• #91
Wir sind uns emotional zu nahe gekommen, sie hat mich berührt und ich kann sie nicht loslassen.
Ich mache mir große, große Sorgen um sie. Wir hatten Gespräche und ich sehe Dinge, die mich dazu veranlassen. Und bestimmte Umstände verstärken meine Ängste. Deutlicher kann ich nicht werden. Ich habe eh' Bedenken, dass die falschen Leute hier mitlesen und versuchen herauszufinden, um wenn es sich handelt.
Selbst wenn sie suizidal wäre, wirst du nichts tun können und es ist auch nicht deine Aufgabe, wenn sie diese Hilfe nicht will. Du machst dir große Sorgen um sie, weil du in sie verliebt bist, das ist also kein selbstloses Gefühl, sondern du willst ihr Retter sein, mit ihrem hübschen Gesicht und den strahlenden grünen Augen usw. Ich kann mir vorstellen, dass, wenn es einem schlecht geht, man Hilfe auch eher von jemandem annimmt, bei dem man keine Hintergedanken vermutet. Sie wird ja sicher nicht ganz falsch annehmen, dass du ihr Hilfe anbietest, weil du dir mehr erhoffst.
Du musst versuchen, dich da emotional rauszuziehen. Ich bin mir immernoch nicht sicher, ob du nicht Sachen reininterpretierst, die gar nicht der Fall sind. Ich hatte auch mal so einen Bekannten, der mehr von mir wollte und dann davon überzeugt war, mir ginge es schlecht und er wolle mir helfen. Mir ging es überhaupt nicht schlecht und ich fand es extrem nervig und einengend, dass er mir das einreden wollte und sich selbst als meinen Retter sah. Den Kontakt habe ich dann ganz schnell komplett abgebrochen, was sie ja nicht könnte, wenn es ihr so geht.
Wenn du absolut davon überzeugt bist, dass sie Hilfe braucht, bitte doch jemand anderen darum, ihr Hilfe anzubieten und auf sie zuzugehen (möglichst nicht von der Arbeit...). Vielleicht nimmt sie das an.
Für mich hört sich das, was du schreibst, nach einer ungesunden Fixierung auf sie an, nicht nach jemandem, der sich Sorgen macht und helfen will. Und zwar, weil du ihr Gedanken und Gefühle einfach zuschreibst und davon ausgehst, dass das die Wahrheit ist.
 
  • #92
Und ich möchte nicht in einigen Monaten dieses Thema ergänzen müssen.
Ich denke, ich verstehe, was Du meinst.
Dein Dich-Aufreiben jetzt verstehe ich von der Schuldgefühlseite her. Aber

1. Du bist für sie nicht verantwortlich. Hilft nicht Deinem Gefühl, aber es setzt Dir automatisch Grenzen. Wärst Du Verwandter oder Ehemann, sähe das anders aus. Aber auch da sind einem Grenzen gesetzt, weil man nicht rund um die Uhr und jeden Tag auf jemanden aufpassen kann. Irgendwann kommt der Zeitpunkt doch, wo man loslassen muss und sich nur noch leer fühlt, weil die ganze Zeit vorher immer weniger von einem Selbst wichtig war und sich alles nur noch um das Helfen, die Sorge, die Rettung des anderen drehte. Daher merkt man auch die eigene Seelenwelt nicht mehr und dass man vielleicht selbst depressiv geworden ist. (Ich denke, deswegen trennen sich auch Paare, wenn es dem Kranken endlich besser geht - der andere merkt dann erst, dass er auch nicht mehr kann.)

2. Wenn Du Dir diese Sorgen machst, die ich meine verstanden zu haben, dann braucht sie professionelle Hilfe. Es nützt gar nichts, wenn DU ihr helfen willst, denn Du kannst es nicht.
Jedenfalls sehe ich weder die Voraussetzung bei Dir (bist ja kein passender Arzt, denke ich mal), noch die Voraussetzung bei ihr (sie will keinen Kontakt mit Dir).
Das ist sehr wichtig, das einzusehen, weil Du mit dem Gedanken, ihr SELBST helfen zu wollen, vielleicht irgendwann das Falsche tust aus Zuneigung.
Sie bräuchte Ärzte, die gut sind und die sich damit auskennen. Sie bräuchte eine Therapie. Da Du nicht ihr Vormund bist, kannst Du das nur dann bewirken, wenn sie in Deiner Gegenwart austickt und Du als "Ersthelfender" den Krankenwagen rufst.

Noch eine andere Sache, die ich abchecken würde, ob sie auf Dich zutrifft: Manchmal will man jemandem helfen, weil man sich eigentlich selbst helfen will. Der Erfolg, den man dann mit der eigenen Hilfe bei der anderen Person hätte, wenn sie dann gerettet wäre, hilft einem selbst aber nicht, und auch die Dankbarkeit der anderen Person hilft nicht. Und sie wird sich auch nicht revanchieren mit "Gegen-Rettung" und schon gar nicht mit Gegen-LIEBE.
Es bliebe trotzdem ein Loch in der Retterseele, wenn die Gerettete dann lebensfroh vondannen zieht, sich noch mal bedankt (oder nicht mal das, weil der Retter das alles ja nicht getan hättest, wenn er nicht gewollt hätte) und von da an glücklich lebt. Ohne den Retter, der zurückbleibt "ohne Aufgabe". Die wäre eigentlich gewesen, sich um sein eigenes Seelenheil zu kümmern.
 
  • #93
Irgendwo am Rand eine schwarze Gestalt, die einen lange Stange bis direkt über meinen Kopf hält. Ich weiß, ich kann die Stange jederzeit erfassen. Aber das ist für mich nicht wichtig. Ich kann mich nur selbst retten. Aber es ist enorm wichtig für mich zu wissen, dass jemand da ist.
Das weiß Deine Bekannte, da bin ich hundertpro sicher. Und sie hat Dir doch schon versucht, eine Grenze zu setzen. Da sie nicht unter Deiner Obhut steht, kannst Du diese Grenze nur akzeptieren und nicht behaupten, ihre Ansage mit der Penetranz sei nicht ernstzunehmen. Sonst würdest Du sie ja quasi entmündigen.

Ich bin mir auch nicht sicher, ob Du die Lage richtig einschätzt, wie es ihr geht. Ich meine das hier:

Ich hatte auch mal so einen Bekannten, der mehr von mir wollte und dann davon überzeugt war, mir ginge es schlecht und er wolle mir helfen.

Ich hatte in jüngeren Jahren mal so einen Verehrer, der schon über 40 war. Der hat alle möglichen Erkundigungen über meine Familie und mich eingezogen und dann komische Ableitungen draus gebastelt, die mir Probleme andichteten, die er dann gern heilen wollte. Aus LIEBE natürlich. Das war echt ätzend.
 
  • #94
ihre Ansage mit der Penetranz sei nicht ernstzunehmen.
Liebe @void, ich verstehe vollkommen was Du meinst, seine Penetranz sich in ihr Leben einzumischen und Dinge für sie regeln und klären zu wollen, was für sie - in seinen Augen - das beste für sie wäre. Doch die Penetranz bezog sich allein auf sein damaliges Verhalten im Auto, das wiederholte Ausfragen nach ihrem Freund, was dann sehr wohl penetrant, weil nicht ablassend vom Thema war.
Die junge Frau und er haben sich vor 2 J einmal sehr gut verstanden. Er, weil er in vielerlei Hinsicht eine Schwäche und Faszination für "Problemfälle" hat, sie sei eine "vulnerable Narzisstin", seine Ex-Frau Borderlinerin. Doch genau seine Ex-Frau hat sein Verhalten gut eingeschätzt: Helfersyndrom, sein Beuteschema und dank Corona er nicht voll ausgelastet.
Ebenso bedarf seine selbständige Tochter mit ihren 13 J, i. M. aufgrund ihrer Jugend und eingebettet in geregelter elterlicher Fürsorge, noch nicht dieser übergreifenden Hilfestellung/Unterstützung in der Lebensführung/-Beratung wie die 23Jährige.

Auch suggeriert diese dem FS das sie Probleme und Belastungen hätte/hat, die sie nicht allein lösen kann, in dem sie ihm ungefiltert ihr Herz ausschüttet und ihrer Ambivalenz zeigt, dass sie im Leben nicht zurecht kommt, Probleme in der Gruppe bestehen (oder mit einer Person der Gruppe), auch scheinbar mit ihren weiteren Lebensweg. Sie vermittelt dem FS unzufrieden und zweifelnd zu sein, so dass eben sein Helfersyndrom anspringt. Verliebt in sie will er nur ihr Bestes.

Im Grunde ist es nur so, sie hat den FS als väterlichen Freund gesehen, oder auch nur einen netten Bekannten bzw. wenn sie doch etwas narzisstisch veranlagt sein sollte, in ihm zunächst einen Bewunderer und nützlichen Kontakt, weil er auch schreibt, ihre Bindung an ihn wäre nicht so tief bindend.

Liebe und Sympathie sind wandelbar. Ihr ward euch einst sehr nah und da sich in eurem Kontakt gezeigt hat, dass ihr aneinander vorbei redet, Erwartungen an sie gestellt werden, passt für sie der Kontakt nicht mehr bzw. ist eher anstrengend und fordernd, als für sie nützlich und sei es für ihr Wohlbefinden, Aufmerksamkeit und etwas bewunderndes Verständnis nötig gewesen.
Einen selbsternannten Mentor, der einem das eigene Leben erklärt und brav die Ausführung nach seinen Wünschen verlangt, und sie wäre sonst nicht kritikfähig, braucht kein Mensch. Ab 18 J muss jeder Wissen, wie er selbst leben will und ob er auf die Nase fallen möchte oder auch mal sein Leben an die Wand.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #95
...
Du wirst sie in der Gruppe irgendwann wiedersehen und entweder ihr redet dort weiter nicht oder irgendwann wieder doch, so nimm sie als mal wirklich als Mensch wahr und ihre Grenzen, lasse ihre Problem bei ihr (und fühle dich nicht angesprochen, nur weil sie es erwähnt, sondern warte oder fragte, ob sie hier überhaupt deine Hilfe wollen würde).

Lass sie sich auch ihr Leben "versauen", wenn sie es so möchte, selbst Erfahrung zu sammeln, selbst zu Entscheiden und am Scheitern zu wachsen ist wichtig; nicht das Umsorgen und schützen.

Lass sie bitte auch Menschen nicht mögen, sie muss nicht alle Menschen toll finden, nur weil Du gut mit allen kannst. Du kannst nur höflichen Respekt für alle in der Gruppe einfordern, keine Harmonie. Ansonsten wurde alles gesagt, mische Dich nicht ungefragt in ihre Belange ein, ob sie lesbisch oder bi-sexuell ist geht dich nichts an, wie sie damit in der Ausbildung klar kommt auch nicht. Und verstehe, sie kann dich höchstens (freundschaftlich/väterlich) mögen, aber erwidert keinesfalls deine Gefühle.
 
  • #96
Doch die Penetranz bezog sich allein auf sein damaliges Verhalten im Auto
Das stimmt, ich hatte das nicht mehr so auf dem Schirm.
Doch genau seine Ex-Frau hat sein Verhalten gut eingeschätzt: Helfersyndrom, sein Beuteschema und dank Corona er nicht voll ausgelastet.
Habe ich auch nicht mehr präsent. Hatte sie diesbezüglich also was gesagt.

Ich finde, das beides zusammen kann man ja schon mal nehmen als sachte Denkhinweise, dass man irgendwas am eigenen Verhalten zeigt, das andere anders empfinden als man selbst.

Dem Rest Deines Posts und auch dem anderen kann ich nur zustimmen.
Ich finde besonders heikel, dass die Nähe mal da war und auch die anderen Leute immer IHN zu fragen scheinen, was mir ihr ist. Auf der einen Seite verständlich, aber genau das vestärkt vielleicht auch den Druck, helfen zu müssen. Wirkt ja vielleicht auch wie "Fallengelassen haben", wenn die Frau weiterhin Probleme hat, während er zu den anderen sagen würde, dass er nicht mehr nach ihr gefragt werden will.

Aber es geht gar nicht anders, man kann die Verantwortung für "die Heilung" oder die "charakterliche Reifung" oder die "Verhaltensverbesserung" nicht übernehmen für einen anderen. Nicht mal, wenn er es einem aufhalsen wollen würde, was sie ja nicht macht, sie will ja genau das Gegenteil, wie es aussieht.
 
  • #97
Doch die Penetranz bezog sich allein auf sein damaliges Verhalten im Auto, das wiederholte Ausfragen nach ihrem Freund, was dann sehr wohl penetrant, weil nicht ablassend vom Thema war.

Weil es schon zuvor missverstanden wurde, die Sache mit der Penetranz:

Nach dem Projekt fahren wir nach Hause, zwei Wochen kein Kontakt, krank. Wir sehen uns wieder. Dann ihr Ausbruch. Ich versuche die Situation zu verstehen. Tagelang hin und her. Geht nicht ran. Nur Schreiben. Ausweichende Reaktion. Schickt mir ihren aktuellen Stundenplan (!) und "Komme mit der Situation, die zwischen uns entstanden ist nicht klar." Cut.

Von da an total ignorant. Kein Wort, kein Blick. Keine Erklärung.
Nur Begrüßung (Umarmung ging immer noch).

Nach 8 Wochen schreibe ich sie unter einem Vorwand an, um zu schauen was los ist. Sie reagiert geradezu euphorisch. Bin perplex, habe ich nicht erwartet. Hatte gehofft sie antwortet überhaupt. Steigt sofort in den alten Slang ein (wir hatten eine eigene "Sprache"), als wenn nichts gewesen wäre. Ich will die Situation klären, sie: "Ganz dünnes Eis." Cut.

Vier Monate später schreibt sie mich unter einem Vorwand an. Kontakt über WA geht. Immer noch kein Wort, wenn wir uns persönlich sehen! Sie bekommt die Nähe nicht hin. Ich auch nicht. Sie ist unfassbar kalt. Ich total durch den Wind, wenn ich sie sehe. Ich habe ihre Distanz nicht verstanden, aber immer akzeptiert. Ich will aber wissen, was ich "falsch" gemacht habe. Nach Wochen schreiben wir an einem Tag 20x hin und her. Eine lange Nachricht mit einem Satz, der beeinhaltet, dass ich penetrant war folgt. Mehr nicht bis heute. Keine Anschuldigung. Kein böses Wort.

Bis heute kein Stop von ihrer Seite, weder im Gespräch, noch schriftlich. Nie. Sah sich immer meinen Status an (bis ich sie gelöscht habe). Nie geblockt o.ä. Sie läuft einfach davon. Ich habe es schon verstanden. Sie will über das "Problem" nicht reden. Und sie will das "Problem" nicht zum Thema machen, also bleibt nur die Flucht.

Heute habe ich verstanden, was es ist: Es kommen viele Faktoren zusammen und dass ich Gefühle für sie entwickelt habe, war sicher nicht hilfreich, aber Auslöser war das erste Gespräch über ihr "Problem", nach dem Kontakt mit ihrer Freundin. Von da an war ich einfach zu nah, ich kenne mich zu gut aus, biete Lösungen an und sie wusste nicht wie man Grenzen setzt. Wir haben "darüber" nie mehr gesprochen. Aber in dieser Situation war meine hochgelobte Empathie im Keller. Das habe ich schlecht gemacht.
 
  • #98
sie wusste nicht wie man Grenzen setzt. Wir haben "darüber" nie mehr gesprochen. Aber in dieser Situation war meine hochgelobte Empathie im Keller.
Ich denke, einerseits hat sie keine Grenzen gesetzt, aber erwartet das du diese intuitiv erkennst, eben weil ihr Euch so nah ward; das man zwischen den Zeilen merkt, da will einer nicht drüber reden, oder wird zunehmend angesäuert, weil jemand die eigene Grenze, die man nicht ausspricht, übertritt und man daraufhin wütend auf die Person reagiert. Du hattest auch erwähnt, dass Du durchaus wohlwollend Kritik übst, sie aber nicht kritikfähig ist, dann ist sie von deiner Kritik verletzt, enttäuscht und/oder fühlt sich missverstanden, deshalb die Flucht.
Zum Anderen (Vorsicht: Klischee) neigen Männer gern dazu, Probleme lösen zu wollen und haben Lösungsansätze parat, wo aber meist die Frau gar keinen Ratschlag braucht oder will, sondern nur drüber reden oder Bestätigung für ihre Gefühlslage. Mit ungebetenen Ratschlägen rutscht Frau in die ungewollte Kinderrolle, entweder den Ratschlägen folgen zu müssen oder sich zu rechtfertigen, warum sie das nicht möchte? So wie Du nicht in die Vaterrolle (Mentor) wolltest, wollte sie nicht dein Kind oder Projekt sein, damit ist sie auch mit ihren damals 21 J und heute 23 J einfach zu alt.
ich kenne mich zu gut aus, biete Lösungen an
Oft nur wollen Frauen nur Verständnis und Zuspruch, wie à la Du machst das schon, bist schon erwachsen, oder du tust schon richtige, ich habe Vertrauen in Dich; und nicht jemanden, der sich reinhängt und die Dinge für sie abnimmt und regelt, weil man soviel lebenserfahrener ist. Sie will, dass Du sie als erwachsene, autonome Frau siehst und nicht das Mädchen, was man beständig unter die Arme greifen müsste und ihr erklären sollte, wie man sich richtig oder falsch verhält.
Auslöser war das erste Gespräch über ihr "Problem", nach dem Kontakt mit ihrer Freundin.
Das verstehe ich immer noch nicht so richtig, was da los war.
a/Wenn die Freundin dir etwas über sie erzählt hat, was sie Dir nicht von allein offenbarte und du bohrst nach, ist das übergriffig, weil wenn sie mit Dir darüber hätte reden wollen, hätte sie es selbst getan. Daher ging es Dich nichts an.
b/Wenn sie Streit mit dieser Freundin hatte und Du für die Freundin vorfühlen solltest, dann ist das ebenso zu sehen, weil sie muss das mit ihrer Freundin klären wollen und nicht durch Dritte herangetragen bekommen, (die sich gefühlt einmischen), auch weil ein Dritter involviert wird, dem es nichts angeht. Zudem wäre ich auch sauer auf die Freundin, weil ich mich unter Druck gesetzt fühlen würde, reagieren zu müssen und auch wegen dem Vertrauensverlust. Es ist nunmal ihre Freundin und nicht Deine, für die Du klärend tätig werden müsstet.
Aber vielleicht erklärst Du die Situation nochmal genauer.
 
  • #99
Ich denke, einerseits hat sie keine Grenzen gesetzt, aber erwartet das du diese intuitiv erkennst, eben weil ihr Euch so nah ward
Untern Strich bleibt stehen, dass ich ihre Grenzen wahrscheinlich nicht gewahrt habe, so wie Du es schreibst.
Ich habe es nicht gesehen, nicht gefühlt.
Es gab keine Anzeichen für mich. Sie ist weg.
Mein Fehler.

Zum Anderen (Vorsicht: Klischee) neigen Männer gern dazu, Probleme lösen zu wollen und haben Lösungsansätze parat

Auch richtig. Widerspreche ich nicht.
Pease "Warum Männer nicht zuhören ..." habe ich auch zu Hause :)

Bin sonst nicht so.
Gelte als sehr guter Zuhörer.

Wenn die Freundin dir etwas über sie erzählt hat, was sie Dir nicht von allein offenbarte und du bohrst nach, ist das übergriffig, weil wenn sie mit Dir darüber hätte reden wollen, hätte sie es selbst getan. Daher ging es Dich nichts an.

Nein, es ging um keinen Streit mit der Freundin. Die ist ein beruflicher Kontakt. Sie gab mir eine neutrale Botschaft für sie mit ("Wenn du mit ihr kannst, dann sage ihr ..."). Darauf habe ich nachgefragt, logisch. Es gab eine massive Grenzverletzung Ihrerseits im beruflichen Sektor, sagte die F.

Ich habe Sie daraufhin angesprochen, da war noch alles i.O.. Im direkten Gespräch sprach sie oft viel "sagte aber nichts", wenn Du verstehst. Ich erhielt, so glaube ich, Tage später eine meterlange Nachricht ("Kimi, Du hast mich am ... gefragt. Was ich dazu noch sagen wollte ..."). Diese "Was ich dazu noch sagen wollte"-Antworten gab es mehrfach nach Gesprächen am Tag oder Tage später. Ich denke sie brauchte Zeit und Abstand. Die Antworten wirkten oft etwas hölzern und ich habe mir bis heute viele Sätze gemerkt, weil die Formulierungen auf mich oft einstudiert oder belesen wirkten.

Markant war für mich, dass sie die beteiligten Personen (3) abwertete, massiv. Das hat mich sehr erschrocken. Wie der Vorfall genau war, wissen weder ich noch ihre Freundin. Deshalb kann ich dazu nichts sagen. Es gab eine berufliche Konsequenz, die die Freundin mitbekam.

Für mich ging es nie um den "Vorfall", den ich nicht beurteilen kann und will. Für mich ging es um die Entwertung von Personen, die sich in der Folge bei ihr wiederholte.
Das ist (leider) neben ihrer unkontrollierten Wut ein herausstehendes Persönlichkeitsmerkmal, dass bei mir alle Lampen leuchten lässt.
Zu diesem Zeitpunkt war ich nah dran. da kann ich nicht einfach drüber gehen.

Zudem wäre ich auch sauer auf die Freundin, weil ich mich unter Druck gesetzt fühlen würde, reagieren zu müssen und auch wegen dem Vertrauensverlust.

Muss ich sie in Schutz nehmen. Es mag grenzwertig sein, aber sie wollte nur helfen.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #100
Genau so sehe ich es auch.
Und ich möchte ihr helfen. Ungebeten zu helfen ist immer problematisch, ich weiß.
Und das ist immer so ein Spagat. Ich möchte nicht übergriffig sein, war es vielleicht schon
Lass sie bitte in Ruhe.
Mir ist in meinem Leben auch schon passiert, dass ältere Männer mir ihre Freundschaft anbieten wollten.
Da ging es mir nicht gut und Beschützer waren mir willkommen.
Das haben sie wohl gespürt.
Aber dann ist irgendwann eine ungute Spannung in die Situation gekommen, wenn ich merkte, dass der Mann weniger Freund als Verehrer war, bzw ein wenig erhaben väterlich sein wollte.
Dabei aber nicht mit kleinsten Zurückweisungen zurecht kam.
Erst ein Gespräch mit meinem echten Vater rückte meinen Blick wieder gerade:
Er meinte mal, warum er sich mit einer Frau treffen sollte, wenn er an dieser nicht sexuell interessiert sei.
Und ja, da war Interesse, wenn auch unterdrücktes von Seiten der Männer.
Solange du nicht wirklich gar nichts mehr für sie empfindest, wird sie deine Anwesenheit befremdlich und fordernd finden.
Sie hat anscheinend viele Probleme.
Du bist aber nun keine Lösung zu diesen.
 
  • #101
Aber dann ist irgendwann eine ungute Spannung in die Situation gekommen, wenn ich merkte, dass der Mann weniger Freund als Verehrer war, bzw ein wenig erhaben väterlich sein wollte.
Dabei aber nicht mit kleinsten Zurückweisungen zurecht kam.
Erst ein Gespräch mit meinem echten Vater rückte meinen Blick wieder gerade:
Er meinte mal, warum er sich mit einer Frau treffen sollte, wenn er an dieser nicht sexuell interessiert sei.
Den ersten Teil kenne ich auch und vermute es hier auch für diesen Fall.
Aber der zweite würde ja bedeuten, dass es keine Freundschaften zwischen Männern und Frauen geben kann, was ich absolut nicht so sehe. Manchen geht es so, aber wenn jemand Frauen nicht als Menschen und damit als reinen Freund interessant finden kann, dann ist mir das ehrlich gesagt suspekt. Ich denke dann immer an bisexuelle Menschen: Dürften die dann gar keine Freunde haben, weil: Warum sollten sie sich mit jemandem treffen, wenn sie kein sexuelles Interesse an dem anderen haben...? Gleiches gilt für homosexuelle Frauen, die dürften dann ja nur Freunde vom anderen Geschlecht haben, aber diese wiederum dürfen ja nicht heterosexuell sein, denn sonst dürfen sie ja wiederum kein Interesse am anderen Geschlecht freundschaftlich aufbringen usw. usw... Ich finde es immer schade, wenn Leute sozusagen 50% der Menschheit als uninteressant im nicht sexuellen Kontext betiteln.
 
  • #102
Aber der zweite würde ja bedeuten, dass es keine Freundschaften zwischen Männern und Frauen geben kann, was ich absolut nicht so sehe.
Sehe ich auch nicht so.
Nur ist eine Freundschaft zwischen Mann und Frau. Oder Frau und Frau bei lesbisch orientierten uws.immer einem gewissen Risiko ausgesetzt, wenn ein sexuelles Gefallen da ist.
Und wie viel Nähe ist in Freundschaften schon normal?
Es ist ja was anderes, ob man ab und an mit einem Kumpel joggen oder was trinken geht, oder einen Seele Strip hinlegt.
Auch in Freundschaften ist seelische Nähe und Vertrauen nicht immer auf 100 Prozent hochgefahren.
Ein Mann, der normalerweise eher autonom durchs Leben geht, wird selten eine Freundschaft mit täglichen seelischen Austausch eingehen.
Wenn dann ein Gefallen am Gegenüber vorhanden ist, wird es heikel mit der Grenze Freundschaft zu mehr wollen.

Die Männer die sich damals in mich verliebten, waren darauf nicht vorbereitet und überrascht.
Ich auch.
Es ist nur meine Erklärung.
Damals war ich 27 und die Männer ( drei und das innerhalb von zwei Jahren:
51, 72 und 59.) Auch wir hatten vordergründig beruflich zu tun.
Ich wechselte und dann gingen wir was trinken.
Naiv dachte ich mir gar nichts dabei.
Es war ein Fehler. Und das drei mal.
Tut mir leid für die Männer und für mich.
 
  • #103
Es ist nur meine Erklärung.
Damals war ich 27 und die Männer ( drei und das innerhalb von zwei Jahren:
51, 72 und 59.) Auch wir hatten vordergründig beruflich zu tun.
Ich wechselte und dann gingen wir was trinken.
Naiv dachte ich mir gar nichts dabei.
Es war ein Fehler. Und das drei mal.
Tut mir leid für die Männer und für mich.
Ja, bei solch hohen Altersunterschieden würde ich das auch immer annehmen, dass da was anderes dahintersteckt. Einfach, weil man ja meist (nicht immer) Freunde im eher gleichen Alter hat, weil man da die gleichen Probleme teilt. Wenn sich ein über 50-jähriger Mann hilfreich bei einer jungen hübschen Frau zeigt, dann ist das sehr häufig nicht aus reiner Freundschaft. Da stimme ich dir zu. Hab ich wie gesagt ja auch schon erlebt, und da ist man noch so naiv und checkt das nicht gleich.
 
  • #104
Wir haben seit September Null Kontakt.

Erst ein Gespräch mit meinem echten Vater rückte meinen Blick wieder gerade:
Er meinte mal, warum er sich mit einer Frau treffen sollte, wenn er an dieser nicht sexuell interessiert sei.
Das mag sein, dass er diese Gedanken hat. Ich nicht.
Ich hatte/habe immer weibliche Freunde. Mit denen kann man sich ggf. besser unterhalten. Deshalb muss ich da nicht "rüber" nur weil ggf. Gelegenheit ist.

Letztes Jahr sagte eine Freundin: "Ich habe mich noch nie mit einem Mann so unterhalten, wie mit Dir. Wusste gar nicht, das Männer so reden können ..." :)

Als Student habe ich mit Frauen in einem Bett geschlafen von denen ich nichts wollte.

Da ging es mir nicht gut und Beschützer waren mir willkommen.
Das haben sie wohl gespürt.
Die Männer die sich damals in mich verliebten, waren darauf nicht vorbereitet und überrascht.
Ich auch.
Es ist nur meine Erklärung.
Damals war ich 27 und die Männer ( drei und das innerhalb von zwei Jahren:
51, 72 und 59.) Auch wir hatten vordergründig beruflich zu tun.

Genau, das haben die gespürt.
Und von meiner Seite kommt dann bei ihr das Gefühl dazu. Das macht es dann für beide Seiten schwer ungezwungen mit dem Kontakt umzugehen. Das kriegt man einfach nicht mehr so schnell raus. Die Gesprächsatmosphäre ist einfach anders.

Wir haben in der Gruppe drei ältere Männer (+10,+15 Jahre älter wie ich). Die können alle (oberflächlich) gut mit ihr (Umarmung etc.). Die spüren das, wenn auch sicher nicht so genau wie ich. Wir haben natürlich nie darüber geredet.

In der Gruppe gibt es eine andere gleichalte Studentin. Das genaue Gegenteil von ihr. Weiblich, empathisch, warm, weich, selbstbewusst und nur am Strahlen. Wir beide verstehen uns sehr gut (ich will nichts von ihr, viel zu jung für mich :cool: ). Sie hat aber zu den anderen älteren Männer praktisch Null Kontakt, weil sie es nicht braucht und man nicht das Gefühl hat ihr helfen zu müssen. Wir können wirklich gut, aber ich war noch nie in der Position ihr zu helfen o.ä. Muss ich nicht, will ich auch gar nicht.
 
  • #105
Das macht es dann für beide Seiten schwer ungezwungen mit dem Kontakt umzugehen. Das kriegt man einfach nicht mehr so schnell raus. Die Gesprächsatmosphäre ist einfach anders.
Ja klar.
Wobei der nächste Schritt von ihr kommen müsste.
Kann schon verstehen, dass es ungut für dich ist, sie zu sehen und nichts klären zu können.
Vielleicht hilft dir ein Gespräch mit dir selbst, indem du ihre Rolle sprichst.
Nehm ganz klar Abschied von ihr.
Sag ihr alles was du noch sagen wolltest und dann behandel sie wie eine Fremde.
Freundlich grüßen und weitergehen.
Wenn deine Energie weg ist ( auf sie zu) wird es sich entspannen ( hoffe ich)

Hat bei mir in deiner Rolle schon Wunder gewirkt, bei so energetisch sensiblen Personen.
PS
Sorry, hatte ich noch nicht gelesen.
Alles klar
 
Top