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  • #1

Lohnt es, um eine Liebe zu kämpfen?

ist Kampfeslust gefragt, um eine Liebe in Krisenzeiten von sich zu überzeugen.
Oder gilt der Satz: "Was du liebst - lass frei"
und lässt kampflos alles geschehen..
Ja? Nein?
 
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  • #2
Ich finde das Wort kämpfen schlecht im Zusammenhang mit der Liebe. Loslassen ist wahrscheinlich der richtige Weg, hat aber in meinen Augen weniger damit zu tun, dass man allen Kontakt abbricht, sondern mehr mit einer inneren Einstellung. Wenn es gelingt die Liebe als ein kostbares Geschenk anzusehen, welches nicht darauf basiert, dass mein Gegenüber diese Liebe erwidert, dann ist das ein wunderbares Gefühl und man wird unabhängig. Man kann dann präsent sein muss eben nicht kämpfen und wenn das Gegenüber dann ja sagt ist es auch ein bedingungsloses ja. Die eigentliche Basis einer guten Beziehung.
 
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  • #3
Eine alte Dame sagte mir einmal über das Geheimnis ihrer jahrzehntelangen Ehe: "Wir wurden in einer Zeit geboren, in der man kaputte Dinge reparierte, nicht wegwarf".

Ich denke, dass trifft es sehr gut. Heutzutage neigen wir doch allzu leicht dazu, eine Liebe gegen eine neue auszutauschen, wenn es nicht mehr so läuft wie wir uns das vorstellen. Natürlich sollte man immer abwägen, welches die Gründe für die Krisenzeiten sind. Wird man vom Partner belogen und betrogen, sollte man sich fragen, ob man sich nicht selber mehr wert ist, als sich so etwas antun zu lassen.

Grundsätzlich ist aber eine rechtzeitige und offene Kommunikation wichtig. Auf Missstände in einer Beziehung hinweisen, sagen, wie man die Situation wahrnimmt und was sie in einem auslöst. Und dann nach einer Lösung für das Problem suchen. Viele Menschen machen den Fehler, zu wenig zu reflektieren. Sie fressen die Dinge in sich rein, können vllt noch nicht einmal genau sagen, warum oder was sie stört und erreichen irgendwann den Punkt, wo alles bereits zu spät ist. Dann kommt es zur Trennung, zum Betrug, etc.

Ich denke es lohnt sich, um eine Liebe zu kämpfen. Dies gelingt aber nur, wie oben erwähnt, mit einem gehörigen Maß an Relexion, Kommunikation und Selbstwertgefühl.
 
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  • #4
Ja und wenn die losgelassene Person wieder zurückkommt, hat man sie für ewig.
 
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  • #5
Ich glaube im Gegensatz zur Mehrheit nicht, dass es sich lohnt, besonders um eine Liebe zu kämpfen. Das hat nichts mit voreiligem Wegwerfen zu tun. Wenn wir alle konsequent um die Liebe kämpfen würden, uns nicht weiterentwickeln und nicht jemanden finden könnten, der besser als der aktuelle Partner zu uns passt, würden wir alle mit unserer ersten Liebe alt werden. Mit der Richtigen ist alles richtig, mit der Falschen alles falsch und die, die mal richtig war, kann irgendwann die Falsche sein. Da hilft kein Kampf. Ich habe eine Zeit lang versucht, gegen meine eigenen Bedürfnisse zu leben und um meine gar nicht mehr vorhandene Liebe "gekämpft", statt einfach losgelassen. Ich wäre fast vor die Hunde gegangen.
 
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  • #6
Um eine Liebe zu kämpfen lohnt sich nur, wenn von beiden Seiten noch Liebe da ist. Ist sie einseitig, lohnt es sich überhaupt nicht und verbrät nur unnötig Energie um eine Sache, die schon längst verloren ist.

Liebe im Zusammenhang mit "Kampf" widerspricht sich auch. Wenn ich ständig am überlegen bin, wie ich meine Beziehung verbessere und meinen Partner von meinen Gefühlen überzeugen muss, passt es nicht.

w
 
  • #7
lohnt sich dann, wenn man den Unterschied zwischen "um eine Liebe kämpfen" und "um meine Position kämpfen" kennt.
 
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  • #8
Eine Expartnerin sagte mal:
Du liebst mich nicht, denn du nicht um mich gekämpft, um mich zu halten.
FS
 
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  • #9
Natürlich kann es sich lohnen, um eine Liebe zu kämpfen. Ich verstehe darunter, alles Wichtige auf den "Tisch" zu bringen und nach einem gemeinsamen Nenner zu suchen. Erst, wenn man hierbei scheitert, kann man aus meiner Sicht guten Gewissens getrennte Wege gehen.
Was nutzt einem aber die Bereitschaft zu kämpfen, wenn der andere den Ring vorzeitig verlässt?!
Dann meine ich doch: Reisende soll man nicht aufhalten...
Männern nachzulaufen hat noch nie Glück gebracht.
Wenn ich zudem eine filmreife Szene machen muss, damit er bemerkt, was los ist, frage ich mich, ob das überhaupt mit uns Sinn macht. Bei manchen hilft vielleicht nur sanfte Gewalt, um sie aufzurütteln - doch das ist im Grunde nicht mein Stil.
Ich meine, wenn man ehrlich mit sich ist, merkt man doch, ob man tatsächlich versäumt hat zu kämpfen, oder ob der/die andere mit dieser Forderung nur vermeiden will, eigene Fehler einzugestehen.
 
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  • #10
.. Als unsere Beziehung zu scheitern drohte, sagte mein damaliger Freund, dass er aus Liebe gerade so agiere, wie er bislang keine Kenntnis hatte, dass er dazu überhaupt in der Lage sei.
Das finde ich sehr schön: ein einzig durch Gefühle motiviertes Handeln. Nicht durch Wille und Verstand.

Allgemein meine ich, dass wer einen Menschen liebt, und genau diesen einen Menschen meint, nicht kampflos aufgibt, solange es Hoffnung gibt, und der Partner/das Gegenüber noch unschlüssig in seiner Entscheidung, seinen Gefühlen scheint.

Und ich finde das Wort "Kämpfen" in der Frage der/des FS absolut angebracht;
Es kostet Energie & Kraft die man für den Anderen und für eine gemeinsame Sache aufbringt. Und ist es letztendlich auch ein Kampf mit sich selbst: Wie weit gehe ich? Wie weit öffne ich mich? Wieviel Inneres kehre ich nach Aussen? ..Und wo ist Schluss, weil mein Stolz siegt - ich drohe meine Ehre und/oder mein Gesicht zu verlieren.

Selbst kämpfe ich um eine Beziehung oder um einen Mann wenn ich das Gefühl habe einen Fehler gemacht zu haben und noch Hoffnung besteht das zurecht biegen zu können. Also in Einzelfällen. Wohlüberlegt.

Ein Mann der seine Entscheidung getroffen hat, den lasse ich jedoch kampflos und bevorzugt in Frieden gehen.
Möge jeder sein Potenzial ausschöpfen und den Weg gehen den er für richtig befindet.. - Man(n) und Frau kann niemanden halten, der nicht bleiben möchte.

w33
 
  • #11
Man sollte schon deutlich zeigen, wie sehr der Partner/in Einem noch bedeutet. Aber nicht zu aufdringlich.
Und versuchen, ihn von der Beziehung zu überzeugen = besser, als dessen Ende.
Um alle Chancen dafür zu nutzen - anstatt später über Versäumtes zu grübeln.

Sich zurück ziehen könnte auch als schwindendes Interesse mißverstanden werden.

Mir gefällt besonders gut, was #9 (w33) hier schrieb.
 
  • #12
Um liebe kann man nicht kämpfen. Entweder man liebt und wird geliebt, dann findet man Lösungen für alle Probleme oder einer liebt nicht mehr und diese liebe kommt mit Kampf auch nicht zurück.
 
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  • #13
Wenn ein Mann nicht um mich kämpfen (=sich um mich bemühen, anstrengen) würde, würde ich es als mangelndes Interesse auffassen.

w26
 
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  • #14
Kann man einfach nicht so pauschalisieren, da das ganz stark abhängig von den jeweiligen Situationen ist! Mal ist es angebracht - mal nicht. Welche Situation meinst Du denn explizit?
Beispiel: In einer Ehe, festen, längeren Partnerschaft würde ich kämpfen - Bei einem "Typen/Freund", der nicht weiss, was er will, würde ich sagen, lass ihn ziehen...
Verstehst Du?
 
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  • #15
Vor ein paar Wochen hat sich meine Freundin nach vier Monaten sehr intensiver Zeit von mir getrennt. Wir lebten ein unterschiedliches Leben, sind unterschiedlich geprägt. Ich, als der deutlich ältere, bin konservativ erzogen, habe ein beruflich unsichere Umgebung, brachte zahlreiche Baustellen in die Beziehung ein, spreche eine andere Sprache. Sie ist ein Schmetterling, braucht Platz, Luft, aber Anerkennung, Aufmerksamkeit...wir beide brauchten Liebe.
Leider kippte das Ganze. Sie sah zuletzt nur noch das Trennende, die Unterschiede...vorbei waren die Gedanken an die wunderbare Zeit alleine, die wir uns schenkten...von nun an standen wieder Feiern, Weggehen, Spaß haben hoch im Kurs..
Auch ich stellte mir die Frage nach dem Kämpfen.
Meine Antwort habe ich unabhängig von den Erfolgsaussichten und ihrem Empfinden beantwortet.

Ich will um Sie kämpfen, weil ich Liebe für sie empfinde. Zwar laufe ich dabei Gefahr, dass sie dieses Gefühl nicht erwidert. Doch bin ich es mir und der wunderbare gemeinsamen Zeit schuldig.
Und meine Hoffnung stirbst zuletzt.
Auch wenn ich ständig an sie denken muss, zeigen mir mein Stolz, meine Selbstachtung deutliche Grenzen des Handelns auf. Gerne schickte ich Ihr Botschaften, wie sehr ich sie vermisse, gerne vernähm' ich ihre Stimme, um so zu hören, dass es ihr gut geht. Wie wohltuend wäre eine Berührung ihrer Haut oder der süße Geruch ihrer Gegenwart?
Hier bin ich (leider) hart zu mir selbst...verordne mir Facebook-Verbot, WhatsApp-Kommunikationssperre, verbanne weitestgehend Erinnerungen in eine Kiste, schließe sie ab und lege den Schlüssel an einen sicheren Ort, so dass ich vielleicht irgendwann einmal ihn wieder hervorholen und die Gefühle reaktivieren kann.
So bleibt mein Kampf trotz meiner überschwänglichen Sehnsüchte wohl dosiert, dass es kein Krampf wird, der einengt.
 
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