Gefühl von psychischer oder physischer Abhängigkeit empfinden denn Ihr Partner ist dazu da ihnen zu helfen und sich bei ihm ganz fallen zu lassen.
Man kann es nicht oft genug wiederholen aber der Respekt muss von beiden Seiten zu jedem Zeitpunkt des Spieles bestehen.
Genießen Sie es einfach und hören Sie auf darüber hinaus sich zu fragen ob Sie nun geliebt werden oder nicht.
 
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  • #6
Du bist unerfahren, liebe FS - er ist erfahren.

Dein Problem ist, daß Du nicht weißt, was gut ist und was üblich ist und was nicht - jeder hat so seine Schwächen.

Such Dir doch Foren im Internet - es gibt spezielle websites und auch SM Stammtische, die oft auch für Einsteiger-Frauen spezielle Ansprechpartnerinnen haben. Da kriegst den Erfahrungsaustausch von Frau zu Frau, den er Dir nicht bieten kann.
 
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  • #7
Das kommt ganz auf den Mann an. Manche verstehen sexuelle Unterordnung in der Tat als Signal, den Respekt zu verlieren, aber das ist keineswegs zwangsläufig so. Als Switcher habe ich zwar keine Erfahrung mit einem dauerhaft angelegten Machtgefälle, aber ich weiß, wie es ist, auf der devoten und auf dominanten Seite zu stehen. Ich habe niemals weniger Respekt vor meinem Partner verspürt, und umgekehrt hatte ich auch niemals Anlass zur Sorge, dass unsere sexuellen Experimente zu einem Respektverlust von seiner Seite geführt haben.

Die Behauptung, Sexualstraftaten wären als Steigerung von BDSM zu verstehen, halte ich übrigens für nicht weniger abstrus als die Behauptung, eine Vergewaltigung wäre die Steigerungsform von "Vanilla"-Sex. Meine Lust als aktiver Part ist nicht nur von Einvernehmlichkeit, sondern auch von einer positiven Reaktion meines Partners abhängig. Ich erinnere mich daran, dass ich bei der Verwendung eines neuen Schlaginstrumentes einmal zu fest durchzog, so dass seine Erregung kippte. Schlagartig war auch meine eigene Lust dahin. Der Gedanke, einer Person Schmerzen zu bereiten, die diesen nicht zugestimmt hat und diese Schmerzreize auch nicht genießt, ist für mich nicht nur ohne jeglichen erotischen Reiz, sondern regelrecht abstoßend. Genau das macht den Unterschied zu einem Sexualstraftäter aus. Es hat gute Gründe, warum auch die moderne Psychologie hier sehr genau differenziert und BDSM-Praktiken in weiten Teilen nicht mehr als krankhaft betrachtet werden.

Aber zurück zum Thema: Sie, werte Themenerstellerin, kennen Ihren Partner am besten. Sie können am besten beurteilen, ob er Sie weiterhin respektvoll behandelt. Das ist immerhin kein BDSM-exklusives Thema. Manche Männer wünschen sich von ihrer Liebsten auch Oral- oder Anasex und betrachten sie bei der Erfüllung ihrer Wünsche plötzlich als Schlampe, die weniger Respekt verdient, weil sie das "mitgemacht" hat. Wenn er nach dem Sex distanzierter oder liebloser wirkt, würde ich es als Alarmsignal verstehen. Das gilt auch, wenn ich bemerke, dass in seinem Denken Doppelstandards oder sexistisches Gedankengut bestehen oder dass unsere sexuellen Praktiken Auswirkungen auf unsere Konflikte haben, oder - vielleicht noch schlimmer - umgekehrt. Schwarze Schafe gibt es überall, ob Ihr Partner eines davon ist, sollten Sie am besten beurteilen können.

26, w
 
  • #8
Aber natürlich.
Sehr oft sind sind solche Paare im normalen Leben auf Augenhöhe (es gibt natürlich auch andere Modelle). Und gerade deshalb, weil solche Spielarten enormes Vertrauen erfordern und man eine Intensität erreichen kann, die die von Vanilla-Sex bei weitem übersteigt, kann auch die emotionale Verbindung viel intensiver sein. Es ist ein gegenseitiges Geschenk.

Allerdings sollte man natürlich genauso wie im Vanilla-Leben darauf achtgeben, sich emotional nicht abhängig zu machen. Mit BDSM hat das aber weniger zu tun.

Und mit einer "normalen" Beziehung wird dir immer etwas fehlen. Wenn dein Partner dagegen entsprechende Empathie zeigt und dir entsprechend Lust bereiten kann, ist das schon einmal ein Vorteil. Ob der Rest passt, wird sich zeigen. Und mach es, wie #5 sagt, geh zu einem Stammtisch und stelle erstaunt fest, dass die Leute dort sind wie alle anderen auch, nur dass sie gewissen Themen gegenüber wesentlich offener sind.
 
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  • #9
Nein, glaube ich nicht, im diesem Fall ist die sexuelle Orientierung von der Liebe getrennt. Ich glaube nicht, dass ein Mensch den Sex total von seinem Alltag abkoppeln kann bzw. normalerweise würde ein Mensch das gar nicht wollen. Daher glaube ich, dass es sich hier um eine Form von Sucht handelt, Sexsucht oder Sucht, jemand anderes zu sein als man ist, auf jeden Fall ist die Identität nicht eindeutig. Im Alltag tut man dann so, als sei man liebevoll und beim Sex beherrscht man die Frau und sie spielt das willige Opfer, meinst du, das ist Liebe? Ich glaube auch, er macht dich jetzt erstmal verliebt, damit du möglichst abhängig von ihm wirst, zeigt sich von seiner schönen Alltagsseite, so lange, bis er dich noch besser beeinflussen und mit seinen Sexspielchen noch weiter gehen kann, über deine Grenzen hinaus. Dann wird es ihm langweilig und er tauscht dich gegen eine andere Gespielin aus.
 
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  • #10
Genau..

Es gibt solche und solche..

ich würde dir jedoch auch empfehlen diese Frage mal in entsprechenden BSDM Foren zu stellen..

Da gibt es bestimmt mehr und aufschlussreichere Erfahrungswerte..

Hier im Forum wird doch sehr viel interpretiert und alles was nicht "normal" scheint verurteilt..


m
 
  • #11
ich würde dir jedoch auch empfehlen diese Frage mal in entsprechenden BSDM Foren zu stellen..

Hier im Forum wird doch sehr viel interpretiert und alles was nicht "normal" scheint verurteilt..

Sogar noch viel schlimmer, hier wird vermutet und geglaubt, ohne einen Funken Ahnung, wie die Sache überhaupt funktioniert und gar noch dein Partner als dämonischer Verführer hingestellt, und das ganze noch mit einer Prise Küchenpsychologie gewürzt. Versucht lieber, Menschen mir ähnlichen Erfahrungen zu finden.
 
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  • #12
hier nochmals die FS:

Vielen Dank für eure/Ihre ehrlichen Antworten und Stellungnahmen.

Leider habe ich auch mehr und mehr das Gefühl, das ich eher als "Spielpartnerin" von ihm gesehen werde ... anfangs hatten wir sehr intensive, lange Gespräche, Spaziergänge etc., seitdem wir jetzt mehrmals Sex hatten (der auch für mich sehr schön, aber halt auch ungewöhnlich war), werden die Telefonate von seiner Seite aus weniger, die Gepräche handeln nur mehr vom sexuellen Bereich ...

Ich fühle mich nicht gut in dieser Situation, obwohl er sich täglich meldet, kommt mir nun vor, eine Sexbeziehung reicht ihm vollkommen. Leider.
 
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  • #13
Für dieses Phänomen gibt es psychologische Erklärungen (Psychoanalyse, Triebtheorie), die es sich lohnt, hier mal heranzuziehen, besonders, als betroffene "Partnerin". Die angebliche "Küchenpsychologie" in den bisherigen Antworten lag diesen Erklärungen ganz nah.
 
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  • #14
Ich fühle mich nicht gut in dieser Situation, obwohl er sich täglich meldet, kommt mir nun vor, eine Sexbeziehung reicht ihm vollkommen.
Hier noch einmal Gast #6: Wenn Ihnen das nicht reicht - und so scheint es mir - dann würde ich die Reißleine ziehen und mich verabschieden. Ich kann Sie übrigens gut verstehen, auf eine solche Konstellation hätte ich auch reichlich wenig Lust. Lassen Sie sich nicht einreden, dass BDSM-Praktiken automatisch mit Distanzierung oder gar geringerer Wertschätzung einher gehen, auch nicht von Ihrem "Partner", sollte er Ihnen erzählen wollen, dass diese Distanz zwecks "Erziehung" notwendig wäre und dass sie nicht "richtig" devot wären, wenn Sie dies nicht akzeptieren wollen. Diese Erfahrung musste ich zum Glück selbst noch nicht machen, aber gehört habe ich schon mehrmals davon.

26, w
 
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  • #15
Ich denke, wenn du in Dich hineinhorchst, weißt Du, ob er das kann bzw. tut...
Prinzipiell warum sollte er es aufgrund eures Rollenspieles nicht können. In wie vielen Beziehungen ohne BDSM gibt es keinen Respekt und/ oder keine Liebe? Du bist ja ganz sicher auch nicht jedem Mann gegenüber devot, sondern nur für ihn.
Nur als Beispiel wieviele Beziehungen gibt es, wo einer den anderen betrügt, wenn dasnicht mal respektlos und demütigend ist... Da ist es allerdings kein lustbringendes Rollenspiel.

Horche in Dich hinein! Sagt Deine innere Stimme: "Stop! Sei vorsichtig, hör auf sie". Da Du diese Frage hier stellst, denke ich, dass sie das vielleicht tut.
Andererseits schreckt Dich vielleicht nur die Tatsache ab, darauf zu stehen. Was ich gut verstehen kann. Im letzteren Fall solltest Du Dir Deinen Spaß aber nicht verderben lassen.

Sei halt nicht blauäugig. Geh nach dem, was ist, nicht nach dem, was Du Dir wünschst, weil Du verliebt bist. Sei ihm und Dir selbst gegenüber kritisch. Mache nur, was Dir gut tut und gehe nur soweit es Dir gut tut.

Schau ihn Dir als Mensch an, seinen Charakter...

W, 29
 
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  • #16
Ich hatte den letzten Beitrag der FS nicht gesehen:

Demnach geht es eher darum: Affäre oder Beziehung. Du willst letzteres, er deiner Meinung nach ersteres. Sprich ihn darauf an! Dann hast du Klarheit. Wenn du eine Beziehung willst, akzeptiere nicht die Affäre, auch nicht für tollen Sex... über kurz oder lang macht man sich unglücklich.

Mit BDSM hat das ganze weniger zu tun.

Alles Gute, W,29
 
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