• #31
Meiner Meinung nach führen nur Schmerz und Leid, Schicksalsschläge oder das Älterwerden zu einer Änderung des Lebens.
Solange alles gut läuft, solange die Seele keine Wunden erlitten hat, ist der Mensch mit dem Status Quo zufrieden. Warum etwas ändern, wenn alles gut ist? Aber bei schmerzhaften Erfahrungen beginnen wir nachzudenken, ob unser Tun noch "richtig" ist. Bei Leid sind wir bereit, etwas zu ändern, um es nicht mehr erleben zu müssen. Außerdem suchen Menschen meistens im Elend zwischenmenschliche Nähe, Wärme und wollen ankommen.
Oder das Älterwerden bewirkt ein Umdenken. Was mit 20 noch wichtig war, ist es oft mit 40 nicht mehr. Mein Arbeitskollege und Freund war bis Mitte 40 ein ewiger Casanova, mit andauernden Kurzaffären, Flirts und unverbindlichen Geschichten. Dann starb seine Mutter- die letzte Person seiner Familie- und er ging wirklich durch eine Metamorphose. Seine belanglosen Frauengeschichten wurden ihm unwichtig, er begriff, dass Nähe, Vertrauen, Zweisamkeit einen hohen Stellenwert haben und absolut erstrebenswert für ihn wurden. Er lernte eine Frau kennen, die nie in sein bisheriges Beuteschema passte. Aber mit ihr begann er zum ersten Mal in seinem Leben eine Beziehung. Heute ist er Anfang 50, immer noch mit ihr zusammen und ein liebender Partner.
Also Ich glaube daran, dass sich Menschen ändern können.
 
  • #32
Meine Beobachtungen nach würde ich nicht darauf hoffen, dass sich so eine Person langfristig ändert. Personen, die sich aus getobt und ausgelebt hatten, hielten es zwar einige Jahre in der Beziehung aus, aber irgendwann konnten sie der Verlockung nach Abwechslung nicht widerstehen.
Dabei gab es Beziehungen, die bis an das Lebensende hielten, weil sich die Partner mit dem Fremdgehen irgendwie arrangierten - Bequemlichkeit, gesellschaftliche und soziale Stellung, wirtschaftliche Absicherung usw.
 
  • #33
Ich würde sagen, das kommt drauf an.
War er vorher immer Single und hat sein Leben einfach genossen und nichts ausgelassen? Dann sage ich ja, das kann sich ändern, wenn man(n) die richtige getroffen hat.
Wenn er vorher allerdings betrogen hat, dann wird er sich nicht ändern. Betrüger betrügen immer wieder. Ich weiss wovon ich rede. Mein Ex lebt macht das schon immer so und in jeder Beziehung, sogar in der Ehe.
 
  • #34
Liebe FS,

Menschen können sich sogar sehr grundlegend ändern.

Erfahrungen, Rückschläge, Schicksalsschläge oder tiefe Selbstreflektion und damit verbunden harte Arbeit an sich selbst, können Gründe dafür sein.

Solche grundlegenden Veränderungen im Inneren, schlagen sich auch immer im Äusseren nieder, ganz gleich, ob positiv oder negativ.

Was Du beschreibst, mag zwar schon vorgekommen sein, aber ich halte es eher für Stoff aus diversen kitschigen Liebesfilmen.

In dem Alter hat man seine Impulskontrolle oft noch nicht im Griff, ist meistens (noch) nicht sehr reflektiert und handelt spontan aus dem Bauch heraus.

Es braucht erst Erfahrungen, Erlebnisse und ja, auch gemachte Fehler und Verluste, damit der Reifeprozess einsetzen kann.

Ob diese Chancen zur Weiterentwicklung dann auch genutzt werden, steht auf einem anderen Blatt.

Ich würde anhand Deiner Worte jedoch nicht darauf setzen.

Alles Gute
 
  • #35
Hi,

ich denke Promiskuität an sich kann sich wandeln..wer sich ausgetobt hat und zur Ruhe kommt, dem reicht dann vielleicht der eine passende Partner. Auch wenn er vorher ein ONS oder Affäre nach der anderen hatte.

Wenn es aber in dem Zusammenhang um Illoyalitaet, Lügen und Betrug geht, denke ich, das bleibt. Wer kein Problem hat, Vertrauen zu missbrauchen, zu lügen und in Gefühlsdingen anders zu manipulieren, wird dies weiter tun. Vielleicht mal kurzfristig lassen weil er,sie einen Nutzen davon hat. Aber in der Krise..und die gibts ja bei jeder langen Beziehung mal..wird das wieder durchbrechen. Weil eben Empathie, Ethik und Rückgrat fehlt. Das kann man nicht an- und ausknipsen. Das sind grundlegende Charaktereigenschaften.
 
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