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  • #1

Kopf oder Herz - auf wen höre ich?

Ich bin seit 7 Wochen nach einer 2 Jahre dauenden Krise getrennt. Mein Vorsatz war, für mindestens 1 Jahr keine näheren Kontakte zur Männerwelt zu unterhalten,da ich die Verarbeitungsphase für essentiell erachte. Nun habe ich "ungeschickterweise" einen Mann kennengelernt, den ich sehr anziehend und sympathisch finde. Wir hatten beruflich miteinander zu tun und waren dadurch in der letzten Woche täglich zusammen, übernachteten auch im gleichen Hotel und hatten wunderbare Gespräche. Nun stellte sich am Ende der Woche die Frage danach, wie es weitergehen soll. Mein Herz sagt: Weiterdaten, schauen was passiert. Mein Verstand sagt: Absolutes Nogo - sofortiger Kontaktabbruch. Die Entscheidung kann mir letztendlich niemand abnehmen, trotzdem würde ich mich auf guten Input zur Frage freuen.
 
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  • #2
1. Du versuchst irgendwie Liebe zu planen und Dich in ein Korsett zu zwingen.

2. Wenn Du schlechte Erinnerungen hast, ist der beste Weg, diese Erinnerungen durch neue Erinnerungen, die das gleiche Thema betreffen, zu überlagern.

3. Ihr hattet wunderbare "Gespräche." Wollte da jemand mehr ? Weißt, es ist schwierig, Tipps zu geben, weil ich frage mich, ob Du es nicht erstmals seit langem wieder erlebst, daß Frau mit Mann normal reden kann.

4. Warum überlegst Dir die Härte des Kontaktabbruchs ? Du plagst Dich selbst und in gewissen Stunden wirst es später bereuen, dem ganzen einschließlich Sex und / oder Beziehung nicht freien Lauf gegeben zu haben.

7E2176FE - m, 39
 
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  • #3
Horche in Dich rein - wenn es Dir gut geht bzw. wenn es Dir mit diesem Mann gut geht, warum dann den Kopf entscheiden lassen? Eigentlich willst Du ihn doch wiedersehen und nicht den Kontakt abbrechen.

Viel Glück!!

7E2158CE
 
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  • #4
Warum sagst du es ihm nicht genau so, wie du es in deiner Frage oben schreibst?
 
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VirginiaWoolf

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  • #5
Liebe Fragestellerin
"Mein Herz sagt: Weiterdaten, schauen was passiert." Genau, langsam weiter machen.
Ich habe meinen "Vorsatz", mich nach langer Ehe und langer Krise der Männerwelt fernzubleiben,
auch schnell über Bord geworfen.
Viel Glück Virginia
7E20CD34
 
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  • #6
In #1 und #2 wurde alles Wesentliche gesagt. Viel Erfolg wünscht Amanda.
 
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  • #7
Ich werde es nie verstehen, warum Frauen Herz und Kopf trennen.... aus gutem Grund haben wir Menschen beide zur Verfügung!... wir sollten damit beide GLEICHZEITIG benützen, Herz und Verstand sind nicht Gegensätze! , sondern Ergänzungen.
 
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Persona grata

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  • #8
Der Verstand kann uns sagen, was wir unterlassen sollen.
Aber das Herz kann uns sagen, was wir tun müssen.
(Joseph Joubert)
 
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  • #9
Antwort:
da du den Mann anziehend findest, bist du also schon so weit die Sache von vorher verarbeitet zu haben.
Da du die Sache verarbeitet hast, steht der Liebe nichts im Weg.
Nur weil du dir selbst eine zeitliche Schranke gesetzt hast, MUSST du sie längst nicht einhalten.
Immer locker sehen.
Liebe kommt nicht auf Bestellung.
 
  • #10
Ich finde es schon mal lobenswert, dass du dir des Problems bewusst bist, dass man eine gescheiterte Beziehung zunächst mal verarbeiten muss, ehe man sich in ein neues Abenteuer stürzt. Viele machen das nicht, sondern verheizen einfach die nächste Bekanntschaft als Trostspender.

Erstens macht es aber meiner Meinung nach keinen Sinn, sich eine bestimmte Zeit vorzunehmen, in der man konsequent jeden näheren Kontakt zu Männern ablehnt. Woher weißt du, ob 1 Jahr eine angemessene Zeit ist, um die Exbeziehung zu verarbeiten? Vielleicht dauert es länger, vielleicht geht es auch schneller. Ich würde lieber von Zeit zu Zeit überprüfen, ob die Verarbeitungsmaßnahmen, die ich mir selbst auferlege, greifen oder ob ich nach wie vor oft in Erinnerungen an den Expartner schwelge.

Deine Bekanntschaft kannst du doch weiterhin treffen und schöne Sachen mit ihm unternehmen. Wenn du allerdings deutliche Verliebtheitssignale auf seiner Seite bemerkst, ist es fair, Tacheles zu reden. Dann kann er selbst entscheiden, ob er dir Zeit zur Verarbeitung einräumt oder nicht. Für dich bietet das die Chance zu überprüfen, wie viel Einfühlungsvermögen er an den Tag legt. Und wenn er sich von sich aus nicht rührt, dann hilft dir das in zweierlei Hinsicht: Du hast die Chance, ihn weiter langsam kennenzulernen, und du vergisst deine Exbeziehung schneller.
 
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  • #11
Geht es immer so schnell, dass du jemand neuen findest ?

Wenn ja ist das vielleicht genau der Grund für deine Krisen, und für die vom Verstand verordnete Ordnungspause deiner Gefühle und Gedanken. Deinen Vorsatz jetzt schnell über Bord zu werfen, wird dich langfristig nicht weiterbringen.

Wenn nein, kommt das total selten vor, und es ist das totale Whooom mit dem Mann zusammen zu sein, dann folge deinem Herzen.

Zu Bedenken ist auch, 1 Woche so intensiv zusammen zu sein ist eine Ausnahmesituation, und es tritt mit vielen Menschen eine gewisse Sympathie und Nähe auf, die es einem im ersten Moment schwer macht wieder seiner Wege zu gehen, ohne diese Person. Trifft das zu ?

lg F.
 
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  • #12
Oh, ich bin verwirrt :) Ich dachte, ich werde jetzt hier gesteinigt ;-)

Vielen Dank für Eure Einschätzung. Ich habe seine Telefonnummer - und ich denke, ich werde sie wohl auch nutzen...

Die Fragestellerin

PS: Wie heißt es doch so schön: Real life alsways has a twist :)
 
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  • #13
hier noch einmal die Fragestellerin

@ # 10

Hm, ich will da mal nicht unehrlich sein. Das waren meine ersten 7 Singlewochen seit ich 16 bin und meine erste Beziehung hatte (ist jetzt 18 Jahre her...). Die Übergänge waren bei mir oft nahtlos, das habe ich als "suboptimal" schon erkannt und das war mit Sicherheit ein Grund, warum mir dieser gesetzte Zeitraum von einem Jahr jetzt so wichtig war.
Und ich habe hier wie ich sehe auch garnicht geschrieben, dass ich nicht aus "irgendeiner" Beziehung komme, sondern verheiratet war.

Ich weiß, jetzt kommt der Gedanke an "die kann nicht allein sein" hoch. Bei mir ja auch. Aber ich muss auch ehrlich sagen, dass ich im Alleinsein nicht den Sinn des Lebens erkenne. Ich würde es genießen, wenn ich noch eine Weile Single bleiben würde, einfach weil es sicher eine wunderbare Erfahrung und Möglichkeit zur Persönlichkeitsentwicklung ist. Aber wenn mir nun, wie und wo und wann auch immer, die Liebe (groß oder klein) begegnen würde, dann weiß ich nicht, wie ich reagieren würde - was ja auch meine Eingangsfrage zeigt.

Mir ist es sehr wichtig, verantwortungsvoll mit den Gefühlen anderer umzugehen. ich möchte niemanden benutzen - aber ich habe hier auch nicht das Gefühl dies zu tun. Dieser Mensch hat mich einfach sehr beeindruckt und ich habe mich unglaublich wohl mit ihm gefühlt.

Er weiß übrigens bescheid, ich habe auch mit ihm die Problematik thematisiert und er kann also in etwa abschätzen, auf was er sich da einlässt.

Vielleicht noch einige Informationen zu meinem Beziehungshintergrund:

Seit 2002 bin ich verheiratet. Anfangs lief alles gut, 2007 haben sich bereits bestehende Themen plötzlich zu richtig fiesen Problemen ausgewachsen (Perspektivlosigkeit meines Partners).
Ich habe die letzten beiden Jahre wie eine Löwin für meine Ehe gekämpft und hatte auch massive Probleme, eine Trennung überhaupt in Betracht zu ziehen. Irgendwann (genau gesagt eben vor 7 Wochen) hat mein Mann das Fass zum überlaufen gebracht und ich habe wirklich von einer auf die andere Sekunde für mich klargestellt: "NEIN! Das geht so nicht weiter, das ist nicht, was Du vom Leben willst und allein hast Du Deine Ehe schon lange genug geführt".

Das war so ein richtiges Aha Erlebnis, ein Moment, in dem ich mir bewusst geworden bin, wie sehr ich mich einschränken ließ, wie ich mich verbogen habe und auf was ich alles verzichtet habe, weil für mich eben dieses Wort, das ich meinem Mann in der Kirche gegeben habe, wirklich gezählt hat.

Aber ich bin zu jung, um mein Leben an der Seite eines Mannes zu verbringen, der keine Lust hat arbeiten zu gehen, der keine Ziele im Leben hat, und der sich im vergangenen Jahr auch gerne mal anderen Frauen auf vielfältige Weise zugewendet hat und der mich über sein Verhalten permanent erniedrigt

Und plötzlich war das Thema für mich irgendwie durch.

Nachdem ich das für mich so klarbekommen habe, war ich unglaublich erleichtert, es war, als hätte man mir eine Last von den Schultern genommen.
Ich ging auch bereits in der Endphase zu einer Therapeutin, um mit ihr diverse Punkte aufzuarbeiten und nach möglichen Lösungen zu suchen, das hat mir sehr geholfen und viel Klarheit gebracht.

Lange Rede - Kurzer Sinn

Ich habe das so weder gewollt, noch geplant und ich weiß natürlich auch überhaupt nicht, ob sich daraus tatsächlich etwas entwickeln könnte. Mir stellte sich einfach die Frage, wie ich mich hier integer verhalte, mir selbst gegenüber und ganz besonders auch ihm gegenüber.

Mich erschreckt es ja selbst, wie schnell das geht. In meiner Phantasie habe ich mir ausgemalt, dass ich meinem Mann sicher bis an mein Lebensende hinterhertrauern würde, wenn ich irgendwann einmal nicht mehr mit ihm zusammen sein sollte.
Tja, so kann man sich täuschen, wobei ich auch sagen muss, dass er es mir sehr sehr leicht gemacht hat, diese Entscheidung zu treffen.

Vielleicht sind auf der Basis dieser nicht schönen aber doch sehr ehrlichen Informationen nun auch andere Einschätzungen der Situation zu erwarten - auf die ich mich, auch wenn sie für mich negativ ausfallen, doch sehr freuen würde.

Vielen Dank daher auch an dieser Stelle Euch allen, die ihr Euch mit meinem Problem hier auseinandersetzt.
 
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  • #14
...hör auf Dein Gefühl, nicht (nur) auf Deinen Kopf!
 
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Vicky

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  • #15
Liebe Fragestellerin!

Erst mal ein Dank und ein Kompliment an Dich. Schon Deine Eingangsfrage war klar und verständlich, damit konnten die Antwortenden schon was anfangen. Noch besser ist, daß Du in # 12 noch viele wichtige Infos nachgeschoben hast.

Ich kenne auch ein paar Frauen, die, seit sie 16 sind / waren, permanent in einer Beziehung leben. Ich finde das sehr bedenklich. Ich selbst habe nach einer 7-jährigen Beziehung mehrere Jahre erst mal keine Beziehung gehabt und betrachte diese Zeit rückwirkend als sehr wertvoll. Ich konnte meine ehemalige Beziehung komplett aufarbeiten - zuerst trauern, dann in mich gehen und meine Fehler die meines Exfreundes gründlich analysieren und Lehrreiches daraus mitnehmen. Bei der nächsten Beziehung ging es ähnlich, auch da habe ich viel Zeit verstreichen lassen.

Im Rückblick hätten meine Singlephasen nicht unbedingt soo lang sein müssen, wie sie tatsächlich waren. Aber - wie schon gesagt - es war eine wertvolle Zeit. Man lernt sich selbst näher kennen, sieht, was man will und was nicht usw. Denn ich finde, daß man sich in einer Partnerschaft sehr im Spiegel dieser Verbindung sieht. Man konzentriert sich nie vollständig auf sich. Und bei einer Partnerschaft entwickelt man bestimmte Fähigkeiten, andere bleiben jedoch unterentwickelt - einfach, weil jeder Mensch etwas anderes in uns verstärkt, provoziert und zutage fördert.

Die wichtigste Erkenntnis am längeren Singledasein war für mich, daß ich erfahren habe, daß ich alleine gut zurechtkommt und durchaus auch zufrieden sein kann, also nicht abhängig bin von einer Beziehung. (Ich muß aber ehrlicherweise sagen, daß ich zwar meist zufrieden aber selten wirklich glücklich war.) Diese Erfahrungen und Erkenntnisse lassen einen dann auch unverkrampfter werden bei der Suche nach einem neuen Partner. Von verschiedenen Leuten habe ich gehört, daß sie es gut fanden, daß ich mich aktiv bemüht habe, dabei aber nicht verkrampft war.

Ich erzähle Dir das, um Dir zu zeigen, daß Dir als Nichtsingle durchaus etwas Wertvolles entgehen kann. Aber das hast Du ja selbst schon erkannt und darauf basiert ja auch Deine Frage. Natürlich sind 7 Wochen als frischgebackener Single keine lange und meiner Meinung nach auch keine ausreichende Zeit.

ABER: Ich denke, daß Du schon in der Krisenzeit (die ja laut Deiner Schilderung 2 Jahre dauerte) innerlich eine Bestandsaufnahme und dann auch Stück für Stück eine Verarbeitung vorgenommen hast. Als Du gesehen hast, daß Dein Mann sich nicht so ändert, wie Du das möchtest, die Therapie nicht geholfen hat und er sich auch noch anderen Frauen zugewandt hat, wirst Du Dich wahrscheinlich von Mal zu Mal innerlich von der Beziehung distanziert haben. (Was ich normal finde.) Insofern war dann das endgültige "Aus" gar nicht die Grundsteinlegung für Deine Aufarbeitung, denn die hat wohl schon viel früher begonnen.

Und unter der Prämisse finde ich, kannst Du es ruhig wagen, Dich auf einen neuen Mann einzulassen. Ich würde allerdings versuchen, das Tempo einigermaßen zu drosseln und wirklich erst Stück für Stück aufeinander zu zu gehen. Wenn die Sache dann glücklich verläuft, ist doch super. Wenn nicht, bist Du dann halt wieder Single und kannst eben dann die Erfahrungen machen, von denen ich oben sprach.

Viel Glück.
 
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  • #16
Berlinerin, 41 J

Ja, Vicky hat in # 12 genau das Richtige geschrieben.

Du hast nach 2 Jahren Krise und festhalten an Deiner Ehe genug Energie investiert.
Dein Mann ist wohl leider schon über 2 Jahre nicht mehr der, den Du geheiratet hast und die letzten 2 Jahre kannst Du sicher bereits als Trennungsarbeit rechnen. Die Aufarbeitung mit Hilfe eines Therapeuten ist wahrscheinlich effektiver als nur 2 Jahre zuhause vergraben die Männer zu meiden.

Schön, dass Du so schnell jemanden gefunden hast. Gib das auf keinen Fall auf, sonst bist Du in 10 Jahren Mitglied bei EP und suchst verzweifelt nach genau so einem Mann wie der jetzige Kollege.

Wenn Ihr es langsam angeht, ist es sicher kein Fehler und der Mann wartet gerne, wenn er was ernstes von Dir will.

Alles Gute
 
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  • #17
Vicky, Berlinerin - vielen vielen Dank für Eure Worte.
Ich stimme Euch in allem vorbehaltlos zu - auch in dem, was Du über Deine Singlephasen schreibst, Vicky - und ich werde es ganz langsam angehen lassen und auf mein Herz hören.

Eure Fragestellerin
 
A

Apollo

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  • #18
Ich befürchte, wir hören immer auf unseren Verstand, gleich ob wir uns für oder gegen eine Sache reflektieren und entscheiden. Eine sogenannte "Herzensentscheidung" ist nichts anderes als eine andere Verstandesentscheidung. Das Gefühl kann nicht reflektieren. In dem einen Fall sagt der Verstand, daß das Gefühl Recht hat, während in dem anderen, daß es kein Recht hat. Nur, wir übertragen die Entscheidung im ersten Falle dem Herz. Weil wir uns damit schmeicheln wollen, ein "Herz" zu haben?
 
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  • #19
#17: Ich würde Dir das Buch 'Wie der Bauch dem Kopf beim Denken hilft' von Bas Kast empfehlen, denn "wenn Du denkst, Du denkst, dann denkst Du nur, Du denkst".
 
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  • #20
Ihr Lieben,

hier ist nochmal die Fragestellerin - ich wollte einfach mal kurz rückmelden, wie sich die Sache entwickelt.

Ich habe Kontakt aufgenommen und wir haben uns gestern auch bereits getroffen und einen netten Abend miteinander verbracht (an dem es auch gewaltig knisterte :))

Ich habe das Thema noch einmal auf den Tisch gebracht und die - für mich zunächst - relevanten Aspekten mit ihm diskutiert. Es ist nunmal was anderes, mit einer Noch-verheirateten auszugehen, das sieht er auch so, allerdings hat er auch ganz klar gesagt, dass er den kontakt unter keinen Umständen abbrechen möchte.

Für Sonntag Mittag sind wir wieder verabredet, das Kennenlernen wird also weiter gehen und dann schauen wir einfach, was sich daraus entwickelt (oder eben nicht)...

Wenn man behutsam vorgeht und sich bei/vor jedem neuen Schritt reflektiert, kann man vielleicht garnicht wirklich viel falschmachen...

Viele Grüße und vielen Dank Euch allen nochmal,
Susanne
 
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