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Vielleicht liest Du das besser nochmal nach, da stimmt nicht nur sprachlich etwas nicht, obwohl der Effekt natürlich in Deinem Fall durchaus zutreffend sein könnte, wenn Du ihn bei Dir diagnostizierst.
Ja, sprachlich habe ich nicht ganz korrekt geschrieben, war ehrlich gesagt zu faul, nachzuschauen - ich schreibe vom Handy und kann nur eine Seite aufmachen, dann muss ich den Text wieder von neuem schreiben.
Was den Effekt ang, habe ich es so verstanden, dass dumme Menschen nicht erkennen können, dass sie dumm sind, weil sie dumm sind. Ich habe nicht gemeint, dass FS dumm ist, sondern ein bestimmtes Verhalten hat seine Ursachen - FS ist für Argumente anderer Foristen nicht zugänglich, nicht weil er eigenen Standpunkt hat und von ihm überzeugt ist, sondern weil er aus welchen Gründen auch immer nicht versteht, was ihm geantwortet wird, das folgt aus seinen Reaktionen, wo er teilweise sich selber widerspricht und argumentativ nicht schlüssig ist.
 
Was den Effekt ang, habe ich es so verstanden, dass dumme Menschen nicht erkennen können, dass sie dumm sind, weil sie dumm sind.

Das wäre wohl eine korrekte Umschreibung des Effektes.

Ich habe nicht gemeint, dass FS dumm ist, sondern ein bestimmtes Verhalten hat seine Ursachen ... sondern weil er aus welchen Gründen auch immer nicht versteht, was ihm geantwortet wird, ...

Dumm ist jemand, der in seinem Verhalten wenig Überlegung zeigt. Du hast eine unspezifische Angst, jemanden als dumm zu bezeichnen, der es aus Deiner Sicht ist. Wer aus Deiner Sicht nicht versteht, was ihm geantwortet wird, wer sich selbst dauernd widerspricht, wer argumentativ nicht schlüssig ist, den kannst Du doch als "dumm" bezeichnen...
Ich finde das ehrlicher, als die Aussage in irgendwelchen schlecht recherchierten und falsch bezeichneten Effekten zu verstecken, die auch nichts anderes aussagen, als dass es an Intelligenz mangelt, die fehlende Intelligenz zu erkennen.
 
Ein Shit Test wird von Frauen absichtlich platziert, um die Reaktion von Männern zu testen.

So magst Du es vielleicht definieren. Wenn man aber bei Google schaut, schreiben jedoch sehr viele, dass diese Tests in den meisten Fällen nicht gezielt, sondern unbewusst erfolgen, also keine gezielten Tests sind.

Wieso möchtest Du überhaupt einen Unterschied machen?

Wenn eine Frau z.B. bei einer Spinne aufschreit und sich hinter Dir versteckt: Woran erkennst Du dann, ob Sie Dich absichtlich testen möchte, ob sie Dich nach Belieben als ihren Beschützer aktivieren kann oder ob der Spinnenaufschrei nur deshalb erfolgt, weil Frauen sich gesellschaftlich auch wie Kleinkinder verhalten dürfen, ohne dafür als zu "unreif" sanktioniert und abgewertet zu werden?

Wieso macht es für Dich einen Unterschied, ob die Frau Dich nach einem geplanten Test bewertet oder aber nach einem ungeplanten Test im Ergebnis genauso bewertet? Im Ergebnis wird die Frau Dich in beiden Fällen ähnlich bewerten, ob Du für sie tätig wirst bzw. ihre Kleinkindrolle akzeptierst, weil sie es nicht als wertschätzend betrachten würde, wenn Du so reagieren würdest, wie sie im umgekehrten Fall reagieren würde, wenn Du Dich bei einer Spinne kreischend hinter ihr verstecken wollen würdest.

Im Ergebnis ist es daher relativ egal, ob der "Test" geplant erfolgte.

Hier im Forum kann man doch ganz gut sehen, dass viele Frauen meinen, sie würden angeblich keine geplanten Tests machen, aber dennoch einzelne Aktionen sehr genau wie bei einem geplanten Test bewerten. Welchen Unterschied macht es daher, ob eine Frau absichtlich den Mann auf seine Großzügigkeit testet oder ob sie nur aufgrund ihrer einseitigen Erwartungshaltungen den Mann genauso bewertet, weil dieser zB beim Date die Gesamtrechnung nicht automatisch einfach übernehmen möchte? Die Frau war ersichtlich selber umgekehrt nicht zur großzügigen Rechnungsübernahme bereit und würde es völlig schräg finden, wenn man daraus ihren geizigen Charakter und ihr zu geringes Interesse ableiten würde. In der Gesellschaft ist es aber halt üblich, dass nur Frauen sich ohne negative Folgen in die Kleinkindposition begeben dürfen bzw. die Hilfen anderer wie selbstverständlich einfordern, so dass Männer schon aus diesem Grunde weniger in der Lage sind, Frauen danach testen bzw. bewerten zu können, ob Frauen ihre Großzügigkeit ebenfalls ausreichend beweisen oder die beschützende Position übernehmen, nur weil man selber keine Lust dazu hat.
 
Wenn eine Frau z.B. bei einer Spinne aufschreit und sich hinter Dir versteckt: Woran erkennst Du dann, ob Sie Dich absichtlich testen möchte, ob sie Dich nach Belieben als ihren Beschützer aktivieren kann oder ob der Spinnenaufschrei nur deshalb erfolgt, weil Frauen sich gesellschaftlich auch wie Kleinkinder verhalten dürfen, ohne dafür als zu "unreif" sanktioniert und abgewertet zu werden?
Das ist ne Phobie. Das hat überhaupt nichts mit "Kleinkindverhalten" zu tun. Du kannst mir glauben, dass die Leute mit dieser Phobie lieber keinen Infarkt kriegen würden, wenn sie so ein Tierchen sehen.
Freut mich für Dich, wenn Du keine Höhenangst, Platzangst oder sonstwas für Phobien kennst. Aber die, die sowas haben, leiden wirklich drunter.
Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass erwachsene Menschen davon nie gehört haben. Man kann sich doch nun ganz leicht informieren über sowas.
 
Mich erinnert das mit der Brille eher an Pick up Artists. Machen die das nicht auch so? Erst was unverschämtes sagen und sich dann entschuldigen oder so? Wundert mich, dass das eine Frau gemacht hat.

Natürlich testet man, aber man macht es doch nicht offensichtlich. Wenn das Gegenüber das merkt, dann hat man es nicht gut gemacht.
 
Wieso macht es für Dich einen Unterschied, ob die Frau Dich nach einem geplanten Test bewertet oder aber nach einem ungeplanten Test im Ergebnis genauso bewertet?
Im Ergebnis ist es daher relativ egal, ob der "Test" geplant erfolgte.

Ob die Frau gezielt testet oder das bewertet, was sie wahrnimmt, macht für mich schon einen Unterschied. Ich will kein Testobjekt sein. Eine Frau will ja umgekehrt auch kein Objekt sein, mit dem ein Testprogramm abgespult wird.
Bei mir spuckt Google übrigens zu dem Begriff in erster Linie Seiten der Pickupszene aus. Und natürlich ist diese Szene mit Dumpfbacken durchsetzt, für die auch Alltagssituationen ein „Shittest“ sind, weil sie auch ein Handbuch brauchen, um den Kaffee beim ersten Date zu bezahlen. Dann könnte man das auch als Shittest bezeichnen, so wie umgekehrt einer ist, ob sie sich beim zweiten oder dritten Date revanchiert oder beim dritten Date Sex hat. Definitionsfrage.

Rein rational magst Du also Recht haben, rein emotional ist es für mich ein Unterschied, ob ich gezielt getestet oder beiläufig bewertet werde. Rein rational wäre es vielleicht sogar eine Überlegung, sich eine Liste von Tests zu erstellen, mit denen man bestimmte Eigenschaften gezielt prüft. Rein emotional wird wohl kaum jemand das mit sich machen lassen, sobald er es merkt. Ich jedenfalls nicht.
 
Ehrlich gesagt habe ich den Begriff Shit-Test bis dato noch nie gehört und wenn ich einen Mann kennenlerne, mich vielleicht einige Male mit ihm treffe, sehe ich doch, wie er tickt. Dafür braucht es keinen Test.

Für mich klingt dieser Begriff eher wie neumodischer Firlefanz, der wenig mit der Realität zu tun hat, lediglich dazu führt, dass man nur umso mehr versucht das Verhalten des Gegenübers zu interpretieren und das bietet eben viel Raum für Fehlinterpretationen.

Lieber FS,
in deinem speziell beschriebenen Fall, glaube ich kaum, dass die Frau, die sich abfällig über deine Brille äußerte, irgendetwas austesten wollte.
Interessant finde ich, dass du der Ansicht bist mit deiner Antwort pädagogisch wertvoll gehandelt zu haben.
Ich musste gar ein wenig schmunzeln, als ich das gelesen habe.
Das klang so ein bisschen wie "Du bist doof" "aber du bist 3x mehr doof".

Übrigens durfte ich mir auch häufiger einen dummen Spruch wegen meiner Brille geben. Aber die Modelle standen mir wirklich auch gar nicht. Heute sagen viele, das Gestell das ich jetzt trage stehe mir sehr gut.

Ich finde übrigens, dass du die Situation sehr oberflächlich beschreibst. Was genau hat sie denn gesagt, was dich so verärgert hat?
 
Das ist ne Phobie. Das hat überhaupt nichts mit "Kleinkindverhalten" zu tun.

Komisch nur, dass zumindest in meinem Umfeld sehr viele Frauen unter dieser Phobie leiden und ich keinen Mann kenne, der bei einer Spinne kreischend sich hinter anderen zu verstecken versucht.

Und es hat schon etwas mit einem Kleinkindverhalten zu tun, ob man an seinen Ängsten arbeitet, oder ob man nichts unternimmt und sich auf andere verlässt, die auch noch negativ bewertet werden, wenn diese sich nicht als Beschützer aktivieren lassen wollen.

Überlege einfach mal, was Du denken würdest, wenn Dein Partner sich bei einer harmlosen kleinen Spinne kreischend hinter Dir zu verstecken versucht und auch keine einzigen Anstrengungen unternimmt, etwas an seinen Ängsten oder Verhalten zu verändern. Die meisten Frauen würden sich bei so einem Verhalten vom Partner veralbert und missbraucht vorkommen. Und selbst, wenn man Verständnis für seinen Partner aufbringen möchte, würde man dem Partner erklären, dass er doch bitte erwachsen werden möge und an sich arbeiten soll, statt sein Umfeld mit seinen Schwächen zu belästigen. Kaum eine Frau würde es akzeptieren, dass ein Mann von ihr erwarten würde, dass sie seine Phobien zu akzeptieren habe und deswegen auch immer alleine diejenige sein soll, die sich darum zu kümmern habe.

Den Luxus, an seinen Ängsten dauerhaft nicht arbeiten zu brauchen und weiter schwach bleiben zu dürfen, haben halt nicht alle, wenn man nicht gesellschaftlich isoliert werden möchte. Nachsichtiger ist man hier gewöhnlich nur mit denen, die man vom Reifegrad weniger tauglich hält, an sich arbeiten zu können. Und das sind eben Kleinkinder.
 
Überlege einfach mal, was Du denken würdest, wenn Dein Partner sich bei einer harmlosen kleinen Spinne kreischend hinter Dir zu verstecken versucht und auch keine einzigen Anstrengungen unternimmt, etwas an seinen Ängsten oder Verhalten zu verändern.

Oh. Mein. Gott.
Du hast keine Ahnung.
Mein Ex hat eine Spinnenphobie. ICH habe ihn dauernd vor Spinnen retten "dürfen". Und ich habe ihn nach dreißig Jahren nicht verlassen, weil er "nicht an seinen Ängsten arbeiten wollte". Deine Argumentation in der Hinsicht ist phänomenal lachhaft.

Ich kenne übrigens nicht nur einen Mann mit Spinnenphobie ...
 
Ich würde nicht von bewussten/unbewussten Bewertungen sprechen, sondern alle Menschen (alle Altersklassen, außer Babys) testen beim Anderen wie weit sie gehen können; wenn stellt der Andere seine Grenzen auf, wie stark verteidigt er sie, wie reagiert er und wie wirkt das auf mich. So findet man Gemeinsamkeiten, Unterschiede, die Resilienz oder Souveränität, der Umgang, die Kritikfähigkeit, Kommunikation und passen (schmecken) mir die Verhaltensweisen der heraufbeschwörten Reaktion.

Er gutauss., Anf. 30, ohne ausreichend finanzielle Mittel, schlecht bezahlter Job und ohne Ehrgeiz, ein Jammerlappen, lernt sie kennen, attraktive Selbständige, 10 J älter, mit Anwesen und Park. Beim Kennenlernen und die ersten 6 Wo war er ihr Traummann, die starke Schulter zum anlehnen, ein Mann mit Ehrgeiz & Zielen.

Die darauffolgenden 6 Wo komplette Kehrtwende, er jammerte, dass er sich den ganzen Herausforderungen stellen muss, er könne ihr im Leben nie das Wasser reichen. Auch ließ er den Chauvi raushängen, Kochen, Putzen, Waschen - Frauensache. Er war unbegründet eifersüchtig und wenn sie bei ihm war wurde sie angenölt das Freunde & Computerspiele wichtiger sind, oder er schlafen will, die Nacht durchgezockt. Sie wollte entnervt die Reißleine ziehen, doch er kam ihr zuvor. Drama! Sie war lange Single und heftig verliebt. Aber sie lief ihm nicht hinterher, akzeptierte seinen Trennungswunsch und sprach auch von ihren Wünschen. Bisher hatte er immer so gehandelt nach 2-3 Mo war mit jeder Frau Schluss. Sie sind ihm alle nachgelaufen, haben sich wohlgefällig gezeigt und sich völlig angepasst, um wieder an eine Beziehung zu kommen. Nur sein gewohntes Muster funktionierte diesmal nicht, nach dieser Trennung, war die Frau weg. Zwar eine ältere (nicht wie sonst jünger), aber auch enorm erfolgreich, die materielle Verkörperung seiner geheimen Wünsche. Nicht einmal 1 Wo später stand er heulend und bettelnd vor ihrer Tür. Seitdem ist sein Verhalten um 180 Grad gedreht, keine Computerspiele, sondern Weiterbildung, der Ehrgeiz hat ihn gepackt, Haushalt, selbstverständlich wird mit angepackt, keine Eifersuchtsszenen. Es läuft jetzt 4 Wo. Ich vermute, ihm geht bald wieder die Puste aus. Er redet schon des Öfteren, dass er bei ihr einziehen will (muss) und hält sich jetzt schon die meiste Zeit bei ihr auf. Ich denke, sein Verhalten kurz vor der Trennung ist sein realer Charakter, die Trennungsaktion war der Shit-Test, wie weit er bei ihr hoffte gehen zu können. Er hoffte, dass sie ihm nachläuft und, so es für ihn der bequeme Weg in ein komfortables künftiges Luxusleben gäbe. Jetzt muss er sich bemühen und hoffentlich bewähren. Das passiert unbewusst, zum ausnutzen angefüttert, und sie ist für ihn eine Trophäe.

Und so sind diese "Shit-Tests" ein austarieren der Machtpositionen und des Machtgefälles in einem sich anbahnenden Kontakt, als Basis für eine spätere Beziehung. Was lässt man selbst gefallen und was sich der Andere alles bieten (oder auch nicht) - im Namen der Liebe.
 
Überlege einfach mal, was Du denken würdest, wenn Dein Partner sich bei einer harmlosen kleinen Spinne kreischend hinter Dir zu verstecken versucht und auch keine einzigen Anstrengungen unternimmt, etwas an seinen Ängsten oder Verhalten zu verändern.
Ehrlich gesagt, nichts. Ich weiß, wie es ist, eine Phobie zu haben. Ich habe auch schon verschiedenes versucht. Es gibt durchaus Entwicklung. Aber ich weiß auch, dass man sowas nicht erzwingen kann.
Wenn mein potenzieller Partner im startenden oder landenden Flugzeug nach meiner Hand greift, weil er Angst hat, oder wenn er nicht auf eine schwankende Brücke gehen will, dann halte ich ihn auch nicht für ein Kleinkind. Oder wenn er nicht in einen Fahrstuhl steigen kann. Dann nimmt er eben die Treppe und ich auch, wenn mir danach ist. Oder ich halte ihn eben fest, wenn die Treppen zu viel wären und er aber irgendwo nach oben muss.

Ich kenne auch einen Mann, der Angst vor Spinnen hat. Da setzt die Frau die immer raus, aber er wird keineswegs unmännlich gefunden.

Und selbst, wenn man Verständnis für seinen Partner aufbringen möchte, würde man dem Partner erklären, dass er doch bitte erwachsen werden möge und an sich arbeiten soll, statt sein Umfeld mit seinen Schwächen zu belästigen
Du kommst ja an diese unterbewussten Probleme nicht einfach ran, nur weil Du meinst, da könnte man jetzt mal daran arbeiten. Vielleicht kann man es mit Süchten vergleichen. Wer raucht, kann auch nicht einfach so wieder aufhören damit. Er muss bereit sein dazu. Das ist nicht zu jeder Zeit so, es reicht vermutlich schon ein gewisses Maß an emotionalem Stress, dass es nicht mehr klappt.

Ich finde, Du siehst das viel zu verkrampft. Sei doch froh, wenn Du Gelegenheit bekommst, Deiner Partnerin eine "Heldentat" zu schenken. Vielleicht kocht sie dafür gern für Dich Dein Leibgericht.

Ich finde nun, sich hinter dem Rücken eines Mannes zu verstecken, auch komisch. Eine Phobiereaktion sieht nach meinen Erlebnissen und Erfahrungen auch ganz anders aus. Aber ansonsten sieh es doch wie das fallengelassene Taschentuch. Du "darfst" ihr einen Gefallen tun und bist ihr Held. Und wenn die Frau denken sollte: Dieser Idiot, ich hab doch gar keine Angst vor Spinnen und der merkt das nicht mal, OMG, ist sie doch die Bescheuerte.
 
Sei doch froh, wenn Du Gelegenheit bekommst, Deiner Partnerin eine "Heldentat" zu schenken.

Wenn Dein Gegenüber die "Heldentat" als Selbstverständlichkeit betrachtet, die Du ihm gegenüber zu leisten hast und ansonsten negativ bewertet wirst, wirst Du vermutlich anders denken. Oder findest Du, dass man bei einem, der keine Ahnung von Wäschewaschen hat, nicht um Änderungen bemüht ist und von Dir daher die Übernahme dieser Leistungen als gottgegebene Selbstverständlichkeit erwartet, doch auch froh sein darf, von ihm die Gelegenheit zu bekommen, ihm "Heldentaten" schenken zu dürfen?

Tatsächlich ist es eher ziemlich respektlos und wenig attraktiv, andere unnötig bzw. dauerhaft mit den Folgen seiner Schwächen (z.B. Phobien, Sucht, Depressionen, Faulheit, ...) zu belasten und das "Aufgefangenwerden" auch noch als Selbstverständlichkeit zu betrachten bzw. es als etwas Tolles verkaufen zu wollen, dass andere einem "Heldentaten" schenken dürfen.

Bei einem Kleinkind mag man da ja noch nachsichtig sein, weil diese noch nicht die empathischen Fähigkeiten besitzen, die Wirkungen eigener Handlungen zu überblicken und ein respektvolles Miteinander erst noch erlernen müssen. Wer das aber im erwachsenen Alter immer noch nicht gelernt hat, muss schon auf viel Glück hoffen, dass ein Gegenüber solche Respektlosigkeiten langfristig mitmacht. Wesentlich wahrscheinlicher ist jedoch, dass auch der Gegenüber irgendwann seinen Respekt verlieren wird, wenn er sich aufgrund des Nichtbemühens unnötig belastet und missbraucht fühlt bzw. eben gerade nicht als großer "Held" ehrlich verehrt wird, weil das schlicht eine absurde Utopie ist, wenn Leistungen als Selbstverständlichkeiten erwartet werden.

Im Regelfall ist respektloses eigenes Verhalten daher eine ziemlich zielsichere Methode, damit auch ein Gegenüber kaum motiviert wird, dauerhaft respektvoll zu bleiben.

Das mag ja vielleicht eine Zeit lang funktionieren, solange der Gegenüber sich durch umgekehrte Leistungen ("Vielleicht kocht sie dafür gern") als verehrter Held betrachten kann bzw. die umgekehrten Leistungen dann auch ebenfalls als Selbstverständlichkeiten einfordern darf. Da das aber nahezu nie der Fall sein wird, weil respektlose Menschen selten die sozialen Fähigkeiten besitzen, einen Gegenüber als Held zu verehren oder dem Gegenüber auf der Ebene der Respektlosigkeiten eine gleichwertige Augenhöhe zuzugestehen, wird das eben auch nur selten langfristig funktionieren. Dass man dann selber einen großen Anteil an der negativen Beziehungsentwicklung beigetragen hat, wird man aber dann nur erkennen können, wenn man mit Empathie die Wirkungen des eigenen Verhaltens überblicken kann. Solche Leute werden die Schuld aber gewöhnlich nur beim anderen suchen, nicht lernen und die gleichen Fehler immer wieder machen.
 
Ich würde nicht von bewussten/unbewussten Bewertungen sprechen, sondern alle Menschen (alle Altersklassen, außer Babys) testen beim Anderen wie weit sie gehen können; wenn stellt der Andere seine Grenzen auf, wie stark verteidigt er sie, wie reagiert er und wie wirkt das auf mich.

Du kannst das für Dich postulieren. für mich nicht. Ich kann guten Gewissens behaupten, ich habe noch nie in meinem Leben gegenüber irgendjemandem in so einer Art bewusst agiert. Beobachten tun wir vermutlich alle, aktives Testen würde ich für mich ausschließen. Und es würde mich wundern, wenn herauskäme, dass die breite Mehrheit in meiner Umgebung es tut.

Er gutauss., Anf. 30, ohne ausreichend finanzielle Mittel, schlecht bezahlter Job und ohne Ehrgeiz, ein Jammerlappen, lernt sie kennen, attraktive Selbständige, 10 J älter, mit Anwesen und Park. Beim Kennenlernen und die ersten 6 Wo war er ihr Traummann, die starke Schulter zum anlehnen, ein Mann mit Ehrgeiz & Zielen.

Für mich ein typisches Beispiel typisch weiblicher (und an der Stelle pauschalisiere ich bewusst, weil das eher bei Frauen vorkommt) Wahrnehmungsverzerrung. Sie nimmt ihn nicht so wahr, wie wohl die meisten Menschen ihn recht schnell sehen würden, sondern eben einen "Traummann". Jünger und gut aussehend, das schmeichelt dem Ego. Kann frau machen, aber hat mit der Realität wenig zu tun.
Bewusster Shittest? Er hat schlicht gemerkt, dass er ein mögliches luxuriöses Leben weggeworfen hat und versucht es jetzt noch einmal.
 
Wenn Dein Gegenüber die "Heldentat" als Selbstverständlichkeit betrachtet, die Du ihm gegenüber zu leisten hast und ansonsten negativ bewertet wirst, wirst Du vermutlich anders denken.
Ja, in der Tat, das tue ich.
Oder findest Du, dass man bei einem, der keine Ahnung von Wäschewaschen hat, nicht um Änderungen bemüht ist und von Dir daher die Übernahme dieser Leistungen als gottgegebene Selbstverständlichkeit erwartet, doch auch froh sein darf, von ihm die Gelegenheit zu bekommen, ihm "Heldentaten" schenken zu dürfen?
Nein, das ist aber was anderes als eine Phobie. Wie schon versucht zu beschreiben, geht es da um was, das der andere nicht mal eben ändern kann, indem er eine Gebrauchsanweisung liest und mit Klammern umzugehen lernt.

Bei einem Kleinkind mag man da ja noch nachsichtig sein, weil diese noch nicht die empathischen Fähigkeiten besitzen, die Wirkungen eigener Handlungen zu überblicken und ein respektvolles Miteinander erst noch erlernen müssen.
Das ist auch bei größeren Kindern und Jugendlichen noch so. Ich weiß nicht, was von Dir erwartet wurde, als Du jung warst. Der Ansatz ist erstmal, das Kind zu respektieren, dh. z.B. es nicht als irgendein Mittel zum Zweck für eigene Belange zu nutzen (Ehe kitten, Leere füllen, Familie vorzeigen, ...).

Das mag ja vielleicht eine Zeit lang funktionieren, solange der Gegenüber sich durch umgekehrte Leistungen ("Vielleicht kocht sie dafür gern") als verehrter Held betrachten kann bzw. die umgekehrten Leistungen dann auch ebenfalls als Selbstverständlichkeiten einfordern darf.
Ja, davon bin ich ausgegangen. Dass jeder sieht, wo er sich als "Problemfall" in die Beziehung einbringt und darauf hoffen muss, dass der andere nachsichtig ist aus Liebe. Und dass es eben ein Geben und Nehmen ist und keiner mehr leistet und seine Leistung selbstverständlich angesehen wird.
In einer guten Beziehung funktioniert das auch IMMER, also nicht nur ne Zeitlang.
Da das aber nahezu nie der Fall sein wird, weil respektlose Menschen selten die sozialen Fähigkeiten besitzen
Wenn wir hier von respektlosen Menschen reden - nee, die haben in einer Beziehung nichts verloren, aber Respektlosigkeit gibt es auf vielfältiger Art. Und Du setzt hier "respektlos" z.B. gleich damit, eine Phobie zu haben und noch nichts gefunden zu haben, sie loszuwerden. Und so eine Gedrängel, wie Du dann vielleicht machen wirst, wird genau das Gegenteil bewirken. Das ist, wie einem Raucher dauernd zu sagen, dass Rauchen nervt und er sich drum kümmern soll. Bewirkt nix. Kannst aber natürlich sagen, dass Du keine Lust auf ihn als Partner hast. Ich bin absolut dafür, dass es kein Defizit ist, sich gegen jemand mit Höhenangst z.B. zu entscheiden, wenn man gern klettern will mit seinem Partner.
 
Es ist doch ein Unterschied ob jemand eine Phobie hat oder eine vorspielt um die Reaktion seines Partners zu testen.
Man nimmt eine Phobie ja nicht mit zu einem Date, hat keine Spinne in der Tasche, trifft sich auf keinen Baumhaus, um zu testen wie das gegenüber damit umgeht.
Zu erzählen, ich liebe Klettergärten oder finde Taranteln super weich und habe eine finde ich völlig normal, wenn es stimmt. Und es ist ein normales Wechselspiel, was zum Kennenlernen dazu gehört.
Somit testen wir doch alle ein bisschen

Ein Unterschied zu: Situationen künstlich herbei führen um den Probanten gezielt zb durch Fallenstellen zu testen.

Kenne ich nur aus schlechten Filmen und ganz komischen Menschen.
Und da ist die Verteilung Frau/Mann ziemlich ausgeglichen
 
Phobien haben ja individuell unterschiedliche Ausprägungen und Intensitäten.
Ich habe eine sehr milde Form von Höhenangst. Bin also im Hochgebirge, als Zimmermann oder Fallschirmjäger unbrauchbar. Aber leide ich darunter ? Nein, mein Drang, auf dem Dachfirst spazieren zu gehen hält sich in Grenzen, Bungeejumping muss ich auch nicht gehabt haben und Berge raufkraxeln ist auch nicht meins. Warum also sollte ich etwas dagegen machen ?
Wir alle testen. Warum ? Weil wir es gelernt haben. Wer von uns kann sich an die ersten Tests in der Schule erinnern ? Bei mir hiessen die teilweise noch Klassenarbeit. Testfahrer bei Porsche, BMW oder Mercedes ist nach wie vor ein Traumjob für kleine Buben. Es gibt Vergleichstests für Fernseher, Autos, Computer, Universitäten ......... Sogar für Pfennigartikel wie Zahnbürsten. Es wird mit Testkäufen, 4 Wochen Gratis Abos zum Testen etc geworben. Warum also sollte im Privatleben der Test tabu sein ?
Und sorry, welcher Mann sieht es als Heldentat, wenn er eine Spinne auf den Balkon setzt ? Oder ihre Hand nimmt, wenn sie unsicher ist ? Wer sich damit brüsten muss ist kein Mann. Test nicht bestanden und durchgerasselt - Wiederholung unerwünscht.
Ich persönlich habe keine Angst vor Tests. Mir sind allerdings manche Tests zu blöde.
Und im Privatleben ? Ich lasse V ihre kleinen Unperfektheiten - sie übersieht dafür meine zahlreichen Macken. Irgendwie haben wir so beide gewonnen. Und die Tests bestanden. Ob "summa cum laude" oder "mit Rücksicht auf die Eltern" - eigentlich egal.
 
..was anderes als eine Phobie.... was, das der andere nicht mal eben ändern kann...

Es mag sicher schlimme Phobien geben. Aber in den meisten Fällen wird die Phobie vor der Spinne nicht ernsthaft schlimmer als die Phobie vor der Waschmaschine sein, sondern eher eine bloße Unwilligkeit, sich zusammenzureißen und unerwünschte Dinge zu tun.

Wer so schwer unter einer echten Phobie leidet, dass er auf fremde Hilfen angewiesen ist, wird zudem demütig sein und allergrößtes Verständnis dafür zeigen, dass auch andere die Tätigkeit unangenehm finden und daher nicht übernehmen wollen.

Ich habe zB Probleme, das Katzenklo der gemeinsamen Katze sauber zu machen und bekomme dabei Würgeanfälle, während meine Freundin diese Probleme nicht hat. Da ich somit aufgrund der Würgeprobleme weiß, wie unangenehm das ist, braucht man doch keine großen Empathiefähigkeiten, um nachzuvollziehen, dass andere diese Tätigkeit auch dann nicht lieben werden, nur weil sie keine Würgeanfälle bekommen. Meine Partnerin würde sich daher missbraucht fühlen, wenn ich mit Hinweis auf meine "Katzenklophobie" die alleinige Übernahme der Tätigkeiten von ihr erwarten würde und sie damit in die Situation bringe, entweder unterwürfig alleine die unangenehmen Tätigkeiten zu übernehmen oder aber von mir negativ als "geizig" bewertet zu werden, weil sie keine Großzügigkeit beweist. Und das wird auch nicht dadurch besser, indem man das vorwurfsvoll damit zu rechtfertigen versucht, dass man das irgendwann schon irgendwie anderweitig ausgleichen werde, um ihr damit noch einmal klarzumachen, dass man selber der Gute und sie die Böse ist, wenn sie die Übernahme verweigert.

Wer unter einer echten Phobie leidet, wird vollstes Verständnis haben, wenn auch der Gegenüber die unangenehme Aufgabe nicht alleine übernehmen möchte, so dass man alles unternimmt, den Gegenüber nicht alleine damit zu belasten. Ich nehme daher zB das Katzenklo nach draußen in den Garten, halte mir gut riechende Tücher vor Mund und Nase und mache Pausen, wenn mein Würgereiz zu stark wird.

Und bei den Allermeisten wird die Spinnenphobie eben auch nicht schlimmer als meine Katzenklophobie sein, so dass man die Tätigkeit zwar äußerst unangenehm findet, es aber hinbekommen kann, wenn man sich zusammenreißt, also z.B. einen Becher über die Spinne stülpen, mit einer Pappe abdecken und nach draußen tragen.

Sollte der seltene Fall vorliegen, dass die Phobie tatsächlich so schlimm ist, dass kein Zusammenreißen möglich ist und auch ärztliche Therapien keinen Erfolg haben, dann wird dem Gegenüber aufgrund des gezeigten Bemühens klar sein, dass von ihm nicht iR von vorgespielten Phobien seine Zuneigung "getestet" wird. Er wird dann auch gerne helfen.
 
Und sorry, welcher Mann sieht es als Heldentat, wenn er eine Spinne auf den Balkon setzt ? Oder ihre Hand nimmt, wenn sie unsicher ist ?
MEINER. Ich würde viel dafür geben, wenn er Spinne aussetzt und bei dem Mann, der meine Hand nimmt, wenn ich unsicher bin, werde ich richtig schwach, ich bekomme regelrecht Gänsehaut. Wenn ich ganz ehrlich bin, ich könnte weinen. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass es vielen Frauen so geht. Wenn sie nur durften..
 
Meine Partnerin würde sich daher missbraucht fühlen, wenn ich mit Hinweis auf meine "Katzenklophobie" die alleinige Übernahme der Tätigkeiten von ihr erwarten würde und sie damit in die Situation bringe, entweder unterwürfig alleine die unangenehmen Tätigkeiten zu übernehmen oder aber von mir negativ als "geizig" bewertet zu werden, weil sie keine Großzügigkeit beweist.

Ernsthaft? o_O
Was ist "unterwürfig" daran, eine Aufgabe zu übernehmen, die dem Partner so unangenehm ist, dass er würgen muss? Und es gäbe nichts, was du dann stattdessen übernehmen kannst? Es gibt zum Glück noch andere Möglichkeiten, eine Partnerschaft zu gestalten als deine.

Ich kenne übrigens mehrere Männer mit Spinnenphobie, so selten ist das jetzt auch wieder nicht. Mein Ex hat mich mal mitten in der Nacht geweckt, weil eine Spinne im Bad saß. Das war kein "Test", sondern Phobie. Und die war nicht der Trennungsgrund.
 
Mit einem Freund hatte ich unlängst ein Streitgespräch über die Frage, ob und inwieweit Frauen in der Kennlernphase Männer »testen« und wie darauf zu reagieren sei. Seine Überzeugung war, dass man dies als Mann mitzumachen habe, um seine Souveränität unter Beweis zu stellen. Ich hingegen bin der Überzeugung, dass man seine Souveränität gerade damit unter Beweis stellt, dass man solchen Frauen nicht alles durchgehen lässt, sondern sie gegebenenfalls in ihre Schranken verweist.

Das klingt für mich ziemlich verkopft und wissenschaftlich. Als wolltest du quasi ein Strategie-Handbuch an die Hand bekommen, in dem du immer wieder nachschlagen kannst, um das "Richtige" zu tun und die Frau letztendlich von dir zu überzeugen.

Wo sind da eigentlich dein Herz und dein Bauchgefühl bei dem Ganzen?
Weshalb theoretisierst du über solche Dinge? Damit machst du es dir doch im Grunde genommen viel komplizierter als es ist.


Nun bin ich grundsätzlich kein Freund von irgendwelchen Mann-Frau-Spielchen, da ich sie meist für albern und unwürdig halte. Allerdings ist gegen sogenannte Tests, die höflich und freundlich geschehen, nichts einzuwenden.

Wenn du es albern und unwürdig findest, weshalb interessiert es dich dann, wie du ins Spiel mit einsteigst? Weshalb ist "dieses Spiel" dann diskussionswürdig für dich?


2. An die Frauen: Greift ihr ebenfalls auf solche »Tests« zurück, um festzustellen, ob die neue Bekanntschaft für euch infrage kommt? Tut ihr das strategisch bewusst – oder eher unbewusst?

Was unbewusst passiert kann ich dir nicht beantworten. Deswegen nennt man es ja "unbewusst", weil es eben keine bewusste Handlung wäre.
Bewusst nehme ich aber wahr, dass ich die Kennlernphase einfach fließen lasse.
"Tests" jeglicher Art halte ich nicht für sinnstiftend und für vollkommen unnötig. Denn ich bin ja dabei den Menschen kennenzulernen, wenn ich Zeit mit ihm verbringe.

Souverän ist ein Mann für mich vor Allem dann, wenn er authentisch wirkt und ich nicht den Eindruck habe, dass er sich verstellen oder anstrengen muss, um mir zu gefallen.
 
Das ist ganz normal und macht jeder (auch die Männer) unbewusst!!! Das sind auch keine bewussten Testspielchen, dass sind eher unbewusste instinktive Machtspielchen. Der Mensch ist nun mal ein soziales Wesen und versucht instinktiv seinen Rang bei dieser Person auszuloten, damit er oder sie weiß, woran er ist. Für mich als Frau ist z. Bsp. nur ein rangniedriger Partner interessant, zu dem ich aber trotzdem Aufsehe, gerade weil er so sozial und hilfsbereit ist und seinen Stuhl anbietet, obwohl ich, so dominant wie ich bin, auch einfach mal auf "meinem" Stuhl (in der Bahn) sitzen bleibe!!! Das passiert sogar mit wildfremden Menschen auf der Straße. Wer weicht in einer engen Fußgängerzone aus? Wer hat sich per Körpersprache größer gemacht? Wer ist auf einmal forscher gegangen? Und wer hat gezuckt und ist ausgewichen? Das ist genau das gleiche!!! Es geht nur um eine Rangordnung, die mit jedem auf's neue auszuloten ist. Gleichberechtigung gibt es nicht, es gibt immer einen dominatere/n und eine/n unterwürfigere/n! Und das kann verbal mit Anfeindungen geschehen oder siehe Fußgängergasse einfach nur mit Körpersprache! Voll normal und voll wichtig für unser Sozialleben!
 
Jedenfalls fällt mir hier und auch an deinen anderen Kommentaren auf, dass du insgesamt eben sehr bei dir bleibst und deinen Blickwinkel irgendwie nicht so verlässt. Dass man das kann, ist dir zwar klar, und du praktizierst es ja auch, sonst könntest du z.B. gar nicht so gebildet sein. Aber du sparst dabei den Bereich der zwischenmenschlichen Kommunikation irgendwie aus. Lass die Leute dir doch ordentlich gegen den Karren fahren. Das schadet doch nicht, auch dir nicht. Was könnte es Schlimmeres für dich geben, als dass alle Menschen deiner Meinung sind und dir niemand mehr widerspricht. Also ich fände das unglaublich schlimm. Genau genommen müsste man doch für jeden Konter dankbar sein, weil er den eigenen Horizont erweitert.
Klar, jetzt könnte man auch sagen, die Aussagen der anderen sind unlogisch, das erweitert deinen Horizont nicht. Dem ist aber gar nicht so, wenn du dir nur mal die hier zitierte Situation vorstellst. Klar, du kannst die Lady pädagogisch "erziehen" wollen und dich dabei als moralisch richtig handelnd empfinden. Aber
a) Wer sagt dir, dass dies auch tatsächlich die moralisch höherwertige Handlungsoption gewesen ist? Was ist die "richtige" Moral überhaupt? Gibt es das in einem "nach-christlichen" Zeitalter in einer christlich geprägten und doch stark kapitalistischen Kuktur wie der unsrigen überhaupt noch? Was ist richtig, was ist falsch? Denkst du, du weißt das?
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
b) Es hätte genügend andere Handlungsoptionen gegeben. Z.B. hätte man auch einfach schweigend hinnehmen und die Dame weiterkennenlernen können. Man hätte sich entweder dann später durch nen blöden Spruch -quasi aus dem Hinterhalt - rächen können (ja, bin ich auch kein Fan von) oder es einfach ins Leere laufen lassen können. Man hätte sie auch direkt darauf ansprechen können oder es in einem vielleicht selbstironischen oder allgemeineren Witz in etwas Positives umwandeln können. Du hättest ihr auch einfach durch die Größe und Stärke der hinnehmenden Geduld einen Teil deiner Persönlichkeit vorhalten können - wenn Geduld und diese Art der Stärke auch dazu gehören. Oder oder oder. Es hätte so viele Möglichkeiten gegeben bis hin zum einfach aufstehen und gehen.
c) Welche der Optionen man wählt kann davon abhängen, was man wirklich will oder davon, in welche Rolle man gerade schlüpft. Man kann das Leben auch als Geschenk und dann vieles (solange man nicht ums blanke Überleben kämpfen muss) als Spiel. Man kann sich auch einfach ausprobieren und ausprobieren, wie die anderen darauf reagieren. Das ist anschließend ja nicht in Stein gemeißelt und, solange man niemandem dabei schadet, doch auch okay.
d) Warum also denkst du, deine moralischen Wertmaßstäbe sind die einzig wahren und richtigen? In anderen Zeiten, in anderen Kulturkreisen handelten/handeln die Menschen ganz anders. Wenn du dich aber natürlich nur auf C.G. Jung berufst, um deine Handlungen als das einzig Wahre zu legitimieren, dann ignorierst du all die anderen Kulturen und auch frühere Zeiten, den Usus anderer Gesellschaftsschichten. Warum aber sollten all die anderen automatisch falsch liegen?
e) Ich möchte damit nicht sagen, dass du falsch gehandelt hättest. Das widerstrebt mir ganz. Im Gegenteil finde ich deine Reaktion und v.a. deine Begründung äußerst interessant. Aber das macht sie nicht automatisch zu einer richtigen Handlung. Sie war und ist doch vielmehr einfach nur neutral zu werten und sicher nicht die einzig mögliche oder sinnvolle Option.
Alles andere bzw. oben vorgeschlagene erweitert den eigenen Horizont, ist doch also ganz praktikabel und hilft nebenbei noch, dass Menschen zusammenrücken und voneinander lernen. Warum also nicht?
 
Diese " Tests" werden auch von Männern gemacht. Meistens werden da Vergleiche mit Frauen herangezogen welche diese Männer sowieso nicht mehr kriegen können oder es wird geprüft wie sexbereit oder sonstwie anpassungswillig die Frau ist. Gibt auch welche die lügen das Blaue vom Himmel und versuchen alles abzuklären was für sie offenbar wichtig ist, völlig ohne jede Zurückhaltung und Empathie. So ein Kennenlernen ist unsympathisch und macht keinen Spass, deshalb abhaken.
 
Natürlich testet man, aber man macht es doch nicht offensichtlich. Wenn das Gegenüber das merkt, dann hat man es nicht gut gemacht

Genau so sehe ich es auch. Und wenn man merkt, dass das Gegenüber testet, na, dann läuft der Abend irgendwie auch nicht so entspannt - wahrscheinlich gibt es dann kein zweites Treffen.

Da geht es mir wie Tom:

Ich persönlich habe keine Angst vor Tests. Mir sind allerdings manche Tests zu blöde.

Er soll mich ruhig testen - testet er gut, hatten wir ein schönes Gespräch. Ich merke ja an der Art seiner Tests, ob bewusst oder unbewusst, ob es was werden kann. Sagt er was Unschönes über meine Frisur, absichtlich oder unabsichtlich, klar kratzt mich das dann, warum sollte er sowas sagen - das ist doch völlig deplatziert?

Aber ob ich ihm den Gefallen tue ihm zu sagen, dass mich das kratzt? Nö. Ich lasse das Treffen auslaufen, verabschiede mich höflich und das wars dann. Passt nicht.

So ein Date hatte ich allerdings noch nie - waren bisher alle eher sympathisch - muss an meiner Megafrisur und absolut stylischen Brille gelegen haben :)

Grundsätzlich teste ich auch Kritikfähigkeit. Ist eines meiner wichtigsten Kriterien.

Erzählt er mir, so mal als Beispiel, Precht sei ein toller Philosoph, teste ich ihn, na klar. Ich sag dann sowas wie, na ja, aber er ist auch ganz schön eitel und hält sich für den Klügsten.

Fühlt er sich davon auf den Schlips getreten und belehrt mich noch, was für ein großartiger Denker Precht doch sei - ich wäre weg. Passt nicht.

Sagt er sowas wie : "wie meinst du das genau " oder "wie kommst du darauf" gibt es hingegen eine nächste Runde.

Sagt er sowas wie : "ja, da magst du recht haben, aber ich mag ihn einfach", gibt es eine nächste Runde.

Usw.

Wenn er mir aber am Ende erzählt, was für einen tollen Abend wir hatten, weil er ja das Gespräch auf Precht gebracht hätte - ggf überhaupt fielen ihm immer die tollsten Gesprächsthemen ein... Mannomann.

Ich würde echt an mir zweifeln, dass ich ihn nicht schon im schriftlichen Kontakt als absoluten Schwätzer erkannt habe und würde mir mal eine Datingpause verordnen...
 
2. An die Frauen: Greift ihr ebenfalls auf solche »Tests« zurück, um festzustellen, ob die neue Bekanntschaft für euch infrage kommt? Tut ihr das strategisch bewusst – oder eher unbewusst?
Das passiert unbewusst bei Frauen und hängt auch stark von ihrer Persönlichkeit ab, wie diese ausfallen.
Ich bin zB eine sehr eloquente und kommunikative Person, die auch gerne debattiert....gerade wenn mir ein Mann optisch gefällt, dann fordere ich ihn spielerisch/neckisch zu manchem Wortgefecht heraus.
Ein Mann, der da einknickt, wäre nichts für mich....wie soll er dann erst einer emotionalen Diskussion in einer späteren Beziehung standhalten?
„was sich neckt, das liebt sich“ Kommt ja nicht wo irgendwoher ;)

was deinen beschriebenen Fall betrifft: keine Ahnung, was sie über deine Brille gesagt hat, aber es kann halt „schwach“ wirken, wenn Mann sich so schnell angegriffen fühlt, dass er taktlos zurückschießt.
Wie bei so vielem: der Ton macht die Musik ...es kommt weniger darauf an, was Mann sagt, sondern wie Mann es sagt :)
 
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