• #1

Körpersprache: Interesse oder Desinteresse?

Hallo ihr Lieben, folgendes Problem: Auf der Arbeit ist mir ein junger, attraktiver Mann aufgefallen, der wiederholt den Blickkontakt gesucht hat. Mir entgegen kam und freundlich grüßte, nachdem er gesehen hat, dass ich den Flur in seine Richtung hinab laufe. Mehrmals am Tag passiert dies, er sitzt direkt vor Kopf, so dass sich Blickkontakt herstellen lässt. Als wir einmal fast zusammen gestoßen wären, schaute er mich auch ziemlich eindringlich an - in die Augen. Einen Morgen kam ich mit sehr, sehr guter Laune zur Arbeit und mir fiel auf, dass er beim Frisör war. Ich sprach ihn an und gab einfach ein kurzes Kompliment mit Daumen hoch. 2 Tage später kam es wieder zu der "Flur-Situation". Zunächst beschäftigte er sich mit seinem Handy. Dann schaute er mich intensiv, bewusst und mit voller Absicht an und presste dabei die Lippen aufeinander. Ich habe wohl dasselbe getan. Jedenfalls stelle ich mir nun die Frage, was dieser Ausdruck zu bedeuten hatte. Er war nicht unfreundlich, aber es war auch kein breites Lächeln... Wollte er mir damit sein Desinteresse bekunden oder was meint ihr? Diese Situation ist nun ein paar Wochen her. Seitdem grüßt er mich weiterhin jedes Mal, wenn wir uns begegnen. Auch 10mal am Tag.. Manchmal mit einem Lächeln, manchmal beschäftigt er sich direkt wieder mit seiner Arbeit. Dienstlich haben wir nichts miteinander zu tun. Sitzen nur direkt nebeneinander auf dem Flur. Jedenfalls frage ich mich, ob ich unbewusst etwas ausgestrahlt habe und ihm zu nahe kam? Er sich evtl belästigt gefühlt hat und dieser intensive Blick mir genau dies vermitteln sollte. Im ersten Moment dachte ich eher an ein "Hey, was ist los? Warum guckst du so traurig?" niemals hätte ich aufeinander gepresste Lippen als negativ bewertet.. Eher als ein Zeichen von "Ich will was sagen, traue mich aber nicht".. Kennt jemanden diesen Gesichtsausdruck? Ich überlege schon ihn demnächst anzusprechen und mit einem Missverständnis aufzuräumen...
 
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  • #2
Kann sein, dass er sich nicht traut, kann sein, dass er nur aus Spaß ein bisschen flirtet, kann sein, dass du viel mehr in sein Verhalten hineininterpretierst als er. Bevor wir hier alle in die Glaskugel schauen, um die Gedanken des jungen Mannes zu lesen: Was willst du denn? Würdest du ihn gern kennenlernen?
 
  • #3
Ich überlege schon ihn demnächst anzusprechen und mit einem Missverständnis aufzuräumen...
Kein einziger Mann macht sich solche komischen Gedanken, typisch Frau, mit deinem Verhalten steuerst du sein Verhalten, verhalte dich doch ganz normal und ganz entspannt, was willst du da aufräumen, da gibt's nix aufzuräumen, denke daran, am Arbeitsplatz wird nichts begonnen, mit Techtelmechtel etc. es gibt meistens nur große Probleme, zum Teil mit Arbeitsstelle wechseln.
 
  • #4
Ich schaue auch ein bisschen eindringlich, weil ich etwas kurzsichtig bin. Das hat aber nicht weiter zu bedeuten. Wenn du den jungen Mann so nett findest, lade ihn doch mal unter einem Vorwand zum Mittagessen ein oder passe die nächste Betriebsfete ab.
 
  • #5
Wollte er mir damit sein Desinteresse bekunden oder was meint ihr?
Sein Desinteresse? Er nimmt Dich wahr, schaut Dich an. So dass Du es sehen darfst. Er hat Interesse.

Manchmal mit einem Lächeln, manchmal beschäftigt er sich direkt wieder mit seiner Arbeit.
Der Knabe ist wohl zu schüchtern. Taxiert Dich noch.

Jedenfalls frage ich mich, ob ich unbewusst etwas ausgestrahlt habe und ihm zu nahe kam? Er sich evtl belästigt gefühlt hat und dieser intensive Blick mir genau dies vermitteln sollte.
Ist doch egal, ob er meint, dass Du etwas bewusst oder unbewusst ausgestrahlt hast. Er fühlt sich bestimmt nicht belästigt durch Dich, sonst würde er Dich ja nicht ständig anschauen und grüßen. Er hat sich gefruet, dass Du das mit seiner Frisur gesehen hat.Das zeugt von Aufmerksamkeit ihm gegenüber.
 
  • #6
Kann alles mögliche sein, Interesse, Dein-Interesse-Abwehren, Hoffentlich-denkt-sie-jetzt-nichts-Einstellung.

Was ist DEIN Interesse oder Nicht-Interesse dabei?
niemals hätte ich aufeinander gepresste Lippen als negativ bewertet.. Eher als ein Zeichen von "Ich will was sagen, traue mich aber nicht"
Na wenn er gerade in seinem Handy gelesen hat, war vielleicht die Nachricht keine gute, Stress mit der Freundin oder Familie, was unangenehmes.

Du liest zu viel rein, glaube ich. Wenn das bislang alles ist zwischen euch, seh ich noch nicht viel.
 
  • #7
Schnellstens mit einander reden um Klarheit zu schaffen. Körpersprache ist in einem einzelnen Merkmal nicht klar zu deuten.
Wenn etwas "in der Luft" liegt und einer von beiden oder beide in den "Gefühlsmodus" kommen, wird eine Kommunikation immer schwerer, es kommt zur unendlichen Geschichte...ist jedenfalls meine Erfahrung.
 
  • #8
Ich werde alt.

Solche "Flurblick-Geschichten" nehme ich überhaupt nicht wahr.
Ich gehe über den Flur, grüße, mache meinen Kram, ab und zu eine heitere Bemerkung oder die Wink-Geste und fertig.


Du willst was von dem Typen, deshalb klopfst Du jede Geste, jeden Blick, jeden Atemzug ab.
Lass' das doch einfach nach, dann lebst Du viel ruhiger. Wirklich.

W, 49
 
  • #9
Ich hatte auch eine Situation, in der ich rätselte, ob das Zusammenpressen der Lippen positiv oder negativ zu werten ist. Jetzt, mit einigem Abstand: Positiv. Wenn die Augen dabei lächeln. Einer meiner besten Freunde mittlerweile.
 
  • #10
Hör auf, die Lippen zu interpretieren. Rein körpersprachlich ist es Anspannung, ob Nachdenklichkeit oder Unmut oder Stress oder. .. Das ist offen.
Freude ist es nicht. Aber das war eine Situation und ich finde es bizarr, daran etwas aufhängen zu wollen.
Da ist en Lächeln, ein netter Wortwechsel interessanter, hinweisgebender, aber auch nur im Ansatz. Du bist ihm nicht unsympathisch - das ist unstrittig, mehr nicht.

Überlege Dir, was Du willst - das ist relevant. Mit allen Konsequenzen, die es haben kann, gerade am Arbeitsplatz.
Wenn Du dann immer noch ernsthaft Interesse hast, dann schau zu, dass ihr mal etwas länger ganz banal ins Gespräch kommt.
Vielleicht findet sich dann ein Aufhänger für eine Veranstaltung oder sonst etwas, wo Du ihn fragen könntest, ob er mit mag? Oder Du legst ihm quasi die Steilvorlage vor die Füße - auch Männer sind nicht völlig merkbefreit - und Du wartest auf seine Reaktion?
Ergreift er die Gelegenheit, gut, wenn nicht, dann ist es eben kein Interesse.

Aber - rechne auch damit, dass er Dich zwar nett und sympathisch findet, und nicht mehr. Und dann musst Du mit den Korb umgehen und damit, dass er Dir weiterhin begegnet.
 
  • #11
Ähnliche Situationen wie deine sind mir nicht unbekannt.
Du beschreibst, dass er nach deiner Kontaktaufnahme (ich nenne es jetzt mal so) anders geworden ist. Irgendwie befangener. So habe ich das damals für mich auch wahrgenommen.

Versuche, locker zu bleiben. So als ob nichts wäre. Wir wissen - nicht nur aus diesem Forum - dass freundliches Interesse schnell missinterpretiert wird. Wenn ein Mann eher verhalten oder linkisch reagiert, heißt das meist nichts Gutes.

Ich würde mich freuen, wenn du nach einigen Wochen noch mal schreiben würdest, wie es "weitergegangen" ist.
 
  • #12
Hallo Ihr Lieben,

vielen Dank für die netten Worte.
Ich habe - aus anderen Gründen - die Kündigung erhalten und habe dann von zu Hause den Kontakt per Mail gesucht. Ich bekam eine kurze und sehr höfliche Antwort, dass er mir versichert, sich nie von mir belästigt gefühlt zu haben.
Auf eine weitere direkte Nachfrage und die Erklärung dazu, bekam ich leider keine Antwort mehr. Was ich zum jetzigen Zeitpunkt ehrlicherweise verstehen kann.
Mehr als das ich ihm in peinlicher Erinnerung bleibe, kann mir nicht passieren, außer das ich mit meinen Antworten und Erklärungen zu weit gegangen bin. Ich habe ihn gebeten, es einfach zu löschen und im besten Falle mit Humor zu nehmen.
Ich muss nun leider damit leben, nie zu erfahren, was ich da gedeutet und möglicherweise überbewertet habe. Wohl auch aus dem Grunde, dass ich ihn eben doch sehr sympathisch fand, was ich mir, wegen der Arbeit, nicht eingestehen wollte. Nun bin ich raus aus der Behörde und falls da eben doch Interesse war, meine Mail und Handynummer hat er nun Ich gehe aber davon aus, dass ich mich am höchsten Punkt der Peinlichkeit bewegt habe und meine Erklärungen eher noch Angst bereiten, als Interesse. Kurz fassen und nicht ins Detail zu gehen, war noch nie meine Stärke. Gut, ich habe ihm natürlich geschrieben, dass ich nie irgendwelche Absichten hatte, die ich auf der Arbeit hätte forcieren wollen oder das keines der Gerüchte der Wahrheit entspricht. Demnach habe ich ihm wohl eher einen Korb gegeben und das ärgert mich gerade. - wieso sollte er denn jetzt noch Interesse einräumen, wenn ich negativ rede?! Ich sollte mich vorher sortieren und nachdenken, wie meine Worte ankommen können. Ich gehe mich jetzt ärgern. Schönen Abend euch allen hier.
 
  • #13
Ich muss nun leider damit leben, nie zu erfahren, was ich da gedeutet und möglicherweise überbewertet habe.
Echt? Ich finde sein Verhalten eindeutig, also seine Reaktionen auf Deine Nachrichten.

Ich finde - so mit Deinem Eingangspost -, Du hast viel zu viel gemacht und viel zu verkopft.
Statt zu fragen, ob er mal nen Kaffee trinken gehen will,
dass er mir versichert, sich nie von mir belästigt gefühlt zu haben.
fragst Du was in Richtung, ob er sich von Dir belästigt fühlte,
Auf eine weitere direkte Nachfrage und die Erklärung dazu
reitest nochmal drauf rum und kriegst natürlich keine Antwort mehr, weil es nichts zu klären gibt,
Ich habe ihn gebeten, es einfach zu löschen und im besten Falle mit Humor zu nehmen.
sagst ihm auch noch, was er mit Deinen Nachrichten machen soll, als wäre alles bloß Spaß (ich hoffe nicht, dass das noch eine weitere Nachricht war), dann auch noch
Gut, ich habe ihm natürlich geschrieben, dass ich nie irgendwelche Absichten hatte, die ich auf der Arbeit hätte forcieren wollen oder das keines der Gerüchte der Wahrheit entspricht
.
Ja, das heißt übersetzt "ich fand dich toll, aber ich gebe das bestimmt nicht zu, also vergiss das, falls du jemals den Eindruck gehabt haben solltest, aber antworte, wenn du doch Interesse hast".

Du hast das leider total kompliziert gemacht und - wie Du selbst schon festgestellt hast - Dich nie gefragt, wie das ankommt, was Du schreibst (also Dich mal in ihn versetzt und die realen Möglichkeiten betrachtet) und wie Du an Dein Ziel kommen könntest. Dann hättest Du geschrieben, dass Du jetzt woanders arbeiten wirst und ob er mal nen Kaffee mit Dir trinken gehen würde. Dann hätte er vermutlich in netter Weise geschrieben "nein" und die Sache wäre erledigt.

Menschen, die sich dauernd erklären und dabei ihr wahres Ansinnen verschleiern wollen, sind sehr anstrengend, weil sie was wollen, aber auf keinen Fall wollen, dass das gemerkt wird, und wenn es nicht gemerkt wird, noch mal nachlegen, dass es ja so nicht gemeint war, aber das Gegenteil nun auch wieder nicht.
Naja, peinlich war es, aber was soll's. Beim nächsten Mal machst Du es anders. Aufstehen, Gehirn wieder anwerfen und weiterschreiten.

Kurz fassen und nicht ins Detail zu gehen, war noch nie meine Stärke.
Ziel formulieren, Strategien durchdenken mit den jeweiligen Risiken und Folgen und entscheiden. Nicht die eigenen Ziele verschleiern und dann wem was erklären wollen, der das gar nicht hören will.
 
  • #14
und habe dann von zu Hause den Kontakt per Mail gesucht. Ich bekam eine kurze und sehr höfliche Antwort, dass er mir versichert, sich nie von mir belästigt gefühlt zu haben.
Du bist schon längst verknallt in ihn, stimmt's? Manchmal muss man verliebte Frauen vor sich selber schützen, denn sie lassen sich in ihrem Kummer oft zu Taten hinreißen, die ihnen später peinlich sind.

Für die Zukunft möchte ich dringend abraten, solche Briefe zu versenden. Denn - das kann die Sache tatsächlich peinlich machen. Es ist doch gut möglich, dass nur DU ALLEIN dir solche Gedanken gemacht hast, während er über eure kleine Interaktion überhaupt nicht weiter nachgedacht hat. Mit erklärenden Worten - die in deinem Fall nicht nötig gewesen wären, denn du hast ja eigentlich nichts verbrochen - erreichst du möglicherweise nur, dass er sich bestenfalls wundert ("Wie ist die denn drauf?"), schlimmstenfalls zeigt er den Brief seinen Kollegen und die lachen drüber.

Gut, ich habe ihm natürlich geschrieben, dass ich nie irgendwelche Absichten hatte, die ich auf der Arbeit hätte forcieren wollen oder das keines der Gerüchte der Wahrheit entspricht. Demnach habe ich ihm wohl eher einen Korb gegeben und das ärgert mich gerade.
Du hast ihm keinen Korb gegeben. Das hättest du nur, wenn er dir gegenüber sein Interesse bekundet hätte. Das hat er nun ganz offensichtlich nicht getan. Warte nicht darauf, dass er sich noch einmal bei dir meldet. Und entschuldige dich nie mehr dafür, dass du freundlich zu jemanden warst.
 
  • #15
Mehr als das ich ihm in peinlicher Erinnerung bleibe, kann mir nicht passieren, außer das ich mit meinen Antworten und Erklärungen zu weit gegangen bin. Ich habe ihn gebeten, es einfach zu löschen und im besten Falle mit Humor zu nehmen.

Ich gehe aber davon aus, dass ich mich am höchsten Punkt der Peinlichkeit bewegt habe und meine Erklärungen eher noch Angst bereiten, als Interesse. Kurz fassen und nicht ins Detail zu gehen, war noch nie meine Stärke.
So geht es uns Männer ständig.
Man trifft eine Frau, spricht sie an und holt sich einen Korb.
Und hinterher meint man, dass man alles falsch gemacht und sich peinlich verhalten hat.

Hast Du nicht. Du wolltest die Situation geklärt haben und hast wohl einen Korb bekommen.
 
  • #16
Ihr Lieben, ja ich habe mich weiß Gott wie peinlich verhalten und sämtliche Situationen auf mich bezogen. Tatsächlich werden all die Blicke nichts mit mir zu tun gehabt haben - da bin ich mir heute sehr sicher und ja ihr habt Recht, für Freundlichkeit muss ich mich nicht entschuldigen. Am Ende stand ich dermaßen unter Druck und Schock, dass ich mich gar nicht mehr sortieren konnte.
Ob ich längst verknallt bin, nein, dafür kenne ich ihn nicht. Ich habe aber letztendlich zugegeben, ihn sehr sympathisch gefunden zu haben und habe noch die Gerüchte aufgeklärt, die jetzt, wo ich raus bin, mit Sicherheit noch kursieren. Und auch hier habe ich in jedem Geständnis, eine passende abwertende Erklärung gehabt.

Natürlich wird er die Mails seinen Kollegen zeigen. Aber es ist besser, mit dem Gedanken zu leben, eine eindeutige Lachnummer zu sein, als irgendetwas anderes.

Dass ich ihn gefragt habe, ob er sich je belästigt gefühlt hat, kam daher, da meine Kündigung bzw die Nichtverlängerung genau hierauf beruht. Ich sagte ja, dass meine Kollegin mich unter Druck gesetzt hat und sie es war, die mir sagte, ich muss das alles auf mich beziehen.

Ja natürlich hätte ich mich direkt eingangs kurz fassen können, dass ich es sehr schade finde, gehen zu müssen, ihn sympathisch gefunden zu haben und ob er Lust auf einen Kaffee hätte - vor wenigen Tagen bzw Stunden bin ich auf diese Idee aber nicht gekommen, da mir sämtliche Situationen und Gedanken durch den Kopf gingen, was ich falsch gemacht habe und wie es bloß weiter gehen soll. Außer den Blickkontakt zu erwidern und hier mit meiner Kollegin darüber zu sprechen erkenne ich keinen Fehler, der mir so zum Verhängnis werden konnte.

Letztendlich kann ich ja noch besten Gewissens froh drum sein, alles falsch gemacht und die Dinge überbewertet zu haben und wirklich bis ins Detail Erklärungen runter geschrieben zu haben. So ist man nicht ganz so traurig, einen Korb erhalten zu haben und zu wissen, dass er sich nie mehr melden wird, weil es offensichtlich nur ein Wunschgedanke war, in dem ich mich komplett verfangen hatte.
 
  • #17
Im Übrigen habe ich auch noch erklärt, warum ich all die Details wahrnehme und Situationen auf mich bezogen habe. Ich bin Autistin. Das heißt, alles was non-verbal passiert, muss ich extrem lange und detailliert aufschlüsseln, bevor ich zu Einem Ergebnis komme. Da war es natürlich hilfreich, eine Kollegin zu haben, die mir bestätigt, bei ihr sei es nicht so und es müsse was mit mir zu tun haben. Der Druck, der dann ausgeübt wurde, mit dem anschließenden Schock, hat dann sein Übriges getan.

Aus dem Wunschgedanken wache ich nun mit voller Härte auf und das ist gut so. Ich sehe ihn nie wieder, somit ist es auch egal, die größte Lachnummer zu sein. Die Sympathie war nicht auf beiden Seiten vorhanden. So ist es leider viel zu oft im Leben.
 
  • #18
Mach Dich nicht so wild deswegen. Ich glaube, es gibt niemanden, der sich nicht schon mal seltsam benommen hat.
Ich wäre vorsichtig mit Kolleginnen usw.. Vielleicht kannst Du gar nicht richtig abschätzen, wie die drauf sind, und denen dann zu vertrauen, kann Dich auf falsche Fährten bringen. Ich meine jetzt nicht, dass DIESE Kollegin Dir irgendwas einimpfen wollte, aber sich drauf zu verlassen, dass das so stimmt, wie sie sagt, also dass es was mit Dir zu tun haben müsste, wär auch mit Vorsicht zu genießen gewesen.

Egal, es ist sowieso schwierig, irgendwelche Verhaltensweisen von anderen zu deuten, weil man ja immer nur die Oberfläche sieht. Wenn sich einer verstellt oder "falsch" ist, braucht man sowieso erst Erfahrungswerte, um ihn einzuschätzen. Manchmal kann man auch nicht so doof denken, wie die Leute tatsächlich sind.

Vielleicht ist der Mann nett und zeigt Deine Mails nicht rum. Ist doch nicht jeder eine doofe Tratsche. Kann Dir aber auch egal sein. Dann lacht halt mal wer über Dich. Wenn er die Mails rumzeigt, ist das auch ein Zeichen davon, dass das kein sonderlich sympathischer Mensch ist. Worüber einer lacht, sagt ja auch immer was über den Lacher aus.
 
  • #19
Ich habe mich am Sonntag in einer sehr kurzen Mail entschuldigt und ihm einfach nochmal gedankt. Er war der Einzige, der sich die Zeit genommen hatte, mir eine Rückmeldung zu geben, obwohl wir uns nur vom Sehen kannten. Das bleibt mir positiv in Erinnerung und auch wenn ich mir wünschen würde, dass er sich nochmal meldet, muss ich wohl leider akzeptieren, dass da nichts war...
 
  • #20
Warum schreibst du diesem Mann wieder eine E-Mail und entschuldigst sich? Für was? Für ein paar Blicke auf dem Flur?
Er hat dir einen Korb gegeben, hätte schon Hundert mal dich ansprechen können, ob auf der Arbeit oder später, nachdem du ihn privat kontaktiert hast...er wollte das einfach nicht. Wäre ich an seiner Stelle, würde ich mich mitlerweile von dir einfach nur belästigt fühlen, Autismus hin oder her. Und ob er tatsächlich eine Freundin/Ehefrau hat, das spielt doch keine Rolle. Er darf "nein" sagen und das tut er. Ich hoffe, du bist in Behandlung, denn der Zwang, jede Situation detaliert in die kleinste atomare Teilchen zu zerlegen und daraus wildeste Interpretationen zu erschaffen, kostet enorme Energie und bringt nichts außer Erschöpfung. Für dich und deine Umwelt...
 
  • #22
Ja, jetzt bin ich wieder in der Lage, klar zu denken.
Entschuldigt für die Mails.
Blicke auf dem Flur - keine Ahnung von wem die ausgingen. Für mich wäre es wichtig gewesen, zu erfahren, wie ich nach außen hin gewirkt habe.
 
  • #23
Ja, jetzt bin ich wieder in der Lage, klar zu denken.
Entschuldigt für die Mails.
Blicke auf dem Flur - keine Ahnung von wem die ausgingen. Für mich wäre es wichtig gewesen, zu erfahren, wie ich nach außen hin gewirkt habe.
Liebe Saga,

Ganz unabhängig von Deiner Schwierigjeit Gefühle zu deuten.
Wir führen uns alle gefühlt (!) mal peinlich auf - das ist unser Urteil.
Außen ist es kaum registriert worden.

Du hast geflirtet, die meisten empfinden es als Kompliment.
Und jetzt hat Du eine ganz sachliche Mail geschrieben - also alles gut.
Mach da bitte für Dich nicht ein Drama draußen, das ist Dein Kopfkino.

Zensiere Dich nicht zu sehr, Du kannst vielleicht mal generell das Thema Außenwirkung üben?
Ich bin nicht in dem Thema drin, aber da für es doch sicher Möglichkeiten, ggf. fachlich?
 
  • #24
Na, ich hoffe ja nicht, dass ich geflirtet habe. Ich habe mich wie ein kleines Kind aufgeführt, anstatt erstmal Abstand zu gewinnen und dann los zu legen. Immerhin war ich noch sehr geschockt, die Arbeitsstelle verloren zu haben...
Mittlerweile ist es mir nicht mehr peinlich, sondern unangenehm. Ich musste erfahren, dass meine Kollegen mich ganz anders wahrnehmen, als ich mich selbst und dies - egal wie ruhig ich mich verhalte - als sehr negativ gewertet wurde. Das verletzt mich natürlich sehr, da ich mir unheimliche Mühe gegeben habe und ich möchte nur einmal die Chance haben, im Nachhinein einen schlechten Eindruck zu bereinigen. Das klingt vielleicht merkwürdig. Andere Menschen sagen sich "soll man denken, was sie wollen, ich weiß es besser" - aber mir fällt es wahnsinnig schwer...
 
  • #25
ich möchte nur einmal die Chance haben, im Nachhinein einen schlechten Eindruck zu bereinigen.
Einen "schlechten" Eindruck (war es denn wirklich so schlimm?) möchte man vor allem bei Menschen wieder wettmachen, die einem etwas bedeutet haben. Vor denen man gut dastehen möchte. Ich weiß, wie blöd man sich fühlt, wenn man gern gefallen hätte und dann alles ganz anders kam.

Deswegen wohl auch deine Briefe und Erklärungsversuche. Da kommt man dann schon mal drauf. Aber damit kannst du leider nichts rückgängig machen. Schon gar nicht, wenn es sich bei den Leuten möglicherweise um unsensible Klötze handelt.

Versuche, die Leute zu vergessen. Du musst sie ja nun nicht mehr sehen.
 
  • #26
Naja, ich denke schon, dass man sich bei 5 Mails und der heutigen Anfrage, ob man doch die Möglichkeit hat, sich auf einen kurzen Kaffee zu treffen, sich ordentlich ein Grab geschaufelt hat - aus Angst/Überforderung/whatever... Und ja, dieser Mensch, hatte eine sehr positive Wirkung auf mich. Nicht im Sinne von verliebt sein..
Mit viel Glück muss ich die Leute und insbesondere ihn nie wieder sehen, ohne einen schlechten Eindruck wieder gut gemacht zu haben.. Aber leider passiert es mir häufiger, dass ich die Menschen auf der Straße wieder treffe und was erhalte ich: ein Augen rollen und die Flucht in eine andere Richtung... Dabei wäre ich persönlich nur grüßend vorbei gelaufen. Das macht mir die Sache noch unangenehmer.
 
  • #27
Naja, ich denke schon, dass man sich bei 5 Mails und der heutigen Anfrage, ob man doch die Möglichkeit hat, sich auf einen kurzen Kaffee zu treffen, ...
Bitte liebe Saga, lass gut sein. Er hat Dir schon nicht mehr auf Deine 2. E-Mail geantwortet, wo Du ihm ausführl. schon alles geschildert hast, um alles für Dich im richtigen Licht darzustellen, aber auch dass Du im Grunde nichts von ihm wolltest, warum jetzt die Frage nach einem Treffen zu Zweit auf einen Kaffee?
Wenn Du wissen willst, woran es lag, dass Dein Vertrag nicht verlängert wurde, dann fordere über das Personalbüro ein qualifiziertes Arbeitszeugnis, den Spaß kannst Du machen. Dann setze Dich hin und entschlüssel die kryptische, doch stereotype Wortwahl mit Google oder einem Handbuch für Personalsachbearbeitung (gibt es im Handel) und sehe daraus wie dein Arbeitgeber deine Arbeitsleistung, Teamfähigkeit und Verhalten eingeschätzt hat. Ich würde aber davon absehen, weiterhin über diesen ehem. AK die Gründe eruieren zu wollen oder das er irgendetwas bei deiner damaligen Arbeitsstelle richtig stellt, das bringt ihm & Dir nichts.
Du musst lernen, die Menschen in ihrem Schubladendenken zu belassen. Wenn ein Mensch irrt, liegt es an ihm, ob er selbst den Wunsch hat, nochmals seine gefasste Meinung über jemanden zu revidieren. Du denkst, es würde Dich weiter bringen, wenn du Eigen-, mit Fremdwahrnehumg abgleichen könntest. Die wenigsten sind dabei ehrlich, weil es kein schönes Gefühl ist, jemand die Wahrheit zu sagen, die sehr verletzend sein kann, gerade wenn man um den Umstand weiß, der Gegenüber findet einen toll, so wie man ist und man selbst zählt nur die Schwächen auf. Du bist in Ordnung so wie Du bist und ich würde mich nicht an Einzelne anpassen wollen, wie diese mich gerne hätten.
Ein paar Basics sollte man dennoch beherrschen, so das Grüßen, verbindl. Auftreten, keine Vertraulichkeiten über and. Arbeitskollegen, die man toll findet und kein Handy während der Arbeit, solange man nicht die PZ überstanden hat oder einen unbefrist. AV, und darüberhinaus. Man kann auch Arbeitskollegen begehrenswert finden, doch nie soweit, dass es die Arbeit beeinträchtigt oder gar zur Gerüchteküche in der Firma wird. Du kannst nicht Everybodys Darling sein und wirst die Gründe nicht immer dafür erfahren. Denn der Arbeitgeber stellt hauptsächl. nach fachl. Qualifikation und Gehaltsforderung ein und nicht nach harmon. Miteinander. Das kommt später in dem er deine Team- & Arbeitsqualität bewertet. Da würde ich nichts darauf ankommen lassen, mich angreifbar zu machen, und dass mich eine AK irgendwie beeinflusst, dass ich irgendwelche Blicke & Gesten von Arbeitskollegen auf mich beziehen solle. Wenn das so ist und wäre, die Arbeitskollegen können sprechen und mich persönlich ansprechen, wenn sie Probleme mit meinem Verhalten haben, oder ich, wenn ich etwas von ihnen wissen will, immer direkt vis-á-vis, allein unter 4-Augen und nicht über Dritte.
 
  • #28
Liebe FS, ich fühle mit dir und es ist kein schönes Gefühl erstens so verunsichert zu sein und dann auch noch gekündigt zu werden. Ich gehe davon aus, dass der gute Herr wusste, dass du eine Kündigung bekommst. Deshalb hatte er so komisch reagiert. Vielleicht wurde er sogar von einem andern gefragt, informiert, was auch immer.
Warum du aber jetzt wieder mit ihm Kaffee trinken möchtest, verstehe ich nicht ganz und auf dem Flur sich bei der Arbeit zu begrüßen, ist doch vollkommen normal. Grüßten andere Ex-Kollegen nicht, als sie dich auf dem Flur begegneten?