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Gast

  • #1

Kommunikation in einer Beziehung

Ich würde gerne mal eure Meinung hören zum Thema Kommunikation zwischen Mann und Frau in einer Beziehung.

Wir wohnen nicht zusammen und sehen uns, wie es halt zeitlich geht, normalerweise min. ein bis 3 mal die Woche, meist bin ich dann bei ihr zu Besuch. Dazwischen telefonieren und simsen wir, am Anfang der Beziehung viel und jetzt, wie ich finde, zu wenig. Mir ist klar, dass im Stress des Alltags nicht immer Zeit ist. Ich wünsche mir allerdings, mindestens 1-2 mal täglich zu telefonieren, vielleicht einmal tagsüber und nochmal abends kurz zum gute Nacht sagen. Das gibt mir das Gefühl, trotz Entfernung dennoch mit ihr zusammen zu sein.

Sie sieht das anders und findet das völlig ok, mal 2 Tage nicht zu telefonieren. Auch bekomme ich oft keine Antwort auf eine SMS. Also nicht falsch verstehen, es geht nicht darum, daß ich auf jede Kurznachricht eine Antwort oder für jeden entgangenen Anruf bei ihr einen Rückruf erwarte. Wenn ich aber fast keine Antworten und selten Rückrufe bekomme, ist es halt einfach komisch. Wer Sehnsucht hat, schafft es doch immer irgendwie. Manchmal telefonieren wir auch und sie ist sehr kurz angebunden.

Dazu sei erwähnt, daß es sehr schön ist, wenn wir uns sehen. Es liegt, da bin ich mir recht sicher, nicht am grundsätzlichen Interesse ihrerseits, ich frage mich eher, ob Sie, aufgrund Zeitmangels (Job und drei Kinder) überhaupt beziehungsfähig ist. Ein anderer Mann ist auszuschließen.

ich denke viel an sie, bin mir da umgekehrt nicht so sicher. Inzwischen neige ich aber vermehrt zu Gleichgültigkeit und melde mich dann eben auch nicht. Meist kommt dann nach zwei Tagen von ihr ein Anruf, ob ich nicht mehr mit ihr rede etc...

Ich entscheide nichts vor Weihnachten, in ruhigeren Zeiten war es schon auch besser. (m, 34)
 
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Gast

  • #2
Hallo lieber Threadöffner,
ich kann deine Sorgen gut verstehen und dass du dich nach mehr Zuwendung von deiner Freundin sehnst. Es ist natürlich nicht schön, wie es gerade läuft. Und währe es nicht gut dem Ganzen was positives abzugewinnen? Deinen aktuellen Freiraum zu genießen? Versuche das ganze nicht so eng zu sehen, verkrampfe nicht und starre sehnsüchtig auf den Handy, sondern geh' raus unternehme etwas mit Kumpels, mache Sport, gehe deinen Hobbies nach. Freiräume in einer Beziehung schaden nicht. Im Gegenteil, wenn man jemanden einengt, schlägt man ihn eher in die flucht. Vllt. geht es ja deiner Freundin unterbewusst so. Ich würde dir raten mal nach dem Motto "willst du was gelten, mach' dich selten" zu fungieren. Das schadet auch mal nicht in einer Beziehung, wenn sie eingefahren ist und man macht sich für den Partner wieder interessanter. Und die seltene Zeit, die ihr dann verbringt, könntet ihr exklusiver gestallten ;-). "Ala" Qualität statt Quantität.
Also, Kopf hoch.
(w, 25J)
 
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Gast

  • #3
Es gibt verschiedene Einstellungen dazu.
ich wäre froh gewesen so einen Partner an der Seite gehabt zu haben, welcer tickt wie Du. Es ist nicht verwerflich so zu denken und zu fühlen. Nur mache Dir bewußt wenn Du so ein harmoniebedürftiger Mann bist für den es wichtig ist zu telefonieren, Stimme zu hören etc., dann wird Dich das Verhalten irgendwann um den Verstand bringen. Ich bin ähnlich unterwegs und ich habe sowas knapp 3 Jahre mit gemacht weil ich Ihn liebte. Ich bin daran zerbrochen.Kommunikation, wenn es auch blos eine sms ist , ist wichtig meines Erachtens.
Jeder Mann der mir auch heute noch erzählen möchte das "mal eine Woche ohne tel. kein Beinbruch ist", ist durch. Und jetzt hagelt es Kritik ohne Ende, aber keine Sorge ich schätze meine Freizeit und kann diese auch gehaltvoll gestalten. Einen geliebten Menschen tgl zu hören oder zu lesen wenn auch kurz, gibt ein gutes Gefühl.
w42, Mutter 2er Kinder und beruflich selbst und ständig
 
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Gast

  • #4
Angebluch von Sokrates ist ein schlauer Spruch:
"Es ist leichter, jemanden zu lieben, den man nicht erreichen kann, als jemanden, dem man nicht entkommt!"
Ich habe bei deinen Erzählungen so ein bisschen das Gefühl, dass Du sie mit all Deiner Nähe erdrückst!?
Ich finde nicht, dass man täglich 2mal telefonieren muss, wenn man zusammen ist.
Hast Du denn kein Leben und keine Interessen außerhalb Deiner Freundin?
Viele Männer würden Gott auf Knien danken, wenn ihre Freundin ihr Ding machen würde und nicht jede freie Minute mit ihnen verbringen wollte.
Die meisten Männer haben ja ein hohes Freiheitsbedürfnis, wollen auch noch Freunde treffen und zum Sport usw.
Melde Dich doch einfach mal 2 Tage nicht. Damit sie auch mal die Chance hat, Dich zu vermissen. Wenn Du ihr immer zuvor kommst, entsteht ja gar kein Sehnsuchtsgefühl mehr bei ihr!?
Ich kann deine Bedürfnisse durchaus verstehen, aber natürlich hat sie Zeit für eine Beziehung - ihr seht Euch ja 3 Mal die Woche!!
Aber lass ihr diese Freiheit und ein wenig Luft zum Atmen. Mach ihr keine Vorwürfe. Und gib ihr die Chance, dich auch mal vermissen zu dürfen - dann kommt sie ganz von alleine wieder!

w,40
 
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  • #5
Hallo FS,

Du schreibst leider nicht dazu, wie lange Ihr Euch schon kennt, diese Beziehung existiert. Das ist nicht unwichtig! Weit entfernt wohnt Ihr voneinander?

Grundsätzlich stimme ich Dir zu, so intensiv, wie Du Dir Kommunikation vorstellst, würde ich (w) es auch wollen und für nötig erachten.

Welche Zukunftsvorstellungen habt Ihr für Eure Beziehung - bezüglich mehr Zweisamkeit/Zusammenziehen?
Was ich damit meine: es gibt für alles eine Zeit, eine Fernbeziehung auf Zeit, Ende absehbar, ist für mich ok; wenn aber alles vor sich hinplätschert und eine Änderung nicht angesprochen bzw. in Sicht ist, kann sich das Ganze im Sande verlaufen.

Auf jeden Fall solltet Ihr beim nächsten Treffen über Euer jeweiliges Bedürfnis nach Kommunikation sprechen. Es scheint unterschiedlich - und so wie es derzeit läuft, schadet es der Beziehung.
Ich würde da nicht nach diesem komischen Sprichtwort 'willst Du was gelten, mach Dich selten' vorgehen, solche Spielchen gefährden jede Beziehung, sondern klar kommunizieren.
Evtl. ist es ja auch an der Zeit, über konkrete Zukunftsvorstellungen zu sprechen?
 
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  • #6
Lieber FS,

du wirst hier die unterschiedlichsten Antworten bekommen.
Jede bzw. jeder hat ihre bzw. seine eigenen Vorstellungen von Beziehung.

Meine deckt sich mit deiner.
Ich habe genug eigenes Leben, dennoch will ich dem anderen nahe sein, wenn ich ihn liebe. Geht dies persönlich nicht, dann wenigstens telefonisch. Ich will dem anderen ja von meinem Tag erzählen, will ihm eine gute Nacht wünschen.

So wie du es erlebst, kenne ich es auch. Am Anfang gab es unzählige Mails, sms, Anrufe. Mit der Zeit ließ es drastisch nach. Wir verloren uns dadurch. Es ist meiner Meinung nach wichtig, ausreichend zu kommunzieren.

Das Nähe- und Distanzbedürfnis sollte ähnlich sein, damit eine Beziehung gut funktioniert.

w/47
 
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  • #7
Es erstaunt mich (w46), so etwas von einem Mann zu hören - ist irgendwie ein Trost für mich.

Bei mir / uns ist es genau andersherum: ER braucht keine Kommunikation, mich macht ein Mangel an Kommunikation völlig fertig. Wir führen seit einem Jahr eine Fernbeziehung (anderer Kontinent), und ich habe schon mehrmals versucht, ihm zu erklären, wie wichtig (besonders unter diesen erschwerten Umständen) ein Mindestmaß an Gesprächen für mich ist.
Mittlerweile war ich an einem Punkt, an dem ich mir eingestehen mußte, dass meine Gefühle sich verändert haben - die innere Nähe und Verbundenheit schwindet. Ich habe kein WIR-Gefühl mehr, sondern fühle mich wieder wie ein Single und war drauf und dran, alles zu beenden. Nachdem ich nun wochenlang per SMS "zwischen den Zeilen" gesprochen habe, rang ich mich diesmal aus reiner Verzweiflung zu sehr klaren Worten durch.
Es kam heraus, dass er meine Zwischentöne und Not überhaupt nicht wahrgenommen hatte. Erst die klare Ansage, dass wir uns auf diese Weise verlieren werden, hat ihn wachgerüttelt, und wir haben nun regelmäßige "Telefoniertage" verabredet.

Fazit: für mich ist mangelnde Kommunikation eindeutig ein Liebeskiller, ich komme dagegen auch mit der Ratio nicht an. Ohne Gespräch verkümmere ich, wie eine Blume ohne Wasser.
 
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Gast

  • #8
Lieber FS,

du wirst hier die unterschiedlichsten Antworten bekommen.
Jede bzw. jeder hat ihre bzw. seine eigenen Vorstellungen von Beziehung.

Meine deckt sich mit deiner.
Ich habe genug eigenes Leben, dennoch will ich dem anderen nahe sein, wenn ich ihn liebe. Geht dies persönlich nicht, dann wenigstens telefonisch. Ich will dem anderen ja von meinem Tag erzählen, will ihm eine gute Nacht wünschen.

So wie du es erlebst, kenne ich es auch. Am Anfang gab es unzählige Mails, sms, Anrufe. Mit der Zeit ließ es drastisch nach. Wir verloren uns dadurch. Es ist meiner Meinung nach wichtig, ausreichend zu kommunzieren.

Das Nähe- und Distanzbedürfnis sollte ähnlich sein, damit eine Beziehung gut funktioniert.

w/47

Hier der Eröffner, danke für eure Antworten!

In den hier zitierten Zeilen finde ich mich recht gut wieder. Den anderen am täglichen Leben teilhaben lassen, wenigstens am Telefon, das bedeutet mir viel.

Die von euch genannten Argumente kenne ich, klar. Wir kleben bestimmt nicht aneinander, ich hatte geschrieben, 1-3 mal die Woche sehen wir uns, dieser Tage ist es weniger, es geht nicht anders. Ich denke, es gibt in diesem Punkt verschiedene Typen, was ja an den Antworten deutlich wird.

Mir geht es um das gefühlte Zusammensein, ich finde, da wirkt eine kurze SMS Wunder. Sie scheint oft so gestresst, daß sie alles, was dann in diesem Moment nicht "hier und jetzt" ist, als unwichtig erachtet. Aber das genau wäre das Signal, zu sagen, "ich habe zwar Stress, aber für ein paar Worte reicht es trotzdem, ich hab dich lieb..."

Vielleicht denkt ihr, ich habe Verlustangst, dabei ist es eher Sie, die sagt, sie plant nicht in die Zukunft, sie wurde zu oft Enttäuscht. Ich habe manchmal dass Gefühl, daß sie, aufgrund dieser schlechten Erfahrungen lieber von vornherein nicht zuviel investiert. Aber genau das ist doch dann der Grund, daß es schiefgeht. Und am Ende heißt es dann "Siehst du, habe ich doch gleich gewusst". Ein Kreislauf.

Übertrieben gesagt, ist es für mich ist manchmal eher eine Affäre, wenn wir uns sehen ist es schön, dazwischen fehlt was.

ganz klar auch: lieber alleine glücklich (ich komme klar), als in ner Beziehung, aber nur so lala..
 
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  • #9
Einen geliebten Menschen tgl zu hören oder zu lesen wenn auch kurz, gibt ein gutes Gefühl.
w42
Mir ging es ähnlich, wir skypten jeden Abend, aber er unterhielt sich lieber mit mir, ob ich schon mal eine Torte gebacken hätte und für mich andere unwichtige und oberflächige Dinge. Über uns und z.B. Dinge aus seiner Kindheit oder meiner Kindheit usw. haben wir uns z.B. nicht unterhalten. Er stellte auch sehr selten Fragen, wo ich merken konnte, was ihn wirklich interessiert. So schlief alles ein, wurde für mich zu anstrengend und ich habe die Gespräche immer mehr verkürzt, weil selbst das Fernsehprogramm interessanter wurde.

w 49
 
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  • #10
Wer Sehnsucht hat, schafft es doch immer irgendwie. Manchmal telefonieren wir auch und sie ist sehr kurz angebunden.

Ich mir recht sicher, nicht am grundsätzlichen Interesse ihrerseits, ich frage mich eher, ob Sie, aufgrund Zeitmangels (Job und drei Kinder) überhaupt beziehungsfähig ist. Ein anderer Mann ist auszuschließen.

Ich entscheide nichts vor Weihnachten, in ruhigeren Zeiten war es schon auch besser. (m, 34)
Oh, wenn eine Frau, ich gehe davon aus, dass sie jünger als du bist, 3 Kinder hat, dann hat sie früh damit angefangen. Also das erstmal dazu. Logisch ist, dass eine Single-Mutter mit 3 Kinder, sie werden auch noch relativ jung sein, viel um die Ohren hat. Damit hat sie wenige geistige Kapazität, oft an dich zu denken.

Es ist fraglich, ob so eine Frau überhaupt ausreichend Bedingungen hat, eine gute Beziehung für Beide aufbauen zu können. Ich bin seit langem Single-Mutter von nur einem Kind, was fast volljährig ist, aber trotzdem war es immer nicht einfach, gut Zeit für den Mann freizuschaufeln. Allerdings hatte ich fast immer Männer, die von sich aus sich zu wenig gemeldet haben. Du scheinst eine Ausnahme zu sein.

Ich empfehle dir, sprich mit ihr, erkläre dich genau, stelle Fragen, weshalb sie so reagiert und du musst ihr klipp und klar sagen, was für dich wichtig ist und was nicht. Also klare Ansagen, aber liebevoll verpackt machen.

Bist du vom Typ her ein passiver Mann?

w 49
 
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  • #11
ich stecke auch in so einer beziehung. er hat weniger das beduerfnis sich zu hoeren. er meldet sich ab und zu ausschließlich per sms. wir haben sowieso eine fernbeziehung. aber gerade da ist es wichtig, sich zwischendurch regelmaessig zu hoeren. er schreibt ab und zu belanglose sms, anrufen sind selten und schon gar nicht regelmaessig. ich habe versucht zwischen den Zeilen zu vermitteln, dass ich ihn gerne oefter hoeren wuerde. aber entweder kapiert er es nicht oder will es nicht.
ich finde das auch sehr merkwuerdig. weil in der zeit, in der wir uns nicht sehen koennen, ist er mir dann sehr fern. wie will man den anderen so kennenlernen? sein leben ist mir fremd und meines scheint ihn wohl auch nicht besonders zu interessieren. ich komme mir bloed dabei vor ihn anzurufen weil von ihm aus ja auch nichts kommt in der richtung. ich finde, so lebt man eher eine affaere als eine beziehung. aber wenn er das beduerfnis nicht hat, will ich es ihm auch nicht aufzwangen. vielleicht wird unsere beziehung daran zerbrechen, denn ich merke, dass ich so nicht gluecklich bin und immer weniger das gefuehl habe in einer beziehung zu sein.
wenn man den anderen nicht vermisst, ihn nicht wenigstens taeglich hoeren moechte, ob per sms oder telefonisch, das finde ich schon merkwuerdig. und beim nächsten treffen ist man sich dann auf einmal wieder ganz nah? ist das nicht sehr ambivalent? zumal er dann totale naehe moechte auf einmal. ich verstehe das nicht. ich erlebe das auch das erste mal so.
es ist befremdlich das gefuehl zu haben nicht einfach mal eben anrufen zu koennen weil man nicht weiß, ob es ueberhaupt erwuenscht ist. weil man vielleicht stoert und nicht weiß, was er so macht. er erzaehlt auch nicht, was er in der zeit macht, wenn wir uns nicht sehen, insbesondere am wochenende. ist das "normal" in einer echten beziehung, dass man so wenig vom anderen weiß und hoert?