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Gast

  • #1

"Küssen kann man nicht alleine" ...

Wie macht ihr das, wenn euch in eurem Alleinleben die berühmte Decke auf den Kopf fällt?
Wenn ihr Sehnsucht nach Intimität habt, die mangels Partner/Lover nicht gestillt werden kann?

Der Ratschlag, die Freunde abzuklappern oder sich dem Hobby zu widmen, ist dabei bestimmt nicht hilfreich, auch wenn er immer gerne bemüht wird.

Manchmal weine ich mich in den Schlaf, weil ich dieses liebevolle Miteinander so sehr vermisse.
...und ich lebe schon länger alleine, Partnersuche (aktiv und passiv) war bisher erfolglos.

w
 
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Gast

  • #2
Abends im Bett habe ich auch öfters die Krise. Am Tag: arbeiten, Hobbys (Sport) nachgehen, Sachen erledigen, vorhandene Kontakte pflegen, auch mal alleine rausgehen, z. B. öffentliche Feste, alleine hingehen, wo man hingehen kann, unversteift hoffend, dass sich etwas ergibt. Heute versuchte ich auf einem Fest, den Kontakt zu einer interessanten Frau herzustellen, die mich beachtete. Sie war mit zwei Männern dort; es stellte sich heraus, dass keiner von beiden ihr Freund, sondern beide nur Begleiter waren. - Ich verstehe Dich, es ist nicht einfach.
 
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Gast

  • #3
Du sprichst mir aus dem Herzen, FS! Geht mir ganz genau so! Gerade jetzt, wo der Sommer zu seiner Höchstform aufläuft, man an den lauen Sommerabenden noch Lust hätte, zumindest nicht allein zu sein, oder am Wochenende den einen oder anderen Ausflug an den See oder ans Meer zu zweit zu machen ...
Ja, oder einfach abends nach der Arbeit mal jemanden zu haben, der einen in den Arm nimmt, mit dem man sich über den Tag unterhalten kann, oder der sich im Bett beim Einschlafen ankuschelt ...
Von Urlaub ganz zu schweigen ...

Genau - vieles kann man alleine machen (habe kürzlich auch alleine Strandurlaub gemacht) oder mit Freunden. Aber es bleibt immer dieser traurige Beigeschmack, weil einem die Intimität einer Liebesbeziehung fehlt, die eben durch nichts zu ersetzen ist!

Ich versuche mich manchmal mit dem Gedanken zu trösten, dass ich mich in meinen Beziehungen (die letzte liegt noch nicht all zu lang zurück) häufig auch einsam gefühlt habe.

w48
 
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Gast

  • #4
Geht mir fast genauso, nur weine ich mich nicht in den Schlaf, sondern flüchte in lesen, fernsehen .... und manchmal eine Flasche Wein, wenn das Tal zu tief ist. Oft ist es einfach nur abhängen und irgendwie die Zeit bis zum nächsten Arbeitstag rumzukriegen. Schwierig wird es, wenn die Rente droht und ich 7x24 Stunden zu füllen habe - einfach nicht dran denken.

Ich habe akzeptiert, dass es nichts mehr wird und befasse mich nicht mehr mit Partnersuche, sondern versuche andere soziale Kontakte aufzubauen, alte, früher intensive Freundschaften wiederzubeleben, um so ein bisschen Nähe zu erleben. Männer spielen in dieser Welt überhaupt keine Rolle mehr, die sind irgendwo verschwunden und befassen sich wohl mit anderen Dingen als wir Frauen, sodass es zu keinen Begegnungen mehr kommt. Klar trifft man sie im Fitnessstudio und der Wellnessanlage, aber man redet nicht miteinander, wenn man sich nicht kennt - komplette Ignoranz. Die körperliche Nähe hat mir früher sehr gefehlt, aber die "nur Sex"-Angebote statt Partnerschaftswillen waren dermaßen abtörnend, dass körperliche Nähe zu einem Mann undenkbar geworden ist. Hier habe ich auch akzeptiert, dass ich sowas nicht will und dass es was anderes nicht mehr gibt, jedenfalls nicht mit einem halbwegs ansprechenden Mann.
w, 55
 
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Gast

  • #5
Liebe FS
da hilft nur Loslassen.
Es gibt Phasen im Leben, da klappt es einfach nicht so wie man es sich wünscht.
Egal wie sehr man sich bemüht, das Schicksal will es anders.

Nach drei unglücklich geendeten Beziehungen in 8 Jahren kann ich mich momentan auf keine neue Beziehung einlassen. Obwohl ich mich sehr nach einer erfüllten Partnerschaft sehne.
Entsprechende Versuche in Singlebörsen verlaufen erfolglos. Und ich muss erkennen, dass es mit inzwischen 51 nicht einfacher geworden ist.

Es ist hart, dieses zu erkennen. Torschlusspanik.
Meine Freundin hat 3 Monate nach der Trennung von ihrem Partner ihren Traummann kennengelernt. Ich freue mich für sie, mich zieht es allerdings runter. Warum klappt es bei mir nicht ?
Das war der Punkt, an dem ich mich entschlossen habe, mich mehr beruflich zu engagieren.
Um abgelenkt, nicht so viel allein zu sein und weniger Zeit zu haben.
Ich habe mich aus den SB abgemeldet, mag mich nicht mehr selbst unter Druck setzen.
Phasen und schlechte Serien reißen irgendwann auch wieder ab.
Nachts wenn ich Sex vermisse, habe ich etwas Spaß mit mir selbst. Es ist leider zur Zeit wie es ist.
Ich lese viel mehr als früher, erfreue mich an den positiven Dingen in meinem Leben und glaube fest daran dass mir irgendwann der Richtige begegnen wird.
Dir alles Liebe und Gute. Und wenn du nicht mehr daran denkst... dann wird es passieren.
 
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Gast

  • #6
Liebe FSin,

in der Kälte dieser Gesellschaft stehst Du keineswegs alleine da. Gib nie auf, Du wirst den Partner finden, der Dich akzeptiert und liebt. Du wirst ihn finden, wenn Du überhaupt nicht damit rechnest.

Viele Menschen suchen nach Liebe; sie merken irgendwann, daß Konsum und Geld, Sex und Statussymbole nicht alles sind. Ich habe allerdings erleben müssen, daß beziehungsfähige Männer kaum als Partner nachgefragt werden bis ins hohe Alter der holden Weiblichkeit hierzulande, nachgefragt werden Machos, z.T. brutale Typen; das kippt dann erst sehr spät, so mit 35-40. Leider meist zu spät.

In meiner langen Zeit ohne Liebste pflegte ich ein sehr intensives soziales Leben mit vielen guten Freunden und Hobbies. Verpaßt habe ich die oberflächlichen Frauen und ONS, aber damit kann ich gut und gesund leben.

Es gibt kein Anrecht auf eine erfüllte Partnerschaft; wer diese haben will, muß aktiv dafür arbeiten - und weise wählen.

M Ende 30
 
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Gast

  • #7
Liebe FS

wieso lebst du ganz allein ?

Du kannst doch Single sein ohne dass du allein leben musst. Hat dir das keiner verraten ?
An deiner Situation kannst du sofort was ändern. Räum ein Zimmer frei und vermiete es
tageweise, dann kommt immer mal jemand vorbei. Vielleicht bleibt ein freundlicher Zimmergast.
Gegen Einsamkeit hilft Geselligkeit. Wenn du ungern allein bist solltest du es dir nicht antun.
Übrigens glaubst du kaum wie viele Ehefrauen sich noch viel öfter in den Schlaf weinen. Neben schnarchenden Ehemännern. Das liebevolle Miteinander kannst du nicht frei Haus bestellen, aber ich würde morgen mit der festen Absicht losziehen jemanden der dir gefällt unvermittelt zu küssen. Du musst ja nicht gleich auf den Mund küssen. Ich mach das immer so. Von Profilen in Datenbanken halte ich wenig. Du musst viele Frösche (weg-) klicken bis du endlich einen küsst.
 
  • #8
Ich habe etwas getan, was vermutlich die meisten für unmöglich halten: Ich habe meine Sexualität geändert. Von hetero- zu bisexuell. Wenn ich möchte verabrede ich mich einfach mit einem Schwulen und wir kuscheln oder machen wozu auch immer wir Lust haben.

In der Regel hilft kurzzeitig zumindest mir und allen mit denen ich bis jetzt darüber gesprochen habe auch Selbstbefriedigung.

Mir ist natürlich klar, dass du dein Sexualität nicht ändern kannst aber hast du schon mal darüber nachgedacht einen Freund/Freundin zu Fragen ob er/sie nicht bereit wäre mit dir zu kuscheln? Wenn du das nicht möchtest kannst du auch mal ausprobieren ob eine Massage von einem Masseur vielleicht schon helfen würde,
Ein Hobby kann so ein Verlangen zumindest nach meiner Erfahrung auf längere Sicht nicht stillen.
 
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Gast

  • #9
Hallo liebe/r w...

schön, dass Du einmal dieses Thema hier anbringst.
Ich denke, dass es vielen Singles so geht, machtlos es zu ändern.

Auch ich vermisse es..
Nach der Trennung hatte ich dass Gefühl, dass meine Lippen irgendwie nicht mehr zu mir gehören, ich hatte ständig das Gefühl, eine Hand auf dem Rücken spüren zu müssen, und nachts wurde ich wach, vom innerlichen Zucken, während des Träumens.

Was tue ich heute, jetzt, Monate nach Enthaltsamkeit, keinerlei Streicheleinheiten und dem Gefühl einen Körper zu besitzen, der nicht begehrt wird, mit all seiner jugendlichen Frische.

Ich gönne mir Gutes, ich nehme ein schönes Bad und geniesse ein gutes Glas Wein.
Ich lese in einem Buch und denke darüber nach, dass egal wie es kommt im Leben, ich es einfach nur noch geniessen werde, ohne all den Stress, den man sich macht und der das Leben vergiftet.

Kuschlige Decken, große Bettrollen, Aromaöle und Klangspiele die sich im Wind drehen,
helfen Dir und entspannen. Hole Dir das Telefon und rufe Deine beste Freundin an, lache und plane etwas Neues..

Fahre weg mit ihr und schlafe einmal woanders, es gibt schöne Hotels mit wunderbaren Angeboten für beste Freundinnen.

Es ist toll allein zu sein, gleichzeitig ist es eine Herausforderung und es ist toll Zweisamkeit zu geniessen. Schenke anderen ein Lächeln und versuche Berührung zu geben, zu empfangen. Drücke Hände, berühre Schultern, kleine Gesten, probiere und beobachte, es kommt viel zurück und Du kannst es aufnehmen. Es ist kein Ersatz, aber es hilft ungemein.

Ich drücke Dir die Daumen, dass Du diese Einsamkeit überwindest und der Tag kommt, an dem Du wieder Berührung und Küsse empfängst.

Ich weiss wie es Dir geht, Du bist nicht allein...

LG Gast w
 
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Gast

  • #10
nichts anders oder mehr als du auch. Was ich mache? Nichts. Allein sein erdulden oder versuche mich abzulenken.
Ansonsten bleibt das gleiche - manchmal weinen, manchmal die Hoffnung sich reinreden.
w.
 
  • #11
Besser mit Keinem, als mit dem Falschen. So bleibt man frei, für den Richtigen.
(Analog auch betreffend Frauen)

Frauen, auch ab 40+: Immer öfter abends gruppenweise unterwegs (zu sehen).
Und dabei so sehr beschäftigt und vertieft = wenig Offenheit für Andere.
Aber diese Frauen sind m.E. lebhafter und begeisterter = freier, als Frauen in männlicher Begleitung.
Dazu die Gruppendynamik.

So Manche legen sich ein Haustier zu, als "Partner-Ersatz."
z.B. Frau mit Hund = vermute ich: Wahrscheinlich Single.

Andere stürzen sich in mehr Arbeit oder mehr Freizeitbeschäftigung = Ablenkung.
Manche entdecken gar das Vereinsleben als "neue Familie".
weil ich dieses liebevolle Miteinander so sehr vermisse.
In wievielen Beziehungen geht es denn noch liebevoll zu ?
Selbst was nach außen noch liebevoll erscheint, kann in Wirklichkeit anders sein. So mancher Neid kann sich als Fehlinterpretation entpuppen.

Ich habe es als Mann aufgegeben, weiter liebevoll zu Frauen zu sein. Scheint nicht mehr gefragt zu sein, oder als "unmännlich" zu gelten ?
Man wird eher wie eine "Freundin" betrachtet, als ein Mann. Hat aber als "Freundin" dann ihnen das falsche Geschlecht -> Absagen. Also mache ich wieder alles alleine. Wäre ich dagegen eine Frau, dann wäre ich nicht alleine, z.B. Freundinnen..

Aber mit Freundschaften wird es m.E. schwieriger. Man trifft öfter auf Leute, die ständig was von Einem wollen oder brauchen. Sei es aus Egoismus, oder weil sie selber ihr Leben nicht bewältigen können.
Freundschaften sollen eine Bereicherung sein, nicht Belastung.

(m,52)
 
  • #12
Der Ratschlag, die Freunde abzuklappern oder sich dem Hobby zu widmen, ist dabei bestimmt nicht hilfreich, auch wenn er immer gerne bemüht wird
Hi FS, was denkst Du denn wieso dieser Rat oft bemüht wird? Weil er bei sehr vielen doch hilfreich ist. Das geht halt auch nur wenn man Leidenschaften schon vorher gepflegt hat. War in der Beziehung der einzige Lebensinhalt das verpaarte Wesen dann wird's echt schwierig. Hat man solche Leidenschaften hat man auch Freunde bei ebendiesen.

Ich hab halt dann meine Freundschaften und Hobbies noch intensiver gepflegt, ein Ehrenamt übernommen, und ja, da haben mich dann auch gute Freund öfter mal in den Arm genommen.

in der Kälte dieser Gesellschaft stehst Du keineswegs alleine da. Gib nie auf, Du wirst den Partner finden, der Dich akzeptiert und liebt. Du wirst ihn finden, wenn Du überhaupt nicht damit rechnest.
Ja gelle, die Welt ist soooo schlecht und kalt.... Sorry, sie ist so warm wie Du Sie Dir machst. Um ein Feuer zu machen musst Du halt vorher SELBST Brennholz sammeln. Wenn das bisher andere für Dich erledigt haben und diese nicht mehr da sind wird's halt kalt. (Ich hoffe Du verstehst die Analogie).
 
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Gast

  • #13
So Manche legen sich ein Haustier zu, als "Partner-Ersatz."
z.B. Frau mit Hund = vermute ich: Wahrscheinlich Single.
Schön wäre das. Da ich ein Auge auf einen Hundebesitzer geworfen habe, könnte ich mir ja sicher sein, dass er Single ist. Nein, ich hätte auch (und gerade) als Paar einen Hundewunsch.
Alleinsein finde ich gar nicht so schlecht, wenn es nicht ZU ruhig wird. Dagegen kann man eigentlich gar nichts tun, außer sich klarzumachen, dass eigentlich jeder allein ist. Nur als Paar merkt man es nicht ganz so.
 
G

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  • #14
Vorweg: Einen Partner, oder eine Partnerin kann man durch nichts wirklich ersetzen!
Aber: Für einen Mann ist das Problem leichter abzumildern, da der Dienstleistungsbereich wesentlich größer und damit auch vielfältiger ist.
Ich gönne mir ab und an den Luxus, eine Dame vom Escort Service für ein Wochenden (z.B. ein Reisewochenende) zu bestellen. "Vollziehen" kann ich leider nicht (keine Erektion), da mir natürlich immer unterbewußt klar ist, dass mich diese Frau nicht liebt und es nur ein Gaschäft ist... Wir haben als den Modus, dass wir die gesamte Zeit so miteinander verbringen, als wären wir ein Paar ...wir fliegen zusammen dorthin und wir übernachten also auch in einem Zimmer. Die Dame (es war bisher immer die selbe) ist in meinem Altersbereich und schick, aber nicht dem Gewerbe zuzuordnend gekleidet. Treffe ich an diesen Orten jemanden, der meine Frau noch kannte (z.B. Hotelpersonal), wird die Dame felsenfest für meine neue Partneirn gehalten. (Nur mein engerer Freundekreis ist natürlich eingeweiht.)

Es ist einfach schön...
- beim Abendessen im Restaurant mit jemandem zu sprechen und ihm in die Augen zu sehen (ein gewisses "Paargefühl", icht vergleichbar mit dem Essen mit Freunden)
- auch mal Hand in Hand zu gehen
- nach der Oper noch beim Zubettgehen darüber zu sprechen
- in der Nacht aufzuwachen und das Atmen eines Menschen neben einem zu hören
- beim Duschen warten zu müssen ;)
- Vorlieben für Fenster und Gangplätze im Flieger auszudiskutieren ;)
- etc.

m43
 
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  • #15
"Küssen kann man nicht alleine" ...aber man kann sich alleine lieben, dann braucht man auch nicht alleine küssen! Wer mit sich alleine nicht klar kommt, der wird es auch nicht mit einem Partner können, es ist die Basis, die Voraussetzung für eine gute Beziehung. Warum können wir erst dann alleine sein und alleine klar kommen mit all diesen mitgeteilten Problemen wenn erst etwas ganz schreckliches passiert sein muss und es anders nicht mehr geht, frage ich mich? Wie krank muss denn unsere Gesellschaft sein, wenn ich die verschiedenen Beiträge hier so lese, besonders, der von #13? Ich kann nur noch meinen Kopf schütteln. Eine solche Partnerin mit all den hier genannten Problemen des Alleinseins käme für mich niemals in Frage, solche Einstellungen kann ich schon im Profil zwischen den Zeilen lesen, sodass ein 1. Date niemals zustande kommen kann. Persönlich entwickelte Menschen haben diese Probleme nicht mehr! m/45
 
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  • #16
Liebe FS

Ich (m45) kenne das Gefühl leider nur zu gut. Ich gönne mir dann einfach selbst etwas schönes, koche mir selbst ein feines Menu nur für mich mit dem passenden Wein dazu. Oder ich fahre auf ein Genusswochenende irgendwohin...mache Tagesausflüge in die Berge, gehe Sport machen bis ich so richtig kaputt bin und dann wirklich todmüde ins Bett falle.

Die ganzen Geschichten wie ONS oder sonstige Dienstleistungsangebote lasse ich bewusst weg. Damit würde ich mich nur selbst anlügen...da ich genau das nicht will. Klar ist mir der Sex wichtig, viel mehr noch aber das Kuscheln, das sich Spüren füreinander da zu sein. Und das kann keine professionelle geben und wenn sie es für kurze Zeit schafft, fühlt man sich danach wie mit einem riesigen Kater.

Bei mir kam dazu, dass ich den ganzen Freundeskreis, den ich gemeinsam mit meiner Frau hatte, auch verlor zusätzlich zum Trauerschmerz (meine Frau starb an Krebs vor drei Jahren). Die Schwiegereltern machten mich verantwortlich und integrierten gemeinsam mit der sehr grossen Familie meiner ehemaligen Frau überall wo sie nur konnten. Es blieb mir nur ein Wegzug, da ich auch nicht die Kraft hatte, mich gegen die Anschuldigungen zu wehren. Das Landleben kann furchtbar sein.

Ich wurde zusehends empfänglicher für Streicheleinheiten, da ich diese total vermisste. Meiner Freundin, die ich per Singlebörse kennenlernte ging es genauso so dass wir zusammenkamen, weil wir Beide ausgehungert waren und die Signale, dass es nicht passt, komplett ignorierten. Irgendwann zog ich die Notbremse, wir sind nun Beide froh darüber...sie hat wieder einen Partner während ich noch Single bin.

Die aktive Suche habe ich eingestellt..ich habe offenbar ein falsches Suchverhalten bzw. meine Angaben in den Singlebörsen führen dazu, dass ich Frauen anziehe oder aussuche, die nur kurzfristig passen, sich aber auf Dauer als nicht die Richtigen herausstellen. Da das Ganze dann noch mit emotionalen Schmerzen verbunden ist, habe ich es aufgegeben aktiv zu suchen.

Es gibt mittlerweilen sehr gute Plattformen, auf denen man sich zu Anlässen verabreden kann ohne dem Ziel, dort einen Partner zu finden. Das Ziel ist einfach, mit anderen Leuten (m und w) gemeinsame Interessen (Theater, Kino, Schwimmen, Grillen am See, Wandern, Essen....) auszuleben anstatt das alleine zu machen. Ich bin da sehr aktiv geworden und war letzte Woche an 6 !! Anlässen mit verschiedenen immer netten Leuten von Kino über eine Männerrunde über Grillen bis hin zu einer Führung in einem Radiosender.

Es ist an jedem selbst, sein Leben in die Hand zu nehmen oder eben es wegzuwerfen, sich gehen zu lassen. Sich etwas Schönes zu gönnen, hellt das Gemüt auf und man ist dann auch viel offener für das Finden eines Partners...ein Teufelskreis.
 
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  • #17
Wenn der Partner als Lebensinhalt gesehen wird, man unabhängig davon keine Hobbies/Freundschaften wirklich gepflegt hat, dann wird es schwer.

Ich brauche auch in einer Partnerschaft immer Zeit für die Dinge, die ich gerne mache, Zeit mit meinen Freunden und es kam vor, dass das von einem Partner nicht verstanden worden ist, der sich fast nur auf mich konzentrieren wollte.

Ein langjährig bestehender und gepflegter Freundeskreis, Interessen, denen man intensiv nachgeht - weil es einem Spaß macht und nicht weil man gerade alleine ist, helfen schon enorm. Ich war bei aller vorhandenen Sehnsucht nach Zärtlichkeit und Nähe deswegen nie so verzweifelt, wie die TE.

Es ist hier wie immer im Leben: man sollte auf das schauen, was man hat und kann und daraus das Beste machen und nicht allzusehr dem hinterherhängen, was man gerade nicht hat.
 
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  • #18
Ich bin heimlich in einen Mann verliebt ... aber dieser Kerl will nicht. Wenn ich mir vorstelle, wie schön das hätte sein können ...

Aber sobald mir diese Gedanken kommen, zwinge ich mich, an andere Dinge zu denken. Z. B. denke ich mir: Man lebt nur einmal. Und kein Mann ist es wert, dass man immerzu traurig wegen ihm ist.

Und welche Beziehung ist heute auf Dauer glücklich? Hohe Scheidungsrate, schnelle Trennungen, nachdem der Alltag eingekehrt ist (ganz schlimm auch, wenn Kinder betroffen sind). Das wahre Leben hat nichts mit diesen Rosamunde-Pilcher-Schmonzetten zu tun.

Da macht man es sich als Single eben schön. Neben seiner Arbeit ein nettes Hobby, zur Zeit das schöne Wetter genießen, wenn die Tage in nächster Zeit wieder kürzer und dunkler werden (davor graut es mir schon etwas), macht man sich nette DVD-Abende und kann immer tun und lassen, was man will. Das hat doch auch was. Ich bin mir auch gar nicht sicher, ob ein Mann Lust dazu hätte, mit mir (auch mal) Stummfilme von Fritz Lang, Murnau und Ernst Lubitsch zu sehen ...
 
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Gast

  • #19
Wenn der Partner als Lebensinhalt gesehen wird, man unabhängig davon keine Hobbies/Freundschaften wirklich gepflegt hat, dann wird es schwer.
Die FS schreibt nicht, dass sie keine Hobbies und Freundschaften hat und pflegt. Sie schreibt, dass diese keinen Partner/Liebe/Intimität ersetzen können. Diese Sehnsucht bleibt auch wenn man noch so viele Freunde und Hobbies hat. M.M. ist das sehr ehrlich. Viele sind nicht so ehrlich - weder zu sich selbst, noch zu anderen.

m, 33
 
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Gast

  • #20
Geht mir auch so und jetzt im Sommer ist es noch schlimmer, wenn alle grillen, am Wasser sind, draußen sitzen im Restaurant, auf Dachterassen oder schlichtweg irgendwo im Urlaub sind.
Ich bin getrennt von meinem Mann und habe 2 Kinder. Er hat sie zur Zeit oft am WE und manchmal weiß ich dann gar nicht, was ich tun soll.
Ich bin wirklich trotz meiner 40 attraktiv, bin trainiert, habe eine gute Figur, lange schöne Haare, einen guten Beruf, einige nette Freunde und 2 gescheiterte Affären hinter mir, die zwar immer noch Interesse hätten, aber nur für egozentrische Plänkeleien inkl. Sex glaube ich.
Bei mir hat das nichts mit dem ALter zu tun. Mit 18 habe ich noch gemodelt bis 28, nebenher studiert bzw. gearbeitet... da hatte ich keine Zeit, einen Mann kennenzulernen, auch wenn ich immer mal einen hatte und auch schon dann und wann ne Beziehung hatte, ne 10jährige Ehe hinter mir habe.
Aber ehrlich gesagt kann ich nur sagen:
Verglorifiziere die Beziehungen nicht so!
Nach meiner Ehe muss ich sagen: Man kann in einer Beziehung mehr alleine sein als ohne Beziehung.
Und ganz ehrlich: Letztendlich ist doch jeder alleine und jeder fühlt sich mal alleine. Das ist ganz normal.
Ich hätte gerne mehr gute Freunde, die mich mit nach draußen ziehen bei dem Wetter - immer muss ich was initiieren. Aber nun.
In meiner Ehe hab ich die letzten Jahre auch nicht mehr geküsst.
So hab ich immerhin die Cance auf ne neue tolle Affäre...
Man muss mit sich selber glücklich sein, das kann einem kein anderer Mensch abnehmen.
Leider bin ich superschüchtern beim Flirten draußen. Ich guck immer gleich weg oder böse, wenn mich ein gutaussehender Mann anlächelt. Sehr kontraproduktiv!
 
  • #21
Nachdem hier schon viel geschrieben wurde, möchte ich nur einen konkreten Tipp geben (hat mir geholfen): Kein Fernsehen oder Kino! Dort werden Dir ständig schöne, glückliche und verliebte Menschen in einer idealen Welt gezeigt. Ein Alkoholiker auf Entzug geht doch auch nicht ins Spirituosengeschäft. Lieber aufs Fahrrad steigen oder Laufen gehen oder was auch immer.
 
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Gast

  • #22
Die FS hier.

Ich habe tolle Hobbies, einen kleinen, aber feinen Freundeskreis, einen spannenden Beruf, kann wunderbar mit mir alleine sein - und trotzdem ist da immer diese Sehnsucht nach einer Nähe, die einem Freunde und diverse "Ablenkungen" nicht geben können.
Natürlich kann ich bis zur Besinnungslosigkeit Sport treiben, mich ständig mit Freunden und/oder Bekannten verabreden, mich von einer Aktivität in die nächste stürzen... Habe ich alles getan oder tue es noch, aber das alles stillt nicht diese unendliche Sehnsucht nach dieser ganz speziellen Nähe.

Ich weiß gar nicht mehr, wie sich diese Innigkeit anfühlt und das macht mich so unendlich traurig.

Wenn ich die Wortmeldungen hier lese, bin ich froh, dass ich doch nicht so falsch ticke, wie ich immer glaube.
 
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Gast

  • #23
Ich, M29, seit über 2 Jahren single.
Ich versteh dich, das ist sehr hart, mir helfen da immer folgende Dinge:
1. Körperlich absolut auspowern (fitnesstraining)
2. An die negativen Seiten einer verflossenen Beziehung zu denken
3. Lächelnd zu beobachten wie andere Paare sich respektlos und lieblos behandeln und sich der sache bewusst werden, dass auch die Zärtlichkeit mit einer neuen Partnerin sehr wahrscheinlich nur von kurzer Dauer ist
4. Sich bewusst machen, dass man alle wichtigen Entscheidungen im Leben für sich ganz alleine, selbstständig und eigenverantwortlich treffen kann, dieses Gefühl der freiheit und Verantwortung ist beflügelnder als alle Streicheleinheiten der Welt (welche wie gesagt in den meisten beziehungen sowieso nicht sehr oft vorkommen, dafür gibts mehr streit und langwierige diskussionen, meistens wird nach außen hin nur gute mine zum bösen spiel gemacht)

Und die Zeit hilft auch, man wird mit jeder Woche, jedem Monat innerlich kälter und vergisst irgendwann sogar wie sich Zärtlichkeit anfühlt.

Du könntest dir die körperliche Nähe natürlich auch durch ONS oder oberflächliche Affären holen wenn du der Typ Frau dafür bist, oder du könntens daran arbeiten zu so einem Typ zu werden. Ist auch eine Möglichkeit, die ich für mich aber noch nicht in betracht ziehe da ich vermute dadruch mehr zu verlieren als zu gewinnen.
 
  • #24
Die FS hier.
Wenn ich die Wortmeldungen hier lese, bin ich froh, dass ich doch nicht so falsch ticke, wie ich immer glaube.
Was die FS sich wünscht - ist völlig normal und verständlich.
Die Umgebung, die das Gewünschte liefern könnte - ist nicht (mehr) normal.

Unter diesen vielen "Unnormalen" einen normalen Menschen zu finden, der das Gleiche wie die FS wünscht, und dazu ein Mann ist = passendes Geschlecht für die FS - das ist die Schwierigkeit (heutzutage).

Eigentlich ist das Ganze relativ einfach. Aber die meisten Menschen machen es so fürchterlich kompliziert, auch sich selbst gegenüber.

Also die Partnersuche und -findung zum Projekt machen. Das Ziel ist klar. Jetzt nur noch die passende Vorgehensweise und Strategie finden. Aber eben nicht kompliziert machen, sondern relativ einfache Wege finden. Engl. Sprichwort "Keep it simple"

Denn je einfacher man es (sich) macht, desto erfolgversprechender.

Sogar Männer direkt ansprechen, ist viel einfacher, als es sich die meisten Frauen vorstellen.
Man muß ja nicht direkt sein. Aber ein Vorwand findet sich fast immer.
Ich habe dabei und deswegen noch nie so eine Frau schlecht behandelt.

(m,52)
 
  • #25
Hallo in die Runde,
mit ein wenig Ehrlichkeit zu sich selbst ist es eigentlich klar, dass Einsamkeit das Schlimmste ist, was einem Menschen passieren kann.
Und ja, es gibt lange Partnerschaften mit viel Nähe und Zärtlichkeit bis zum Schluss, wenn der Tod alles beendet.

Und wenn man dann körperlich und geistig viel jünger geblieben ist, als es der Blick ins Dokument sagt, ist es um so schwerer, eine neue Partnerin zu finden.
Was mich aber in dieser Diskussion stört:
Männer werden eigentlich als "nicht beziehungsgeeignet" über einen Kamm geschert, und dass Männern ganz allgemein Kulturlosigkeit nachgesagt wird, macht mich maximal traurig.
Ich bin mir auch gar nicht sicher, ob ein Mann Lust dazu hätte, mit mir (auch mal) Stummfilme von Fritz Lang, Murnau und Ernst Lubitsch zu sehen ...
m/57