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  • #1

Leben wie ein Student mit Mitte 40. Wird sich so ein Mann ändern?

Zwischen mir (w/47, erw. Kind) und einem 45j Mann entwickelt sich seit 2 Mon eine Beziehung. Es stimmt sehr viel: gemeinsame Neigungen, Ansichten, Bildung, ähnl. Beruf, gute Erotik. Wir sind beide schwer verliebt.
Ich komme mit seinem Lebensstil nicht zurecht. Seit dem Auszug seiner LG (10 Jahre zusammen) vor 6 Mon, die ihre Möbel mitnahm, lebt er in einer fast leeren ET-Wohnung. Auch vorher wurde außerhalb gegessen u die Wohnung nie zu Ende eingerichtet, es blieb bei Plänen. Das Auto ist ein selten benutzter Müllhaufen.
Als wir uns kennenlernten, machte er eine große Räumaktion. Jetzt sammeln sich wieder Stapel von Zeitschriften, Verpackungen, Kabel u. Geräte im Wohnzimmer rund um das Sofa. Gestern bestand ich auf einer Putzaktion, weil mich der immer mehr werdende Dreck störte, der Kram stand u lag hinterher um so chaotischer herum.
Er ist nur mit mir beschäftigt, schiebt alles auf, aber ich fürchte, das bleibt auch nach der heißen Phase so. Er scheint nicht erwachsen.
 
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  • #2
Liebe FSin:

Dein Partner ist in dieser Hinsicht nicht allein. Mir ( w 50) geht es genau so. Ich schiebe auch zur Zeit alles auf. Das ist doch gut, dass er sich mit Dir beschäftigt, und Du bist da.

Ich glaube nicht, dass so was mit "nicht erwachsen" sein zu tun. Weißt Du, wir sind einfach verliebt. Was wir haben ist "Verliebtheitssyndrom". Es gibt leider keine Behandlung/Medikamente dagegen. Hab ein Bißchen geduld, genieße die Zeit mit ihm. Das wird schon.

Euch schöne Zeit und alles Gute!
 
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  • #3
Es kann gut sein das er sich nicht mehr ändern wird, theoretisch ist es aber auch möglich das er sich eben ändert.
In so einem Fall hilft einzig und allein ein offenes aber diplomatisches Gespräch, wenn er das Problem einsieht und bereit ist sich zu ändern dann muss in einem nächsten Schritt Kontinuität was das Aufräumen angeht bei ihm eingeführt werden. Er soll dann jede Woche einmal die Wohnung aufräumen/putzen und alles unnötige wegwerfen.

Ich persönlich lebe derzeit mit 30 auch noch mehr oder weniger wie ein Student da ich derzeit alleine bin, wobei ich als Doktorand ja auch eine Art Student bin. Dennoch weiß ich das ich dass jederzeit abstellen könnte (hab ich auch während meiner Studienzeit schon immer getan wenn ich in einer Beziehung war).
 
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  • #4
Oh, da läuten bei mir alle Alarmglocken. Bei meinem Ex hab ich auch gedacht, dass sich sein "Messidasein" irgendwann legt. Schließlich war ich immer diejenige, die aufräumte und putzte. Ich hätte jedes Mal würgen können, wenn ich in seine Wohnung trat. Fazit: Nach einem Jahr hat sich immer noch nichts gelegt und ich konnte den Zustand nicht länger ertragen. Letztendlich fand man seine Unordnung auch in seiner Lebensplanung wieder.
 
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  • #5
@1 Wie schön! Im beschriebenen Fall ist es aber wohl nicht nur die Verliebtheit. Er erzählte mir, daß er auch vorher so lebte.

Noch ein paar Ergänzungen:
Er
spießige Eltern (wurde mir so erzählt), sehr korrekt und kontrolliert ("Was sollen die Leute sagen!").
Selbstbild als Bohemien und Stadtindianer (entspricht aber nicht seiner Art, ernsthaft zu arbeiten)
nie einen richtigen Hausstand gehabt, auch in den Jahren der Beziehung nicht, die Frau konnte nicht kochen und arbeitete viel
einige schwere, depressive Jahre durch schnellen Tod beider Eltern und Ende der Beziehung

Ich
chaotischer Haushalt im Elternhaus, weil beide viel arbeiteten
habe selbst schon einen klassischen Haushalt geführt (und hatte lange einen LG, der aufräumen und putzen auf das notwendigste beschränkte)
sonst eher unkonventionell, mit Chaosecken, unpenibel, lasse auch mal Schmutz zu
brauche aber ein sortiertes und ästhetisches privates Umfeld, in der die Dinge ihren Platz haben

Der Mann ist mir sehr wichtig. Es ist wunderschön mit ihm und wir meinen es beide ernst. Ich bin bereit, Geduld zu haben und habe auch schon die eine oder andere diplomatische Ansage gemacht. Für einen Lover, zu dem ich nur nachts komme, ist er mir zu schade und zu interessant. Versuche, mich bei der einen oder anderen Einrichtungssache einzubringen (was ich aber für zu früh halte), stießen auf sein Interesse, ausgeführt wurde aber bisher nichts.
Ich bi wahrscheinlich zu ungeduldig und muß mich zusammenreißen.
 
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  • #6
Weisst Du, als ich meinen Partner kennenlernte, hatte er auch eine halbleere Wohnung, seine Ex, mit der er viele Jahre zusammenlebte, hatte die meisten Möbel mitgenommen und er hat seine älteren Möbel wieder aus dem Keller geholt, damit seine große Wohnung nicht so leer steht. Die Wohnung war zwar sauber, aber bei diesen Möbeln bin ich beinahe aus den Latschen gekippt. So nach und nach hat er sich neue Möbel gekauft und ich habe die Wohnung dekomäßig gestylt. Er hatte einfach null Ahnung von Deko und Möbel an sich. Zum Glück ist er aber ein Mann, der mit sich reden lässt und sogar froh war, dass ich ihm diesbezüglich unter die Arme gegriffen habe.

Vllt ist das bei Dir ebenso?!

w
 
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  • #7
Kommt mir bekannt vor. Bei mir schrillen da neuerdings die Alarmglocken. Ich kenne auch so ein Exemplar, welches für jede x-beliebige Tätigkeit ungefähr die fünf-bis zehnfache Zeit braucht, wenn er es denn überhaupt auf die Reihe kriegt. Genauso ungeordnet ist sein Leben.
Wenn sie es bis 30/35 nicht auf die Reihe gekriegt haben, wird es sich vermutlich nur noch graduell ändern.
Warum auch? Er hat doch keine Not damit, nur Du.
 
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  • #8
Deine Frage -und inzwischen diese auch selbst beantwortet in #4 -klaffen aber weit auseinander. Du hast erkannt mit einem- verzeih -aus meiner Sicht in Richtung Messie tendierenden Menschen zusammen zu sein. Ich glaub Dir , dass der Mann interessant ist-doch die beschriebene Unordnung kommt ja in jeder Lebenslage zum Ausdruck. I
Klar in den Anfängen einer Beziehung tritt diese Macke in den Hintergrund. Aber aus meiner Erfahrung ändert sich in weiterer Folge absolut NICHTS.Unordnung würde ich ja noch verstehen , aber verschmutztes Umfeld, ein absolutes Nogo. Deine Ansage , dass er sich nur auf DIch konzentriert.........und deshalb nicht Ordnung halten kann !!!.....finde ich überzogen. Stelle DIch auf eine sehr intensive Zeit der Aufarbeitung seiner Probleme ein.
Übrigens, eine halbleere Wohnung ist nicht das Problem-er hat halt dafür Null Zugang.
w/57
 
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  • #9
Die Frage ist doch - stört dich die halbleere Whg oder das anscheinende Messiesein. Messie würde mich stören, das andere kann man mit weiblicher Hand und seiner Zustimmung langsam ändern. Mein LG wohnte nach dem Auszug aus seinem großem, neuen Haus (die Ex blieb mit den Kindern dort...) in einer Zwei-Zimmer-Whg mit alten Möbeln, nachdem sie sich von ihm getrennt hat. Dass er dort keinen neuen Möbel mit hinnahm, sondern teilweise Möbel mit mietete war klar. Jetzt hat er eine wunderschöne, kpl. neu eingerichtete ETW - da würden wahrscheinlich viele Frauen nun auf ihn fliegen - vorher sah er eben einfach arm aus. Doch da bewahrheitet sich dann, ob man den Menschen liebt, oder seinen Status/sein Vermögen.
 
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  • #10
@8: Ich glaube, du verstehst Messiesein komplett falsch. Das hat nämlich überhaupt nichts (!) mit der Einrichtung zu tun, sondern mit fehlender Sauberkeit und Ordnung (also Dreck, etc.)! Sauber sein kann auch jemand ohne Geld!!!
 
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  • #11
Mein Rat: Gehe nicht mit jemandem ins Bett, wenn Du seine Wohnung nicht rundherum gesehen hast. Und sie Dir nicht gefällt. Am besten unangemeldet vorbeischauen....
Und sonst entsorge ihn. In die braune, grüne oder gelbe Tonne. Ex. M 54J
 
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  • #12
Eine halb leere Wohnung. Was gäbe ich dafür, in der Lage dieses Glücklichen gewesen zu sein, als ich drei Monate nach meiner Trennung noch immer mit ihrem gesamten Hab und Gut in der Wohnung (meiner eigenen!) saß und meine neue Bekanntschaft sich unter fadenscheinigen Begründungen zurückzog, weil sie glaubte, ich suche in ihr einen Zeitvertreib für zwischendurch.

Natürlich hätte auch ich es als ineffizient betrachtet, eine Wohnung in Schuß zu halten, die ohnehin kein Zuhause mehr und überdies auch noch viel zu groß ist.

Aber das hätte sich im Zustand des Verliebtseins sehr schnell geändert, so weit daß meine neue Flamme bei mir aufräumt hätte ich es niemals kommen lassen.

Nimm die rosarote Brille ab. Der Mann sucht eine Putzfrau.
 
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  • #13
Warum stört Euch denn der Style seiner Wohnung ? Ihr richtet ihm die Wohnung ein ?? Geht's noch ???

Das würde ich mir verbitten.

Stellt Euch mal vor, der kommt in Eure Wohnung, findet die zu bieder und richtet die erstmal hip-retro-mäßig mit seinen alten Möbeln ein. Dann geht er erstmal ordentlich mit Euch shoppen, weil Eure Klamotten nicht lässig genug sind. Eure Frisur ? Ähhh, viel zu gepflegt. Der out-off-bed-look ist doch much more sexy. Den verpaßt Euch dann sein Friseur.

Und Ihr kocht selbst ??? Nee, geht ja gar nicht !!! Voll hausfrauenmäßig. Der zeigt Euch dann erst mal, wie man ohne Gesichtsverlust stylish die Nahrungsaufnahme betreibt.

Absurd ? Merkt Ihr was ?

Nagut, ich gebe zu, ich will auch in keiner Messiwohung übernachten, dann kommt er eben zu Dir, liebe FS.
Ihr seid ja zum Glück nicht mehr in dem Alter, in dem man eine gemeinsame Familie gründet. Zusammenziehen muß nicht sein. Behalte einfach Deine Wohnung, wo ist das Problem ?

Hmmm, glaubst Du, seine Wohnung spiegelt sein Seele wider, also auch hier Messie ? Na und ? Noch mal: Du brauchst keinen Familienvater und keinen Ernährer.
Laß ihm seinen Lebensstil ( und PUTZ NICHT SEINE WOHNUNG !!! ), den Rest findest Du doch toll, oder ?

w 44
 
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  • #14
@9 wo liegt DEIN Problem? Ich sagte doch, Messiesein würde mich bei einem Partner stören. Das hat jedoch nichts mit einer leeren Whg zu tun. Und nicht jeder Mann putzt ständig - jede Frau übrigens auch nicht. Das muss die FS für sich entscheiden, was sie mehr stört.
 
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  • #15
Die maßgeblichen Aussagen in Deinen Texten sind diese:

"... vorher wurde außerhalb gegessen ... die Wohnung nie zu Ende eingerichtet, es blieb bei Plänen. Das Auto ist ein selten benutzter Müllhaufen ... schiebt alles auf ... nie einen richtigen Hausstand gehabt ...

Dieser Mann kennt es nicht anders! Er hat es nie gelernt sein Leben und Lebensumfeld strukturiert zu organisieren.
Wenn er Hunger hat, geht er essen. Da brauchts keinen Einkaufszettel, keinen Supermarktbesuch, keine Überlegungen, was kaufe ich, was kann ich wie lange lagern, welche Nahrungsmittel kann ich wie kombinieren. Das sind für Dich ganz normale Dinge, für ihn aber völlig unbekannt. Er scheint auch kein Interesse zu haben das zu ändern, sonst hätte er das längst getan.

Hinzu kommt sein Selbstbild als Bohemien und Stadtindianer. Das bedeutet, er findet es gut ein bisschen "anders" zu sein. Ein Zeichen von jugendlicher Rebellion gegen das Establishment. In seinem Unterbewusstsein finden noch immer Abwehrmechanismen gegen sein spießiges, kontrolliertes Elternhaus statt. Dieser Mann lebt unterbewußt noch in der Pubertät.
Kann es sein, dass er dieses Thema niemals mit seinen Eltern abschließen konnte, da diese vorher verstarben?

Etwas Anarchie in seinem Leben empfindet er als Ausruck seiner Persönlichkeit. Er ist kein häuslicher Typ. Zudem schien seine letzte Partnerin eine Frau zu sein, die für sich selber sorgte und ebenfalls wenig häusliche Ambitionen hatte. Ist ja okay.
Da seid ihr zwei einfach völlig verschieden. Und es zeigt Dir, dass er niemals in einer Lebenssituation war, wo er Verantwortung für einen anderen Menschen hatte. Du bist da anders gestrickt. Du hast ein Kind gross gezogen. Du hast einen kleinen Menschen ausgebildet sein Leben alleine zu meistern.

Wie es aussieht hast Du jetzt ein 45jähriges Kind.

Versuche nicht ihn zu ändern. Das klappt jetzt nicht mehr. Sondern überlege Dir, ob Du mit seiner Lebensweise klar kommst und welche Wege Du gehen willst, um nicht seine Haushaltshilfe, Köchin, Wäscherin und Putzfrau zu sein. Es gibt ja Personal für sowas. Könnt ihr Euch das evtl. leisten? Denn eins ist sicher, wenn das an Dir kleben bleibt, wirst du unzufrieden und gestresst. Darunter wird die Beziehung leiden. Also besser gleich die richtigen Maßnahmen ergreifen.

Was ich nicht ganz verstanden habe: entspricht es jetzt seiner Art zu arbeiten oder nicht? Der Beruf sagt viel über einen Menschen aus. Was macht er? Welche Arbeitszeiten hat er? Mit welchen Menschen kommt er in Kontakt?
 
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  • #16
Das mit dem Ändern kannst Du wohl vergessen und in deinem tiefsten Inneren weißt du das auch-denn sonst hättest du diesen Beitrag gar nicht erst geschrieben.
 
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  • #17
Ich kann mich #4, #6, und #14 nur anschließen. Mein Schwager ist genau so. Kaum von einer Wohnung voller alter Zeitungen in ein schönes, neues Haus gezogen, wieder Alles voller alter Zeitungen. Und so viele Pläne, aber nichts (einschl. Studium) zu Ende gebracht. Aber ein sehr intelligenter Mensch!
 
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  • #18
Ich kann mich #4, #6, und #14 nur anschließen. Mein Schwager ist genau so. Kaum von einer Wohnung voller alter Zeitungen in ein schönes, neues Haus gezogen, wieder Alles voller alter Zeitungen. Und so viele Pläne, aber nichts (einschl. Studium) zu Ende gebracht. Aber ein sehr intelligenter Mensch!
 
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  • #19
Würde ich mir noch etwa einen Monat geben, wenn er keine Anstalten macht, obwohl du darauf hinweist, sieht es schlecht aus. Er packt es nicht selbst an, oder liegt es am Geld? Meine Schwester hat so einen geheiratet, es gibt inzwischen mehr Abstellräume als Wohnräume in ihrem Haus! Der Mensch selbst kann dabei lieb sein, aber der Alltag wird daran zerbrechen.
 
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  • #20
Würde ich mir noch etwa einen Monat geben, wenn er keine Anstalten macht, obwohl du darauf hinweist, sieht es schlecht aus. Er packt es nicht selbst an, oder liegt es am Geld? Meine Schwester hat so einen geheiratet, es gibt inzwischen mehr Abstellräume als Wohnräume in ihrem Haus! Der Mensch selbst kann dabei lieb sein, aber der Alltag wird daran zerbrechen.
 
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  • #21
FS Danke für eure Antworten. Ja, im Innern wußte ich schon, daß sich wenig ändern wird, es sei denn er will es wirklich und paßt dann auch zu ihm. Ich muß verdammt aufpassen, daß ich mir nicht jede Jacke anziehe, die herumliegt und da liegen eine Menge Jacken rum. (Ach und eine Putzfrau wäre für mich bei gemeinsamem Leben ohnehin ein Muß, soviel Geld müssen wir halt erarbeiten. Wir sind beide Freiberufler und können über unsere Zeit frei verfügen. Da besteht oft die Gefahr, daß man Sachen aufschiebt und trödelt. Im beruflichen Bereich hatte er das immer erfolgreich im Griff, bis zu der Zeit, als seine Eltern verstarben. (Tatsächlich sieht er es auch so, daß dort viele Sache unbewältigt sind.). Momentan arbeitet er wenig, weil er sich noch nicht stabil genug fühlt für anspruchs- und risikovolle Projekte. Privat gab es tatsächlich nie Anforderungen, die über geringe Selbstverantwortung hinaus gingen, scheint mir. Ja, da bin ich anders. Von ihm kommen Signale, ich solle eine bißchen die Spur geben (Finde ich nicht so gut, ich bin ungern Mutti-Nachfolgerin, an der mann sich abarbeiten kann.) und es sei ihm sehr ernst und er hätte Angst, ich würde ihn als Lebenspartner nicht akzeptieren. Die Angst ist begründet. Wer lebt wie ein jugendlicher Liebhaber, bekommt auch immer wieder diese Rolle angeboten, die aber mit 45 eine Fehlbesetzung ist. Was für mich das Problem ist: Ich bin ein sehr toleranter Mensch. Aber ich habe nicht vor, meinen Lebensentwurf zu planieren. Solch ein Leben wie er habe ich mit Anfang 20 geführt, da war es nett. Jetzt halte ich das für unproduktiv, außerdem würde es mir zu wenig Geborgenheit geben. Wann akzeptiere ich seine Marotten als liebenswürdig? Die Zeitschriften, die er sammelt, sind interessant. Wann setze ich meine Erwartungen durch? Nichtentscheiden und aufschieben geht mit mir nur bis zu einem gewissen Punkt, Unordnung auch. Wann teile ich die Felder? Kochen und Haushalt organisieren macht mir Spaß, solange ich nicht komplett für jede Dreckarbeit da bin. Wieviel Zeit gebe ich ihm? Ich weiß aus eigener Erfahrung, daß es lange braucht, aus Down-Phasen rauszukommen. Andererseits, wenn er etwas wirklich will, nämlich eine Parterschaft auf Augenhöhe mit mir, frage ich mich, was es da zu zögern gibt.
 
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  • #22
FS Danke für eure Antworten. Ja, im Innern wußte ich schon, daß sich wenig ändern wird, es sei denn er will es wirklich und paßt dann auch zu ihm. Ich muß verdammt aufpassen, daß ich mir nicht jede Jacke anziehe, die herumliegt und da liegen eine Menge Jacken rum. (Ach und eine Putzfrau wäre für mich bei gemeinsamem Leben ohnehin ein Muß, soviel Geld müssen wir halt erarbeiten. Wir sind beide Freiberufler und können über unsere Zeit frei verfügen. Da besteht oft die Gefahr, daß man Sachen aufschiebt und trödelt. Im beruflichen Bereich hatte er das immer erfolgreich im Griff, bis zu der Zeit, als seine Eltern verstarben. (Tatsächlich sieht er es auch so, daß dort viele Sache unbewältigt sind.). Momentan arbeitet er wenig, weil er sich noch nicht stabil genug fühlt für anspruchs- und risikovolle Projekte. Privat gab es tatsächlich nie Anforderungen, die über geringe Selbstverantwortung hinaus gingen, scheint mir. Ja, da bin ich anders. Von ihm kommen Signale, ich solle eine bißchen die Spur geben (Finde ich nicht so gut, ich bin ungern Mutti-Nachfolgerin, an der mann sich abarbeiten kann.) und es sei ihm sehr ernst und er hätte Angst, ich würde ihn als Lebenspartner nicht akzeptieren. Die Angst ist begründet. Wer lebt wie ein jugendlicher Liebhaber, bekommt auch immer wieder diese Rolle angeboten, die aber mit 45 eine Fehlbesetzung ist. Was für mich das Problem ist: Ich bin ein sehr toleranter Mensch. Aber ich habe nicht vor, meinen Lebensentwurf zu planieren. Solch ein Leben wie er habe ich mit Anfang 20 geführt, da war es nett. Jetzt halte ich das für unproduktiv, außerdem würde es mir zu wenig Geborgenheit geben. Wann akzeptiere ich seine Marotten als liebenswürdig? Die Zeitschriften, die er sammelt, sind interessant. Wann setze ich meine Erwartungen durch? Nichtentscheiden und aufschieben geht mit mir nur bis zu einem gewissen Punkt, Unordnung auch. Wann teile ich die Felder? Kochen und Haushalt organisieren macht mir Spaß, solange ich nicht komplett für jede Dreckarbeit da bin. Wieviel Zeit gebe ich ihm? Ich weiß aus eigener Erfahrung, daß es lange braucht, aus Down-Phasen rauszukommen. Andererseits, wenn er etwas wirklich will, nämlich eine Parterschaft auf Augenhöhe mit mir, frage ich mich, was es da zu zögern gibt.
 
  • #23
Ähmm das ist wirklich kein "Student" der "spartanisch" lebt sondern ein ausgewachsener "Messi". Und das hat weniger was mit der halbleeren Wohnung zu tun, sondern mit den "Stapel[n] von Zeitschriften, Verpackungen, Kabel u. Geräte im Wohnzimmer rund um das Sofa".. das ist nämlich z.B typisch für diesen Typus.. er sammelt sein Leben um seinen "Platz" herum.. d.h. wenn du einen Messi therapieren willst, nur zu, wenn du mit Jemanden irgendwann mal (halbwegs) zusammen leben magst: Hau ab..so schnell du kannst..
 
  • #24
Ähmm das ist wirklich kein "Student" der "spartanisch" lebt sondern ein ausgewachsener "Messi". Und das hat weniger was mit der halbleeren Wohnung zu tun, sondern mit den "Stapel[n] von Zeitschriften, Verpackungen, Kabel u. Geräte im Wohnzimmer rund um das Sofa".. das ist nämlich z.B typisch für diesen Typus.. er sammelt sein Leben um seinen "Platz" herum.. d.h. wenn du einen Messi therapieren willst, nur zu, wenn du mit Jemanden irgendwann mal (halbwegs) zusammen leben magst: Hau ab..so schnell du kannst..
 
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  • #25
Liebe FS, ich glaube, ich kenne diesen Typ Mann, den du beschreibst ganz gut. In meinem Freundeskreis sind mehrere Anfang 40jährige Bohemian-Exemplare. Ein Teil davon Freiberufler in künstlerischen Bereichen, ein anderer Teil in kulturellen Führungspositionen. Es mutet an wie ein studentisches Leben auf hohem Niveau (Essen gehen, viel reisen, Putzfrau ab und an) - äußerlich! Innerlich häufig noch mit adoleszenten Identitätsfragen beschäftigt (Abgrenzung Elternhaus, anders sein wollen, den Freak geben, lange Psychoanalysen) Ich finde das durchaus liebenswert und anziehend und keinesfalls mit einem Messi-Syndrom gleichzusetzen. Jedenfalls als Freundin und Bekannte. DIe Kehrseite sind dann leider viele Ängste, wenn es um Verbindlichkeiten geht, z.B Kinderwunsch der Partnerin und damit verbunden viele Beziehungsprobleme. Und eine Aufforderung "anzuleiten" und die Regie zu übernehmen. Wenn das dann passiert, stellt sich rasch ein Kreislauf her wie zwischen Eltern und Kind mit entsprechendem Trotz, Verweigerung u Frustration. Ergebnis: Lust und Anziehungskiller. Ich würde stark auf Eigenverantwortung pochen und klar machen, dass Bohemian 40+ auf einem anderen Niveau stattfinden sollte (Putzfrau, wenige aber gute Möbel, Chaos mit System) als ein Leben mit 20+ auf einem Europaletten-Bett. Viel Glück!