• #1

Komplimente an Männer

Wir haben hier gerade zwei Threads, in denen jungen Männern erklärt wird, wie man Frauen Komplimente macht.
Und wie man sich ihnen grundsätzlich angemessen nähert.
Frauen, die man gern hat und mit denen man eine Beziehung will.

Dass man sie berühren soll, aber nur obenrum.
Dass man ihnen oft ins Gesicht sehen soll, aber nicht mit geilem Blick.
Nicht über Sex und die Figur der Frau reden.
Viel über ihre inneren Werte reden und ihr dafür Bewunderung zollen.

Nun man umgekehrt:
Welche Art von Komplimenten und überhaupt Annäherung findet ihr gut.
Was überzeugt euch, weckt euer Interesse ?
Auch hier würde mich vor allem interessieren, was euch wichtig ist, wenn ihr eine Frau für eine feste Beziehung sucht.

Mir ist schon klar, dass eine Frau, die ihr total unattraktiv und sonstwie indiskutabel findet alles richtig machen kann und es wird trotzdem nichts und dass eine Frau, die euch schon auf hundert Metern Entfernung umhaut, machen kann, was sie will und euer Interesse trotzdem hat aber reden wir von den Frauen dazwischen, uns normalen, mittleren.

Wir sind hier anonym und da seid ihr sicher ehrlich. Ich würde das gerne lernen.

w 48
 
  • #2
Bei den "unscheinbaren" Frauen gefällt es mir am Besten, wenn sie mal einen lässigen Spruch machen oder sich mal bewusst augenzwinkernd in ein Fettnäpfchen setzen. Komplimente wirken auf mich abschreckend: "oh, du bist ja so humorvoll"
 
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W

wahlmünchner

  • #3
Ach liebe Frei... So viele Männer hab ich das gefragt...und war so enttäuscht von den Antworten
- sie muss das gewisse etwas haben
- sie sollte attraktiv sein, aber natürlich
- sie soll fröhlich sein, aber authentisch
- sie soll interessant sein
Tatsächlich ist das doch bei jedem Mann was anderes.
Am besten ist du lachst über seine Witze und zeigst ihm das du wirklich an ihm interessiert bist als Mensch. Wenn einer seelisch gesund ist, verträgt er auch ehrliche Komplimente.
Solltest du ihm dann gefallen und er wirklich ( und nicht nur theoretisch ) eine Beziehung wollen, wird das auch was mit der Flirtphase..
Ansonsten ist beim Flirten mit Männern ebenso anziehend:
Lächeln, sanfte kurze Berührungen am Arm oder Schulter .. Weiblichkeit präsentieren ( Haare streichen, offene Körperhaltung .), Interesse zeigen.
Wenn ein Mann nicht total desorientiert ist, versucht er für eine feste Beziehung auszuloten ob die Interessen, Ziele und Art zu leben zueinanderpassen...und ob er Spaß mit der Frau haben kann, im Alltag und in der Erotik.
 
  • #4
Ich mache meinen Partnern eigentlich immer Komplimente, aber nicht, weil man das eben so macht, sondern wenn es die Situation eben hergibt, außerdem ist Liebe ein Geben und Nehmen, wieso sollte die Frau immer die ganzen Komplimente schmarotzen und nichts zurückgeben. Das sorgt doch gegenseitig für eine gute Stimmung in der Partnerschaft.

Es gibt-ebenso wie bei Frauen-ganz unterschiedliche Dinge, die ich da so sage. Zum Beispiel, wie gut er dieses oder jedes kann (mein Partner kann zum Beispiel super kochen, auch putzen kann er wesentlich besser als ich), oder wie schön ich ihn finde. Meist konzentriere ich mich dabei auf einen Bereich seines Körpers, der mir gerade ins Auge fällt, zum Beispiel sein herzzerreißendes Lachen und die super Lippen,
oder seine tollen breiten Schultern oder sowas eben. Auch besonders tolle Eigebschaften stelle ich gerne heraus, wenn ich den Eindruck habe, dass sie nicht selbstverständlich sind. Beispielsweise, dass er sehr zuverlässig ist und nie jemanden im Stich lassen würde. Das hören Männer nicht allzu häufig, habe ich den Eindruck, das merkt man daran, wie ungewohnt das für sie ist anfangs. Nach einigen Wochen hat das bislang noch jeder Mann genossen, der mit mir zu tun hatte. Wichtig denke ich, ist, dass das was man dem Mann sagt, auch ehrlich ist, und dass das nicht wie ein Programm rüberkommt. Das rüberzubringen hat auch nicht jede drauf. Man muss immer authentisch bleiben. Ich habe auch den Eindruck, dass es vielen Menschen peinlich ist, Komplimente zu machen und meiner Meinung nach ist das keine Geschlechterfrage. Man muss es einfach mal machen, da bricht einem kein Zacken aus der Krone und das Lächeln des anderen ist doch sehr wertvoll.
 
  • #5
Ach ich weiß nicht. Direkte Komplimente müssen nicht sein. Wenn sie hier und da erwähnt, dass ich heute wieder unverschämt gut aussehe, reicht schon völlig. Grins. Nein im Ernst. Das ist mir nicht Wichtig. Wenn sie mich Wahr nimmt. Ich in Ihren Blicken erkenne ( sie schaut dann sehr verliebt) was ich Ihr bedeute. Sie mich so sein lässt wie ich bin. Mich nicht versucht zu ändern, ebensowenig wie ich sie. Wenn sie mich nicht wie ein Hippie aus dem Haus gehen lässt, weil ich mal wieder versucht habe mich selbst anzukleiden. Viele kleine Dinge. Wenn ich mal wieder ins Fettnäpfchen trete und sie sich über mich Schlapp lacht und ich spüre das es Ihr mit mir gut geht. Das ist für mich das größte Kompliment. Ich brauche diese Honigschmiererei nicht Wirklich. Frauen hingegen mögen das an und ab schon und es ist auch völlig in Ordnung. Ich selbst mache ab und an direkte Komplimente. Aber auch nicht aus Höflichkeit, sondern weil mir gerade danach ist.
m45
 
  • #6
Oh je... ich finde das bei Männern ein GANZ heikles Thema!! Bei Frauen zwar auch, aber bei weitem nicht in dem Ausmaß!!!

Und zwar aus folgenden Gründen (MEINE Erfahrungen):

1.) Wie die Komplimentenverteilerin aussieht/wirkt
Ich entspreche dem allgem. Schönheitsideal "Frau" in der Szene, in der ich mich größtenteils bewege (Biker, Tattoo, Gothic): 1,72m groß, 54kg, rot gefärbtes langes Haar, Tattoos, Piercings. Ich stehe fest im berufsleben, bin nicht schüchtern und positioniere mich klar (wirkt auf manche einschüchternd, in diesen Szenen aber deutlich beliebter bei Männern als in den üblichen Mainstream-Bereichen).

2.) Fast keine Männer kennen den platonischen Grund von Komplimenten (oder wollen ihn nicht sehen)
Außer bei meinem wirklich allerbesten Kumpel habe ich noch KEINEN EINZIGEN Mann getroffen, der auf ein Kompliment normal reagiert! Egal ob im RL oder online! Ausnahmslos JEDER sprang SOFORT darauf an und sah dies als meinen Versuch, mit ihm eine Beziehung, Affäre oder sonstiges anzufangen. Einige hielten mich nach einem Kompliment wie selbstverständlich verliebt in sie und waren ernsthaft über beide Ohren in mich verschossen, schwärmten bei ihren Kumpels von mir etc.!!! Das hatte nichts mit Überheblichkeit dieser Männer zu tun. Einige waren sehr schüchtern und ich habe das sehr viel später von ihnen erfahren, dass sie meine Komplimente als so etwas verstanden haben. Da fast Frau sich doch echt an den Kopf, oder??

3.) Komplimente und Freundschaft - geht das mit Männern?
Ja, es geht. Allerdings SEHR vorsichtig und behutsam. Man mussecht aufpassen wie man etwas formuliert, damit sie nicht 1000% in ihrer Interprätation daneben liegen! Von wegen, Männer nehmen Worte genauso, wie sie gesagt werden... offenbar nur dann, wenn es IHNEN gerade genauso irgendetwas nützt. ;)

4.) Was für Folgen trage ich seitdem fast immer?
Nunja, ich versuche trotzdem, anderen Bewunderung etc. zu verdeutlichen. Aber erst, wenn ich sie näher kenne und wohl dosiert (alles andere finde ich aber generell sehr schnell schleimerisch).
Das Traurige ist: Selbst wenn man als halbwegs attraktive (oder viell. auch unattraktive) Frau einfach normal freundlich zu Männern ist, z.B. lächelt (diese Fehlinterprätation hatten wir hier schon oft in einigen Threads, in denen Männer fragten, warum die lächelnde Frau sich nicht auf sie stürzt...), überschlagen sich ihre gedsnklichen Theorien über Zuneigung.
 
  • #7
Nachtrag, da Zeichenbegrenzung:

Also bleibt mir nichts übrig, als jedem Mann mit Distanz und einer wirklich klaren Position und von Anfang an ehrlichen (teilw. eben auch harten) Worten zu begegnen. Natürlich wirke ich dann etwas arrogant, teilw. abgehoben oder kühl. Aber was hab ich für eine Wahl?? Richtig, Regen oder Traufe. Da mir ersteres mittlerweile echt zu anstrengend und kompliziert ist, habe ich mich für Letzteres entschieden. Wer sich dann traut, mich näher kennenzulernen, ist meist überrascht, wie anders ich doch sein kann. Dann erkläre ich es demjenigen auch.

Fakt ist: Männer nehmen und meinen Worte NICHT so, wie sie gesagt werden. Außer es nützt IHNEN etwas (sorry, wenn ich damit Weltbilder zerstöre).

5.) Woher kommt das?
Ich sammel gerne Theorien, aber ich bin davon überzeugt, dass fast kein Mann ein gesundes Ego besitzt und teilw. extrem einsam ist (da dann kein Egopushing erfolgt, ist das für Männer viell. oft noch viel schlimmer als für Frauen... daher auch der höhere Warmwechselanteil bei Männern??). Die Hoffnung, das Bedürfnis, das ungestillte Verlangen, die kleinste Möglichkeit, dass da doch was sein könnte... all das veranlasst sie dazu, dass Kopfkino nicht mehr ausschalten zu können. Um eben nicht so zu wirken, wird das Klischee fleißig aufrechterhalten, dass sie ja Worte so nehmen wie sie gesagt werden. Pustekuchen! Ich fibde, Frauen und Männer sind sich gar nicht so unähnlich! Aber nach außen hin wird eben manches nicht gezeigt. ;)

Also - Komplimente wohl überlegt, dosiert und erst nach näherem Kennenlernen. Leider! Würde es gerne auch schon eher machen, wenn die Folgen nicht so kompliziert wären.

w., 29
 
  • #8
Fakt ist: Männer nehmen und meinen Worte NICHT so, wie sie gesagt werden. Außer es nützt IHNEN etwas (sorry, wenn ich damit Weltbilder zerstöre).
Das Weltbild braucht nicht zerstört zu werden. Wir Männer reden untereinander meistens "unverschlüsselt", und interpetrieren nur wenig, was der andere Mann tatsächlich sonst noch gerade so denken oder fühlen könnte .
Du variierst in beiden Posts immer nur das eine Thema:
Männer verstehen einfach Deine normale Freundlichkeit und Zuwendung (ggf. Komplimente) immer wieder falsch (als Aufforderung) . Und ja, dass muss auch so sein !
Das hat ja auch einen einfachen Grund:
Frauen meinen oft nicht dass, was ihrer wörtlichen Ausdruck entsprechen würde. Aber weil das so ist, müssen wir Männer nun also stets versuchen, aus Gesicht und Ausdruck (ggf. aus dem Zusammenhang der Situation oder was gerade passiert ist ...) ihre Message interpretieren, so gut das eben gerade geht.
Übrigens glaube ich, dass die mangelnde Fähig bzw. Erfahrung diesbezüglich eine ganz wesentlicher Schlüssel für den Erfolg bei Frauen ist und dass die ganzen Männer hier die glauben , sie wären "zu nett" (s. Nachbarthread) und deshalb erfolglos einfach nur genau diese Fähigkeiten (und Erfahrungen) aber auch die Einsicht, dass es eben so ist, fehlt.

Bei Frauen hat das schnell ganz viel mit Glücksspiel zu tun vor allem wenn man die Frau noch nicht kennt
Und wie Rosenblatt ja schon ganz richtig bemerkt hat, liegen wir oft falsch bzw. wir suchen uns gerade nur diejenigen Anzeichen heraus, die uns gerade gut passen (also eine Anmache heraus interpretieren).

Rosenblatt ist auch nicht die Einzige die das bemerkt bzw. bemängelt. Viele Foristinnen hier beklagen sich wiederkehrend darüber dass manche oder alle Männer so unempathisch sind, was aber in der konkreten Situation tatsächlichlich nichts anderes als die Kehrseite derselben Medaille ist.
Es ist nun auch einfach so, das Du als Mann fast nie irgendwelche Komplimente bekommst (ggf. mal von anderen Männern); deswegen interpertieren wir natürlich gleich ganz viel hinein, wenn sowas von einer Frau kommt, das ist doch völlig klar.
Und genau so ist das Thraedthema ja auch gemeint, oder ?
 
A

Arcturus

  • #9
Nun man umgekehrt:
Welche Art von Komplimenten und überhaupt Annäherung findet ihr gut.
Was überzeugt euch, weckt euer Interesse ?
Auch hier würde mich vor allem interessieren, was euch wichtig ist, wenn ihr eine Frau für eine feste Beziehung sucht.
w 48
Liebe frei,

wir Männer unterscheiden uns da nicht so von Frauen.
Wenn Du die Aufmerksamkeit eines Mannes erregen willst, der Dich (noch) nicht anhimmelt, dann:

-echte (!) Aufmerksamkeit im Gespräch auch wenn es keine Frauenthemen sind (Frauen erwarten das umgekehrt genauso), das ist schon ein Kompliment
-ernst gemeinte Komplimente bezüglich männlicher Eigenschaften (also nicht: "Du bist so einfühlsam und verständnisvoll" das erweckt beim Mann den Eindruck in die Freundschafts- und Kummmerkastenschiene eingearbeitet zu werden)
-Spiegeln (wenn Du es wegen der herrschenden Sympathie schon nicht unbewußt machst) verbal und in Gestik/Mimik
-leichte Berührungen an den Außenseiten der Arme/Hände, oberer Rücken (als Zeichen des körperlichen Angezogen-Seins/Attraktion)
-übliche Flirtsignale wie z.B. beim Lachen leicht Zähne zeigen, die Haare nach hinten werfen/streichen und den Hals seitlich öffnen, Augenkontakt aber nicht zu aggressiv, Haare zurückstreichen und und und.

Hier merkt man schon, daß das übliche Abschneiden der langen Haare bei Frauen verbunden mit einem Kurzhaarschnitt nach Trennungen ("ich ändere mich total") absolut kontraproduktiv in Bezug auf Attraktion für Männer ist. Merke: Die Zwanziger des letzten Jahrhunderts sind vorbei. Plötzliche und vom Gesicht vielleicht noch unpassende Kurzhaarfrisur bei jungen Frauen (für mich bis Ende 40) sind offene Zeichen von:
-ich will nicht gesehen werden
-ich bin eine toughe Feministin, die keine Männer braucht und deswegen wie ein Mann aussehen will
-ich bin grad in Trennung und werde Dich mit meinem Trennungsschmerz zulabern
-ich brauch eh keine Männer mehr und wenn ich doch mal einen kennenlerne, wird er schon meine männliche Seite kennenlernen.

Der letzte Abschnitt ist meine persönliche Erfahrung und daher nicht direkt übertragbar.

m47

PS: die Moderation ist hier ganz schön Frauenlastig. Nur so meine Meinung. Was auch dazu führt, daß bestimmte unanagenehme Fraueneigenschaften hier unter den Tisch gekehrt werden.
 
  • #10
Hi frei,

ich brauche keine Komplimente. Nehme sie aber an. Meine Stärken und Schwächen kenne ich sehr genau. Diese müssen weder hervorgehoben, verstärkt noch verharmlost werden und ich kann mir sehr gut selbst Komplimente machen.

Als erstes ist für mich eine Frau, und nicht nur sie, "richtig", wenn mir die Sprache ihrer Augen gefällt. Das heißt aber nicht das mein Blick, vielleicht, auch andere Äußerlichkeiten, hoffentlich wohlwollend, erfasst hat. Ansonsten sind mir sehr wichtig Nähe, Gemeinsamkeiten, Seinlassen und viel Alltagstauglichkeit, beiderseits und gegenseitig.
Mehr braucht es, für mich, nicht.

PS: Das heißt wiederum nicht, dass ich nicht die positive Wirkung von offenen, ehrlichen und regelmässigen Komplimenten bei Frauen (gerne) realisiere.
 
  • #11
Ich habe auch den Eindruck, dass es vielen Menschen peinlich ist, Komplimente zu machen und meiner Meinung nach ist das keine Geschlechterfrage. Man muss es einfach mal machen, da bricht einem kein Zacken aus der Krone und das Lächeln des anderen ist doch sehr wertvoll.
ja, ist es. Sehe ich auch so. Ich habe den Eindruck, noch mehr Menschen haben aber Probleme damit, ernstgemeinte Komplimente wirklich anzunehmen. Ich tue mich zuweilen auch schwer damit. Das liegt manchmal daran, dass mir bestimmte Sachen leicht fallen und ich es dann als irgednwie "ungerechtfertigt" ansehe, mich dafür zu loben. Obwohl es ja damit wenig zu tun haben sollte - wichtig ist ja, ob es dem Lobenden damit gut geht, ich ihm vielleicht helfen oder das Leben etwas erleichtern oder bereichern konnte. Insofern ist es vielleicht oft gar nicht die Frage, ob fraun das Kompliment an ihnrichtig formuliert hat, sondern ob er sowas grundsätzlich nehmen kann. Da dürfte dann meistens gelten, steter Tropfen.... Sow ie @Rosenblatt es auch beschrieben hat. m/44
 
  • #12
Welche Art von Komplimenten und überhaupt Annäherung findet ihr gut.
Gar keine. Ich fühle mich bei Komplimenten, welcher Art auch immer, ausgesprochen unwohl und peinlich. Sie entsprechen nicht meinem Selbstbild und ich kann sie daher nicht glauben. Mir ist es außerdem sehr unangenehm, soviel positive Aufmerksamkeit zu bekommen und plötzlich so im Mittelpunkt zu stehen und aufzufallen.

Daher schrecken mich Frauen mit Komplimenten ab. Ich möchte das nicht, und da die Gefahr besteht, dass die Frau das öfter macht, gehe ich lieber auf Distanz.

Ich selbst verteile dagegen gern welche, allerdings nur ehrlich gemeinte, keine "taktischen".

Welche Art von Annäherung? Das weiß ich nicht, an mich hat sie nie eine Frau von sich aus angenähert. Aber wahrscheinlich würde mir einfaches Interesse angenehm sein, einfach meine Gegenwart suchen.

Die "Grundanforderungen" sind eine relativ kurze Liste: Sie sollte mir äußerlich gefallen. Sie sollte vom Intellekt her eine gewisse "Spritzigkeit", etwas "Sprühendes" haben, denn nichts ist öder als geistig dumpfe Zeitgenossen. Sie muss die Anspielungen, Andeutungen und Witze verstehen, die ich mache, und umgekehrt welche machen, die ich verstehe, die ich anregend finde. Sie sollte weiblich sein und sich weiblich geben, aber nicht so, dass es einschüchternd wirkt (also keine High Heels, keine kurzen Röcke, kein Makeup oder ähnliches, dann traue ich micht nicht 'ran.)

Auch hier würde mich vor allem interessieren, was euch wichtig ist, wenn ihr eine Frau für eine feste Beziehung sucht.
Das ist schwer zu sagen, dazu müsste man ein Mann sein, der in der Position ist, Auswahl zu haben. Ich hatte nie den Luxus, eine Frau für eine Beziehung zu suchen, sondern musste mich darauf beschränken, überhaupt eine Frau zu finden.
 
  • #13
Dieses Thema ist sehr interessant und auch ich habe mich damit schon öfters beschäftigt.
Ersteinmal zugegebenermaßen aus egoistischen Gründen...Weil es mir fehlte, mal welche zu bekommen oder Anerkennung.
Hilfreich war es hier, männliche Freunde zu haben und das Thema frei besprechen zu können.
Gerade Männer sind in ihrer Kindheit wenig gelobt worden, von Komplimenten ganz zu schweigen. Sie haben gelernt, sich das selbst über Leistung zu holen!
Wenn etwas repariert wird und später dann funktioniert, haben sie ihren Stolz selbst erarbeitet.
Sie können Dinge auch positiver definieren!
Während ich zb als AZ oft denke nichts 100% gut zu machen...nur 30 Std arbeiten und nicht vollzeit Mama. Würde ein Mann sagen, ich bin Alleinernährer mit einem 14 Std Job.

Somit habe ich festgestellt, dass Blicke und Gesten viele Männer eher als Kompliment wahrnehmen, als Worte!
Wenn zb der Humor stimmt und man als Frau wirklich lacht und er das auch in ihrem Gesicht und in ihren Augen sieht.
Ich habe zb jemanden kennengelernt, der überrascht, weil man ihn verkennen kann...
In seiner Wohnung waren Bilder die er gemalt hat und tolle Lampen.
Ich war baff, sagte nur wow und schaute mir alles genau an. Fragte wie er das oder das gemacht hat. Mein Interesse, Blick und Gesicht hat wohl alles gezeigt.
Er strahlte wie ein Primelpötchen.
Da ich Kunst studiert habe und auch selbst male, hätte ich wohl auch viele Worte des Lobes finden können. Aber nicht mit dem Erfolg
 
  • #14
Naja, jeder Mensch freut sich doch über Anerkennung und Bestätigung. Und Komplimente, wenn sie denn gut und passend sind, gelten als gesellschaftlicher Kitt, als Schmiermittel schlechthin.

Komplimentemachen will gelernt sein. Die Gratwanderung zum Schleimen ist knapp. Daher würde ich mir überlegen, was es wirklich an Lobenswertes an einer Person gibt. Und genau dieses würde ich versuchen, in ein Kompliment zu packen.

Da wir den Adressaten Deiner Komplimente nicht kennen, können wir daher keine wirklich gute Einschätzung abgeben können, was genau für ein Kompliment passend ist.

Komisch finde ich es immer dann, wenn ich für Dinge gelobt werde, die der Absender gar nicht wissen kann oder die schlichtweg nicht zutreffen, da befürchte ich nämlich auch Manipulation als unlauteren Beweggrund.
 
  • #15
Danke schön schon mal für die Antworten ( bis jetzt 13 ).

Ich denke, ich liege da schon ganz richtig, wie ich es bislang mache.
Weniger ist mehr.
Interessant ist, dass das, was empfohlen wird, sich so ziemlich mit dem deckt, was ich hier den jungen Männern empfohlen habe.
( außer, dass sie ihre Haare schnicken sollen ;-). Das gehört übrigens zu den Signalen, die ich nie sende, weil mir das so mädchen- / weibchenmäßig erscheint. Paßt nicht zu mir. Ich kichere auch nicht und ich schraube auch nicht die Stimmlage nach oben ).

Nach meiner Erfahrung sind Männer übrigens außerordentlich empfänglich für Komplimente, wenn die sich auf etwas beziehen, das die Männer gut annehmen können, z.B. wenn sie super im Beruf sind.
Daher schrecken mich Frauen mit Komplimenten ab. Ich möchte das nicht, und da die Gefahr besteht, dass die Frau das öfter macht, gehe ich lieber auf Distanz.
Ja, du hast schon öfter geschrieben, dass sich die Frauen nicht für dich interessieren und das tut mir sehr leid.
Ich weiß nicht, was du von Beruf bist. Sagen wir, du bist habilitierter Chemiker und leitest ein Institut. Du bist ein brillanter Geist und entwickelst einen Stoff, der der Menschheit wirklichen Nutzen bringt. Nun, du hättest sicher kein Problem, wenn ich dich dafür bewundern würde.

....ernstgemeinte Komplimente wirklich anzunehmen. Ich tue mich zuweilen auch schwer damit. Das liegt manchmal daran, dass mir bestimmte Sachen leicht fallen und ich es dann als irgednwie "ungerechtfertigt" ansehe, mich dafür zu loben.
Das verstehe ich, du willst nicht für Selbstverständlichkeiten gelobt werden. Geht mir auch so.
Ich sage dann schon mal 'Blödsinn, das ist doch mein Beruf'.

w 48
 
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  • #16
Welche Art von Komplimenten und überhaupt Annäherung findet ihr gut.
Was überzeugt euch, weckt euer Interesse ?
Auch hier würde mich vor allem interessieren, was euch wichtig ist, wenn ihr eine Frau für eine feste Beziehung sucht.
Schwierige Frage... verbale Komplimente würden mich denke ich eher irritieren und ich würde sie keinesfalls erwarten.

Was eine größere Rolle spielt ist eher das Verhalten. Ich registriere, ob sie mich anschaut, ob sie mich wiedersehen will und ob sie sich für mich interessiert (durch Fragen stellen und das Gespräch suchen). Das Gefühl, das sie mir damit gibt ist: "Ich könnte sie haben...". Damit schafft sie es, dass ich zumindest einmal über sie nachdenke und mir überlege, ob ich sie will.

Im nächsten Schritt würde ich überlegen, ob ich sie möchte (und wofür) und versuchen, sie abzuchecken: Um ihr näherzukommen - zumindest als Affäre - muss sie mir ausreichend gefallen, gut riechen, nicht als "Flittchen" rüberkommen und Single sein. Für eine echte Beziehung muss sie zusätzlich ernsthaft Interesse an mir zeigen, ähnliche Beziehungsvorstellungen und Lebensziele haben und keine mich störenden Macken haben (Raucherin, Trinkerin, Handyspionin, Quasseltante, laute/peinliche Frau, zu promisk).

So etwa läuft das ab. Zu beachten ist, dass das "Interesse zeigen" wichtiger ist, als ihr Aussehen, denn über modelhaft schöne aber desinteressierte Frauen denke ich i.A. gar nicht erst nach.
 
  • #17
Das verstehe ich, du willst nicht für Selbstverständlichkeiten gelobt werden. Geht mir auch so.Ich sage dann schon mal 'Blödsinn, das ist doch mein Beruf'.
Aber wirkt das nicht für den Komplimentegeber so, als wenn wir sein Urteilsvermögen indirekt infrage stellen bzw. weisen wir ihn/sie damit nicht auch zurück? Ist nicht seine Perspektive die entscheidende, wenn er ein Kompliment verteilt - und nicht die des Empfängers?
Ich fühle mich bei Komplimenten, welcher Art auch immer, ausgesprochen unwohl und peinlich. Sie entsprechen nicht meinem Selbstbild und ich kann sie daher nicht glauben. ...
Daher schrecken mich Frauen mit Komplimenten ab. Ich möchte das nicht, ...Ich selbst verteile dagegen gern welche, allerdings nur ehrlich gemeinte, keine "taktischen".
Du mutest also anderen etwas zu, das du selber hasst, wie die Pest? ;-)

Auf Dauer will niemand ständig was 'schuldig' sein in einer Beziehung. Wenn du der Frau immer wieder (ernstgemeinte) Komplimente machst und ihr aber keine Gelegenheit lässt, sich zu revanchier - ernstgemeint!, nicht aus Verpflichtung oder Taktik - dann treibst du sie ja früher oder später weg von dir?! Dir ist schon klar, dass du viele potentiell sehr an dir interessierte Frauen abschreckst mit deiner Art, dich emotional völlig zuzumachen?!
 
  • #18
Ich würde Frauen generell davon abraten, Männern Komplimente zu machen, dafür fehlt ihnen das Grundverständnis der männlichen Denkweise.

Sie brauchen keine, sie erwarten keine, sind selbige nicht gewohnt und daher irritiert, ob das Komplimentchen nicht irgendwie ironisch gemeint sein könnte.

Ausserdem wissen wir, wie unehrlich wir teilweise die kleinen Manipulationshilfen verteilen, wenn wir etwas bei Frau erreichen wollen. Deswegen untersuchen und hinterfragen Männer dann misstrauisch, was damit bezweckt werden soll.

Gilt nicht innerhalb einer Beziehung, aber auch selbst da.....
 
  • #19
Da wir den Adressaten Deiner Komplimente nicht kennen, können wir daher keine wirklich gute Einschätzung abgeben können, was genau für ein Kompliment passend ist.
Niemanden bestimmten.
Es eine allgemeine Frage ohne konkreten Anlaß.

Ich baggere derzeit keine Männer an, weil ich einen allerliebsten Freund habe.
Den lobe ich übrigens oft und gern, weil er wirklich sehr viel kann. Und sogar ab und zu für sein Äußeres ( ich rufe von weitem 'hey, was kommt denn da für ein heißer Typ?' oder ich drücke ihn fest, komme nicht um seine Schultern mit den Armen rum und sage, 'boah, bist du ein Brocken' (er weiß, dass ich darauf sehr stark stehe)
Und vor allem für sein Wesen (er kümmert sich gerade um seine Mutter, die im Krankenhaus liegt und auch um den hilflosen Vater zuhause. Kocht ihm jeden Tag und so und ich sage 'mann, die haben so ein Glück mit dir' )
Das alles kommt bei ihm gut an, er freut sich dann sehr, ich merke das ganz eindeutig, wenn er auch abwiegelt.

Ich muß nicht heucheln, ich meine das alles pott-ernst.

Zwei Arten dieser beiden Komplimente-Sorten würde ich auch einem Kollegen oder auch einem Mann, an dem ich Interesse habe, machen.
Naaa, welches der drei nicht?
Das mit den Äußerlichkeiten, klar, oder?

w 48
 
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  • #20
Aber wirkt das nicht für den Komplimentegeber so, als wenn wir sein Urteilsvermögen indirekt infrage stellen bzw. weisen wir ihn/sie damit nicht auch zurück?
Wow, guter Gedanke!
(Ich mache dir ein Kompliment, merkst du das?)

Du hast recht, darüber habe ich nie nachgedacht.
Es ist wie ein Geschenk, zu dem man sagt, es sei nicht nötig gewesen und man wolle doch gar keine Geschenke.
Man stößt den Schenkenden vor den Kopf.
Ich habe das schon mit etwa 20 gelernt, denn davor habe ich genauso auf Geschenke reagiert, bis mir mal jemand sagte, wie doof das für den Schenkenden ist.

Und ich erkenne gerade die Analogie.
Gut, ich werde also künftig mehr darauf achten zu differenzieren.
Weiterhin möchte ich nicht für wirkliche Kleinigkeiten gelobt werden, aber ab und zu gelingt mir wirklich etwas besonderes und dann sollte ich das Lob auch annehmen.
Ich habe kürzlich meinem Chef mal den Kragen gerettet. Ja, er hätte wirklich Ärger bekommen.
Er hat sich dafür sehr deutlich bedankt und mich für mein selbständiges und erfolgreiches Intervenieren gelobt.
Ich war sehr verlegen und sagte, ich möchte sowas nicht hören und dann sagte ich noch 'net gemeckert ist genug gelobt'.

Das war wohl wirklich doof von mir...

Hilfe, Lob, Komplimente, Geschenke anzunehmen fällt mir sehr schwer, da muß ich weiter dran arbeiten.

Helfen, loben, Komplimente und Geschenke zu machen fällt mir sehr leicht.

w 48
 
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  • #21
D-RAN hat ganz recht. Im Grunde ist es ein Rattenschwanz, oder Teufelskreislauf.

Frau 1 macht ahnungslos bzw. ohne Hintergedanken ein Kompliment -> Mann intepretiert Liebe/Geilheit o.ä.. -> Mann springt drauf an und erwartet mehr/zeigt Zuneigung/Liebe/Geilheit -> Frau 1 weicht (irritiert/entsetzt) zurück -> Mann wird abgelehnt -> Frau 1 macht keine Komplimente mehr -> Mann bekommt keine Komplimente mehr
-> Frau 2 macht ahnungslos bzw. ohne Hintergedanken ein Kompliment -> Mann bekommt keine Komplimente und intepretiert Liebe/Geilheit o.ä., da er sonst keine Komplimente bekommt -> Mann springt drauf an und erwartet mehr/zeigt Zuneigung/Liebe/Geilheit -> Frau 2 weicht (irritiert/entsetzt) zurück -> Mann wird abgelehnt .... und so weiter. :D
 
  • #22
Ich registriere, ob sie mich anschaut, ob sie mich wiedersehen will und ob sie sich für mich interessiert (durch Fragen stellen und das Gespräch suchen). Das Gefühl, das sie mir damit gibt ist: "Ich könnte sie haben...". Damit schafft sie es, dass ich zumindest einmal über sie nachdenke
Das kann ich mir gut vorstellen, dass viele Männer so denken, dass man Frauen, die interessierte Fragen stellen oder nett den Mann anlächeln, "haben kann" (wenn Mann denn will).

Da muss ich ganz ehrlich sagen, habe ich ein Problem mit. Denn Frauen lächeln ja sehr oft andere Menschen - Männer wie Frauen - an, z. B beim Grüßen. Mir jedenfalls ist das irgendwie anerzogen worden.
Und ich habe es tatsächlich zweimal - vor längerer Zeit - erlebt, dass Männer, die ich freundlich anlächelte (Ehrenwort: Ich hatte keine besonderen Absichten damit) abweisend reagierten. Einer fragte sogar direkt: Was ist? Da kam ich mir vor wie ein begossener Pudel....

Insofern ist es schade, wenn ein freundlich gemeinter Blick solche Reaktionen beim anderen Geschlecht hervorruft.

Komplimente an Männer - kenne ich mich weniger mit aus. Aber ich sage sehr oft "Bitte" und "Danke". Was auf jeden Fall auch als Anerkennung zu verstehen sein sollte.
 
  • #23
Ich habe für mich gelernt, dass Komplimente annehmen etwas mit meinem Selbstwert zu tun hat.

Je selbstverständlicher ich mit mir selbst umgehe, desto leichter kann ich ein Kompliment annehmen.
Ohne zu hinterfragen, einfach als eine nette Geste. Und darauf ganz einfach danke sagen. Auch ohne weitere Gedanken.
Wenn ich aber selbst an mir zweifle, mich in Frage stelle, dann gibt es mit Komplimenten Schwierigkeiten, dann kann ich sie nicht glauben, akzeptieren, dann zweifle ich an den Motiven.

Inzwischen habe ich mir selbst einen entspannten Umgang damit angewöhnt. Ich gebe gerne welche, suche auch Gelegenheiten, es muss aber stimmig sein. Fehlinterpretationen habe ich bis jetzt nicht erlebt, eigentlich durchweg positive Resonanz. Das Annehmen ist immer noch ein Lern- und Übungsprozess.

Meckern, kritisieren tun wir mit einer immens größeren Selbstverständlichkeit, dabei tut wohl jedem eine nette Geste, Anerkennung gut. (Da gibt es hier im Süden den dazugehörigen Spruch aus unserer Kindheit - nix gesagt ist gelobt genug).

Ein Kompliment ist für mich ein Signal an den anderen - ich nehme Dich wahr, schätze Dich, ein Lächeln. Macht mir als Geberin den Tag schöner genauso wenn ich eines bekomme.
 
  • #24
Welche Art von Komplimenten und überhaupt Annäherung findet ihr gut.
Wenn sie ehrlich und ohne Hintergedanken sind, aber dazu fehlt mir leider das Vertrauen. Einem alten Dackel bringt man keine neuen Tricks bei. Das zählt auch für das "alte" Dackelweibchen.:)

Oft habe ich in der Vergangenheit festgestellt, dass dies immer nur mit einem Hintergedanken verbunden war und dies in verschiedenen Bereichen.

Arbeit:
Assistentin lobt mich und gleichzeitig will sie nur, dass ich die Korrespondenz mit Frankreich übernehme. Das wäre ja kein größeres Problem für mich. Schließlich habe ich ja in Frankreich schon gelebt und gearbeitet. Also nur wieder ein Hintergedanke!


Privat:
Im Stammkaffeehaus gibt die Chefin ein Kompliment und ich gebe das in die Kategorie "Schmäh". Meistens ist auch so.


Unbekannte:
Nehmen wir einmal an, dass ich die FS am Samstag im Bauhaus treffe und da werde ich gleich skeptisch. Was will Sie von mir und was soll ich für Sie tun. Das sind alles Erfahrungswerte meinerseits. Die FS ist vielleicht nicht so, aber da haben ihre Geschlechtsgenossinnen schon negative Vorarbeit geleistet.


Eventuell sind ja die jüngeren Männer nicht so skeptisch oder haben dies noch nicht erlebt. Ein Mann Ü20 glaubt vielleicht dies noch, aber mit Ü50 sieht man dies ganz anders. Hier wurde der Mann einfach in der Vergangenheit mit diesen Komplimenten ausgenutzt und was das Schlimme ist, sogar mit der Zustimmung seinerseits.:)
 
  • #25
Aber wirkt das nicht für den Komplimentegeber so, als wenn wir sein Urteilsvermögen indirekt infrage stellen bzw. weisen wir ihn/sie damit nicht auch zurück? Ist nicht seine Perspektive die entscheidende, wenn er ein Kompliment verteilt - und nicht die des Empfängers?
Genau das.
Im Buch "Per Anhalter durch die Galaxis" wird jemand, ich denke, Arthur Dent, der "doofe" Mensch, mal von einem anderen gelobt, ich meine, Zaphod Beeblebrox war's. Und Dent antwortet "ach, das war doch nichts". Zaphod sagt "na gut". Dent sagt "ähm..." Zaphod sagt "schon gut, vergessen wir's". Also sooo unangenehm sind Komplimente vielleicht doch nicht, wenn man wieder allein ist und drüber nachdenkt.

Ich finde allerdings trotzdem wichtig, WORIN man das Kompliment bekommt. Wenn es um die Arbeit geht, kann das heikel werden, weil durch ein Kompliment bei Selbstverständlichkeiten auch ausgesagt wird, dass man vom Empfänger diese Leistung gar nicht erwartet hätte, womit der Komplimentmacher seine Vorurteile offenbart und sein Denken über die Person.

Vielleicht muss man unterscheiden zwischen Lob und Kompliment. Lob kann sehr herablassend sein und jemanden degradieren. Ein echtes Kompliment hat ja mit Begeisterung zu tun.

Falls jemand mein Kompliment abtut und das nicht aus Verlegenheit, so könnte es bei mir den Eindruck erwecken, dass er seine vorgefertigte Meinung von sich hat, sich für meine nicht interessiert und mich vielleicht auch noch für doof hält, weil er lebt nach dem Motto "ich würde nie einem Club beitreten, der mich als Mitglied akzeptiert".
Wenn Männer mit Selbstwertproblemen zu tun haben, könnten sie genauso reagieren.
Allgemein würde ich sagen, Menschen ohne Selbstwert wollen auch keine Komplimente, sondern so schlecht behandelt werden, wie sie sich finden. Wenn jemand sie toll findet, wird er uninteressant für sie, weil - siehe Groucho Marx mit seinem Club.
 
  • #26
Ich beschränke mich auf das Szenario, dass man sich vom Sehen her kennt, als Bekannte, platonische Freunde oder Kollegen und kenne hierzu zwei Arten von Komplimenten/Annäherungen:
1. Eher äußerlich motiviert: Kleidungsstil oder Leistung. Finde ich nett und motiviert mich, auch mehr zurück zu geben sowohl an die Person als auch an die Menschheit insgesamt.
2. Etwas tiefgründiger als Kompliment an meinen Humor bzw. Intellekt: Wenn mir jemand "näher" kommt (kann z.B. auch per Mail sein) und einen witzigen, kreativen Schlagabtausch startet. Kann auch zu einem banalen Thema sein. Aber halt leicht herausfordernd und neckig und manchmal flirtig. Ein Ping Pong Spiel. Das ist etwas, womit auch eine durchschnittlich aussehende Frau Interesse wecken kann.

Ich persönlich würde daraus allerdings zunächst kein näher gehendes Interesse ableiten, außer jemand macht so etwas wiederholt in kürzeren Abständen.

Insgesamt finde ich die Flirtkultur bei uns nicht sehr ausgeprägt. In anderen Ländern ist das angeblich anders. Und ja, es ist wohl so, dass die meisten Männer nicht das Problem haben, sich unerwünschte Verehrerinnen vom Hals halten zu müssen und Komplimente freizügiger verteilen können. Und das tradierte Rollenbild scheint mir noch sehr tief zu sitzen: Frau tut alles dafür, Männer an zu locken, Mann "baggert wie blöde".
Ich bin dafür, dass sich alle mehr Komplimente machen.Vielleicht gewöhnen sich die Männer dann ja auch daran und vermuten nicht mehr hinter jedem Kompliment sexuelles Interesse.
 
  • #27
Also, ich habe die Erfahrung gemacht, dass Männer ausserordentlich empfänglich für Komplimente sind (sie bekommen nämlich zu wenig).
Ich kann den Männerantworten nicht wirklich glauben, entweder täuschen sie sich in sich selbst oder sie können sich unter Kompliment nur etwas Dümmliches, Aufgesetztes oder Unpassendes vorstellen. Richtige Komplimente (und es dürfen ruhig viele sein) kommen an- auch wenn sie an der Oberfläche zunächst abgewehrt oder heruntergespielt werden- hab ich wirklich noch nie anders erlebt.
Gilt für Frauen genauso (einzige von mir erlebte Ausnahme, eine 24jährige mit sehr schwachem Selbstwertgefühl. die hatte damit tatsächlich Probleme).
 
  • #28
Hach - Männer sind so eitel, das ist schon süß durchschaubar... und sie freuen sich wie kleine Kinder über ein Kompliment und... noch süßer... fragen dann später nochmal nach... "Hast Du das echt so gemeint, als du sagtest...." und wollen es nochmal hören...

Aber Komplimente müssen einfach von Herzen kommen und ehrlich gemeint sein und auch zur Situation passen. Aber wieso sollen sich Männer nicht genauso freuen?
In der Regel macht man doch nur dann Komplimente, wenn man schon im Flirtmodus ist und der setzt erst ein, wenn man merkt, wenn man sein Gegenüber toll/sexy/interessant findet (und das auf Gegenseitigkeit beruht).
Ich finde, ein Kompliment muss einfach ehrlich uns spontan sein - sozusagen ein lauter Gedanke, den man aussprechen MUSS ohne, dass man erwartet, dass das Gegenüber antwortet.
Ich sag oft, was mir an einem Mann gefällt - ich sags und meine es so und er freut sich dann. Punkt.

Komplimente, die zu irgendeinem ZWECK ausgesprochen werden, sind keine. Das ist peinlich und bedürftig.
Ein ehrliches Kompliment ist selbstbewusst und straight, es muss aber zur Situation passen.
Ich finde, das ergibt sich von ganz alleine - bei mir zumindest.
 
  • #29
Ich weiß nicht ob ich es als "Kompliment machen" einordnen würde, denn ich sage diese Dinge nicht um meinem Mann zu schmeicheln, sondern weil ich es genau so meine.
Aber er bekommt schon des Öfteren von mir zu hören, dass er: wunderbar ist, goldene Hände hat, mein Held ist, der beste Mann auf der Welt sowieso, einen herrlichen Humor hat, mein Traummann ist, einen knackigen Hintern hat oder einfach: wow!
Es gibt tausend Dinge, die ich an ihm mag und das zeige und sage ich ihm auch.

Bei anderen Männern fällt es mir ebenfalls nicht schwer meine Beeindruckung von Leistungen zu äußern, aber ähnlich wie bei frei, fallen Komplimente über optische Merkmale völlig weg.
Mit Flirtmodus hat das dann bei mir allerdings nichts zu tun.
 
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  • #30
Hach - Männer sind so eitel, das ist schon süß durchschaubar... und sie freuen sich wie kleine Kinder über ein Kompliment und... noch süßer... fragen dann später nochmal nach... "Hast Du das echt so gemeint, als du sagtest...." und wollen es nochmal hören...
Allgemein würde ich sagen, Menschen ohne Selbstwert wollen auch keine Komplimente, sondern so schlecht behandelt werden, wie sie sich finden. Wenn jemand sie toll findet, wird er uninteressant für sie, weil - siehe Groucho Marx mit seinem Club.
Man kann hier vielleicht insofern verallgemeinern, dass die Akzeptanz von Komplimenten sehr von der Selbstsicht des Empfängers abhängt und dass jeder so behandelt werden will, wie er sich selbst sieht.

Kein Mann mit ausgeprägtem Selbstwertgefühl, der durchs Leben geht und sich dabei im Grunde sowieso toll findet, wird ungläubig auf ein Kompliment reagieren oder es gar nicht hören wollen, denn er ist wegen seiner Selbstsicht häufig eitel.

Leute dagegen, die sich selbst eher kritisch sehen und sich eher weniger großartig finden, empfinden Komplimente als unpassend, unangebracht und deshalb unglaubwürdig. Frauen, die ihnen Komplimente machen, sind daher nicht uninteressant für sie, aber sie empfinden sie als nicht kompatibel, weil sie sich von ihnen nicht richtig erkannt empfinden und sich in ihrer Gegenwart nicht wohlfühlen - denn wenn jemand immer wieder etwas tut, was der andere nicht mag, dann wird man auf Dauer kaum seine Gegenwart suchen, oder?

Es braucht also nur ein kleines bisschen Beobachtungsgabe, um herauszufinden, ob das Gegenüber sich selbst gut findet oder eher nicht. Wenn ja, dann nix wie los mit der Schmeichelei!

Wenn nein, dann stellt sich die Frage meist nicht, denn geringes Selbstwertgefühl bei Männern ist ja meist sowieso schon ein KO-Kriterium für Frauen. Aber wenn ausnahmsweise mal doch nicht, dann bitte nicht loben und bekomplimentieren!