• #31
@Jochen : du bist ganz sicher froh, dass deine Frau bei dir bleibt, obwohl sie niemand zwingt. DAS ist doch ein super-statement, nicht ?
Natürlich bin ich da froh. Meine Eltern haben wirklich eine glückliche Ehe. Habe das ja selber früher mitbekommen als ich noch bei ihnen gelebt habe. Jetzt bekomme ich selber noch mit, dass sie glücklich sind. Sie wohnen direkt hinter uns in einem anderen Haus. Niemals würde ich wollen, dass meine Frau dazu gezwungen wird zu bleiben.

Ich finde es natürlich gut, dass man sich trennen kann wenn es nicht mehr läuft.
 
  • #32
Meine Großeltern haben, meine Eltern hätten.

Nix besser gemacht, nur Ehehölle ertragen.
In beiden Ehen flogen regelmäßig die Fetzen, bei meinem Großeltern war von Liebe NULL zu spüren.
Da haben sich 2 Urgroßväter hingesetzt und einen Deal für das späte Mädchen gemacht.

Warum meine Eltern heirateten, habe ich nie verstanden, meine Mutter wollte weg von zu Hause, und schnappte sich den Mann, der sich nicht wehrte. 2 verkorkste Menschen, in der Kriegszeit geboren.

Also besser?

Ich bin froh, dass Ehe heute nicht lebenslänglich bedeutet und das man nicht mehr heiraten muss, um jemand zu sein. Gerade als Frau...

W, 51
Da stimme ich auch vollkommen zu. Allerdings haben sie es in meiner Familie noch nicht mal damals durchgehalten: Meine Urgroßmutter, Großmutter, Mutter -- alle haben sich von ihren Männern scheiden lassen und die Kinder dann alleine großgezogen. Es ging damals auch schon, war für Frauen aber ungleich mühsamer als heute. Da hat sich einiges getan ...

Ich würde also ebenfalls nicht sagen, dass Ehen und Beziehungen früher allgemein besser und harmonischer liefen, nur war die Trennung stigmatisierter und wurde schwerer gemacht. Glückliche, beständige Ehen hat es natürlich trotzdem immer gegeben und gibt es heute ja auch noch gelegentlich.

Vielleicht hat @Jochen1 aber insofern doch ein wenig recht, als gerade jüngere Menschen sich aufgrund der vielen Möglichkeiten nicht mehr so gerne verbindlich festlegen wollen. Ich kann mir schon vorstellen, dass vielleicht die Bereitschaft, sich mit Problemen und Konflikten auseinanderzusetzen und auch mal unangenehme, schwierige Phasen zu überstehen, also sich gelegentlich mal "durchzubeißen", gesunken ist, eben weil man ja nicht mehr muss und es Alternativen gibt. Vielleicht schmeißen manche dadurch schneller das Handtuch und versuchen es gar nicht erst richtig, oder geben in der Hoffnung auf was Besseres dem "mittelmäßigen" Partner keine Chance, verschmähen also den Spatz in der Hand und luken nach der Taube auf dem Dach -- ob das jeweils gut oder schlecht ist: keine Ahnung. Ist hier möglicherweise so der Fall: Der FS ist bestimmt sympathisch, lieb, attraktiv und eine gute Partie -- aber irgendwie ist sie eben nicht so ganz überzeugt. Früher wäre das zum Heiraten mehr als nur gut gewesen. Heute dagegen diese etwas unklare Situation hier. Man kann Liebe leider nicht erzwingen. Theoretisch könnte sich was ändern, soll vorkommen ... Wann es besser ist, sich gemeinsam zusammenzuraufen oder zu trennen, müssen am Ende die beiden entscheiden. Immerhin ist heutzutage beides relativ problemlos möglich.
w26
 
  • #33
Lieber FS

Sich zu trennen ist so einfach gesagt. Aus deinen Zeilen lese ich, dass dich ein Kontaktabbruch zerreissen würde.
Es gibt Menschen, die schwer lesbar sind und welche, die sich selbst nicht verstehen.

Mir kommt das Nähe-Distanz "Spiel" vertraut vor. Sie wird sehr ambivalent sein - grundsätzlich, nicht nur in Beziehungsthemen. Sie kann sich nicht entscheiden und möchte beides. Bindung und Freiheit, wenn es ihr danach ist. Ihre Gefühle zwischen Anziehung und Leere werden sich abwechseln.

Ich kann dir nur von mir erzählen. Ich habe die Ungewissheit lange ausgehalten, so lange, bis ich reif war, zu gehen, da ich wusste, dass ich genug Geduld und Wohlwollen aufgebracht hatte. Nach viel Mitgefühl und Mitschwingen, begann irgendwann die Wut. Heute denke ich, dass ich mir Lebenszeit hab klauen lassen, die ich sinnvoll in eine andere Beziehung hätte stecken können.

Ich weiss heute, bald 10 Jahre später, dass er noch immer nur mich möchte, seine Zuneigung nicht anders zeigen konnte und an der Geschichte leidet und heute fast zerbricht. Er kann seine Gefühle und Bedürfnisse aber auch heute noch nicht aussprechen. Es geht nur indirekt mit Anzeichen und Symbolen.

Ich bin drüber hinweg. Habe furchtbar gelitten, lange gebraucht, bis ich gehen konnte. Ich würde es trotz Erkenntnissen nochmals genau so machen. Man kann erst gehen, wenn man reif dafür ist und dieser Prozess dauert individuell sehr unterschiedlich. Nimm dir die Zeit, die du brauchst um zu erkennen, was dir möglich ist und was nicht. Sie wird nicht entscheiden, du wirst es tun müssen, für sie oder gegen sie.
Das Leben und Menschen sind oft sehr anspruchsvoll.
 
  • #34
Da stimme ich auch vollkommen zu. Allerdings haben sie es in meiner Familie noch nicht mal damals durchgehalten: Meine Urgroßmutter, Großmutter, Mutter -- alle haben sich von ihren Männern scheiden lassen und die Kinder dann alleine großgezogen. Es ging damals auch schon, war für Frauen aber ungleich mühsamer als heute. Da hat sich einiges getan ...

Ich würde also ebenfalls nicht sagen, dass Ehen und Beziehungen früher allgemein besser und harmonischer liefen, nur war die Trennung stigmatisierter und wurde schwerer gemacht. Glückliche, beständige Ehen hat es natürlich trotzdem immer gegeben und gibt es heute ja auch noch gelegentlich.

Vielleicht hat @Jochen1 aber insofern doch ein wenig recht, als gerade jüngere Menschen sich aufgrund der vielen Möglichkeiten nicht mehr so gerne verbindlich festlegen wollen. Ich kann mir schon vorstellen, dass vielleicht die Bereitschaft, sich mit Problemen und Konflikten auseinanderzusetzen und auch mal unangenehme, schwierige Phasen zu überstehen, also sich gelegentlich mal "durchzubeißen", gesunken ist, eben weil man ja nicht mehr muss und es Alternativen gibt. Vielleicht schmeißen manche dadurch schneller das Handtuch und versuchen es gar nicht erst richtig, oder geben in der Hoffnung auf was Besseres dem "mittelmäßigen" Partner keine Chance, verschmähen also den Spatz in der Hand und luken nach der Taube auf dem Dach -- ob das jeweils gut oder schlecht ist: keine Ahnung. Ist hier möglicherweise so der Fall: Der FS ist bestimmt sympathisch, lieb, attraktiv und eine gute Partie -- aber irgendwie ist sie eben nicht so ganz überzeugt. Früher wäre das zum Heiraten mehr als nur gut gewesen. Heute dagegen diese etwas unklare Situation hier. Man kann Liebe leider nicht erzwingen. Theoretisch könnte sich was ändern, soll vorkommen ... Wann es besser ist, sich gemeinsam zusammenzuraufen oder zu trennen, müssen am Ende die beiden entscheiden. Immerhin ist heutzutage beides relativ problemlos möglich.
w26

Ich denke wir leben in einer Übergangszeit..

Drei Frauen vor mir (Mutter, Grossmutter, Urgroßmutter) sind regelrecht an ihren Männern gestorben (Gewalt, Missbrauch, finanzieller Schaden, psychisch kaputte Kriegsrückkehrer)...

Da bin ich glücklich mich in einer Generation Frauen zu befinden, die sowohl verhüten als auch gehen kann...

Allerdings halte ich die aktuelle Mentalität von: passt mir was nicht, werf ich den Partner halt weg...und next..auch für ungesund. Aktuell nehmen Verlustangst, Eifersucht und Bindungsangst massiv zu, weil man immer damit rechnen muss, abserviert oder ausgetauscht zu werden, wenns mal schlecht läuft. DAS kanns AUCH nicht sein.

Ich lese gerade das Buch "Rettet die Liebe" von Beate Strittmatter. Sehr interessant. Mit guter Kommunikation kann vieles geheilt werden.
Unfassbar dass diese Dinge..ebenso wie Gesundheit.. kein Grundschulfach sind!
 
  • #35
Mit guter Kommunikation kann vieles geheilt werden.
Unfassbar dass diese Dinge..ebenso wie Gesundheit.. kein Grundschulfach sind!
An der ( Real- ) Schule meiner Nichte ist in diesem Jahr ein Pilot eingerichtet worden. Ein neues Fach. Kein Wahlfach am Nachmittag, sondern Pflicht für alle.
Da wird Allgemeinbildung vermittelt, wie man sie wirklich braucht.
Sie reden über gesundes Essen, einkaufen und kochen und Nährwertinfos genauso wie über die Steuern mit Steuererklärung. Mietvertrag. Versicherungen. Und was der Durchschnittsmensch in Deutschland so verdient, was davon alles abgezogen wird und was Miete und Strom, auch ein Brot und ein Liter Milch und der Sportverein so kosten. Rechte und Pflichten für Erwachsene und auch für die Jugendlichen, die sie jetzt sind.
Und da werden auch Klausuren dazu geschrieben, wie in jedem anderen Fach auch.
Ist das nicht einfach super ?

Darum, wie man eine Beziehung führt oder wie man miteinander redet geht's allerdings nicht.
Das könnte noch ein zweites Fach sein.
Beides z.B. anstelle von Latein und Literatur und Chemie, oder Kunst, Musik und Sport.
Jetzt kommt bestimmt viel Gegenwind, vor allem, wenn ich Sport streichen will.
Ich erinnere mich, dass es immer ein Riesenproblem gab, wenn zu meiner Zeit irgendein Fach mal temporär gestrichen werden musste, so wie jetzt ja auch in Corona-Zeiten.
Alle Lehrer fanden nämlich, dass nun gerade ihr Fach so existenziell wichtig sei, dass man darauf nun auf gar keinen Fall verzichten könne.
Der Chemielehrer genauso wie der Deutsch- oder Sportlehrer.
Meines Wissens gibt es einen Konsens, dass Deutsch und Mathe unverzichtbar sind, alle anderen verhandelbar.

w 53

Nun bitte alle wieder zum Thema des FS zurück. Vielen Dank. Die Moderation.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #36
Zu einer Beziehung gehören immer zwei und die Stufe Beziehung kannst du nur erreichen mit ihrer Zustimmung . Es ist sehr traurig dass Menschen sich nur selten gleichzeitig genau stark verlieben , aber das ist ein Schmerz, durch den schon jeder hindurch musste . Was auch immer ihre Motive sind , sie ist frei zu wählen und du kannst sie nicht überreden . Da du schon gesagt hast dass du eine Beziehung möchtest würde ich mich zurück ziehen und nicht endlos auf sie warten . Dann erkennt sie ob du ihr fehlst und sie wird sich bewegen oder eben auch nicht . Eine Freundschaft ist ja ausgeschlossen, ab dem Zeitpunkt wo einer mehr Gefühle hat . Setz ihr Grenzen und werde nicht zum Spielball eines andere Menschen , der seine Emotionen nicht kennt oder der dich warm halten will . Mir ist es mittlerweile egal warum Menschen handeln,wie sie handeln . Ich fordere eine klare , wertschätzende Behandlung und ansonsten setze ich Grenzen . Lass dir deine Stabilität durch sie nicht nehmen . Ein weiteres Abwarten hat Auswirkungen auf deine Lebensfreude und das würde ich niemandem zugestehen .
 
  • #37
Jetzt kommt bestimmt viel Gegenwind, vor allem, wenn ich Sport streichen will.
Von mir kommt da kein direkter Gegenwind. Trotzdem finde ich, dass Sport ein wichtiges Fach ist. Kinder sollten ja ausreichend Bewegung haben. Es gibt doch heute viele die sich überhaupt nicht mehr ausreichend bewegen. Früher zu meiner Kindheit war es normal, dass wir uns richtig viel bewegt haben und auch immer an der frischen Luft waren. Heutzutage sehe ich das ganz selten.

Jetzt zurück zum Thema.
Ja, abwarten und Tee trinken, würde ich sagen.
Wie lange willst du noch warten? Ich an deiner Stelle würde noch ein aller letztes mal mit ihr reden. Dann solltest du Konsequenzen ziehen.
Ich kann mir schon vorstellen, dass vielleicht die Bereitschaft, sich mit Problemen und Konflikten auseinanderzusetzen und auch mal unangenehme, schwierige Phasen zu überstehen, also sich gelegentlich mal "durchzubeißen", gesunken ist, eben weil man ja nicht mehr muss und es Alternativen gibt.
Ich finde es ja selber nicht gut sich gleich zu trennen wenn mal Probleme auftauchen. Allerdings macht es aber keinen Sinn in einer Beziehung zu bleiben wenn hier in dem Fall der FS Gefühle hat und sie nur Freundschaft möchte.
 
  • #38
Von mir kommt da kein direkter Gegenwind. Trotzdem finde ich, dass Sport ein wichtiges Fach ist. Kinder sollten ja ausreichend Bewegung haben. Es gibt doch heute viele die sich überhaupt nicht mehr ausreichend bewegen. Früher zu meiner Kindheit war es normal, dass wir uns richtig viel bewegt haben und auch immer an der frischen Luft waren. Heutzutage sehe ich das ganz selten.

Jetzt zurück zum Thema.

Wie lange willst du noch warten? Ich an deiner Stelle würde noch ein aller letztes mal mit ihr reden. Dann solltest du Konsequenzen ziehen.

Ich finde es ja selber nicht gut sich gleich zu trennen wenn mal Probleme auftauchen. Allerdings macht es aber keinen Sinn in einer Beziehung zu bleiben wenn hier in dem Fall der FS Gefühle hat und sie nur Freundschaft möchte.

...ich bezog mich auch eher auf die Anekdoten mit den Großmüttern hier, als ich schrieb, alles gleich beim ersten Problem hinzuwerfen sei keine Lösung..
Das gilt natürlich nur für eine verbindliche Beziehung die beide wollen.

Hier beim FS stellt sich die Frage garnicht! Er kann ja nicht an einer Beziehung arbeiten, die die andere Seite garnicht will! Da sind Schmerzen vorprogrammiert!
 
  • #39
...ich bezog mich auch eher auf die Anekdoten mit den Großmüttern hier, als ich schrieb, alles gleich beim ersten Problem hinzuwerfen sei keine Lösung..
Das gilt natürlich nur für eine verbindliche Beziehung die beide wollen.

Hier beim FS stellt sich die Frage garnicht! Er kann ja nicht an einer Beziehung arbeiten, die die andere Seite garnicht will! Da sind Schmerzen vorprogrammiert!
Da stimme ich dir ja zu. Du hast natürlich recht, dass es hier keinen Sinn macht zusammen zu bleiben. Hier hat ja nur der FS Gefühle. Das ist natürlich zum scheitern verurteilt.

Heute ist es doch so, dass man sich wegen jeder Kleinigkeit trennt. Ich habe auch hier im Forum schon oft zur Trennung geraten. Allerdings nie wegen einer Kleinigkeit. Mir ist es natürlich bewusst, dass es früher vor allem für Frauen schwer war sich zu trennen. Das ist natürlich gut, dass es heute so ist.
 
Top