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Liebe ich Ihn oder nur das was er mir gibt?

Hallo ihr Lieben,
Woher weiß ich das ich jemand wirklich seiner Selbstwillen liebe oder nur das, was er mir gibt? Woher weiß ich, dass ich mit ihm zusammen sein will oder nur Angst vor dem Alleinsein habe? Unterscheidet man zwischen verliebt sein und Liebe und ist beides auch unabhängig voneinander möglich?

Vorgeschichte in Kurzfassung..
Mister X und ich lernten uns vor 6 Jahren kennen, erste große Liebe, Wir waren 4 Jahre zusammen mit viel Drama, aber auch viel Liebe und Höhen und Tiefen. Ich war naiv, er hatte sich noch nicht ausgelebt, gegen Ende hin wollte ich nicht mehr und verliebte mich in einen anderen. Ich lernte meinen 2. Freund kennen. Die Verliebtheitsphase war wie im Film, dann vermisste ich Mister X, wir versuchten es nochmal kurz aber ich war erneut verwirrt und vermisste meinen 2. Freund. Nach langem Kampf eroberte ich meinen 2. Freund zurück. Er gab mir ein Gefühl, das ich vorher nicht kannte, allerdings wurde er so etwas wie meine "Droge" Ich war so abhängig von Ihm, dass es ungesund wurde. Ich fühlte mich emotional unbefriedigt, er eingeengt. Wir trennten uns und ich musste erstmal auf eine Art Entziehungskur dieser Abhänigkeit. Aufgrund meines Schicksalsschlag rief ich Mister X wieder an, er war mir trotz der 2 Jahren Funkstille sehr nahe und sofort für mich da. Seither kämpft er um mich, und nennt mich seine Droge. Es ist ein unglaublich schönes Gefühl, so begehrt zu werden, vor allem, weil er mich in jeder Lebenslage kennt und trotzdem für immer möchte. Es fühlt sich wie zuhause mit ihm an, menschlich gesehen haben wir schon immer super zueinander gepasst, nur die Art, eine Beziehung zu führen war anders, aber wir scheinen mit den Jahren auf einen Nenner gekommen zu sein. Ich freue mich bei dem Gedanken auf eine Zukunft mit ihm, aber ich bin nicht bedingungslos und naiv verliebt, obwohl ich das gerne wäre. Vielleicht habe ich Angst, mich wieder fallen zu lassen, weil ich vor Jahren so naiv war? Nehme ich ihn nur zu Ablenkung? Was für Schlüsse ziehe ich für mein Leben nach dem 2.Freund? Mister X gibt mir alle Zeit der Welt und ich bin in einer Selbstfindungsphase. Hilfe..
 
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  • #2
X hat Dich damals betrogen, denke ich, also frage ich mich, was das für ein Partner sein soll - wobei hier die Frage ist: Was willst Du?
Sein Kämpfen um Dich jetzt kann man auch so deuten, dass er immer erobern muss, also diesen Kick braucht. Und Du deutest es als "er will mich für immer". Hier wäre ich sehr vorsichtig, denn Du bist anscheinend auch ein Mensch, der - ich nenne es einfach mal "Drama" braucht, ohne dass ich es werten will. Du lässt den 2.Freund sitzen wegen X, dann willst Du 2. zurück, kämpfst und saugst an ihm psychisch, bis Schluss ist. Nun tritt X wieder auf die Bühne und im Moment ist alles noch in der Schwebe. Ich denke, wenn Du Dich auf das ganze einlässt, braucht ihr irgendwas, das euch diesen dramatischen Zustand erhält, sonst seid ihr beide emotional tot in einer toten Beziehung.
Woher weiß ich das ich jemand wirklich seiner Selbstwillen liebe oder nur das, was er mir gibt?
Schwer zu beschreiben. Wenn er Dir nur was gibt, dann berührt er nicht Dein Inneres, sondern es ist nur schön, mit ihm zusammen zu sein, seine Verwöhnung zu genießen. Du kannst so einen Menschen auch lieben, aber das ist anders als die Liebe, die einer durch sich und sein Ich auslöst. Es fehlt irgendwas.
Um diese Liebe zu spüren, muss man aber mit sich im Reinen sein und Projektionen hinter sich gelassen haben, sonst siehst Du im anderen sowieso nur einen Menschen, der gut in Deine Schablone passt. Ein Mensch, bei dem Du nur liebst, was er Dir gibt, löst zwar auch Verlustängste aus, aber das Emotionale ist nicht so ausgeprägt.
Wieviel Zeit lag zwischen dem Schluss mit 2 und der Wiederaufnahme des Kontaktes zu X? Warst Du da nicht Single und konntest rausfinden, dass Du gut allein sein kannst?
Unterscheidet man zwischen verliebt sein und Liebe und ist beides auch unabhängig voneinander möglich?
Verliebt sein kann man auch in eine Illusion. Liebe fühlst Du. Es ist schon eine Art Verbundenheit, die man empfindet. Beides ist unabhängig voneinander möglich. Verliebt und dann keine Liebe fühlt sich an wie einer Täuschung aufgesessen. Liebe ohne Verliebtheit ist das, was Du auch bei anderen Menschen empfindest. Einfach, wenn jemand Dein Herz berührt, unabhängig davon, ob er was für Dich tut, unabhängig von Sex usw. einfach, wenn er vor Dir steht und Dich ansieht und diese Verbindung da ist. (Das kann auch Frau oder Kind sein.)
 
  • #3
Für mich klingt das alles sehr verworren. Ich würde Dir empfehlen, von beiden Männern Abstand zu nehmen, mindestens ein halbes Jahr alleine zu bleiben, Dir in Ruhe zu überlegen, was Du vom Leben willst und Dir dann einen dafür passenden Partner zu suchen.
 
  • #4
Gemäß meiner persönlichen Erfahrungen bin ich der Meinung, dass frau auf jeden Fall auch zwei Männer zugleich lieben kann. Ich denke, du liebst beide. Schade, dass du vermutlich zu einer Entscheidung gezwungen sein wirst, weil die Beiden wahrscheinlich nicht mit dem Modell Polyamorie leben könnten - oder? Es ist gut wenn du erstmal zu beiden eine gewisse Zeit auf Abstand bleibst, das wird dir vielleicht helfen.
 
  • #5
Nehme ich ihn nur zu Ablenkung? Was für Schlüsse ziehe ich für mein Leben nach dem 2.Freund? Mister X gibt mir alle Zeit der Welt und ich bin in einer Selbstfindungsphase. Hilfe..
Keiner der Beiden ist deine wahre Liebe, du hast wie viele Frauen ein sehr großes Problem mit dir alleine sein können! Das nützen Männer eiskalt und egoistisch aus! Mein Tipp: lebe erst mal ca. 1 Jahr alleine ohne diese beiden Typen, meine Empfehlung auf Abstand zu gehen, da du sonst deine Selbstfindung nicht finden wirst!
 
  • #6
Von der "Droge" Verliebtheit oder Kampf um Liebe warst du doch schon ganz gut "runter", nach dem zweiten Freund. Und dann kam ein Schicksalsschlag? Und du hast auf Mister X zurückgegriffen? Aber nicht so richtig, weil er ja noch um dich "kämpfen" muss. Mein Tipp: Finde heraus, was Psychologen als "Beziehungssucht" bezeichnen.
Für Mister X bist du wiederum eine "Droge", klingt nach Problemen, sobald ihr erst einmal in der Realität ankommt. Eine "Droge" braucht stete Nahrung - entweder er wird oder du wirst wieder das Drama suchen. Selbstfindung findet dann statt, wenn keine "Droge" verfügbar ist. Du stellst dir kluge Fragen, aber ohne Konsequenz, den Mister X ist in deinem Leben schon wieder drin.
"Verliebtheit" ist die einzige Religion/Droge, die unserer Gesellschaft geblieben ist. Könnte dir zu intellektuell sein, aber die Soziologin Eva Illouz ("Warum Liebe weh tut") hat komplexe Antworten auf deine Fragen.
 
E

endrana

  • #7
Ich würde sagen, du liebst bei beiden vor allem, was sie dir geben. Du würdest nicht so vom Einen zum jeweils Anderen hüpfen, wäre es aufrechte Liebe auf einer Seite.
Es wirkt, als würdest du es jeweils genießen, von einem Mann begehrt zu werden, und dieses Gefühl steigert sich eventuell für dich, wenn zeitweise Trennung eintritt und die Partner rotieren. (Keiner von beiden kann sich deiner sicher sein.)

Irgendwie eine unschöne Situation... vor allem für die beiden involvierten Männer. Wie wäre es, wenn du ihnen mal eine Auszeit gönnst? Du solltest dich entscheiden. Für einen von beiden kannst du das offenbar seit Jahren nicht, beide auf einmal kannst du nicht haben (außer du rotierst weiter, bis mindestens einer der beiden Männer keine Lust mehr hat), bleibt also nur, keinen von beiden zu nehmen. Hast du an diese Option schon gedacht?
Alles Gute für die Zukunft und denk auch mal an dich selber, nicht daran, ob dich ein Mann begehrt oder nicht.
 
  • #8
Seit wann ist denn Liebe selbstlos? Wir lieben immer auch deswegen, weil uns irgendwelche Bedürfnisse befriedigt werden, wir Geborgenheit und Sicherheit erfahren. Wenn Liebe selbstlos wäre, dann hätte es ein Quasimodo einfacher um seiner selbst geliebt zu werden. Kleiner Trost: nicht einmal Quasimodo ist selbstlos. Denn er liebt die schöne Esmeralda und nicht irgendeine alte dicke Marktfrau.

Bei Dir liebe Fragestellerin ist es fast egal, welchen Mann Du liebst. Das Drama drumherum, das ist in Dir. Es gibt Menschen, da kann die Liebe, warum auch immer, nicht ruhig und harmonisch ablaufen.

Hast Du Deine frühkindlichen Beziehungen dramatisch oder unruhig erlebt? Ich kann mir bei Deinem Strickmuster kaum vorstellen, dass alles optimal abgelaufen sein sollte. Manche erlernen Beziehung als Kampf, als Entsagung, als Mangel, als Drama. Und genau hier ist Dein Ansatzpunkt: bei Dir. Willst Du Dein (Liebes-)Leben ändern, dann fang bei Dir an.
 
  • #9
Hi FS,

Liebe wäre es, wenn sie Dich in Dir selbst ruhen lassen und Dich (be)stärken würde, aber davon bist Du meilenweit weg. Sowohl Dein Nickname als auch das Schreiben von "Droge" lässt erahnen, dass Du mit Dir nur an der Oberfläche bist.

Traust Du Dich nicht tiefer zu schauen?

Beide Männer tuen Dir nicht gut und lenken Dich von Dir ab. Sie geben nicht, Du nimmst von ihnen was Du glaubst, das Dir helfen könnte.
 
  • #10
Liebe ist aus psychologischer Sicht immer egoistisch. Wir suchen einen Menschen, der uns in bestimmten Bereichen bestätigt und unseren Selbstwert steigert.
Hier kann keiner beurteilen, ob du für einen der beiden Männer "echte Liebe" empfindest, zumal das ja für jeden Menschen etwas anderes ist. Aus meiner Sicht finde ich es jedoch etwas merkwürdig, dass du so ein dauerndes hin und her mit den beiden lebst. Wenn ich einen Menschen liebe, kann ich mich mit niemand anderes einlassen.

Kritisch ist auch, dass du zu deinem Mr X immer dann zurück kommst, wenn es in anderen Hinsichten nicht so gut läuft. Hast du diese Tiefs überstanden, verliebst du dich plötzlich in einen anderen.
 
  • #11
Wenn du dich jetzt auf den Weg der Selbsterkenntnis begibst, und an dir arbeitest, dann wirst du vielleicht in 10 Jahren nicht mehr Liebe und Drama verwechseln. Dann wirst du den Kopf schütteln über dein 10 Jahre jüngeres Ich.
So wird das nix. Das ist nur Suchtverhalten, von allen Seiten.
Bis da Ruhe einkehrt, und eine lebbare Beziehung, vielleicht sogar mit Kindern, möglich wird, wird einiges an Zeit vergehen.
Aber das ist alles besser, als eine alternde Dramaqueen zu werden, die wird nämlich irgendwann ziemlich lächerlich.