• #1

Lust auf mehr Sex aber Diskrepanz zwischen Fantasie und Praxis

Liebes Forum,
Meine erste Frage war wohl zu lang und wurde nicht freigeschaltet. ich versuche es noch mal mit diesem Abschnitt: Ich würde manchmal gerne häufiger mit meinem Freund schlafen. Zuletzt war es nicht mehr so häufig, so alle zwei bis drei Wochen einmal. Also habe ich ihn gefragt, ob er findet, dass wir genug Sex haben. Er meinte, dass er nur mit mir schlafen will, wenn ich auch Lust darauf habe. Ich deutete an, dass ich schon häufiger Lust hätte, da meinte er, dass er im Prinzip immer Lust hätte und dachte, dass ich eigentlich nur am Wochenende und ohne Termindruck Lust hätte, denn nur, wenn es so ist, schlafen wir miteinander (so ist es). Er sagte, er hätte sich schon gefragt, ob ich mehr mit ihm schlafen will, weil ich ein paar Mal mit unseren Zärtlichkeiten angefangen hätte, wenn er gerade zur Arbeit oder zu einem Termin oder einer Verabredung los musste. Das war mir gar nicht aufgefallen, aber es stimmte. Ich wusste aber immer, dass er los musste und wollte ihn in diesen Situationen auch nicht direkt zum Sex verführen, ich wollte ihm einfach zeigen, dass er eine Frau zu Hause hat, die sich freut, wenn ihr Mann heiß nach Hause kommt. Er meinte, er hätte darüber nachgedacht und glaubt, dass meine Zärtlichkeiten beim Verabschieden nicht bedeuten würden, dass ich häufiger Sex möchte, denn wenn er wieder zu mir kommt, wäre ich nie in Stimmung für Sex gewesen. Dann zählte er mir aus dem Stegreif ganz viele Situationen aus dem letzten Wochen auf, in denen ich nicht in Stimmung für Sex war, als er nach Hause kam. Und auch das stimmte. In Gedanken stelle ich mir zwar oft vor, wie er nachhause kommt und wir gleich übereinander herfallen, aber in echt habe ich gar nicht die Kraft dafür. Er meinte, für ihn wäre es einfacher, wenn wir uns für Sex verabreden (so wie wir verabreden, dass wir abends ins Kino gehen), aber das würde ich nicht können. Er spielte damit auf eine Situation vor vielen Monaten an. Da hatte er mich morgens gefragt, ob wir uns einen romantischen Abend mit Sex machen wollen und ich hatte gesagt, dass ich nichts versprechen kann und dass mich solche Fragen auch unter Druck setzen. Er weiß, dass ich aus einer langjährigen Beziehung komme (Ende 2016), in der mich mein damaliger Partner manipulativ sexuell unter Druck setzte und Sex massiv einforderte. Ich machte damals viel zu viel mit bis ich nicht mehr konnte und zweimal Psychotherapie machen musste. Mein Freund meinte also, dass er mir niemals diesen Druck machen möchte (und das tut er auch wirklich nie, was ich sehr an ihm schätze). Aus allen meinen bisherigen Beziehungen kenne ich das anders. Es ist das erste Mal, dass ich nicht unter Druck gesetzt werde, aber auch das erste Mal, dass ich so verunsichert bin.
 
  • #2
Fazit: Man kann es dir nicht recht machen. Vielleicht willst du in klein anfangen und dich dann steigern? Zuerst ein Plüschtier, dann ein Haustier. Muss ja nicht gleich ein Mann sein.
 
  • #3
Und was blockiert dich da so, dass du nicht einfach über ihn herfallen kannst wenn er von der Arbeit heim kommt?
Meinst du du hast eine gewisse Erwartungshaltung an dich was dich als gute Freundin (in sexueller Hinsicht) ausmachen sollte, so dass du dich selber unter Druck setzt?
Ich würde gar nicht so viel nachdenken und einfach machen wenn mir danach ist und gucken wie weit das geht.

Ich finde es toll, dass du einen rücksichtsvollen Partner hast. Bei ihm solltest du dich wohl fühlen und keine Hemmungen haben, du kannst ja das Zepter in die Hand nehmen wenn dir danach ist ☺️

W 28
 
  • #4
Was ist deine konkrete Frage?

Du scheinst kein Gespür für dich und deine Grenzen zu besitzen und das ist natürlich Gift für deine sexuelle Lust, weil sie rasch zusammenfällt, sobald da ein Gegenüber mit eigenen Bedürfnissen steht.

Daher funktioniert das in deiner Fantasie auch super, weil sie da auf kein Individuum/Subjekt trifft, sondern auf ein Objekt = ein Ding, auf das sich deine Lust bezieht und das zur Befriedigung deiner Bedürfnisse dient.

Und darin liegt ja auch die traumatische Erfahrung mit deinem Ex begründet. Er hat dich zu einem Objekt gemacht und dich missbraucht.

Und diese Wunde muss erstmal heilen, die er dir durch seine Grenzüberschreitungen zugeführt hat.

Du musst also lernen dich wieder selbst zu spüren - wo du aufhörst und wo der Andere anfängt.

Beim (guten) Sex verwischen die Grenzen natürlich, je näher man dem Höhepunkt kommt.

Und bei traumatisierenden Erfahrungen macht genau dies Angst, weil die „Grenzenlosigkeit“ unbewusst eben noch mit diesen schmerzvollen Erfahrungen verknüpft ist.

Er weiß, dass ich aus einer langjährigen Beziehung komme
Ok, es ist super, dass er Rücksicht übt und Verständnis aufbringt. Aber pass bitte auf, dass du hier nicht (wieder) Verantwortung abgibst - nämlich für dich selbst. Dein Freund ist nicht dazu da, dir das Denken und Handeln abzunehmen. Er ist dein Partner auf Augenhöhe - nicht dein Vater.

Es ist wichtig, dass du in deine Kraft kommst - in deine weibliche Potenz quasi. Denn die weibliche Sexualität ist unheimlich kraftvoll. Da sie einen Mann aus seiner Ratio/seinem Kopf - seiner Selbstkontrolle - in seine Emotionen katapultieren kann. Je mehr du damit in Kontakt kommst, je mehr kannst du der Lust deines Freundes deine eigene „entgegensetzen“.

Aktivität -> Kontrolle -> Selbstwirksamkeit -> Selbstsicherheit.

Was ist mit Stellungen, bei denen du die Kontrolle über das Tempo und die Intensität hast? Magst du sowas?

Langsames Annähern kann auch hilfreich sein, weil es Vertrauen schafft.

Ein gemeinsames Bad, bei dem du entweder in seinen Armen liegst und er dich zwischen den Beinen massiert, oder wo ihr euch gegenübersitzt und euch gegenseitig intim massiert z.B.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #5
Du bist das beste Beispiel, wie man alles zerdenken und zerreden kann, statt einfach zu machen.

Da fehlt doch jegliche Leidenschaft zwischen euch. Ihr seid voll Angst und falscher Rücksichtnahme.

Das wird nichts mehr, ihr seid zu sehr mit Vorurteilen belastet.

Mein Tipp für den nächsten: erzähle einem Mann nicht von deinen Erfahrungen in deiner Ehe, sonst wird er nie spontan und ungestüm über dich herfallen können, was du dir ja eigentlich wünschst.

Und im übrigen ist es Frauen auch nicht verboten, über einen Mann einfach mal herzufallen, wenn ihr danach ist. Die Zeit dafür sollte natürlich dann schon gegeben sein...
 
  • #6
Er meinte, er hätte darüber nachgedacht und glaubt, dass meine Zärtlichkeiten beim Verabschieden nicht bedeuten würden, dass ich häufiger Sex möchte, denn wenn er wieder zu mir kommt, wäre ich nie in Stimmung für Sex gewesen. Dann zählte er mir aus dem Stegreif ganz viele Situationen aus dem letzten Wochen auf, in denen ich nicht in Stimmung für Sex war, als er nach Hause kam. Und auch das stimmte. In Gedanken stelle ich mir zwar oft vor, wie er nachhause kommt und wir gleich übereinander herfallen, aber in echt habe ich gar nicht die Kraft dafür. Er meinte, für ihn wäre es einfacher, wenn wir uns für Sex verabreden (so wie wir verabreden, dass wir abends ins Kino gehen), aber das würde ich nicht können.
Das ist schon ziemlich krass, wie du ihn ständig ablehnst. Spontan „fehlt dir die Kraft“, aber geplant „würdest du nicht können“. Das wird für ihn auch dadurch nicht leichter zu schlucken, dass du theoretisch „manchmal öfter“ wolltest.
Es ist das erste Mal, dass ich nicht unter Druck gesetzt werde, aber auch das erste Mal, dass ich so verunsichert bin.
Was verstehst du unter „unter Druck setzen“? Oder unter „manipulativ sexuell unter Druck setzen“ bzw „massiv Sex einfordern“? Du schreibst das so hin, als sei das ganz klar und auch noch recht häufig… das ist es aber keineswegs. Waren diese Männer beleidigt, wenn es keinen Sex gab? Oder gewalttätig?
Und das hat dich dann weniger verunsichert als dein Freund mit seinem eher normalen Verhalten?
Hast du da ein seltsames Männerbild, zB von deinem Vater her?
 
  • #7
Ich finde deinen Hascherl-Modus irritierend.

Weshalb bist du immer die Frau, die zu Hause hockt und er kommt dann "nach Hause"? Du erwähnst das so oft in deinem Beitrag, dass es schon unangenehm auffällt.
Du hast da eine sehr bestimmte Vorstellung.
Er "hat eine Frau zu Hause", die sich freut, wenn "ihr Mann" nach Hause kommt.
dass er eine Frau zu Hause hat, die sich freut, wenn ihr Mann heiß nach Hause kommt
Hinzu kommt dein Opfergehabe bezüglich des Ex.
Ja war vielleicht nicht ganz toll der Ex. Aber das ist ja wohl Vergangenheit. Also vergiss es einfach.

Ich würde dir raten diese Haltung zu durchdenken.
Denn du bist immer in so einer Position, in der du ein gewisses Wohlwollen von einem Mann empfangen möchtest.
Du willst die Kontrolle ständig abgeben.
Das wird auf Dauer immer schiefgehen.

Also raus aus dem Opfermodus und gestalte mal selbsttätig euer Sexleben.
 
  • #8
Ich kann und will mir eine solche Beziehung gar nicht vorstellen, eine solche käme für mich niemals in Frage, sie ist distanziert, fremd, kompliziert, verkopft verkrampft, nicht frei, nicht nah, emotional gestört!
 

Laleila

Cilia
  • #9
Er sagte, er hätte sich schon gefragt, ob ich mehr mit ihm schlafen will, weil ich ein paar Mal mit unseren Zärtlichkeiten angefangen hätte, wenn er gerade zur Arbeit oder zu einem Termin oder einer Verabredung los musste. Das war mir gar nicht aufgefallen, aber es stimmte. Ich wusste aber immer, dass er los musste und wollte ihn in diesen Situationen auch nicht direkt zum Sex verführen,
Dieses Verhalten kenne ich von mir aus der Zeit, in der ich nicht wirklich Sex mit meinem Mann wollte, ihm aber auch nicht das Gefühl geben wollte, er sei nicht begehrenswert für mich.
Immer dann verführerisch und aufreizend sein, ihn ein bisschen verführen, wenn er garantiert keine Zeit hatte. Und wenn er dann kam, hatte ich immer Gründe, gerade keine Zeit zu haben.
Das Essen brennt sonst an, ich bin zu müde, zu kaputt, etc.
Es brauchte ein paar Wochen bis ich herausfand was eigentlich dahinter steckte.

Tatsächlich lag es daran, dass er mir zu viel Bauch bekommen hatte, was mich bei Männern massiv abtörnt.
Erst als ich offen darüber sprach, hatte er die Chance etwas zu ändern.
Jetzt ist der Bauch weg und plötzlich gibt's für mich keine unpassenden Zeiten mehr 7nd ich verführe ihn dann, wenn er auch wirklich Zeit hat.

Auch, dass ich Bauch bei Männern abstoßend finde, hat seine Gründe. Als Kind wurde ich von meinem Onkel missbraucht. Schwarzes Haar, dunkelbraune Augen, Bauch.... an solche Männer komme ich nicht ran.
Diesen einen Punkt änderte auch die Therapie nicht.

Wie @Anna1309 denke ich, es hat mir der Erfahrung der Objektisierung durch Deinen Expartner zu tun.
Falls das so ist, musst Du Dich wieder personalisieren, Deine sexuellen Bedürfnisse wieder spüren lernen, sie nicht von Deinem Partner abhängig machen.
 
  • #10
Was ist mit dir los, daß du so ein Getue um die schönste Sache der Welt machst. Du kannst von Glück sagen, wenn deinem Mann nicht eines Tages eine Frau unterkommt, die nicht erst meditieren muß, ob sie nun will oder nicht. Auch mußt du jetzt mal die Vergangenheit Vergangenheit sein lassen und dich sozusagen mit deinem Mann in ein erotisches Abenteuer stürzen. Wenn dir danach ist, faß ihn "unanständig" an oder dreh ihm gewisse Augen hin und sei nicht beleidigt, wenn e r vielleicht gerade nicht in Stimmung ist. Seid einfach locker und zerdenkt und analysiert nicht alles. Das Leben ist schon kompliziert genug. Wichtig ist, daß ihr noch Lust aufeinander habt.
 
  • #11
Aber pass bitte auf, dass du hier nicht (wieder) Verantwortung abgibst - nämlich für dich selbst. Dein Freund ist nicht dazu da, dir das Denken und Handeln abzunehmen. Er ist dein Partner auf Augenhöhe - nicht dein Vater.
Damit hast du einen wunden Punkt bei mir getroffen. In meinen Therapien ging es nämlich vor allem um meinen Vater. Er war nie liebevoll unterstützend, wollte immer nur, dass alles funktioniert. Lob, Zuspruch, Unterstützung und Interesse an mir - Fehlanzeige. Mein Partner früher war auch wesentlich älter als ich und das hatte mit meinem "Vaterkomplex" zu tun. Mein Freund jetzt ist nur 7 Jahre älter als ich.

Das kam mit dem Sex wohl falsch rüber.
Was Sex angeht, bin ich fast immer die Aktive. Wir haben fantastischen Sex. Wir haben die Form gefunden, die uns beide sehr gefällt und befriedigt. Ich komme jedes Mal und der Orgasmus ist irrsinnig heftig (nicht so unangenehm erzwungen wie bei meinem Ex-Freund). Und ich weiß auch ganz genau, wie ich ihn in den Wahnsinn treiben kann 🥴.
Er "hat eine Frau zu Hause", die sich freut, wenn "ihr Mann" nach Hause kommt.
Was soll ich machen, ich freue mich wirklich immer, wenn er nach der Arbeit oder einer Unternehmung zu mir kommt. Ich weiß nur nicht, ob er sich genauso freut. Er macht dann meistens gleich was, meistens kocht er für uns. Aber er gesellt sich nie zu mir. Er muss immer etwas machen, und darauf ist er dann fokussiert. Selbst wenn er zu Entspannung eine Zeitschrift liest, ist er darauf so fokussiert, dass ich das Gefühl habe, ich lenke ihn nur ab, wenn ich ihn dabei anspreche.
Allerdings muss ich fairerweise sagen, dass er sich auch ganz auf mich konzentriert, wenn wir zu zweit was unternehmen. Ich meine, er ist nie in Gedanken woanders oder abgelenkt. Und wenn ihn etwas ablenkt oder im Kopf herum geht, entschuldigt er sich dafür und erzählt es mir.
Ich bin einfach sehr verunsichert, weil ich gar nicht das Gefühl habe, etwas Besonderes für ihn zu sein. Ich habe immer das Gefühl, er könnte auch ohne Beziehung bzw ohne mich glücklich sein. Aber es ist niemals so, dass er etwas gerade mit mir machen will. Wenn er abends noch raus gehen will fragt er mich und wenn ich schon zu k.o. bin geht er mit ner Freundin spazieren. Das stört mich auch nicht, ich bin nicht eifersüchtig und kenne sie und ihren Partner auch. Aber er würde nie auf die Idee kommen, dann etwas anderes mit mir zu machen. Ich glaube, wenn ich immer sagen würde, ich hätte keine Zeit, würde eher sagen, na gut und einfach etwas anderes machen. Eine Freundin hat mich gefragt, ob ich im Herbst mit ihr verreise. Als ich ihm davon erzählt habe, hat er sich nach unseren Plänen erkundigt, aber kein Wort davon, dass er auch gerne mit mir verreist wäre.
 
  • #12
Ich weiß nur nicht, ob er sich genauso freut. Er macht dann meistens gleich was, meistens kocht er für uns.
OK, es ist Sommer, es ist heiß und die Geschichten wuchern.
Er hat die Frau zu Hause, deswegen soll er heiß nach Hause kommen, die aber dann gar keine Lust hat, sondern bekocht werden muss von ihm, also der Arme wird dann heiß gemacht wenn es nicht geht, wenn es ginge, hat sie keine Lust, dafür darf er den Hampelmann machen und der Göttin zu Füßen liegen, ihr die Launen und Wünsche von den Augen ablesen. Schmeckt der Gnädigen dann wenigstens das Essen, was arbeitest Du eigentlich?
Also Fazit, die nächste Trollgeschichte, aus schlechten Romanvorlagen abgekupfert.
 
  • #13
Ich habe einen Vollzeitjob in der Erwachsenenbildung mit Personalverantwortung. Ich verdiene etwas mehr als mein Freund.

Ich hoffe mein Beitrag von eben wird nicht veröffentlicht, aber die Bearbeitungszeit zum Ändern war leider abgelaufen.

Ok, ich kann mein Unbehagen anscheinend nicht richtig rüberbringen. Das tut mir leid.

Im Urlaub machte gegenüber seinen Verwandten nebenbei ein paar Bemerkungen über uns: dass wir viele schöne, entspante Reisen machen würden, dass er durch mich nette und interessante neue Leute kennengelernt hätte, dass ich mich mit seinem sehr eigenwilligen Kind gut verstehe und einiges mehr, aber auch, dass wir nicht denselben Musikgeschmack hätten, das es für ihn eine krasse Umstellung ist, wieder eine Freundin zu haben (er war mehrere Jahre Single), dass wir uns im Alltag jetzt so eingependelt haben, dass er fast immer bei mir ist und fast alle Einkäufe übernimmt und lieber alleine kocht als. Beim Musikgeschmack sagte ich, dass wir uns aber immer auf etwas einigen würden. Er meinte, das sei aber nur der kleinste gemeinsame Nenner und nicht das, was wir beide eigentlich am liebsten hören würden. Ich empfinde das gar nicht so. Er meinte dann später zu mir, dass wenn wir in getrennten Räumen Musik hören, ich mich, wenn ich kurz rüber komme, sehr unwohl fühlen würde, weil mir seine Musik viel zu laut ist (stimmt), so wie mir morgens oder abends manchmal seine Stimme zu laut ist und er sich dadurch fast immer zurücknehmen würde. Ich merke aber nie, dass er sich angeblich für mich zurücknimmt. Das heißt, ich dachte, dass er verstanden hätte, dass er manchmal zu laut redet, und dass er deswegen mehr darauf achtet. Ich will ja gar nicht, dass er sich zurücknimmt, ich will, dass er bei mir so ist wie er ist. Als ich ihm das sagte, antwortete er, dass das nicht stimmt, ich würde wollen, dass er leiser redet, als er es normalerweise tun würde. Das fühlt sich für mich nicht gut an. Er benennt das Gemeinsame an der Beziehung und das Trennende (Musikgeschmack z.B.), macht aber nie ein Problem daraus. Das verunsichert mich. Ich würde mich längst trennen, wenn ich soviel Trennendes in der unserer Beziehung sehen würde. Aber ihm scheint das nichts auszumachen, er versucht nie, etwas zu ändern. Das verstehe ich nicht.
 
  • #14
Er benennt das Gemeinsame an der Beziehung und das Trennende (Musikgeschmack z.B.), macht aber nie ein Problem daraus. Das verunsichert mich.
Dein Freund scheint über ein solides Selbstwertgefühl zu verfügen. Je unsicherer ein Mensch ist, je „gleicher“ müssen ihm/ihr andere Menschen sein, weil sie Schwierigkeiten mit diesem „Trennenden“, also der Individualität des Anderen haben.

Natürlich hat das Grenzen. Wenn Menschen zu weit von uns entfernt liegen, mangelt es Beziehungen dann an einer gemeinsamen Basis.

Du wünscht dir im Grunde mehr Bestätigung - so lese ich das zumindest.
Dir wäre es lieber, wenn er sich mehr von dir abhängig machen würde.
 
  • #16
Was Sex angeht, bin ich fast immer die Aktive.
Bei deinem Hintergrund ist das doch nachvollziehbar. Es wäre an dir ihm zu erklären, auf welche Art er aktiv werden kann, sodass du dich nicht unter Druck gesetzt fühlst.

Ich weiß nur nicht, ob er sich genauso freut.
Du beschreibst ihn als sehr nüchtern. Ist er dir nicht emotional genug? Du bist dir nicht sicher, ob er dich liebt?

Selbst wenn er zu Entspannung eine Zeitschrift liest, ist er darauf so fokussiert, dass ich das Gefühl habe, ich lenke ihn nur ab, wenn ich ihn dabei anspreche.
Warum klärst du es nicht mit ihm?

Ich habe immer das Gefühl, er könnte auch ohne Beziehung bzw ohne mich glücklich sein.
Er war lange Jahre Single, ist selbstständig, selbstbewusst, ein Macher, käme jeder Zeit ohne dich klar. Er ist unabhängig. Er klammert nicht. Das macht dir Angst? Was du hier über ihn schreibst würden andere als Jackpot ansehen.

Weil er ohne dich glücklich war, hat er dich nun als Partnerin ausgesucht, kommt zu dir, kauft für euch ein, kocht für euch und ist was?...unglücklich?

Aber er würde nie auf die Idee kommen, dann etwas anderes mit mir zu machen.
Du schreibst doch, dass du K.O. bist. Er nimmt Rücksicht und lässt dir deine Ruhe. Du musst mit ihm kommunizieren. Er kann nicht hellsehen.

Ich glaube, wenn ich immer sagen würde, ich hätte keine Zeit, würde eher sagen, na gut und einfach etwas anderes machen.
Er lässt dir deinen Freiraum, will dich nicht belästigen.

Wenn du es immer sagen würdest, würde er sicher eure Beziehung hinterfragen.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #17
Eine Freundin hat mich gefragt, ob ich im Herbst mit ihr verreise. Als ich ihm davon erzählt habe, hat er sich nach unseren Plänen erkundigt, aber kein Wort davon, dass er auch gerne mit mir verreist wäre.
Ich bin mir nicht sicher, ob ich dich richtig verstanden habe. Warum sollte er dich danach fragen? Damit würde er dir ein schlechtes Gewissen machen, weil du ja mit der Freundin wegfährst. Und sollte es um Urlaub allgemein gehen, warum hast du nicht gesagt, dass du mit ihm gerne verreist? Vielleicht hat er das erwartet?

Ok, ich kann mein Unbehagen anscheinend nicht richtig rüberbringen. Das tut mir leid.
Er ist ein extrem rücksichtsvoller Typ Mann. Damit hast du ein Problem. Er liebt dich und daher steckt er (bei für ihn unkritischen Sachen) zurück. Ihr kommuniziert nicht richtig vor lauter Angst den anderen dadurch zu verbiegen.

Ich will ja gar nicht, dass er sich zurücknimmt, ich will, dass er bei mir so ist wie er ist.
Du erwartest einen zu 100 % passenden Partner? Den gibt es mMn nicht. Selbstverständlich muss man Rücksicht aufeinander nehmen. Auf beiden Seiten. Wenn es für ihn ein Problem wäre, dann würde er es nicht machen und du müsstest wiederum schauen, ob du damit klar kämst.

Er benennt das Gemeinsame an der Beziehung und das Trennende (Musikgeschmack z.B.), macht aber nie ein Problem daraus. Das verunsichert mich
Wenn ich das meine Frau und mich Trennende auflisten würde, dann müsste ich hier mehrere Seiten Posts absetzen. Da ist aber nichts dabei, das mich stören würde.

Ich würde mich längst trennen, wenn ich soviel Trennendes in der unserer Beziehung sehen würde. Aber ihm scheint das nichts auszumachen, er versucht nie, etwas zu ändern. Das verstehe ich nicht.
Kann ich nicht nachvollziehen. Was hast du denn für ein Problem? Das ihr nicht zusammen kocht? Meine Frau wirft mich auch immer aus der Küche. Unterschiedlichen Musik- und Filmgeschmack haben wir ebenso. Das macht mir so was von überhaupt nichts aus. Das ist doch Pillepalle!

Ich glaube ein Gespräch, bei dem du ihm deine Gefühle und Unsicherheiten aufzeigst, könnte Klarheit verschaffen. Sag ihm, dass es er sich nicht immer nach dir richten soll, sondern auch seine Wünsche und Vorstellungen äußern muss und ihr dann schaut, wie ihr damit umgeht.
 
  • #18
Was du hier über ihn schreibst würden andere als Jackpot ansehen.
Ja, ich. Der Mann kocht lieber alleine, geht Einkaufen, hört gerne laute Musik, ist kein leises Mäuschen, war länger alleine und braucht somit keine Frau, um zu überleben. Absolute Top- Qualität: er lässt sich von Deinen doch etwas komplizierten Gedankengängen nicht abschrecken.

Dir wäre es lieber, wenn er sich mehr von dir abhängig machen würde.
Entweder das oder er ist ihr generell zu easy going, zu unkompliziert. @KathrinPfl braucht lange Diskussionen, stundenlanges Zerreden und Überdenken. Dann ist er de facto der falsche Mann.

. Ich merke aber nie, dass er sich angeblich für mich zurücknimmt
Das geht bei einem lauten Organ auch nicht. Der Laute kann mal kurz leise sein, wenn ein Baby nebenan schläft. Der leise Mensch kann mal kurz lauter werden, wenn sein Gegenüber schwerhörig ist. Aber generell kann man sein Organ nicht auf leise oder laut trimmen. Das hat auch nichts mit zu wenig Rücksichtsnahme zu tun. Das muss der Andere annehmen können oder auch nicht.
W,57
 
  • #19
Krasse Worte.
Aber ich danke dir.

Was meinst du mit abhängig?
Ein gewisser Grad an emotionaler Abhängigkeit ist in Liebesbeziehungen ja gänzlich „normal“. Der Andere hat nun einmal Einfluss darauf, wie wir uns fühlen.

Nur aus deinen Erzählungen schließe ich, dass er dir einen ticken zu unabhängig ist.

Hast du keine Zeit, dann weiß er sich auch gut mit sich selbst zu beschäftigen.

Oder die Tatsache, dass er nicht immer einen Kompromiss bei Differenzen schließen muss - also sehr nach dem Prinzip „leben und leben lassen“ agiert.

Was ziemlich smart von ihm ist. Denn vieles an Konflikten in Partnerschaften beruht wirklich darauf, dass Menschen einfach charakterliche Unterschiede aufweisen. Und eine „Lösung“ eben darin läge, dass der Andere sich verändern müsste.

Und so arbeiten sich manchmal Paare jahrelang an Dingen ab, die nicht lösbar sind. Die einzige Lösung läge in der Akzeptanz. Und dies scheint dein Freund zu praktizieren.

Meine ganz persönliche Bewertung: ich finde das mega und kann dich eigentlich nur zu so einem Partner beglückwünschen. Er wertschätzt und respektiert dich und kann dich so lassen, wie du bist.

Hier treffen Bindung und Freiheit aufeinander und das ist doch ein unheimlich schönes Gefühl.

Ich denke daher, dass dein Freund dich etwas auf dich selbst zurückwirft.

Deine Ex Beziehung lief ja gänzlich anders ab. Dein Ex war bedürftig, forderte von dir die Erfüllung seiner Bedürfnisse ein ( die sich ja anscheinend von deinen zu unterscheiden schienen ), als ob du die einzige Frau/Mensch auf Erden wärst. Er war emotional also sehr abhängig von dir.

Die neue Situation/Erfahrung verunsichert dich schlichtweg. Ich denke, dass du mal schauen solltest, was du dir da eigentlich exakt von ihm wünscht, welche Bedürfnisse hinter deinem Wunsch stehen und dann würde ich mir mal meine dazugehörigen Strategien anschauen ( = wie habe ich mir bis dato diese Bedürfnisse bei meinen Partner stillen lassen ).

Jemand der Drama und Stress produziert, offenbart damit ja keineswegs, dass DU besonders für ihn bist. Sondern lediglich dass er/sie eben zur emotionalen Abhängigkeit neigt und sein Wohlergehen in einem Übermaß von einem anderen Menschen abhängig macht.

Damit bist du sogar relativ schnell austauschbar. Da solche Menschen ungern alleine sind und sich von Beziehung zu Beziehung hangeln.
 
  • #20
Ich denke, du wünschst dir einfach, dass er öfters die Initiative ergreift und freiwillig aus eigenem Antrieb Lust auf dich hat und etwas mit dir machen will und gerne mit dir zusammen ist und das auch deutlich zeigt und sagt. Im Grunde eine häufigere Bestätigung, dass er dich attraktiv findet und gerne Zeit mit dir verbringt, dass du ihm wichtig bist und er dich vermisst und sich nach dir sehnt, ja, dich aktiv begehrt. Dadurch, dass er das nicht (oft genug) macht, bist du verunsichert, eigentlich gut nachvollziehbar, kennen und wollen einige.

Du könntest mit ihm darüber reden, nur abgesehen davon, dass es eventuell etwas bedürftig und komisch wirken könnte, ist das Problem dabei immer: Wenn du ihm nun sagst, dass du dir etwas Bestimmtes wünschst, und er dann kurz darauf genau das macht, hast du bestimmt wieder das Gefühl, dass er es nur dir zuliebe macht und sich zurücknimmt und Rücksicht auf dich nimmt, es aber nicht von selbst möchte. Und du wünschst dir ja eigentlich, dass er von selbst das Verlangen nach (Zeit mit) dir hat und nicht nur dann, wenn du ihn darum bittest oder fragst. Im Idealfall kommt er also von selbst drauf, weil er selbst will, oder? Wenn nicht, ist das allerdings wirklich schwierig, denn durch ein Ansprechen deinerseits wird es ja wieder künstlich und gestellt und geht auf dich zurück, dann kannst du wieder nicht wissen, ob er es auch sonst von selbst wollen würde oder nur für dich macht. Tja ... Du musst zugeben, dass es für ihn auch nicht ganz einfach ist, halt kompliziertes weibliches Denken. ;) Bevor du jetzt irgendwas machst, überleg dir, was genau du erreichen willst und wie er darauf reagieren kann und soll. Er ist sich wahrscheinlich gar nicht bewusst, wie kompliziert das alles ist und was du dir da für Gedanken machst.
w27
 
  • #21
Was du hier über ihn schreibst würden andere als Jackpot ansehen.
Nicht unbedingt. Kommt auf die Ausprägung an.

Es gibt sehr stoische Menschen, die nicht greifbar sind. Diese grenzen sich emotional ab, sind 100%ige Verdränger und können nie artikulieren was passt oder nicht passt.
Sie wirken geradezu gleichgültig in allen Bereichen.
Dahinter steckt eine tiefe Unsicherheit.
Nach außen mögen sie wie "Macher" wirken, im Innern sieht es ganz anders aus.

Diese Menschen tragen eine Maske und sind passiv aggressiv. Das äußert sich in Schweigen und der Fokussierung auf andere Dinge, nur nicht auf den Partner. Sehr tückisch, wird so ein Verhalten erst spät bemerkt. Bei Nachfragen, was los ist, kommt dann absolut Nichts.

Da wäre ich ganz vorsichtig bei so einer Person. Das kann richtig böse ins Auge gehen.
Da kommt eine Trennung mal ganz überraschend daher und der/die Partner/in wissen danach nicht mal, was überhaupt schief gelaufen ist und werden es auch nie erfahren.
Das kann richtig AUA machen.

Das hier würde sehr gut zu einer solchen Person passen:
Als ich ihm davon erzählt habe, hat er sich nach unseren Plänen erkundigt, aber kein Wort davon, dass er auch gerne mit mir verreist wäre.
Das Ganze wird einfach "zur Kenntnis" genommen, ohne auch nur irgendeine Position dazu zu beziehen. Als ging es ihn nichts an, als wäre da gar keine Beziehung zwischen den beiden.
Die FS bleibt ratlos zurück.

Ich halte sowas für einen schwierigen Menschen.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #22
Es gibt sehr stoische Menschen, die nicht greifbar sind. Diese grenzen sich emotional ab, sind 100%ige Verdränger und können nie artikulieren was passt oder nicht passt.
Verstehe was du meinst. Ja, man könnte das hier vermuten.

Da würde für mich nicht ins Bild passen, dass er sich zum Sex äußert. Z.B. dass er immer Sex mit ihr haben möchte, aber auf sie Rücksicht nimmt:
Er meinte, dass er nur mit mir schlafen will, wenn ich auch Lust darauf habe. Ich deutete an, dass ich schon häufiger Lust hätte, da meinte er, dass er im Prinzip immer Lust hätte und dachte, dass ich eigentlich nur am Wochenende und ohne Termindruck Lust hätte

Auch das Beispiel mit der Reise:
Eine Freundin hat mich gefragt, ob ich im Herbst mit ihr verreise. Als ich ihm davon erzählt habe, hat er sich nach unseren Plänen erkundigt, aber kein Wort davon, dass er auch gerne mit mir verreist wäre.
Das hier würde sehr gut zu einer solchen Person passen:
Das Ganze wird einfach "zur Kenntnis" genommen, ohne auch nur irgendeine Position dazu zu beziehen. Als ging es ihn nichts an, als wäre da gar keine Beziehung zwischen den beiden.
Die FS bleibt ratlos zurück.
Die Aussage der FS kann ich überhaupt nicht verstehen, denn zuvor schreibt sie das:
Im Urlaub machte gegenüber seinen Verwandten nebenbei ein paar Bemerkungen über uns: dass wir viele schöne, entspante Reisen machen würden
Wenn das nicht artikuliert ist, dass er gerne mit ihr verreist, dann weiß ich nicht was er sonst machen soll.

Zur Offerte der Freundin: mir ist nicht klar, wie das ablief.
Hat die FS ihm ihre Entscheidung mitgeteilt, dass sie mit der Freundin verreist? Dann ist es doch nur rücksichtsvoll von ihrem Partner nicht seine Enttäuschung zu äußern, dass er auch gerne mit ihr verreist wäre.

Oder hat die FS ihn gefragt, ob er ein Problem damit hätte, dass sie mit der Freundin verreist. Hätte er da sagen sollen: "Gehe mit mir in Urlaub und sage der Freundin ab?" Er möchte sicher kein Keil zwischen die Freundinnen schlagen. Auch das fände ich sehr aufmerksam.

In beiden Fällen hätte ich als FS ihm das "Trostangebot" gemacht, dass wir danach ja gemeinsam Urlaub machen können.

Interessant wie unterschiedlich wir das auslegen.

Ich meine ihrer Beschreibung nach ein sehr rücksichtsvollen Partner zu erkennen, der es tunlichst vermeidet Druck auf die FS auszuüben und versucht es ihr recht zu machen (so wie er es vermutet).
 
  • #23
Danke für eure Antworten.
Was Anna geschrieben hat, trifft es ganz gut:
Ich denke daher, dass dein Freund dich etwas auf dich selbst zurückwirft.
In den nicht ganz zwei Jahren, in denen ich das erste Mal in meinem Leben länger Single war, war ich auf mich selbst zurückgeworfen, dachte ich früher. Aber es stimmt, inzwischen fühle ich mich noch mehr auf mich zurückgeworfen. In der Therapie betraf ist natürlich die Bewältigung der Beziehung. Und jetzt betrifft es die Zukunft. Z.B. stellt sich mir mittlerweile die Kinderfrage. Früher wollte ich nie Kinder. Ich habe die kleinen Kinder meines Ex zur Hälfte mit aufgezogen und hatte das Gefühl, ich war mit dem Thema durch. Jetzt könnte ich mir vorstellen, mit ihm ein Kind zu haben. Leider will er kein weiteres mehr. Ich sprach ihn neulich darauf an, da sagte er, ich sei doch mit dem Thema durch. Aber das war halt früher so, jetzt ist für mich das Thema doch präsent. Allerdings brauche ich nicht unbedingt ein Kind, ich bin da noch nicht entschieden. Wir hatten das Thema auch früher mal diskutiert, da war ihm wichtig, dass mit Kind trotzdem jeder noch Zeit für sich alleine haben muss, in denen der andere dann das Kind betreut. Ich hätte keine Sorge, dass er mich mit dem Kind alleine lässt, er würde sich ganz sicher viel kümmern und mir Freiraum verschaffen. Aber es kam halt von ihm kein Gedanke daran, dass wir zusammen mit Kind eine Familie sein können.
Wir waren zuletzt zusammen verreist, da hat er seinen Verwandten erzählt dass wir viele entspannte Reisen unternehmen.Mit meiner Freundin verreise ich erst im Herbst. Das hatte es ihm einfach nur mitgeteilt. Früher hätte ich immer eine Frage formuliert und wäre nicht gefahren, wenn mein Ex es nicht gewollt hätte.
Das Ganze wird einfach "zur Kenntnis" genommen, ohne auch nur irgendeine Position dazu zu beziehen. Als ging es ihn nichts an, als wäre da gar keine Beziehung zwischen den beiden.
Nein, ganz so ist es nicht. Er interessiert sich dann wirklich dafür und fragt, was wir vorhaben und planen, wer die Idee hatte und was weiß ich noch alles. Es ist nicht so, dass er das bloß zur Kenntnis nimmt und abnickt.
m Grunde eine häufigere Bestätigung, dass er dich attraktiv findet und gerne Zeit mit dir verbringt, dass du ihm wichtig bist und er dich vermisst und sich nach dir sehnt, ja, dich aktiv begehrt.
Es ist nicht so, dass er mir seine Liebe nicht zeigen könnte. Ich merke auch ganz klar, dass ich ihm wichtig bin. Nur sind halt ihm viele andere Dinge genauso wichtig. Ich kenne das eigentlich so, dass die Beziehung das Wichtigste ist. Für mich ist sie das. Für ihn sind seine Musik, seine Ideen, seine engen Freunde, sein Kind (versteh ich aber) und seine Eltern genauso wichtig wie unsere Beziehung.
 
  • #25
Der Mann ist für die Frau die Sonne, um die sie und alles andere kreist.
Die Frau ist für den Mann einer der Planeten, die um ihn - die Sonne - kreisen.
Ich verstehe, was du meinst. Aber ganz so ist es bei uns nicht. Wenn er z.B. eine bestimmte Aufführung sehen möchte, dann fragt er zuallererst mich ob ich mitkommen möchte. Insofern habe ich schon eine Sonderstellung bei ihm. Aber wenn ich nicht möchte, meietens weil er so spontan ist, dann sucht er sich jemand anderen. Dass er an dem Abend mit mir stattdessen etwas anderes machen würde, kommt ihm nicht in den Sinn. Manchmal findet er natürlich spontan jemand anderen, dann sucht er sich eine andere Beschäftigung, aber im Zweifel ohne mich. Mein Gegenvorschlag, dass wir uns bei Netflix was raussuchen könnten, ist dann anscheinend nicht so interessant wie Ausgehen.
Wenn ich abends früher müde bin als er, was sehr häufig vorkommt, dann ist er auch schon mal zu sich nach Hause gefahren. Das kam nur sehr selten vor, aber ich fand es trotzdem komisch. Ich würde es schön finden, wenn er sich rein aus Gewohnheit zu mir legen würde. Gemeinsame Gewohnheiten scheinen ihn überhaupt nicht zu interessieren. Natürlich haben sich schon viele Gewohnheiten bei uns eingeschlichen. Aber er bringt es fertig, die eine oder andere plötzlich auch wieder auszuhebeln. Dass er abends nach Hause gehen kann, wenn ich schon müde bin, ist dafür ein Beispiel.
Früher haben wir viel häufiger zusammen abends beim Netflix gucken gekuschelt. Irgendwann wollte er es nicht mehr bzw nur noch selten und meinte, er würde zu viel Fernsehen gucken. Für mich war es nicht nur Fernsehen gucken, für mich war es etwas schönes Gemeinsames.
Aber wenn wir etwas gucken, kuscheln wir immer noch wie früher, es ist nur sehr viel seltener.
 
  • #26
Er kann es Dir nicht recht machen, Du wirst in allem das Haar in der Suppe finden.
Lass es mit ihm, ihr werdet ohne einander glücklicher, denn Deine ständigen Zweifel werden es auf Dauer auch ihm sauer machen.
 
  • #27
Mein Gegenvorschlag, dass wir uns bei Netflix was raussuchen könnten, ist dann anscheinend nicht so interessant wie Ausgehen.
Ich glaube, es gibt nicht viele spannende Männer, die Netflix spannend finden. Da kann das Ausgehen durchaus die bessere Alternative sein.
Ich würde es schön finden, wenn er sich rein aus Gewohnheit zu mir legen würde.
Kathrin, warum soll sich der Mann neben Dich legen, wenn er nicht müde ist? Warum soll er leise sprechen, wenn seine Lautstärke eher laut ist? Warum soll er Netflix schauen, wenn es ihn langweilt? Warum soll er mit Dir schlafen wollen, wenn Du ihm zu verstehen gibst, dass Du nicht willst?

Das kann man alles dem Anderen zu liebe einmal machen, aber das kannst Du doch nicht als Dauereinrichtung ansehen wollen. Wie würde es Dir denn umgekehrt gehen, wenn jemand von Dir erwartet, dass Du laut sprichst, dass Du grundsätzlich erst spät ins Bett gehst oder sonstige Dinge, die Du eigentlich gar nicht machen willst oder die Dir nicht entsprechen?

Wahrscheinlich ist er tatsächlich von einem eher stoischen Naturell. Jeder andere wäre schon weg.

W, 57
 
  • #28
Kathrin, sein Verhalten ist für mich völlig normal. Ich gehe viel lieber auf eine Aufführung als mich vor die Glotze zu setzen. Und was soll ich mich neben meine Frau ins Bett legen, wenn ich nicht müde bin. Da erledige ich lieber andere Arbeiten.

Aus zu wenig Sex wurde zu laut, zu selbstständig, unterschiedliche Musik, reisen, kochen, fernsehen, Kinder, schlafen usw. Nach jedem Post kommen neue Themen hinzu.
Für manche passt es, für dich nicht.

Ich schließe mich den Vorrednern an. Er ist dir zu wenig anhänglich. Du musst im Mittelpunkt stehen.

Erkläre ihm alles, was du hier niederschriebst und dir aufstößt. Dann schau was er zu sagen hat und zieht ggf. die Konsequenz.
 
  • #29
Aus zu wenig Sex wurde zu laut, zu selbstständig, unterschiedliche Musik, reisen, kochen, fernsehen, Kinder, schlafen usw. Nach jedem Post kommen neue Themen hinzu.
Das liegt daran, dass ich meinen ersten Text radikal kürzen müsste, um weit mehr als die Hälfte. Im ersten Text waren alle Themen enthalten.

Ich danke allen, die etwas geschrieben haben.

Ich liebe ihn nach wie vor sehr und glaube auch, dass ich mit ihm das große Los gezogen habe. Er versteht sich mit meiner Familie sehr gut und seine mag mich anscheinend auch. Das kannte ich alles so bisher auch nicht.
Ich frage mich manchmal, was er an mir findet, denn er hat so viele Interessen, mit denen ich mich gar nicht auskenne, wo ich das Gefühl habe, ihm nichts bieten zu können. Höchstens ein offenes Ohr, wenn er davon erzählt.
Gestern haben wir ganz allgemein darüber gesprochen, was wir uns noch vom Leben wünschen. Ich habe gesagt, ich würde gerne richtig ankommen. Er hat gesagt, er würde gerne beruflich einiges ändern (Stress minimieren), wenn möglich etwas mehr bei seinem Sohn sein (schwieriges Verhältnis zur Mutter) und wieder viel mehr erleben, so wie vor Corona. Als ich ihn fragte, ob er das Gefühl hat, dass ich ihn daran hindere, sagte er nein und dass es ganz allein von ihm selbst abhängen würde, wie er seine Änderungen hinkriegt. Unsere Beziehung war für ihn überhaupt kein Zukunftsthema.
Vielleicht muss ich mir dieser Unsicherheit einfach leben.
 
  • #30
Ich frage mich manchmal, was er an mir findet, denn er hat so viele Interessen, mit denen ich mich gar nicht auskenne, wo ich das Gefühl habe, ihm nichts bieten zu können. Höchstens ein offenes Ohr, wenn er davon erzählt.
Meine Frau und ich haben auch ganz unterschiedliche Interessen. Ich finde das gar nicht schlimm. Jeder hat genügend Freiraum sich zu entfalten. Wir müssen nicht immer aufeinander hocken. Ist bei dir vielleicht auch ein Nähe-Distanz-Problem?

Gestern haben wir ganz allgemein darüber gesprochen, was wir uns noch vom Leben wünschen.
Unsere Beziehung war für ihn überhaupt kein Zukunftsthema.
Vielleicht weil für ihn alles gut ist? Er hat doch von Veränderungen gesprochen.

Vielleicht muss ich mir dieser Unsicherheit einfach leben.
Vielleicht bin ich da irgendwie schräg, aber ich bespreche immer alles mit meiner Frau. Meine Wünsche, Vorstellungen, Gefühle und Sorgen. Und ich möchte auch dass meine Frau über ihre spricht, damit ich sie besser verstehe und ihr helfen kann.

Ich würde mit dieser Unsicherheit nicht leben wollen. Ich hätte das gestern angesprochen.
 
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