• #1

Könnt ihr euch eine Beziehung mit einem Atheisten vorstellen?

Wobei ich mit Atheismus hier eingefleischten Atheismus nenne, demgemäss jegliche Form von Religiosität abgelehnt (und schlechtgemacht) wird. Ich meine nicht die heute weit verbreitete "verwässerte" Form von Religiosität, der auch ich zugehöre, nach der man der Religion im alltäglichen Leben nur einen marginalen Stellenwert beimisst, aber dennoch sich einer Religion zugehörig fühlt und/oder die Existenz einer (wie auch immer gearteten) "höheren Macht" annimmt oder anerkennt.

Meine persönlichen Erfahrungen mit "Hardcore-Atheisten" sind durchgehend negativ. Die Atheisten, die ich kenne, sind alle extrem intolerant und wollen ihren "Unglauben" allen anderen aufzwingen. Religiöse Menschen (auch moderat Religiöse) werden unterschiedslos als dumm und hinterwäldlerisch gebrandmarkt. Eigenartigerweise ist die Toleranz gegenüber nicht-christlichen Religionen oftmals noch grösser als gegenüber dem Christentum.
 
  • #2
Ich wünsche keinen Partner mit irgendwelchen extremen Ideologien, weder starker Religiosität noch missionarischem Atheismus, weder Kommunismus noch Sozialismus oder andere abschreckende Ideologien, bei denen irgend wie nur eine Gehirnhälfte verwendet wird.

Ich habe bisher aber auch nur ganz selten Atheisten getroffen, die besonders ideologisch oder intolerant gewesen wären. Die meisten sind einfach moderne, aufgeklärte Menschen, die sich keine höheren Mächte vorstellen können, sondern ein naturwissenschaftliche geprägtes, außerordentlich vernünftiges Weltbild pflegen.

Ich such nach genau so einem Exemplar! Ich bin mir selbst ganz sicher, dass es keinen Gott, kein höheres Wesen, aber auch keinen esoterischen Kram irgendeiner anderen Coleur gibt. Ich suche einen Mann, der genau so denkt und einfach von Grund auf Vernunft pflegt. Ich möchte niemals Kindern diesen Quatsch nahebringen.

In meinem Umfeld glauben nur ganz wenige Menschen noch an irgendeine Gottvorstellung. Die allermeisten sind im 21. Jahrhundert doch tatsächlich angekommen!
 
G

Gast

  • #3
Mir wäre ein Atheist als Partner lieber als jemand, der überzogen religiös lebt. Einen Partner, der ständig in die Kirche geht, sich in einer Gemeinde engagiert, den Kirchentag besucht und jeden Tag in der Bibel liest, der wäre nichts für mich. Genauso wenig bräuchte ich einen abgedrehten Spinner, der ständig meditiert oder irgendwelchen Esoterik-Gurus hinterherläuft.

Dennoch lehne ich jede Art von Fanatismus ab. Ich mag weder religiösen Fanatismus noch fanatische Atheisten. Für mich käme sowieso nur ein Partner in Frage, der mit einer gewissen Leichtigkeit und Toleranz durchs Leben geht. Und das nicht nur in Bezug auf den Glauben. Wer ständig auf anderen rumhackt und deren Ansichten schlecht macht, egal ob es um Politik, Religion oder sonstiges geht, der wäre mir generell zu intolerant und käme als Partner für mich nicht in Frage.

Insofern: Atheist ja, intoleranter Hardcore-Atheist nein.
 
G

Gast

  • #4
Hallo Peter, ja, ich kann mir eine Beziehung mit einem Atheisten gut vorstellen, da ich selbst Atheistin bin. In meinem privaten und beruflichen Umfeld gibt es fast keine Gottesgläubigen, da stark naturwissenschaftlich geprägt.
Ich kann mir allerdings auch mit einem Gottesgläubigen eine Beziehung vorstellen, da ich enorm anpassungsbereit bin und fast ein wenig zur Selbstaufgabe neige. Ich könnte auch durchaus einer Kirche oder einer Gläubigengemeinschaft beitreten, wenn es dem Mann den ich liebe wichtig und es nicht mit allzuvielen Einschränkungen verbunden wäre. Aus meiner Sicht wäre das eben so eine Art Hobby, das man dem anderen zu Liebe teilt. Würde ich dem beispielsweise Motorrad fahren vorziehen. ;-)

w/49
 
  • #5
Äh, ich finde die Fragestellung etwas verwunderlich. In meinem Umfeld (Ostdeutschland) ist nur eine Minorität von etwa 25% überhaupt in der Kirche, wie hoch der Prozentsatz der tatsächlichen Kirchgänger ist, vermag ich nicht einzuschätzen, wird aber ungefähr bei 5% der Gesamtbevölkerung (höchstens!) liegen. Atheismus ist hier einfach die Normalität, nicht Religiösität.
Ich halte es wie Frederika und kann es i.d.R. nur mit Menschen aushalten, welche einen ausgeprägt gesunden Menschenverstand und eine gute naturwissenschaftliche Bildung besitzen.

Ideologen jedweder Coleur sind grauenhaft (danke, hatte ich lange genug!!) und bringen zuverlässig meine Fluchtreflexe auf Trab.
 
G

Gast

  • #6
Nein, ich könnte mir keinen solchen Atheisten als Partner vorstellen. Ich bin katholisch praktizierend. Jedoch gehe ich auch nicht an den Kirchentag.
Da würde wohl das gegenseitige Verständnis fehlen!
w 35
 
G

Gast

  • #7
<MOD: Angriffe entfernt. Schreiben Sie einfach Ihre eigene Meinung.>

Mein Partner sollte religiös sein, nicht fanatisch, nicht so, dass er dauernd in der Bibel läse und keinen Kirchentag verpasste, aber doch so religiös, dass er das tiefe Vertrauen hätte, dass der Mensch nicht das höchste Wesen ist, sondern dass es eine höhere Macht gibt.
 
G

Gast

  • #8
Faszinierend für mich (w 50) bei den Atheisten ist, dass ihre Glaube/Liebe an "Mensch und Menschlichkeit" nicht wegen Angst vor Gott oder seiner Strafe ist. Anziehend ist für mich die Reinheit dieser Glaube/Liebe. Genau das schätze ich beim Atheismus. Eine Menschen(Liebe) ohne "Angst". Atheisten haben in der Geschichte für die Gerechtigkeit eine hohe Leistung beigetragen.

Eine Beziehung mit einem Atheisten kann ich mir sehr gut vorstellen.

Sonst schliesse mich #1 und #2 an!
 
G

Gast

  • #9
Da ich selber Atheistin bin, kommt für mich ein religiöser Partner auf keinen Fall in Frage. Ich kann mit sowas wie Religion auch überhaupt nichts anfangen und halte das auch, wie jemand in dem Kirchentagsthtread schon sagte, irgendwie für krank. Ich kann auch gar nicht verstehen, wieso hierzulande die Kirchen so viel zu sagen haben. Für mich sind das alles Verbrecher, wie die Missbrauchsfälle zeigen. Dass so ein Unternehmen, das so einen geistigen Dünnschiss verbreitet, noch staatlich gefördert wird, ist ein Skandal hoch drei!

w/26
 
G

Gast

  • #10
Mir ist das egal. Hauptsache mein Partner, weiß was Liebe ist.

w/33
 
G

Gast

  • #11
Dogmatiker oder Dogmatikerinnen (Missonarische oder fanatische Atheisten, Christen, Moslems, Juden, politsch Extreme, Weltheilslehrer, Extremst-Müslis, Turbo-Leistungsträger) gleich welcher Richtung, sind grauslich - nicht nur in der Partnerschaft, sondern für den Rest der Menschheit. Nur andere Dogmatiker könnens mit denen lange Aushalten.
 
  • #12
...
Ich habe bisher aber auch nur ganz selten Atheisten getroffen, die besonders ideologisch oder intolerant gewesen wären. Die meisten sind einfach moderne, aufgeklärte Menschen, die sich keine höheren Mächte vorstellen können, sondern ein naturwissenschaftliche geprägtes, außerordentlich vernünftiges Weltbild pflegen.

Ich such nach genau so einem Exemplar! Ich bin mir selbst ganz sicher, dass es keinen Gott, kein höheres Wesen...!
Hey, Frederika, Du wirst mir langsam sympathisch, genau so ein Exemplar bin ich :)
Wobei ich manchmal nicht sicher bin, ob mich meine LG nicht vom Atheisten inzwischen zum Agnostiker bekehrt hat.
Zurück zur Frage: Ja, kann ich, eh klar, und ich kenne noch jemanden, katholisch sogar, sie kann offenbar auch. Aber jetzt im Ernst, das ist schon ein wichtiger Punkt wo sich die Werte des Paares einigermaßen treffen sollten. Insofern ist es wie überall im Leben: Jeder soll nach seiner Facon selig werden...
 
  • #13
Liebe Constanze!

Ich finde es etwas verwunderlich, dass Du offenbar glaubst, die ganze Welt funktioniere gleich wie Ostdeutschland. Tatsache ist, dass es je nach Weltgegend punkto Glauben und Religiosität ganz anders aussieht und dass längst nicht überall alles so ist wie in Ostdeutschland.

Es stört mich, dass Du zuerst meine Frage abqualifizieren musst, bevor Du sie beantwortest. Du hättest auch nur einfach Deine Meinung schreiben können, ohne diesen "Tritt ans Bein".

Noch was: Ich teile Deine Skepsis gegen Ideologien jeglicher Art. Meiner Meinung nach ist die individuelle Freiheit des Menschen (sei es Glaubensfreiheit, Meinungsäusserungsfreiheit, oder was auch immer) das allerhöchste Gut überhaupt, das es mit allen Mitteln zu verteidigen gilt. Allerdings wäre Folgendes zu bedenken:

1. Religion bzw. Religiosität muss nicht zwingend ideologisch in dem Sinne sein, dass keine anderen Haltungen daneben zugelassen werden. Es gibt auch Formen aufgeklärter Religiosität, die so tolerant sind, dass sie andere Religionen oder auch (unideologischen!) Atheismus zulassen.

2. Die perverse, menschenverachtende Ideologie, unter der Du gross geworden bist - der Kommunismus - hat ja die Religion ausdrücklich verbannt und gebrandmarkt. Mit anderen Worten: Deine anti-religiöse Haltung ist gewissermassen ein Nachhall kommunistischer Ideologie. Dies solltest Du im Hinterkopf behalten, wenn Du Ideologien jedweder Art (zu Recht!) ablehnst.
 
  • #14
ob mich meine LG nicht vom Atheisten inzwischen zum Agnostiker bekehrt hat.
Wenn man philosophisch werden wollte, könnte man behaupten, jeder gute Atheist ist Agnostiker -- zumindest in dem Sinne, dass er sich bewusst ist, dass es keine Beweise für Nichtexistenz geben kann. Nichtsdestotrotz überwiegt bei naturwissenschaftlich-vernünftiger Sichtweise natürlich die Überzeugung, dass es keinen Gott gibt, genauso wenig wie das berühmte inivisible pink unicorn. Klar, es könnte existieren, aber die Wahrscheinlichkeit ist infinitesimal nahe Null. Genau so steht es auch um alle anderen Vermutungen bezüglich höherer Wesen. Oder umgekehrt: Der Grenzwert von Agnostizismus für langes Nachdenken ist Atheismus.
 
  • #15
Es stört mich, dass Du zuerst meine Frage abqualifizieren musst, bevor Du sie beantwortest.
Du weißt, ich schätze Dich, Peter, aber ich muss hier Constanze beispringen: Sie hat nur geschrieben, die Frage verwundere sie -- das ist doch keine Abwertung! Auch in ganz Norddeutschland ist der Normalzustand eher, nicht religiös zu sein. Die Mehrheit ist noch evangelisch, aber de facto nicht-gläubig und Nicht-Kirchgänger.

Ich teile Deine Skepsis gegen Ideologien jeglicher Art. Meiner Meinung nach ist die individuelle Freiheit des Menschen (sei es Glaubensfreiheit, Meinungsäusserungsfreiheit, oder was auch immer) das allerhöchste Gut überhaupt, das es mit allen Mitteln zu verteidigen gilt.
Na ja, ob Meinungsfreiheit nun das höchste Gut ist, wage ich zu bezweifeln, aber auch ich empfinde es als sehr hohes Gut und stehe vollstens hinter unserem Grundgesetz und seinem Anspruch an Freiheit einschließlich, aber nicht beschränkt auf, Meinungsfreiheit.

1. Religion bzw. Religiosität muss nicht zwingend ideologisch in dem Sinne sein, dass keine anderen Haltungen daneben zugelassen werden. Es gibt auch Formen aufgeklärter Religiosität, die so tolerant sind, dass sie andere Religionen oder auch (unideologischen!) Atheismus zulassen.
Ja, das mag sein, aber derartige Religiosität hat auch keinen Einfluß und wird kaum wahrgenommen. In Deutschland spielt leider nur die indoktrinierende Religion eine Rolle, wie man an der kirchlichen Einflussnahme auf die Gesetzgebung zu Schwangerschaftabbruch oder Präimplantationsdiagnostik erkennen kann.

Wären die beiden bedeutenden deutschen Kirchen so tolerant, wie Du schreibst, dann würden sie einfach ihren Mitgliedern empfehlen, keine Schwangerschaftsabbrüche vornehmen zu lassen -- aber was tun sie? Sie wollen allen verbieten, Schwangerschaften abzubrechen, auch Menschen, die gar nicht ihren Glauben teilen. Genau das ist es, was auch das frömmste Gelaber als Heuchelei entlarvt! Genau das ist es, was mich als Nichtgläubige abstößt. Es wird über mein Leben entschieden von Glaubensgrundsätzen, die einfach nur eines sind: persönlicher Glauben anderer.

2. Die perverse, menschenverachtende Ideologie, unter der Du gross geworden bist
Hm, mag bei Ostdeutschen eine Rolle spielen, aber in Norddeutschland spielt es offenbar keine Rolle und dennoch ist die Religiosität hier sehr gering.
 
G

Gast

  • #16
@14 (Frederika): Nun ja, gegen die PID sprechen sich ja nicht nur die Kirchen aus. Auch so ein Meisterdenker wie Jürgen Habermas tut es. Und der ist bekanntermaßen: Agnostiker.
 
  • #17
@14 (Frederika): Nun ja, gegen die PID sprechen sich ja nicht nur die Kirchen aus. Auch so ein Meisterdenker wie Jürgen Habermas tut es. Und der ist bekanntermaßen: Agnostiker.
Ja, ich brauche auch keine anderen Ideologen, weder religiöse noch philosophische, die mir meine eigene Entscheidung abnehmen und ihre Überzeugungen der Mehrheit aufzwingen.

Was konkret die PID betrifft: Solange man Föten abtreiben darf, die bestimmte Merkmale aufweisen, aber die Eizellen, die dazu heranwachsen werden, nicht vorher untersuchen darf, solange produziert man nur menschliches Elend. Es ergibt einfach keinen Sinn, Schwangerschaftsabbrüche zu erlauben, aber die Eizellen müssen erst zu einem Fötus heranwachsen, der dann abgetrieben wird. Sorry, das ist absurd und nicht zuende gedacht. Ganz egal, wie man es dreht.
 
  • #18
Wären die beiden bedeutenden deutschen Kirchen so tolerant, wie Du schreibst
Ich habe ja nicht von der Toleranz der Kirchen geschrieben, sondern von der Toleranz der Religion(en).

Man kann Mitglied einer Kirche sein, aber trotzdem unreligiös. Man kann auch nicht Mitglied einer Kirche sein, aber trotzdem religiös. Man kann auch religiös sein und trotzdem an den Haltungen der Kirchen zweifeln (und Mitglied sein bzw. bleiben - oder auch nicht).

Ich bin Mitglied der evangelischen Landeskirche nur auf dem Papier. In Kirchen gehe ich nur als "Tourist", um sie mir anzusehen, oder für Konzerte. Unsere Kirchenzeitung landet bei mir ungelesen im Altpapier. Trotzdem würde ich mich nicht als Atheisten bezeichnen.
 
G

Gast

  • #19
@ Constanze: Als normales Kirchenmitglied (kath.), dass ab und zu mal (aber nicht übermäßig oft) in den Gottesdienst geht (weil's mir gut tut und ich da ausnahmsweise mal nix leisten muss), finde ich es immer wieder erstaunlich, mit welchen aggressiven Spitzen so manche ostdeutsche Landsleute selbst auf ganz gewöhnliche Durchschnittschristen losgehen. Bei uns in Bayern hat der Herrgott noch sei Platzl. Und ich glaub, deshalb ist's auch so gemütlich bei uns. (Und ganz nebenbei geht's uns wirtschaftlich auch noch am besten.)

m/35
 
  • #22
Hallo Peter,

mit keinem Wort habe ich behauptet, die Welt sähe überall so aus wie in Ostdeutschland. Ich habe lediglich beschrieben, wie es bei mir ist. Daß die Fragestellung von Dir kam, habe ich erst jetzt erfaßt.

Deine Sätze (letzter Absatz) lassen vermuten, daß Du Ostdeutsche nicht zu eigenständigem Denken für fähig hälst. Glaubst du wirklich, siebzehn Millionen Menschen wären trotz real existierendem Sozialismus nicht zur eigenständigen Meinungsbildung fähig gewesen? Natürlich gab es ideologisch verblendete oder beeinflußte Menschen, aber das war die Minderheit. Fanatiker jeglicher Coleur gibt es in allen Gesellschaften zu etwa 5 % der Bevölkerung. Die überwältigende Mehrheit ist pragmatisch und versucht, für sich das Beste im Leben herauszuholen.
Ich komme aus einem atheistischen Elternhaus. Mein Vater ist zwar getauft, aber später aus der Kirche ausgetreten. Meine Mutter wurde nie christlich erzogen. Schon vor mehr als zwanzig Jahren wußte ich um die Verfehlungen, welche die Kirche als Instrument der Machterhaltung und -gewinnung in den letzten paar hundert Jahren begangen hat. Dazu brauche ich keine DDR.

Ich frage mich natürlich, warum Du Dich ausgerechnet von meinen Zeilen so angegriffen gefühlt hast.
Ist es doch der DDR-Hintergrund?
Dann erzähle ich Dir, daß ich grundsätzlich nichts gegen moderat Glaubende habe, wenn sie mich nicht missionieren und das, was sie glauben, auch leben. Und daß ich grundsätzlich als kulturell und geschichtlich interessierter Mensch bereit bin, für die Restaurierung von Kirchen zu spenden.
Mir geht lediglich (ähnlich wie Frederika - danke für Deine Beipflichtung!) der Alleinvertretungsanspruch der Kirchen auf die Nerven. Von mir aus können sie ja machen was sie wollen, wenn es denn keinen Einfluß auf die Gesetzgebung hätte.

@18: Wunderbar, daß es bei Euch in Bayern so gemütlich ist. Hier in Leipzig ist es auch ziemlich gemütlich, ob mit Gott oder ohne.
 
G

Gast

  • #23
Nein, FS, kann ich (evangelisch) mir nicht vorstellen. In Bayern ist die Tradition bestimmt mehr durchgehend erhalten. Aber auch bei mir in Norddeutschland gibt es jede Menge Leute mit christlichem Hintergrund. Viele würden sich wundern, wie viele Gottesdienst-Besucher es am Sonntag auch in der Stadt gibt (Hauptkirche der Stadt in meinem Fall). Derzeit Single, ist sogar ein häufigerer Gottesdienst-Besuch eine der Möglichkeiten für eine neue Beziehung, denn auch Jüngere, die allein kommen, sind nicht selten. Nach meiner Vermutung zunehmend, vermutlich weil es mehr Singles gibt als früher. Und da wird durchaus zwischen Singles (die sicher meistens gebildete Akademiker sind) hingeschaut.
 
  • #24
daß Du Ostdeutsche nicht zu eigenständigem Denken für fähig hälst. Glaubst du wirklich, siebzehn Millionen Menschen wären trotz real existierendem Sozialismus nicht zur eigenständigen Meinungsbildung fähig gewesen?
So würde ich das nie behaupten! Allerdings musst Du zugeben, dass Ideologien prägen. Oder würdest Du behaupten, dass die Zeit des Kommunismus spurlos an Dir vorübergegangen ist? Ausserdem: Die Tatsache, dass die ehemaligen SED-Bonzen nicht hinter Schloss und Riegel hocken, sondern sich mit der Linkspartei in der aktuellen Politik eingenistet haben (und bekanntlich ist eine bekennende Stalinistin, die die Zeit mit "es ist nicht alles schlecht gewesen" schönredet, seit Mai 2010 deren Parteivorsitzende!) gibt mir schon zu denken... (Genauso finde ich es übrigens beschämend, dass der ehemalige SP-Präsident der Schweiz sich bisher nie öffentlich dafür entschuldigt hat, in den 80ern mit Erich Honecker Hände geschüttelt zu haben...!)

Ich frage mich natürlich, warum Du Dich ausgerechnet von meinen Zeilen so angegriffen gefühlt hast. Ist es doch der DDR-Hintergrund?
Nein, ich fühle mich von Dir nicht mehr angegriffen, weil Du aus der ehemaligen DDR kommst.
 
G

Gast

  • #25
Vorstellen könnte ich mir das schon, für mich spielt die Kirche bzw. Religion im Alltag überhaupt keine Rolle, was mir aber missfällt sind fanatische Atheisten, die ständig Religionen und deren Anhänger nieder machen. Zudem lehne ich jegliche Art von Fanatismus ab, ob Religion oder irgendwelchen Eso-Kram, der ja anscheinend wieder groß in Mode zu kommen scheint.

Fazit: Lieber einen gemässigten Atheisten als einen strenggläubigen Christen, der sonntags zur Kirche geht, in der Bibel liest und über Gott sprechen möchte - zudem will ich auch keinen Esoteriker

w
 
  • #26
@Peter:

Natürlich prägen Ideologien jeglicher Art. Aber sie prägen auch in beide Richtungen! Ich war Mitglied bei den jungen Pionieren, bei den Thälmannpionieren, bei der FDJ und habe eine SEHR ausgeprägte Abneigung gegen jegliche Ideologien, Vereinnahmungen von Kindern (ob bekennender Religionsunterricht oder kommunistische Jugendgruppe ist dabei zweitrangig), Borniertheiten, Kulturlosigkeiten sowie gegen Menschen, die glauben zu wissen, was für andere gut ist (und diese dazu zwingen wollen. Ich kriege schon Schübe, wenn ich in Bekleidungsgeschäften pseudomilitärische Kleidung sehe (z.B. Camouflage-Jacken)

Ich halte gleich Dir die geistige und körperliche Freiheit, eine unabhängige Justiz und Presse sowie die Meinungsfreiheit für das höchste Gut. Ich streite so vehement dafür, weil ich weiß, wie sich deren Abwesenheit anfühlt. Ich bin seit dem Herbst 1989 Mitglied bei Bündnis 90 (damals noch Neues Forum), wenngleich ich mit den Grünen westdeutscher Prägung oft meine Probleme habe.

Desweiteren darf ich Dich noch dezent darauf hinweisen, daß in der DDR nach Angaben meiner Staatsbürgerkundelehrerin kein Kommunismus herrschte, sondern Sozialismus. Der Kommunismus war das Fernziel, der Sozialismus quasi die Übergangsstufe - so lange, bis die Menschen sich alle bösen Eigenarten abgewöhnt haben. :eek:)) Wenn Du willst, schlage ich noch mal in meinen alten Schulbüchern nach. (Ich gehörte zum letzten DDR-Abiturjahrgang 1990)
 
  • #27
Es ist ja bekannt und wohl auch verständlich, dass bei so vielen Menschen in dieser Frage keine Einigung erzielt werden kann. Deshalb habe ich vor vielen, vielen Jahren aufgehört, mich an Diskussionen über Religionen zu beteiligen. Wenn dieses Thema akut wird, sage ich, wie ich darüber denke und dann ziehe ich mich zurück.

Ich bin auch evangelisch getauft, aber vom Elternhaus nicht besonders religiös erzogen worden. Ich bin vor der Konfirmation aus der Kriche ausgetreten. Das war damals schon eine ganz bewusste, gut überlegte Entscheidung.

Für mich persönlich existiert auch die sogenannte christliche Nächstenliebe nicht. Ich brauche kein Christ zu sein, um mich humanitär zu verhalten. Und ich brauche keine Bibel (das erste Märchenbuch der Weltliteratur und als solches sehr unterhaltsam), die mir sagt, wie ich mich verhalten soll.

Ich will, dass man mich in meinem Umfeld mit Kirche und Religion in Ruhe lässt. Ich will nicht missioniert werden (da werde ich wirklich böse!) und ich dränge niemandem meine Einstellungen zur Religion auf.

Für mich ist es selbstvertändlich, dass da jeder seine eigenen Entscheidungen trifft. Ich respektiere aber jedes Menschen Glauben, wie ich auch respektiert werden will. Ich will nur nicht darüber reden.

Deshalb ist für mich die Frage eher, ob ich mit einem missionierenden Partner leben könnte, entscheidend (das wird ja dan auch oft in anderen Bereichen des Lebens versucht!): Die Antwort ist NEIN, könnte ich nicht!

Ich kann mit einem Gläubigen gut leben - wenn er mir meinen Unglauben lässt!

Das gilt für sämtliche abstruse Ideologien, Fanatismus, esoterischen Humbug, Horoskope/Astrologie etc. Die Liste ist lang. Ich war schon immer Realistin und mein Leben hat mich darin bestätigt. Wenn was schief ging, war ich meist selbst die Verursacherin - und, wenn es ganz prima lief, war ich auch immer selbst beteiligt.

Ich bin keinem Gott, welcher Religion auch immer, etwas schuldig - schon gar nicht an diese Fiktion zu glauben. Für mein Leben muss ich deshalb auch die volle Verantwortung alleine übernehmen und mir geht es sehr gut damit!
 
G

Gast

  • #29
Ich wünsche keinen Partner mit irgendwelchen extremen Ideologien, weder starker Religiosität noch missionarischem Atheismus, weder Kommunismus noch Sozialismus oder andere abschreckende Ideologien, bei denen irgend wie nur eine Gehirnhälfte verwendet wird.
nicht schlecht, frederika, wie du hier auch den sozialsimus in diesen zusammenhang bringst. mit extremen und abschreckenden ideologien beim partner gebe ich dir ja recht, aber sozialismus als solche zu bezeichnen? in einigen städten europas würden damit schon über 50 % der potenziellen partner wegfallen...
m/45
 
G

Gast

  • #30
Da ich selber Atheist bin, kann ich mir sehr gut vorstellen, mit einer Atheistin zusammen zu sein. Allerdings brauche ich keine Diskussionen a la "Alle Christen sind doof" oder was auch immer. Ich lebe in Bayern und hier merkt man schon, dass der katholische Glaube bei vielen Leuten noch tief verwurzelt ist. Es gibt viele Kirchen und am Sonntag wird durch das Kirchenläuten darauf aufmerksam gemacht. Und obwohl ich nicht glaube, finde ich es gemütlich, wenn ich an einen schönen Sonntagvormittag unterwegs bin. Das liegt aber daran, dass ich Kirchenläuten und die alten Kirchen mag.

Es ist doch so wie in allen Bereichen: Man hat einen gewissen Prozentsatz an Menschen, die einer Sache fanatisch nachgehen.Dieser Übereifer macht unsexy, sei es ein Atheist, Kathole, Evangele oder Zeuge Jehovas. Wenn ein Mensch anderen versucht, seine Meinung aufzuzwingen - und sei es nur durch Propaganda - dann ist das für mich so wie Körperverletzung. Von daher mag ich solche Menschen grundsätzlich nicht.

Ich habe schon von Kindheit an nichts mit Religion anfangen können und es hat mir nie etwas gegeben. Andererseits respektiere ich, wenn jemand seinen Glauben lebt. Auch einige Freunde von mir tun das und es war nie ein großes Thema. Das Problem sind eher die Leute, die meinen, dies zum ständigen Thema machen zu müssen. Und da wird dann jede Sache schlecht, auch wenn es sich um positive Themen handelt. Das heißt, wenn ich einem bekehrenden Atheisten begegne, der ständig versucht, andere zu manipulieren und seinen Standpunkt als den allein selig machenden anpreist, hätte ich ein Problem und könnte mir auch schwer vorstellen, mit dieser Frau zusammen zu sein.