• #1

Kriterien für eine perfekte Beziehung?

Ich, w52, möchte mal in die Runde fragen, wie Ihr das seht:
Perfekte Beziehungen gibt es ja nur sehr selten. An den meisten muss man arbeiten und bei vielen Abstriche machen, wenn sich die erste Zeit der Euphorie gelegt hat ;-)

Ich habe mir mal, um selbst Klarheit zu bekommen (aber, hm, ich komme alleine eben nicht weiter ;-)) ein paar Grund-Kriterien aufgeschrieben, die mir wichtig, d.h. unverzichtbar zu sein scheinen in einer Beziehung, die nicht nur mal so nebenbei und vorübergehend, sondern "auf Dauer" angelegt ist:

1. Ähnliche Anschauungen, Werte und Interessen
2. Passender Charakter/ Temperament
3. Attraktivität und körperliche Harmonie
4. Gemeinsame Zukunft
(Vertrauen und Zuneigung setze ich voraus.)

Dann las ich noch:
- gemeinsam Probleme lösen
- gemeinsamer Spaß

Das wäre mir auch wichtig, aber tatsächlich erst in dieser notierten Rangfolge bzw. sind sie zu Pkt. 1+2 zugehörig.

Mit Pkt. 4 meine ich eine Aussicht auf einen gemeinsamen Lebensweg, der für mich idealerweise bis ins Alter führt (für andere viell. auch nur die nächsten 5 Jahre betrifft). Garantien gibts selbstverständlich nicht.

Nun meine konkrete Frage:
Meint Ihr, dass eine Beziehung langfristig tragfähig ist, wenn von den 4 Punkten nur 2 erfüllt werden? Oder wieviele sollten es mindestens sein? Habe ich wichtige Punkte vergessen? Seht Ihr (m/w) vielleicht ganz andere? Wie gesagt, ich habe es bewusst beschränkt auf 4 Punkte, sonst verliert man sich.

Mir ist bewusst, dass meine eine Beziehung nicht nach einem Punkteschema bewerten kann. Mir erschien das Schema nur einfacher, als in langen Sätzen um das Eigentliche herumzureden.

Bin gespannt auf die Diskussion :)
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #2
Abgesehen davon, dass das Thema hier alle paar Wochen mal kommt, stimmen Deine Kriterien aus meiner Sicht schon. Aus meiner Perspektive müssen alle vier Punkte erfüllt sein, sie sind Voraussetzung für eine glückliche, längerdauernde Beziehung, aber natürlich nicht Garantie. Das Problem ist, dass Du sie erst nach längerer Zeit beurteilen kannst.
 
  • #3
Also ich empfinde deine vier Punkte als absolutes Mindestmaß.

Wenn nur einer der Punkte nicht erfüllt wäre, wäre für mich die Beziehung von vornherein zum Scheitern verurteilt.

Was wiederum bedeutet, dass ich mich auf einen Mann bei dem diese Punkte nicht passen, nicht einlassen würde und gar nichts anfangen würde, um mir selbst und ihm die Enttäuschung zu ersparen.

Gemeinsamer Spaß und gemeinsames Probleme lösen empfinde ich als ebenso essentiell.

Was will ich mit einem, mit dem ich keinen Spaß haben kann?

Und wohin soll es führen, wenn man Probleme nicht gemeinsam lösen kann ? Dann bleiben die Probleme ja bestehen.

Ich bin bestimmt sehr kompromissbereit, aber nicht der Typ dafür, der immer klein bei gibt.
 
  • #4
Ich (44) habe meine aktuelle Beziehung, in der ich sehr glücklich bin, mal mit deinen Punkten abgeglichen und festgestellt, dass ALLE vier Punkte erfüllt sein müssen, wenn man eine langfristige Beziehung anstrebt.

Ähnliche Werte, Interessen und Einstellungen
Unabdingbar! Vielleicht geht es auch ohne, aber das ist suboptimal. Musik genießen, Filme schauen, über Politik reden, den Wert einer Familie bemessen, Reisevorlieben, Essen usw. - wenn man hier im Einklang ist, ist das Leben einfach leichter. Wenn man es nicht ist, muss man viele Kompromisse eingehen. Das geht auch, ist aber sicher anstrengender.

Charakter/Temperament
Für eine ruhige und harmonische Beziehung ist es von Vorteil, wenn man hier im Einklang ist. Wenn der eine Disco und Nachtleben mag und der andere geht lieber um 23 Uhr ins Bett - schwierig. Man zieht dann sicher getrennt los, aber das ist wieder nur ein Kompromiss. Es geht, aber schöner ist es, wenn man ähnlich tickt.

Attraktivität
Wichtig! In meiner vorherigen Beziehung fehlt diese Anziehung und daran ist sie unter Anderem gescheitert. Der Partner muss in den eigenen Augen attraktiv sein, ich möchte ihn gerne ansehen und berühren. Hier sollte man keinen Kompromiss machen.

Gemeinsame Zukunft
Für mich ist eine Beziehung nur sinnvoll, wenn man eine gemeinsame Zukunft plant, gerne auch über Jahre und Jahrzehnte. Es kann immer anders kommen, aber grundsätzlich brauche ich diesen Plan im Kopf, dass mein Partner der einzige bleibt für den Rest meines Lebens. Und das muss ich auch bei meinem Partner spüren.

Ich kann von diesen Punkten nicht ein oder zwei streichen, das würde meiner Vorstellung von einer Beziehung zuwiderlaufen. Deshalb müssen für mich alle vier Punkte erfüllt sein.

Aber das ist nur meine Meinung. Die Welt und die Menschen sind bunt. Mir ist völlig klar, dass andere Leser das völlig anders bewerten und eher Beklemmungen kriegen, wenn alle vier Punkte erfüllt sind (zum Beispiel wegen zu viel Nähe).
 
  • #5
Gegensätze ziehen sich an? Gleich und Gleich gesellt sich gern?

Eigentlich kommt es nicht auf solche "Glaubenssätze" an. Wir verheddern uns sogar oft in Glaubenssätzen.

Wirklich wichtig sind die Kernkompetenzen:
- Kommunikationsfähigkeit
- Kompromissfähigkeit
- Empathiefähigkeit
- Konfliktfähigkeit
- Bindungsfähigkeit

... sind diese von BEIDEN erfüllt, folgert daraus automatisch Vertrauen, Ehrlichkeit, Offenheit, Verständnis, Austausch von Interessen usw.
 
  • #6
Liebe FS, ich bin auch w und 52. Ähnliche Anschauungen und Werte sind für mich sehr wichtig. Was meinst Du mit "passendem Charakter und Temperament"? Wenn 2 Duracell-hasen aufeinander treffen, kann es sehr anstrengend werden. Ich habe es immer als ausgleichend und wohltuend empfunden, dass mein Mann der ruhigere Part ist. Nicht zu verwechseln mit Langweiler oder Schlaftablette. Ähnlichen Humor halte ich auch für sehr wichtig. Mann und Frau sollten über sich selbst und das Leben auch mal lachen können. Attraktivität liegt im Auge des Betrachters. Körperpflege, Normalgewicht und gepflegte und passende Kleidung sind für mich wichtig bei einem Partner. Ich möchte keinen Mann, der sich gehen lässt. Was ich auch wichtig finde, ist ein passendes Nähe-und Distanzverhältnis. Wenn einer der Bittsteller ist und der andere ist genervt von, seiner Meinung nach, zuviel Nähe, ist das für eine Beziehung Gift. Zu den Interessen: ich finde es wichtig, auch unterschiedliche Interessen zu haben. Man ist schließlich, wie im in einer Fragestellung hier im Forum leider der Fall, kein siamesischer Zwilling. Wir haben unterschiedliche Jobs und Arbeitgeber. Auch hat jeder einen eigenen Freundeskreis. Zusätzlich zu gemeinsamen Freunden. Wir gehen unterschiedlichen Hobbys nach und tauschen uns darüber aus. Ich glaube, das "Rezept" für lange und glückliche Ehen ist, man selbst zu bleiben und sich weder zu verleugnen, noch zu verbiegen.
 
  • #7
Pffff, wenn es nur das wäre - da hätte ich ja schnell einen guten Partner finden können. Mit allen vier Punkten.

Nein, es ist ja noch ganz, ganz wesentlich, dass man jemanden cool und sexy findet, dass es prickelt. Für mich muss ein Mann ganz bodenständig und solide und gleichzeitig gründlich mit dem Kamikaze-Gen infiziert sein, sonst langweilt er mich nach kürzester Zeit fast zu Tode und die tollsten Übereinstimmungen der Welt sind für die Katz.

Ich war mir sicher, dass ich solch einen Kerl nicht finden würde und wäre auch völlig entspannt alleine geblieben - viel lieber als irgendeinen faulen Kompromiss einzugehen.

Das war nicht nötig, ich bin nun seit einigen Jahren wieder verheiratet. Es gehörte aber auch eine dicke Portion Glück dazu, dass wir uns über den Weg gelaufen sind, da mache ich mir keine Illusionen.
 
  • #8


5. Gemeinsame Vergangenheit

Beide sollten sich im 1x oder 2x Alter kennen- und liebengelernt haben und sich nicht am total verkorsten 3x, 4x und 5x Singlemarkt verbraucht haben!

Ist halt ein Paradoxum, denn wenn man bereits 3x, 4x, oder 5x alt ist und es damals nicht gebacken bekommen hat, kann man das niemals wieder revidieren. Ich sehe das inzwischen immer klarer, dass es überhaupt nicht möglich ist später nochmal eine ähnlich Qualität zu erreichen. Das läuft alles nur noch unter "Schadensbegrenzung".

V.m47
 
  • #9
Ja, Du hast etwas ganz wichtiges vergessen:
Ein sehr ähnliches Nähe-Distanz-Bedürfnis, (auch) absolut essentiell, um dauerhaft miteinander glücklich zu sein.
ErwinM, 48
 
  • #10
Für mich ist eine Beziehung perfekt wenn man

1. sich gegenseitig achtet und schätzt
2. sich aufeinander verlassen und vertrauen kann
3. nicht betrügt
3. nicht belügt
4. den anderen nicht einengt, nicht unterdrückt.

Alles Andere kommt von selbst.

Und "Attraktivität" ist relativ denn jeder hat seinen eigenen Geschmack.
Ich möchte weder einen Brad Pitt noch eine Heidi Klum an meiner Seite haben. Weder männlich noch weiblich mein Typ. Außerdem ist mir egal, wie andere Menschen meinen Partner optisch finden. Ich bin nicht stolzer auf ihn nur weil er ein gutaussehender Mann ist. Solange er mir optisch gefällt und er nicht schlunzig herumläuft oder riecht ist für mich alles im Lot.
 
  • #11
Au weia - das klingt für mich wirklich nach Langweiler bekommt die Schlaftablette.
So, wie die Ehe in dem Thread, in dem er sich fragt, warum sie nach 25 Jahren nicht mehr so weiter machen will.
Wo bleiben Genuss, Inspiration, Unberechenbarkeit, animalischer Sex, Eigenständigkeit der Persönlichkeiten?
Abenteuer Leben? Freude, Erfolge, Überraschungen und Spiel und Spass? Alles Fehlanzeige.
Eine Frau, die immer meiner Meinung ist, die gleichen Ziele wie ich hat, keinerlei eigene Interessen - ne, diese Frau könnte aussehen wie gemalt, für mich wäre sie schnell langweilig. Und damit unattraktiv.
Ich will eine Frau, die mich mit ihrem Dickkopf herausfordert. Deren Intelligenz mich fordert. Deren Ideen verrückt sind und deren Körper mich vergessen lässt, dass ich eigentlich im Alter für Viagra wäre. Das Ganze jetzt, hier und heute.
Gemeinsame Freude, Spass und Genuss
gegenseitige Attraktivität durch eigenständige Persönlichkeit und Interessen
Charakter, Ansichten und Weltanschauung nicht konträr
Leben in der Gegenwart
.. das wären meine 4 Punkte
 
  • #12

5. Gemeinsame Vergangenheit

Beide sollten sich im 1x oder 2x Alter kennen- und liebengelernt haben und sich nicht am total verkorsten 3x, 4x und 5x Singlemarkt verbraucht haben!
"Schadensbegrenzung".
V.m47
Das sehe ich in keiner Weise so.

Mein Mann und ich sind sicherlich eher spezielle Menschen und wir sind beide der Meinung, dass wir miteinander die beste Beziehung unseres Lebens führen, Wir sind in keiner Weise verschlissen und verbraucht, sondern haben Erfahrungen gesammelt, ohne Verbitterung unsere Beziehungen beendet und verarbeitet und waren beide im Herzen zutiefst frei als wir uns fanden.

Wären wir voreingenommen, mit absurden Maximal-Anforderungen und einem enormen Erfolgsdruck aufeinander zu gegangen - wer weiß, vielleicht wären wir gescheitert.

Liebe FS, bitte lass Dir nicht einreden, dass Beziehungserfahrung auf jeden Fall einen Menschen zu einem moralisch verrotteten Wesen werden lässt. Valmont trägt leider schwer an seinen Dämonen, das ist tragisch mit anzusehen.
 
  • #13
Ich halte die Kriterien für schlecht formuliert:

Was heißt denn nun "passender Charakter"?

Passt gleich und gleich, passt der Gegensatz? Das ist doch nun wirklich nicht fassbar.

Oder was "gemeinsame Zukunft"?

Das müsste vielleicht heissen: Ähnliche Ziele.

Oder was "Attraktivität und körperliche Harmonie"?

Wenn es heissen würde: Gleiches Attraktivitätsnivieau und gegenseitige Anziehung, vielleicht.

Aber Attraktivität kann keine Voraussetzung für alle sein, weil wenn man ehrlich ist, die Attraktivität bei den meisten Menschen mit zunehmendem Alter stark nachläßt.

Körperliche Harmonie kling ganz schon schwulstig. Ich stelle mir da direkt Menschen vor, die den ganzen Tag Yoga machen und meditieren. Wahrscheinlich ist "gegenseitige sexuelle Anziehung" gemeint.

Wichtig ist allein, wie man selbst die Kriterien festlegt. Etwas, was alle Menschen glücklich macht, gibt es nicht.

Es gibt sicherlich Eigenschaften und Umstände, die einer Partnerschaft generell zuträglich sind wie zum Beispiel Verbindlichkeit, konstruktive Formen Konflikte auszutragen, positive Beziehungs- und Bindungserfahrungen, Reflektionsfähigkeit, Sprachliches Ausdrucksvermögen, ähnlich Vorstellungen, Werte und Erfahrungen, abgesicherte und auskömmliche Lebensverhältnisse, Zufriedenheit und Ausgeglichenheit, körperlich Gesundheit, Durchhaltevermögen, Geduld etc...

Aber wer hat diese Eigenschaften und Umstände schon?
 
  • #14
Einige schrieben hier schon Vieles, was ich auch unterschreiben würde. Allem voran, ähnliche Werte, Einstellungen, Zukunftspläne. So oberflächlich es auch scheint: Die gegenseitig empfundene Attraktivität spielt eine wichtige Rolle. Ansonsten wird es spätestens schwierig, wenn die erste Verliebtheit verflogen ist und die sexuelle Aktivität abnimmt. Der Mensch ist primitiv und so ist für viele von uns der Sex der Klebstoff, den eine dauerhafte Beziehung braucht. So lassen sich Krisen überstehen und man ist einander wieder zugewandter.
Zudem fällt mir noch etwas weniger Greifbares aber Wichtiges ein: Die gemeinsame Wellenlänge. Diese findet sich selten.
 
T

Toi et moi

Gast
  • #15
Nach Anna Karenina Prinzip müssen folgende Kriterien erfüllt sein, damit es mit einer glücklichen Familie gelingt.
Die Kriterien sind: Sexuelle Anziehung, Geldfragen, Religion und Lebensanschauung, Schwiegereltern und Kindererziehung. Es ist basiert auf den ersten Satz des Romans Anna Karenina von Tolstoi: Alle glückliche Familien gleichen einander, jede unglückliche Familie ist auf ihre eigene Weise unglücklich.
 
  • #16
Vielen Dank für die vielen Rückmeldungen!!!
Ein paar davon - alle schaffe ich nicht - möchte ich herausgreifen und beantworten:

@ Amaryllis2015:
Da liegt der Hase im Pfeffer. Ich wollte nämlich mal wissen, wie “normal” oder “unnormal” ich mit meiner Beziehung bin. Und da ist es tatsächlich so, dass eben nur die Pkt. 1 und 2 stimmen, mehr geht nicht... Und ich fühle mich lange schon schuldig deswegen, weil ich die Beziehung immer wieder bremse, eben aus diesem Grund, dass ich das Gefühl habe, es trägt langfristig einfach nicht.

@ Kaktus:
Ja – und ja! Ausgleich finde ich auch sehr schön, und ein 2. Ich wäre entsetzlich! Früher dachte ich mal ich stehe auf Gegensätze, aber die können ggf. sehr krass werden und zu einem schnellen Ende der Beziehung führen.

@ saepe_insicia:
Das alles meine ich mit Pkt. 3.

@ ErwinM:
Danke. Wobei dieses für mich auch aus den anderen Punkten entsteht – oder nicht entsteht. Manche Menschen ertrage ich schon einen ganzen Tag lang nicht, andere gerne 4 Wochen und länger ;-)
Ich glaube nicht, dass man dieses Bedürfnis objektiv festsetzen kann, es ist wahrscheinlich veränderlich, obwohl jeder Mensch natürlich eine Tendenz hat.

@Tom26
Ja, das dachte ich auch mal mit 26 ;-) alles zu seiner Zeit ;-)) Aber ich kann Dir jetzt schon sagen, dass Dich solche Vorstellungen sicherlich eine ganze Zeit lang umhertreiben, aber nie zur Ruhe kommen lassen werden.
Irgendwann kommt aber bei jedem der Punkt, wo er das ganze Theater leid ist. Wo man verschiedenste Erfahrungen gemacht hat, z. B. dass es fantastischen Sex ohne Liebe geben kann und umgekehrt lange Phasen der Verliebtheit ohne diese Erfüllung, und wo man sich irgendwann einfach nach dem Partner sehnt, der einen nicht nur aufwühlt und aus der Reserve lockt, sondern der wirklich zu einem passt (alles eingeschlossen!). Als Lebenskonzept. Die Einschränkung meiner Ausgangsfrage, dass das die wenigsten Menschen und Paare wohl erleben, kann man statistisch dabei zugrundelegen, aber eben nur statistisch - der Zufall streut das!

Da wir ja Gott sei Dank noch nicht (wieder) der Zwangsverheiratung ausgesetzt sind, finde ich es eigentlich schön und wertvoll, sich dieser Dinge bewusst zu werden und sie beeinflussen zu können, die für jeden von uns eine erfüllende Partnerschaft ausmachen.
 
  • #17
Nach Anna Karenina Prinzip müssen folgende Kriterien erfüllt sein, damit es mit einer glücklichen Familie gelingt.
Die Kriterien sind: Sexuelle Anziehung, Geldfragen, Religion und Lebensanschauung, Schwiegereltern und Kindererziehung.

Wow. Da müsste ich resignieren. Außer Kindererziehung (was in meinem Alter vorbei ist), würde in meiner derzeitigen Beziehung gerademal 1/16 passen, nämlich die Lebensanschauung, und zwar nur zur Hälfte. Wobei die Schwiegereltern für mich das geringste Problem wären, wären sie 1. noch da und 2. weit weg ;-)
 
  • #18
5. Gemeinsame Vergangenheit

Beide sollten sich im 1x oder 2x Alter kennen- und liebengelernt haben und sich nicht am total verkorsten 3x, 4x und 5x Singlemarkt verbraucht haben!
Gemeinsame Vergangenheit halte ich auch nicht für entscheidend... warum auch? - hört sich irgendwie auch bisschen langweilig an, zumindest ist anders spannend. Entscheidend ist die Akzeptanz der Vergangenheit des Anderen und das diese Vergangenheit verarbeitet ist. Nicht alle, die in den Dreißigern und weiter sind, haben ein verkorkstes Beziehungsleben hinter sich und damit ein verkorkstes Seelenleben. Ach ja: Loyalität ist für mich noch ganz wichtig...
 
  • #19
Ähnliche Weltanschauungen,
Einstellung zur Religion
Gleicher Einstellung zu Geld
Ähnlich intelligent
Ähnliche Werte
Hobbys die zueinander passen
Hobbys die nicht zu einander passen
Passender Charakter/ Temperament - kann aber auch konträr sein
Attraktivität
körperliche Anziehung
Guter Sex
Gemeinsame Zukunftspläne
Weder konfliktscheu, noch harmoniesüchtig
Ähnliche Ruhezeiten ( Nachtmensch / Tagmensch)
Nähe / Distanz
Eigenständigkeit
Spiel, Spass, Spannung
Ähnliche Einstellung zum Thema Ernährung
Ähnliche Einstellung zum Thema Kinder
Verhältnis zu den Eltern
Positiv sein
Freiraum
HUMOR - einen Witz erklären müssen, Nein Danke
usw. usf.

Ganz wichtig dabei: Vieles sollte ähnlich sein, damit es nicht zu Dauerdiskussionen führt, aber auch ganz wichtig: einiges MUSS anders sein. Zu gleich, da würde ich einschlafen.

Wenn es nur das wäre was du schreibst, - so kenn ich sehr viele. Und mit keiner würde es passen.

In einem "Kindergarten"-Forum hab ich mal gelesen, wenn man sich liebt, dann wäre alles egal. Was aber ist die Grundlage für diese Liebe???

M 47
 
  • #20
Ich bin da sehr bei @amaryllis2015 Post! Sie hat sehr schön erklärt, warum Anziehungskraft und gleiche Wellenlänge so wichtig sind, auch warum sie das Gefühl der gemeinsamen Lebensplanung braucht kann ich nachempfinden.

Für mich müssen diese 4 Punkte MINDESTENS erfüllt sein und noch ein paar mehr. Warum ist für dich gemeinsam Probleme lösen, Spass haben, miteinander lachen können erst zweitrangig wichtig? Das gehört doch dazu, zu Punkt 1. Das Leben und die Beziehung sind doch nur dann schön, wenn man auch miteinander lachen kann.

Treue und Achtung voreinander sind für mich Punkte die ganz wichtig sind und ohne die eine glückliche Beziehung nicht möglich wäre. Und auch die Anziehungskraft/Attraktivität Stufe ich sehr sehr hoch ein. Nicht weil ich oberflächlich bin, sondern weil es genau das braucht um seinem Partner treu zu bleiben und eine Beziehung eine gute Sexualität braucht, welche nicht möglich wäre, wenn ich meinen Partner nicht begehre und attraktiv finde.

Insgesamt ist dein Anspruch ziemlich gering würde ich sagen. Richtig glückliche Beziehungen sind alleine darauf nicht aufgebaut, sondern es passt deutlich mehr. Viele Kleinigkeiten stimmen dann überein, von denen du sie in die Kategorie "zwei" einordnest oder gar nicht aufzählst.
 
  • #21
Ist halt ein Paradoxum, denn wenn man bereits 3x, 4x, oder 5x alt ist und es damals nicht gebacken bekommen hat, kann man das niemals wieder revidieren. Ich sehe das inzwischen immer klarer, dass es überhaupt nicht möglich ist später nochmal eine ähnlich Qualität zu erreichen. Das läuft alles nur noch unter "Schadensbegrenzung".

Das klingt ziemlich frustriert. Wer die Erinnerung an die "böse Ex" tief in sich vergraben mit sich herumträgt und im Grunde darauf lauert, dass die "Neue" auch irgendwelche Fehler hat, der gibt einer neuen Beziehung keine Chance und kann es im Grunde gleich bleiben lassen.

Das Kriterium ist dann eher: beide sollten mit ihrer Vergangenheit Frieden geschlossen haben und nicht noch dauernd die Schäden aus ihren gescheiterten Beziehungen verarbeiten. Sonst hast Du Recht, dass das negativen Einfluss hat.
 
T

Toi et moi

Gast
  • #22
Wow. Da müsste ich resignieren. Außer Kindererziehung (was in meinem Alter vorbei ist), würde in meiner derzeitigen Beziehung gerademal 1/16 passen, nämlich die Lebensanschauung, und zwar nur zur Hälfte. Wobei die Schwiegereltern für mich das geringste Problem wären, wären sie 1. noch da und 2. weit weg ;-)
So wie ich es verstanden habe, geht es darum, dass alle diese Kriterien erfüllt sein müssen und wenn nur ein Kriterium nicht passt, kann die Beziehung nicht glücklich werden. Ich sehe es bei meiner Freundin, die sehr glücklich verheiratet ist, sind alle diese Kriterien vorhanden. Bei mir waren die Schwiegereltern, die von Anfang an keine Beziehung für ihre Kinder wollten. Es gibt Fälle, wo alles passt außer Sex oder alles passt außer Geld. Deshalb diese Aussage, dass alle glückliche Familien auf gleiche Art glücklich sind, jede unglückliche Familie auf ihre eigene Art unglücklich ist.
 
  • #23
Deine ersten 4 Punkte sind absolut wichtig und auch für mich unverzichtbar für eine gut funktionierende Beziehung.
Was ich auch für extrem wichtig halte:
-Beide sollten ein gutes Verhätnis zur eigenen und natürlich auch zur Familie des Partners haben (also im Großen und Ganzen)
-Sex spielt eine Rolle - Beide sollten ein ähnliches Bedürfnis danach haben - egal ob wenig oder viel, aber eben nicht zu unterschiedlich
- Beide sollten eine Arbeit haben in der sie sich wohl fühlen
- Je einen unterschiedlichen Bekanntenkreis, damit man nicht alles nur zusammen unternimmt (z.B. sie geht mit Mädels weg, er schaut mit Kumpels Fußball)
-wenn man Kinder hat, sollte man sich trotzdem noch die Zeit für Zweisamkeit nehmen
-Gesundheit ist ein wichtiges Thema. Krankheiten sind belastend - auch für eine Beziehung. Da hat man allerdings wenig Einfluss drauf...
Vermutlich gibt es noch viele Kriterien, aber im Allgemeinen sollte man mit sich und seinem Leben zufrieden sein - ein unzufriedener Mensch kann meiner Meinung nach keine gute, unbeschwerte Beziehung führen.
 
  • #24
beide sollten mit ihrer Vergangenheit Frieden geschlossen haben
Auf Valmont bezogen ist das leider etwas schwierig, denn seine Frau ist gestorben; insofern ist diese "Frustration" etwas anders einzuschätzen. Trotzdem ist es ein Beispiel, dass man Frieden schließen sollte, auch in solchen Situationen. Man hat nur dieses eine Leben und da ist es doch wirklich schade, wenn man einem nicht erfüllbaren Ideal hinterhertrauert anstatt sich selbst die Chance zu geben, mit jemand anderem glücklich zu sein. Leider befindet V sich auch noch in der Situation, dass er außer seiner Jugendliebe keine andere Beziehung hatte.
Die Aussage "wenn man sich liebt, ist alles egal" halte ich auch für sehr fragwürdig. Leute, die solche Aussagen tätigen, sind oft in Beziehungen, die viel Streit beinhalten und wo es "nicht mit und nicht ohne" geht. Da wird die Situation der Beziehung an sich in den Vordergrund gestellt und nicht das, was sie ausmacht.
 
  • #25
Hmmm. Für mich tönt diese Liste deprimierend. So nach quadratisch, praktisch, gut. Mir fehlt die Inspiration, die Freude, das Überraschende, Lebendige, auch das sich reiben können aneinander, die Bereitschaft, sich wirklich aufeinander einzulassen, gerade in der Andersartigkeit. Jemanden, der gleich wäre ist wie ich, möchte ich nicht (grässliche Vorstellung!). Mir fehlt das Gefühl, das ist mein Mensch, den ertrage ich auch, wenn ich genervt oder schlecht gelaunt bin oder wenn er Grippe hat.
Nein, es ist ja noch ganz, ganz wesentlich, dass man jemanden cool und sexy findet, dass es prickelt.
Ja, so könnte man es zusammenfassen. Wobei ich nicht Expertin für lange Beziehungen bin, und eine perfekte Beziehung hatte ich nie und strebe sie auch gar nicht an. Wenn es heute gut ist, ist es gut. Was in ein paar Jahren ist, werde ich dann sehen.

Frau 50
 
  • #26
Dieser Thread beantwortet wieder die Frage, warum einige trotz kontinuierlicher Suche sehr lange Single bleiben werden. Und das sage ich als überzeugter Single. Angefangen vom Titel bis hin zu den abstrusen Listen. Glaubt hier einer ernsthaft, dass bei funktionierenden Beziehungen diese ganzen Punkte einfach mal gepasst haben?

m35
 
  • #27
Für mich müssen diese 4 Punkte MINDESTENS erfüllt sein und noch ein paar mehr. Warum ist für dich gemeinsam Probleme lösen, Spass haben, miteinander lachen können erst zweitrangig wichtig?

Treue und Achtung voreinander sind für mich Punkte die ganz wichtig sind und ohne die eine glückliche Beziehung nicht möglich wäre.

Insgesamt ist dein Anspruch ziemlich gering würde ich sagen. Richtig glückliche Beziehungen sind alleine darauf nicht aufgebaut, sondern es passt deutlich mehr. Viele Kleinigkeiten stimmen dann überein, von denen du sie in die Kategorie "zwei" einordnest oder gar nicht aufzählst.

Ich hatte ja geschrieben, ich will die für mich WICHTIGSTEN Punkte aufführen, klar gäbe es noch viele andere!! Achtung und Treue zählt bei mir dann unter "Charakter" ;-)

Über meinen Anspruch habe ich so noch nie nachgedacht, ich denke, dass er sowieso meist eher zu hoch ist! Wir sind doch alle Menschen, und niemand ist perfekt. DEN perfekten Partner zu finden, wenn man so hohe Ansprüche hat, das käme einem Sechser im Lotto gleich. Jetzt ahne ich, warum so viele Single sind...

Ich bin eher kompromissbereit. Da ich manchmal aber auch nur halb-glücklich bin mit 2 von 4 Punkten, die bei mir/ uns stimmen, habe ich mich eben gefragt, ob ich nicht vielleicht zuviel verlange. Ich schätze es durchaus, einen Partner zu haben, der weder cholerisch noch streitsüchtig ist, sondern auf Harmonie bedacht, der von seinen Interessen und Freizeitaktivitäten sehr gut zu mir passt, der die Welt positiv sieht, wenn ich sie negativ sehe, und der auch von seinen sonstigen (politisch-religiösen) Ansichten zu mir passt.
Das bedeutet für mich Ergänzung und Gemeinsamkeit.

Mehr zu verlangen (z. B. Humor, Spaß, guter Sex/ Anziehungskraft, gemeinsame Zukunftspläne usw.) hieße dann eben die Beziehung generell in Frage zu stellen...

Wenn ich die Kriterien von "Leopardin" dagegen nehme:
"1. sich gegenseitig achtet und schätzt
2. sich aufeinander verlassen und vertrauen kann
3. nicht betrügt
3. nicht belügt
4. den anderen nicht einengt, nicht unterdrückt."

wäre schon alles paletti!

Also ist das doch wahnsinnig unterschiedlich, was Menschen von ihrer Beziehung erwarten, was für sie wichtig und weniger wichtig ist.

Danke Euch allen erst einmal, auf alle Antworten kann ich momentan nicht eingehen, gerne später mehr.
 
  • #28
...Angefangen vom Titel bis hin zu den abstrusen Listen. Glaubt hier einer ernsthaft, dass bei funktionierenden Beziehungen diese ganzen Punkte einfach mal gepasst haben?
m35

Hallo Max, klar ist das abstrus ;-)
Es geht ja nicht im wahren Leben darum, diese Listen abzuarbeiten, sondern nur darum, mal herauszufinden, was Menschen eben generell für wichtig und unverzichtbar halten. Und wie man sieht ist das sehr unterschiedlich.

Überzeugte Singles sind da fein raus... Verzichten Sie dann auch auf all die Annehmlichkeiten, oder heißt überzeugter Single nur, sich einfach nicht binden zu wollen? Spaß ja, Verantwortung nein? Da geht vieles an Tiefe verloren, was zwischenmenschliche Beziehungen eigentlich erst ausmacht, wenn der Mensch zur Ware wird.
 
  • #29
Glaubt hier einer ernsthaft, dass bei funktionierenden Beziehungen diese ganzen Punkte einfach mal gepasst haben?

Doch, ich denke, das ist (war) überwiegend genau so! Allerdings greift hier auch wieder das Zeitparadoxum, denn viele der genannten übereinstimmungswürdigen Kriterien sind ein dynamischer Prozess, der in der Jugend noch gebildet wird, aber später nicht mehr reversibel ist.

Ich mach das mal beispielhaft an einem genannten Punkt fest:

-Beide sollten ein gutes Verhätnis zur eigenen und natürlich auch zur Familie des Partners haben (also im Großen und Ganzen)

Eine Frau hat mit 20 ein gutes Verhältnis zu ihren Eltern und ihrer Familie allgemein. Dann lernt sie einen Tunichtgut kennen und hält an ihm, gegen der Rat ihrer Familie fest. Sie bekommt von ihm ein Kind und sie bricht ihre Ausbildung ab. Er betrügt sie, verlässt sie und kümmert sich auch nicht um das Kind. Durch ihre insgesamt schwierige Situation verschlechtert sich das Verhältnis zu ihrer Familie immer weiter.

Jetzt das Paradoxum:

- Hätte sie mich damals kennengelernt, hätte sie ein gutes Verhältnis zu ihren Eltern und ihrer Familie, denn ich bin sowas wie ein schwiegermutterkompatibler Superkandidat (das ist ist für vieler Frauen, wie diese hier, an sich schon ein Ausschlußkriterium!)
- Sie wäre aber auch gar nicht auf dem Singlemarkt vertreten, denn sie wäre ja mit mir verheiratet!

- Ich würde sie heute aber nicht mehr nehmen (wie Chicken), denn sie hat ja ein schlechtes Verhältnis zu ihren Eltern. (immer noch, denn der Vater des Enkels tauchte unlängst leicht angetrunken und viel zu spät zur Abiturfeier des Enkel auf und sie hat ihn wieder verteidigt, weil er überhaupt kam)

Aus der Nummer kommt sie niemals mehr raus, denn es ist nicht reversibel!

Fakt ist, dass alle Frauen, die ich bislang bei meiner Suche traf, ein Sammelsorium von solchen Sachen haben, die sie nicht hätten, wenn sie nicht X Beziehungen, seit ihrer 1x der 2x Jugend, versemmelt hätten. Das Verhältnis zu den Eltern, oder die abgebrochene Ausbildung sind nur Beispiele!

V.m47
 
  • #30
Auf Valmont bezogen ist das leider etwas schwierig, denn seine Frau ist gestorben; insofern ist diese "Frustration" etwas anders einzuschätzen.

Es ist völlig egal, warum die Beziehung beendet wurde. "Ghosting" ist im Grunde ja ähnlich und es gibt auch sonst Beziehungen, die plötzlich und ohne Aussprache enden. Und so traurig es ist, wenn einer von beiden zu jung stirbt: es hilft in Bezug auf Beziehungen niemandem, den Verstorbenen dann auf einen Sockel zu stellen. Würde irgendein Verstorbener Wert darauf legen?
Die ganze Suche nach dem "perfekten" Partner, der "wahren Liebe" ist sowieso völlig absurd. Einigen würde etwas mehr Realismus sicher helfen, Valmont ganz sicher. Auch Listen mit Kriterien helfen wenig. Man merkt doch nach einer Weile, ob es passt oder nicht.
 
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