• #1

Leben nach Dienstplan: Kann ich in der Beziehung überhaupt glücklich werden?

Hallo liebes Forum,

ich bin 38 Jahre alt und seit knapp 6 Monaten mit einer 30 jährigen Chirurgin in Ausbildung (Assistenzärztin)) zusammen.

Wir wohnen getrennt (etwa 30km).
Sie arbeitet nach Dienstplan, d.h. immer wchselnde Arbeitszeiten, Schichtdienst und so weiter.

Mir wird immer bewusster, dass das Leben an ihrer Seite wegen ihrer Arbeit für mich einen permanenten Verzicht bedeutet:
- ich muss dauernd zu ihr kommen, wenn ich sie sehen möchte, weil sie die Fahrt zu belastend findet.
- wir sehen uns sehr unregelmäßig, oftmals schaue ich ihr dann beim schlafen zu, weil sie gerade von der Arbeit kommt. Oder sie ist müde und gereizt.
- Gesellschaftsaktivitäten (Einladungen von Freunden) mache ich eigentlich immer alleine, weil sie eigentlich immer Dienst hat. Bzw ich soll diese 3 Monate vorher anmelden.
- wenn ich mal was habe gibts einfach keinen Support, weil ihre Arbeit vor geht.
-keine regelmäßigen gemeinsamen Aktivitäten (Sportgeuppe etc) möglich, da ihre Arbeitszeiten täglich bzw wöchentlich wechseln.
- eigentlich kein gemeinsames Wochenende bisher, da sie immer zumindest einen Tag arbeiten muss.
- Weihnachten und Sylvester wird auch nicht gemeinsam verbracht, da sie bis auf drei Tage arbeiten muss und unsere Familien (leider etwas räumlich separiert) auch mal mit sehen dran sind.

Wenn ich ihr meine Unzufriedenheit mitteile, reagiert sie sehr gereizt, weil sie sich wohl selber nicht so wohl damit fühlt, es aber nicht änder kann. Sie sagt, sie könne nichts dafür und ich solle ihr keine Vorwürfe machen.
Ich mache ihr aber eigentlich keine Vorwürfe und ich kann halt nun mal auch nichts dafür. Ich bin halt furchtbar enttäuscht, weil eigentlich möchte ich mit ihr ganz viel schöne Dinge machen und zudem bin ich jemand, der viel körperliche Nähe braucht.
Sie meint auch, dass es nächstes Jahr wohl besser wird, weil neuer Dienstplan.

Wer kennt die Situation? Ist da mal jemand vernünftig rausgekommen, ohne sich zu trennen? Inspirationen sind herzlich willkommen..:)
 
  • #2
Lieber easygoingguy,
wenn ich das so lese: Ist an eurer Beziehung auch irgendetwas schön? Was für Gefühle hast du für sie?

Ich kenne mehrere Paare in deinem Alter, bei denen einer oder beide Arzt/Ärztin ist. Sie haben diese Zeit als Paar "überstanden", weil:
- der Nicht-Arzt/die Nicht-Ärztin selbst ein sehr ausgefülltes Leben hatte/hat, Beziehung also nicht Prio 1 war und sie mangelnde gemeinsame Zeit nicht persönlich genommen haben;
- sie eine klare Perspektive haben/hatten, was nach der Zeit als Assistenzarzt/-ärztin kommt (eine "ruhigere" Stelle in einem privaten Krankenhaus statt in einem Uni-Klinikum z.B.);
- sie einander und ein Leben miteinander wirklich wollten und immer wieder im Gespräch Lösungen gesucht haben für die aktuelle Woche, überhaupt für gemeinsame Zeit, gemeinsame Urlaube usw.
- sie überhaupt alle wirklich gute Kommunikator(inn)en sind

Schau einmal bei dir/euch, inwiefern die Punkte zutreffen. Wenn du allgemein ein sehr näheliebender Mensch bist, der selbst vielleicht nicht einen ganz so ausfüllenden oder einnehmenden Beruf hat, dann könnte es sein, dass diese Ärztin nicht die richtige Partnerin für dich ist.

Alles Gute
w56
 
  • #3
Hi,

ja das ist eine schwierige Situation.
Ich denk ihr habt ein unterschiedliches Nähe-/Distanzverhalten, zumindest temporär.
Sie ist nun mal Assistenzärztin, zumal Chirurgin, ich denke das wird zumindest auf längere Sicht nicht anders werden, das sind nun mal die Konditionen in so Ihrem Beruf.

Wie ist denn Deine Freundin, wenn Sie mal da ist und Zeit hat, liebevoll und macht ihr dann was gemeinsam und nutzt die Zeit intensiv für Euch?? Ich denke man muss aus der wenigen gemeinsamem Zeit das Beste machen. Vorwürfe und dergleichen führen nur zu Rückzug Deiner Freundin und schlechter Laune, die wenige Zeit ist nun mal jobtechnisch bedingt.

Ich glaube, das wird Dir über kurz oder lang nicht reichen und Du stellst Dir andere Dinge in einer Beziehung vor? Kann das sein??

Vllt. nochmal ein klärendes Gespräch suchen und versuchen Ihr weiterhin entgegenzukommen, z.B. nicht meckern, warum Du immer zu Ihr kommen musst... sie hat den anstrengenden, ermüdenden Job und wenn man sich sehen will, sind doch 30km zu verschmerzen. Und auch für Dich selbst mehr Hobbies suchen, Freunde auch ohne sie treffen... Stichwort "eigens Leben" haben.

Aber ich verstehe Dich, ich möchte auch gern viel Zeit mit meinem Freund verbringen, deswegen würde ich mich ganz persönlich in solch einer Situation wie Deiner auch zu zweit irgendwann einsam fühlen. Und wenn auf mittelfristige Sicht keine Lösung (die BEIDE suchen und finden WOLLEN) verfügbar wäre, würde es leider schweren Herzens für mich nicht passen.

Alles Gute für Dich/Euch!
 
  • #4
Brot geht nun mal vor. Ich kann Deine Freundin komplett verstehen.

Bitte mach wegen 30 km Fahrstrecke kein Gewese, sei einfach ein Mann, ja! Und warum ziehst Du nicht in ihre Nähe bzw. zu ihr? Wenn es bei ihr zu klein ist, sucht gemeinsam was neues in der Nähe ihres Arbeitsplatzes. Und Du organisiert und machst das dann alles Praktische, ja?! Immerhin ist sie Deine Prinzessin, schaffe ihr ein gemeinsames kleines Schloss - Du verstehst mich schon!
Nach dem Zusammenzug wirds auch mit der körperlichen Nähe mehr werden. Kümmere Dich einfach gut um sie, sei für sie da - sei ein Mann!!
ErwinM, 50
 
  • #5
Hallo Easygoingguy.
Aus eigener Erfahrung. Deine Freundin hat einfach einen harten Job, der sich nur mit einer großen Portion Altruismus und Selbstaufgabe bewältigen lässt. Zudem ist ihre Position als Assistentin leider prädestiniert dafür alle fiesen Dienste und schlechte Zeiten zu bekommen. Das wird wahrscheinlich auch noch ein paar Jahre so bleiben.
Auf der positiven Seite findest Du eine intelligente, verläßliche Partnerin mit einer sehr zugewandten Persönlichkeit und glänzenden Aussichten in Hinblick auf Karriere/Einkommen.
Du hast die Wahl: schmeiß hin, oder arrangiere Dich damit.
Falls Du den harten Weg wählst:
macht Euch einen gemeinsamen Online-Kalender, organisiert Euch so weit möglich, plant Eure Urlaube zusammen. Unterstütze sie, so gut Du es kannst und gib ihr vor allem nicht die Schuld für die Umstände ihrer Arbeit. Sie tut, was sie liebt und das darfst Du nicht verurteilen. Ihr solltet ein Team sein und die Widrigkeiten des Lebens gemeinsam durchstehen. Von daher finde ich das Gerede von Deinem "permanenten Verzicht" sehr bedenklich. Unterstützt sie Dich wirklich nicht, wenn Du Schwierigkeiten hast?
 
  • #6
Sorry, @Easygoingguy

was hast du denn gedacht, wie die Arbeitszeiten von Ärzten, Pfleger, Polizisten usw. aussehen?
Vor allem die von einer Assistenzärztin, vermutlich noch ohne Anhang?

Ja, klar die bekommen sicherlich alle über die Feiertage komplett frei und müssen ganz selten Nachtschicht schieben und schon gar nicht am WE arbeiten. (Ironie)

Oh man, bei manchen denke ich auch die leben in einer bunten Seifenblase oder denken vorher überhaupt nicht nach.

Bitte hör auf deine Freundin mit Vorwürfen zu nerven, nur weil du dich nicht genug bekuschelt fühlst.
Wenn du so ein ausgeprägtes Näheverhältnis hast, hättest du dir eine entsprechende Partnerin suchen müssen.
Am besten eine Frau mit einen 9 to 5 Job, denn deine aktuelle Partnerin wird kurzfristig wenig an Ihren Arbeitszeiten ändern können. Es wird Euch beide nicht glücklich machen über Gegebenheiten zu diskutieren die in nächster Zeit nicht änderbar sind.

W, 27

P.S. DANKE! An alle Ärzte, Pfleger, Bäcker, Verkäufer, Polizisten usw. die täglich, auch an Feiertagen+ WE immer Ihr Bestes im Job geben, während andere (auch ich) gemütlich auf den Sofa liegen.
 
  • #7
Ich mache ihr aber eigentlich keine Vorwürfe und ich kann halt nun mal auch nichts dafür. Ich bin halt furchtbar enttäuscht, weil eigentlich möchte ich mit ihr ganz viel schöne Dinge machen und zudem bin ich jemand, der viel körperliche Nähe braucht.
Das wird sich vermutlich erstmal auch nicht ändern. Zieht ihr auf Dauer zusammen, könnte das etwas Besserung bringen, aber die Dienste bleiben. Du wirst Dich vermutlich immer eher nach ihrem Dienstplan richten müssen. Letztlich musst Du überlegen, ob das für Dich ein Grund ist, die Beziehung zu beenden.
 
  • #8
Ich bin halt furchtbar enttäuscht, weil eigentlich möchte ich mit ihr ganz viel schöne Dinge machen und zudem bin ich jemand, der viel körperliche Nähe braucht.
Sie meint auch, dass es nächstes Jahr wohl besser wird, weil neuer Dienstplan.
Du bist furchtbar enttäuscht, ändere das ganz schnell heute noch, ohne falsche Rücksichtnahme, das darf niemals ein Dauerzustand sein bzw. werden. Die besten Ratschläge anderer Leute helfen dir nicht wirklich, denn es geht ausschließlich um dich. Das Problem dabei ist, dass es unpassende Kompatibilitäten gibt, bezüglich Nähe/Distanz Bedürfnis, daran lässt sich auch nichts ändern, du wirst immer darunter leiden! Dass es nächstes Jahr besser wird, daran glaube ich nicht!
Wer kennt die Situation? Ist da mal jemand vernünftig rausgekommen, ohne sich zu trennen? Inspirationen sind herzlich willkommen..:)
Es nützt dir nichts, wenn es Leute gibt, die mit einer solchen Situation, die du hast, gut klar kommen, da sie mit Distanz gut leben können. Nur du kannst für dich ganz alleine die passende Antwort finden, notfalls mit Trennung, wichtig ist doch, dass du in deiner Beziehung zufrieden und glücklich bist, nicht mehr und nicht weniger!
 
  • #9
Wie bei jedem anderen Beschwerdethreat hier stellt sich mir einfach nur die Frage: "Wusstest Du das nicht vorher?"
Überraschung du datest eine Ärztin im Krankenhaus, Überraschung Sie hat Schichtdienst und wird ihre Karriere für dich nicht aufgeben. Willkommen in der Neuzeit!
Klar schreibst Du hier auch nichts Positives über sie weil das dann nicht in dein Beschwerdebild passen würde.

Die Schichtdienstphasen werden euch voraussichtlich immer bekleiden. Du bist nicht der Typ der mit einem Partner zurecht kommt der nicht seinen Hauptfokus ausschließlich auf dich setzt.

Wie gesagt Du hast sie so kennengelernt also hast Du kein Recht irgendwas daran zu kritisieren!
Entscheide dich nun ob Du damit leben möchtest und/oder Du es Ihr antun möchtest.
Ihr seit scheinbar in unterschiedlichen Lebensphasen welche sich vielleicht wieder treffen...
 
  • #10
Hallo zusammen,

vielen Dank für die Antworten so weit. In der Theorie und von außen betrachtet ist das alles stimmig und auch für mich selber einfach zu beurteilen.

Mich würden aber eigentlich hauptsächlich Berichte von Leuten interessieren, die tatsächlich selber eine ähnliche Situation erlebt und gemeistert haben.
 
  • #11
Normalerweise hat man das Problem in umgekehrter geschlechtlicher Konstellation. Frauen sind aber öfter bereit, dem beruflich eingespannten Mann den Rücken frei zu halten. Insbesondere wenn er gute Karriereaussichten hat. Ein Modell, das besonders wenn Kinder da sind, oft gewählt wird.
Dass Männer Frauen beruflich den Rücken frei halten, ist immer noch sehr selten. Aus deinem Beitrag lese ich, dass deine Vorstellungen von Beziehung anders als derzeit die ihren sind. Du willst mehr Nähe und die Paarzeit mit den "ganzen schönen Dingen" nicht auf irgendwann in die Zukunft schieben. Sie ist noch in Ausbildung zum Wunschberuf und hat noch einiges vor sich, bis sie sich etabliert hat.
Andererseits sollte sie nicht wegen einer Beziehung auf ihre Ausbildung zum Wunschberuf verzichten.
Vielleicht macht sich hier der Altersunterschied bemerkbar. 8 Jahre können viel sein, wenn man sich in verschiedenen Lebensphasen befindet.
Du bist 38, was ist mit dem Thema Familiengründung? Ewig Zeit hast du dafür nicht mehr. Überlege, was dir wichtig ist und besprich es mit ihr. Vielleicht findet ihr ja einen Konsens. Vielleicht ist sie aber auch einfach die falsche Partnerin für dich.
 
  • #12
Sorry aber du wusstest doch von Anfang an worauf du dich einlässt und was sie für einen Job hat. Sie kann doch nicht einfach ihren Job aufgeben.
Wenn ich ihr meine Unzufriedenheit mitteile, reagiert sie sehr gereizt, weil sie sich wohl selber nicht so wohl damit fühlt, es aber nicht änder kann.
Da kann ich sie völlig verstehen. Da hat man einen anstrengenden Arbeitstag hinter sich und bekommt dann noch Vorwürfe. Da wäre ich auch gereizt und vor allem auch sauer. Das auch zurecht. Sie kann schließlich nichts dafür.
Sie sagt, sie könne nichts dafür und ich solle ihr keine Vorwürfe machen.
Ich mache ihr aber eigentlich keine Vorwürfe und ich kann halt nun mal auch nichts dafür.
Du hast angedeutet, dass du nichts dafür kannst. Das stimmt. Aber du hast auch geschrieben, dass sie genauso wenig dafür kann. Da solltest du wirklich mal Verständnis haben. Sie wird sich sonst noch von dir trennen. Das dann auch völlig zurecht.

Ich habe mich auch schon mal aus so einem Grund getrennt. Ich musste auch eine Zeit lang extrem viel arbeiten. Zuhause nichts als Vorwürfe. Keinerlei Verständnis oder mal ein liebes Wort.

Man weiß doch von Anfang an was jemand für einem Job hat. Wenn einem sowas nicht gefällt dann geht man doch keine Beziehung mit ihm ein. Vor allem kommen dann die ganzen Vorwürfe nach dem die Phase der Verliebtheit vorbei ist.
 
  • #13
Ja wir Schicht- und Randzeitenarbeiter haben es schwer.
Mit anderen R&S Menschen klappt es nicht weil die Arbeitszeiten zuverschieden sind. Mit den Standardzeitenmenschen klappt es auch nicht weil die zu normal umd umflexibel sind.
Darum bin ich Single mit Affairen.
m57 kein Arzt und alle drei Wochen habe ich frei. Weohnachten arbeite ich komplett durch. Ihr alle wollt ja nach den Feiertagen frisches Obst und Gemüse.
 
  • #14
Guten Morgen,

lieber FS,

hoppla, nach sechs Monaten habt ihr die Zeit der Anpassung noch gar nicht hinter euch.
Du wirkst auf mich wie ein Kind, nicht wirklich erwachsen. Was du brauchst weißt du, was deine Freundin braucht, wahrscheinlich weniger. Sie wird auch sehr enttäuscht sein und etwas ganz Wesentliches vermissen, Liebe und Verständnis.
Wenn du mehr körperliche Nähe brauchst, dann stelle erst einmal die seelische Nähe her und kümmere dich jammerfrei um das Wohl deiner Liebsten. Ansonsten empfehle ich dir schnellstmöglich die Trennung.
 
  • #15
Mein alter Mitbewohner war Assistenzarzt und auch seine Freundin. Die hatten halt beide immerzu Schichten und Dienste. Ging eben nicht anders. Wahrscheinlich war da das Verständnis groß, weil es jedem ja selbst so ging. Mittlerweile sind sie verheiratet und haben ein Kind und er hat auch den Plan, eine eigene Praxis zu eröffnen, dann werden die Arbeitszeiten natürlich anders (was ihr Plan ist, weiß ich nicht genau). Es kommt also darauf an, was deine Freundin als Perspektive für sich sieht. Möchte sie an der Klinik bleiben, gehören Schichtdienste dann immernoch dazu, auch wenn es häufig etwas besser wird als zu Assistenzzeiten. Die meisten Chirurgen, die ich kenne (ich arbeite mit Ärzten) sind durchaus an Karriere interessiert und dazu gehört dann dauerhaft viel Arbeit.
So richtig helfen wird dir hier vermutlich niemand können. Denn das ist ja schon eine Einstellungssache, ob man damit klarkommt oder nicht. Wenn es dich dauerhaft so stört, dann ist eine Beziehung mit jemandem, der Schicht- und Bereitschaftsdienste hat, eben nichts. Ich würde eigentlich zum Zusammenziehen raten, weil man sich dann immerhin häufiger zwischendurch auch mal sieht. Aber wenn du am Zweifeln bist, ob du die Beziehung willst, ist das vielleicht nicht der beste Rat. Habt ihr mal drüber geredet, wie sie sich die Zukunft vorstellt?

w, 36
 
  • #16
Mein Vater hat Schicht gearbeitet. Meine Mutter und wir Kinder haben unser Leben daran angepasst.

An Weihnachten z. B. haben wir vormittags Bescherung gefeiert, dann ist mein Vater zur Spätschicht gefahren und meine Mutter ist alleine mit uns Kindern zum Gottesdienst und zur Familienfeier gegangen.

Auch die Wochenend-Ausflüge hat meine Mutter alleine mit uns Kindern gemacht.

Regelmäßige einmal-pro-Woche-Hobbys gab es für meinen Vater/meine Eltern nicht.
 
  • #17
Hallo Easygoingguy.....wobei so easy going bist du eigentlich nicht, finde ich.
Ich war früher Flight Attendant und hätte um keinen Preis diesen Job für einen Mann aufgegeben. 2 Beziehungen hielten nicht stand, die dritte passte und wurde mein Mann (habe dann nach 5 Jahren meine Passion für ihr aufgegeben).
Wie wir uns 5 Jahre arrangiert haben ? Er hatte auch sein Leben und seine Aufgaben, seine Familie, seine und unsere Freunde. Wenn ich nicht da war, und das war viel der Fall, zumal ich auch Langstrecken geflogen bin und zu dieser Zeit auch 14-tägige Abwesenheiten keine Seltenheit waren, hat er sich trotzdem mit unseren Freunden getroffen. Einmal sind sie sogar voraus gefahren in den Skiurlaub und ich bin nach meiner Rückkehr nachgefahren. Mein Mann hat zu Hause ganz toll die Stellung gehalten und wenn ich da war, hat er versucht, in diesen Tagen mit mir da zu sein. Ich weiss noch heute, wie ich mich jeweils gefreut habe auf ein Candlelight Dinner, ich habe den Wein aus Südafrika mitgebracht und er hatte gekocht und wir haben einfach nur genossen.
Er war nie weinerlich oder wahnsinnig enttäuscht. Natürlich gab es Tage, wo er sich sicherlich dachte, schade ist sie nicht da und das hätte ich lieber mir ihr erlebt. Aber er hat mich immer unterstützt und mich in meinem Traumjob wohl sein lassen.
ErwinM hat es weiter oben beschrieben. Bau ihr ein Schloss und sei ein Mann. Sie ist deine Prinzessin.
Wenn es dann an Familienplanung geht, dann denke ich, dass auch ihre Situation in der Klinik oder so besser sein wird. Alles ist eine Diskussionssache und Verhandlungsbasis.
 
  • #18
Mich würden aber eigentlich hauptsächlich Berichte von Leuten interessieren, die tatsächlich selber eine ähnliche Situation erlebt und gemeistert haben.
Mein Vergleich hinkt aber passt vielleicht etwas.

Ich kenne diverse Paare mit einer Lehrerin. Vor den Zeugnissen habe diese Damen kaum Freizeit. Das wird dann in den Ferien ausgeglichen. Solche Ferien fehlen bei deiner Freundin allerdings.

Du kannst aber vom Verhalten der Partner in der Zeugnisphase lernen. Diese entlasten ihre Frauen in dieser Phase weitgehend von Hausarbeit u.ä., schaffen damit Freiräume für ein Quäntchen gemeinsamer Freizeit. Diesbezüglich stellen sie keine überzogenen Ansprüche. Die Arbeit hat immer Vorrang.

Diese Paare leben aber auch zusammen. Dies ermöglicht auch bei extrem Arbeitern etwas gemeinsamen Alltag. Dies kompensiert für manche Menschen fehlende gemeinsame Freizeit. Das Zusammenleben ermöglicht auch überhaupt die Entlastung des Partners im Haushalt.
 
  • #19
Hallo Mr. Easy
Also wenn Dein Name Programm ist (jaja, das liebe Unterbewusstsein…. :) ), dann wird das mit dem Easygoing nur etwas bei Änderung der Einstellung deinerseits.

Zuerst kannst Du natürlich sehr stolz auf sie sein, sie hat Jahre um Jahre studiert, sicher auch unter Erbringung persönlicher Opfer. Nun ist sie 30 und steht am Anfang ihrer Laufbahn. Sie wird sicher ihren Job lieben und noch einiges an Facherfahrung sammeln wollen, das ist nun mal zeitintensiv, da braucht man nichts beschönigen.

Was die Wochenende angeht, viele AE haben oft nur alle zwei Wochen ein verfügbares WE, wenn überhaupt. Es kommt immer auf die Passung zueinander an. Je nachdem wie sehr Du Komplettwochenenden und viel Zeit mit dem Partner bauchst, um Nähe zu halten, musst Du für Dich klären, ob es für Dich wirklich reicht.

Du bist 8 Jahre älter. Hast Du nun eine Position, in der Du zurückstecken kannst, oder bist Du beruflich zusätzlich auch sehr eingespannt?

Möglicherweise möchte sie auch einmal Kinder, könntest Du Dir das vorstellen, für die Familie da zu sein? Solche Kombinationen gibt es auch, und das sind nicht die unglücklichsten. Kommt auf den Mann an, welcher Typ er ist, und ob er sich in der Rolle sehen kann. Sie braucht da sicher einen Mann, der sich auf sie einstellen kann, damit das Studium nicht für die Katz war.

Schau, ob das für Dich geht, die harten Fakten sind wie sie sind. Es muss doch für beide passen, sonst sind am Ende beide nicht glücklich, das bringt Euch dann auch nicht weiter. Es geht allerdings vielen Leuten so, dass sie Termine lange vorplanen müssen, das ist nicht jedermanns Sache und Lebensweise.

Nicht jeder ist als Partner für Helfer gemacht, das ist immer quasi eine Beziehung zu dritt. Du, sie und der Dienstplan. Glücklicherweise gibt es sie, die guten Helfer in ihren stressigen Jobs, was wären wir ohne sie? Doch nicht jeder ist für das Leben an ihrer Seite gemacht. Das muss einfach passen. Was dem einen schwer fällt, fällt dem anderen leicht. Schau in Dein Inneres und sei ehrlich zu Dir. Du sollst nicht leiden müssen. Sie aber auch nicht.
Alles Gute
w, 45
 
  • #20
Auf einer Seite hast du eine Freundin mit dem Beruf, der (momentan) sehr viel Einsatz und Engagement fordert, so dass sie nach Feierabend nicht noch einen Menschen braucht, der irgendwas von ihr will. Auf der anderer Seite kenne ich paar Ärzte, die Familie haben und trotz Beruf gemeinsam Zeit miteinander verbringen - einer ist Betriebsarzt, einer ist relativ junger Assistenzarzt mit kleinem Kind und der andere ist Oberarzt und hat mehrere Einsatzorte, unter anderem Notfallchirurgie.
Deswegen schau, dass nicht nur du bei deiner Freundin auftanken kannst, sondern auch sie bei dir, und, ob die Freundin oder ihr beide egoistisch seid und nur eigene Bedürfnisse befriedigen wollt. Oder wie schon einige anmerkten - vielleicht ist niemand schuld, sondern es passt einfach nicht wegen unterschiedlicher Bedürfnisse und Lebensphasen/-einstellungen.
 
  • #21
Eine Chirurgin ist keine Kuschelmaus welche gerne zu Hause hockt.

Die Frau ist super clever, tough, analytisch und arbeitet (und lebt) nach festen Regeln.

Der Partner an ihrer Seite spielt die 2. Geige - denn ihr sehr wichtiger Job geht nunmal vor.

In meiner Familie gab es Ärzte (keine Chirurgen) welche im Unispital gearbeitet haben - ihre Ehefrauen haben die Kinder aufgezogen, alles im Alltag gemanaged und ihr Leben sehr selbständig gemeistert.

Ein Chefarzt braucht eine Partnerin welche seine Arbeit bewundert, sonst bringt kaum jemand so viel Entbehrung auf.

Bei so einem anspruchsvollen Beruf gibt es keine Augenhöhe, denn der Arzt wird immer Wichtigeres zu tun haben i.e. Leben retten.
 
  • #22
Es gibt viele Paare, die sich mit Schichtdienst arrangieren und -wenn überhaupt- nur jedes zweite Wochenende komplett miteinander verbringen können. Und -du wirst es nicht glauben- auch noch Kinder haben. Es ist vor allem eine Frage des guten Willens, beidseitigen Entgegenkommens und der Kommuikation.

Bei ihr sehe ich das Problem, dass sie als Assistenzärztin wirklich für alles herangezogen wird, Arbeitszeitverordnungen nicht eingehalten werden und sie sich -warum auch immer- nicht dagegen auflehen kann oder will, so "verbraten" zu werden. Wahrscheinlich gehört es für sie einerseits zum "guten Ton" alles zu geben, weil sie es von Eltern, Kollegen etc. so vorgelebt bekam. Andererseits befürchtet sie möglicherweise vermeindliche Nachteile für die ohnehin bescheidenen Aufstiegsmöglichkeiten in einem Krakenhaus. Somit merkt sie gar nicht, wie der Beruf sukzessive Gesundheit und Privatleben gefährdet.

Nun aber mal zu dir: Du rechnest auf wegen 30km Fahrzeit? Oder weil du zwischen Weihnachten/Silvester mal ein oder zwei Tage ohne sie verbringen musst? Da frage ich mich ernsthaft, ob du überhaupt schon mal eine langjährige Beziehung mit schönen Zeiten, aber auch Durststrecken hattest oder nur Schönwetterbeziehungen kennst. Du bist 38, also Hand aufs Herz: Kannst du überhaupt Beziehung mit langjährigem Zusammenleben im Alltag? In welchem Maße bist du fähig, eigene Bedürfnisse dem anderen zu Liebe zurückzustellen? Denn das wirst du in jeder verbindlichen Liebesbeziehung müssen, vor allem, wenn du einmal Kinder mit einer (voll berufstätigen) Frau willst.

Wie auch immer... Sie muss mehr auf ihre "work life balance" achten und braucht einen Mann mit sicherem Bindungsstil, der ihr Halt gibt.
 
  • #23
Hallo zusammen,

vielen Dank für die Antworten so weit. In der Theorie und von außen betrachtet ist das alles stimmig und auch für mich selber einfach zu beurteilen.

Mich würden aber eigentlich hauptsächlich Berichte von Leuten interessieren, die tatsächlich selber eine ähnliche Situation erlebt und gemeistert haben.
Hallo
Ich kenne einige Leute die im Schichtdienst arbeiten, als Ärzte.
Die meisten sind sogar mit Ärzten zusammen, somit haben sie für einander viel Verständnis.

Für dich ist diese Frau nichts.
Wäre sie eine angehende Internistin mit Wunsch langfristig in einer Praxis arbeiten zu wollen, dann wäre es tatsächlich nur eine Phase.
Doch so...
Chirurgen habe sehr selten keinen Schichtdienst.
Denn oft operiert man Patienten, die verletzt sind und die kommen eben zu jeder Zeit und nicht nur zwischen 8:00 und 17:00 Uhr.

Wenn sie nicht gerade Schönheits Chirurg werden möchte, wird das wohl so bleiben.

Mein Rat:
Da du in der letzten Beziehung schon keine zwei Jahre Fernbeziehung ausgehalten hast...
Suche gezielt eine Frau die zu deinen Bedürfnissen passt.
Eine Frau mit grossen Nähe -Bedürfnis.
Eine Frau die vielleicht keine Karriere mm ehr machen will.
Weil sie es entweder schon geschafft hat ( in deinem Alter ist das der Fall bei vielen)
Oder weil sie es nicht anstrebt.
Auch bei Angestellten, Therapeuten usw.sind nette intelligente und schöne Frauen anzutreffen, die nicht in die Schweiz ziehen werden, oder jahrelang Schicht arbeiten.
Willst du Kinder?
Dann suche eine Frau die besser zu dir passt.
Alles Gute
 
  • #24
Ich glaube es dir, dass es für dich nicht leicht ist. Aber es wäre sehr schade wenn ihr euch deswegen trennt.Ich arbeite selber in einem Krankenhaus und sehe, wie die Ärzte dort regelrecht verheizt werden. Am besten haben es immernoch die, die Teilzeit arbeiten. Wäre es für deine Freundin eine Möglichkeit, die Arbeitzeit zu reduzieren? Auf 75% oder so? Ich arbeite auch sehr unregelmäßige Schichten, Früh, Spät und Nacht im Durcheinander, und für meinen Freund ist es auch nicht leicht. Aber ich habe die Arbeitszeit auf 75% reduziert. So geht es einigermaßen. Ich finde es schlimm, wie junge Ärzte meinen sich profilieren zu müssen, und dabei ihr Privatleben auf der Strecke bleibt. Erst kürzlich hat bei uns eine Ärztin mit drei Kindern gekündigt und sich eine ruhigere Stelle in einem Rehazentrum gesucht, weil sie keine Zeit mehr für ihre Familie hatte. und der ganze Schmu mit Arbeitsrecht und Recht auf 2 freie Wochenenden im Monat ist total für die Katz, weil es im realen Leben sehr oft nicht umgesetzt werden kann, da im KKH die Ärzte eh immer unterbesetzt sind.
 
  • #25
Ja wir Schicht- und Randzeitenarbeiter haben es schwer.
Mit anderen R&S Menschen klappt es nicht weil die Arbeitszeiten zuverschieden sind. Mit den Standardzeitenmenschen klappt es auch nicht weil die zu normal umd umflexibel sind.
Weohnachten arbeite ich komplett durch. Ihr alle wollt ja nach den Feiertagen frisches Obst und Gemüse.
Kann ich komplett bestätigen, da müssen halt auch die Normalzeitler, wie wohl der FS etwas lockerer denken.
Ich fand in jungen Jahren Weihnachten arbeiten auch nicht ganz so toll, es ging aber doch, und je älter man wird....
Jetzt hab ich da keine Probleme, emotional meine ich, und wenn meine Söhne bald keine Lust auf Festtagsrummel mehr haben, ziehe ich den Jahreswechsel komplett durch, mir macht's Spaß und alle anderen sind glücklich. Kommt immer auf die Passung an.
 
  • #26
Das ist interessant. Noch vor vielleicht 20Jahren bei umgekehrter Geschlechter Lage, wäre Frauchen die sich einen angehenden Chirurgen angelt, mit Hochachtung und Nachsicht jahrelang hinter dem Partner gestanden und hätte verzichtet und fürs grosse Ganze gewartet und den Rahmen gestaltet.
Heutzutage will keiner von beiden mehr diese Rolle haben. Leider braucht es aber für eine zukunftsträchtige Beziehung mit Partnern mit solchen Berufen immer Hintergrundpartner die genau das gerne tun und glücklich sind einen eigenen sozialen Rahmen zu gestalten mit eigenen Interessen und grosser Zufriedenheit dem anderen einfach ein liebevolles Nest zu bieten.
Eigentlich ist das eine mindestens genauso wunderschöne und wichtige Rolle wie die harte Arbeit des Partners.
Wenn sie Dir hinten und vorne nicht liegt.... Wird das ein kräftezehrendes Tauziehen ohne Ende.
Hochachtung gilt all denen die sich bereitwillig noch diesen monströsen Arbeitsbedingungen beugen, für kein aussergewöhnliches Gehalt.
Manchmal sollte man nebst dem Menschen selbst auch grossen unerschütterlichen Respekt und Achtung haben für das grössere Ganze was ein Partner leistet und ihn mittragen und stützen auch leise im Hintergrund - - auch das ist Liebe.
Das gilt natürlich für beide Seiten.
Da kannst Du nur ganz tief in Dir nachbuddeln ob da soviel Liebe und Achtung überhaupt vorhanden ist und ob Dich so eine Rolle glücklich macht.
Viel Glück und Hut ab.
 
  • #27
Hallo zusammen,

vielen Dank für die Antworten so weit. In der Theorie und von außen betrachtet ist das alles stimmig und auch für mich selber einfach zu beurteilen.

Mich würden aber eigentlich hauptsächlich Berichte von Leuten interessieren, die tatsächlich selber eine ähnliche Situation erlebt und gemeistert haben.
Es gibt ja nun nicht allzu viele Möglichkeiten:

Du kannst die Bedingungen akzeptieren, bzw. dich damit arrangieren oder du musst die Beziehung beenden.

Was bleiben denn sonst noch für Möglichkeiten?
Jobwechsel der Freundin ausgenommen.
Deine Freundin kann auch kaum zu ihren Vorgesetzten gehen und Dein Problem mit Ihren Arbeitszeiten vortragen und um Rücksichtsnahme beim Dienstplan bitten....

Das "Problem" werden wohl viele Paare mit unterschiedlichen Arbeitszeiten haben. Zudem haben manche noch Kinder zu versorgen, da muss man sich halt vorher Gedanken machen und sich bewusst dafür entschieden. Es bedarf bei solchen Konstellation sicherlich auch viel Verständnis und Organisation.... das kann auf Dauer schon anstrengend sein.

Wenn du mit der Situation aber zunehmend unglücklich bist, bleibt Dir nur die Trennung.
Nicht falsch verstehen, deine Wünsche und Bedürfnisse nach viel Nähe und Freizeit sind legitim und ebenso wichtig, aber um diese vollständig zu erfüllen, hast du dir vermutlich einfach die falsche Frau ausgesucht.
 
  • #28
Mich würden aber eigentlich hauptsächlich Berichte von Leuten interessieren, die tatsächlich selber eine ähnliche Situation erlebt und gemeistert haben.
Nun ja, es ist ja nicht soooo wahrscheinlich, dass hier ein Mann mitliest, der auch mal mit einer Assistenzärztin zusammen war ;-)
Aber du bist doch schon groß und kannst abstrahieren, oder? Die Antworten bisher sind doch recht konkret und hilfreich, finde ich.

VG
w56
 
  • #29
Hi,
Ich kann dich gut verstehen. Als ihr euch kennenlerntet, hat es gefunkt und da denkt man am Anfang nicht an solche Alltagsprobleme.
Anscheinend hat sie aber kein großes Nähebedürfnis, d.h. nach deinem Schreiben hat sie kein Problem und wird nicht viel ändern wollen, stimmt das?
Dass nächstes Jahr der Dienstplan besser wird, klingt gut, wage ich aber in der Klinikrealität zu bezweifeln. Ich könnte das nicht, denke ich, wenn es keine Perspektive gibt.
Ein paar Beispiele wolltest du ja.

Ich: kam mit meinem Freund vor 11 Jahren zusammen, er war auf Projekt in Deutschland, nach 3 Monaten hieß es wieder ab in seine Heimat Argentinien. Haben beschlossen, zusammen zu bleiben, trotz halbes Jahr nicht sehen usw. Hat geklappt, er zog irgendwann zu mir, ich wäre ansonsten rübergegangen, man muss schon was tun, damit es klappt. Und ich finde 30km bei einem Vollzeitjob auch keinen Spaß ehrlich gesagt! Man gewöhnt sich an alles, aber nur mit einer Perspektive.
Eine Freundin (in Ausbildung mit nine-to-five-Zeiten) wohnt zusammen mit Freund, der Schichtdienst arbeitet, ab und zu Überstunden, und manchmal kriegt er erst am Montag den Dienstplan (glaube ich). Die gemeinsame Wohnung und das häufige Sehen hilft aber, und sie verbringen auch nach 3 Jahren noch jede freie Minute miteinander, sind zusammen denke ich glücklich.
Eine Bekannte wohnte 5 Jahre zusammen mit einem Medizinstudenten. Wenn er wach war, war er echt cool, liebevoll und ein toller Typ mit Kreativität und lieben Überraschungen. Sobald bei ihm die Assistenzzeit (oder damals AiP (?) ) begann, wurde er zum Zombie und schlief extrem viel, hatte kaum noch Zeit für Freunde. Das belastete sie sehr. Richtig auseinander ging es aber so wie ich es verstanden habe erst, als er richtig in den Beruf einstieg. Viele Paare trennen sich ja, wenn einer mit dem Studium abschließt und mit Berufseinstieg eine neue Perspektive auf das Leben und alles bekommt. Sie hatten dann zu vielen Dingen unterschiedliche Sichtweisen.
Also dir kann ich empfehlen: wohne probehalber bei ihr 3 Monate, ohne deine Wohnung zu kündigen. Nimm den längeren Arbeitsweg auf dich. Die Bekannte lebte mind. 3 Jahre mit dem Freund auf 12qm, also ich finde temporär "zu kleine Wohnung bei ihr" ist kein stichhaltiges Argument. Wenn das gut läuft, zieht doch zusammen bei ihr. Wenn es was.werden soll, muss einer halt in den sauren Apfel ("langer Arbeitsweg") beißen. Macht ja keinen Sinn, das in der Situation von ihr zu verlangen, wenn DU mehr Nähe möchtest. Aber wenn es ihr zu eng ist oder sie das nutzt, um erst recht viel zu jobben, würde ich mich trennen. Probiert's! :)
W35
 
  • #30
Hallo zusammen, bis auf wenige Ausnahmen find ich die Diskussion durchaus konstruktiv. Man merkt schon, wie sehr die Bewertung der Lage von der eigenen Perspektive abhängt.

Vielleicht sollte ich etwas mehr von mir preisgeben, damit hier kein falsches Bild entsteht:
- ja ich will Familie und damit nicht ewig warten.
- ich sehe das von Frauen so gern vertretene Moto Gleichberechtigung sehr positiv, möchte aber definitiv nicht die frühere Frauenrolle einnehmen.
- ich komme sehr gut mit mir selber klar, hatte viele Frauen, hab ne gleichwertige Ausbildung und nen sehr sehr sehr guten Job der Stundelohnbezogen dem Gehalt von Ärzten in nichts nachsteht, der statistisch vermutlich mehr Lebensjahre rettet und dabei eine 40h Woche (das nur mal, damit hier nicht dauernd die Prolls spammen, ich hätte nur irgendwelche Komplexe, ich wäre einer Ärztin nicht würdig oder ich wäre kein Mann. Wer nen Schwanzvergleich will, kann mir ne PM schicken ;))
- die Meinung, dass die Arbeit von ihr oder mir wichtiger oder irgendwie höher anzusehen ist, teile ich nicht. Auch hiermbin ich für Gleichberechtigung.
- dennoch bin ich sehr beziehungsaffin und habe Ansprüche an meine Beziehung. Denn diese nehme ich , vielleicht wegen meines fortgeschrittenen Alters und der vielen Unverbindlichkeiten vorher, sehr ernst (da bin ich halt nicht easygoing)

übrigens nur mal, weil der Gedanke hier schon fiel: Wenn es von ihr das Angebot gäbe über Teilzeit nachzudenken, dann wäre mein Problem in jeder Hinsicht gelöst. Ich denke aber, dass ich diese Idee nicht mal ansprechen darf, um nicht dem Vorwurf ausgesetzt zu werden, ich wolle sie am Herd. Ihr Lösungsansatz scheint eher zu sein, dass jetzt alles möglichst schnell durchzuziehen. Ich glaube daran halt nicht so richtig, bzw. Sehe ich das Risiko wenn ich mich auf später vertrösten lasse, dass sich ihre Prioritäten auch später wieder mehr zur Arbeit verschieben. Ich kann sie und unsere Beziehung halt nur so bewerten, wie es jetzt gerade ist.